Nr. 127 Zweites Blatt 155. Jahrgang Mittwoch 31. Mai 1903 Giehener Anzeiger Ftotoftontomd and Berlog bet fJrü$f*1e-dobooLsflotte machten nach Sonnenuntergang einen Angriff. Dritter Bericht, eingelaufen am Morgen des 29. Mai: Die Hauptmacht des "vereinigten japanischen Geschwaders setzte die Verfolgung des Feindes seitdem 27. Mai fort und griff am 28/ Mai in der Nähe der Liancourtriffe, nördlich von Okinoschima, eine Gruppe von Schiffen an, die aus den Schlachtschiffen „Nikolai I." und „Drei", sowie den Panzerschiffen „Sseniawin" und „Apraxin" und dem Kreuzer „Jsumrud" bestand. Der „Jsumru" entkam, während die vier übrigen! Schiffe sich ergaben. Die japanischen Schiffe wurden nicht beschädigt. Nach Berichten von Gefangenen sind die in der Schlacht vom 27. Mai gesunkenen Schiffe die Schlachtschiffe „Borodino" und „Alexander III.", der Kreuzer „Ssem- tschug" und drei andere Schiffe. Kontreadmiral Nebogatow und ungefähr 2 000 andereRussen lvurden gefangen genommen. Nachfolgende Verluste erlitt der Feind außer den oben erwähnten noch seit dem Beginne der Schlacht, wie von den Kommandanten, die nicht unter Togos direktem Befehl stehen, und von den besonderen Beobachtungsstationen berichtet wird: „Admiral , Nachimow", „Dmitri Tonskoi", „Swjetlana", „Admiral Uschakow", „Kamschatka", „Jrutschusch" und drei Torpedobootszerstörer wurden zum Sinken gebracht; der Panzerkreuzer „Wladimir Monomach" sank, nachdem er genommen worden war; ein Spezialschiff, dessen Name unbekannt ist, und ein Torpedobootszerstörer wurden genommen. Die bisher bestimmt bekannt gewordenen Verluste der Russen sind folgende: 2 Schlachtschiffe, 1 Küstenverteidigungsschiff, 5 Kreuzer, 2 Spezialdienstschiffe und 3 Torpedobootszerstörer gesunken): 2 Schlachtschiffe, 2 Küstenverteidigungssch-iffe, 1 Spezialschiff und 1 Torpedo- ^ootszerstörer genommen. Bisher ist nicht klargestellt, ob 3 Schiffe, die nach Angaben von Gefangenen gesunken sein sollen, in der erwähnten Aufzählung enthalten sind oder nicht. Außer den 2000 Gefangenen, welche die Hauptmacht des vereinigten Geschwaders gemacht hat, sind noch mehr als 1000 Mann gefangen genommen worden. Der Kampf zurSeeistnochimGange, sodaß es einige Zeit dauern wird, bis die endgiltigen Resultate bekannt werden. Weitere japanische Meldungen. London, 30. Mai. Die japanische Gesandtschaft veröffentlicht folgende Depesche ans Tokio vom 30. Mai: Die vier erbeuteten russischen Kriegsschiffe wurden heute wohlbehalten nach unseren Kriegshäfen gebracht, nämlich der „Orel" nach Maizuru, „Imperator Nikolaus I.", „General-Admiral Apraxin" und „Admiral Ssenjawin" nach Sasebo. Tokio, 30. Mai. Ein Kreuzer mit 200 Offizieren und Mannschaften an Bord suchte Zuflucht in Hamaoa, in der japanischen Provinz Pwami. Hunderte schwer verwundeter Russen kamen in der Gegend von Yamaguchi in Booten und angehängt an Wrackstücke an Land. London, 30. Mai. Aus Tokio wird von heute früh gemeldet: Die Stimmung hier ist unbeschreiblich. Wohl wurde ein Sieg über Noschdjestwenski erhofft, aber man fürchtete, daß er große Opfer kosten würde. Die Leichtigkeit des Sieges kommt daher völlig unerwartet. Bisher sind 2223 russische Gefangene in Sasebo eingebracht worden. — Die letzten Meldungen berichten, daß die Mannschaften der gesunkenen russischen Schiffe sämtlich den Tod in den Wellen fanden^ Im ganzen gingen 4 7 00 russische O fsiziere und Matrosen mit den Kriegsschiffen unter. Rnsusche Schildernngen. London, 31 Mai. „Daily Expreh" meldet an8 Tokio: Japanische Fischerboote br^cht'N eine Anzahl Nüssen an Bord, die sie von booten und Schisfstrummern ansgenommen (jetten. Die Russen erklären, daß die grZßere Schutzweite der jap« Nischen Kelch ntze es dcn Japanern ermöglichte, außer Gefahr zn bleiben, w'öbrend sie die Russen mit einem mörderischen Feuer srberschüt. teten. Zufül^kdefsen verlor die ganze Flotte sehr schnell den Mut und geriet in Panik, welche durch den Torpedoangriff noch aelieigert wnrde. Shanghai, 31 Mai. Der russische Transport- dampfer Korea ist in Begleitung eines S leprdampfer? morgens in Wusuug an gekommen. Die Porea iä durch große Schußlöcher an der Seite schwer beschädigt- Alle Boote wmden weggeschosicn. Ter Vapitän berichtet, er sei bei der r n s s i s ch e n F l o t t e gewesen, als da- Feuer begann. Sein Schiff Wirde von mehreren Ge! 'iLhen geiroffen, als er mit voller Geschwindigkeit davongedamsst sei. Petersburg, 30 Mai. Eme Depesche aus Wladiwostok ist an die Admiralität gelangt und wird geheim gestalt n. Man sagt jedoch, sie enthalte die trostlosesten Nachrichten. Wie ein O iwährSmann versichert, entyielt.'n die Metd- unaen Beweise dafür, daß die O s f i z i e r e zu messt kaum vorbereitet zum Seedien,i und unfähig gewesen seien, ihre Schiffe und ihr eipencs. sowie das Leben ihrer Mannschaften zu verteidigen. Die Signale des Admirals wurden falsch verstanden und ansgeführt und die Matrosen, unfähig zum Dienst, warfen sich ents-tzt ins Wasser. — Infolge der letzten Njederlaae herrscht hier eine ungeheure Erbitterung, die sich in der heftigsten Wei.se Luft macht. — Wie von bestunternchteter Seite mitgeteilt wird, hat die Verbrüderung der Propagandisten der Tat das Todesurteil gegen den Großfürsten Aleris Alerandrowitsch bereits unterzeichnet. In später Nachtstunde habe eine Versammlung' stattgefunden, in der beschlossen worden sein soll, d c Strafe sofort an dem Großfürsten zu voNziesten. Es sind mehrere Verhafttingen vorgenommen worden, den Pol-'zeiagenten xx: es jedoch bisher nickt geglückt, der Führer der Propagandisten habhaft zu werden. Die Polizei arbeitete bre ganze Nacht hindurch mit fieberhafter Anstrengung. Die umfassendsten ~'x'- 0'^d getroffen worden. Waffenstillstand oder Friede? Paris, 30. Mai. Nach längerer Unterredung zwischen Nelidow TePassL sollen angeblich Waffenstillstands-Verhandlungen zwischen Rußland und Japan durch Vermittelung Englands und Frankreichs r^mifteHwr bevor stehen. Petersburg, 31. Mai. Unter Vorsth de? Zaren wird heute ein in Zarkksjefels stattfindender Kriegßrat die Frage der ?Fortfetzung de8 Kriegs beraten. Der „Neuen Fr. Pr." zufolge ist man in Wiener diplo»- matischen Kreisen der Ansicht, daß die große Niederlage btt Regierungskreise in Petersburg zu der Errenntnts führen wird, daß eine Fortsührmrg^ des Krieges nur zwecklose Opfer erfordert und daß^die gegenwärtige Lage es rätlich erscheinen läßt, Frieden zu schließen. Wenn auch vorläufig keine Anzeichen dafür vorhanden sind, daß diese Erkenntnis sich an den maßgebenden Stellen durchgerungen habe, so unterliege es keinem Zweifel, daß die großen Schichten der Bevölkcnmg Rußlands zumal in den großen städtischen Zentren immer stärker sich mit dem Gedanken der Notwendigkeit, dem entsetzlichen Kampf ein Ende zu machen, vertraut gemackt haben und daß dieser Druck der öffentlichen Meinung baldigst zum belangen würde. Ein japanisches Unglück. To ki o , 30. Mai. Im japanischen Mi litär-Arse» n a l zu Koisbikawa fand eine Explosion sttttt, wobei 100 Menschen teils getötet, teils verwundet wurden. Neues ans Port Arthur und der Mandschurei. Tokio, 30. Mai. Das hiesige Amtsblatt verösfentliD die vollständige Liste über dieberPort Arthurgemachten Gefangenen sowie das erbeutete Kriegsmaterial. Daraus sind folgende Zahlen hervorzuheben: 41 641 Gefangene, darunter 12 Generale und 5 Admirale und 1439 andere Offiziere, wovon 529 verwundet oder krank waren: 40185 Unteroffiziere, Soldaten und Matrosen, von denen 15 174 krank oder verwundet waren. Erbeutet worden 528 Geschütze und 206 634 Geschossen, 66 000 Kiloaramrn Weizenmehl, 60 000 Kilogramm (Surfte, 11000 Kilogramm Mais und Futter für 1500 erbeutete Pferde. Petersburg, 30. Mai. (Deter^b. Tel.-Aa.) General Line-, witsch meldet dem Kaiser unter dem 29. Mai: Die japanische Abteilung, welche am 25. Mai Saimiancklan besetzte, verlreß am 26. dieses Dorf. Sie marschierte nach Süden auf Aichilipou. Auf dem linken Flügel veriuckte die feindlick- Borbut. unsere Vor-, posten zurück:ntreiben. wurde aber ^nrückgescklagen. 1 —'—11 -1-1-..... "■ _J> Deutsches Reich. Berlin, 30. Mai. Der Kaiser hat dem Prinzen Arisugawa von Japan den Schwarzen Adlerorden und der Prinzessin Arisugawa die Note-Kreuz- Medaille 1. Klasse verliehen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung deS Charakters als Geh. Kommerzienrat dem Kommerzienrat Louis Ja en ecke in Hannover, dem Verleger deS linkS^ nationallib. „Hannov. Courier". Hannover, 31. Mai. Bei der ReichStagSwähl in Hameln-Springe erhielt HauSmann (natl.) 8189, Nehren (Bündler) 3739, Lenthe (Welfe) 4964 und Brey (So3.) 8712 Stimmen. Verschiedene Orte fehlen noch. Stichwahl zwischen Hausmann und Brey. Schwerin, 30. Mai. Samstag den 3. Juni morgend werden der Großherzog und die Großherzogin, die Großherzogin-Mutter, Herzogin Cecilie, sowie Prinz und Prinzessin Christian von Dänemark im Sonderzuge die Reise nach Berlin antreten. In Wittenberge werden die Großherzogin-Mutter und Herzogin Cecilie den Sonderzug verlassen, der die Fahrt mit den übrigen Herrschaften allein fortsetzt. Die Großherzogin-Mutter und Herzogin Cecilie besteigen in Wittenberge den preußischen Sonderzug und begeben sich mit dem Gefolge und dem dort enmetroffenen Hofstaate der künftigen Kronprinzessin nach Schloß^rllevue. Dort verbleiben sie bis zur Stunde deS Einzuges. AnAiand. Christi an ia, 30. Mai. ,91 ff en Posten" schreibt: 93 e* rcits früher wurde durch den geheimen Ausschuß in Stockholm dcm Könige zu erkennen gegeben, daß die Aus« Übung seines Recktes, man kann wohl hinzusügen, seiner ver-, fassungSmäßigen Pflicht, einem einstimmig verlangten, rein norwkgifchen Gesetz die königliche Bestätigung zu geben, in Schweden eine Krise nach sich ziehen werde, unter deren Druck der König zwischen beiden Ländern zu wählen haben würde. Daß ist ein schwedisches Veto, wclckeS versteckt, aber deshalb nicht weniger kräftig gegen die Ausübung des SelbltbestiininungsrechteS Norwegen- eingelegt würde; Norwegens König würde gezwungen werden, sieh zum Dolmetscher und Werkzeug für dieses Veto zu machen. So ist König Oskar gegenwärtig ein Gefangener int Stockholmer Schlosse, so feftgebunben durch schwedische Befehle und Drohungen, daß eß ihm nicht möglich sein würde, sich hierher zu begeben, wo alles ihn zur Ausübung seines hohen verfassungsmäßigen Auftrages gerufen hat. DaS ist ein Bild von schmerzlichem, fast tragischem Charakter. Lodz, 30. Akai. Hier wurde gestern abend der Obersch utzinann Hotoduhin durch acht Revolverschüffe getötet. Ter preutzisch-hessifch-tbüringifche Lottcricvertrag. SW K. Darmstadt, 30. Mai. Die ofstziösen Mitteilungen über den Inhalt deS preußisch-hessisch-thüringischen Lotterievertrags sind hier mit recht gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Die von den vielen hundert Jntcrcffentcn in den letzten Wochen vor Über 104 Jahre jm deutschen Haushalt eingeführt sS^ und beliebt ist Werter Zreuer'r W-Surrogat \ als feinster und billigster Caffe-Zusatz. M nachgesprungen ist. Hrrichtssaal ver. Uhr stehend Märkte. I. V.: D. Schlosser. au 8 und Die die Der ver- er- und richtet werden, nach allen Richtungen weit sichtbar sein einen schönen Rundblick gewähren. da das Mauerwerk des Klärbeckens wiesen hat. R. B. Darmstadt, 30. Mai. für die Gemeindesteuerreform vcu 11 w M * - und den Karolinen-Inseln wird über einen entsehlichenWirbelsturrn berichtet, der am 20. April die Inseln Ponape und Kusaie vollständig verwüstete. 2o Eingeborene sollen getötet worden sein. — An Möckern, Wahren und anderen Vororten Leipzigs sind zahlreiche Erkran k n n g e n nach demGenutz verdorbenen Fleisches vorgerommen. Fii Wahren sind bereits zwei Kinder g e st 0 r b e n. — An H anno v e r wurden die Leichen eines 3 jährigen Knaben und eines 6 jährigen Mädchens sonne einer 35 jährigen ans dem Schallgraben gezogen. Die Kinder sind beim ©vielen ins Mass e r g e i a l l e n und man nimmt an, daß die Murrer aus Verzweiflung darüber daß Roschdjestwenskt während der Schlacht am linken Arm wnndet wurde und sich ergab. London, 81. Mai. Der ..Morning Post" wird Shanghai gemeldet: Der Transportdampfer „Korea" der Minenleger Swiri kamen heute in Wufung an. „Korea" ist bis Shanghai heraufgekommen und hat „Osljaba" und den „Nikolaus I.", wie sie glaubten, infolge von Beschädigungen durch Minen oder Unterseeboote. Sie versichert, daß ein japanisches Schlachtschiff in Flammen ge» standen habe und daß sie einen japanischen Kreuzer kentern sah. Der Kampf war zwischen 2 und 6 Uhr nachmittags am erbittertsten. Tic „Korea" berichtet, daß in der ersten Stunde der Schlacht 3 japanische Schiffe sinkend gesehen worden wären. Jm ganzen seien 8 japanische Schiffe gesunken. Tie „Korea" ist schwer beschädigt, die „Swiri" unversehrt. Beide Schiffe haben Befehl erhallen, den Hafen zu verlaßen oder die russische Flagge zu streichen. Der rnffische Konsul stellt in Abrede, daß die „Swiri" auf dem Kampfplatz gewesen sei. Tsnschigaseraffe am Sonnabend abends 8 Uhr verlaffen. Dampfer berichtet, daß die Schlacht am Sonnabend 8 Uhr morgens begonnen habe. Seine Mannschaft sah die p- Wetzlar, 30. Mai. Heute morgen gegen 9 verunglückte in einem Stollen (Abbau) der Grube „Schöner Anfang* zu Breitenbach der 41 Jahre alte Bergmann Heinrich Kräuter zu Lechtingen. Er sprach noch etwa eine halbe Minute vorher mit dem Bergmann Kuhl- säule soweit vorgeschritten, daß die Grundsteinlegung am 29. Jul i stattfinden soll. Außer der feierlichen Grundsteinlegung wird die Studentenschaft einen Kommers anstalten. Die Säule soll auf dem Har dtp late au Tausende kosten würde. Morgen hat der Ausschutz eine gemeinsame Beratung darüber mit der Negierung. * Alpine M i t t" i l i"' n -> n m* R Neffen und den Nachbarstaaten. Ein 12 jähriges Mädchen in B e r n s f e l d reifte nach Grünberg und besuchte dort eine Freundin. Um noch den bereits einsahrenden Bahnzug zu erreichen, suchte es eilig die Treppe hinab zu kommen. Hierbei stürzte es und blieb unten bewußtlos liegen. Das Kind trug eine Gehirnerschütterung davon und verfiel in einen schlafäbnlichen Zustand. — An K i r ch - G 0 n s bat ein Eonsortium ein größeres Waldgelnet bet Kleeberg nh 50, 900 W?. an den hessischen Fiskus verkaust. — An Medebach wurde der Robert Eierdanz, ein Vater von 7 Kmdern, von einem Radfahrer überfahren und st ar b an oolae der erhaltenen Verletzungen. — Das Haus Karlstr. A) "i Bad a11e be,m, den Geschwistern Weder in Frankfurt a.M. gehörig, wurde an Rechtsanwalt Stahl zum Breis von 50000 Mk. verknust. _____ Ausverkauf! Wegen Verlegung meines Geschäftes von Neustadt 19 nach Marktplatz 11 verkaufe ich sämtliche Waren bestehend in Uhren-, Bold- und Silberwaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 2982 I. Kmnk«, $imelta rniii Uhmchn. Ärbcitsvcrgebung. Die Entwässerungsanlagen der Stadtkirche, Johannes- kirche, des Matthäus- und Johammespfarrhauses — an der Kirchstraße und Südanlage — sind zu vergeben. Zeichnungen und Bedingungen können bei dem Archi- tektei?Stein während der Bureaustunden eingesehen werden. Angebote, für jede Anlage getrenn , sind dem Unterzeichneten bis" zum 10. Juni, mittags 12 Uhr, einzureichen. Gießen, den 31. Mai 1905. Evangelischer Gesamtkirchenvorstand. sind ruhig._________ Aus Stadt und Land. Gießen, 31. Mai 1905. •• Die zweite Kammer wird sicherem Vernehmen - nach am 14. Juni zur Abhaltung ihrer Sommertag un g zusammentreten. Es wird sich dabei vor allem um die Erledigung von drei wichtigen Gesetzesvorlagen handeln: den Entwurf über die Gemeindesteuerreform, den Entwurf über die Ausübung der Jagd in Heffen und die noch zu erwartende Regierungsvorlage über den hessisch-preußischen Lotterievertrag. ** Zu der Gauturnfahrt nach Rieder-Wöllstadt haben sich bis jetzt 150 Teilnehmer gemeldet. Wir verweisen übrigens auf das heutige Inserat. - Bismarcksäule in Gießen. Wie wir aus sicherer Quelle hören, sind die Vorarbeiten für die von der Gießener Studentenschaft zu errichtende Bismarck- (n) Gießen, 30. Mai Von der Strafkammer wurde heute die Witwe des Taglöbners Aakcd R. hier wegen fahrlässigen Falsch ei ds zu 2 Monate Gefängnis Dcrnrfctlt. Sie wurde jm Januar v. I. durch das hiesige Amtsgericht in einer Strafsache gtocn einen Reisenden, der wegen Fälschung von Bestellscheinen in Untersuchung genommen war, auf Ersuchen der Staatsanwaltsck^ft Berlin kommissarisch, vernommen, werdet bestritt sie unter Eid, daß Die Unterschrift auf einem ihr vor- aelegten Bestellschein von ihrer Hand herrühren. Durch , einen Schreibsachverftäudiam wurde ihr nachaennesen, datz iie die Unterschrift doch vollzogen fatte. Im Laufe der Untersuchung gab sie die M^glich^it zu bei Schein unterzeichnet zu haben. Da die Angeklagte eine schon sehr bejahrte Frau ist und zwischen dem Besuch des Reisenden und ihrer Vernehmung ein ganzes Jahr lag, wurde von der Aullage der wissentlichen Eidesverletz- ung, was eine Verweisung vor das Schwurgericht zur Folge gehabt haben würde, abgesehen. Rach Ansicht des Gerichts war der Grad der F^hrlässchkeit doch ein sehr hoher, sodaß immerhin auf eine erhebliche Strafe zu erkennen war. — Durch das Scl'öffenaericht Vilbel wurde der Darbier Guntram L. aus Frankfurt a. M. wegen Jagdvergehens zu einerWoche Gefängnis verurteilt. Er wurde in der Nähe von Vilbel aus hessischem Gebier bei der Jagd auf Kaninchen getroffen, und zwar stellte er den Tieren mit Fanggarn und Netzen nach. Semen Angaben, er habe geglaubt er befinde sich auf preußischem Gebiet, wo das Kaninchen nicht als jagdoffres Wild angesehen wird, wurde kein Glauben beigemessen, zumal er sich dem I Förster gegenüber eines falschen Namens bediente. Das Berufungsgericht bestätigte das erstinstanzliche Urtetf unter Hervorhebung des Umstandes, daß der Angeklagte sich nicht gescheut hat, den "Namen eines Bekannten zu mißbrauchen und ihm un- aelegenheiten zu bereiten. --- Die Ehefrau des ^renstrnechts Karl B. zu Langsdorf wurde beobachtet, wie sie ihrem Mitbewohner eine Schürze voll 5?olz aus dem Keller entwendet hat. Tas Schöffengericht Lich verurteilte sie wegen DiebstaNs zu ein Tag Gefängnis. Sie erhob Berufung und versuchte ihre I Unschuld nachzuweiseu. Als ihr^ djes-s nicht z belang^ zog ^fte genehmigte den vom------ . ... ' - .A. ‘ Abg. Dr. Gutfleisch erstatteten Ausschußberich't. Ein großer . N. Teil dieses Ausschußberichts, der u. a. auch steh kritisch über! nahm eine Resolution ^nm wonach die Stnden- die m Betreff der Gememdesteuerreform erschienenen Bro- tpn^3nft der Absonderung k 0 nfessi 0 n e ll e r V e rb 1 n- schüren der Herren Dr. Sydow und Prof. Dr. Biermer vungen einen Mißbrauch der akademischen Freiheit äußern wird, ist im Satz fertiggestellt und der letzte Teil soll erblickt. so beschleunigt werden, daß der Ausschußbericht schon in w"ig-n T°gen den Knmmermitqliedern ziehen kann.-I ; Von'ca go^-iooo'stücf SroW unb ca?250 Der vierte (PetitwnS-) Ausschuß beschästigte sich nach ^Eern. Trotzdem toie-bn: beim Vormarkt der Handel und langer Pause einmal wieder mit der anderweitigen Regelung die erzielten Preise nicht, sch.echt waren, war doch das Geschäft in des Amts verkünd igerwesenS. Wie wir seinerzeit mit- allen Gattungen Vieh am Markttage sehr flau. Zwar war die »<„. M. W Mj _ UM«, ™t., «te.TWrÄÄT«“»» Wirkung des Herrn Dainm-Friedberg einen Initiativ- seitherigen Märkten. Es fehlte der frische Zug zum Euckauf Gesetzentwurf ausgearbeitet, in welchem bestimmt wurde, besonders im Mil'chviehgefchnft. Die Einkäufer waren durch- daß von RegierungSwegen ein allgemeines Amtsverkün- gängig nicht mehr zu haben für die se^^sherlgen hohenDrctse, digungZblatt ohne jeden textlichen Inhalt gedruckt und d°» ° , Vnkäu^L sagten, 8 ^3 verschiedenen Blättern als Beilage hinziigepigt werden solle. wollten, hierzu kommt bei dem heißen Wetter der Mangel DaS würde, so meinten die Herren, dem Staate gar keine nn Regen, so daß die Futteraussichten ^mißlich erscheinen, so Kosten verursachen, da diejenigen Zeitungen, die daS Annoneen- kam es, daß ein 2llffchlag von 20 bis 30 Mart Mo Stuck wi blatt bezögen, ja auch dl- Kosten dafür decken würden. (III) i^rzerchnm^wa^Troddem bHcintr; Die Großh. Negierung hat dagegen eingehende Erhebungen beschränkte, so daß Milchtiere in größerer Anzahl, das angestellt und weist nach, daß ein solches Projekt v iele' ^ste Mal seit lanrrcr Zeit, überftändig blieben. Der handel in Tsettvsey, weim^s nur wvnrg voryanv^n war, war eoensari^ ruffsA, da der lokale Bedarf durch östrtzio'is.bes Vieh gedeckt ist. Wetzlar imd die Pläüe an der mittleren Lalm kauften fette Rinder und Kühe (dort ist die Einfuhr von östreichischem Vieh für Schlachtzwecke nicht zugelassen). Auch der Kälbermarkt zog nicht, so daß nur bei weichenden Preisen die Tiere unterzubr^ngen waren Gebandelt wurden- Kühe frischmelkend und tragend, pro Stück 1. Qual. 380—425 Mk. (einige recht schwere Tiere bis 450 Mk.), 2. Qual. 300—3^0 Mk., 3. Qual. 240—280 Mk. Der Zentner Schlachtgewicht fette Rinder 68—70 Mk., fette Kühe 62—64 Mk, Kälber 1. Qual. 70—74 Mk., 2. Qual. 60—65 Mk., 3. Qual. 54—58 Mk. _ ko. Franksurt a. M., 31. Mm. b st7h "tbÄ aber er war tot, ohne einen Laut ausgestoßen zu Haven. -Oer ^cher Joannes W. von Kircki-Göns xu vier Monate Gfföncp- so jäh aus dem Leben gerissene Verstorbene hinterläßt eine nis verurteilt. Der Stnnbrnchbesitzer Gatzert bemerkte seit ge- Frau und neun Kinder. Das Gericht zu Ehringshausen ranmer Zeit, daß ilnn Svrengw'lver ans dem in seinem Stem- -b »M« ,.nb » «Irin « Hk -<-« 5Ä Ä bereits zur Untersuchung an der Unfallitelle. , , Dieb ans frischer Tot abfassen zn können, schloß er sich tn das y. Büdingen, 30. Mai. Der Gesangverein Lieder- Häuschen ein. Schon am erstnr Tag er bi eit er einen Besuch kranz errang auf dem Gesangswettstreit zu Dörnigheim bei des verdutzt drejnschanenden Angeklagten, der ^or V^wM'nq fim-frr ^nnFurrpn- in der Klaffe A TT den 2 Preis be- ^ine Worte fand. Trotz des Leugnens nahm das Gericht an. starker Konkurrenz m oer rttape A 11 oen -preis, oe fehlende Nist' • entwendet hat und verurteilte stehend in 75 Mk. und einem prachtvollen Pokal. Ten 1. Preis wegen fortgesetzten schweren Diebstahls. —.Der SaMer in derselben Klasse erhielt der Gesangverein Liederkranz- ftnrt H. von Friedberg bat e^n Schöffengerichtsnr^'l an"»ffck>ten. Darmstadt, den 3. Preis der Männergesang Reu-Psenburg. Er hatte in Gemeinschaft m.t dem^Kommis Karl O. und Wllbe.m cy„ -xor ernn.» A T prhipft den 1 Preis der Gesangverein K. nnveranlaßt einen Gewerbeschüler Miß Hande tt. ras In der Klafft A 1 erhietr oen i. gzreis oer ^eiangverem SEengericht verurteilte ihn mit Rücksicht auf ferne Vorstrafen aus Ried. — Die Kanalisation unserer Stadt ist uitn» I Körperverletzung zu 2 Wochen Gefängnis und ließ tue. mehr bis auf die Kanalisierung des Küchenbachs beendet, zwei ändert: mit gelindm Geldstrafen durchkommen, indem es Die Inbetriebsetzung wird sich wohl eine Weile verzögern, smnabm, daß die erhebliche Berletung von ihm herrübre Aas ' - sick als undicht er- Berunmgsgericbt konnte dieses jedoch nicht für unbedingt als ™ I erwiesen annebmen, hielt aber trotzdem die Strafe aufrecht, ba ber Angeklaate. her in Gim.einschast mit den andern gehandelt Der Sonderausschuß fyrrf. fpr ^^sw^llch machen ist. Ausverkauf Kragen Kostüm- und Unterröcke Seidene und woll. 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