Donnerstag 31. August 1905 Nr. 204 Zweites Blatt 155. Jahrgang Eichener Anzeiger Seneral-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe» Rotationsdruck und Verlag der Brühl*sch« Universitätsdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulftr.?. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Eiehener Familienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt"' erscheint monatlich einmal. Ansichten eines Kochschulprofeffors üöer das Kauerntvm. Der Münchener Hochschulprofeffor Richard Graf Du Moulin-Eckart stellt in einer vor kurzem erschienenen Schrift allerlei bemerkenswerte Betrachtungen über die politische und lvirtschaftliche Lage an. An dieser Stelle erscheint es uns angebracht, das Wesent- liche aus dem Kapitel, worin sich der Graf über die Kirche und Kchulc. — Der Kon greß für freies Christentum tagt z. Z. in Genf. In seinem Bericht über den Zeitraum seit dem letzten Kongreß in Amsterdam konstatierte Generalsekretär Wendte aus Boston erfreuliche Fortschritte. Diese verdanke man ganz besonders den Arbeiten des Protest an ten- vereins in Deutschland, der freireligiösen Gemeinden von Ostdeutschland, den Arbeiten der Professoren Wendt in Jena und Pfleiderec in Berlin. Ferner wird die erfreuliche Ausdehnung der liberalen religiösen Blätter Deutschlands, deS „Protestantenblatt" in Bremen und Berlin und der „Christlichen Welt" in Marburg festgestellt. Kolonialpoft. Hamburg, 30. Aug. Nach einer hierher gelangten Meldung ist der Dampfer „Eleonore Wörmann" mit den auf einer Studienreise nach Westafrika begriffenen Reichs- tagsabgeordneten an Bord gestern wohlbehalten in Viktoria im Kamerungebiet angekommen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Togo: Nach einem Telegramm des Gouverneurs ist am 27. dS. die erste Teilstrecke dec Inlands-Eisenbahn Lome-Palime, nämlich die Strecke Lome-Noege, unter Teilnahme der sieben dort befindlichen ReichßtagSabgeordneten eröffnet worden. preußische Landtagswahlrecht kann den führenden Bundesstaat Preußen in festem und gesichertem Gleichgewicht erhalten, welch letzteres aber durch die süddeutschen Wahlgesetzänderungen neuerdings eine Störung erfahren wird! Wenn der Berliner freikonservative Führer das Gelächter gehört hätte, mit dem dieser Satz damals im hessischen Landtag ausgenommen wurde, so hätte er ungefähr einen Vorgeschmack davon, welche Antwort Süddeutschland aus seine Vorschläge haben wird. C. H. B. Zum ostasrikanischen Aufstand. . Für die Beurteilung des ostafrikanischen Aufstandes dürste eine höchst eigentümliche, unseres Wissens bisher noch niemals zutage getretene Auffassung eines eingeborenen Lehrers in Ost- asrika von Interesse sein, der diese in einem Briefe an einen Missionar neuerdings niedergelegt hat. Der Lehrer sitzt in Nsaramo, also im Hinterlande von Dar-esSalaam. Er spricht in seinem Briefe von Jumbes aus Nsaramo, beklagt deren Indifferenz gegen die Mission und die Lehrtätigkeit, spricht von einer Abneigung gegen das Europäertum im allgemeinen und sucht eine Erklärung dafür zu geben, welche, wie wir glauben, außerordentlich beachtenswert ist. # Er behauptet nämlich, die Eingeborenen, auch 'in Nsaramo, wohin bisher die aufftändische Bewegung kaum gedrungen ist, seien zu ihren alten Göttern ^urückgekehrt. Diese alten Götter seien neidisch auf die Europäer, w-eil durch die Steuern sowohl wie durch den Einfluß der Europäer im allgemeinen diese altcn Götter beeinträchtigt würden. Sie Hütten daher einen Haß aitf die Europäer geworfen. Die Eingeborenen litten unter diesem Haß ihrer Götter, wendeten sich infolgedessen nicht nur von der europäischen Lehrtätigkeit und der Mission, sondern von den Europäern überhaupt ab. Eine folcfc oder ähnliche ethische Auffassung ist, wir betonen dies ausdrücklich, bisher niemals in irgend einem Teile Ostafrikas zutage getreten. Der große Aufstand von 1889/90 war lediglich ein Machwerk der Araber und beruhte fast ausschließlich auf politischer bezw. inaterieller Grundlage ohne Beimisch^ ung irgend eines ethischen Moments, besonders, solange Buschiri der alleinige Führer des Aufstandes war. Mit dem Eintreten des Usegua-Häuptlings Banaheri in den Aufstand schien eine Art- religiöses Moment, aber auf rein muha- medanischer Grundlage, in die AufftandsbeweMNg hineingekom- men zu sein. Die Niederwerfung Banaheris, seine Uebergabe in Saadani machten damals dem Aufstand ein Ende und man hat von irgend welchem religiöses Zusammenhang nie wieder etwas gehört. Das ist um so erklärlicher, als bei den meisten Küstenstämmen Deutsch-Ostvfrikas von einem Gottesbegriff in unserem Sinne überhaupt keine Rede ist. Die Neger kennen im allgemeinen nur eine Art höheres Wesen, welches imstande ist, ihnen BöseS zuzufügen und suchen dieses höhere Wesen durch "allerlei Opfergaben in primitivster Weise bei guter Laune zu erhalten. Wenn jetzt ein eingeborener Lehrer eine Aeußerung tut, wie sie oben inhaltsweise wiedergegeben ist, so ist dies ein ungemein beachtenswerter Faktor, und cs erscheint wünschenswert, dieser Spur sofort nachzugehen, um zu finden, ob diese Ansicht überhaupt begründet ist und welchen Umfang eine derartige Anschauungs- weise im Küstengebiet angenommen hat. Bei der dichten Besetzung durch Europäer wird cs nicht allzuschwer sein, sich darüber zu, informieren. Jedenfalls darf im gegenwärtigen Augenblick eine solche Aeußerung nicht unbeachtet bleiben, Dolitische Tagesschau. Eine Ausweisung. B. Berlin, 29. Aug. Der BerlinerCorrespondent des „Allgemeinen Handelsblatt" in Amsterdam ist kürzlich als „lästig" ausgewiesen worden. Man kann hier sagen: die kleinen Larmmacher hängt man, die großen läßt man lausen. Gewissen Correspondenten englischer und fr u n z ö s i s ch e r Zeitungen, die da? Stärkste leisten nicht etiva in Angriffen, sondern in Erfindungen, die die deutsche Politik v e r d ä ch t i g en, wird k e in Haar gekrümmt. Im Gegenteil, sie erfreuen sich aller möglichen Berücksichtigung und sie sind in den vordersten Reihen zu sehen bei jeder Gelegenheit. Ist auch die Ausweisung dieser Herren nicht zu wünschen, so braucht man mindestens keine Umstände mit ihnen zu machen. Ein ehemaliger deutscher Offizier französischer Manöverberichterstalter. Die „Voss. Ztg." schreibt: „Wie uns aus Paris drahtlich gemeldet wird, kündigt das „Echo de Paris" an, daß der preußische Oberst a. D. Gaedke (der frühere militärische Mitarbeiter des „Berl. Tagebl.") ihm über die französischen Manöver Artikel schreiben wird. Das Matt erklärt, seine Idee, die Kritik der Manöver durch einen deutschen militärischen Schriftsteller machen zu lassen, sei höheren Orts sehr freundlich begrüßt worden, Oberst Gaedke könne auf die beste Aufnahme rechnen. Es fällt schwer, dieser Meldung Glauben zu schenken. Wenn Oberst Gaedke die Aufgabe übernimmt, in einem französischen Blatte die französischen Manöver zu kritisieren, dann übernimmt er damit zugleich die Aufgabe, die französische Armee auf vorhandene Fehler und Mängel aufmerksam zu machen und sie zu belehren, wie sie ihre Schlagfertigkeit, ihren Kriegswert zu erhöhen habe. Kann das wirklich Absicht und Aufgabe eines deutschen Offiziers sein? Gegen wen anders denn als gegen Deutschland richtet sich die Kriegsbereitschaft der Franzosen? Und welche Empfindungen müßten einen deutschen Offizier überkommen, wenn in einem Kriege zwischen Deutschland und Frankreich — und daß ein solcher immer noch im Bereich der Möglichkeit liegt, haben wir vor wenigen Wochen erst erfahren! — wirklich eine erhöhte Kämpftüchtigkeit des französischen Heeres sich fühlbar machen würde, zu der durch seine Ratschläge beigetragen zu haben er sich vorwerfen müßte? . . . ." Daß es, gelinde ausgedrückt, durchaus unangemeffen ist, wenn ein ehemaliger deutscher Offizier in einem französischen Blatte über französische Manöver Artikel schreibt, darin hat die „Voss. Ztg." gewiß recht. Aber die Befürchtungen sind doch wohl übertrieben. Was Herr Gaedke dem ffanzösischen Heere als Lehrmeister etwa beibringt, kann uns doch wohl kaum gefährlich werden. Eine neue Waintinie? Wir erhalten folgende Zuschrift: Unter dieser Ueberschrist gibt im „Tag" der bekannte preußische Abg. Frhr. v. Zedlitz seiner Besorgnis darüber Ausdruck, daß die in verschiedenen süddeutschen Bundesstaate:: beabsichtigte Aeudcrung der Wahlsysteme eine neue Mainlinie schaffen könnte. Während in Süddeutschland die Wahlrechtsreform sich in der Richtung des Reichstagswahlrechts bewege, sei man in Norddeutschland gerade auf eine Festigung des Dreiklassenwahlrechts bedacht. Der Norden strebe nach rechts, der Süden nach links, und so möchte durch verschiedenartig zusammengesetzte Landesvertretungen die innere Geschlossenheit des Bundesrats und damit dessen Stellung zum Reichstag ernstlich gefährdet werden. Um das nun zu verhüten, will der Zeitungsgeheimrat zwar nicht die Reichsgewalt anrufen, die ordnend dazwischen fahren soll, sondern er plädiert für eine freie Verständigung unter den deutschen Bundesstaaten dahin gehend, „daß sie Entschließungen über grundsätzliche Aenderungen desWahlrechtsnicht fassen, ohne sich vorher mit den anderen verbündeten Regierungen benommen zu haben." Die Zeiten sind längst dahin, da Preußen sich anschickte, tn Süddeutschland „moralische Eroberungen" zu machen, und ebenso lange ist es her, daß im deutschen Süden die Liberalen ihre Hoffnung auf Preußen setzten. Gerade für uns •in Hessen hat das besonderes Interesse. Als Deutschland endlich zur Einheit gelangte, brach auch das Regierungssystem eines Dalwisik zusammen, das Hessen zu einem „Muster- ftaate" klerikal-konservativer Observanz gemacht hatte. Die Bahn wurde frei für eine liberale Gesetzgebung. Seit jener Zeit schon datiert rn Hessen die Forderung nach einem gerechten, direkten Wahlrecht, obwohl das derzeitige hessische Landtagswahlrecht sicher um s o viel besser denn das preußische Dreiklassenwahlrecht ist, als es noch hinter dem Reichstagswahlrecht zurückbleibt. Das Ver- langen nach einer Wahlrechtsreform wurde immer dringender gestellt, gegen einen bezüglichen Antrag im Landtag stimmten nur noch acht (nationalliberale) 2njgeorbnete. Nunmehr erachtete es die hessische Regierung für geboten, dem so seitens der Volksvertretung geäußerten Wunsche zu entsprechen. Die Regierung tat 'das (wie sie erklärte) in der Ueberzeugung, daß sie damit dem Lande einen Kampf um die Verfassung erspare. Und nun verlangt ein Führer der preußischen Rechten, daß auch die hessische Regierung ihre Ueberzeugung rück- toärtS revidieren soll. Wahrlich, die preußische Bescheidenheit Hütte nicht sprechender zum Ausdruck gelangen können. Was aber sagt der Herr Baron dazu, daß die derzeit den hessischen Landtag beschäftigende Regierungsvorlage über die Wahlrechtsreform gerade auf Betreiben des G r o ß h e r z o g s E r n st L u d w i g e i n g e b r a ch t wurde?! Die preußische Reaktion sollte sich doch dessen erinnern, daß es ein lib eral gerichtetes Preußen war, dem sich die Süddeutschen zur Gründung nationaler Einheit anschlosscn! Oder glauben die konservativen Führer des preußischen Junkerparlaments allen Ernstes, daß Die Aufrechterhaltung des Reiches dadurch gesichert werde, daß das in seiner überwiegenden Mehrheit freiheitlich denkende Süddeutschland jetzt das A und O junkerlicher Staatsweisheit akzeptiert? Umgekehrt wird ein Schuh daraus, sagt ein alter Spruch. Wenn die Freude am Deutschen Reiche in gewisser Weise ein wenig ins Wanken geraten ist im deutschen Süden, dann liegt die Ursache an dem zurzeit in Preußen herrschenden System, von dem leider auch jenseits der Mainlinie schon manche Kostprobe geschluckt werden mußte. Und darum sind es nicht die in Bayern, Württemberg und Hessen bevorstehenden Verfassungsänderungen, welche (um in der Zedlitzschen Sprache zu reden) den Bestand des Reiches in Frage stellen, sondern weit eher können dieunermüd- lichen Machinationen gegen das Reichstagswahlrecht, die in Preußen ihren Hort haben, als die Störer einer gedeihlichen Entwicklung des Reiches angesehen werden. Viel wahrscheinlicher können der Wahlrechtsraub in Sachsen und Lübeck, die Wahlrechtsverschlechterung in Hamburg und die Konservierung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen zu schweren inneren Konflikten und in ihren Folgen unabsehbaren Kä:npfen führen, in denen dann auch der Reichsgedanke, die Freude tut der nationalen Einheit bedenklich in Mitleidenschaft geraten möchte. Will Preußen-Deutschland die Mainlinie nicht deutlicher hervorttetcn lassen — verwischen kann es sie nie — dann soff es bei sich auftäumen mit all den Rückständig- teiten engherzigster Bureaukratie und den Anmaßungen einer bankerotten Junkersippe; dann soll es vor allem bei sich ein gerechtes Wahlsystem einführen. Freilich Herr v. Zedlitz denkt anders. Nicht Rechtsgleichheit soll herrschen in deutschen Landen, sondern die wenigen Auserkorenen des (nach Bismarck) „elendesten aller Wahlsysteme", des Dreiklassenwahlrechts. Der Herr Baron sorgt sogar weiter: Wenn im Reiche dieselben Erfahrungen zu benfelben Schlußfolgerungen führen sollten, wie in Sachsen und den Hansestädten, bann soll das Dreiklassenwahlrecht „in die Bresche springen". Das wäre also die Androhung des Staatsstreichs. Denn daß das Dreiklassenwahlrecht auf verfassungsmäßigem Wege im Reiche eingeführt werden könnte, daran glaubt doch wohl der Herr Baron selbst nicht. Und man darf zunächst auch gerechterweise bezweifeln, daß die süddeutschen Regierungen für einen solchen Schritt zu haben sein würden. Das enthebt aber den Liberalismus in Süddeutschland nicht seiner Pflicht, gerade im Hinblick auf solche Gelüste, wie fie der Artikel des Zeitungsgeheimrats offenbart, für die Cinzellandtaae umso nachdrücklicher eht freies Wahlrecht im Sinne des Reichswahlrechts zu fördern, gleichsam als Sicherung gegen die zunehmende Machtstellung der Konservativen in Preußen und des Censalismns im Reiche. Uebrigens ist diese Zedlitzsche Angstmeierei vor einer neuen Mainlinie für uns in Hessen nichts neues. Eine ähnliche Melodie erscholl bekanntlich im vorigen Jahre und wispert auch heute noch zuweilen aus dem Kreise der vom Frhrn. v. Hehl inszenierten Opposition gegen die Wahlrechtsreform. Hieß und heißt es doch da: nur das Kriegsflotte und Turbine. Man schreibt uns von besonderer Seite: Die Meldung, England beabsichtige sämtliche nach dem neuen Flottenbauprogramm zu beschaffenden Kriegsffahr- ieuae mit Turbinenmaschinen auszurüsten, bedarf wohl noch der Bestätigung. Darüber besteht ja kein Zweifel, daß die Turbine der Kolbenmaschine einmal überlegen sein wird. Zurzeit, in den jetzt bekannten und gebräuchlichen Konstruktionen, ist sie es :wch nicht. Wo immer die Turbine als Schiffsmaschine bisher erprobt wurde, hat sie der Kolbenmaschine gegenüber verhältnismäßig geringfügige Vorzüge, wohl aber wesentliche Nachteile erkennen lassen. Es ist kein System ohne Mängel, also haften diese Mängel auch den auf englischen Schiffen -nr Erprobung gelangten Turbinen an. Von Kriegsfahrzeugen kommen hier überhaupt nur ein kleiner Kreuzer und Torpedo^ote in Betracht, genau wie bei der deutschen Marine. Die vergleichsweisen Probefahrten der letzteren haben für die Kolbenmaschine geringeres Kohlenverbrauch und durchschnittlich größere Geschwindigkeit ergeben, als ein höheres Maß von Wirtschaftlichkeit. Das ist auch für die Betrieb der Kriegsmarine von Belang, wenngleich der Manövrierfähigkeit eine noch wesentlichere Bedeutung zuerkannt werben muß. In letzterer Hinsicht ist aber auf die Turbine einstweilen wenig Verlaß. Ein Maschinen-Jngenieur behandelt in einer technischen Zeitschrift diese Frage und stellt fest, daß in allen Berichten über Turbinenschiffe die Manövrierfähigkeit nur in allgemeinen Redewendungen gestreift sei. Tatsächlich trete bei der Turbine der schroffste Geschwindigkeitswechsel auf; man könne das Turbinenschiff mit dem Automobil vergleichen, dessen Bremse im Augenblick der Gefahr mitunter versagt. Im Interesse des Gefechtswerts der Kriegsschiffe liegt danach die allgemeine Ein- führuna der Turbine wohl nicht, oder richtiger: noch nicht, und es muß bezweifelt werden, daß die englische Marineverwaltung schon jetzt endgiltig zur Turbinenmaschine überzugehen entschlossen ist. Das Experiment wäre ebenso kostspielig wie gewagt. Die deutschen Großreedereien halten für ihre Riesendampfer einstweilen an der Kvlbenmaschine fest. Kcer tinb Ilotte. Kiel, 30. Aug. Auf der hiesigen Germaniawerft lief heute eines der für Deutschland zur Vornahme von Versuchen gebauten Unterseeboote vom Stapel, da§ ein Deplazement von 180 Tonnen aufweist. In etwa vierzehn Tagen, nachdem es seine letzte Ausrüstung bekommen hat, wird es die Versuche aufnehmen. — Wieder Uniformänderungen. Die Uniform der Jäger zu Pferde wird sich zum 1. Oktober wesentlich ändern. An Stelle des gelben Kollerbesatzes tritt roter, die gelben Knöpfe und Treffen werden weiß. Die Achselklappen erhalten eine rote Einfassung und^ anstatt der jetzigen Nummer XI wird eine gestickte 2 getragen werden. Die neue Bewaffnung (Lanze und Karabiner) ist jetzt schon eingefühtt, wird jedoch von dem ältesten, am 1. Oktober zur Entlastung kommenden Jahrgang der Mannschaften nicht getragen, sondern nur von den beiden jüngeren. Die weiße Reit- und Paradehose fällt weg; sie wird durch eine grüne ersetzt. — Ueber den Verlauf der Kaiserparade am 8. September bei Homburg wird folgendes mitgeteilt: Der Beginn der Parade ist auf 9 Uhr angesetzt. Der Kaiser wird auf dem Paradefeld vom komm. General des 18. Armeekorps v. Eichhorn empfangen und nimmt zunächst vor der Tribüne Aufstellung. wo in Gegenwart der Generalität die Verleihung neuer Fahnen an einzelne Regimenter stattftndet. Nach der Fahnenweihe, die unter präsen- ttertem Gewehr der aufgestellten zwei Treffen und unter Einsetzen der Musik aller Regimenter und Bataillone sich vollzieht, reitet der Kaiser die Front der Deputationen der Kricgervereine ab. Dann begibt er sich an den rechten Flügel des ersten Treffens zur Begrüßung der Kaiserin, der Fürstlichkeiten und der frc'mben Offiziere. Nun Beginnt das Abreiten der Front des ersten Treffens im Schritt; die Truppen präsentieren regimenterweise. Vom linken Flügel des ersten Treffens reitet der Kaiser, gefolgt von der Suite, das zweite Treffen vom linken Flügel her ab; das Abreiten der Fronten nimmt eine halbe Stunde in Anspruch. Hierauf reiten der Kaiser, die Kaiserin und Gefolge mitten vor die offizielle Zuschanertribüne und nehmen 50 Schritt vor ihr Aufstellung. Der Parademarsch begannt, Regiment folgt auf Regiment, die Infanterie in Kompagniefront, die Kavallerie und Artillerie im Trab. Darauf folgt der zweite Vorbeimarsch der Infanterie in Regimentskolonne, der Kavallerie und Artillerie im Galopp. Mit dem zweiten Vorbeikonrmen des Trainbataillons Nr. 18 ist die Parade zu Ende. Die Kaiserin und Kronprinzessin begeben sich zu Wagen nach Homburg, der Kaiser hält Kritik ab, setzt sich vor der großen Tribüne an die Spitze der Fahnenkompagnie und Standartenschwadron und reitet nach Homburg zurück. W Stellung als »per joj. ober Später, B* und Wollwaren- njugu EchchtMeld, >. b. Gieß. Auz. erb. läbch.j. 6t. s. H. u. R. rr, Lomiensiraße 6. b Mädchen j. Sb als m o. Mabch. all. t ll. ieujel51u|tgärtd)en 26, , Mädchen, w. koch.!, arbeit versi. sucht bald, . Tame i. kl. Haush.L , Ibft. i. ob. 91 Fm u. 05677 a. b. &. U r Reise nach Würz- i Slinkin, 18 i AÄM wb MyM M paW.SüVumg ÜM. unter 05720 an lnz. erbeten. rauszul« ,v' crb. i d» jij« c^gekehrl 1,31. August 1905. is Reiss. «Ä SM giss Aiu. erbeten.— fle- i'Mcnfw" ä unb^TTT-^ l Ira in *Mmb0, i_j iu" Waschfrau ' dL$>eienroeg 19» S gyuchl. b-Länsmädchttfiis L0fyiboil'lraBe 891/ ibzengMheriu» 1 ^balb gejucht, ^eltersweg 12 n. 21 Jahre alt, t einer Äaugewul- ‘it allen im Baulach ■ii Arbeiten oolli'tä'nb. lucht Stellung, elb. unter 05612 an ' Anzeiger erbeten, h welcher noch Ireie ^eiaMg.mÄuch. dergl. Schr.Melb. 1 b. (&eü. Anz. crb. Bauern und insbesondere den bayr. Bauernbund äußert, hervorzuheben. Er weist darauf hin, daß sich alle Parteien zu Wahlzeiten fiu die stattlichen bäuerlichen Regimenter interessieren, die durch ihre innere Kraft und Zähigkeit einer Partei den Sieg zu verschaffen im stände sind. In den Kreisen des Zentrums, unter deffen Banner die bayerischen Bauern auch diesmal wieder in ihrer großen Maffe fochten, verhehlt man sich nicht, — wie Graf du Moulin ausführt — daß sich „Im Bauernbund die große Gefahr ausbildet, die einmal dem Zentrum drohen wird. Denn der Sieg gehört hier dem klarsten und einfachsten Programm. Das Zentrum hat weitgedchntere Pflichten, und wenn es auch in Bayern mit ausgezeichneter Taktik operiert, wenn es auch an seinen äußersten Flügeln wie in seinen Mittelgliedern agrarische Fähnlein aufzuweisen hat, so dürfen es sich die Führer selbst nicht verhehlen, daß sie einer höheren Politik dienstbar sind. Des Zentrums Stärke liegt im Reich (und in Preußen) und trotz aller weißblauen Drapierung müssen die (bayerischen Zentrums-)Offiziere einsehen, daß sie Kontingent und nur Kontingent sind." „Ganz anders der B a u e r n b u n b, der in seiner ganzen Entwickelung einer bis zu einem gewissen Grade durchaus berechtigten Interessen Politik gehorsamt und über ein Programm verfügt, das einigend wirkt und eine starke und gesunde Anziehungskraft besitzt. Es war denn auch Zeit, daß der bayerische Liberalismus die Bedeutung des Bauernbundes ersehen hat, und er kann die Weiterentwickelung dieser Partei nur begrüßen." „Man hat wohl früher in ihm eine nationale Gefahr erkennen wollen, wie man jede partikulare Regung sofort als Reichsverderben zu diagnostizieren pflegt. Die Diagnose aber ist falsch; denn es handelt sich dabei nicht um pathologische Erscheinungen, sondern um einen recht natürlichen Prozeß, der auf den Gesamtorganismus eine durchaus gute Wirkung hat. W i r müssen A'grarstaat sein nnb bleiben, gerade um der In - dustrie und ihrer Weiterbildung wegen. Es handelt sich hier nicht um ein bis zur Erstarrung forciertes Latifundien- systern (Großgrundbesitz), sondern um ebenso gesunde wie kleine Verhältnisse, die einer Weiterentwicklung wohl fähig sind. Wir sieben ja in Bayern (und ähnlich siehts bei uns in Hessen aus. D. Red.) vor einem eigenartigen Schauspiel. Die Städte sind in voller Entwicklung, trotzdem für dieselben von Staatswegen nichts geschieht. Starke innere Kraft macht die staatliche Fürsorge nicht entbehrlich, aber sie läßt den freilich vielfach recht erklärlichen Mangel daran weniger schmerzlich empfinden. Andererseits aber zeigt sich aus den gebildeten und den materiell leistungsfähigen Kreisen ein starker Abfluß auf das flache Land. Er entspringt keiner eigentlichen „Rousseaustimmung", sondern ist die durchaus gesunde Reaktion gegen das neroenschädigende Getriebe der Städte." „Das wird mit der Zeit auf die Parteigruppierung seinen Einfluß üben und die Bedeutung des Flachlandes mehr und mehr heben. Es wird sich ein Ausklärungsprozeß in wirtschaftlicher wie in ethischer Beziehung entwickeln, der vor allem eine gute Frucht zeitigen wird: die Erneuerung der Freude an der eigenen Scholle, mit einem Worte: die Seßhaftigkeit des Bauernstandes." „Es soll damit nicht gejagt sein, daß bisher auf dem Lande nur Verdumpfung und Versumpfung herrschte. Diese Anschauung ist grundfalsch und die jetzige Generation kann da noch Wunder erleben. Ostelbische Maßstabe an unsere Bauernschaft anznlegen, ift unmöglich. Sie ist an sich zu verschiedenartig und hat eine vielfach ganz entgegengesetzte Entwickelung genommen. Richt blos jeder Kreis hat ganz grundverschiedene Verhältnisse, sondern jeder Amtsbezirk weist seine Eigenheiten in gutem wie in schlimmem Sinne auf, genau wie die Boden- und die Wirtschaftsverhältnisse stark voueinanber abweichen. So handelt es sich meist um historisch notwendige und historisch gerechtfertigte Sachlagen, an denen zu rütteln vergebene Mühe wäre." „Das kann weder der Staat, noch die Partei. Und der riete fehl, der den Bauernstand blos nach feinen Vertretern im Abgeordnetenhause ermessen wollte. In den Wahlen ist fein System und die lokalen Einflüsse spielen dabei eine fast allzu große Rolle . . . ." Aks Kladt und Lang. Gießen, 31. August 1905. • • Molkerei-Kongreß. Der Verband der Vereine deutscher Molkerei-Beamten, -Besitzer und -Pächter hielt am Samstag im Zoologischen Garten in Frankfurt seinen Verbandstag ab, an dem etwa 80 Personen teilnahmen. Der Vorsitzende Br o cks-Bunzlau hielt eine Begrüßungsansprache und hieß insbesondere den Vertreter des Reichsoerbandes deutscher Molkereigenossenschaften, Geh. Negierungsrat Haase, willkommen. Im Namen des hessischen Vereins begrüßte Bell-Stockheim die Delegierten. Den Geschäftsbericht erstattete Hild ebrandt-Lauterberg. Der Verband zählt 25 Vereine mit 1603 Mitgliedern. Die Kasse weist einen Bestand von 124.13 Mk. auf. Die Wohlfahrtskasse, die dazu dient, in Not geratene Mitglieder zu unterstützen, hat 20 000 Mk. bei der Reichshauptbank in Berlin deponiert und besitzt außerdem ein Vermögen von 9000 Mk. Den Geschäftsbericht über das Verbandsorgan erstatteten alsdann Direktor Poek-Neubukom und Geschäftsführer Hildebrandt. Dr. Krueger-Darmstadt referierte hierauf über das Thema „Milchwirtschaftliche Zeitfragen". In den Vorstand wurde Frahm-Elmshorn wiedergewählt. Auf Antrag des schlesischen Vereins gelangte die Frage zur Erörterung, auf welche Weise sich eine Kautionskasse für unbemittelte Kollegen gründen lasse. Ein diesbezügliches Referat erstattete Thiessen- Schweidnitz. Die Angelegenheit wurde einer Kommission zur Beratung überwiesen. Der nächstjährige Verbandstag findet in Hannover statt. Einem Antrag des rheinländischen Vereins zufolge, bestehen in verschiedenen Kreisen des Vaterlandes Polizei-Kreisoerfügungen, wonach massiv-freistehende Fabrikschornsteine der Reinigung durch den Schornsteinfeger unterworfen sind, wodurch eine ganze Anzahl von Molkereien in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Antrag ging dahin, der Verband wolle bei der Regierung beantragen, daß derartige Verfügungen aufgehoben werden. No rdmann-Varbeyen begründete den Antrag. Auf Vorschlag des Geh. Regierungsrats Haase soll sich der Verband zunächst mit dem Reichs- verband der Molkerei-Genossenschaften ins Einvernehmen setzen, damit sie gemeinschaftlich mit den in Betracht kommenden industriellen Kreisen eine einheitliche Regelung der Sache bei der Regierung herbeiführen. Damit schlossen die Verhandlungen. Am Sonntag unternahmen die Verbandsmitglieder einen Ausflug nach Heidelberg. (F. G. A.) "Ausstellung von Hunden aller Rassen in Kassel. Der Verein Hundesport in Kassel wird, wie er uns schreibt, am 16. und 17. September in der Haupthalle der Gewerbeausstellung seine erste internationale Ausstellung von Hunden aller Rassen veranstalten. Die Ausstellung wird von den maßgebendsten deutschen kynologischen Vereinen und Spezialklubs gefördert und unterstützt. Hohe Geldpreise, Becher. Diplome und zahlreiche Ehrenpreise, von privater Seite und von den kynologischen Vereinen gestiftet, bilden die Auszeichnungen, welche den besten Hunden zuteil werden; allseitig anerkannte Sachverständige ersten Ranges werden die Hunde beurteilen. In den letzten Tagen sind die schon seit langer Zeit fertigen Drucksachen zur Verteilung gelangt, darunter 5000 Programme und 10000 Anmeldebogen, die nach allen Richtungen des Deutschen Reiches und des angrenzenden Auslandes verschickt wurden. Programme und Anmeldebogen sind bei Wilh. Reich, Kassel, Jägerstraße 4, erhältlich. Meldeschluß ist am 6. September. * • Durch falsche ärztliche Behandlung erblindet. In das Frankfurter städtische Krankenhaus wurde, wie man uns schreibt, kürzlich eine Frau aus einem Nachbarorte eingeliefert, die an einer schweren Hautkrankheit litt und seit längerer Zeit bet ihrem Hausarzt in Behandlung gewesen war. Bekanntlich werden bei verschiedenen Hautkrankheiten starke Gifte angewendet, um die Krankheitsstoffe im Körper zu vernichten. Der Hausarzt der erwähnten Fran benutzte Atoxyl. Es wurden nach und nach Injektionen bis zur Höhe von 27 Gramm gemacht, sodaß die Frau schließlich an einer hochgradigen Vergiftung litt. Eine Folge davon war außer einer allgemeinen Körperschwäche, das allmähliche Verlöschen des Augenlichts bis zur völligen Erblindung. In diesem trostlosen Zustande wendete sich die Frau an die Leitung des Frankfurter Krankenhauses und sie fand bald dort Aufnahme. Man ist dort bemüht, das Augenlicht der Frau wiederzugeben. Ob dies gelingen wird, steht noch dahin. Von ihrer Hautkrankheit ist die Frau geheilt worden, aber sie hat ihr Augenlicht verloren. In der Tat ein schlechter Tausch! Es ist zu hoffen, daß wegen des Falles, eine strenge Untersuchung eingeleitet wird. • • Aussichtsturm auf der Hainigkuppe. Auf Ersuchen des Vorstandes des Vogelsberger Höhenklubs hin haben, so entnehmen wir dem „L. Anz.", die Freiherren von Riedesel gestattet, daß ein Steinturm auf der Hainigkuppe errichtet und in ihrem Gebiete nach den dazu erforderlichen Steinen gesucht wird. Ein etwaiger neuer Holzturm würde allerdings nur 15—20 Jahre halten, wenn er auch mit der peinlichsten Sorgfalt zur Herbeiführung von Wetterbeständigkeit errichtet würde. Nach zuverlässiger Nachricht will sogar der kleine Zweigverein Herchenhain auf der gleichnamigen Höhe einen steinernen Turm erbauen; dann wird doch die stetig emporstrebende Kreisstadt Lauterbach wohl auch in der Lage sein, einen derartigen Turm im reizenden Hainig zu erbauen. Bis jetzt sind Mk. 700 für diesen Zweck angesammelt worden. Die Mitgliederbeiträge, welche halb nach Schotten ausgeliefert werden müssen, reichen nur knapp zur Deckung der laufenden Ausgaben für Reparaturen von bestehenden Anlagen usw., weshalb die Kosten eines Turmbaues durch außergewöhnliche Einnahmen beschafft werden müssen. Der Vorstand des Vogelsberger Höhenklubs wird eine Liste zur Einzeichnung von freiwilligen Beiträgen für den genannten Zweck herumgehen lassen. Bad Salzschlirf, 30. Ang. Am 23. August ist §um ersten Male der viertausendste Kurgast in Bad Salzschlirf eingetroffen. Noch vor fünf Jahren zählte Salzschlirf ,am Schlüsse seiner Saison 1600 Kurgäste und nun wird bereits Ende August die Zahl 4000 überschritten. △ Aus dem Vogelsberg, 30. Aug. Die Fleischverteuerung greift jetzt auch auf das Land über, nachdem sie seither nur in den Städten aufgetreten war. Das Pfund Schweinefleisch ist im Preis um 5 Pfg. aufgeschlagen, von 70 auf 75 Pfg., Blut- und Leberwurst sind von 70 Pfg. für das Pfund auf 80 Pfg. gestiegen, auch die übrigen Wurstsorten sind entsprechend teurer geworden. Für die Mastschweine wird zur Zeit ein Preis bezahlt, wie es seit einem Menschenalter nicht der Fall gewesen ist, nämlich 52—54 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht. Das war sehr oft der Preis für das Schlachtgewicht. Dabei ist das Angebot keinesfalls der Nachfrage entsprechend. § Groß-Felda, 30. Aug. Dr. meb. Schaub, der längere Jahre hier mit Erfolg praktizierte, verläßt seinen hiesigen Wirkungskreis und siedelt nach Heidelberg über, um dort eine Stelle an einem Krankenhause zu übernehmen. Seine erst vor einigen Jahren erbaute prächtige Villa ist verkaufsfrei geworden. Sein Nachfolger wird Dr. Scriba aus Mainz werden. Darmstadt, 30. Aug. Nach einem den Großh. Handelskammern zugegangenen Ausschreiben der Ministerial- abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, ist der Kaufmann Fritz Gösling zum Sachverständigen für Handelsangelegenheiten für Britisch-Jndien und die Kolonie Ceylon bestellt und vorläusig dem Kaiserl. Generalkonsulat in Kalkutta zugeteilt worden. Nach dem gleichen Ausschreiben wurde der Negierungsbaumeister a. D. Jonas zum technischen Sachverständigen bei dem Kaiserl. Generalkonsulat in Yokohama bestellt. (D. Z.) I'. Düdelsheim, 29. Aug. Ein schweres Wetter zog heute mittag über unsere Gegend. Strichweise ging starker Hagel nieder. Hier und im benachbarten Rohrbach schlug der Blitz je in eine gefüllte Scheune, die auf den Grund niederbrannten. Mainz, 30. Aug. Ein Familiendrama spielte sich am Montag in der Kasteler Gemarkung in einem Hause der Wiesbadener Chaussee ab. Der verheiratete 22jährige Arbeiter Ph. Becker kam in angetrunkenem Zustande nach Hause zurück und wollte nochmals die Kirchweihe he- suchen. Als seine Frau dagegen Einwand erhob, mißhandelte er sie. Auf das Hilfegeschrei der Frau eilte ein vorüberfahrender Fuhrmann in die Wohnung und dieser sah noch, wie die Frau ihrem Mann Pfeffer in die Augen schüttete. Der Betrunkene wurde nun vollständig wütend, er riß die Fenster auf und sprang vier Meter tief hinab in den Hof. Er fiel erst auf einen Lattenzaun auf und bann in ben gepflasterten Hof. Der Schwerverletzte, ber äußerlich keine Wunben aufwieS, würbe in seine Wohnung zurückverbracht, bie Polizei nnb Sanitätsrat Dr. Wallenstein geholt. Gestern morgen starb Becker, er hatte innerlich schwere Verletzungen erlitten. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchung eingeleitet. (M. I.) Mainz, 29. Aug. Wie bem „M. T." mitgeteilt würbe, soll im Befinden des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner erfreulicherweise eine Besserung eingetreten sein, so daß er nunmehr außer Gefahr ist. — Heber einen aufre genben Vorfall wirb bem „M. Tgbl." aus Mombach berichtet: Dort werben gegenwärtig bie Grunbarbeiten für bie Wasserleitung ausgeführt nnb zu diesem Zweck größere Gräben aufgeworfen. Kaum waren gestern mittag bie Arbeiter weggegangen, als einige Kinber in bem Hofe des Braunbeckschen Gebietes in den nahezu zwei Meter tiefen Graben kletterten und zu spielen anfingen. Plötzlich bemerkten die Kinder, daß sich die Erde löste und sie brachten sich rasch in Sicherheit. Nur der 11 Jahre alte Sohn deS Nikolaus Mumm, ein etwas schwerhöriges Kind, hörte nicht bie Warnungsrufe seiner Spielgefährten nnb blieb ruhig in bem Graben, bis bie Erbmassen zusammenstürzten und den Kna ben verschütteten. Auf bas Geschrei ber Kinber nnb verschobener Frauen eilten die in ber Nähe besinblichen Gemeinbearbeiter mit ihren Schippen unb Hacken herbei nnb suchten nach bem Verschütteten. Es rourbe schon einiqe Minuten gegraben, bis man auf ben Arm des Kindes stieß unb es enblich gelang, unter fortwährendem Schaffen die Erde von bem Jungen zu schaffen unb ben Bewußlosen herauszuholen. Der Polizei- biener Heller stellte mit bem Knaben Wieberlebungsversuche an, bie nach langer Mühe glücklicher Weise Erfolg hatten. sd. Wiesbaben, 30. Aug. Alles organisiert sich, sogar bie alten unb jungen Witwen, bie möblierte Zimmer vermieten. Das ist für bie Junggesellen insofern eine traurige Nachricht, als baburch baS Äusrücken erschwert wird. In Wiesbaben tagen bie beu tschen Pensionsinhaberinnen seit gestern. Einen passenberen Platz hätten sie für biefen Zweck gar nicht finben können, benn in Wiesbaben ist im Laufe beS letzten Jahrzehntes jebeS zweite Haus eine Pension geworben. Daher kommt es, baß viele ber Inhaber recht schlechte Geschäfte machen unb bie Organisation soll jetzt Abhülfe schaffen. An ben Sitzungen, bie gestern begannen, nahmen etwa 50—60 Damen, meist aus Wiesbaben, bann aber auch vorn Rhein unb sogar eine Anzahl aus Berlin, Dresben und Leipzig teil. An einer Reihe von Orten bestehen schon lokale Vereinigungen de^Pensionsinhaberinnen, so auch in Wiesbaden. Vorträge betr. die Verbandsgründung hielten Frau L. zur Red den ans Berlin, Fräulein Olga von Lücker aus Dresden und Fräulein Busch ha mm er aus Berlin. Heute dauerten die Verhandlungen fort unb in ben Nachmittagsstunben würbe bie ©rünbung eines beutschen Verbanbes beschlossen. Die Vorstänbe ber Lokalvereinigungen sollen einen Statutenentwurf ausarbeiten. rmk. Frankfurt, 30. Aug. Die Heilsarmee hält gegenwärtig einen Kongreß in Frankfurt a. M. Gestern vormittag waren große OfsizierSversammlungen, abenbs fanb eine stark besuchte Festversammlung im Saalbau statt, wo der Kommanbeur für Deutschland Oliphant die Rede hielt. Die Beteiligung an dem Kongreß ist aus allen Teilen des deutschen Reiches sehr groß. p. Wetzlar, 30. Aug. Heute stürzte hier ein Maurerlehrling von dem zweiten Stock eines neuerbauten Hauses in die Tiefe unb erlitt baburch eine starke Verletzung am Kopfe. Becker, so heißt ber Verunglückte, mußte sofort in unser Krankenhaus gebracht werben. Wie wir hören, stammt ber Bebauernswerte aus Tiefenbach. * WaS Lanbkinber von Bismarck wissen. ®th Leser ber „Münch. Allg. Ztg." legt bem Blatte nachfolgende Ansichten über Bismarck aus Schulheften im Original vor, bie von Schulkinbern im Alter von 11 bis 13 Jahren herrühren : Der Fürst Bismarck war bei Seban. — Fürst Bismarck war im Kriege sehr tapfer. Er besiegte burch seine Tapferkeit viel Lanb. Dieser Fürst war auch in dem Kriege 1870—71 dabei. — Fürst Bismarck hat sein Schloß auf bem Gebirke. — Fürst Bismarck war in bem Kriege 1870 bis 1871 babei. Er wohnt in einem Schlosse an ber Donau in einem Walbe. Man schickte ihm von vielen Gegenben Wachtel Eiern um ihn zu ehren. — Fürst Bismarck wollte bas beutsche Volk vereinigen unb zusammenhalten. Diesen Wunsch führte er im Jahre 1870 aus. Es führten bort bie Deutschen unb bie Franzosen einen Krieg. Dort war Fürst Bismarck der Heerführer. Unb es gelang ben Deutschen meist nur burch Bismarck, daß sie bie Franzosen besiegten. Er kennt sich besonbers gut in ber Lanbkarte aus. Er führte einmal die Deutschen im Kriege an eine Quelle, unb sie konnten nun ihren Durst loschen. Er wußte auch bie meisten Stege unb Wege. — Der Fürst Bismarck ist geboren im Jahre 1815 ihm hat man schon mehrere Feste gefeihert. Er hielt mehrere Reben eine von biefen heißt: Wenn feine Kriege wäre so würben bie Leute so faul werben, wie bie Hunde unb würben unter ben Schatten ber Palmbäume liegen. Viele Tausenbe von Leuten reißen zu ihm hin um ihn zu sehen unb bringen ihm Eier ober sonst etwas mit. Er ift ein mächtiger Fürst. — Fürst Bismarck (hate) war in bem Kriege 1870—71 auch dabei. Fürst Bismarck hat sein Schloß ihm schwarzwalb. Er hate zu bie Deutschen gesagt, bas sie sich zu einem Reiche zusammen halten sollen, bannt sie fterger sinb. Zu Dank schicken sie ihm 2 bis 300 Eier welche sie ihm Grase suchen. * Die Cholera in Deutschlanb. Der „Neichsanz.* melbet: Im preuß. Kultusministerium fanb am 28. bs. eine Beratung über bie Bekämpfung ber CH olera statt. Es nahmen Vertreter der Reichsbehörden und ber zuständigen preußischen Ministerien daran teil. Die Einführung einer allgemeinen gesundheitlichen Heberwachung des Schiffsund Floßverkehrs auf der Weichsel, Brahe, bem Bromberger Kanal unb der Netze bis zur Warthemünbung würbe befürwortet. Die Heberwachung rourbe fofort seitens ber zustänbigen Minister angeorbnet. Der Oberpräfibent von Westpreußen rourbe zum Staatskommissar im Weichselgebiet, ber RegierungSpräsibent von Bromberg zum Staatskommissar im Gebiet ber Brahe, Netze unb bes Bromberger Kanals ernannt. Die obligatorische Leichenschau rourbe in ben genannten Gebieten eingeführt unb 12 Stromüberwachungsstellen unter Leitung von Aerzten im Weichselgebiet in Schilno, Schulitz, Kulm, Graudenz, Kurzebrack, Pinckau, Dirschau, Einlage Plehnenborf, Danzig, Marienburg unb Platenhof unb vier Stellen im Netzegebiet, nämlich in Nakel, Weißenhöhe, Hsch unb Czernikan mit UnterfunftSräumen für Kranke unb Verdächtige eingerichtet. Bis zum 30. August wurden 20 verdächtige Erkrankungen gemeldet, davon wurden 12 bakteriologisch als Cholera festgestellt. Sechs davon haben tätlich geendet. Die festgestellten Fälle betrafen Flößer, die in jüngster Zeit aus Rußland kamen und Personen, die mit 1600 Mann Militär. vom 1. Lebensjahr: L.—15. Jahr 1 Kl) 29.-30. August — 15,0° C. 29.-30. 12,0° 6) ~ Ox WS’ s rs 6) $ 5® S S" s »- rir UV s3< TO* CB 2 § £ 61 «n —>» S< o Cs) 2:2 - ^«6 O & 6) « § 2^s& w r «t 2 Cfl 61 61 S §§ «So — §61 55) 612. s 2. o 5 ö 3® S S S Co v< c« tiö O X Es starben an: Tuberkulose der X« 2 = 8 o . Ö 61 S- r- 2 £ ’sSi Z> & 8 3 sÄ O ä- ~ o -Io *** cs 6) Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (infl. Sterblichkeitsziffer: 22,23 nach Abzug von 7 Ortsfremden: ST.Ö u» Israelitische Religionsgemeinde. (Hottcsdtenll In der Synagoge (Südantage). Samstag den 2. September 1905: Vorabend: 6.45 Uhr. Morgens 8.80 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang 7.50 Uhr. Israelitische Neligionsgcsellschaft. Hottesdieust. Sabbathseier am 2. September 1905. Freitag abend 6.40 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang 7.55 Uhr. Wochengollesdienst: morgens 6.30, abends 6.30 Uhr. Familien-Uachrichten. Gestorben. Herr Fritz Eckstein, Grünberg. Verlobte. Fräulein Helene Strauß, Dieburg, (Hessen), mit Herrn Robert Felix Ochs, Frankfurt a. Ai. — 12 Meteorologische Beobachtungen ________der Station Gießen. 6r 5 Zusammen: Erwachsene: im %) s 2-61 Höchste Temperatur am Niedrigste „ „ W'” § gco§ 3 = A @ ä OD 3 Lrr CB Francs. Auch Havre und Aistwerpen sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Es soll ein Ministerrat abgehaltcn werden, um über Maßregeln zu beraten, durch die derartige Spekulationen in Zukunft verhindert werden. Stettin, 30. Atlg. Die Generalversammlung des Stettiner Vulkan hat den Antrag des Vorstandes bezüglich der Niederlassung i n H a m b u r g angenommen. Dafür stimmten 5 200 000 Mk. Aktienkapital, dagegen 2 100 000 Mk. Kapital. Proteste wurden nicht eingebracht. Neue japanische Anleihe. Der „F. Z/ wird aus New-Pork gemeldet, daß eine neue japanische Anleihe in Aussicht genommen ist. Cie dürfte jedoch nicht unmittelbar für Konoer« tierilngen bestimmt sein. Tie Emissionshäuser bleiben voraussichllich die gleichen, wie für alle anderen Ausländsanleihen. Die neue Anleihe dürste mit einer speziellen Unterlage mehr ausgestattet werden. CO- 3 ro 3 «yncn m orcugrung nun en. (Das [tno ungefähr die gleichen Maßnahmen, die vor eiroa einem Jahrzehnt für Ostdeutschland getroffen wurden aus gleichem Anlaß. Damals war der Oberpcäsident v. Goßlcr in Danzig StaatSkommiffar, und seiner Energie und Umsicht hatte man es zu verdanken, daß die furchtbare Seuche keine weitere Verbreitung fand. D. Red.) Marburg, 29. Aug. Tre „Oberh. Ztg." schreibt: Eine merkwürdige Auffassung von internationaler Höflichkeit, oder vielmehr emen bedauerlichen Mangel an A n st a nds g e fü hl scheinen drei junge Ausländer (den Namen nach zu schließen sranzöfische Belgier) zu besitzen, die gestern in einem hiesigen vielbesuchten Cafs gegen das Bild des d e u t s chen Ka i s e rs ein Gl as Masser aus s chütteten , sodaß es von dem herbeikommenden Besitzer noch von Wasser triefend vorgesunden wurde Als die drei Velden abends, wie wenn nichts geschehen, sich wieder einfanden, wurde ihnen bedeutet, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. * Schiller auf Chinesisch. Einen echtostasiatischen Beitrag zur Schiller-Feier bringt Professor A. Forke, Lehrer deS Chinesischen am Orientalischen Seminar in Berlin, im „Ostasiatischen Lloyd* durch Uebertragung Schiller'scher Gedichte ins Chinesische. Das bekannte Lied aus dem ,Tell-: Mit dem Pfeil, dem Bogen, lautet darnach in chinesischer Uebersetzung: Hsian lai scho su hing schi tschang Tschmg kuo schau hsi tschien ku pang Hun ju kung tschung ying roe ioang Scho fu roe rou tschia schau fang Tschien tschi tschin schon nan yin Ifang Scho fu huo li tschi sse sang. Das klingt allerdings sehr melodisch. * Kleine Tageschronik. In Sjedlez, der Hauptstadt des russischen Gouvernements Siedlce, brannte die Volksmenge ein Freudenhaus nieder. Durch die Feuersbrunst rourdeu auch zwölf Nachbarhäuser eingeäschert. — In den Schweizer Alpen hat es bis auf die Vorberge hinab geschneit. Wegen Eintritt kühlen Wetters befürchten die Hoteliers eine Verkürzung der Fremdensaison. Kunst und Wissenschaft Salzburg, 30. Aug. In der heutigen Sitzung des Anthropologenkongresses wurde der langjährige Vorsitzende der Wiener Anthropologengesellschast, A n d r i a n, zum Ehrenpräsidenten ernannt. In den Vorstand tritt für Professor Stein-Berlin Museumdireklor K o e h l - W o r m s. Professor Ranke machte Mitteilungen über Neuerscheinungen in den einschlägigen Wissenschaften. X Wie der „Nat.-Ztg." mitgeteilt wird, hat Direktor A n t o n v. Werner vom Kommezienrat L e i ch n e r Den Auftrag erhalten, die Enthüllung des Richard Wagner-Denkmals im Tiergarten zu Berlin zum Gegenstand einer bildlichen Darstel - l u u g zu machen. Ter Künstler hat diesen Auftrag, wie dasselbe Blatt erfährt, angenommen und beabsichtigt, auf seinem Gemälde von etwa drei Nieter Breite eine figurenreiche Komposition mit all den Persönlichkeiten zu schaffen, die bei der Tenkinalsseier zugegen waren. Kommerzienrat Leichner beabsichtigt, das Gemälde einem Museum als Geschenk zu überweisen. (Es ist leider nicht anzunehmen, daß dieses Museum das Bild zurückroeisen ivird, das in so ausdringlicher Weise für den Puderfabrikanten Leichner Reklame machen wird. Tas Bild wird jedenfalls dem Wagner-Denkmal in Berlin würdig, d. h. Wagner unwürdig werden. D. R.). S » S ao 8 S Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universität-Druckerei, Schulstr. 7 * L ÄS «en bie J 'H r°!ch in ton “«eile? 2 ?’ » graben, bi- rD ;«?■£ tt'n lli iüt bifjen " ®««bm in im * ©nuS eine ’Penfion ' b!‘ 3«Wn r,* ln’l«tton joH j,y 5 ®tes6aben, bann W. aus Berlin, « ®eibe von Orten ^niionsinhabetinnen cVerbandsgründuna c!ln- Fraulein Olga e’n ^uschhnnnnet Nungen fort und in Gründung eines Die Vorstande der -nlwurf ausarbeiten. ^ic Heilsarmee furt a. M. Gestern ungen, abends fandst Saalbau statt, wo hant die Rede hielt, i iu§ allen Teilen bei I sie hier ein Mauru» verbauten Hauses in Verletzung am Kopse, ißte sofort in unser ir hören, stammt ta K c — <-< to o t; 2 q m - 2 « -1 61ZZ 61Z >aid wissen, fe SMatte nadffolffto i im Original not, ite B Wen W edan. — Fürst Bis- beftegte durch seine r auch in dem Kriege hat fein Schloß w in dem Kriege 1870 Glosse an der Donau oon vielen Gegenden ;ür|t Bismarck wollte mmenhalten. Diesen Es führten dort di! eg. Dort war Fürst elang den Deutschen Franzosen besiegten Landkarte aus. « an eine Duelle, M Ar wußte auch Bismarck ist gebot» chrcre Feste geM- < t)»: ,ut werbt», W! «*• j tten der Ww ! en-u^ il'n M ‘her sonst etwas M | srft Bismarck Hal die Deutsche" gcsag. c Der.Neichsan;' in\ 28. ds.e,ni d" ,C?e ;ll[lä* 'N und oec 6' ini, W * ffinrlhemi* 5 $,t° »*9 - u« Lungen Tuberkulose des KD KD — — Gehirns 2(2) 1(1) — 1 (1) Tarmkatarrh 1 1 Krebs 1 1 — _ Bronchitis 2 (1) 2(1) —— — Herzfehler 1 (1) 1 (1) — — Liies 1(D 1 (1) —— — Lähmung 1 1 — — Selbstmord 1 1 — _ Verunglückung___ Kl) KD — — August 1905. Barometer auf 0° . reduziert 6 -x-uiilperaiur der Luit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit * l X ! .Windstärke Wetter 30. 2“ 734,5 14,4 10,4 86 SW 6 Sonnenschein 30. 9" 739,3 13,1 9,5 86 SW 2 Regen 31. 726 746,2 12,7 10,5 97 w 2 Bed. Himmel giessen : da--keret- Die N RUDOLF MÜSSE-GIESSEN 1 SCHULSTRASSE 7 SCHULSTRASSE 7 1 Annoncen-Annahme für a!le Zeitungen und Zeitschriften i 7 GIESSENER ANZEIGER 4300 “Bin Pferdemarkt-Los 4507 ICaH BeBz, Pslstertt imd Äpezicrcr Feste Preise. Umtausch gestattet. 4508 Lindenplatz 12. Bahnhofstraße 27. Dr. Kipper von der Reise zurück! bitte ich, mir dasselbe auch fernerhin bewahren zu wollen. Hochachtend beim Einkauf von Schuhwaren im Betrage von Mk. 10.— an. &*** Hauptgewinne: Biktoriawagen, komplett bespannt. eleganter Schlitten, komplett bespannt. Lauterbacher Wagen, komplett bespannt. Pferde und Fohlen, sowie Freitag, 1. Sept. d. vormittags 10 Nhr, oll ein abzuschaffender Gemeiyhc-UelöMe auf hiesiger Bürgermeisterei öffentlich versteigert werden. BerSrod, 29. August 1905. Gr. Bürgermeisterei BerSrod. Reuschling. 4489 J. W. Schulhof Telephon 119. Prompter Versandt nach auch» Kartoffeln pr. Speisekartoffeln, per Ztr. Mk. 2.50, Kaiserkronen, per Ztr. Mk. 3.—, gelbe Salatkartofselu per Ztr. Mk. 4.—, empfiehlt Ja Weisel 4405 Telephon 235. Sonnenstraße 6. Tücht. Tiefbauiechniker iiä ImfeiHH, Swick««? vollständig vertraut und durchaus ganz selbständig auf Bureau und Baustelle, in Plänen, Kostenvoranschlägen und Bauleitung, mehrere Jahre städt. Beamter, sucht sos. Stellung. Off. unter F. St. 4812 an 3ttidolf Masse, Straßburg i. Els. !v BS2a/n______ -rr- £fl Die Bahnhofswirtschaft Deutsche Juristen-Zeitung Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftspresse Berliner Illustrierte Zeitung Bank-Archiv Pri vat-Beam ten-Zei tung Deutsche Eisenbahnbeamten-Zeitung Allgem. Zeitung des Judentums fliegende Blätter Kladderadatsch Lustige Blätter Gartenlaube Ueber Land und Meer Westeimanns Monatshefte Bazar Elegante Mode Wiener Mode Neue Musik-Zeitung Berliner Architekturwelt Architektonische Rundschau Giesserei-Zeitung Württembergische Bauzeitung Sondags-Nisse, Stockholm De Hollandsche Illustratie De Amsterdamer, Weekblad vor N. Magyar Salon - Otthon, Budapest NPßh® Frankfurter - mwd «WM Giessen, Mäusbnrg 12. Bernfteinlackfarbe lose gewogen, Pfimd 90 Pfg., über Nacht trocken, 4223 Spirituslackfarbe lose gewogen, Pfund 80 Psg., sofort trocken, sowie Oelf«rrberr, Lacke, Pinsel nsw. Gustav Walter, MäuSburg 13. Telephon 386. erhält jeder Kunde gratis AuS Port Professor v. densvertrag fischen den Delei La sich hEtzl N sranrösischer Sk Die Arbel Agierten nun n M, Die einzig an Sachalin, oon einer ,paH sein kann. 6in Japaner nur nehmen, welche \ nördlichen Pacifi und deshalb die die Japaner bei die Fischerei standen, und bc Aussen tatsachlic würden jopanifd nichen Verdienst Sine vervoll Ä englische See Ä. 2. Der c ^gegeben. ! einten Schis ch zu beschrär tlmt über Kore« de» 3apane dschurei den me-Aabliffeme oaf Japan Gfjarbin bis ? Japan übemir kosten der Unfi sangenen. Punkt 11 xMtxo formiert, baV feit in bw iu zahlend werden, über gemeldet mutt d'gung gef( 811 tiefet öen 100000 21/» Milliarden würden, was n *en kann. aR, und sie 1 fünfmal * Die ganj Mir würden si "'hr eigene . Eine Reuter. -W. l, ^rRechtsbeir DMor Ä ''Nd dreie, li|JeÄÄ“eni VSj2ie -K.L' BekanMmach««g. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß sich die Vureauräume des Standesamts vom 1. September d. I. ab Im alten Rathaus am Marktplatz befinden und daß dortselbst alle Amtshandlungen, einschließlich der Eheschließungen, vorgenommen werden. Die Geschästsstnnden des Standesamtes sind vormittags von 8 bis 10 Uhr und nachmittags von 8 bis 4 Uhr. Greß en, am 30. August 1605. B3% Großherzogin- e -wia nieisterei Gießen. I. 93.: Eurschmann. EU SMS HK tob. , 1 D In K r , Frische Siedeter, per St. 7 Pfg., Vogelsberger Landeier, per Stck. 8 Pfg., sowie prima Vogelsberger Landbutler empfiehlt 05719 W. UNrich, Schloßgasse 7. HerhßpserdmM zu Gießen. Verehrlichem Publikum, werten Freunden und Bekannten zur gefälligen Mitteilung, daß ich das 4389 Restaurant vormals Philipp Bauer, Bahnhofstrasse kLuflich erworben hab-, außen neu renoviert und im Inneren umgebaut und 2 Lokal«, der Neuzeit entsprechend eingerichtet habe, und bin daher in der angenehmen Lage, meinen werten Gästen einen angenehmen, lieblichen Aufenthalt zuzusichern. Ich werde, wie feit langen Jahren, denselben prompte und aufmerksame Bedienung zuwenden. — Zimmer von Mk. 1. , 1*60 und Mk. 2. . _ Mit der Hoffnung, auch diesmal in meinem Unternehmen unterstützt zu werden zeichne Hochachtungsvoll ^68llBe bcs in 5hoben PW2 Hochfeinste 4458 Castsltaare TafelWen per Pfund 85 Pfg. p. Kistchen ca. SPsd.1.60, p. Kistchen ea. 8 Psd. 2.50^6 Gebrüder Berdux giessen älötis"Restaurant „Karishof »»♦»»»♦♦»fr»*»»»«»»« - DtnUehe trßlkLSolidaria-Fahrräder ♦' auf Wonsch Teilzahlung. . . Anzahl 20, 30. 50 M. Abz. 8—15 M. mon. Belchiräder von ’ 64 M. an. Zubehör- ’ teile spottbillig. ’ , - Prelsllsto gratis und franko. ( , T «J. Jeudrosoh & Co.. , ** ChariOttcuburg 5. Mo. 209** hv'/., i AQQ Stück Mk. L— Luuv Ziehung 7. September sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben. [4085 Arbeits-Vergebung. Tie nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer höheren und erweiterten Mädchenschule sollen Samstag, den 9. September d. I., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. 1. Zimmerarbeit, darunter ea. 2.40 cbm Eichenholz, „ u 297 „ Tannenholz, „ „ 200 Ifdm Gesimse. Schreinerarbeit, insbesondere 200 Ifdm Dachgesimse. 3. Dachdcckerarbeit, darunter 2512 qm Schieferdach mit Schalung, „ 455 „ „ ohne „ „ 813 Ifdm Kehleindeckungen. 4. Spenglerarbeit, darunter 252 Ifdm Hauptgesimsdachrinnen, „ 366 stgdm Abfallrohre, a 158 am Zinkeindeckungen, „ 15 Stück Dachspitzen. 5. Blitzableiteraulage, darunter 5 Auffangstangen, „ 500 Ifdm Kupferdraht. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschtagsfrist 3 Wochen. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften __ haben der Firma RUDOLF MÜSSE die |_j alleinige Inseraten-Annahme übertragen: Meiner werten Kundschaft zur gefl. Nachricht, daß ich mein Polster- und Tapezier-Geschäft ab 1. September von Steinstraße 38 nach ^oflmstrasse 3K (nächst der Mollkestr.) verlege. Indem ich für das seither entgegengebrachte Vertrauen bestens danke, Am Mittwoch, den 6. September 1905, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Nodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen, wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Huhn-Gießen wenden. Für die Prämiierung des besten Pserdematerials stehen 1670 Mk. zur Verfügung. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Weiuhäudler August Schwan zu Gießen zu beziehen. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an diePrämiierung um 12'/, Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück. Von 10 Uhr ab Konzert und Restauration auf dem Marktplatz. . t Am 7. September, nachmittags 2 Uhr, findet tn der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerät- schäften, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Generalvertrieb der Lose & 1.— Mk. ist dem Herrn Richard Buchacker, Gießen, übertragen. Gießen, den 20. Juli 1905. B”/7 Die städtische Pferdemarktkommissiou Jean Kirch. **■' । ----—........... 1 Berliner Tageblatt Berliner Neueste Nachrichten Berliner Morgen-Zeitung Augsburger Abend-Zeitung Neue Züricher Zeitung Schweizerisches Handelsamtblatt Technische Rundschau Mitteilungen a. d. Praxis des Dampfkessel- u. Dampfmaschinenbetriebes Schweizerische Bauzeitung Zeitschrift des Österreich. Ingenieur- und Architekt en-Ver ei ns Der Kompass Münchener medizin. Wochenschrift Deutsche medizinische Wochenschrift Aerztliches Vereinsblatt Zeitschrift für diätetische und physikalische Therapie Medizinisches Korrespondenzblatt Hospitalstitende Kopenhagen Tidsskrift for d. Norske Laegeforening Apotheker-Zeitung Deutsche Kolonialzeitung Mitteilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins Haus, Hof, Garten Wochenblatt des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern Tafeltrauben treffen täglich frisch ein, per Pfd. 35 Pfg., Postkiste Mk. 2.50. Prompter Versand nach auswärts. J. 5$= Schulhof Marktstraße 4. [“■»] Telefon 119. Unheimlich sind alle Hautuurcinigkeite« u. Hantansschläge wie Mitester, Finnen, Flechte«, Blütchen, Hautröte, Gestchtspickel re. 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