-rr. 176 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Samstag 29. Juli 1905 «scheint vtzNH tnü tLilno^jme des Tonntag-. Die .ekfctna fftraiillenblötttr werden dem ttbrgetger viermal wöchenlltch betgelegt. Der dyelftlch- CaiöwtrF erjcheUU monatlich einmal Glehener Anzeiger Rotattxmtonid and B erlag bet Brüt’*14>« Untocrfltätflbruderet 8L Sangt, Dietz«. Redaktion. Expedition w. Druckerei; Scdulfir.?. Id. 9U. 6L Xelegu'SUc. i Ln-eiga Dietz«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen. Volitrsche Tagesschau. Da8 Urteil im DieSseilS-Depescheuprozeß. Der Prozeß in Lage ist zu Ende gegangen ohne jede Sensation. Der kreißende Berg hat wieder einmal nichts als ein spaßhaftes Mäuschen zur Welt gebracht. Der fürstl. lippesche Kammerherr und Dr. jur. Kekulö v. Stradonitz Hat sich entschieden dagegen verwahrt, in höherem Auftrage gehandelt zu haben, — was ihm .diesseits” gern geglaubt werden soll —, so wird er sich doch kaum vor der Unterstellung schützen können, in dem Falle der DieSseits-Depesche etwas sensationslüstern verfahren und mit der Wahl des mehrdeutigen Wortes .Diesseits” zum allermindesten unvorsichtig gewesen zu sein. Eine Staatsgefährlichkeit wird man nach dieser harmlosen Entstehung hinter dieser nun in die äußere Form einer diplomatischen Aktion gekleideten genealogie sportlichen Regung allerdings nicht mehr vermuten dürfen. Damit fällt aber auch gleichzeitig die Unterlage für die Führung des Ent- lastungSbeweiseS des Privatbeklagten zusammen und es blieb zu seinen Gunsten nur die Frage übrig, ob ihm zu gute zu halten gewesen wäre, daß er mit seinem Vorgehen gegen den Privatkläger im guten Glauben gehandelt hat. DaS Schöffengericht scheint diese Frage verneint zu haben, wenigstens ist dieser Moment nicht als strafmildernd in der Strafabmessung zum Ausdruck gelangt. Jedenfalls bleibt die Höhe der Strafe befremdlich und .es erscheint fraglich, ob die Berufungsinstanz, die der Beklagte beschreiten wird, in dieser Richtung nicht Remedur eintreten lassen wird. Da das Detmolder Gericht sich für befangen erklärte, wird die Wiederholung des DieSseits-Prozesses vor einem preußischen Gerichte, wahrscheinlich in Osnabrück verhandelt werden. Die Getreide-Eiufuhrscheine. Vom 1. März nächsten JahreS ab wird entsprechend der Erhöhung der Getreidezölle auch der Wert der bei der Getreideausfuhr erteilten Einfuhrscheine erhöht werden. Es wird dadurch die Möglichkeit geschaffen, vor dem 1. März Getreide zu dem niedrigeren Zollsätze einzuführen und nach dem 1. März gegen Erlangung der höheren Zollvergütung wieder zur Ausfuhr zu bringen. Dies könnte unter Umständen zu einer Schädigung des ZollfiSkuS führen. Es sind daher die beteiligten Kreffe in Erwägungen eingetreten, ob einer solchen spekulativen Ausnützung der Verhältniffe durch den Erlaß geeigneter Bestimmungen entgcgengetreten werden soll. Auch die Handelskammer zu BreSlau hat sich, wie sie in dem neuesten Hefte ihrer Mitteilungen berichtet, mit dieser Frage beschäftigt. Bei ihren Ermittelungen kam sic zu dem Ergebnis, daß eine solche Voreinsuhr von Getreide zum Zwecke demnächstiger Wiederausfuhr und Erlangung der höheren Bonifikation wohl möglich sei, jedoch in ihrem Umfange von dem Ausfall der Ernte und der Gestaltung der Preisverhältniffe abhängig sei und sich vorläufig noch nicht übersehen lasse, bevor man über die neue Ernte einen Uebcr- blick habe, daß jedoch einer von anderer Seite vorgeschlagenen Beschränkung deS Wertes der Einfuhrscheine auf den alten Zollbctrag für einige Monate nach Inkrafttreten deS neuen Zolltarifes infolge deS auf die Preisbildung hervor- gerufenen einschneidenden EinfluffeS große Bedenken entgegen» stünden. ♦ Weinende Weinhandler. Seit langem wurde in den Kreisen der Weinhandler über den zunehmenden Weinhandel der Offi-ier- kasinos geflogt. Der Wettbewerb dieser Anstalten wird schon an sich deshalb empfindlich und drückend wirken, wei' er sich unter günstigen Verhältnissen vollzieht, indem die Militärkasinos mit Mieten, Löhnen, Gehältern, Steuern und anderen Geschäftskosten nicht ooer nur in geringem Umfange zu rechnen haben, vor dem berufsmätzigen Handel dadurm also einen Vorsprung besitzen. Besonders in dem Fall wird dieser Wettbewerb ein Anlaß zur Unzufriedenheit, wenn der Vertrieb der Weine über den Kreis der Angehörigen des Offizierkasinos hinausgehl, also ein förmliches Weingeschaft betrieben wird. Daß dies in der Tat stattfindet, beweist der Umstand, daß -Offizierka'finos in den Listen der gewerbe- steuerpflichtigen Betriebe aufgeführt sind. Erne solche Han- oelsaewerbliche Tätigkeit wird aber als unvereinbar mit der beruflichen wie mit der sozialen Stellung des Osfizier- korps und auch mit den eigentlichen Zwecken kasinos empfunden. Um eine Beseitigung dieses Mißstandes herbeizuführen, wandte sich die Handelskammer zu Trier, wie sie in ihrem soeben erschienenen Jahresbericht für 1904 mitteilt, beschwerdeführend an den Kriegsmimster. Der Kriegsminister erwiderte, daß im Sinne bet 071^006 der Trierschen Handelskammer, deren Vorgehen durch besondere Eingaben der Handelskammern von Kobler^ und Bingen noch Unterstützung gefunden hatte, bereits durch Erlaß vom 21. 'Süprtf 1890 an die Generalkommandos verfügt und nunmehr Veranlassung genommen worden sei, diesen Erlaß in Erinnerung zu bringen. Der K^gsminifter nahm auch in der Sitzung des Reichstags vom -3. Mar. 1905 Gelegenheit, dem Wg. Nacken (Ztr.) unter Hinweis auf seine obige Verfügung zu erwidern, daß er auf das Unzulässige des Wettbewerbs der f*^,*"^* sinos mit dem Weinhandel hingewiesen habe. Der Handelskammerbericht gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Weinvertrieb der Offizierkasinos sich in Zukunft m den von ihm vorgeschriebenen Grenzen halten und auf ein, den eigenen Bedürfnissen genügendes Maß sich beschranken wird. Aer Krieg. Sachalin- To kio, 28. Juli. (Amtlich.) Die japanische Sachalin- ttrmee meldet, daß eine unserer Abteilungen am 24. Juli MU 1 !Uhr nachmittags den Feind in der Nähe von Alco- val zurücktrieb und die Linie von Polowrinka bis Alco- val 2 b e s e tz t e. In jener Gegend ist der Feind ein Bataillon Infanterie, einige Freiwillige und 8 Feldgeschütze tark; er floh in der Richtung auf Lonikow zu. Noch vor liefern Treffen war eine andere Abteilung unter dem Schutze von Torpebobootszerstörern nach der Landungsbrücke von Alexandrowsk, die die Russen zu verbrennen suchten, geschickt worden. Es gelang dieser 'Abteilung, noch die unverbrannte Brücke zu nehmen und verschiedene Angriffe des Feindes abzuschlagen. Ebenso wurde Mugati von uns besetzt. Die Russen 'wurden unter Mitwirkung der oben genannten Schiffe vertrieben. Um 6 Uhr nachmittags besetzte eine unserer Abteilungen Aleova 3, während eine andere auf Alexandrowsk marschierte. Es gelang letzterer Truppe, die Russen zu schlagen und die Stadt Mexan- irowsk um 7 Uhr 15 Minuten zu besetzen. Der Feind iehauptete sich in einem Werk östlich der Stadt und in den Höhen von Nordosten der Stadt. Bei Tagesanbruch am 25. Juli gingen wir wieder zum Angriff vor und trieben >en Feind bis Novo Michaelovskoy. An demselben Tage fiel Tyne in unsere Hände und zwar war Alexandrowsk unverbrannt. Wir machten 200 Gefangene. Tokio, 28. Juli. Admiral Kataoka berichtet: Am 24. Juli wurde ein Geichwader nach der Eastries- Bucht gesandt. Es fand den Leuchtturm von Kresta Camp verlassen. Tas Geschwader dampfte hierauf weiter und erreichte eine Basaltinsel, von der man in der Richtung des Postamts von Alexandrowsk die Geschütze wahrnahm, welche zu feuern Begannen, aber unmittelbar zum Schweigen gebracht wurden. Tie Stadt brannte. Ein magazinähnliches Gebäude explodierte. Der Admiral meldete ferner über die Lage auf Sachalin, daß sich die Russen nach dem 30 Meilen südöstlich von Alexandrowsk liegenden Luikow hinter eine Hügelkette zurückzogen, welche die Gegend von Alexandrowsk von der offenen Ebene trennt. Hier sind die Ruisen vollständig isoliert, da eine Landstraße nicht vorhanden ist und iie unmöglich lange Stand halten können. Daher erwartet man, daß sie sich bald ergeben. Tiefer Sieg würde die Japaner zu unumschränkten Herren der Insel machen. T o k i o, 28. Juli. .Hier herrscht großeFreudeüber den Erfolg der Expedition nach Sachalin, und ebenso über die Landung der Truppen, sowie über die Wegnahme des Leuchtturms in der Castries-Bucht, umsomehr, als damit die japanischen Truppen tzum ersten Male in das eigene Gebiet des Feindes eintreten. Zu den Friedensverhandlungen. New York, 28. Juli. (Reuter-Bureau.) Der Sekretär des japanischen Friedensbevollmächtigten, Ministers Ko- nurra, erklärt, bei dem gestrigen Empfange Komuras durch den Präsidenten Roosevelt seien keine irgendwie für die Friedensverhandlungen bedeutungsvollen Fragen berührt worden. Roosevelt habe keineswegs das Ersuchen geäußert, zunächst den Waffenstillstand zu vereinbaren. China wird der Friedenskonferenz. eine Forderung von einer Milliarde Dollars für in der Man - bfdMirei eingerichtete Schäden vvrlegeu. Russische Neuigkeiten. Em von einem evangelischenGeistlichen der Provinz Posen erlassener Aufruf wirbt um Gaben für die in Rußland ansässigen zwei Millionen Glaubensgenossen, bie durch die revolutionäre Bewegung in Not geraten sind. Es heißt darin, nicht nur auf augenblickliche UMerstützung, sondern auch darauf solle Bedacht genommen werden, den Bedrängten die R ü cf» kehr nach Deutschland zu ermöglichen. Die Zustände in Rußland können freilich nicht zum weiteren Meiden dort verlocken, gleichwohl war es der größeren Oeffentlichkeit bisher nicht bekannt, daß zahlreiche in Rußland lebende Deutsche den Wunsch hegen, in die alte Heimat überhusiedeln. Was speziell die deutschen Kolonisten in den südrussischen Aufstandsgebieten betrifft, so baden diese, der „Obess. Ztg." zufolge der Land- schaftsvcrwaltung in einer ausführlichen Denkschrift ihre Forderungen unterbreitet, die sich sowohl hinsichtlich der allgemein volitischen, als der Finanz-, Steuer- und Agrarreform mit denen des russischen Volkes durchaus decken. Danach muß man Wohl annehmen, daß den deutschen Kolonisten in Südrußland weniger von den Revolutionären, als von den russischen Behörden und der zügellosen Soldateska Gefahr droht. Haben doch auch bisher der d eutsch e und der russische Bauer friedlich nebeneinander gelebt Das deutsche Hilfskomitee in der Provinz Posen, namens dessen der erwähnte evangelische Geistliche den Aufruf erläßt, mag indessen über Einzelheiten genauer unterrichtet fein, und es ist 'im Interesse der Germanisierung der deutschen Ostmark nur zu wünschen, daß tüchtige deutsche Landleute über die Grenze kommen und mit Unterstützung der Annedlungs- kommission sich dort ansässig machen. Im übrigen ist Ru ßland ersatzpflichtig für den den Deufichen durch bte Unruhen entstandenen Schaven. , Aus Odessa wird gemeldet: Em Warnbrtef einer Gruppe von Bürgern an alle fremden Konsuln kündigt einen großen von langer Hand vorbereiteten Au f st and g c gen di e I u d en an, bei denen Arbeiter und Soldaten gemeinsame Sache machen würden und der mit Vorwissen der Lokal-Behörden ins Werk gesetzt wird. Die Bürger fürchten, die Sache werde ungeheure Dimensionen annehmen. r , „ „ „ Auf einem in Poltawa abgehaltenen, von allen politischen Parteien der Ukraine besuchten Kvngreß wurde folgendes Programm aufgestellt: Vollständige Autonomie der Ukraine mit einem autonomen Landtag in Kiew, Einführung der ruthenischen Sprache in Schule und Amt und Unterstützung aller konstitutionellen Bestrebungen. a . . . , „ . In einem Orte bei Kisch inew kam es zu antisemiti- schen Unruhen, bei denen drei Juden und zwei Christen getötet wurden. Viele Personen sind verletzt. Außer bei dem Vorsitzenden des letzten Semstwv-Kongresses ist auch bei dem Sekretär eine Haussuchung vor- Kmmen worden, bei der u a. eme Liste dn Mitglieder des ireffes und das Protokoll deS Kongrestes beschlagnahmt wurde. Kriegsgericht in Berditschcw verurteilte den Gendarmerie- Unt^eroffizier Leleko, der einer geheimen regierungsfeindlichen Partei angehörte unb vor einiger Zeit den O b e r st l e u t - nant Markowski sowie den Unteroffizier Zukanow aus politischen Gründen ermordet hatte, zu lebenslänglicher Verbannung und Zwangsarbeit in den Bergwerken S^Ueber blutige Unruhen inNischniNowgorod veröffent- licht der offizielle Regierungsbote nähere.Details. Die repolu- tionären Arbeiter, welche seit einiger Zeit streikten, beschloßen ctltat großen Demonstrationszug durch die «Straßen der Stadt. . ......... .■■■ Eine Gruppe von Arbeitern, die gegen den Streik war, da er sie brotlos machte, bot dem einschreitenden Polizeimeister an, sein Vorgehen gegen die Demonstranten zu unterstützen. Der Pvli- zeimeister rief telephonisch eine Sowie Kvsakcu herbei und löste nach ihrem Eintreffen die Versammlung aus Am nächsten Tag wiederholten sich die Temonstrationen auf derselben Stelle. Die Arbeitswilligen schossen auf ihre streikenden Kollegen und ver-, mundeten mehrere von ihnen schwer. Das Signal zu einer all» gemeinen Schlacht war gegeben. Tie Polizei war machtlos. Der Gouverneur requirierte eiligst Militär. Bei dem nun folgenden! Kampfe gab es 10 T o t e, 28 Schwer- und 46 Leichtverwundete. Der aus dem Kriege und den inneren Unruhen resultierende Mangel an Soldaten verhindert den geregelten Abtransport der nach Sibirien verbannten Verbrecher. Man bringt diese Sträflinge daher einstweilen in den (Mänqniffcn unter. Ihre Zahl soll bis jetzt fr" Ab' von 100 000 Köpfen erreicht haben. Deutscher Reich. Berlin, 28. Juli. Der Kaiser ist heute abend 7 Uhr von Kabinen über Marienburg in Lang fuhr bei Danzig eingetroffen. Rach einem einstündigen Besuch deS Kasinos der Leibhusarenbrigade wurde auf der Rückfahrt die Kaiserwerft besichtigt. Die .Hohenzollern” geht morgen früh mit dem Kaiser wieder in See. — Kaiser Wilhelm wird am 31. Juli in Kopenhagen erwartet. — Der Frage der Volkstrachten bringt der Kaiser, wie bekannt, großes Jntereffe entgegen. Er hat jetzt zum Zweck der Hebung des Sinnes für die alten historischen Trachten au5 seinem Dispositionsfonds einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt. — Nachdem im Etat für das laufende Rechnungsjahr zum ersten Male eine Forderung zur versuchsweisen Anschaffung von Unterseebooten erschienen war, soll in dem demnächstigen Etat abermals eine Forderung zu gleichen Zwecken erscheinen, da sich die Versuche auf mehrere Jahre erstrecken muffen. — Die .Freistatt”, das Organ der National- sozialen in München, schreibt: „Für lange Zeit ist Bayern einer Zentrumsherrfchast sicher. Sie kann nur gebrochen werden durch ein Bündnis von Liberalismus und Sozialdemokratie. Tie jüngste Geschichte bayerischer Politik hat gezeigt, daß da? Zustandekommen eines solchen Bündnisses mehr von den Liberalen als von dem Sozialdemokraten abhängt." Die sozialdemokratische „Münchener Post” will aber von einem solchen Bündnis absolut nichts wissen. Karlsruhe, 28. Juli. Dem Vernehmen nach sollen, die Wahlen zur zweiten Kammer des Landtags am 19. Oktober, die zur ersten Kammer am 28. November ftattfinben. ' ■ '____»u______ . - . ■■■A Heer und Ilotte. London, 28. Juli. (Unterhaus.) Bei der Beratung über die Ausgabe von 5 835 000 Pfund Sterling für Marinebauten gab der Zivillord der Admiralität, Lee, Auskunft über den Fortschritt der verschiedenen Arbeiten. Er teilte mit, die Admiralität habe beschloffen, die Arbeiten in, Rosyth energisch zu fördern, den weiteren Ausbau der Werft im Chatham aber nicht fortzusehen. Die Admiralität ist der Ansicht, daß die vorgeschlagenen Erweiterungsbauten wenigstens für den Augenblick nicht nötig seien. Der Entschluß der Admiralität sei das Resultat einer Aenderung der Umstände. Die neue Politik der Regierung, unbrauchbare Schiffe aus der Flotte ganz zu entfernen, sei die Ursache, daß jetzt mehr Dockanlagen zur Verfügung ständen. Umfangreichere Dockanlagen würden aber an der Ostküste, entweder in Rosyth oder in Chatham, nicht aber an beiden Orten gebraucht, und nach Ansicht der Admiralitätsei es ratsam, die Erweiterungsbauten lieber in Rosyth als in Chatham vorzunehmen. Rosyth biete größere strategische und wirtschaftliche Vorteile als Chatham. Die Admiralität glaubt, daß sie jedem einleuchten, namentlich hinsichtlich der Zugänglichkeit. Die Admiralität richtet ihre Bemühungen darauf, daß Rosyth alles erhalte, was als das beste für moderne Anlagen anerkannt sei, und daß man sich die Erfahrungen anderer Mächte zunutze mache. Diese Ergebniffe der Bemühungen seien sehr ausführliche Pläne für eine Flottenbasis. Die Admiralität-beabsichtigt jedoch vorderhand nicht, eine Flottenbasis in so großem Umfange zu schaffen, sondern nur eine für die nächste Zukunft notwendige. Sollte die Admiralität später den Wunsch haben, die Anlagen auSzudehnen, so ist sie dazu in der Lage. Die augenblicklich in Aussicht genommenen Anlagen enthalten ein umfangreiches Bassin und ein großes Trockendock zur Ausführung von Reparaturen. Nach weiterer Erörterung wurde die Marinebauten - Vorlage mit 203 gegen 129 Stimmen angenommen. London, 28. Juli. Das englische geschwader trifft am 28. August vor Swinemünde ein, geht am 30. August von dort fort und soll vom 1. bis 4. September vor Neufahrwasser liegen. Kirche unb Schute. Der (Kur-)Hessische Pfarrerverein hatte vor einiger Zeit an das preußische Abgeordnetenhaus, den Kultusminister usw. eine Petition gerichtet, in der nichts Geringeres akS die volle Unterordnung der Schule und der Lehrer unter das Kirchenregiment gefordert wird. Nach Bekanntwerden des Inhalts hatte der HauptauSschuß des Hessischen (kurheff.) VolksschullehreroereinS” schleunigst einen energischen Protest gegen diese Forderungen erhoben. Neuerdings befassen sich auch die einzelnen Bezirksvereine deS Hessischen Volksschullehrervereins mit dieser Petition. Die Einzelvereine, so weit sie bis jetzt zu der Sache Stellung genommen haben, erheben entschieden Protest gegen die Forderungen jener Feinde der freien Schule und des freien Lehrerstandes und bekennen sich einmütig zu der in diese genommen hat. Papier, schrieb schnell ein paar Worte darauf, rollte den Zettel zu einer kleinen Kugel zusammen und warf ihn zu dem "_r. :/ " . Dieser zeigte sich hierüber nicht wenig überrascht/öffnete hastig den Zettel und las darauf die Worte: Ich wünschte, ich wäre ein Reporter. * Einzelheiten über das furchtbare Eisenbahnunglück in der Nähe von Liverpool werden erst heute bekannt. Ein Schnellzug auf der elektrischen Bahn von Liverpool nach Southport fuhr mit voller Geschwindigkeit in einen anderen Zug, welcher in der Station beiwohnen zu können. * Die Riesenstiftung Rockefellers. John Rocke» feller, angeblich der reichste Mann der Welt, hat sich wieder einmal eines winzigen Teils seines Vermögens, nämlich der Kleinigkeit von 40 Millionen Mark, entledigt, um seinen bedürftigen Landsleuten aufzuhelfen. Die Summe ist bestimmt zu einer Stiftung für höhere Erziehung in den Vereinigten Staaten. Nach dem Schenkungsbrief soll es der Volkserzichungsbehörde der Vereinigten Staaten überlassen sein, die Einkünfte der Stiftung nt Gunsten von Lehranstalten oder sonst zur Förderung eines umfassenden Systems des höheren Unterrichts nach freiem Ermessen zu verwenden Die 'Volkserziehungsbehörde ist selbst von Rockefeller und anderen Bürgern von Chicago erst 1902 gegründet worden und hatte von dem Milliardär der Milliardäre sogleich vier Millionen in den Schoß gelegt bekommen, die besonders zu der gewiß sehr nötigen Förderung des Unterrichts m den Südstaaten dienen sollten. Die jetzige große Stiftung soll ausschließlich höheren Unterrichtsanstallen zugute kommen, und zwar namentlich den in Amerika so überaus zahlreichen Colleges, obgleich auch Universitäten von einer Unterstützung grundsätzlich nicht ausgeschlossen wären. Die Universitäten in den Vereinigten Staaten bekommen aber ohnehin schon soviel von reichen Gönnern zugewandt, daß sie es meist nicht nötig haben, sich nach solchen Beihilfen besonders umzusehen. Das beweist wieder eine Mitteilung der „Sciene", wonach Rockefeller außerdem noch der Yale-Universität in New-Haven 4 Millionen Mark überwiesen hat. Solche Stiftungen sind in den Vereinigten Staaten garnichts Ungewöhnliches, sodaß die meisten Universitäten über sehr große Mittel verfügen, obgleich sie zum größten Teil vom Staat keinen Unterhalt empfangen. * Kahlköpfigkeit heilbar. Der Berliner Dermatologe Prof. Dr. Kromayer hat in 32 allerschwersten, zum Teil völlige Kahlheit des ganzen Kopfes aufweisenden Krankheitsfällen, die vorher mit allen sonstigen Mitteln vergebens behandelt worden waren, 27, also 85 pEt. durch seine Lichtbehandlungsmethode — ultraviolettes Licht — geheilt. Nicht nur die Kopfhaare, sondern auch die Augenbrauen und Gesichtshaare, die in vielen Fällen verloren gegangen waren, konnten durch die Lichtwirkung prompt wieder erzeugt werden. Der Haarausfall hatte in den meisten Fällen viele Jahre bestanden. * Kleine Tageschronik. In Essen (Ruhr), brach m der Eröffnungsvorstellung der Charlesischen Menagerie em junger Löwe aus und rannte im überfüllten Zuschauerraume umher. Es entstand eine große Panik, wobei einige Personen verletzt wurden. Das Tier wurde wieder eingefangen. — Bei Hermeskeil an der Hochwaldbahn (Drösel) überfuhr einPerfonenzug das Gefährt des Steinbruchbesitzers Welker. Der Wagen wurde zertrümmert, Welker tätlich verletzt__— nächsten Jahres festzusetzen. Konstantinopel, 27. Juli. Als der Großvesir .heute nachmittag sich auf die Pforte begab, warf sich emc Person dem Pferde seines Wagens entgegen und brachte denselben zum Stehen. Der Mann rief aus, der Großvesir solle nicht ans die Hohe Pforte fahren, da die türkische Regierung zu existieren aufgehört habe und die Pforte heute in dieLuft gesprengt werde. Der Mann, ein Circassier, wurde von der Eskorte des Großvesirs sofort gefeffelt und abgeführt. Heiteres. *’ Segen. Ein Schuljunge kommt morgens vor dem Unterricht hastig zum Lehrer und bittet, fast atemlos: „H e r r L e h r e r', g e w e n S e m e r r U r l a u b , m e r k r i e ch e n K i n n e r I — „S o, s o o o ," versetzte gedehnt der erstaunte Lehrer, woraus ihm der Junge hastig weiter meldet: „Ja, z w e e sinn schon doo, a w e r §’ tu mmere noch!" _______ untergebracht waren. Außer den großen Urnen und deren Beigaben haben in dem Schrank alle Ton-, Glas- und Porzellansachen, die Funde aus den Steinkammern, sowie die von Oberförster Behlen .bei Grube Schlierberg gefundenen Renntierüberreste Platz gefunden. In den unteren Gefachen haben zahlreiche Andenken an die drei großen 1626 und 1904 stattgehabten Brände, sowie zwei versilberte Nachbildungen vom Hildesheimer Silberfunde, eine Diana- und eine Herkulesschale, Aufstellung gefunden. Auf dem oben mit dem Stadtmappen geschmückten Glasschranke sind gegen 50 Laternen, Lichter, Leuchter 2C. aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert untergebracht. — In dem an das untere Geschoß anstoßenden Turmstübchen ist eine mittelalterliche Trinkstube eingerichtet worden. An der Decke hängt ein Leuchterweibchen, am Hirschgeweih mit 6 Kerzen versehen. Eine Sitzbank läuft rings um die Wand bis zur Tur. Auf dem altertümlichen, mit grobem Seinen gedeckten Tische steht eine riesige Zinnschüssel, auf welcher an Stelle des zurzut fehlenden Schinkens einstweilen ein großer Neujahrsweck als Ersatz Platz fand. Weiter befinden sich auf dem Tische alte Steinkrüge, mittelalterige große Wappengläser, ein geschriebenes Kochbuch von 1551 (früher im Besitz des Notars Consenius in Friedberg) und eine mit Messingblech umkleidete Geldkiste, auf der Sitzbank. An der Wand hängen einige alte Oelgemälde, Geweihe, Schüffcln 2c. Weiter befinden sich in dem Stübchen, welches ein auswärtiger Besucher kürzlich ein „himmlisch schönes Plätzchen" nannte, eine hölzerne uralte Waage, eine Laterne mit Ochsenaugen, ein Mörser von 1608, Mundtücher rc. Durch freundliches Entgegenkommen des Bauinspektors Panthel in Herborn war es möglich, eine größere Anzahl Bilder, meistens Porträts Nassauer Fürstlich- keüen in einem von der Königl. Bauabteilung gemieteten. nicht benutzten Zimmer und den Gängen unterzubringen. In Kürze dürfte auch wohl das von dem Großherzog Adolf von Luxemburg dem Altertumsverein geschenkte Porträt desselben eintreffen. fc. Mainz, 28. Juli. Der verheiratete Sc* *-e 9r,a:s phen-Assisteut Delp hatte sich in einer Wemkneipe von zarten Händen 20 Mk. amtliches Geld „abney- m en" l as s en. Obwohl er den Betrag sofort ersetzte, drohte ihm doch eine Untersuchung. In der Verzweiflung ertränkte er sich im Rhein. — Einen Uo * versuch durch Vergiften machte ein junger Buchhalter, der in einer hiesigen Bierbrauerei Unterschlagungen begangen hatte. Man fand ihn bewußtlos in den Anlagen und brachte ihn ins Spital, wo Gegenmittel alsbald jede Gefahr beseitigten. • Mainz, 28. Juli. Eine dreitägige militari- sche Uebung beginnt heute bei Mainz. Es sind dazu die Truppenteile fast alter Garnisonen des 18. Armeekorps aus Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Oftenbach, Worms, sowie die zu den diesjährigen Käisermanovern diesem "Armeekorps zu geteilten Regimenter zusammen gezogen. Es dreht sich um die Einnahme von Mainz und dabei finden auch die größeren Pionierübungen statt. Die Uebung soll erst am Montag beendet sein. -—Die 12- jährige Tochter des Landwirts Krauter in Trebur stürzte bei der Einfahrt eines hochbeladenen Erntewagens von diesem herab und erlitt dabei so schwere innere Verletzungen, daß sie gestern abend im Rochusspital starb. 4- Dutenhofen, 29. Juli. Gestern abend Vs7 Uhr schlug ein Blitz in das Telephon des „Jagdschlößchens", ohne zu zünden und sehr großen Schaden anzurichten. Das Thelephon wurde zertrümmert. ** Steine Mitteilungen ans Desse n und den Nachbarstaaten. Aus Bad-Salzhansen wird uns zu dem vor einigen Tagen mitgeteilten Vorgang, wobei zwei Hunde eine Dame nmgeworfen haben sollen, ie&t geschrieben, daß die Sache übertrieben worden ist und die betr. Dame teinerlei Schaden „Dingolfing. Das Verschlucken von Kirschkernen. Der älteste Sohn des Bürgermeisters und Mühlenbesitzers Murz in Hüthenkofen verschluckte kürzlich eine Menge Kirschen samt den Steinen. Die Folge davon war, daß er an Blinddarmentzündung erkrankte und gestern Hagelschlag angerichtet hat." • Hinrichtung eines Dienstmädchens. Das 23 Jahre alte Dienstmädchen Michalina Urb an iak in Kreuz, die dort das zwei Monate alte Kind des Distriktskommissars Hartung ermordet hatte und deshalb vom Landgericht Schneidemühl zum Tode verurteilt war, wurde im Hofe des Landgerichtsgebäudes in Schneidemühl hingerichtet. Als die Urbamak zur Richtstätte geführt wurde, war sie vollständig gefaßt und hörte ruhig dem Verlesen des Todesurteils zu. Der ganze Akt der Hinrichtung währte etwa 1 r/z Minuten. * Im Hochzeitskleide in den Tod. Die Eigentümerin des Hauses Kurfürstenstraße 20 in Berlin ließ gestern morgen die Wohnung der 31jährigen Aufwärterin Antonie Schmitz im zweiten Stock des Quergebäudes gewaltsam öffnen, da man die Aufwärterin seit 14 Tagen ver- mißte. Die Wirtin machte dabei eine schreckliche Entdeckung. Auf dem Fußboden lag, mit dem weißen Hochzeitskleide angetan, \bie bereits stark verweste Leiche der Mieterin. Die Äufwärterin hatte sich vor 14 Tagen mit Lysol vergiftet. Auf dem Tische lagen Abschiedsbriefc, die über die Beweggründe des Selbstmordes Aufschluß gaben. Antonie Schmitz unterhielt mit einem Straßenbahnschaffner ein Liebesverhältnis. Sie erhielt aber Kenntnis davon, daß ihr Ge- • Berlin, 28. Juli. Graf Pücklcr-Klein Tschirne, gegen den sowohl von der Glogauer Strafrauimer, wie auch vom hiesigen Landgericht! ein Haftbefehl erlassen wurde, ist angeblich aus diesem Grunde über Holland nach England geflüchtet. Nordseebad Büsum, 22. Juli. Unter dem Namen eines Baron von Schwalenberg hat hier im strengsten Inkognito der Regent Graf Leopold zur Lipp e-Biesterfeld nebst Geschwistern Aufenthalt genommen, um in stiller Zurückgezogenheit dem Andenken der Heimgegangenen Gräfin- Mutter stille Stunden der Erinnerung zu weihen. * Prinzessin und Rep örter. Eine neckische kleine Geschichte wird von der Prinzessin Karl von Dänemark, einer Tochter des Königs von England, berichtet, die mit dem Prinzen Karl von Dänemark, einem jüngeren Sohne des dänischen Thronfolgers, vermählt ist. Als die Prinzessin kürzlich vom Haag nach London fahren wollte, sah sie einen Berichterstatter am Wege stehen, der sich Notizen machte. Da nahm die Prinzessin aus ihrem Taschenbuch ein Blatt liebter in Schlesien eine Braut besäße, die er spater heiraten wollte. Aus Gram darüber ging sie in den Tod. * Eine frevelhafte Wette mit dem Tode ge* b ü ß t. Außerordentlich leichtsinnig hat der 21jährige Hausdiener Reinhard Scherowo zu Berlin sein Leben aufs Spiel gesetzt. Der junge Mann war in einem Lokal mit mehreren Freunden zusammengetroffen, und bald kam das Gespräch auf das Kognaktrinken. Scherowo ging schließlich eine Wette ein, binnen einer halben Stunde für 2 Mk. Kognak zu genießen, ohne sich dabei Schaden zu tun. Der Einsatz betrug bei der Wette 2 Mk., die Summe, die für den Kognak verbraucht werden sollte. Der Hausdiener trank denn auch tatsächlich in der halbem Stunde das versprochene Quantum und gewann die Wette. Schwankend begab er sich dann nach seiner Schlafstelle in der Wilhelmstraße. Als er am Morgen nicht aufstand, begab sich die Wirtin in sein Schlafzimmer. Der junge Mann lag dort tot auf seinem Bette. Er war den Folgen des Alkoholgiftes während der Nacht erlegen. _ * Trauung von Drillingen. Wie aus Herkules» bad berichtet wird, hat in der Gemeinde Plugowa eine merkwürdige Trauung stattgesunden. Die Söhne der Großgrundbesitzerswitwe Elise Krumfort, Drillingsbrüder, die am 14. Juli 1880 das Licht der Welt erblickten, führten an ihrem gemeinschaftlichen Geburtstage ihre jungen Bräute, Töchter angesehener Familien, zum Traualtar. Die Kirche erwies sich als zu klein, denn auch aus Herkulesbad und Orsowa waren Gäste eingetroffen, um diesem Trauungsakt Angelegenheit gefaßten Resolution des Hauptausschusses des Hessischen Volksschullehrervereins. Weitere Kundgebungen sollen nach der „Franks. Ztg." noch folgen, und voraussichtlich wird sich auch noch die im Herbst tagende Jahresversammlung des Hessischen Volksschullehrerverems mit der Angelegenheit befassen. ______„____ Ausland. London, 28. Juli, Anläßlich des Besuches des ftan- Mschen Geschwaders in England hat ein Mitglied des Unterhauses den Vorschlag gemacht, eine Sitzung des Unterhauses in französischer Sprache abzuhalten zu Ehren der französ. Gäste. , Paris, 28. Juli. Hier wird demnächst eine Lustschifferschule errichtet, um Leiter für lenkbare und andere Luftschiffe heranzubilden. Die ausgebildeten Personen sollen ihre Militärzeit alsdann beim Luftschiffer-Bataillon abdienen. .. , V Brüssel, 28. Juli. Der König empfing heute nach- mittag im Schlosse die Mitglieder des Lütticher tnter- nationalen Kongresses des Pre ss-vereins Der Präsident d-S internationalen Verbandes Singer hielt eme Ansprache. In einer Erwiderung äußerte der König ferne lebhafteBefriedigung über die Entsendung des deutschen Kriegsschiffes „Kaiser Karl der Große" nach Antwerpen. Paris, 28. Juli. Aus Fez wird gemeldet: Der Mahkzen habe das Anerbieten deutscher Finanz- 3nftitute für ein Darlehen zu 2 Millionen zu niedrigem y njittute für cm xjaucqcn ------- Zinsfuß angenommen und bereits zwei Küstenpanzer in Deutschland bestellt, sowie auf Vorschlag Tatten- bachs deutsche Ingenieure mit den Vorbereitungen für die Hafenbauten in Laroche und Saidia betraut. — Humanitö zufolge hat die Regierung beschlossen, die Einberufung des Kongresses, in dem der neue Präsident der Republik gewählt werden wird, auf den 26. Januar Gießen, 29. Juli 1905. ♦♦ Der Raubmörder Hudde sollte am 25. Juli vor der Straflamtner in Koblenz erscheinen, um sich wegen' verschiedener Einbruchsdiebstähle, die er mit seinem (Amossen, dem Kutscher Fink aus M.-Gladbach, in der dortigen Gegend verübt hotte, zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Gießen hatte jedoch depeschiert, daß Hudde nicht ohne SchwieriAeiten transportiert werden könne. Daher wurde von dem Transport Hnddes abgesehen. " Besitzwechsel. Der Brauereibesitzer Jhring verkaufte sein Anwesen „zur Liebigshöhe" in zwei Teilen. Der nach dem Philosophenwald gelegene Teil mit den Wirtschaftsgebäuden wurde für 50 000 Mk. von Karl Reporter hinüber. Textor erworben, das nach der Stadt gelegene Gelände dagegen für 25 000 Mk. von H. Winn. Karl Textor will die Wirtschaftsgebäude vollständig wiederherstellen lassen. Schöne Garten- und Parkanlagen sollen die Liebigshöhe zu einem angenehmen Familienausflugsort gestalten. H. Winn will sein Gelände zur Sandgewinnung ausbeuten. - Leichenländung. Heute morgen wurde aus dem ............ rr Woog die Leiche des Taglöhners Andreas Krug geländ et. Waterloo auf demselben Gleise stillstand Der Schnellzug Krug war in letzter Zeit infolge des vielen Trinkens rafte in bem Kugenblict be§ 3ufammcnMc§ mit cmer ®e« aeistig nicht mehr normal und hat jedenfalls in einem solchen schwindigkeit von 100 Kilometer bie Stunde, sodaß die Kraft Anfall den Tod gesucht; er fehlte bereits seit dem 25. d. M. des Zusammenstoßes geradezu ungeheuer war. Der erste * * Das Promenadenkonzert fällt morgen aus. Wagen des Schnellzuges türmte sich hoch auf und fiel dann ~ Tollwutgefahr in Heuchelheim besteht nicht, auf den folgenden Wagen, dessen Passagiere sämtlich .Der für viele Blätter tätige Berichterstatter, von dem wir die tot gedrückt wurden. Die anderen Wagen wurden voll- . hektographierte Notiz in der gestrigen Nr. erhielten, hat da- ständig vernichtet. Der stillstehende Zug wurde ebenfalls mit, wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, eine unrichtige zerstört. Unter den Trümmern lagen die Toten, aber auch Meldung verbreitet. die Verletzten, die schreckliche Qualen auszustehen * * Bahn st recke Weinheim-Lampertheim. Die hatten, da es unmöglich war, sie zu befreien. Plötzlich .landespolizeiliche Abnahme der neuen Bahnstrecke Weinheim- schlugen Flammen aus dem Trümmerhaufen. Es war Lampertheim hat gestern stattgefimden. Die feierliche Er- weder möglich, die Verletzten herauszuholen noch die Flammen Öffnung der Bahn erfolgt am nächsten Montag. zu löschen. Infolgedessen verbrannten die -oerwun- * * Aus dem Herborner Altertunisverein. Die beten bei lebendigem Leibe. Unter den Opfern dieses cnt- Sammlungen des Vereins haben eine bessere Unterkunft ge- setzlichen Unglückes befanden sich eme Anzahl Frauen und funden als bisher, wo sie zerstreut in vier bis fünf Räumen Kinder. Die Gesamtzahl der ^oten wird auf ~> angegeben. * Höchst rätselhaft ist ein Vorfall, über den in Nr. 198 das „Neue Münch. Tagbl." zu berichten weiß: Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt! Mülheim a. d. Ruhr, 28. Juli 1905. Vom Kohlenkuxenmarkte ist wenig Neues zu berichten. Das Geschäft hält sich in ziemlich engen Grenzen. Einige Werte wie König Ludwig, Ewald imb Johann Deimelsbera zu letzten! Preisen gefragt. Von leichten Werten Alte Haase und Tremonia niedriger erhältlich. Ferner fanden Umsätze statt in Siebenplaneten und (Ättessegen. — Der Kalikuxenmarkt weist gegen gestern kaum Veränderungen auf und ist auch die heutige Tendenz als ziemlich fest zu bezeichnen. Reges Interesse besteht weiter für kleinere Werte mit Ausnahme von Heldburg, welche sich weiter abschwächten. Von Mittelwerten werden weiter umgesetzt Jo- hannashall, Alexandershall, Günthershall und Hohen zoll ern, Großherzog von Sachsen anziehend. In schweren Werten gingen Wil- helmshall, Hedwigsburg und Hohenfels zu letzten Preisen um. — Von Erzkuxen besteht für Fernie zu gebesserten Preisen! weiteres Jnteresst. Ferner Kuhlenberger Zug, Henriette und Siegfried Erz gefragt. _ Handel und ^erkelir. DoläswlNschafr. Reichsbank. Am 14. August wird in Neheim eine von der Reichsbankstelle in Hamm (Wests.) abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasieneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Wechsel aus Neheim sowie Hüsten bei Neheim, welche nach dem 13. August fällig werden, kaust die Reichsbank von jetzt ab an; dieselben sind an die Reichsbanknebenstelle in Neheim zu girieren. Kleine F in an z ch ro n i k. JÄ Paris soll lt. „F. Z." gegenwärtig wegen Gewährung eines Vorschusses an Rußland von 200 Mill. Frs. gegen Schatzwechsel verhandelt werden. Die Banken lehnen die Uebernahme einer langftistigen Anleihe vor Friedensschluß äb. — Die Generalversammlung der Kammgarnspinnerei M.-Gladbach beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals von einer halben auf eine Million Mark, sowie die Ausgabe weiterer 500 000 Mk. 4 proz. Obligationen. Tie Kapitalscrhvlmngen erfolgen ab 1. Jan. 1906. Erz-Kuxe. Fernie. Angebot 4150, Nachfrage 4050» Ausbeuten und Zubußen 1903: 225; 1904: 300. )N Rocke- ch wieder mlich der m seinen e ist de- den Ver- ll es der Lehran- Systems :rwenden. eilet und !t worden gleich vier anders yi ■§ in den stung soll kommen, ahlreichen ittsiützung iversitäten ehin schon meist nicht umzusehen. wonach ikew-Haven ungen sind ches, sodaß ' verfM, UntM- derkulks. ne meck. ^Kgrund. d'e am Wien an , Bräute, ie Kirche >dad und uungsakt tvcatiologi zum Teil KrankheitS- cgebens be- seine Lichtheilt. Ncht 'n und Gegen waren, gt werden, ncle Jahre bvad) in der i ein junger umher. Es letzt wurden, leskeitan tonenzug zagen wurde ge. HauZ» ? ^Piel ^hreren 'tQ$ auf >fHe em, not 8U N be- ^ognak nn auch Rantum S dann er am Schlaf, t Bette, c Nacht r dem Unter- crLehrer, inner!'" roorau' M ^chondoo, 'V en bAj^vank ■SS»* « 3." V \ handelt ÄS MV Million ufel” "w . rt urth 3**' mrkt! , . cvu(i 190o. Einige MM .Arn zu letzte» Z^reinoma ’Sfi rsC Lk'Ä Anette >ü V yi C l ll j v 1 v | v »• j 1 , > I l Xvk) j Das Kriegsgericht Saargemünd hat den Hauptmann zu einem I Schlüter, Tag Stubenarrest verurteilt. Aiismg aus den Kirchenbüchern der 5taöt Gietzrn. Evangelische Gemeinde. ffur Kinder Kranke,Genesende. Verhüteti I u.beseitigt:Diarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrh._ worden. Der schuldige Buchhalter wurde seiner Stellung V 0 aNls"^esäß ;dieser'ist dadurch 'für 14 Tage dienstunfähig. i ^ch " 81 Jahre alt, ftaxb den 0. Juli. Ten 10. Juli. 2tmna - -----i >>-- f-'»"’’-"’"-- ”• »'"-"v. I ~ 'b Möhl Ehefrau des Ztausinanns Karl Schlüter, 5o Jahre alt, starb den 6. Juli. Ten 11. Juli. MartinTietz, Privat- mann, 79 Jahre alt, starb den 9. Juli. I 0 h a n n es g e m e in d e. Ten 10. Juli. Elisabeth Schellhaas, geb. Leonhardt, Witwe des Materialverwalters Jakob Schellhaas, 79 Jahre alt, starb den kaufsstände geplündert. H 0 n gk 0 n g, 28. Juli. (Reuter.) Die Arbeiten an ben neuen Gebäuden der Standard Oil Company tu (Vanton wurden ein gestellt, da das Boykottkomitee den chinesischen Arbeitern verboten hat, an dem Bau weiter? zu arbeiten. N e w y 0 r k, 28. Juli. (Reuter.) Das Mitglied der jattw Nischen Friedensabordnung Sato erklärte gegenüber Berichterstattern, Japan sei vollkommen Waffenstillstand zu vereinbaren, nachdem die Bv- alaubigungsschreiben der Fricdensbevollmachtrgten tz^pr^ seien, was notwendigerweise die erste Lchfgabe fei nehme an, daß nach dem formellen Beginn der Mbertevs der Friedensdclegicrten der WafsenstMsland abgeschlossen werde. Sato erklärte ferner, die japanischen Abgeordneten hätten Vollmacht, jeben ?Lorfchlag abzuleyneu und bindend im Namen der Regierung äst H a a e u a u brannten nachts bie Offiziere vergnügungsweise cm «Markus gemeinde. Ten 12. Juli. Emma Dupont, geb. Weioig, F e u e r w e r k ab. Der H a n p l m a n n N e g r i d l y , aus dem (5()C^.au des Rechtsanwalts Otto Tnpont zu Wallertheim, 29 Jahre Schlaf geschreckt, tritt vor die Baracke, gleichzeitig fällt das Feuer- \alt ftarb den 9. Juli. L u k a s g e m e 1 n d e. Ten 7. Juli. Hemrich werk vor ihm nieder. Er ergreift ärgerlich seinen Revolver der! Wendland, Heizer, 53 Jahre alt, starb den 4. Jnl,. ^en 8..Juli, mit einer Platzpatrone geladen ist, und s ch i e ß t^d e n L e u t n a n t teUje Graulich, geb. Gemmer, Witwe des Rentners Jakob (Srou- Ftimilien Nachrichten. Gcstorbcu. Herr Franz Krug, Groß-Karben. — Herr Will)., August Tietz, Stieder-Weisel. Gicßcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boranssichtliche Witterung in Hessen für Sonntam den 30. Juli 1905: Rach vorübergehender Aufheiterung wieder -trnb* una und stelleniveise Regen. Noch etwas lühler. SlähereS durch die Gießener Weiterkarte. "KriginabArahtmelviingen. Berlin, 29. Juli. Der „N. Pol. sEorr." jufol« 6e- findet sich unter den Gesetzentwürfen, bie an den Reichstag alsbald nach seinem Wrederzufammentritt gelangen, auch die Börfengesetznovelle. , Erfurt, 29. Juli. Gestern nachmittag ging über die Gegend ein schweres Hagelwetter nieder, das den Feldfrüchten und Gärtnereien unabsehbaren \ Juli. Bei der städtischen 'Sparkasse I sind Unterschieise in der Hohe von 20 000 Mk. entdeckt WtCMNNtONtöN ©C» © -ti12,. ö SS S o Z. r. ^2 3 ÖQ ho CT 5 C9 «BO 5 c5 «ü &■ «u $5 CO 5 ö' <ö5 CÖWWCOWWUMN ©Q.5. WW«- p p CD o. p» & ' cS — C8 * = or O tid «u ►“ re &■ 2. Co re 2 K 3 5 S' ® = re O .5 — er__ezr o L» => CP re W Ars 2- O rt ►. re C — Cu "CD re CD 2 5 " «° S -ÖS« Ö* e S'-s'Ä » q, 4- co io p p a p p «3 X'-SrepSr; C-D-.D re re re = 7D SSSSpp äo 53 p p f CD ks p p p CD ; ■ V-rj W *2- c: C-: S O - 3 O*rS, — — cm X _rS, q: jktbNM0p» *? ^2reS L.Zre re.A 2 S «» re Danksagung1 teuren Entschlafenen sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen 3962 Giessen und Wetzlar, den 29. Juli 1905 Heuchelheim 3132 Nur einmalige Anzeige, bitte ausschneideu! H. F. Nassauer, Heuchelheim, den 29. Juli 1905, nachmittags 3 Uhr Der Vorstand Marie Gerdts geb. Nettesheim. Charlotte Mandler geb. Gerdts Else Gerdts- Emil Mandler- HM-Md.mM ;u Kicßm Mittwoch, 6. September 1905 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres Eintrittspreis ä Person 20 Pfg ES ladet ergebenst ein Militär ohne Charge 10 Pfg. Der Vorstand. Nervenschwäche. — Vollständige Heilung unter weitgehendster Garantie tu kürzester Zeit. Amtlich beglaubigte Tank« schreiben zu Diensten, brieflich. Apotheker JF. Jekel in Glarus, Pressestr. 977 per St. Gallen, Sil OA CUfann i a lao$^/ machen geeignet, abzugeben. * " “ ^euenweg Io. ™ Reise Freiwillige Versteigerung. Mittwoch, den 2. August l. I., nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neuenweg 22 Haus- u. Küchengeräte aller Art, verschiedene Bureau ^Utensilien (darunter ein großer Schrcibpult und Aktenreaale), versch. Garlengeräte, eine Partie Mistbeetfenster u. v. Ä. gegen Barzahlung. (3976 Versteigerung bestimmt. Gießen, den 29. Zull 1905. Seipel, Gerichtsvollzieher. Leere Fäßchen >um .Gurken- und Bohnen-Ein- Versteigerung. Montag, den 31. Juli l. Js., nachmittags 21/, Uhr sollen dahier Walltorstr. 6 (Darmstädter Haus) Haus- u, Küchengeräte aller Art, ente Partie Schuhwaren, 6 Stämme Werkholz, 5 Mille Zigarren. 2 große Warenschränke, 80 Fl. Kognak, 1OO Fl. Südwem u.v.A. zwangsweise gegen bar versteigert Werdern 3975 Gießen, den 29; Juli 1905. Seipel, Gerichtsvollzieher. auf der Schönen Aussicht verbunden mit Konzert und Tanz. Wattdorf's großes Karussell mit lebendgrostcn Pferden« Martueschaukel, Panorama, Waffetbäckcret, bayerische Äierhattc mit Lameubcüienung und Tyroler Konzert. Aufstetgen eines Riesenluftballons mit Doppelfallschirm-Abstnrz. Abends italienische Nacht mit LmpM-PolMiie. Einmachfässer (weingrün). L. KohBermann, Küferei. |3971] Bleichstr. 12 Die Beerdigung findet tun Montag, dem 31. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Windhof aus statt. 8973 Neue fiartoMn keine Frührosen, sondern die so sehr beliebte Kaiserkrone „Perle von Erfurt" offeriert per NV-5O Kilo Mk. 4,—"MZ Zwiebelil Alles mit Sack gegen Nachnahme ab Station Bad-Nauheim, [hv26/, M. Manasse Kartoffelversandtgeschäft Telefon 356. Vereis ber 8ssis>irte Vs Eiche» snb Hing. (E. V.) Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Kollegen 3972 Heinrich SchneasBen geziemend in Kenntnis und bitten um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung am Montag, dem 31. Juli, Schwämme Frottierhandschuhe Schwammbeutel Zahn- und Nagelbürsten Seifen, Poudres und Haut-Cremes Haar- und Mundwässer Zahnpasten Eau de Cologne Taschentuch-Parfüms T aschenapotheken Mückenstifto, Hirschtalg Präservativ-Creme Hühnerauqenmittel etc. empfiehlt die Löwen-Drogerie W. Kilbinejer. 89B7 Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige. Gestern morgen 10y4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein innigst geliebter und treuer Gatte, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Hera* Restaurateur1 Heinrich Schneller im Alter von 49 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Schneider, geb. Schuchard. Philipp Schneider. Familie Ludwig Schuchard. Familie Geck. Familie Fotz. Giessen (Westanlage 64), Bobenhausen II, Monsheim, 29. Juli 1905. Die Beerdigung findet Montag naehm. 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 04986 Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter und Tante Frau Margarete Frank geb. Reinhard heute morgen 6 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Die trauernden Hinterbliebenen. SßinjWc Schott, 3130 Bahnhofstraße. B8ST Täglich frische Erdbeerbowle. 3» Bürgergefellschaft. Sonntag den 30. Juli: ZnsßU sch iitni HMMchen. Bei ungünstiger Witterung Textors Terrasse, großer Saal vio, Der Vorstand. Zwiebelkuchen Jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 81/, Uhr ab bei Bäcker Hahn 8515 Wolltorstraße 31. Gfeneral-ÄgewiMB* einer alten deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaft für den Regierungsbezirk Wiesbaden und die Provinz Oberhessen ist an einen rührigen, erprobten und selbsttätigen Fachmann gegen hohe feste Bezüge per sofort oder später zu vergeben. Herren mit guten Beziehungen in besseren Kreisen wollen gefl. 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