jten. h neuerdings bei Er- Breslauer Rorpi rt, als ein unbeuq- >en Freiheit' be- iür diese akademis^ lemznae. Es sei ölte termännern' etfomur, rUnterichtsverwalbi« i' sei man indessen r fester Zeit an den tr m Pliniftet nicht r- 15! Slber ei i ft große Sofie sejM «ff. ßtei§ für ein für die mälde Menzels M Md, an dem Menzel bisher im Besitze de? in, der schon vorher 'be in Berona', hir uft hat. die «Die froh- ' g*,_ die der Dichter n Halste dieser Spiel- melden. ternehmungeni'i ickt zufolge m W> I Jen. Der ben Akkumn- < Boese eingeräumt! a • ein mit den Eisen- I efongte b« btr M" fi t Eisenwerkenzu- [4 ben lick -mm 214455 Ml. und da- l| fS'gjSi J 2°M. auf 1369211® Ke'ckäi'SiahreNK ' (Verrinn- imb M U1' °°n S26965 e* Reingewinn ,de betragt 4'/, P01 I (18OOOO). , I I EI ntfcnfti W j । M I ;c«, *Ä.Wi6rtfr Wji« s°s fMtte » . i6tet ;bt Nichts O‘lV 1 , . Qejt bt* »MM ZW n W derart.^ SMZ “‘"w Sl«i. * ti ■ 3» M mifiiu r ctti! Mn ein^men, 'Ä* 6t "u'f"Ä6 dk.L,iKL SS-.Z S'SS MtS Ube r h? ^Wn- Er KÄ ft'P’Ä ein. - nausviel zusah. Denn er fühlte instinktiv, daß es nur die Sonne sei, die das Leben und ihn selbst auf Evd^r erhalle mit ihrem Lichte. Daß diese Verfinsterung sich öfters wieber- hole, periodisch Wiederkehre und verschwinde, das konnte er n^ ahnen. Die Erscheinung war zu selten und trat zu Plötzlich em, Wc^Erst^ im^Laust * von Jahrtausenden, als der Mensch langsam eindrang in das Wesen ber Erscheinungen um ihn her, da lernte er auch die wahre Natur ber Sonnenfinsternis langsam erkennen Langer Arbeit ber Forschung hat es bedurft, bis die Erkenntnis Heute bedeuten diese Sonnenfinsternisse die höchsten Triumphe bet astronomischen Berechnungen, indem die Astronomie mit mathematischer Sicherheit Eintritt und Dauer, oorauszubestimmen ber- mag mit Hilfe der Gravitationsgesetze — Nur rm Aberglauben des Volkes haben sich noch jene allen Anichauungen ,bis heutzutage erhalten. Für die Wissenschaft haben diese periodischen Sonnen- finsteriiisse, wie -allle Himmelserscheinungen nur noch den Wert ber exakten Forschung. Gerade in diesem Jahre sind an vielen Punkteii der Erde, die in die Verfinsterung treten, die umsangs- reichsten Beobachtungen angestellt worden. Mit den besten Instrumenten werden alle VerhalMiffe ver- die westlichen Wolkcnberge ausbreitete. Er währte nicht, lange, wohl aber wurden diese Perge weis;, wie die Hochalpen mit ihren Gletschern, auch deren Formen sich näheriid, und mitten darin erschien ein weithin sich crflTcrfcnber tiefblauer Himmel, blau mag nach den uns vorliegenden Gemälden der Himmel über Neapel und üb^r den Fjords von Norwegen sein. Wer auch das schöne Blau muhte weichen. An seine Stelle trat cm herrliches Rosarot, den Fingern der griechichsen Eos vergleicAar, — und umleuchtete den ganzen Horizont. Nachdem nochmals das Gewölk sich 'm Feuerglut getaucht, gewann das Grau wieder die Oberhand, die Sonne trat wieder in ihr Recht, und mir bleibt nur die Erinnerung an die wundervolle Erscheinung, die ich mit meinen alten Äugen noch sehen durfte. Es ist doch schön aus unserer Erde, wenn man nur darauf ausgeht, das Schöne sich zu eigen zu machen. Th- B In Burgos 'sand' die Beobachtung der Sonnenfinsternis durch deutsche, französische und holländische Astronomen bei vollkommen klarem Himmel statt. Eine überaus zahlreiche Menschenmenge wohnte dem Schauspiele bei. Vor Beginn der Finsternis waren grobe weiße Wolkenmassen am Firmament. Nach dem ersten Kontakt um 11 Uhr 46 Min. zogen immer wieder Wolkenschleier über die Sonne. Hm 12 Uhr 15 Min. stieg der Ballon „Jupiter" auf, dem nach je fünf Minuten die Ballons „Urano" und „Marte" folgten. Sie trieben vor mäßigem Südost, versuchten die hinderliche Wolkendecke zu durchbrechen und tier- schwanden im Gewölk knapp vor Eintritt der Totalität. Um 1 Uhr erschien die verdunkelte Sonne zwischen den Wolken und ließ die Korona weiß und rund ohne starke Zacken sehen. Mit dem Ncuerscheinen des Lichtes trat ein Wolkenschleicr vor die Sonne. Die Beobachtungen dürsten erfolgreich gewesen sein. Vom Kastel stiegen vor, während und nach der Totalität drei Sonderballons aus. Der König von Spanien war in der meteorologischen Station des Kastels zugegen. Auch in Wien, Madrid, Lissabon u. a. O. hat man, nach vorläufigen kurzen Meldungen, die Sonnnif?^ste.rM gut he'chachten können. Millionen in der Erde. Wenn gesagt wird, die Friedensvereinbarungen dürften sich nach ihrem vollen Wert erst später beurteilen lasten, so gilt das ganz besonders von den Bestimmungen über die Insel Sachalin. Der russischen Trägheit zufolge, der die Insel zu nichts weiterem geeignet erschien als zum Aufenthaltsort für Sträflinge, hat sich die Vorstellung nahezu allgemein eingebürgert, Sachalin sei eine arme, unwirtliche Einöde. Das Gegenteil ist der Fall. Die Insel verfügt über einen ungeheuren Reichtum an Naturschätzen, der nur erschlossen zu werden braucht. Es sollen nach der Behauptung von Forschern die wertvollsten Mineralien sich vorfinden, wie Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei. Als feststehend kann ferner gelten, daß die Insel über bedeutende Erdölquellen verfügt; sucht doch bereits, w,e die „Voss. Ztq." meldet, die bekannte Standard Oil Company durch ihre in Japan wirkende Zweiggesellschaft Vorrechte auf die Oelfclder Sachalins zu erlangen. Glückwünsche. Das Glückwunsch-Telegramm deS deutschen Kaisers an den Präsidenten Roosevelt lautet in der Heber- setzung folgendermaßen: „Neues Valais. Hier eingetroffcn, empfing ich eben das -tcle» oramm aus Amerika, das die Einigung der Friedenskonferenz über die Präliminarien des Friedens meldet. Ich bin hocherfreut und spreche Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche zu dem großen Eriolge aus, der I h r e n u n e r m ü d l i ch e n 91 nstrengunge n zu danken ist. Die ganze Menschheit muß sich veremen, und wird dies auch tun, um Ihnen für die große Wohltat, die Sie ihr erwiesen, zu danken." , Dem deutschen Kaiser ist alsbald folgendes Telegramm des Präsidenten Roosevelt zugegangen: „Ich danke Ew. Majestät für die Glückwünsche, und möchte diese Gelegenheit ergreifen, um meine tiesstgefühlte Würdigung der Art und Weise auszudrücken, in der Ew. Majestät m jebem Stadium meiner Bemü h u n gen, den Frieden t ni Osten zustande zu bringen, m i t g e w i r k t haben. Es ist eine sehr große Freude gewesen, mitEw. Majestät zu diesem Zielezuarbeiten." König Eduard sandte folgendes Telegramm an Roosevelt: „Lassen Sie mich einen der ersten sein, der Sie zu dem erfolg- reichen Ausgange der Friedenskonferenz beglückwünscht, zu dem Sie m so hohem Maße beigetragen haben." Der Glückwunsch der „Nordd. Allg. Ztg.". Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wir begrüßen die Nachrichten über die Sicherung des Friedens mit lebhafter Genugtuung. Für Rußland bedeutet die über Erwarten rasche Einigung ein Ergebnis, das es dem r uh i 9 e n Ausharren des Kaisers Nikolaus und seiner Ratgeber in Petersburg, wie seinen Bevollmächtigten in Portsmouth verdankt. Darin liegt zugleich eine Anerkenn u n g der Summe u >i a n g e t a st e l e r Widerstandskraft, die deni russischen Kaiserstaate trotz feiner militärischen Mißerfolge verblieben ist, iind eine Widerlegung aller politischen Theorien, die sich auf der Unterschätzung der s l a v i s ch e n W e l t aufbauen. Den j a p a n i s ch e ii Staatsmännern mag der Entschluß, nachzugeben, nicht leicht geworden fein, aber er ehrt t b r c Weisheit, er läßt auch bei dem Friedensschlüsse rote wahrend des Krieges das in die Gemeinschaft der alten Kulturmachte so glänzend eingetretene junge asiatische Weltreich der besten Vorbilder roürdig erfcheineii, die die Geschichte der Staaten der abendländischen Zivilisation bietet. Das Entgegenkommen deS Kaisers und der Regierung Japans ginn Friedensschlüsse unter Verzicht auf schärfere Bedingungen kann um so höher bewertet werden, al^ es sich um einen Akt freiwilliger, keinem ausroar- tigen Drucke iv eichender S e l b st b e s ch r a n k u n g handelt. Wir beglückwünschen die beiden Souveräne, ihre Regierungen und Völker in aufrichtiger Freude zu dem erzielten Einvernehmen und hoffen, daß sich nach der Unterzeichnung des end- giltigen Friedensvertragcs ein Zustand herausbildet, der den bis- herigen Gegnern ermöglicht, in fester und guter.Bachbar', schäft nebeneinander zu leben. Leuchtend ist m der Geschichte unterer Tage das Verdienst eingetragen, das sich der Vr af id e ii t d e r V e r e i n i g t e n S t a a t e ii um die Sicherung des ^riedens- schluffes erworben hat. Es war ein Stück harter, aber meisterhaft geleisteter staatsmälinischer Arbeit, und die Menschheit, die für ihre Entwicklung den Frieden braucht, wird den Namen Roosevelt nicht vergessen. Das größere Kompliment über die Friedensverhand- lungen macht also das offiziöse Organ der deutschen Reickfs- regierung den Russen. In zweiter Linie erst wird die „Weisheit" der Japaner gelobt. Augenscheinlich hat der gänzliche Verzicht auf Kriegscntschädig-ung, den zu verlangen der deutsche dem russischen Kaiser empfohlen haben mag, in unseren amtlichen Kreisen doch Ucberraschung hervor gerufen. Die Anerkennung der „Summe unangetasteter Widerstands- kraft", die Rußland „trotz militärischer Mißerfolge" verblieben sei, wird in Petersburg mit besonderer Befriedig ung ausgenommen werden. Kommt die Anerkennung auch von einer Macht, die Wert legi auf die Erhaltung freundschaftlicher Beziehungen, ist sie also nicht ganz frei von wohlwollender Parteilichkeit, so fällt sie doch ins Gewicht. Es ist eine Stimme mehr, die den Glauben an eine bessere 'Zukunft Rußlands ausdrückt. Diese Ueber- zeugung milß von außen her nach Rußland hineingetragen werden. Sonst wird es lange dauern, ehe die dumpfe Resignation einem frischen Entschluß zu neuent Leben weicht. Die Stimmung auf den Straßen Petersburgs, unter den Arbeitern, Kutschern, Bedienten :c. ist völlig gleichgültig!! Ueberrascht aber sind selbst die russischen Regierungskreise. An Witte gingen zahlreiche Glückwunsch- Telegramme ab. Allgemein glaubt man, daß Witte R eich s- kan zler werden und als solcher das große Werk der inneren Reformen praktisch durchzusühren haben wird. Die Militär- Kommandanten der Ostseeprovinzen und der Donschen Kosaken sowie der Provinz Kiew, wo die Mobilmachung bereits im vollen Gange war, erhielten den Befehl, mit derselben inne zu halten. Japans Enttäuschung. „Daily Mail" meldet aus Tokio, daß der allgemeine Unwille über den Friedensabschluß wahrscheinlich den Fall des Kabinetts zur Folge haben würde. Die Mißstimmung richte sich nicht so sehr gegen den Verzicht auf die Kriegskosten-Entschädigung als auf den Verlust der nördlichen Hälfte Sachalins. (Das glaubt wohl selbst der treueste Leser dieses englischen Blattes nicht. D. Reo.) Ein französischer Korrespondent berichtet aus Portsmouth, daß Komura und Takahira nicht in den gemeinsamen Speisesaal gekommen sind. Gleich den anderen Mitgliedern der japanischen Mission haben sie sich vor niemand blicken lassen. Die Journalisten aus Japan erklären alle, sie schämten sich der Haltung ihrer Mission. Polizeiagenten bewachen das Hotel, da man fürchtet, die Entrüstung der Japaner könne zu einem Attentat auf die Delegierten führen. Preß stimmen. In Petersburg traf erst in später Nachtstunde die Friedensmeldung ein. Nur wenige Blätter konnten also bisher die Nachricht in Leitartikeln besprechen. Die deutsche „Petersb. Ztg." und die „Nowoje Wremia" sehen mit Bangen in'die Zukunft. Sie führen noch einmal die Ursachen der Niederlagen an und werfen der Diplomatie Kurzsichtigkeit vor. Sie schließen mit einer Drohung gegen Alle, die offen und insgeheim den Sturz Rußlands im Aus- lande vorbereitet haben. Die verletzte Eitelkeit des Volkes werde das nie vergessen. Das französische offiziöse „Journal des Tebats" preist das Verdienst Roosevelts. Das Blatt glaubt, daß finanzielle Erwägungen Japan zu dem weisen Friedensschlüsse bestimmt haben, der ihm sehr große Vorteile dauernd sichere. Rußland gehe Dank seiner Zähigkeit aus dem Kriege zwar besiegt, aber noch immer gefürchtet hervor. Sämtliche englischen Blätter drücken ihre lebhafte Befriedigung aus. Nur vereinzelt wird hervorgchoben, daß für Indien die Fortführung des Krieges besser gewesen wäre. Der „Standard" nennt die Anstrengungen Wittes selbstlos und deutet an, daß eine indirekte Befriedigung der japanischen Geldforderung nicht ausgeschlossen sei. Die „Times" sagt, der japanische altritterliche Geist gestattete nicht die Fortführung eines Krieges um Geld. Japan überrascht ebenso durch weise Mäßigung, wie durch seine Siege. Einigen Londonern Blättern zufolge soll seit Beginn des Krieges ein geheimer Vertrag zwischen Japan und China bestehen, durch den sich China verpflichtet, Japan eine Entschädigung zu zahlen für den Fall, daß die Mandschurei wieder in chinesischen Besitz kommt. Daraus erkläre sich das Nachgeben Japans in Bezug auf die Kriegsentschädigung. (?) Der Portsmouther Korrespondent des „Daily Expreß" drahtet, das Geheimnis der Großmut Japans liege in der Klausel bezüglich der russischen Gefangenen, für deren Unterhalt Rußland bereit sei, eine Summe zu zahlen, die in Wirklichkeit Japans Forderung decke. (?) In den amerikanischen Zeitungen spiegelt sich die herzliche Stimmung in Lobartikeln auf Roosevelt wieder. Die künftige Politik Roosevelts ziele auf eine Stärkung der Stellung der Vereinigten Staaten in Ostasien ab und die Verhinderung einer europäischen Koalition gegen Amerika. Einige amerikanische Blätter stellen mit Genugtuung fest, daß Japan nun den Ausbau seiner Flotte nicht vollziehen kann. Japan würde sonst Amerika gefährlich werden. Nach einer Meldung der „Sun" beabsichtigt Rußland in Amerika eine Hundert Millionen-An- leihe aufzunehmen. Zur Geheimgeschichte der seit vier Tagen in Tokio und Petersburg gemachten Anstrengungen werden in Paris allerlei unkontrollierbare Einzelheiten erzählt, so u. a., daß mehrere Souveräne und Staatschefs dem Mikado die Zusage machten, fortan in Tokio Botschaften zu halten und den japanischen Vertretern die Botschafts-Privilegien zuzuerkennen, wofern er die Hand zum Frieden biete. Hstseetage. Swinemünde, 30. August. Zur gestrigen Tanz-Reunion im Kurhause hatte das englische Geschwader nur jüngere Vertreter der Offiziersmette entsendet. TaS deutsche Geschwader lag um Mitternacht seeklar. Nachdem die letzten Beurlaubten an Bord gekommen waren, ging Großadmiral v. Köster mit der Schlachtflotte in den ersten Tagesstunden mit nordwestlichem Kurs in See. Um 5 Uhr früh war die deutsche Schlachtflotte bereits außer Sicht. Die englischen Torpedozerstörer im Hafen nehmen Kohlen ein zur Abfahrt. Der Kommandant der cngl. Flotte, Wilson, stattete heute nachmittag in Begleitung eines Flaggoffiziers dem Vizekonsul Rose, dem-Landrat v. Bötticher, dem Bürgermeister v. Graetzel und dem Stellvertreter des Stadtkommandanten, Oberstleutnant v. Gronen, Abschiedsbesuche ab. Er sprach diesen Herren gegenüber sein lebhaftes Bedauern darüber aus, daß er infolge des schlechten Wetters verhindert sei, die den englischen Offizieren gewährte Gastfreundschaft, wie er beabsichtigt hatte, durch ein Bordfest auf dem Flaggschiffe „Exmouth" zu erwidern. Die englischen Matrosen hatten heute wieder Landurlaub. ES herrscht sehr schlechtes Wetter. Der Verkehr von Privatfahrzeugen zwischen den englischen Kriegsschiffen und dem Lande ist dadurch sehr eingeschränkt. — Der am Abend von der Stadt gegebenen Festlichkeit im „Elysium" wohnten 120 Matrosen und Seesoldaten des englischen Geschwaders bei. Vizekonsul Rose begrüßte im Namen der städtischen Behörden die Seeleute mit einer englischen Ansprache. Der Hinweis des Vizekonsuls, daß die Festlichkeit das freundliche Gefühl der gesamten Bürgerschaft zum Ausdruck bringen solle, wurde von den Teilnehmern mit Beifall ausgenommen.__ Deutsches Reich. Berlin, 30. Aug. Heute hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v. Lueanus und des Mi- nisters v. Bethmann-Hollweg. — Am 1. Oktober steht die Ausgabe neuer Postwertzeichen für Deutschchina und Kiautscho^u in "Aussicht. Die Aenderung wird darin bestehen, daß an Stelle der bisherigen Wertangabe in Mark und Pfennig die dem chinesischen Münzsystem näherstehende Bewertung nach Dollars und Cents tritt. Bielefeld, 30. Aug. Die Gattin des Erziehers des Kaisers, Frau Geheimrat Hinzpeter, ist in Luc sur Mer gestorben. Ausland. Budapest, 30. Aug. Infolge der Fleischteuerung beschloß heute die Approvisionierungs-Kommission des Budapester Gemeinderates die Errichtung dreier kommunaler Schlachtbänke, die Fleisch zum Einkaufspreis feilbieten werden. Toulon, 30. Aug. Gestern abend fand eine Konferenz der Admiralität statt, um über die Zusammenstellung eines Geschwaders zu beschließen, welches Zwecks Veranstaltung einer Demonstration nach den marokkanischen Gewässern gehen soll. 8 Schiffe sind hierfür ausersehen, welche innerhalb 48 Stunden zur Ausfahrt bereit sein sollen. Es sind dies 5 Kreuzer, 2 Panzerschiffe und ein Küstenwachtschiff. Tanger, 30. Aug. Ein heute hier eingetroffener Spezial« kurier, der Fez am 27. August verlaßen hat, überbrachte die Meldung von der Freilassung des verhafteten Algeriers Bu Mzian. — An der algerischen Grenze fand ein Kampf zwischen den Sultanstruppen und den Rebellen statt. Die Ersteren verbrannten die Hütten der Rebellen und töteten 25 Reiter des Thronbewerbers. Dieser wird in der Umgegend von Mellila erwartet. Die spanischen Behörden haben alle Vorkehrungen getroffen, um ihm im Notfälle begegnen zu können. Noghi sucht unter den Kabylen Leute anzuwerben, um mit ihnen die kaiserlichen Truppen von neuem anzugreifen. Tiflis, 30. Aug. Nach einer Meldung aus Schouscha kam es dort gestern zu blutigen Zusammenstößen zwischen Armeniern und Mohammedanern. Die Mohammedaner begannen den Angriff, töteten einen^und verwundeten zwei. Die Armenier antworteten. Gegenwärtig wird ein lebhaftes Gewehrfeuer in der Stadt unterhalten. bleibt nur die Tatsache, daß auch bei bedecktem Himmel die Temperatur in demselben Maße sinkt, obwohl hier die Wolke em Ausstrahlen der Erdwärme hindert. Ebenso zeigt der L n f t d r u ck während einer Sonnenfinsternis ein ganz eigentümliches Verhalten. Sehr empfindliche Barometer zeigen während der Verfinsterung ein allmähliches, langsames Steigen des Luftdruckes, das mit dem Eintritt der größten Bedeckung der Sonne sein Marimnm erreicht. Diese Erscheinung findet i(we Erklärung in den Temperaturverhältnissen. Es bildet sich nämlich an den Stellen der größten Verfinsterung em schwaches, barometrisches Hochdruckgebiet, da sich die Luft wahrend der Verfinsterung abkühlt und verdichtet. An dieser Stelle fließt von den Seiten geringeren Druckes die Luft zusammen und bewirkt durch Stauung ein Steigen des Barometers. Uebrigens betragen diese Schwankungen des Barometers kaum Vt Millionster, sodaß sie nur mit den* feinsten Instrumenten nachznweisen Es ist klar, daß im Zusamnienhang damit auch alle, anderen meteorologisclwn Elemente mehr oder weniger durch die Sonnenfinsternis eine Beeinflussung erfahren. Besonders mterejfant ist die Tatsache, daß oft ea. 20 Minuten nach dem Eintritt der Verfinsterung ein einmaliger, heftiger W i n d st o ß beobachtet wurde. Er findet wahrscheinlich in dem Steigen des Luftdruckes ebenfalls seine Erklärung. f ... „ Bedeutendere Wirkung auf unsere Witterungsverhalttiisse kann demnach der Sonnenfinsternis nicht zugesclstieben werden. Wohl -aber vermag sie bei Regenwetter, durch Temperaturemiedrig- ung zu geringer Verstärttmg der Niederschlage und der Lnft- bewegung beitragen. _ , . , Beobachtungen hierüber find natur ich am beiten dort an- »ustellen, wo die Witterungsveryältni.sse möglichst stetig sind. In unseren Breiten werden diese gmngen Schwankungen der Hltmosplstirilien nicht zu erkennen jein, denn sie »mrden überdeckt .und verwischt von der Unbeständigkeit iinseres Klimas. Auch "bic diesjährige Sonnenfinsternis war, abgesehen davon, daß wir nicht in den Kernschatten kommen, zur Beobachtung un- süÄtig, da augenblicklich ganz Mitteleuropa von cyklonaler • Mttemns beherrscht wird. Geringere Schwankungen der Temperatur und des Luftdruckes sind daher Nicht zu erFeimen. Anders liegen die VerlMnisse im eigentlichen Gebiet des Kernschattens, in Spanien, Nordafrika, und den Mittelmeerlän- dern, über die die Verfinsterung als breiter Schlagschatten hingleitet. Sie sind für die Beobachtung sehr günstig, da in der jetzigen Jahreszeit dort meist stetig wolkenloses Wetter herrscht. In Wetzlar war dieSonnenfinsternis, wie wir dem „W. A." entnehmen, recht gut zu beobachten. Allerdings wurde das leuchtende Sichelbild, welches sich dem Auge darbot, des öfteren durch die starken Wolkenbildungen verhüllt, die infolge des regnerischen Wetters fast den ganzen Tag über den Himmel stellenweise verdunkelten. Trotz des geftriaen bewölkten Himmels wird uns von geschätzter Seite aus Gießen folgende schöne Schilderung übermittelt : Heute morgen hatte ich angesichts des schwer mit Cumuluswolken belasteten Himmels auf den Blick in die teilweise verfinsterte Sonne verzichtet. Ta aber das Geivölk am Mchmittag lichter wurde, so richtete ich doch das Aiige nach oben und bald kam scheinbar eine helle Sichel, wie der Mond etwa im ersten Viertel, anzusehen, nur etwas größer, — von Ost nach West durch die Wolken gesaust. Es war unsere Sonne, die ich sah, zum größeren Teil durch 'den Mond verhindert, uns ihr ganzes Angesicht zuzuwendeii. Sie stand aber still, umgekehrt waren es die Wolken, die vom Sturm an ihr vorüber gejagt wurden. Nun war sie bald ganz eingehüllt, bald schien sie durch das düunere Gewölk und manchmal auch, wenn für Augenblicke der blaue Himmel sich zeigte, sandte die sichtbare Sonnen-Sichel ihre Sttahlen unverhüllt herab. Jetzt musste man aber die Äugen abwenden, wenn sie nicht not leiden sollten, bis die Szene sich wieder unrschleiert. Eine Zeit lang hatte ich nur Augenmerk fiir das so seltene Schauspiel hoch über mir, — plötzlich aber schrak ich zusammen, beim ich glaubte, im Westen eine Feuerglut auftauchen zu sehen, die sich mit rasender Schnelligkeit nach Süden und nach Norden ausdehnte. Mein Schrecken ging in Bewunderung des Zaubers über, den das Stückchen Sonne über I in des Erziehers bei ist in Luc für Mer 'bc neuer Post. I ) Kiautfchou in i lehen, daß an Stelle d Pstmstg die dem )ertung nach Dollars i le r Kaiser die Vor. 'anus und des Mi, Fleischteuerung Immission des Buda- eicr kommunaler ifaufSpreiS seilbck 'and eine famferenh Es Veranstaltung anischen Gewässern (09uni$itt8n,dti :ä*S2 Üotte 6(üei "6-«. »ärerTsT m Hafen •'flQtiele ?.^°Mers dem 7^' dem Bürger. M§hQb!r°mmQn‘ .^besuche ab. Sh ? ^dauern verhindert ®Qllrreunbi*Qit, 11 ,nuj dem Flagg, ft Matrosen LTW sehr schlechte; zwischen den ^.dadurch sehr ein. ?öt Gegebenen Fest. Kn und Seesoldaten Rose begrüßte Seeleute mit einer ^ekonsuls, daß die 'samten Bürgerschaft )en Teilnehmern mit bet 5onnen5i5 tritt L brn Wttn z WS- ersehen, welche inner» I sein sollen. Es sind I : Küstenwachtschiff. I eingetroffener Spezial- ssen hat, überbrachte des verhafteten , ein Kamps zwischen statt. Die Erstem I d töteten 25 Reiter I der Umgegend von I: rben haben ave Dor» i . begegnen zu können, mzuwerben, um mit m anzugreifem ldmg «n guiammcnll^^ säfes Gemälden w ?(bft ä*ä KW kZMs b,s 4»» Die Zahl der getöteten Armenier beträgt neun, die der getöteten Mohammedaner dreißig. Die russische Polizei fahrt fort, die armenische Bevölkerung zu entwaffnen. Aus Stadt and Km-. Gießen, 31. August. * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog 2)erben dem Hauptmann Stein im 1. Ermländischen Infanterie-Regiment Nr. 150, seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hcff.) Nr. 116, das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Kreisdiener bei dem Kreisamt Heppeyheim, Ostheim, wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1905 auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner 50jährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt. — Ernannt wurde am 26. August d. I. die Gefangenwärterin am Provinzialarresthaus in Gießen, Elisabeth Peter, zur Gefangenaufseherin an dieser Anstalt mit Wirkung vom 1. Oktober 1905. ** Zur Landtagswahl. Die Sozialdemokraten haben soeben auf ihrer Kreiskonferenz den Redakteur des hiesigen sozialdemokratischen Wochenblättchens als Kandidaten für den Landkreis Gießen aufgestellt. Die bürgerlichen Parteien dagegen zögern allzusehr mit den Vorbereitungen zur Wahl. ** Vom Man över des 18. Armeekorps. Der gestrige Tag war für den größten Teil der Truppen ein Ruhetag. Die 41. Jnfanterrebrigade, welche bis zum Montag ihr Exerzieren bei Vilbel ablsielt, ruckte vorgestern früh zum Brigademanöver aus. Die 166 (.Hanau), die durch Einziehen von Reservisten zu 3 Bataillonen ergänzt worden sind, hatten vom 16.—18. August in Vilbel, Massenheim, Harheim, Berkersheim Standauartier. Die 41. Brigade begann vorgestern früh ihr Gefecht am seitherigen Exerzierplatz Heidenstock, vo.n wo es sich nach Preungesheim und Eckenheim hinzog. In dem dortigen Gelände bezogen auch die Truppen nachmittags Quartier, und zwar die 80er in Niederursel, Weiskirchen, die 166er in Heddernheim und Umgegenb. Das Gefecht wurde vom Brigadekommandeur v. Puttkammer geleitet. Die Hanauer Ulanen und das Dragonerregiment Nr. 6 (Mainz), sowie die Artillerie Nr. 63 „Frankfurt" nahmen am Gefechte teil: diese haben in Friedrichsdorf und Umgegend Quartier bezogen, nachdem sie tags vorher von ihrem Uebungsplatz bei Oberems-Wüstems ein trafen. Die 41 .Brigade bleibt bis zum 1. Sept, in den genannten Quartieren, um in der dortigen Gegend die Brigademanöver fortzusetzen. Die 42. Jnfanteriebrigade, 87er und 88er üben gegenwärtig in der Gegend westlich von Wiesbaden bei Langenschwalbach. Am i. September rücken sie nach Homburg und Oberursel zu. Die 49. hessische Brigade übte gestern in der Gegend Jdstein- Hahnstätter: in diesem Ort liegt der Regiments st ab der 116er: die Truppen waren gestern in der Gegend Hohenstein, Brcidhart, Michelbach im Quartier. Auch diese Brigade trifft mit der 50. (117er und 118er) am 4. Sept, in der Gegend von Nordenstadt, Wallau, Hofheim ein. Zwischen den beiden hessischen, sowie den beiden preußischen Brigaden enden die Manöver am 3. Sept., vom 4.-6. Sept, manövrieren diese Divisionen gegeneinander. Diese Divi'ions- Manöver spielen sich — der Gefechtsstellung nach zu urteilen — auf dem Gelände zwischen Wiesbaden-Okriftel und Homburg-Vilbel ab. Generalinspekteur Lindeguist schlägt bereits am 2. Sept, in Homburg sein Hauptquartier auf. Am 7. Sept, hat das ganze 18. Armeekorps Ruhetag. Vormittags um etwa 10 Uhr trifft das Kaiserpaar in Homburg ein: Teile des Kaiser Wilhelmregiments Gießen, der bayerischen Kaiser Wilhelm-Ulanen und das 3. Bataillon der 80er nebmm nm Bal^bof Aufstellung. " Gastwirte Versammlung. Wir weisen nochmals auf die heute nachmittag im „Löwen" stattfindende allgemeine Gastwirteversammlung hin, die mit der Frage der Preiserhöhung für Fleischspeisen in Anbetracht der herrschenden Fleischteuerung sich beschäftigen wird. Es werden dazu auch die nicht dem Gastwirteverein angehörenden Wirte eingeladen. R. B. Darmstadt, 31. Aug. (Eigener Draht- öericht.) Ein Eisenbahnunfall ereignete sich heute morgen gegen 3 Uhr auf dem Bahnübergang in der Pallaswiesenstraße. Dort ergriff ein nach Aschaffenburg gehender Arbeiterzug das Fuhrwerk des Fuhrunternehmers Gründler und traf beide Pferde. Das eine war sofort tot, das andere wurde derart verletzt, daß es alsbald getötet werden mußte. Der Kutscher blieb glücklicherweise unverletzt. Mainz, 30. Aug. Nachdem schon vor einiger Zeit ein Aufschlag der Fleischpreise eingetreten ist, sind nunmehr auch seit einigen Tagen die Preise für Wurst das Kilo um 20 Pfg. erhöht worden. Bei einzelnen Metzgern gingen verschiedene Wurstsorten sogar um 40 Pfg. das Kilo in die Höhe. — Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion auf Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtvieh behufs Linderung der Fleischnot wurde von der heutigen Stadt- verordneten-Versammlung ohne Debatte einstimmig angenommen. Worms, 27. Aug. Nach dem Jahresbericht über die Tätigkeit der Schulärzte in den städtischen Volksschulen gab es unter den sechsjährigen Schulanfängern auf 1000 Kinder 757 mit schlechten Zähnen. In Anbetracht dieser hohen Anzahl von Beanstandungen wird der Vorschlag gemacht, im Anschluß an das städtische Krankenhaus eine städtische Zahnpoliklinik zu errichten, in der die Kinder der Armen und Wenigbemitteilten unentgeltlich behandelt werden sollen. Kassel, 29. Aug. Im Residenztheater wäre es gestern abend beinahe zu einer Brandkatastrophe gekommen. Während der Aufführung von „Durchlaucht Radieschen" verbreitete sich plötzlich direkt von den Eingängen her ein ungeheuerer Qualm im Zuschauerraum. Von den Hinteren Bänken erscholl der Ruf Feuer! und das Publikum stürzte zu den Ausgängen. Mehrere Damen sielen in Ohnmacht. Dank dem raschen Eingreifen der Feuerwehr trat bald Beruhigung ein. Es stellte sich heraus, daß das Feuer in einem unter dem Zuschauerraum befindlichen Keller ausgebrochen war. Nach einer halben Stunde war der Brand gelöscht, die Vorstellung konnte zu Ende geführt werden. ♦ Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Fulda ist der DratorienFonwomit Domdechant Müller gestorben. — Zwischen Heppenheim und Bensheim wurde am Montag der Streckenarbeiter Mischler von Heppenheim von einem Schnellzuge der Mam-Neckar-Bahn uber- lahren und sofort aetötet. — In der Leipzigerstraße m H a n a u fiel beim Spielen ein vierjähriges Kind aus dem Fenster einet Mansarde, wurde aber von der Dachrinne aufgefangen, wo es ruhig liegen bleib, bis es aus seiner gefährlichen Lage befreit wurde. vermischtes. Heidelberg, 30. August. Schon wieder prangen an den Plakatsäulen die bekannten roten Plakate der Staatsanwaltschaft, die ein neues Verbrechen verkünden. Diesmal handelt es sich um einen seit dem 30. Juli versch ollenen Engländer, der sich an diesem Tage aus seinem Hotel unter Zurücklassung seiner Sachen entfernte und bisher nicht dahin zurückgekehrt ist. Von der Staatsanwaltschaft wird heute folgendes Ausschreiben erlassen: Vom 28. bis 30. Juli wohnte im Hotel „Rheingold", hier, der Engländer Th omas Reid, Lehrer von Paisley in Schottland. Am 30. Juli, morgens zwischen 10 und 11 Uhr, hat sich Reid unter Zurücklassung seines Gepäckes und seines Fahrrades aus dem Hotel entfernt und ist seitdem spurlos verschwunden. Die Heidelberger Staatsanwaltschaft ersucht um eingehende Fahndung nach dem Vermißten und setzt auf dessen Ermittlung eine Belohnung von 300 Mark. 'Kleine Tageschronik. Wegen eines Zerwürfnisses mit Angehörigen hat s i ch zwischen Tageiort und Scharfenberg bei Berlin ein Liebespaar mittels Blausäure zu vergiften versucht. Beide befinden sich jedoch in der Charitä außer Lebensgefahr. — Eine große Feuersbrunst hat gestern nachmittag den südwestlichen Teil des alten Frankenstädtchens Seßlach zerstört. Zahlreiche Familien sind obdachlos geworden. Zur Ablösung der Feuerwehren wurden Soldaten vom 5. Infanterieregiment in Bamberg telegraphffch requiriert. Eingeäschert sind 15 Wohnhäuser, 11 Scheunen und 29 Nebengebäude. Der Brand entstand durch Explosion des Kessels einer Dreschmaschine. Der Schaden ist unermeßlich. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. — In der Umgebung der Stadt Kratowo in Mazedonien sind in kurzer Zeit 25 christliche Bauern ermordet worden. — In der spanischen Stadt Malaga nimmt die Hungersnot immer stärkere Formen an. Arbeiter überfielen einen Eigentümer. In der Nacht wurden drei Personen getötet. — Der frühere Oberpräsident der Provinz Posen, v. Willamowitz-Möllen- d o r s, der vor einigen Tagen vom Pserde stürzte, ist an den Folgen der Verletzungen, zu denen sich eine Lungenkomplikation gesellte, auf seinem Gute Kobelnik gestorben. Die Beisetzung erfolgte auf dem fflute Möllendorf. — In Budapest haben noch nicht ermittelteHochstapler einemFabrikanten unter der Vorspiegelung, ihm den Franz Josesorden zu verschaffen, 15 000 Kronen herausgelockt. Der Betrogene hat wegen der delikaten Angelegenheit es unterlassen, Anzeige zu erstatten, jedoch Privat-Detective mit der Einleitung von Recherchen betraut. Nniverstläts-Machrichten, Posen, 30. Ang. Von der königl. Akademie wurden mehrere Breslauer Professoren mit Vorlesungen über evangelische und katholische Theologie für das Wintersemester beauftragt. Kandel und AerKesir. Volkswirtschaft. Erz-Kuxe. Fernie. Angebot 4175, Nachfrage 4100. Ausbeuten und Zubußen 1903: 225; 1904: 300. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 31. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht deS , Gieß. Änz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 30 Ochsen, 2 aus Oesterreich 8 Bullen, 00 aus Oesterreich, 45 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 ans Oester., 00 Kälber, 00 Schafe und Hämmel, 00 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 77 bis 79 Mk., 2. Qual. 70—73 Mk., 3. Qual. 65—67 Mk.; Bullen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 69-71 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 51—53 Mk., 4. Qual. 48-50 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg,, 2. Qualität 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgew. 00—00 Pfg.; Schafe: i. Qual. 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg. Geschäft gut. Markt unbedeutend. Arbeiterbewegung. Köln, 30. Aug. In einer Versammlung des Arbeit- geberschutzverbandes der deutschen Tischlerverbände und Holzindustriellen wurde bekanntgegeben, daß der A u s st a n d der Holzarbeiter bedeutend zunimmt., heute sind bereits 80 Betriebe gesperrt. Die Aussichten für die Arbeitgeber seien günstig, fast alle Meister unterschrieben Solawechsel von mehreren 100 000 Mark, andererseits finden die Arbeitgeber eine energische Stütze an dem christlichen Holzarbeiterverband, dessen Mitglieder nicht in den Ausstand getreten sind, der Verband verpflichtete vielmehr 400 deutsche Zahlstellen zur sofortigen Entsendung von Gesellen hierher anzuhalten. Essen a. Ruhr, 30. Aua. Die dlbstimmung der Bauarbeiterversammlung zog sich bis Mitternacht hin. 207 stimmten für und 101 gegen die Beendigung desAus- st a n d e s. Als das Resultat bekannt wurde, entftanb ein Tumult durch die Opposition, weshalb die polizeiliche Auftösung der Versammlung erfolgte. Dortmund, 30. Aug. Die hiesigen Bauarbeiter stimmten nach stürmsisch verlaufener Versammlung mit 284 gegen 237 Stimmen dem Frieden im Baugewerbe zu. Knginal-Draljlmetdungen. Der Krüg. Petersburg, 3CL Aug. Witte telegraphierte an den Kaiser Nikolaus: „Portsmouth, den 29. August. Ich habe die Ehre, Euer Kaiserlichen Majestät zu berichten, daß Japan Eurer Maj. Forderungen betreffend die Frie- densbedinaungen annahm, und so wird der Friede dank Eurer Majestät weisen und festen Entscheidung hergestellt werden und dies in genauer Uebereinstimmun g mit den Anweisungen Eurer Majestät. Rußland wird im fernen Osten die Großmach«t bleiben, die es bisher gewesen und für immer sein wird. Wir haben auf die Ausführung der Befehle Eurer Majestät alle unsere Geisteskraft und unser russisches Herz gewandt und bitten uns barmherzig zu verzeihen, daß wir nicht mehr tun konnten. (!!) Portsmouth, 30. Aug. (Reuter.) Wie verlautet, werden die Verhandlungen über einen ruffisch-japanischen Handelsvertrag später stattfinden. Hinsichtlich der endgiltigen Vereinbarung eines Waffenstillstandes ist noch keine Verständigung erzielt. Witte erhielt ein Glückwunschtelegramm des Kaisers Nikolaus. Oysterbay, 30 .Aug. Dem Präsidenten ging heute ein Glückwunschtelegramm des Präsidenten L o u b e t anläßlich des Friedensschlusses zu. P o r t s m o u t h, 31. Aug. Die Artikellund 2des Friedensvertrages betreffend die Räumung der Mandschurei und die Vorherrschaft Japans in Korea sind bereits fertig gestellt, und man hofft, daß die Abfassung des gesamten Vertrages bis Samstag beendet ist. Indes weiß man noch nicht, wo der Vertrag unterzeichnet wird, ob in We'öington oder in Portsmouth. Petersburg, 31. Aug. Der Zar begab sich mit dem Automobil in das Lager von Krasnoje Selo, wo er Befehl erteilte, die neuen Rekruten zu entlassen. Die Reservisten werden gleichfalls nach der Untcrzeich- nuna des Friedensvertrages in die Heimat zurück gesandt werden. Der Zar teilte deut Kommandanten des Lagers mit, daß der Waffenstillstand unterzeichn net sei. London, 31. Aug. „Daily Telegraph" meldet aus Ncw-- Pork: Präsident Roosevelt wird demnächst sämtliche Staaten zu einer neuen Friedenskonferenz im Haag zusammenberufen. Auf diesem Kongreß sollen die 6 Punkte, welche auf der ersten Haager Friedenskonferenz nicht zur Diskussion gelangt sind, einer Erörterung unterzogen werden. Weiter soll der Gebrauch der drahtlosen Telegraphie, die Anwendung von Unterseeminen und die Behandlung der Kriegsgefangenen beraten, werden. * Berlin, 31. Aug. In den ersten Tagen des August ist in Deutsch-Ostafrika der Ansiedler Hans Hopser, wie seine Familien-Angehörigen jetzt bekannt geben, im Alter von 29 Jahren auf seiner Farm Mtumbey in den Matumbi-Bergen durch die aufständischen Eingeborenen ermordet worden. Nähere Nachrichten über diese Bluttat liegen nicht vor. Schönebeck, 31. Aug. Der Arbeiter Käßner ermordete das Kind seiner Geliebten in deren Beisein im Walde, indem er den Schädel an einem Baumstamm zerschmetterte und die Leiche darauf verscharrte. Diese wurde nunmehr aufgefunden und der Mörder verhaftet. Essen a. d. Ruhr, 31. Aug. Tie Hinterbliebenen der bei dem Brande der Zeche „Borussia" verunglückten Bergleute beabsichtigen, sich an die Staatsanwaltschaft zu wenden, um ein Strafverfahren gegen die Verwaltung einzuleiten. Thorn, 31. August. Die Cholera breitet sich im Netzegebiet aus; verschiedene Personen sind erkrankt. In Filchen und Gautoch ist je ein Flößer erkrankt und gestorben. Paris, 31. Aug. Heute wird Rouvier dem Fürsten Radolin die schriftliche Erwiderung auf die deutsche Note über Marokko übergeben. Nunmehr sind auch alle Meinungsverschiedenheiten behoben, insbesondere die Art der Verhinderung des Waffenschmuggels zur See, sowie über die Organisation und die Leitung der Polizeiwachen in den Küstengebieten. Demnach bleibt nur noch der einzig wichtige Punkt über den Ort der Konferenz zu erledigen, da gegen den deutschen Vorschlag „Tanger" von französischer Seite gewichtige Gründe angeführt werden. — Die ebenso taktvolle wie wirksame Intervention des deutschen Gesandten Tattenbach in der Angelegenheit des Algeriers Bu Mzian hat hier in Regierungskreisen sehr guten Eindruck gemacht. Man zweifelt nicht, daß auf Tatten- bachs Rat hin sich der Sultan entschließt, dem Gesandten Taillandier einen Beweis seiner Wertschätzung zu geben, indem er den au? der Haft entlassenen Bu Mzian zur Verfügung des französischen Gesandten und nicht des französischen Konsuls stellte. Paris, 31. Aug. Infolge der Freilassung des verhafteten Algeriers Bu Mzian in Tanger ist die französische Expedition nach Marokko auf gegeben worden. Innsbruck, 31. Aug. Aus Christina wird berichtet: Der vermißte Kammersänger Johann Klingenberg aus Braunschweig ist tot aufgefunden. Interlaken, 31. Aug. Die Direktion der Jungfrau bahn reichte ein Konzessionsgesuch ein für eine Auf- zugsanlage von der Station Eismeer bis zur Eigerspitze, 3974 Meter. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag den 1. September 1905: Nachts kühl, am Tage wärmer, heiter und trocken. Aussicht: auf einige Zeit trockene Witterung. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Skisiffsnachrichtell. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 30. Aug. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm der Große", Kapitän O. Clippers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Telephonsscher Kursbericht« Fran 3Vgo/o Reichsanleihe . . 100.80 3 % do. ... 89.70 3*/,% Konsols .... 101.10 30/n do ..... 89.90 R*/i>0/n Hessen .... 100.00 31/, % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . 101.85 4*/e% Oesterr. Silberrento . 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 97.95 4°/o Italien. Rente , . . 106.05 4 % Portugieser I . . 68.60 3°/ Portugiesen. III . 68.30 1% Unif. Türken . . . 90.10 Türkenlose .....137.20 4% Griech. Monopol.-Anl. 54.85 40,0 äussere Arcentiner . 96.90 Tendenz: heute etwas schwächer, Inrt a, II., 31. August 1905. 3°/0 Mexikaner .... 68.40 4Vg% Chinesen .... 97.60 Electric. Schuckert , . . 139.70 Nordd. Lloyd . . . . 139.30 Kreditaktien . . . , . 212.50 Diskonto-Kommandit. . 194.90 Darmstädter Bank . . . 149 70 Dresdener Bank .... 166 20 Berliner Handelsges. . . 172.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80 Lombarden.....20.70 Gottbardhahn ..... —.— Laurahütte ..... 271.30 Bochum ..... 256.50 Harpener......221.60 Stnatschatzscheine . . . 100 30 besonders für deutsche Fonds und Vermögen deutscher Versicherungs-Gesellschaften. Tie Bedeutung der privaten Versicherungs-Gesellschaften für unser modernes Wirtschaftsleben wird u. a. auch durch die hohen Summen beleuchtet, die sie zur Deckung ihrer Versicherungsver- vflichtunqen angesammelt haben und ansammeln mußten. Das Vermögen aller deutschen Privatversicherungs-Gesellschaften betrug ultimo 1886 l*/2, ultimo 1900 31/. und ultimo 1904 4*/4 Milliarden Mark, ist also in den letzten vier Jahren um 1 Milliarde Mark gestiegen. Von dem gesamten Vermögen aller Gesellschaften entfällt auf die größte von ihnen, auf die Viktoria, und vom Ver- mögenszuwachs des letzten Jahres mehr als '/«. Die deutschen Gesellschaften, in erster Linie die Lebensversicherungs-fflesellschaften, legen ihre Kapitalien der Hauptsache nach in mündelsicheren ersten Hypotheken au. So fommt es, daß der Hypothekenbesitz einer einzigen Gesellschaft, der Viktoria, mit 413 Millionen Mk. noch um 84 Millionen Mk. größer ist, als der Besitz an Wertpapieren bei allen Gesellschaften aller Branchen zusammen. Die Lebens- versicherunqs-fflesellschaften haben die größten Rücklagen zu machen, bei ihnen befinden sich daher die größten Vermögenszahlen. Von dem fflesamtvermögen aller Gesellschaften von 41/, Milliarden Mark entfallen 31/, Milliarden auf die Lebensversicherungs-Gesellschaften, davon rimb Milliarde auf die Viktoria. Im Jahre 1904 stieg das Vermögen bei der Viktoria um 6,2 aus 484,6 Millionen Mark, bei der Germania um 17,3 auf 309,1, bei der Gothaer um 11,4 auf 299.1, bei der Leipziger um 15,6 auf 255,7, bei der Stuttgarter um 1 5 auf 243,4 u. L f. Der Vermögenszuwachs bei der Viktoria war ol'o größer, als bei den 4 angeführten Gesellschaften zusammen. Die Vermögensverwaltung kann bei den deutschen Gesellschaften fast durchweg als mustergültig bezeichnet werden. b"/8 2 'Jahre Garantie RHE rsonders 'flSeHITlBSCHITlEn für Hnfrleb durch SSpel. Dampf, Beste i Kinder- Ärztlich empfohlen. /fadar/agen durch Plakate ersiohtl/cf]. Hafer-MflhL 05731 Lollar, den 31. August 1905. Ja Bei meinem Wegzug nach Essen sage den Kollegen nebst Familien, den Meistern und Arbeitern der Main-Weser-Hütte, sowie allen Freunden und Bekannten hklßG febtwoljl! SÄ -"d Air erhl' Unter W M gefüftbet l> faffg eine freit®* SBiWft««1™ des Acuh. «egierunge^ Die Zeiten | tn Süddeutschla unb ebenso Ian Malen ihreh mh-ss-ntz Mich zur Emh< eines Dolwiak , ^ate" klerikal Die Bahn hniri Seit jener Zeü einem aerechten titige hessische w bas Preus Än dem Re tzzrn nach ein» it gestellt, ge (taten nur nc ach erachtete jv Ms der ( fprah. Die \ LberzeuFMg, die Verfassung Unb nun 1 baß auch die tofctä revidier heit hatte nich Was aber sag hessischen Laut die Wahlreej Großherzo^ HW taj es einlv Suddeutschen Oder glaub, ÄMkerparlar des Reiches überwiegende l§d jcht bai tmt? Umgel Auch. Wem Ue ein we rüden, bann Urschenden S y schon nrai ™ sind e bevorfte »derZedlihsch Kage stellen, lchen Macht l^lrecht, l ,^rer eine, Mn Werden. Atsraub in S yug m hanr Aentvahl^ts ^mbanneau; Gr Ifl das 5® 3 L.-SA 6*3» «°K «ul & ^rbe^9? w * feröe^5 53a' «SA * . Der Kenner unter den Sportleuten weiss aus Erfahrung, dass der einzige Gummireifen ist, auf den Hitze und Sonnenstrahlen keine eobldlicho Wirkung ausüben können; er behält durch ein geheimes Fabrikationsverfahren dauernd seine Elastizität. »Union“ bleibt daher von allen anderen Reifensystemen unübertroffen Man wende sich wegen ausführlicher Prospekte an die Mitteldeutsche Gummiwarenfabrik Urals Peter in Frankfurt a. 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