Nr. 126 •titelet tleiit außer Bonn tag*. Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Reffllthen Landwirt die Gießener Kamillen« Mihti viermal in bei Woche beigelegt. WianonSbrucf a. Ver- liL der Brühl 'ichen Unwert.-Buch-u. Stein- brutferei. BL Bangt. Hebafnon, BpwbtUdn unb Druckerei: EchotVeaße V« Adresse füt T epelctien! Anzeiger Gießen. fternfprfd)anld)ht6 s)h 51 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 36. Mai 1905 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Ve»egSprtlAi monall,ch75 iM„ viertel» jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monathcf) 65 Pt.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährt ausichl. Nestellg. Annahme md MnjeH« ii die T, ^rm-rmet S vo iniltrgS J '(Zit. Zc 'ennrerS: airäroartÄ - J’j. Vf anlTVOitl’ land hat, wie ein verzweifelter Spieler, auf diesen letzten Trumpf seine Erwartungen aufgebaut. Das Gebäude der Illusion, noch könne eine Wendung zum Besseren eintreten, ist zusammengebrochen. Petersburger Privatdepeschen schildern den furchtbaren Eindruck der allgemeinen Enttäuschung. Die mühsain unterdrückte Unzufriedenheit mit den politischen Zuständen wird nunmehr zweifellos mit elementarer Gewalt aufs neue sich Lust machen, der Ruf nach Fr lebens schlug, selbst um jeden Preis, wird zu einem Schrei des ganzen Volkes werden, kühner denn je zuvor wird die Revolution ihr Haupt erheben. „Tas ist das En de des Seekrieges", schreibt die „K^reuzztg.", „das ist der Zusammenbruch der Hoffnungen, die von der Flotte erwartet hatten, waö das Landheer nicht leisten konnte." Aber die „Krenzztg." ist gerecht genug, hinzuzufügen: „Trotz des Mißlingens kann man dem russischen Admiral die Anerkennung nicht versagen, daß er seine g.oße Aufgabe mit Umsicht und Entschlossenheit begonnen und ausgeführt hat, soweit seine Kräfte reichten." Mag sein — nur ist man in Petersburg bekanntermaßen fast immer anderer Meinung gewesen über die Umsicht der nicht von Erfolg begleiteten Führer. Es werden vermutlich auch dem W- miral Roschdjestwenski vom grünen Tisch des Kriegsrats cms Febler nachgewiesen werden, schon um der erregten Volksstimmung ein Opfer zu bieten. Die „Rationalztg." siebt ats nächste Folge der Niederlage den Verlust v o n W l a d i w o st o k für wahrscheinlich an. Der „Lok.-ANz." bemerkt u. a.: „Eines ist schon jetzt sicher dast der Kamps in her Korcastrcche die größte Seeschlacht seit den Zeiten mrnmls also seit etwa hundert yahren, gewesen ist/' Für unabseichar hält die „Voss. Ztg." die Folgen dieses wichtigen telegraphischen Berichte stber die Seeschlacht, eon denen wir die erste bereits gestern nachmittag durch Ertrablatt verbreiteten, laiiten: ~ Tokio 29 Mai, 4 Uhr morgen?. Da? Bureau Reuter melde, offiziell: Di- Flotte No s chd s estwen s ki s ifl Brüh,enteil« vernichtet. Zwols Kriegsschiffe find gesunken ober genommen. Zwei Transportschiffe und zwei Torpedojäger sind gesunken. Tokio, 29. Mai, 3 Uhr nachm. Admiral Rebogadow und 3000 russische Seeleute befinden sich in jopanischer Gefangenschaft. Noschdje fi wen?k i ist anscheinend mit- kommen. Tie Schlacht begann am Samstag vormittag. T.e Verfolgung dauert »och an. ~ . Tokio, 29. Mai, 2 /. Uhr nachm. (Reuter.) Inder Schlacht mit der japanischen Flotte sind folgende russischen Schiffe gesunken: die Panzerschiffe „Borodino und _!?kmn-ra,or Alexander III.", die Panzerkreuzer „Admiral Nachimow", „Dmitrij Donstoi" und „Wladimir Mononach", das Panzerschiff „Admiral Uschakow", die geschützten Kreuzer „Swetlana" und „Shemtschug", die Transportschiffe „Kamtschatka" und „Jrtessim" (Irtisch?). Die Panzerschiffe „Drei" und „Nikolaus II." und die geschützten Panzerschiffe „Admiral Ssenjawin" und ^General- Admiral Apraxin" sind von den Japanern genommen worden. Im ganzen sind 10 Schiffe gesunken und vier Schiffe genommen worden. Washington, 29. Mai. (W. B.) Nach einer Depesche des amerikanischen Gesandten in Tokio meldete Admiral Togo, daß olle großen japanishen Schiffe, die am Kampfe in der Tjuschimastraße beteiligt waren, unbeschädigt geblieben sind. Petersburg. 29. Mai. (PetcrSb. Tcl.-Ag.'» Aus Shanghai von heute 8V2 Uhr abends wird gemeldet,'dort sei btc Nachricht eingegangeu, daß 7 javaniscde Schiffe, biaüon zwei Panzer, und 4 russische Schiffe in den Grund gebohrt seien. Hier herrscht die lleberzeu^nng vor die Javaner warten die offiziellen Depeschen des Admirals Noschdsesimenskv ans Wladiwoßol eh und I; oft en so lange mit der Dcl'c-nntmachiing ihrer Verluste zurück. ( Washington, 29. Mai. Ein bei dem Mannedepnrtement eingegang-'n-s Telegramm meldet, daß die russische Flotte am 27. Mai morgens 6 IIFr zwis^'eu dm Goto-Ins'ln und Hit ei hart in der Straße von Korea gesichtet wurde. Sie fuhr in doppelter Kolonne, ShmiStchua, au irr S' iße. dann Borodino, Drei, Suwarow, ?llerand"r ITT . Osffab'a. Siffoj Welikii Nawarin und Nikolai I. nach Steuerbord, Uachinww, Ischakow, Ssenjawtn, Aprarin und die end^rm Kreuzer nacb Backbord. Newpork, 29. Mai. „Newvork Sun" meldet aus Tokio: Dos Marineministerium veröffentlichte bestimmte Angaben darüber, daß die Baltische Flotte am Freitag bet Formosa einen amerikanischen Dampfer in den Grund gebohrt Hobe. Aus Woshinown meldet dasselbe Blatt, daß ein ernstlicher russisch-amerikanischer Zwischenfall drohe. Präsident Roosevelt habe eine Untersuchung angeordnet und den Botschafter v. Lengerk'-Mev^r angem'esen b-rn W russischen Admi- ralitttt Nachricht einz-n ziehen, und wenn sie sich bestätigen sollte, werde zweifellos Scho^nerso^ verlangt werden. Washington, 29. Mai. (W. B.) Der amerikanische Gesandte in Tokio telegrapluert' Laut e'nem i m mltgete'lten Bericht an die japanische Regierung stellt es sich heraus,daß das am 20. Mai von der r u s s i s ch e u F l o t t e auf der Höhe von Formosa zum Sinken gebrachte Schiff, von bcm man annohm, es wäre ein amerfkan's^e^ gnoesen, ein englisches war. — Privatmeldnngen. Neben diesen ofsiz^e '.-u Bt'elouno n liegen stlbstverstöndlieh auch zahlreiche Privatmeldungeu vor. Eine in Paris eingegangene Petersbi'rger Privotmeld"ng befaßt, d^r B^'-odino und einige andere Schiffe seien zielbewu-t geopfert worden, um mit d--m Gros der auf 26 Schilfe g-cscb-'ü-ten Hauptmacht Knrs nach N^roen zu nehmen. Die Meldung verdient ober tomig Glauben. Wahrscheinlicher ist vielm'hr, daß btc russische Marschordnung ^Panze'. in einer Linie, Kreuzer und die übrigen Schiffe in eirwr zweiten Liniel durch einen bei NebelwetBr geglückt"n Anarifs der japanischen Torpedoboote und Torpedoboots--Zersiörer vernichtet und die entstandene Verwirrung möglichst ausgenuvt wurde. Die Fiknkentelegraphie hat den Japanern wie^-'r gründlich gedient, da seit Freitag alle Bewegungen der russischen Flotte von der Insel Quelport aus angezeigt wurden. In Nagasaki wußte man übrigens schon Freitaa. daß Togo dm von russischer Seite miSgesprengten Gerüchten, als würde cs sich in der Koreastraße nur um ein unbedeutendes Engagement handeln, nicht traute, sondern nordöstlich von Tsuschima seine Hauptmacht vereinigte. Die Minenleaung war seit acht Tagen vollendet. Davon konnten die Russen Kennt,ns haben. Angenommen wird, daß sie gekaufte Piloten auS Nagasaki an Bord hatten und mit deren .Hjlse unter dem Schutz des Nebels an Tsuschima vorbeizukommen hofften Nach den offiziellen Meldungen soll R o sch d j e stw en s ki entkommen sein. Ein in London zirlüll'-rendes, indes durch-aus unglaubwürdiges Gorücht besagt, er habe sstb mst seinem Admiral- schiff in die Lust gesprengt. — Das Pariser „Journal" meldet aus Washington, es s.i RoschdjestwenSki gelunaen, bte Meerengf von Korea zu passieren, indem er die w'rtlosesten Gefechtseinheiten opferte. Mit dem übrigen Teil der Flotte sei er nach Norden entkommen. Ein römisches Telegramm aus Wladiwostok berieltet, da? die 6'eschwoder der Admirale Kamimura und Uriga bei Wladiwostok erschimen seien, um dem Oleschwodm Rosstdjestwenslls den Weg zu verlegen. Eine zweite Schlacht stehe bevor. Die offiziellen Meldungeit über den Zustand der javanischen Flotte widersprechen, einander. Es heißt sowohl, baF sie im wesentlichen unbeschädigt fei", als daß 7 Schiffe in den Grund gebohrt seien. Die erste.Meldung stimmt b^z-eichnender- weise von japanischer, die zweite von russischer Seite. Der Londoner „Dailh Erpreß" meldet aus Tschifu, der japanische Kreuzer „Nishin" sei außer Gefecht gesetzt. Nach Privat-Depescher. aus Tokio, Tschifu und Shanghai haben die Japaner die nicht versenkten oder wegg-enommenen russischen Schisse zerstreut und sind in ihrer Verfolgung narb Wladiwostok z,u begriffen. Nach einer Meldung aus Tientsin sollen die Verluste der Japaner bedeutend gewesen sein, doch glaubt man, daß das Hauptziel, die S P e r r u n g d e s W e g e s n a ch N o r d e n für die Russen. d"rch die japanische Flotte e r r e i ch t werden ist. Der fr-rnzösische Admiral Vienaimö wurde befragt, ob er die russische Niederlage für entscheidend halte. Er antwortete: Keineswegs! Man werde abznwarten haben, ob das Gros der russischen Schiffe einen solchen Vorsprung gewinnen könne, daß eine Verfolgung ill"sorisch erscheint. Vorläufig ist Bienaimb geneigt, dies anzunehmen. Die Russen sind also wieder einmal gründlich geschlafen worden. Wenn au cf] vielleicht nicht dem kommnndiermden Mmtral Roschdjestwenski selber, so mußte doch seinm Seeleuten nach so vielen und so schweren Niedeptagen der russischen Waffen die Siegeszuversicht felsten, die den Erfolg in erster Linie gewährleistet. Und es fehlte den Russen doch jedenfalls auch der intelligente Patriotismus, den wir so ost an den Japanern bewundern konnten, die Einsicht von der Notwendigkeit der Selbstaufopferung für das bedrohte Vaterland. Es war,auch nicht glaubhaft, daß,' was Ausbildung betrifft, die russische Marine in einigen Monaten hie «Mähnwiif» von Jahren hätte nnrfiMen können. So überrascht nicht eigentlich die russische Niederlage mH sich sondern höchstens d-ren geradezu vernichtende Schwere. Admiral Nebogatow mtb 2-000 russische Seeleute gerieten in japanische Gefangenschaft. Von 11 Panzern haben die Russen 7, von 11 Kreuzern 5 verloren. Und es fragt sich noch, wieviel von dem Rest der Baltischen Flotte nach dem Durchbruch oder auf dem Umweg durch die Tsimarustrafte den rettenden Hasen Wladiwostok erreichen wird. ?lber selbst angenommen, sie alle erreichten dies Ziel imb der jedenfalls doch wohl entkommene Roschdiestwens^' vereinigte ve dort mit den beiden „Mladiwosto^- Krernern „Rosssta' und „Growoboi" wieder unter seinem Kommando, er würde den Javanern nur dann in Zuffmst^ gesälrrlich werden können, wenn, auch diese in der Seeschlacht ähnlich schwer gelitterr hätten, wie die Russen. Das aber ist nach den bisherigen Meldunaen durchaus nicht anzunehm"n. Unter energischer Führrrng könnte dr Flottenrest von Wladiwostok aus! noch einige Zeit die Schiffahrt im Japanischen Meer, beunruhigen, aber er verniag nicht die Seeverbindungen der japanischen Armee dauernd zu stören und er wird schließlich In Wladr-- wostok das Sebicksal des früheren Pazifischen Geschwaders in Port Arthur teilen. Aus beut Grande des Meeres oder zerschossen und blut» n cf ran ft in feindlichen Häsen liegen bis auf wenige die stolzen Schiffe des Baltischen Geschwaders. Man kann sich der Tragik dieses Schicksals nicht entziehen. Die Kämpfe , der russischen Landarmee scheinen mm ganz aussichtslos. Linewitsch wird nicht die Fehler Knropatkins wieder g"t m^ch"n, wie auch Rosch- diestwensk' die Fehler oer Stork, Wittbösft, Uchitomski nicht U'ieder ausgllichen konnte. In der Seeschlacht am Eingang des Javanischen Meeres nr’e»te sich das Andreaskreuz vor dem Banner mit der ausgehenden Sonne. Aus der Mandschurei. Petersburg, 29. Mai. Dem Korrespondenten des Ruß zufolge konzentriren sich die Javaner in der Nähe von T s cd i i u. Bier Armeen sollen sich südlich von der Stadt befinden, während eine fünfte durch Ehungusen verstärkt vor der russischen Front sich befindet. lJetzt, nach dem glänzenden Ausgang der Seeschlacht werden die Javaner jedenfalls glich wieder die Dsseilsive in der Mandfchllrei anfiiehmen. Auch dem russischen Landbeere steht vielleicht fchon bald der völlige Untergang bevor.) Wie cs mit dem tnerhn russischen Geschwader steht? Ein rllssiscber Mariileofsizier, der erst kürzlich den Befehl erhalten hatte, sich zirr f)lwahrt mit dem vierten baltischen Geschwader bereit zu halten, erzählte dem Petersburger Korresvondenten der „Frkt. Ztg.", man habe ihm am 25. d. M.^im Marinestab gesagt, daß das vierteGesch wader einstiveilen überhaupt nicht i it See geben werde, dlls Grlrnd gibt man die Entd e ck u n g von großen Unterschlagungen — es werden 28 Millionen genannt — an. Deutsche Schiffe in der Schlacht. Hamburg, 29. Mai. Bei dem dritten russischen Geschlvader, das von Admiral Togo besiegt worden ist, befanden sich die Dampfer „Angnlta Viktoria", „Fürst Bismark" und „Eokumbia", die ehemals der Flotte der Hamburg-Ainerika-Linie angehört haben, Da diese Dampfer nicht vercbartert, sondern an Rnßlalld oerfanft worden waren, so würde ein etwaiger Berlrist der Schiffe die Hgnlburg-Amerika-Linie nicht tangieren Auf den Schissen befanden sich keine delitsche Mannschaften als Besqtzltng. Pust and in Hturm und Drang» In Warschau durckjziehen Kosaken- und andere Ka» valleriepatrouillen die Straßen. Der Gouverneur erklärte, er werde die Ordnung in der Stadt aufrecht erhalten und wenn die Truppen bis zum Winter hinein in der Stadt zubringen müßten. In Lod z sind neue Kundgebungen erfolgt, bei denen zwei Juden erschossen wurden. Die sibirische Stadt Tscheljabinsk befindet sich seit drei Tagen im Kriegs-ustande. Die Häuser der Bürger werden demoliert und niedergebrannt, die Einwohner schonungslos niedergemetzelt. Es verlautet, daß die Anführer dieser revolutionären Bewegung mit den Regierungsbeamten im Einverständnis handelten. Die Polizei verbietet den Bürgern jedwede Selbstverteidigung, verhält sich aber vollständig passiv. Eine Eskadron Kosaken, die schließlich aufgeboten wurden, um das Los der friedlichen Einwohner ztt schützen, ist zur Gegenpartei übergegangen. Mart erwartet stündlich ernste Zusammenstöße. Teutirficd Reicki. Berlin, 29. Mai. 5)eute abend sand beim Kaiser im Schloß Tafel statt, an der teilnahmen die heute ein* getroffenen japanischen, griechischen und montenegrinischen Fürstlichkeiten, der Kronprinz, die Prinzen Eitel Friedrich und üPnßiift Wilhelm, der Reichskanzler mit Gemahlin, Staatssekretär Frhr. v. Richthofen, der japanische Gesandte mit Gemahlin, der griechische Gesandte, der italienische Botschafter und andere. — Tie Hofansage für die Festlichkeiten anläßlich der Hochzeit des Kronprinzen ist heute ergangen. Der Einzug der Herzogin Geeilte erfolgt am 3. Juni nachmittags 5 Uhr. Unmittelbar nach der Ankunft im königl. Schlosse erfolgt die Vollziehung der Ehepakten. Am 4. Juni vormittags Kirchgang des Brautpaares im Tom, abends 8 Uhr Galatafel im Schlosse, gegen 9Vs Uhr Fackelzug der Berliner Studentenschaft. Am 5. Juni vormittags 11 Uhr Empfang der Deputationen aus dem Lande, abends 8 Uhr Festvorstellung im Opernhause. Am 6. Juni nachmittags 4Vs Uhr Vollziehung des standesamtlichen Aktes durch beul Hausminister, um 5 Uhr kirchliche Vermählung in der Schloßkapelle. Nach der Zercmonientafel gegen 8 Uhr Fackeltanz im weißen Saale. — Ter Reichstag wird voraussichtlich morgen, Dienstag, nach kurzer Sitzung seine weiteren Beratungen abbrecheu. Ob Vertagung bis zum Herbst oder Schluß der Session eintreten wird, steht noch nicht fest. Ter Kaiser ist anscheinend um Genehmiguug der Vertagung ersucht worden. — Wie die „Tägl. Rundsch." hört, steht es feft, daß der Reichstag vertagt und nicht geschlossen wird. Ferner steht fest, daß die Budgetkommission vor Wieder- Zusammentritt des Reichstages wahrscheinlich Mitte September zusammentrcteu wird, um M Militärpensiousgesetz sertigzustellen. >— D-aS Abgeordnetenhaus hat heute in dritter «Lesung die Berggesetznovelle über die Stillegung von Zechen angenommen. Dafür stimmten Konservative) Freikonservative, Zentrum und die freisinnige Vereinigung. Hierauf gelangte der Gesetzentwurf über die Aen- derung der Landesgrenze gegen die freie Hansestadt Bremen in zweiter Lesung zur Annahme. Der Antrag Gamp betreffend die Mutungssperre wurde von der Tagesordnung «ab gesetzt. Ausland. Paris, 29. Mai. Die Polizei überwacht mit großer Strenge alle Spanier. So wurde in Narboue ein Schuhmacher verhaftet, der verdächtig erscheint. In Paris wurde eine Kiste beschlagnahmt, die an die 'Adresse des betreffenden Schuhmachers gerichtet war und eine Bombe enthielt. Die Polizei ist überzeugt, daß es sich hierbei um ein Kom- plottgegendasLebendesKönigsvonSpanien handelte. Madrid, 29. Mai. Silvela ist heute abend 7 Uhr gestorben. (Silvela war am 15. Dez. 1843 geboren. Er studierte die Rechte, wurde Journalist und trat 1869 in die Cortes, wo er sich den Konservativen anschloß. Nach der Wiederherstellung der Monarchie war er Unterstaatssekretär int Ministerium des Innern, dann Minister des Innern und Minister der Justiz. Im Jahre 1892 gründete er eine neukonservative Partei, die aber nach der Ermordung von Canovas 1897 sich wieder mit den Mtkonservativen zu einer Gesamtpartei vereinigte, die in Silvela ihren Führer anerkannte. Als nach dem unglücklichen K'riege mit den Vereinigten Staaten das liberale Ministerium Sagasta gestürzt war, wurde Silvela 1899 an die Spitze der Negierung berufen mit der Mfgabe, Spanien aus dem tiefen Fall, den der Krieg enthüllte, wieder aufzurichten. Silvela aber war nicht imstande, seine Versprechungen zu erfüllen. Auch ein zweites und ein drittes Ministerium Silvela hatte keinen Erfolg.) Tanger, 28. Mai. Der Sultan empfing den Grafen Ta tt en buch sogar am ersten Muludfeiertag, eine Ehre, die noch keinem fremden Gesandten ie bier zuteil wurde. Keer und Alotte. *„Ein ganzes Regiment strafversetzt!" Unter dieser Spitzmarke macht das „Berl. Tagcbl." auf eine Notiz der soeben erschienenen Rang- und Quartierliste aufmerksam. Es heißt da auf Seite 342 beim Magdeburgischen Dragonerregiment Nr. 6 unter Angabe des Standortes: „Diedenhosen (vom 1. Juli 1905 a b: Main z)" — und 23 Seiten weiter beim Husarenregi- mentKönigHumbertvon Italien (1. Kurhessisches) Nr. 13: „M ainz (vom 1. Juli 1905 ab: Dioden- hofe n)." Die beiden Truppenteile werden also miteinander tauschen, und es bedarf keines besonderen Scharfblickes, um zu erkennen, wer bei diesem Tausch den Vorteil hat. Diedcn- hofen gilt in der Armee von jeher als eine derjenigen westlichen Garnisonen, die keine besondere Anziehungskraft auf die jungen Offiziere aus^uüben vermögen. Dagegen zählt Mainz zu den beliebte st en Garnisonen des Reichs. Das „Berl. Tagebl." will wissen, die Ursache des Wechsels sei auf die direkte Initiative des Kaisers zurückzuführen, und diese Initiative wurde ergriffen, als die näheren Umstände des Selbstmordes des Leutnants Dietz bekannt wurden, der sich, wie erinnerlich, erschoß, weil er die Behandlung durch seinen Obersten nicht mehr glaubte ertragen zu können. Im Anschluß hieran sei eine Hamburger Meldung der „Fwankf. Ztg." wiedergegeben. Danach soll in der ganzen Provinz Schleswig-Holstein ein Garnisonaustausch bevorstehen. Vis jetzt sei bekannt, daß das 31. Infanterieregiment nach Mörchinaen verlegt wird. Der Hessisch-preußische ^ottmev’rfraß. Die amtl. „Darmst. Ztg." teilt Nau§ zuverlässiger Quelle" folgendes mit: Zwischen den Regierungen von Preußen, Hessen und den Thüringisch-Anhaltischen Staaten ist nunmehr eine Verständigung darüber zustande gekommen, daß die Hessisch- Thüringische Staatslotterie nach Ablauf der 7. Lotterie (1. Juni 1906) gegen Zahlung einer Rente seitens der preußischen Negierung eingestellt wird. Aus dem weiteren Inhalt des vereinbarten Staatsvertrages, welcher demnächst den Landständen zugehen wird, können wir schon heute einige, die beim Betrieb der Lotterie Beteiligten näher berührende Bestimmungen mitteilen. Die Preußische General-Lotterie-Direktion wird für das seitherige Hessisch-Thüringische Lotteriegebiet die ihr von der Las,des- regienmg bezeichneten bisherigen Kollekten re der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie, welche — abgesehen von lieber- tretungen landesrechtlicher Lotteriestrafgesetze — unbescholten sind, die vorgeschriebene Sicherheit stellen und sich verpflichten, für die nächsten zwei Lotterien wenigstens 100 Lose der Preußischen Klassenlotterie abzusetzen, als P r e u ß i s ch e E i n n e h m e r über- nehmen und als solche so lange belassen, als ihre Gefchästs- führung den für die Preußischen Lotterieeinnehiner maßgebenden Bestiimnungen entspricht und sie mindestens 50 Lose feder Preußischen Klassenlotterie absetzen oder fest übernehmen, Auch diejenigen Kollekteure, welche sich nicht verpflichten, wenigstens 100 Lose abzusetzen, wird die Preußische Generaldirektion bei Uebertragung von Einnehmerstellen in dem Hessisch-Thüringischen Lolteriegebiet „tunlichst berücksichtigen". Bis aus weiteres wird in D a r m st a d t eine Geschäftsstelle der Preußischen General-Lotterie-Tirektion errichtet werden. Tie Preußische Regierung wird die Beamten der Hessisch-Thüringischen Staalslotterie in ihren Dienst nehmen, insoweit sie hierzu geeignet sind und sich zur Deckung des durch die Ausführung dieses Vertrages bedingten Mehrbedaris an Beamten der Preußischen Lotterieverwaltung innerhalb der ersten zwei Jahre nach Inkrafttreten des Vertrages eine Möglichkeit zu ihrer Verwendung ergibt. Die Preußische General-Lotterie-Tirektion wird darauf Bedacht nehmen, diejenigen Geschäfte, wie Druckereien und Papiergeschäfte, welche bisher für die Direktion oder die Kollekteure der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie geliefert haben, auch für die Z u - tun ft mit Aufträgen zu bedenken. Zwischen den Kommissaren von Hessen und den Thüringisch-Anhaltischen Staaten ist weiter vereinbart worden, daß ein Betrag von 500 000 Mk. dazu verwendet werde, den bisherigen Kollekteuren der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie den Uedergaug in die neuen Verhält- nisie durch Gewährung anaemesiener Beihilfen zu erleichtern. Aus tzladl >u:d LlUiö. Gießen, 30. Mai 1905. ** Personalien. S. K. ö. der Großherzog haben öen Bauinspektor für besondere Bauausführungen August Becker zu Gießen zum Bauinspektor des .Hochbauamts Gießen, den etatsmäßigen Bauinspektor Landman n zu Darmstadt zum Bauinspeltor für besondere Bauausführungen, den Bauassessor Bauinspektor Klump zu Dieburg zum Bau- mspektor des Hochbauamts Dieburg, den Negierungsbau- meister Beck aus Homberg a. d. Ohm zum Bauassesjor, sämtlich mit Wirkung vom 16. Juni 1905 an ernannt. — Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung vom 27. Mai d. Js. wurde der Bauinspektor des Hochbauamts Gießen August Becker in der Stelle de§ Vorstandes der Baubehörde für die Universitätsneubauten zu Gießen belassen und der Bauinspektor für besondere Bauausführungen Landin ann zu Darmstadt zum Vorstand der Baubehörde für die Erweiterungsbauten an der Technischen Hochschule zu Darmstadt endgiltig bestellt. — Der Major a. D. Karl Freiherr von Starck wurde zum Kammerherrn ernannt, der durch die Tekanatssynode des Dekanats Grünberg für den Rest der im Jahre 1908 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Georgi zu Ermenrod zum Stellvertreter des Dekans de§ Dekanats Grünberg wurde die Bestätigung erteilt. — Uebertragen wurde imtcrm 24. Mai d. Js. dem Schullehrer Müller zu Lautern eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lorsch, der Schulamtsaspirantin B u n d aus Mainz eine Lehrerinnenstelle der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Möslein, Unterarzt beim 4. Großh. Hess. Jnf.-Rgt. (Prinz Karl) Rr. 118, zum 1. Großh. Hess. Drag.-Rgt. (Garde-Drag.- Rgt.) Rr. 23 versetzt und mit Wahrnehmung der offenen Assist.-Arststclle beauftragt. ** Sitzung des P r o v i n zi a lau ss ch u s s e s. Da der Provinzialausschnß am Samstag eine längere nichtöffentliche Sitzung abhielt, kam in der darauf folgenden Sitzung nur die Verlegung der Haltestelle in Ranstadt, hier Enteignung von Gelände, zur Verhandlung. Für die neue Haltestelle in Ranstadt bedarf die Eisenbahnverwaltung u. a. auch eines Teils der Parzelle Flur 4 Nr. 143 der Gemarkung Ranstadt, deren Eigentümer mit dem gebotenen Preis von 60 Psg. pro Quadratmeter sich nicht einverstanden erklärten. Die Lokalkommission kam bei ihrer Schätzung des beanspruchten Geländes zu dem Ergebnis, daß der'Betrag von 1,50 Mk. pro Quadratmeter zuzüglich einer Entschädigung für Obstbäume znzu- biUigen sei. Da auch dieser Preis "den Grundeigentümern noch zu gering schien, gelangten die Akten zur Vorlage vor den Provinzialausschuß. Dieser schloß sich nach vorher- gegangencr Besichtigung bezüglich des Preises für den Grund und Boden dem Gutachten der Lokalkommission an. ** Unsere Redakti on hat neben dem Verlag und der Expedition ein eigenes Telephon erhalten, das die Nr. 112 führt. Bei Mitteilungen, die nach 1 Uhr mittags der Redaktion gemacht werden sollen, bitten wir Nr. 51, den Verlag des Gieß. Anz., anzurnfen. Bei dieser Gelegenheit weisen wir darauf hin, daß noch immer nicht zur Genüge bekann ist, daß Redaktion und Expedition der Zeitung gänzlich getrennte Geschäftszweige sind. Die Expedition nimmt nur bezahlte Jnseratenaufträge entgegen, während die Redaktion den Text- und Nachrichtenteil bearbeitet. ** Zur Vorbereitung der Feier des 300- jährigen Bestehens der Landesuniversität hat sich hier ein Komitee gebildet, das sich u. a. auch mit Verbesserungen des Stipendienwesens beschäftigt. Schon jetzt werden Beiträge erbeten zur Gründung eines größeren Stipendienfonds. In dieser Angelegenheit wurde, wie wir der „Alsf. Oberst. Ztg." entnehmen, am 24. Mai von der Konferenz der Geistlichen des Dekanats Alsfeld beschlossen, eine Anregung zur allgemeinen und gemeinsamen Beteiligung der gesamten hessischen Geistlichkeit zu geben, etwa in der Weise, daß in allen Dekanaten gesammelt wird, daß jeder Geistliche drei Jahre lang einen jährlichen Beitrag von 10 Mk. leisten möge, daß eine Kommission zur Ausführung dieses Planes eingesetzt wird. Man rechnet, daß man bei solch einer allgemeinen Beteiligung bis 1907, die Summe von 12 000 Mk. zusammenbringen wird, deren Zinsen zur Unterstützung von Theologie- Studierenden verwendet werden sollen, weil diese vielfach aus den weniger bemittelten Kreisen stammend, der Stipendien am meisten bedürfen. ** Der Gießener Schneiderstreik scheint neuerdings doch fortdauern zu wollen. Am Donnerstag hatte, so erfahren wir, der hiesige Vertreter der Arbeitnehmer bei dem Vorsitzenden der Arbeitgeber die Einwilligung der Gehilfen zur' Festlegung des ihnen vor Beginn des Streiks zugebilligten Tarifs erklärt, dabei allerdings die Bitte ausgesprochen, man möge auf die Sbnfertignng von Hosen it n b Westen eine kleine Tariferhöhung bewilligen, damit in der Öffentlichkeit nicht der Anschein erweckt werde, als sei die 'Arbeit bedingungslos wieder ausgenommen worden. Es würde darauf auf die Möglichkeit verwiesen, daß die Arbeitgeber nach Wiederaufnahme der Arbeit sich zu diesen gewünschten Tariferhöhungen bereit finden würden. Daraufhin sagte der Führer der Gehilfen zu, daß eine Festlegung des zugebilligten Tarifs beim Gewerbegericht stattfinden werde und am nächsten Tage, also Freitag, die Arbeit wieder ausgenommen werden solle. Die Streikposten wurden sofort abberufen. Die Arbeitgeber erwarteten danach stündlich die Ausführung der Mmachung, allein vergebens. Am Samstag vormittag erschien der Führer der Gehilfenschaft wiederum und gab schriftlich davon Kenntnis, daß die hiesigen Gehilfen den Münchener Zentralverband der Arbeitgeber auffordcrten, seinen hiesigen Lokalverband anzuweisen, mit den Gießener Arbeitnehmern vor dem Ge- wcrbegericht wegen Lohnerhöhung zu verhandeln. Der Vorsitzende des hiesigen Arbeitgeberverbandes gab das betr. Schriftstück unter Hinweis auf die am Donnerstag gepflogenen 'Abmachungen zurück und verwies die Arbeitnehmer selbst an die Münchener Zentrale. — Heut" erhalten wir nun folgendes Telegramm aus Braunschweig: Der Schneidergehilsenverband kündigte telegraphisch dem Münchener Zentralvorstand des Arbeitgeberverbandes für den 30. Mai den Ausbruch eines Gehilfen st reiks in 60 Städten an, falls der Gießener Streik nicht beigelegt werde. Der hiesige Arbeitgeberverband wurde, so teilt man uns mit, von der Münchener Zentrale nach Kenntnisnahme dieser Braunschweiger Meldung ersucht, ihre Gehilfen nochmals aufzufordern, bie Arbeit am Montag auszunehmen. Dies ist nun nicht geschehen, vielmehr wurden aufS neue die Streikposten ausgestellt. Es ist nun anzunehmen, daß vom Münchener Arbeitgeberverband die leidige Streiksache endlich aus der Welt geschafft wird. Kerichtsiaal. Thorn, 29. Mai. Unter großem Andranae des Publikums begann heute früh vor der Strafkammer der Prozeß gegen den früheren Oberleutnant Helmut Wessel aus Minden, dcr des Bezuges, der Urknudmfäischuug, sowie der Unterschlagung von 1020 Frcs. beschuldig: ist. Man hat es bei Wessel bekanntlich mit einem dcr intercssantesten und gefährlichsten Men- tenrer und Spione der Gegenwart zu tun. Bei seiner Festnahme ist die deutsche Regierung in einer von dem üblichen Verfahren so sehr abweichenden Form vorgegangen, daß der Fall in den an Wessels Auslieferung beteiligten Ländern, — Frankreich, Italien und Belgien — zeitweise eine förmliche Protestbewegung gegen Deutschland hervorgerufen bat. Außerdem hat die Affaire noch die bemerkenswerte Tatsache gezeitigt, daß dem heutigen Prozeß eine mehr alS zweijährige Nnter- su ch u n gs b a st des Angeklagten voraufgegangen ist, die diesem zu der Beschuldigung Veranlassung gab, die deutsche Regierung wolle ihn als einen Mitwisser über die Beteiligung des deutschen Generalstabes an der Drepfus-Affaire für möglichst lange Zeit mundtot machen. m 8 Uhr abends verkündete Landgerichtsrat Scharnier folgendes ,U r t e i l: Der Angeklagte und sein Verteidiger haben es so hingeffellt. als wäre die Anllage nur eine Lappalie, da „er Staatsregierung daran liege, den Angeklagten fest in ihre Hände zu b'kommen. Dieser Umstand scheidet für das Gericht g-'u; aus. Der Angeklagte ist lediglich vorgeführt unter der Beschuldigung ^r Urkundenfälschung und des Betruges. Da!- Gericht könne nur di>'se Straftaten in Betracht ziehen und e$ i? für das Gericht vollständig gleichgiltig, ob der Angellagte danel n noch ein Landesverräter iff oder nicht. Was die Unterschlagun j anbetrifsi, so hat der Sta-tsanwalt die Anklage selbst fallen laffcn. nachdem er ausgesiihrt hatte, daß dem Angellagten ein subjektives Verschulden nicht nachzuweisen sei. Dagegen bleiben eine schwere und zwei einfache Urkundenfälschungen übrig. Das Gerich. nimmt als erwiesen an, daß der Angeklagte in vi r Fällen der ihm zur Last gelegten Fälschungen schuldig sei. Der Mgeklagte wird deshalb zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt, wovon 9 Monate durch die Untersuchungshaft als verbüß' abgerechnet werden, fo daß der Angeklagte nur noch 3 Monate zu verbüßen hat. Trotzdem erllärte der Angellagte, Revision anmclden zu wollen und wurde dann in die Un^erOf^vtrniSTTAft ^«rr •XlvivrrHtüts-Tiatßrtifitfn. Göttingen, 29. Mai. Die akademischen Behörden Der» sagten vorerst der Korvoration der Finkenschalt die G e n e h m i g i! n q. Erst soll der Nachweis geliefert werden, daß ein allgei,wines Bedürfnis zur Bildung einer Korporation vorliegt. (-) Dem o. Professor der Physik und Direktor des physikalischen stlnstitilts an der Technischen Hochschule in Dresden Tr. Wilhelm H a l l w a ch s ist der Titel und Rang als „Geheimer Hosrat" verliehen worden. H. ist ein geborener Darmstädter (1859). AröUtcröewcgung. Bremen, 29. Mai. 350 SchneiderFesellen streiken, weil sie wegen der Aussperrung in Gießen kerne Arbeit übernehmen wollen. Hamburg, 29. Mai. Neben den Zimmerern sind auch die Mauerer in eine L o h n b e w e gu n g eingetreten, sie fordern ''ine Erhöhung des Stundenlohns um fünf Pfennig. Bei Ablehnung dieser Forderung soll der Streik erklärt werden. Lübeck, 29. Mai. Hier legten in sämtlichen Schneiderwerkstätten die organisierten Gesellen auf Anordnung des' Zentralvor^andes -,u M'"'77ch"n Arbeit nieder. KirlÜtilke ^aArilüten. Katholische Gemeinde. Mittwoch den 31. Mai: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Donnerstag den 1. Juni, Ehristi Himmelfahrt: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. Vor- mitags um 7 Uhr:' Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. Vormittags um 9Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/, Uhr: Fest-Andach t. Handel und Verkehr. Dolkswlrlschafk. E r z - K u x e. F e r n i e. Angebot 3150, Nachfrage 3075. Ausbeuten und 3u- bnßen, 1903: 225: 1904: 300. Telephonisches* Kursbericht. Frankfurt a. M., 29. Mai. Offizielle Schluasknrse. 3Vao/o Reiohtianleihe . . 101.55 3% do. . . . 90.50 3V,% Konsole . . . . 101.40 um 8 Uhr: Tie rediqt. Domittogs ttags um 21/, Uhr: . 96.10 . 135 80 ,1M . 20890 . J8650 .14025 . 16360 . 168 80 . 142.60 . 1540 . 188.00 . 265.00 . 240.90 .21140 . 100.55 MllHafl. uSbeuten und Zu- er . . »en . » ■nckert . d . . romandil Bank . Unk . . ndelegeg. »tabahu. I'lm« teilen, ®! Arbeit ibentefr "MMN sind tmi ^eten. sie forbcni Pfennig. Bei W- lcrrt werden. >ben Schneiden uf AnordnW -es nieder. n. " korben »etl n.fenfd)Qft di« leferf werden, U _rPovation oorfieQt. ?65 vb-lsirnlischen §ben^Wm 'Emer hosrat' öer. er (1869). LLK ^'üq beas^ng *« 4?b *»*? “J?.n «ege % Ä «»Ä Ä 'N Ä L > .vH legte« SrotL ” St** w 's i ©erehWO ait Lter '°°'" /' teitt uni auf i« itno" “ ’ wtt. b „ i« ,ft b,< » /tti te ®*' Iflrt 1 . t (rS«n.mW !' '-rb">'Sb„ i« f A .non »6,il('n l 1 h/ib ,rfl , Dl Lu!?(lfc ",(b ajU" Alft' idle Schlnssknise. . 6660 Die Seeschlacht. London, 30. Mai. „Daily Mail" meldet aus Soul: Admiral Togo weilte am Morgen des Sonnabend mit fast allen großen japanischen Schiffen auf der Höhe Masampho. Die Russen waren durch den östlichenKanal, das heißt zwischen Tschnschina und Japan, in die Ko re ast raß e eingedrnngen. Togo fuhr unverzüglich mit großer Schnellig. feit um d-e Rordspiße von Tschnschina herum. Als er an der Insel vorbeigefahren war, sah er die Russen in zwei Kolonnen herannaben. Er lief auf die Flanke der Backbord- kolonne, sowie auf die Spitze der Steuerbordkolonne, ein heftiges Feuer eröffnend. Als unter den russischen Schiffen Unordnung einzutreten begann, drängte sie Admiral Togo in die japanische Küste, wo sie von allen unter japanisch er Flagge kämpfend nSchiffcu angegriffen wurden. Mehrere Torpedobootsanariffe auf die russische Flotte Waren von größtem Erfolg begleitet 6s ist wahrscheinlich, daß die Schiffe, welche entkamen, Wladiwostok erreichen werden. Wie dem- selben Blatt aus Washington gemeldet wird, erhielt das Marinedepartcment ein Telegramm aus Tokio, nach welchem das Flaggschiff des AdmiralS Roschdjeftwenskis- Washington, 29. Mai. (Reuter.) Nachrichten zufolge, die beim Marinedepartement aus Tokio eingegangen sind, wu de außer den bereits genannten Schiffen noch das russische Schlachtschiff „ S i s s o i We l i k i" genommen und das Flaggschiff Noschdj estwenskis schwer be- s ch «'s d i g t. n0 n ' "O Mai. Einern Telegramm aus Tokio zufolge firs die Kreuzer > r rassischen Flotte entkommen und ar der Fahrt nach Wladiwostok. Auch die j a pa n i s ch e Flotte soll schwer mitgenommen sein, srdaß sie die Verfolgung der rrss'schen Schisse nicht aufnebmen konnte. W un auch die zan'nisch-n ni '• b-kaunt sind, so steht do'i soviel fest, d di" H a u v t st r e i t k r ä f te Japans auf Monade hinaus seeuntüchtig sind. Petersburg, PO. Mai Rach Meld"ngen aus Wladi- osiok sind b-rf vier Fahrzeuge des russischen Geschwa- -rs sowie d-r TorP-d. r eV i-.j eing'-troffen. Auf lehtt-rem l s'ch ange'- ch Ras d l e si w nski befinden, der durch >"i- -s>- ffm verwundet v'urde und dess"n Zustand sehr bedenklich sein f il. — Wie verlautet, Huben die Javaner ' "t 70 Torpedobooten in der Seeschlacht in der Korea- e die Flöt'- ang kiffen. GO dieser Boote feien entweder in de n t'lrund gebohrt eher kampfunfähig gemacht ,0Tl "'ch —r < ; ch o s ch d) estwenski mit em jicfi sein O,eschwc.o ?>..• ;? f c £mic durchbrochen hat. Snwaroff, mit RoschdjestwenSki an Bord ge- fünfen fei. Paris, 30. Mai. Nach einer Meldung aus Tokio ist Nebogadows Geschwader ganz vernichtet. An Bord dieser Schiffe befanden sich 6479 Mann, 456 Geschütze. Um der Gefangenschaft zu entgehen, suchte und fand ein russischer Schi ffskomMandant des Geschwaders Nebogadows den Tod in den Wellen. London, 29. Mai. Die japanische Gesandtschaft veröffentlicht eine Neide Telegramme des Admirals Togo, welche melden, das japanische vereinigte Geschwader griff die baltische Flotte zur Tageszeit am 27. Mai nahe bei Oho sch ine an und brachte wenigstens vier Schiffe zum Sinken; der Schaden der japanischen Schiffe war unbedeutend. Ein Torpedoangrisf erfolgte nach Sonnenuntergang. Tas Hauptgeschwader erneuerte den Angriff am 28. Mai, wo mehrere russische Schiffe sich ergaben. Die Verluste der Nüssen sind ivie folgt: ein Küstenpanzer, fünf Kreuzer, zwei Schiffe vom Spezialdienst und drei Torpedojäger gesunken, zwei Panzer, :wei Küstenpanzer, ein Schiff vom Spezialdicnst und ein Torpedojäger genommen. & das; wir für i te cufe körperliche Entwicklung dcr S äualitige in Knorrs Hafermehl ein kostbares natürliches Präparat besitzen, das Fernem der Rinder vorentbalten wurden darf! Es siebt fest, das; man mit Knorrs Hafermehl durch Zusatz von Rubmilch ein der Muttermilch an Nährwert nahezu gleichkommendes Getränk erhebt, welches den Soimlmgen bestens bekommt und bei dem sie vorzüglich gedeihen. Knorrs kafermelsi wirkt blutbildend, gibt straffe Illnsfcln und begünstigt vorteilhaft einen festen Knochenbau, weil es viel von dem für die Knochenbildnn^ ini'rLs” liehen Phosphor enfb -lt. Dies dürfen die Klütt T ' n Untere ' de« Kinderwohles nie veraessen! ’> Möbel aller Arten. Gemar- 2931 G eißler, OWrichtsvoll^ieber. Hiermit und in obigen Ge- UHr an der der im Ueber^ fff Herren uni Knaben zu Freisen Ss Ca^;.d». Mötaarenhatts A. Fanqmann r.» Hlfllff-r CYY)XxtStaxtvA IQ i für 3&iKl ■ Handschuhe Strümpfe ünterzeuge Korsetten findet die Ueberweisung der Ersatzgrundstücke markungsteilen statt. Zusammenkunft vormittags 8l/2 Schützen st raße z u Gießen. Die Ueberweisung erfolgt vorbehältlich Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke aus den kungen Allendorf und Klein-Linden. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 30. Mai 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. «eisungstermin bekannt zu gebenden weiteren Bedingungen unter folgenden: 1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen^ Grundstücken auch fernerhin vorgenommen Werden.' 2. Eigentumsoeränderungen, die infolge der s)lusführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben. Friedberg, den 24. Mai 1905. Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: - Spamer, Kreisamtmann. Mittwoch den 31. dS. MtS., nachmittags 2 Uhr, werden im Btekerscben Saale gegen Barzah- lungversteigert: SEichcustämme, eine vollständ. 5nbencinrid)hmg, eine Theke mit Marmorplatte und empfiehlt 2452 L Schulze Kreuzplatz. empfiehlt bsi grösster Auswahl in allen neuen Formen Bekanntmachung. 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Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin am 8. Juni 1905, nachmittags 4 Nhr, Post- nnd bcsteltgeldfrei einzusenden. Zuichlagssrist 3 Wochen. |D80/6 Wetzlar, den 29. Alai 1905. fiöniyl. 2914 Toiletteseifen Parfümerien 2002 elegante Kartonnagen Adolf Bieler, Marktstr. 5 auSgeführt von der Giesterrer RegimentSmuflk 9iibmigdp!ah 6. 1087 2898 traft, au verkaufen. 2240 früher zu beziehen. Gottlieb Ernst. wozu freundlichst einladet mit Vonnftravr 1U. 9907 RS iMoiwekl? Der Vorstand. Schlosserei, Giessen 293-> 08644 ofort aefucht. 4 Zimmer Seltersweg 91 Mieter. 2936 gesucht. Caf^ Ebel. 6"/, Aug. Noll. v80/, 2929 eventuell früher. 1. Juni zu vermieten 2502 Z Zimmer | empfiehlt in guter Qualität I DpxsHrWMM In verkaufen Wielgel uche Wohnung, 6—7 Zimmer, mit und ohne Pferdestall au vermiet. * Auskunft bei Zahnarzt Schwalm. Bekannten- resp. Ver- kebrs- kreise gewandte Personen Offerte an Au nriirr Feder-LWumn