Montag 30. Januar 180F 155. Jahrgang Erstes Blatt. Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanichlnh Nr. 51. GiehenerAnzeiaer General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen ve-ugsprei-r monatlich 75 Pf., viertÄ» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzei'« ür die Lc rsv'immer -'s vo-mittaqs 0 1chte Z,r. ^enoreis: n.'swärtZ 'S) j'j. - erantwortL'ch nhe den polit. und cll,2lx» Teil: P. Witiko; sür »Stadt und Land" und „Gerichrssaal": August Goetz; sür den Anzeigenteil: Hans Beck. Nr. 25 ttrscheiut täglich außer Sonntags. tem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bcm hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- kätter ötermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu llnwers.-Buch-u. Stein- bruderei. R. Lange. Redaktion, Expedition Die Ereignisse in Kurland. Ter HeMge Synod richtete an die Rechtgläubigen aus Anlaß der jüngsten Ereignisse ein (Benbfd)reiben, in dem es'heißt: In einem Momente, wo alle einmütig zum Schuhe des Vaterlandes zusammen steh en müßten, brechen in der Residenz und im anderen Städten Streiks aus. Durch innere und äußere Feinde aufgeregt, gaben Zehntausende Rechtsgläubiger bie Arbeit auf, entschlossen, gewaltsam ihre angeblich zu Füßen getretenen Rechte zu erzwingen. Siele friedliche Bürger blieben ohne Brot; manche Kameraden büßten nutzlos das Leben ein. Reuelose, erbitterte Verführer fjatten in ihrer Mitte einen verbrecherischen Geistlich en, der frech fein heiliges Gelübde verachtet und jetzt dem geistlichen Gericht unterliegt. Er entblödete sich nicht, den betrogenen) Arbeitern ein aus der Kachelte gewaltsam genommenes Kreuz, Heiligenbilder und Kirchenfahnen rn die Hände zu geben, um unter dem Schutze der den Gläubigen, teueren Heiligtümer die Arbeiter um so sicher«: ziu Unruhen und andere in den Tod zu führen. Am belrübendsten ist es, daß die Unruhen hervorgerufen wurden durch Feinde Rußlands und der öffentlichen Ordnung. Es gingen ihnen bedeutende Geldmittel zu, um.den Bürgerkrieg hervorgurusen und durch Abziehen der Arbeiter von der Arbeit die rechtzeitige Entsendung der Lamd- und See-Truppen nach dem fernen Osten und die Ver-« sorgung der aktiven Aümeen mit allem Notwendigen zu verhindern. Die Feinde Rußlands sind bestrebt, feine Stützen, die Orthodoxie und die Selbstherrschaft, zu erschüttern, ohne welche Rußland zu Grunde ginge. Welchen Kummer bereitet es, daß rechtgläubige Leute sich gegen die gesetzliche Gewalt erheben Und sich gegenseitig befehden, wahrend ihre Brüder int fernen Osten kämpfen und Kaiser imd Kaiserin bemüht sind, die Leiden der Verwundeten ’yU mildern. Dass Sendschreiben schließt,, indem es das Balk beschwört, dem Kaiser und der Obrigkeit Gehorsam zr leisten. Die Geistlichen mögen ihre Herden zur Ruhe mahnen. Die verständigen Reichen mögen gutes tun, und die Arbeiter den Geboten Gottes folgen und sich vor falschen Ratgebern hüten, welche Genossen des Feindes sind ober; iri dessen Solde stehen, der Rußland zu Grunde richten! .'rill. Die Untersuchung über die Vorgänge anläßlich der Wasserweihe. Die Untersuchung, welche von der Kommission zur Aufhellung des Vorfalls am 19. Januar während des Festes der Wasserweihe an gestellt wurde, ergab, daß am 17. Jan. bie erste Brigade der reitenden 'Garldeartillerie Uebungen mit 6 Geschützen abgehalten hatte, wobei sie Geschosse unter dem Befehl eines Leutnants abschoß. Als die Hebung beendet war, sollten die Unteroffizire des Zuges die Geschütze reinigen, einfetten und ihnen die Mündungskappen aufsetzen. Dies wurde auch vom 2. und 3. Zug aus geführt. Im ersten Zuge unterließ dies der stellvertretende Unteroffizier unb setzte nur die Kappen auf. Am 19. Januar trafen die Zugfiihrer imd der Batteriechef bei der Batterie ein, als sie angespannt hatte und bereit war, sich in Marsch zu setzen. Sämtliche Zugführer, ebenso die Unteroffiziere inspirierten die Geschütze von außen. Mehrere Geschütze, namentlich das erste und das .zweite fuhren zum Salutschießen ab, bedeckt mit den Kappen^ die erst entfernt wurden, als die Geschütze au ihrem Platz an gekommen waren. Tie (beschütze wurden, ohne daß die Geschützrohre ausgewischt wurden, mit blinden Granaten und Kartuschen geladen. Ter Salut begann aus dem ersten Geschütz. Angesichts dessen, was vorausgeht, hält es hie Kommission für sehr wahrscheinlich, daß im Lause des einen Geschützes des ersten Zuges seit dem 17. Januar eine Uebungs kartätsche steckte. In diesem Zustande blieb das Geschütz 2 Tage im Artillerieschuppen. Bei dem von der Kommission angestellten Versuche wurde festgestellt, daß von 5 im Laufe geladenen Uebungs kor tatschen 4 während der Bewegung der Geschütze zur Erde fielen, während eine im Lauf blieb. Das läßt annehmen, daß, wenn im Laufe eine Kartätsche vergessen worden imrr, sie dort 'blieb, als das Geschütz auf dem Platz aufgestellt war, umsnirehr als die Kappen vom Laufe der Geschütze entfernt waren, nachdem sie ihre Stellungen eingenommen hatten. Das Vorhandensein der im Laufe vergessenen Kartätsche wäre entdeckt worden, wenn sämtliche Geschütze ausgewischt worden wären, was d^rch das Reglement über das Schießen mit Kartuschen vor geschrieben ist. Die Ueberreste der Hülse der Kartätsche, die im Schnee gefunden wurden, beweisen, daß dieselbe ein Hebung sge schoß war. Dies wird bestätigt durch die Tatsache, daß bei einem Versuche, das Geschütz mit einer Gefechtskartätsche, einem Müden Geschoß und einer Kartusche zu laden, es nnnröglich war, das Geschütz zu verschließen. Da die Kommission es für gewiß erachtet, daß bie Kartätsche vorn ersten Zug der ersten Batterie ab geschossen worden ist, und da sie die Aussagen von Soldaten vom zweiten Geschütz erwägt, daß nach dem ersten Schüsse das Geschütz zwei Schritte rückwärts roftte, so kommt sie $u dem Schrckß, daß der Schuß vom zweiten Zuge aus ging. Um alle Umstände aufzuktären und die Schuld der Personen, die am Vorfälle beteiligt ttnrren, feFb,u- stellen, wird eine Un ter sU chun g eingeleitet, mit welcher Oberst Rostis'lawof, der Untersuchlnasrichter für die bedeu- ttendsten Ang" le gen beiten des Mkutärbezirks Petersburg unter der Aufsicht des Ofener als Povlof, dem Militärpro- fmxitor beim Militärgerichtsbezirk Petersburgs betraut worden ist. Niedermetzclung Wehrloser Heber das Blutbad wird der N. Fr. Presse noch be- rrichtet: Alle Augenzeugen bestätigen, daß das Feuern ohne Lie geringsten Gewalttätigkeiten von feiten der Menge an» besohlen wurde, oft ohne ein Wort der Provokation. In einem Falle bat das Volk auf den Knieen die Offiziere, sie friedlich durchzulasien; den Soldaten wurde besohlen, die Knienden mitSäbel undBajonett zu massakriren, und Männer und Frauen fühlten plötzlich, wie auf ihr demütig gebeugtes Haupt Hiebe und Stiche niedersausten. Einigen Kindern, darunter einer Frau, wurde der Kops buchstäblich vom Rumpfe getrennt. Kinder und Frauen wurden in den Rücken geschossen. Gegenüber der Admiralität wurden Frauen in den Bäumen entdeckt und wie Spatzen auf dem Dache heruntergeschossen. Aus der Basil- msel riefen die Arbeiter einem halben Regiment Finnländer Truppen zu, als es auf sie marschiertr: „Wir sind keine Japaner, sondern Brüder!" Der Befehl Feuer! ertönte, aber die Soldaten gehorchten nicht und mußten zur Kaserne zurückgeführt werden. Ein Redakteur der Petersburger „Börsenzeitung" wurde erschossen, als er in einen Schlitten stieg, um eine BeobachtungSsahrt zu unternehmen. Seine Freunde hörten, daß er tot im Spital liege und erkundigten sich dort nach seinem Geschick. Die Antwort lautete, man habe strengen Befehl erhalten, die Namen der Toten und Verwundeten nicht zu verraten. Die Freunde drangen jedoch auf Auskunft, bis ihnen schließlich gestanden wurde, daß die Leiche dort liege; sie werde nächsten Tag bestattet werden, man möge sich rechtzeitig auf dem Friedhof einsinden. Nächsten Morgen wurden jedoch Freunde und Verwandte benachrichtigt, daß die Bestattung bereits in der Nacht stattgefunden hat. Tief erschüttert eilen sie zum Friedhof und sanden dort eine Reihe noch unbegrabener Särge. Auf einem war die Inschrift zu lesen: „Boroschinsky, der Jude." Mit Aufgebot aller Mittel erhielten sie das Recht, den Deckel abzuheben. Drinnen aber lag die Leiche eines unbekannten Arbeiters, und bis zum heutigen Tag weiß die Familie des angesehenen Publizisten nicht, wo die Leiche liegt; ja es fehlt ihr sogar ein amtlicher Beweis seines Todes. In Petersburg verlief der gestrige Sonntag in vollster Ordnung. Die Gerüchte, daß Unruhen ftiiifinben sollten, erwiesen sich als unwahr. In mehreren Fabriken nahmen am Samstag die Arbeiter die Arbeit wieder aus. Den Offizieren des Regiments Semenowski, welche bei den Unruhen am 22. Januar ihren Mannschaften den Befehl zum Feuern gegeben hatten, gingen Briefe zu, in denen sie mit dem Tode bedroht werden. Der Chef der Oberpreßverwaltung, Svereff, scheidet in den nächsten Tagen von seinem Posten unter Belastung in der Stellung eines Senators. Der Korrespondent eines Berliner Blattes erfuhr von einem Diplomaten: Der Zar beklage unendlich die blutige Katastrophe, die so viele verführte Opfer gekostet habe. Er sei überzeugt, daß die Arbeiter jetzt zur Einsicht gekommen seien, und daß sich derartige Szenen nicht mehr wiederholen würden. Die Verhaftungen von Mitgliedern der liberalen Partei werden fortgesetzt. Verhaftet wurden der Herausgeber und mehrere Mitarbeiter von verschiedenen Zeitungen. Die „Deutsche Tagesztg." veröffentlicht einen Aufruf der sozialdemokratischen Partei Rußlands an die zivilisierte Welt, in dem es u. a. heißt: „Die Sozialdemokratie wird ihre ganze Energie aufwenden, um die in Petersburg bereits begonnene Massenbewegung auf das Proletariat und das Bauerntum des ganzen Rußlands zu verbreiten". Unterzeichnet ist der Aufruf von Wera Sassulitsch, die einst das Attentat auf den jetzigen Generalgouverneur, den Polizeimeister Trepow verübte, und von Leo Deutsch, dem in der Schweiz lebenden Politiker. Gorki. In verschiedenen Blättern taucht mit Bestimmtheit die Meldung aus Petersburg auf, General Trepow beabsichtige Maxim Gorki hinrichten zu lassen!!! Eine in Berlin am Samstag abgehaltene Versammlung politischer, wissenschaftlicher und litterarischer Persönlichkeiten erklärte, daß eine starke Sympathiekundgebung für Gorki und ein energisches Eintreten für ihn in Rußland Eindruck machen würde. Es wurde angeregt, den Goethe- Bund für die Gorki-Bewegung zu gewinnen. Man beschloß die Einberufung großer Pro test Versammlungen im ganzen Reiche, die Anregung einer ähnlichen Aktion im Ausland und Auslegung von Protestlisten. Die Situation im Lande. Warschau, 29. Jan. (Petersb. Telegr.-Ag.) Gestern mrchmittag wurden die Straßenbahnwagen von Arbeitergruppen gezwungen, in das Depot zurückzukehren. Der Ver- kehr auf den Straßen ist fast ganz eingestellt. In der Kalisch- itraße wurden Lokomotiven und das Depot der Straßenbahn beMdigt. DaS Depot der Wiener Pferdebahn wird von Militär bewacht. Der Ausstand breitet sich auf die Eisen- bahnwerfftätten auS. Nach Auszahlung des Lohnes begann getan abend in allen Fabriken der Ausstand. Manifestanten durchzogen gruppenweise die Straßen, es fanden jedoch keine Zusammenstöße statt. 7 0 Personen wurden verhaftet. Heute abend und während der Nacht wurden in vielen Straßen Gaslaternen ausgelöscht. Die meisten größeren Kaufläden wurden geplündert. In die staatlichen Branntweinniederlagen drangen die Ausständigen ein; sie plünderten weiter Fabriken und Werkstätten. Die Theater sind geschlossen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei und dem Militär. Das Publikum ist sehr beim» ruhigt. Saratow, 29. Jan. Alle Arbeiter und Angestellten der Pferdebahm stellten gestern abend die Arbeit ein. Die Schüler der obersten Klaffen des Gymnasiums unb der Realschule weigerten sich, gestern an dem Unterricht teilzu nehmen. Nach dem Verlaffen der Schulen wurden die Schüler von einer Kosakenpatrouille mit Nakaiken geschlagen. Am Abend fand eine Versammlung der Stadt- und Landschaftsverordnung statt; dieselbe beschloß, eine Deputation an den Gouverneur zu senden, um diesen zu veranlassen, den Zwischenfall zu untersuchen, die Schuldigen zu bestrafen und die Kinder humaner zu behandeln. In Smolensk explodierte eine von unbekannter Hand geworfene Dynamitbombe vor dem Arbeitszimmer des Gouverneurs, welcher aber gerade abwesend war. Eine, Wand stürzte ein und in dem Arbeitszimmer wurde großer: Schaden angerichtet. Nachrichten ans dem Auslände. Die öffentliche Subscription der sozialistischen Blätter füt, die Hinterbliebenen der Opfer der Petersburger Unruhen er»! gab bisher 14 000 FreS. Für die Sympathieadreffe bet: Pariser Advokaten an ihre Petersburger Kollegen sind zahlreiche Unterschriften gesammelt worden. Die Hochschüler be*> schloffen anläßlich einer gestrigen Feier, auf das alljährliche Bankett zu verzichten, und die hierfür bestimmte Summe ben- Verwundeten deS ostasiatischen Krieges zu stiften. Der Führer der russischen Nihilisten Paul Cernikow^ der London gestern verlassen hat, um sich auf dem Seewege, nach Rußland zu begeb n, ist von der russischen Regierung! für vogelfrei erklärt worden. 200000 Mk. sind dem-, jenigen zugesichert, der ihn tot ober lebenb an die Behörden-, ausliefert. Kie Nergaröeiterökwegnng. In Zechenbesitzerkreisen sieht man dem geplanten Berggesetz mit gemischten Gefühlen entgegen. Man glaubt nicht, daß der Staat, der doch auch Bergwerkbesitzer sei, sich selbst durch ein Gesetz festlegen werde. Einer der einflußreichsten Herren des Ruhrkohlenbergbaues erklärte, daß die Zechenbesitzer unter allen Umstanden den Erfolg dee Prüfungskommission abwarten und daß sie ben Bergleuten bei baldiger Wiederaufnahme der Arbeit entgegenkommen werden. In allen Revieren herrscht Ruhe. Kohlenagenten aus England machen gute Geschäfte. Die Führer der Bergarbeiter gaben am Samstag abend ein Flugblatt heraus, in dem es heißt: „Nach reiflicher Uebertegung raten wir, ben AuSstanb fortzusetzen, bis wir Garantien in ber Hanb haben; denn mit Versprechungen allein ist der Bergmann schon ost abgesunden unb getäuscht worben." Das Bergnotgesetz betrachten bie Arbeiterführer als eine Prophezeiung, die sich erst erfüllen muß, ehe man mit einer Tatsache rechnen fannr aber auch bas Syndikat könne es mit Freude begrüßen, nur resigniert sich ihm beugen. Aus verschiedenen Gegenden des Ruhrgebietes kommen Nachrichten von Gefährdungen einzelner Schächte durch Wasser infolge des NichtanfahrenS der Belegschaften. Den Kohlenlagern im Ruhrorter Hafen werden fortgesetzt derart große Quantitäten entnommen, baß sie in einigen Tagen vollständig geräumt sein werden. Das Aktionskomitee des evangelffch-sozialen Kongreffes fordert in einem Aufruf zu Gaben für die streikenden Bergleute im Ruhrrevier auf. Der uns übermittelte Aufnif ist unterzeichnet von Frau Geheimrat Broicher, Prof. Dr. HanS Delbrück, Geh. Justizrat Prof. Dr. Gierke, Prof. D. Gregory, Prof. D. Harnack, Ober-Konsistorialrat Professor D. Kaftan, Pfarrer O. Kirmß, Geh. Archivrat Dr. Keller, Laud^s- ökonomierat Robbe, D. Friedrich Naumann, Pfarrer Professor D. Freiherr von Soden, Frau Prof. Schmoller, Pfarrer Lie. Schneemelcher und Geh. Negierungsrat Prof Dr. Adolf Wagner. Sämtliche Siegerländer Stahl- und Walzwerke feiern, Kohlen sind bringend erforderlich. Der Bergmännische- unb Hüttenverein telegraphierte beswegen an das Direktorium des Kohlensyndikats Saarbrücken. Im Saargebiet würbe infolge bes Steiks im Ruhrrevier der Rohstofftarif von allen Kohlengrubenstationen nach sämtlichen Stationen der preußisch-hessischen Eisenbahneil in Kraft gesetzt. Angesichts der Ueberschichten in den sächfischen Bcvg- werksdezirken erläßt das Zwickauer Zwelgbureau des Derck- schen Bergwerkverbandes ehie Aufforderung an die sächsischen Bergleute, mit Rücksicht auf den Streik im Ruhnevier Ucber- schichten höflichst aber bestimmt abzulehnen. ArrS Belgien liegen heute folgende Meldlmgen vor: Brüssel, 38. Jan. Die sozialistischen Adgg. Monsart und Eaeluwert, welche gestern mit ben Führern der deutschen Bergarbeiter Bernstein und Schroeder eine Unterredung hatten, erklärten formell, daß beschlossen wurde, jede Ucbcr^ an den Festlichkeiten teilnehmen. nach jeder Richtung hin mit schönstem Erfolge abgeschlossen. Summe zugeführt werden, sondern der Verein bewies auch aus Anlaß der Allerhöchsten Vermählungsfeier am 2. Februar alle öffentlichen Amtsstellen des Landes geschloffen von neuem, daß er unter der umsichtigen Leitung seines Dirigenten Leopold Gel l er unbedenklich an die schwierigsten Lotterie. Da aus Befehl S. K. H. des Großherzogs bleiben, werden die Ziehungen III. blasse 5. Lotterie vom 2. und 3. Februar auf den 3. und 4. Februar verlegt. Selbstverständlich richten sich alle Fristen und Termine, die von den Ziehungen III. Klasse 5. Lotterie abhängen, nach den neuen Ziehunqstagen. ** Kronenbauer'scher Quartett-Verein. Das Wohltätigkeits-Konzert des geschätzten Vereins hat Komödie von Hermann Wolf-Ferrari, „Die neugierigen Frauen", einen glänzenden Erfolg erzielt. Die Handlung ilt sehr dürftig und besteht darin, daß eine Anzahl lustiger Weiber auf geheime Zusammenkünfte ihrer Männer, vornehme Venezuaner, aufmerksam werden und alles aufbieten, um hinter deren Schliche zu kommen. Nach vielen umständlichen Bemühungen gelingt es ihnen auch. Sie dringen iu den Klub ein und entdecken ihre Männer bei einem lukullischen Mahle, das sie fern von ihren holden Ehehälften sich in aller Harmlosigkeit und kulinarischer Ueppigkeit bereiten ließen. Die nach einem alten Goldoni'schen Stück bearbeitete Komödie ilt musikalisch höchst wirksam ausgestattet, eine Fülle reizvoller Melodien und neckischer Einfälle heben dieselbe weit über die Mittelmäßigkeit empor. Auch, die reiche, dekorative Alisstattung des alten Venedig — das Stück spielt um die Mitte des 18. Jahrhunderts — und besonders die vollendete Darstellung trug viel zu der animierten Aufnahme bei. Hanau, 28. Jan. Freitag früh verschied in Kassel, wie schon kurz berichtet wurde, nach kurzem Krankenlager an den Folgen der Influenza Se. Durchl. Fürst Karl von Hanau und zu Horsowih, Graf von Schaumburg, im 65. Lebensjahre. Fürst Karl von Hanau war geboren zu Stimmittel verfügend, zeigte sie namentlich ihr musikalisches Können in dem schwierigen Chorwerk von Gonvy, wobei sie die Hörer und den Chor hinriß. Dabei bleibt ihr Vortrag stets nobel, und die Wahl ihrer Lieder zeigte einen geläuterten Geschmack. Herr I. Ruzicka, der in allerletzter Minute für Herrn Hahn in liebenswürdigster Weise eingesprungen war, löste seine sehr schwere Aufgabe, fast vom Blatt weg, meisier- haft. Als Begleiter und auch als Solist zeigte er sich als ungemein gewandter Pianist. Das voll besetzte Haus folgte allen Darbietungen mit Interesse und kargte nicht mit seinem Beifall. ** Der Lehrer-Sängerchor Gießen veranstaltete am Samstag abend im Saale des Hotel Einhorn znm zweitenmal während seines Bestehens einen Liederabend, zu toelmem ich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingesunden hatte. Das eigenartige Programm fesselte bis zum Schluß, trotzdem außer einigen Zugaben von modernen Melodien nichts zu hören war. Es wurden ausschließlich Volkslieder aus dem 13. bis 16. Jahrh. zum Vortrog gebracht, die durch ihre ost reckt ursprünglichen Wersen ibre Wirkung auf die Anwesenden umsoweniger verfehlten, als die Cböre mit einer Reinheit und Kraft zum Ausdruck kamen, die bei der verhältnismäßig kleinen Sängerschar üoerraschen mußten. Eine Reihe von Liedern für Sopran und zwei Duette für Sopran und Tenor, deren Ursprung ebenfalls bis in das Vierzeh ' Jahrhundert zurückreicht, wurden reckt wirksam wiedergegeben. Hier hätte bei den mit gut-r Technik und schönen Stimmitteln gesungenen Liedem ,J»n buht juöilo" von Prätorius und „Abschied von Jnsbruck von 9i"gk die Klavierbegleitung etwas zurückhaltender sein dürfen. Mit einem flott gcffpielten Schwank von Hans Sacks sandm bi» Darbietungen einen würdigen und auch zeitgemäßen Abschluß Wie gut es der Lehrer - Sängerchor verstanden hat, seine Dchste zu unterhalten, geht wohl daraus hervor, daß die nach- olgenden, dem Tanz gewidmeten Stunden bis gegen morgen äst alle Besucher beisammen hielten. ** Feuer in Klein-Linden. In großen Schrecken wurde am Samstag abend um 9 Uhr das sonst so stille Dorf durch den Ruf „Feuer" versetzt. Es brannte in der Hofreite des Ortsbürgers Joh. Weber. Das Feuer fand an den bedeutenden Heu- und Strohmaffen gute Nahrung und griff im Nu auf das Anwesen des Anton Weller über, welches bald lichterloh brannte. In kurzer Zeit war die Ortsfeuerwehr zur Stelle, aber man hatte an Wassermangel zu leiden. Zum Glück trafen bald die Wehren aus Großen- Linden und Heuchelheim ein, welche sich in anzuerkennender Weise um die Eindämmung des Feuers bemühten. Besonders bewährte sich der Wasserzubringer der Heuchelheimer Feuerwehr. Auch die Gießener Feuerwehr war alarmirrt worden, doch war ihr Erscheinen nicht mehr nötig. Kreisfeuerwehrinspektor Loos-Gießen erscyien auf der Brandstelle und leitete die Löscharbeiten. Die Frau W. und ihr lljähriges Töchterchen hatten sich schon zu Bette begeben und konnten nur das nackte Leben retten; das Vieh konnte man mit Not aus den Ställen bringen. Um 1 Uhr gelang cs, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Niedergebrannt sind die Hofreite des Herrn Joh. Weber und Stallung des Anton Weller. Die Scheune des Altbürgermeisters Philipp Germer ist angebrannt und erheblich beschädigt. Ein hiesiger Feuerwehrmann büßte nahezu sein Leben ein; er wollte auf dem Eise eines alten Steinbruchs ein Loch hauen, stürzte dabei ins Wasser und kam unters Eis. Heuchelheimer Feuerwehrleute zogen ihn nach einiger Mühe heraus. Gegen IV/, Uhr trafen die Gießener Gendarmen ein. Man vermutete Brandstiftung. Der Besitzer Weber wurde um 1 Uhr als der Brandstiftung dringend verdächtig verhaftet und nach Gießen abgeführt. Nach der Aussage einiger Personen wurden in Haus und Scheune des Weber Zündschnur und eine Petroleumflasche aufgefunden. Leider ist der minderbemittelte Landwirt Anton Weller nicht versichert, während Weber sich erst vor einigen Wochen versicherte. Schon während des Brandes weilten viele Gießener auf der Branditelle, und auch hepte strömten ganze Schaaren Gießener hierher, um die abgebrannten Hofreiten zu besichtigen. Die russischenStudenten in Darmstadt sollen ivegen ihrer kürzlichen Demonstration doch nicht bestraft werden. Es wird berichtet, der Rektor der Technischen Hochschule, Prof. Dingeldei, denke nicht daran, gegen die Demonstranten in irgend einer Weise einzuschreiten. Er hat vielmehr lediglich die russischen Studierenden durch einen der Ihren ersuchen lassen, sich für die Folge aller politischen Manifestationen zu enthalten. Die russischen Studenten haben sich übrigens mit Rücksicht aus die Ereignisse eine freiwillige Trau erz eit von einigen Wochen auferlegt, während deren sie allen Vergnügungen jeglicher Art entsagen wollen. j. Klein-Linden, 27. Jan. Einer unserer ältesten Einwohner, der frühere Kirchendiener Philipp Weigel IX., ift im hohen Alter von 81 Jahren gestorben. Ueber 38 Jahre war als Kirchendiener tätig und im Jahre 1901 konnte er sein goldenes Ehejubiläum feiern. Mit ihm ist einer der Gründer des seit 1854 hier bestehenden christlichen Posaunenchors dahingeschieden. § Schotten, 28. Jan. Heute veranstaltete die Lehrerschaft des Kreises eine zahlreich besuchte Abschiedsfeier für den scheidenden Kreisschulinspektor Backes. Die Feier nahm bei der Anwesenheit verschiedener Gäste, darunter Geheimer , Regierungsrat Schönfeld, einen schönen Verlauf. > R.-B. Darmstadt, 29. Jan. Im Hoftheater hat ; heute abend die erste Aufführung der neuen musikalischen $er belgliche Vertrag sichert dm beiderseitigen Ange- hörigen aegenieitige Befreiung vom Militärdienst zu. Belgien behalt sich btc Umwandlung der Wertzölle und Vc-rtragstarife in gleichwertige Ip^zisi'che Zolle nach vorh-nüger Zustimmung Deutschlands und Entscheidung enies Schiedsgerichts vor. Durch die er-, n ,_.D. . Veicht-n Zollsätze erscheint unsere Ausfuhrindustrie vor umfassenden Nicht nur dem edlen Zweck kann wieder eine namhafte Zolländerungen während der Vertragsdauer g-sickert Ter neue'^ > Vertrag bringt also eine im allgemeinen gleich-bleibende Zollbelastung unserer Einfuhr. Ter Handelsvertrag mit R u ßland enthält folgende • "»d d,» d-, „Politische Wochenschau). W. T. B. teilt daraus vorläufig Klg über den Schloßhof zur Kirche schreitet und die Verfolgendes mit: inähliingszeremonie alsbald ihren Anfang nimmt. Die Em- Jn dem Handelsvertrag mit Italien sagt ein neuer Artikel fegnung vollzieht bekanntlich Prälat 1). Walz. Beim Ring- 2 a die gemeinsame Prüfung der Frage der Anwendung der wechsel feuert eine auf dem Exerzierplatz aufgestellte Batterie ?1 1 * ” 8 e !"W beutfdjenairtrtter Loo Kanonenschüsse ab, worauf der Zug nach den Assemblö- m tJtatten, und umgekehrt, zu. Eine Bestimmung regelt diel , „ c . c / „ af wechielseitige. Anerkennung der Zeugnisse der wissenschaftlichen Ammern zurückschreitet und die Hochzeitstafel ihren Anfang ?bnstalten, die in Deutschland über die Beschaffung der zur Ein- nimmt. Zum ersten Mal ist die Bestimmung getroffen, daß bestimmten Biere, und in Italien über die Be- die Damen „runhc* Kleider tragen. Als Vertreter des >s i« eingeraumten Zugeständnissen ist zu bemerken, daß für eine An- Pembroke of Montgomery m Darmstadt emtrefsen uno f0? Darifpositionen, die bisher von der Gestaltung der ~ *''* * Handelsbeziehungen. Italiens mit anderen Staaten abhängig ®Tt:n.plc Fortdauer der derzeitigen Zollverhältnisse gewahrlegtet ist. Für die chemische Industrie bilden die erreichten Zugeständnisse eine Besserung der Bedingungen. In der Kategori" „Farben, Farbstoffe und Gerbstoffe" werden, von einer belanglosen Steuer abgeiehm, sämtliche bisherigen Vergünstigungen wieder emgeraumt. Außerdem werden für eine Anzahl Positionen, deren Emfuhrwert über 13 Millionen hinausgeht, wichtige Zugeständnisse erreicht. v ... , . ysbae ordneten er»! Natur widerrufen oder Mifgehobeii werden. Mrt den Bestimmungen Produktion zu verhindern. Die Avgeoro er übcT VeterinÜrfrage wiirde für unsere Landwirtschaft neben den klärten, daß die Kohlenvornite in Mons fmt eNcyopsr ilno, reideminimalzöllen eine zweite wichtige Ermngen- mrr im Lütticher Gebiet sind noch bedeutende Vorräte vor- erzielt: das autonome Recht Ab we hrm a ßre g el n gegen ' Viehseuchen-Einschleppung wurde ausdrücklich bestätigt r • on rfnn Delegierte des Komitees der und von Rußland anerkannt. Artikel6 des SchlnßprotokoNs ge- Charleroi, 29. Jan. .^legierte oes « m Aufrechterhaltung der gemi sck en Ge- Vereinigung der Bergarbeiter im Becken von Charleroi hu tr e id e t ra nsi t l a g er in Königsberg, Danzig, Altona imti heute eine Sitzung ab, in der sie sich dahin aussprachen, oay Mannheim-Ludwigshafen während der Ver-tragsdauer mnn ^oenwärtia'nicht den AuSstand beschließen dürfe, Chemische und pbarinazeutiscke Erzeugnisse sind,Nicht besonders man gegenwärtig nrqr clilffordem, bei der Arbeit genaimt und werden künftig höhere Zölle tragen nnissen als bisher. ÄSta °L Montag be« end- Bta Teerfarbstoffe .-mrde der atte Satz von 21 Rubuln er»M. giltigen Beschluß fassen. Wir lassen einige Berliner Preßstirnmen folgen. So schreibt ^üttich 29. Jan. Die Bergarbeiter des hiesigen R-e st": Aus den Mitteilungen erhellt zwar die Höhe der Beckens verlangen eine Lohnerhöhiing von 20 Proz. Es er- Zollsätze für landwirtschaftliche Erzeugnisse, dagegen sind die An- . v. . , ■ f; r ' rx... Ausstand in Lüttich beschlossen deutungen über den Inhalt der V et eriN ar-Ko v en ti on zu scheint ziemlich sicher,^dag der .ulsiiano m i i lückenhaft, mn eine saßgernäße Beurteilung dieser an Wichtig- roirb. Die Arbeiter-Syndikate haben sich feit dem letzten v-er Höhe der Vicbzölle mindestens gleich kommenden Verem- Ausstand reger organisiert und verfügen über bcucutcni e | gestatten. Dagegen ist noch nicht ersichtlich, ob und ß\pfSmitfpr Fn Mons scheint sich zu bestätigen, daß die inwieweit gegenüber diesen Konzessionen die Interessen wirsiamcn Grubenbesitzer die Forderung der Arbeiter ablehnen. Trotz- Trutzes unseres ^Verseuchung v-ll^-waM dem glaubt man, daß es nicht zu eiv-m Ausstande kommen yrtc-j ^ie Handelsverträge erst nach genauer und wird. vollständiger Einsickstnahme zu fällcii. Wie verfehlt voreilige ___ ' ------- r guna und Kritik sein können, bezeugt u. a. die Tatsache, daß - . in der Veterinärkonvention mit Oesterreich-Ungarn das von letzter Arltss. terem verlangte Schiedsgericht nicht zugestanden ist. Auf Grund Die Scklackt bei Sandepo. unrichtiger Verlautbarungen war wegen dieses angeblich nnertrag- tem Grnrralstabr dom -8. E-'«r nachfotgmdr l.«'Lub j^g^' Mitteilungen die Stimmung de§ Srindlertums sonderlich den Kamps bet Smidepu am 2b. und .7 »nttuar. $om -6. Jan 1?frbrficnt wcrt,m; gibt keinen Handelsvertrag und kann keuien an begann dar ,>rmd, da er dm Ofs-mstve »u ergretsen vear mjt bem b£r Bund der Landwirte zusrteden wäre, denn sichtigte, beträchtlich« Streitkraste °« Sandepu °"sammen. f der Bund Wohlgefallen hätte, stiesst kem ;uzichcn Am 2/ Januar ergrist nnere auf dem äußereru mit Deutschland Es hat fdjon Mühe genug gekostet, die linken Flügel,posderte Kolonne die^^^Nenswe oegcn die^vom simigcn Vereinbarungen mit Oesterreich-Ungorn zu treffen — besetzten rvrs-r ^umapu und Poatsiaotm Süden von ^andevm ^erl. T a g c b \" schreibt, es sei nur korliatiert. baß der beut« T«n ganzen 4.ag über wahrte lsier nn h.fttger Kmnps ^ben Regierung die Indiskretionen der Wiener Blätter nicht ganz Mitternacht eroberten wir SumapilUm>26 Januar ।m gCrommen feitt bürften. Gaben diese Mitteilungen der ging eine andere. Kolonn^gegen «mdepu vor und Li||raÄiint Presse doch willkommene Gelegenheit, noch vor der großen Teil dieses H-Migten Ortes, die B.feltigiingen, dInnung der Verträge im Reickistage den Agrariern gehörig von ^^ner dreizachen .^^^e kunltlicher Hindeniisse umgeben ,u gc6mJ „ Vorwärts" schreibt: Tie warm, würben aber durch das rveuer unserer ^rttuemei mwt I iffentlichvng der „Rordd. Allg. Ztg." ist nickt nur unvoll- Wcftobigt. Ta sre ,b^nmogl,chkelt erkannten, das Endlich, iorbmi auch unübersichtlich. Die Zollermäßigung, welche nngswerk ohne Bombartmiient zu nchmm tiext i e 6 e n untere I Legierung dm Pertragsünaten zugestanden l>at, fehlt ^.^bven vorläufig 'N ^and gefchoNene e^a ird e p U/ N'o e. I g^s-tenteils, und die von dies.m Vertragsstaaten den deutfchen Am 25° und 26°^'Janu^^wurd°^rnde0u^ü^°sc°in° Befestt^ngs- Artikeln eingeräumten Vertragszölle werden nicht e-nzeln auf« Werk heftig besckossen, als unsere äußerste Kolonne bei Srurnapou t"-Nlvrr. und Paotüav kämpfte, llnsere Kavallerie, die 8 Werst füdl^ <*>«,,«Reirfl von Sandepu operierte, griff am 26. Januar eine lapanuchc I 4?CUT)u)C6 .FiCini* Kompagnie an, schlua dieselbe und mackte 100 Gefangene, Im Berlin, 29. Jan. Man meldet aus Potsdam: Der allgemeinen müssen die Japaner bedeutende 33 crIu fte £ n{jer ^vaf hier mit den Prinzen August, Oskar und Joachim erlitten haben. I und der Prinzessin Viktoria Luise um 21/s Uhr ein und begab Petersburg, 29. Jan. Der „Petersb. Tel^gr.-Agent, sich nad; dem Stadtsckloß. Vorher war dort die Kaiserin cim wird aus Tsckwnsjamutum von heute gemeldet: Die Aktion gegen! getroffen. Später mackten die Majestäten einen Spaziergang nach Sandepu wird fortgesetzt. Am 27. Januar beschoß unsere Sanssouci. Um 4^2 Uhr kehrte der Kaiser nach Berlin zurück Artillerie vom Norden und Westen her die starken Befestigungen — Ter um 8.15 Uhr heute abend über das Befinden des des Dorfes Es fand ein Gefeckt statt, das bis zum Abend dauerte. P r i n z e n Eitel Friedrich ausgegebene Krankheitsberickt Am 26 Januar setzte unsere Kavallerie über den Hunho in der tautet: Im Lmife des Tages war die Temperatur zwisck>en 38,1 Nähe von Tsckitaitsi, rückte in ösllicher Richtung vor und stieß und 38,3, Puls 90, kräftig, wiederholt Schweiß. Abends wieder mit einigen Abteilungen japanischer Infanterie und Kavallerie, etwas größere Atemnot, mehr Hustenreiz. — Die etwa 10 Kilometer von Sandepu, zusammen. Tie japani- Entzündung der rechten Lunge hat sich noch weiter ausgebreitet, scheu Abteilungen wurden durch Gewehr- und Artillerie- vie des Rippenfells hielt sich glllck. Auswurf, mäßig reichlich, feuer zerstreut und ließen Tote, Verwundete und Waffen I Trotz einer gewissen Mattigkeit sind die subjektiven Beschwerden zurück. Eine unserer Kavalleriekolonnen naljm über 30 Mann geringer. Kräftezustand und Nahrungsaufnahme sind aus- gefang en. Bei der Besetzung von Tschitaitsi und Mamaki reichend. am 25. Januar batten wir 31 Tote. — Verwundet wurden drei — Ter Reichskanzler empfing gestern abend den Re- Offiziere und SO Untermilitärs, 20 Japaner wurden gefangen q(mten von Sacksen-Koburg, sowie die östreichisch-ungarischen Te- genommen. — Aus Huanickan wird der genannten Agentur von Regierten zum Handelsverträge. gestern gemeldet: Auf dem linken Flügel wird eine russische —Ter Geh Oberpostrat, Vortragender Rat im Reichspostamt Offiziersvatrouille und zwei in den Rücken der Feinde enffandtc Franck, ist als Nachfolger des veickorbenen Ministerialsekretärs russische Abteilungen von den Japlinern bedrängt: beide Abteil- Wittko zum Tirektor im ReickxsPostamt ernannt worden. ungen zogen sich zurück: 1 Offizier und 15 Untermilitärs sind — In dem Festsaale des Mgeordnetenhauses fand gestern verwundet. Eine halbe japanische Kompagnie, welche einen mssi-l abend eine Gedächtnisfeier für Hammacher statt, zu sch^n Posten in dem Dorfe Litsaputsi überfiel, wurde von der der die Familie des Heimgegangenen, Minister Möller, die Mit- Artillerie beschossen und mußte fick zurückziehcn. Am 26. Jan. I gfieber der nationalliberalen Fraktionen des Reichstages und des beschossen die Japaner den Nowgorodhügel und das Dorf Tynd-1 Landtages, sowie zahlreiche. Freunde des Verstorbenen mit ihren jatun: russffchc Artillerie befckoß das Tors Nauganoa. I Damen erschienen. Der frühere Reichstagsabg. Böttcker hielt Petersburg, 29. Jan. Aus Sahetun wird vom 28. Jan. die Gedächtnisrede. Er betonte die unermüdliche Sck;afr'enskraft gemeldet: General Miscktsckenko wurde am Bein v er- Hanrmachers, der keine größere Befriedigung gekannt, als andere wundet, blieb aber an der Front. I fröhlich zu machen, und feierte denselben als einen der Urgrünber Petersburg, 29. Jan. Die „Petersb. Tel.-Ag." meldet und der eifrigsten Vorkämpfer der Nationallibcralen Partei, ab? aus Saschetun von heute: Tie Kolonne, welche Sandepu an- Förderer der Bismarcksclpm Sozialpolitik und als Mitbegründer griff, bemächtigte Heb abends des größten Teiles des des deutschen Kolonialvereins. Gesang des Tomchors beschloß befestigten Torfes. Hierbei verlor sie 24 OffiziereIdie Feier. und 1600 Tote und Verwundete. Es erwies fick aber, daß . « _l~ ■■■ 1 1 'i"!. der am stärksten befestigte nordöstliche Teil des Torfes durch das Feuer der Russen nicht gelitten l-atte, und daß die Geschütze und ^IhUi Illit» XIV1 v. Maschinengewehre aus diesem Telle des Dorfes gegen die russi- ai : P r, P n scn qa Januar 1905 scheu Truppen wirken konnten. Letztere räumten daher San- Sieben, oen du. Januar uuo. depu und nahmen das Artilleriefeuer wieder auf. •* Das Programm zu der Vermählungsfeier Tas dritte russische Geschwader. des Großherzogs. Aus Darmstadt wird uns heute Kopenhagen, 28. Jan. Nach einer privaten Meldung von unserem dortigen sck-Korrespondenten folgendes nutzst die Abreise des dritten russischen Geschwaders, das nach geeilt: Nach dem soeben zur Versendung gelangten Pro- KtoÄSÄÄ*»,» ****.«. Besatzung ausgebrochen war. Eine Besteigung dieser Meldung und der Prinzessin Eleonore versammeln sich die geladenen von anderer Seite liegt bisher jedoch nicht vor. I Herren und Damen am Hochzeitstage, den 2. Febrnar, um nt-r Jbe sl>tU ladt sollen bestrast 'chen Hoch« iic Demon- t vielmehr der Ihm politischen ,ten haben ine frei* • während tn wollen, er ältesten igel Iki lieber 38 i01 konnte einer der Posaunen* flaifei' itt & Mltete q, c'9ni: Mer einj, >war. Kr M,Weise, Mm. Ä ■v ■Ullb ■"9 eben. W-uckreicht ■J? urit Wdern,% M dürfen K? iand-n ■ n U I M seine ■ die nach, ■n morgen I schrecken ■ so stille Dte in bet ■feuer fand I Nahrung Mler über, M war die stermangel 5 Großen, kennender Besonders 'er Feuer, rt worden, seuerwehr« und leitete Töchterchen das nackte ' Slln einen Herd des Hem ie Zchemie »rannt unb üßte nahezu tten Stein. r unb kam r ihn na$ c lL-eßenc: ing. anWitum abgesühü. Haus uni rleumflasch! >wirt Anton gor einigen ?§ weilten e strömten nuten Hos« hbt,fc (■'S pW 'Me n r ™«t, teiltet, f Üch o[{ 1,5 folgte "t feine! ic Lehrer* jgfeier für eiet nahw Geheimer ,e ne" idt D« ie Anza^ Wänner. lles n"!' id) *** ie dringe" ei einei" Unffel am 2Ä. November 1840 als der drittälteste Sohn Sr. fiömgl Hob. des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen und seiner Gemahlin Gertrude, Fürstin von Hanau, Gräfin «m Schaumburg. Der damalige Prinz Karl trat bei der lmhessischen Artillerie ein und war 1866 Premierleutnant. 11. November 1882 vermählte sich Prinz Karl von bauau zu Hannover mit Hermine Gräfin Grote aus dem hause Breese. Er nahm seinen Wohnsitz auf dem von ihm angekauften Gute Hohenborn bei Zierenberg 'und zog später nach Kassel, wo er eine Villa auf dem Müncheberg bewohnte und im vorigen Jahre eine Villa auf der Terrasse ankaufte, welche in elegantem Stile ausgebaut wurde. Nach dem Tode seines Bruders, des Fürsten Wilhelm, trat er in den Besitz des Fürstentitels und des fürstlichen Majorates, welches dt- Fideikommiß-Herrschaften Horsowitz und Jinec mit Bezdeditz 'm Böhmen umfaßt. Doch behielt Fürst Karl seinen Wohnfitz in Kassel. Fürstentitel und Majorat gehen nunmehr auf den zweitjüngsten Sohn des Kurfürsten, den Prinzen Heinrich, geboren zu Kassel am 8. Dezember 1842, über, welcher unvermählt in Berlin lebt. Klein« Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nach der „Frkf. Zig/ hat die preußische Regierung die „Niederlassung der „unbeschuhten Car- meliter" in der Gemarkung Biebrich-Mosbach definitiv 6 b g e l e h n t. veriniichtes. • D er Kais er als Retter in der Not. Eine unerwartete Freude durch den Kaiser ist den bei dem Erweiterungsbau des Plötzensee-Charlottenburger Verbindungskanals beschäftigt gewesenen Arbeitern zu teil geworden. Infolge plötzlicher Zahlungseinstellung des Unternehmers war eine Anzahl der Arbeiter um den sauer verdienten Lohn gekommen, welcher sich im Durchschnitt auf etwa 60 Mark pro Mann stellte. In Verbindung mit der zuständigen Behörde hatten die Arbeiter an den Kaiser ein Gesuch gerichtet und darin gebeten, sie doch vor Schaden zu bewahren, Nunmehr hat der Monarch die Anordnung getroffen, daß den Bittstellern der rückständige Lohn auf Heller und Pfennig aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds gezahlt werde. * Ein neuer Mädchen mord in Berlin. Das Dienstmädchen Bertha Konradt wurde am Samstag früh in ihrem Schlafzimmer im Hause ihres Dienstherrn in Lichtenberg bei Berlin ermordet aufgefunden. Ein ihr gehöriges Sparkassenbuch wird vermißt. * Berlin, 30. Jan. In dem Hause Ecke Klopstock- siraße und Händelstraße erfolgte gestern eine Gasexplosion, diie das Haus in seinen Grundfesten erschütterte. Das Erdgeschoß wurde vollständig demoliert. Zwei Personen wurden verletzt und nach dem Krankenhause geschafft. * Paris, 28. Jan. In dem Degenduell zwischen Lern General de Nonancourt und dem Bürgermeister von Toul Denis wurde dieser leicht verletzt. Genera be Nonancourt übersandte arch dem sozialistischenDeputterten Görault-Richard eine Duellforderung. Kisenöähn-Zeitung. — Die Arbeiten an dem Bahnbau Grebenhain- ledern stehen seit einiger Zeit infolge des Schnees still. Der große Durchschnitt bei Hartmannshain ist ziemlich vollendet. Die mächtigen Basaltmassen werden zum Oberbau, zunk Packlager intb als Schotter benutzt. Mit der Errichtung der Stationsgebäude bei Hartmannshain und Bermuthshain ist begonnen worden, 2Iu: der ca. 21 Km. langen Strecke sind an mehreren Stellen bie Gleise gelegt. Zwischen dem oberen Seemental und Gedern sind noch größere Terrainschwieriakeiten zu beseitigen. Universitäts-Nachrichten. Münster i. W., 29. Jan. Der verdienstvolle Zologe und und Schriststeller Prof. Dr. Landois, Direktor des Zoologischen Gartens, ein Original als Mensch, Gelehrter und katholischer 'Priester, ist gestorben. Kandel und Verkehr. Wokkswirischaft. Berliner Börse vom 28. Januar 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2l/< Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oeft. Kredit. - 211.25 211.10 Deutsche Bank 236.50 236.37 Darmstädter Bank ▲ - 142.60 142.62 Bochumer Guß . 239.75 240.10 Harpener Bergbau 212.50 213.00 Tendenz: fest. Märkte. le. Frankfurt a. M., 30. Ian. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 18.50—00.00, Kurhessischer Mk. 18.50—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—14.75, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.00—18.50, Frankenfelder Alk. 18,25—18.50,Hafer Mk. 14.50—15.50, Mais Mk. 12.50—00.00, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 26.25, 3. Qualität Mk. 22.75—23.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—23.25,1. Qualität Mk. 19.50—20.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Roggenkleie Mk. 11.50—00.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 30. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 488 Ochsen, 257 ans Oestreich, 27 Bullen, 9 aus Oestreich, 721 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 11 aus Oestreich, 284 Kälber, 251 Schafe und Hämmel, 1685 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 70—72 Mk., 2. Qual. 70—00 Mk., 3. Qual. 58—60Mk.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 60—61 Mk.: Kühe 1. Qual. 66—68 Mk., 2. Qual. 59—61 Mk., 3. Qual. 49—51 Mk, 4. Qual. 39—41 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: l.Qual. 81—83Pfg., Lebendgewicht 72—76 Pf., 2. Qual. 72—76 Pfg., Lebendgewicht 42—46 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg., Schafe: l.Qual. 66—67 2. Qual. 54—56 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.: Schweine 1. Qual 59—60 Pfg., Lebendgew. 47 Pfg., 2. Qual. 58—00 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qual. 52—54 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh schleppend, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Spielplarc der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 31. Januar, abends 7 Uhr: „Luise." Schauspielhaus. Dienstag ben 31. Januar, abends 7 Uhr: Gastspiel der Frau A. Botin nj „Der HüttenbeNher." KirÄliche Vachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 30. Januar, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konsirmandensaal der Johanneskirche. ____________________________________ Pfarrassistent Schul z. Ucnelte lilrl^nmini. Berlin, 30. Jan. In Charlottenburg ist auf der Sttaße der russische Student Merowitsch verhaftet worden. Etwa eine Stunde später traf das gleiche Geschick den gleichnamigen, mit dem ersteren aber nicht verwandten russischen Studenten, in der Kantstraße wohnhaft, in seiner Wohnung. Waldenburg i. Schl., 30. Jan. Die Vertrauensmänner einiger Gruben des hiesigen Kohlenreviers haben den Verwaltungen ihre Bitten, betreffend Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit aus 8 Stunden inkl. Ein- und Ausfahrt, vorgetragen. Die Verwaltung der Steinkohlengrube Glückhilff-Friedenshoffnung in Niedevherms- dorf hat beschlossen, vom 1. Februar ab die Schichten- und Gedingelöhne zu erhöhen. Neuerdings ist eine ganze Anzahl von Leuten, die vor einigen Jahren nach Westfalen übergesiedelt waren, ins hiesige Revier zurückgekehrt. London, 30. Ian. Die Regierung veröffentlicht ein Blaubuch, aus welchem hervorgeht, daß Dberst Doughusband im Einvernehmen mit der indischen Regierung Tibet Bedingungen auferlegte, die der Besitznahme eines Teiles vonTibet durchEngland gleich gekommen sein würden. Er verlangt eine Entschädigung, welche in 75 Jahresraten gezahlt werden sollte und England für diese Zeit im Besitz des Dschumbithales gelassen haben würde. Trotz des Einspruches der englischen Regierung hielt er an seiner Forderung fest, die dann von der Regierung in London um- gestoßen wurde, da Lord Lansdowne sich Rußland gegenüber dafür erklärt hatte, daß England weder tibetanisches Gebiet annektieren noch ein Protektorrat übernehmen, noch sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen würde, so lange andere Mächte sich einer solchen Einmischung enthielten. Die Vorgänge in Nutzland. London, 30. Jan. „Daily Mail" meldet unterm 29. Jan. ans Warschau: Der englische Generalkonsul und der englische Prokonsnl wurden vou Husaren auf offener Straße angegriffen. Der Generalkonsul entkam nur dadurch, daß das Pferd des angreifenden Husaren in dem letzten Augenblick stürzte. Der vom spanischen Konsulat kommende Prokonsul wurde von zwei Husaren niedergeritten und durch Säbelhiebe be- denklich verletzt. Der kommandierende russische Offizier soll betrunken gewesen sein. Petersburg, 30. Jan. Einer der verhafteten Redakteure der liberalen Zeitungen, welcher mit einem Kollegen nach 24sttindiger Hkst entlassen worden war, erklärte, daß ihnen der Grund dieser Verhaftung nicht angegeben worden sei. Nicht einmal das Bargeld, etwa 400 Rubel, das ihnen nach ihrer Verhaftung abgenonnnen wurde, habe man ihnen wieder zugestellt. Paris, 30. Jan. Der Petersburger Korrespondent des „Petit Parisiew" meldet seinem Blatte: Der Zar verbleibt vorläufig in Zars ko je Selo. Es scheint sich zu bestätigen, daß er seinen Besuch in Libau zur Inspizierung des 3. Geschwaders abgesagt habe. Wie es heißt, werde der Zar die Arbeiterdelegation empfangen, sobald die Ruhe überall tzviederhergestellt sein wird. Unterdessen! b au ent die Unruhen in der Provinz fort. Aus Petersburg ind vier Regimenter zur Aufrechterhaltung der Oichnrmgl nach Reval abgegangen. Vom Kriege. Tokio, 29. Jan. (Reuter.) Marschall Oyama meldet:/) Unsere Abteilung, welche Liutiaoku besetzte, hat in der letztrk! Nacht zwei mit überlegenen feindlichen Kräften ausgeführte Angriffe abgewiesen, freute bei Tagesanbruch griff eine arideres javanische Abteilung 12 Kilometer nördlich von Heikaitai an> und besetzte die feindliche Stellung. Die Russen machten in der vergangenen Nacht einen heftigen Gegenangriff auf die Abteilung, welche Heikaitai angegriffen hatte, wurden aber voll-, 'kündig zurückgeschlagen, freute besetzten unsere Truppen die Umgegend von Heikaitai. Der Feind, der in der Richtung auf Liutiaoku und Heikaitai stand, hat sich 'auf das rechte Ufer des Hunho zurückgezogen. Unsere Truppen nahmen die V e r- olgung auf. Die russischen Truppen gehörten dem 8. und 10. Korps an: sie umfaßten ferner das erste Korps und ein gemischtes Korps, bestehend aus Infanterie und einer Division Kavallerie unter Gteneral Mischtschenko. Wir haben 500 G e- angene gemacht. London, 30. Jan. Reuter meldet unter dem 28. aus dem russischen Hauptquartier in der Mandschurei, daß am 27. Jan. der japanische linke Flügel der durch General Nvgis Truppen verstärkt wurde, während eines Schneesturmes heftig beschossen wurde. Der russische Angriff richtete sich, gegen einen Punkt 10 Werst westlich von der Station Schaho. Die Japaner räumten zwei Orte, die von den Russen besetzt^ wurden. Am 28. wuchs die Kälte und der Schneesturm. Die Kanonade wurde aufrecht erhalten. Wind und Schnee wirkten zu gnn sten der Russen. Aus den Meldungen vom 28. Jan. geht hervor, daß die Japaner weiter zurückgehen. Die russische Kavallerie wurde angeblich um 16. Kilometer vorgeschoben. Am 27. Januar flog ein japanischer Pavierdrachen ht' die russischen Linien, der mit Photographien bedeckt war, welches zeigten, wie gut die Gefangenen in Japan behandelt würden. — Tas Reutersche Bureau meldet aus dem imssischen Hauptquartier 64 Kilometer südwestlich von Mukden unter dem 29. Januar: Der Kampf begann am 25. Januar und wurde durch Truppen von Osten verstärkt. Der rechte Flügel griff den japanischen linken Flügel an, und eine Abteilung brach ant 24. Jan. um Mttternacht aus und griff bei Tagesanbruch an. Zwei Dörfer wurden nach heftigem Kampfe genommen. Der ganze rechte. Flügel kam in den Kamps. Die russische Artillerie feuerte heftig. Die Japaner erwiederten kaum. Tie ganze Gegend ist reich an wohlhabenden Dörfern und völlig flach. Am 26. Januar wurde der Vormarsch fortgesetzt. Der Wind trieb den Japanern den Schnee ins Gesicht. Ein sibirisches Regiment erlitt 'schwere Verluste. Am 27. JaN. dauerte der Kampf fort, dehnte sich aber nicht auf das Zentrum intb den östlichen Flügel aus. Beide Armeen sind stärker an Artillerie als je zuvor. — Die „Morning-Post'" meldet beschloß, den Bergbauparagvaphen, durch welchen den Auslän-^ dem Bergwerksuntemehmungen in Japan verboten werden, aufzuheben. Tscbifu, 29. Jan. (Reuter.) Von hier sind drei Dampfer mit 2000 Flüchtlingen ans Port Llrthur nach Odessa abge* fahren. Zwei von 25 Dschunken, welche Port Arthur am 25. Jan.1 verlassen hatten, trafen am 29. in Tschifu ein. Das Wetten ist kälter als je. Die Frauen waren so erfroren, daß man; künstliche Mittel zu ihrer Belebung anwenden mußte.' London, 30. Jan. Wie „Daily News" aus Petersburgs meldet, habe Kurvvatkin die Unterhandlungen mit- Marschall Oyama begonnen. Petersburg, 30. Jan. Hier gcht das Gerücht, daß/ die Russen bei Sandepn 10000 Mann verloren haben. i Telephonischer Kursbericht. F nnkfurt a. .W., 30. Januar. 3Ve% Reiohganleihe . . 101.95 Jp/o do. ... 90.20 31/0/0 Konsoto .... 101.95 30/0 do.....90.05 372% Hessen .... 100.15 3ll9% Oberbessen1 . . . 99.70 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 41 /n% Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 100.00 40/e Italien. Rente , . . 105.00 41/, Portugieser , . . 65.75 W/ Portugiesen 65.50 1% C. Türken .... —.— Türkenlose 130.40 4% Griech. MonopoL-Anl. 51.80 4äussere Argentiner 45.70 30/0 Mexikaner .... 33.20; 4,/g9/o Chinesen .... 92.40 Eleetric. Sehuekert . . . 141 50; Nordd. Lloyd . . . . 110.501 Kreditaktien . . . « , 212.80, Diskonto-Kommandit, . . 192.40j Darmstädter Bank . L . 143.20; Dresdener Bank .... 150.50; Berliner Handelsges. . . 165.50} Oesterr. Staatsbahn . . . 138.25 Lombarden 17.401 Gotthardbahn 192.00 Laurahütte 257.00 Bochum ...... 240.50 Rarpener 212.00 Staatsschatzscheine . . • —/ Tendenz: fest. Wegen der Vermählung des Grotzherzogs von Hessen, beginnt die Ziehung UI. Klaffe der Hessisch - Thüringischen! Staatslotterie erst am 3. Februar d. I. ss30/^ ■ bewährteste Nahrung für / ’ heute Namen der trauernden Hinterbliebenen: Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass mein innigst geliebter Gatte, unser guter Vater und Grossvater , den 28. Januar 1905. des neuen Friedhofes aus statt. Die Beerdigung findet Dienstag den 31. Januar, nachmittags 3Va Dhr, von der nn 67. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. * 1 > E M^K W ■ r>1 Herr Ferdinand Cellarius Grossh. Baurat Statt jeder besonderen Anzeige. Heute entschlief nach langem, schwerem Leiden mein treuer Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Mittwoch den 1. Februar, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Friedhofs in Darmstadt ans statt. \ Frau Minna Michel geb. Bocher nach langem, schwerem Leiden heute nachmittag 4 Uhr zu sich zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Bleichstrasse 13), den 28. Januar 1905. 548 Die Beerdigung findet Dienstag den 31. Januar, nachmittags i/yZ Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Bensheim a. d. B., den 28. Januar 1905. SSaria Emma Marie Cellarius. Cellarius. Sell, geb. Cellarius. Sell. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anny Ceilarius, geb. Rossmann. Tiefbetrübt teilen wir hierdurch mit, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigst geliebte, unvergessliche Gattin, Mutter und Tante T ödes-Anzeige. I.....WWWWMWMW Lang-Göns, den 29. Januar 1^05. 541 sse Wohltütigkeits- Bfi Geld- H iftd. Krankp.nnflMA Anstalten®" Grosse SH'“ 1 ä Hochfein parfÄmirt. -'.V 11 NWUstlU Junendfi'isctiBlK11 tn-tli.utfcn 3000 3009 3000 8000 5000 18000 3n uer uuell 1 AG \ Wi 11 Lose 10 Mk. In IllUb 1 in.Porto u. Liste vl [versendet das Gcneral-Debtt^ .z J. Stürmer, siTassbarg i. e. R.Bnchacker. W.Semrnler. W lOtierie d. KrankenpßegeAnstaUen om Koten Kreuz, Strassburg i. E. 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