ei Al. Min» 444( kiZH^ rob, 0568« ui Cberom Embet üer, 21 Jahre alt, nt einer Saugeroerf- nit allen im Bausach )enArbeitenvollstänL, lucht Stillung, Reib, unter 05612 an er Anzeign erbeten. tüchtiger, zuverlässign t, welcher sich auch Ich und Kellerarbeitvi Stellung. Nähmt SfL b. Giev. Anz. u empi. i- *• **SSi Sw*J Bee XV^ i außerdem^ Stemstrab^^- LDss «*ÄM0°Äi ^l^ebt'Hrrrn.'vL 5e,1,,'oLS W6®!?* --- #**8. KLI üw',; f. Sef^äft, f. mittag chnftl. Arbeiten auA cm oxi^ i\x ^aufe. frtVb. Mn 06620 an i»z. erbeten. Mädchen, Ostern Die (. j. 6tL d. HauSh. i. : Fam. Stelle a.StÜRt d. Anspr. Schr. Meld. a, d, tLieß-A>, erb. . Mädchen, w. koch.l .arbeit verjl. sucht bald. l Dame i. kl.Haush.ch. i.Ibst.i. ob.91.yM u. 05677 a. d. G. A. t »Fräulein m sucht St. Milchern sbadm ob. (jrannutt Meldungen unlto^ enerAnzchttttbeM Wjjv? r *"•*86 «femnen. ^TeipeL 'ir uiiseHL rmc^^e tüchiig^ ^rrnnen. ^L___J480 jl S-iucht. 06662 2__WroEe 7, n, 1 __ -UlavtlfiraiBe 2, keresTHchMchU l Seltersweg 14, 'Nöthen gesucht. Nardanlage 13. f ^Laüsmädch^ch, ■ olinhoistrage 391. iRv. 202 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 29 August 1905 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Zamilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hejpschr Landwirt' erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühlfch« Universtlätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.?. Tel. Str. 6L Telegr^-Adr.: Anzeiger Gieße». General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Land und stattete mit dem nach Potsdam. Ern Besuch SwinemündeS oder der englischen Flotte ist also in diesem Programm nicht vorgesehen. etwas längeren Namen erhalten. Es werden auch »nervöse Krankheiten* dort behandelt, darum heißt die Klinik, wie heute amtlich bekannt gemacht wird, fortan »Klinik für psychische und nervöse Krankheiten". *• Besitzwechsel. H. W. Rinn verkaufte das erst kürzlich erworbene Anwesen Ostanlage 15 an Schreiner- meister Bender in Gießen für 50 OOO Mk. " Ueberreichung der Meisterbriefe. Am Sonntag», dem 10. September d. I., vormittags */,ll Uhr, wird im oberen Saale des Eafö Ebel die feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an diejenigen PrüfungSkandidaten stattfind«, die in diesem Jahre die gesetzliche Prüfung bestanden haben. ** Alles wird teurer, nun auch noch das Schuhwerk. Dies kündigen Zirkulare des Verbandes thüringischer und sächsischer Lederfabrikanten Mitteldeutschlands an. ES heißt darin u. a.: Die Preise für Schlachtvieh haben einen enorm hohen Stand erreicht, und e§ ist ganz zweifellos, daß die Häutepreise infolge des zu erwartenden schwachen Angebots ebenfalls stark anziehen werden. Um nicht weiter verlustbringend zu arbeiten, muß daher die Lederbranche die Preise um drei resp. fünf Mark pro Zentner sofort erhöhen. •• Säuglingssterblichkeit. In den Städten Mainz, Darmstadt, Offenbach und Worms starben in den sechs Wochen vom 2. Juli bis 12. August d. I. 347 Kinder im 1. Lebensjahre, d. h. 58 durchschnittlich in der Woche, gegen nur 21 während der ersten Hälfte des Jahres 1905. Die heiße Sommerzeit fordert also in den größeren Städten deS Großherzogtums zwei- bis dreimal soviel Opfer an verstorbenen Säuglingen als die übrigen Jahreszeiten. Von den genannten 347 verstorbenen Säuglingen erlagen 238 = 68 Proz. dem Magen- und Darmkatarrh einschließlich Brechdurchfall. •• Bahnprojekt Schotten—Ulrichstein. In einer in Schotten am 25. August d. I. stattgehabten Besprechung der Bürgermeister der an und in der Nähe der projektierten Bahnlinie gelegenen Orte wurde der Beschluß gefaßt, die Linie vermessen zu lassen. Die Gemeinden haben die erfordere lichen Kosten bewilligt. (Sch. KrSbi.) ** Ein aus dem Gemeinderat gewiesener Bürgermeister. Die Bewohner Sonnenbergs, der hübschen burggekrönten Gemeinde bei Wiesbaden, sind ihren Bürgermeistern selten gewogen. Auch der neue, der aber schon einige Jahre im Amt ist, hat nicht mehr ©Kkt wie die meisten seiner Vorgänger. Gr trat kürzlich einen Erholungsurlaub an, und flugs berief man eine Gemeinds- vertreter-Sitzung hinter verschlossenen Türen ein. Das paßte aber dem Bürgermeister nicht, und er begab sich in die Sitzung. Dort wurde ihm aber in entschiedener Wesse gesagt, daß er beurlaubt sei und in der Sitzung nichts zu tun Habs womit er sich notgedrungen bescheiden mußte. ** Milchkrieg in Frankfurt. Im Saale der Harmonie in Sachsenhausen fand am Sonntag nachmittag eine Versammlung der Landwirte statt, die wie die ,K. P." berichtet, einen sehr stürmischen Verlauf nahm. Bekanntlich hatte die von den beiden Parteien gewühlte Kommission in der letzten Woche sich dahin geeinigt, daß man mit dem Milchaufschlag noch einige Wochen warten und die Angelegenheit auf friedlichem Wege erledigen wolle. Dies« Beschluß wurde den Landwirten in der stack besuchten Versammlung mitgeteilt. Es kam zu scharfen Protesten, die sich auch gegen die eigene Kommission richteten. Man behauptete, es handle sich bei dem Beschluß nur um eine Verschleppung. Der KommissionSbeschluß wurde schließlich urngestoße» und beschlossen, den Preisaufschlag auf alle Fälle am 4. September eintreten zu lassen. Am Mittwoch ist nochmals eine Kommissionssitzung. Aber man befürcht^, daß der Milchkrieg für Frankfurt unvermeidlich sein wird. § Großen-Linden, 28 Aug. Die Untersuchung des Wassers eines hiesigen Gemeindebrunnens durch das chemische Untersuchuirgsamt für die Provinz Ober Hessen am 26. September 1903 hatte folgendes Resultat: „rbigfr Ans Stadt und Land. Gießen, 29. August 1905. ’• S. K. H. der Großherzog ein Freund des Buddhismus? Verschiedene Zeitungen haben sich in diesen Tagen höchst unsinniger Weise über die Buddhasigur im Schloßpark zu WolfSgarten erregt, die sich der Großherzog seinerzeit von Professor Habich Herstellen ließ. Der Großherzog hat, um eine ständige Erinnerung an seine Reise nach Indien zu haben, die Buddhafigur für seinen Park schaffen lassen. Heute wird uns aus Darmstadt mitgeteilt, daß eine zweite Buddhafigur als Gegenstück zu der ersten bei Prof. Habich in Arbeit sei. Es werden also in Zukunft zwei Buddhafiguren im Schloßpark zu Wolfsgarten stehen. ES ist maßlos töricht, unfern Großherzog deswegen zum Buddhisten stempeln zu wollen, wie dies einige Zeitungen unbegreiflicherweise getan haben. Man sollte es nicht für möglich halten, daß die Ausschmückung eines Parkes mit plastischen Werken so einfältige Bemerkungen veranlassen konnte. Nur blödeste Verständnislosigkeit oder absichtlich hirnverbrennende Sensationslust niedrigster Art vermag künstlerisches Anschauungsbedürfnis derartig zu verkennen. Ist Kaiser Wilhelm etwa ein Anbeter deS hl. Hubertus, der einst ein Bischof von Lüttich war, well er eine Hubertus gruppe in den Berliner Tiergarten stellen ließ, und ist jeder, der etwa eine Diana- oder Aphroditeoder Apollo-Statue auf seinem Grund und Boden errichtet, ein hellenischer Heide und Anhänger der Götterwelt deS Olymp? . t , ** Bom Manöver. Mtt bent gestnaen Tage haben die eigentlichen Manöver begonnen, nachbem fettber bte einzelnen Regimenter und Bngaden chre Schieß- und Exer» Sierübunoen abaehalten haben. Dre 49. Jnfanterrebrrgade hielt feit9 bem 16. August auf dem Gelände zwischen Igstadt, Nordenstadt unb Erbenheim bei Wiesbaden rhr Vmgade- ererneren und Scharfichießen. Nach dem Nuyetag am Sonn- tag ftab bie toi üfesimenter bet 49. S8r?gab= »ach bem Gestern abend stattete der diesige englische Vizekonsul Rose 0cm Admiral Sir A. Wilson an Bord seines Flaggschiffes einen Besuch ab. Heute früh kamen fünf englische Torpedoboots-Zerstörer in den hiesigen Hafen. Das 1. und 2. deutsche Geschwader finb heute früh 8 Uhr hier cingctroffen. Groß- Lldmiral v. Koester stattete alsbald dem Admiral ^ir A. Wilson an Bord seines Flaggschiffes einen Besuch ab, den her englische Admiral an Bord des deutschen Flaggschiffes „Kaiser Wilhelm II." sofort erwiderte. Heute vormittag 10 Uhr begab sich Admiral Sir A. Wilson in Begleitung des Flaggleutnants an ' /'shen Konsul Barnel-Stettin unb dem englischen Vizekonsul Rose-Swinemündc dem Landrat von Boctttcher, dem Bürgermeister v. Grätzel unb dem Kommandanten der Festung, Oberst Hoeser, Besuche ab. — Admiral Wils o n ging 31/2 Uhr früh wieder Anker auf, verließ die Swinemünder Reede, um in Sicht der Küste zu manövrieren unb kehrte um 8 Uhr auf feinen Ankerplatz zurück. — Die aktive deutsche Schlachp- flotte wird bte Reede voraussichtlich morgen wieder verlass n. Taunus in der Richtung Limburg abgerückt, ihnen folgen die Regimenter 117 und 118, 50. Jnfanteriebristade. Zwischen beiden Brigaden spielen sich von heute an im Taunus die Brigademanöver ab, die sich als Divisionsmanöver nach Homburg weiter erstrecken, in der dortigen Gegend wird am 7. Sept, das ganze 18. Armeekorps versammelt sein. Die 42. Jnfanterrebrigade (80er und 81er) hatte ihre Brigadeübungen um Heiligenstock bei Vilbel, wo gestern die Besichtigung flattfanb. Morgen beginnt die 42. Brigade im Verein mit der 41. ihr Manöver, das bis zum 3. Sept, dauert. Die Uebungen zwischen der 21. und 25. hessischen Division finden vom 4—6. Sept, statt. Die Kavallerie- Division B, bestehend aus den beiden hessischen Dragonerregimentern Nr. 23 und 24, den 21. badischen Dragonern Bruchsal) und dem bayerischen Ulanenregiment Kaiser Wilhelm II. (Bamberg), hat ihre Uebungen auf der Senne beendet und befindet sich zurzeit auf dem Wege nach Süden. Die Regimenter werden vom 2.—4. Scpt. in den Kreisen Wetzlar, Biedenkopf und Gießen ein treffen und am 6. Sept, in der Umgegend von Homburg, Vilbel, Friedberg ein quartiert. Der Stab der Kavalleriedivision B liegt am 2. und 3. Sept, in Londorf, am 4. Sept, in Gießen, der Stab der 25. Brigade am 4. Sept, in Gießen, der Stab der 28. Kavalleriebrigade am 4. Sept, in Staufenberg, am 5. Sept, in Hungen. Mit dieser Division ist eine Maschinengewehr- abteitung bereinigt, die beim diesjährigen Kaisermanöver zum erstenmale in Tätigkeit tritt. Die Orte des Kreises Gießen erhalten vom 2—5. Sept, starke Einquartierung, die Orte des Kreises Friedberg vom 4—7. Sept. Am stärksten sind die Einquartierungen in der südlichen Wetterau, so erhält z. B. Vilbel vom 6.—10. Sept, nahezu 2000 Mann. Vom 10. Sept, an beziehen die meisten Truppen nur noch Biwaks, bezw. Notquartiere. Arn 15. Fept. find die Kaisermanöver beendet, und die Truppen kehren per Bahn in die Garnisonen zurück. •* Die psychiatrische Klinik hat einen anderen, das beste ausgenommen. Daß Hauptinteresse wendete sich spater allgemein dem Kurhaufe zu, wo ein Bankett zu Ehren der englischen Gäste stattfand. An dem heuttgen, von der Stadt Swinemünde zu Ehren 6er engl. Offiziere gegebenen Diner im Kurbause nahmen 72 Personen teil, darunter der Admiral Wilson und Vizeadmiral Moore, von deutscher Seite Großadmiral v. Koster. Das Essen wurde mit einem dreifachen Hipp Hipp, Hurrah 1 auf den deutschen Kaiser eröffnet, daS Admiral Wilson» auS- brachte. Die Musik spielte die Nationalhymne. Der Bürgermeister trank auf das Wohl des Königs Eduard. Die Musi spielte die englische Nationalhymne. Stadtoerordneten- vnrsteher Schiemann begrüßte in längerer englischem Rede die Gäste und schloß mit einem dreifachen Hoch au das englische Volk und die englische Marine. Admiral Wilson trank dann (in welcher Sprache? D. Red.) auf daS deutsche Volk und die Stadt Swinemünde. Er führte au§, der Besuch der englischen Flotte in einem deutschen Hafen lege ein schönes Zeugnis dafür ab, daß zwischen England und Deutschland das beste Einvernehmen bestände. Das Essen nahm einen iehr angeregten Verlauf. * Die „Daily NewS* konstatieren mit Genugtuung die vorzüglich/Stimmung des deutschen Volkes und des deutschen Kaisers gegenüber der englischen Flotte. Eifersüchteleien und Unannehmlichkeiten feien nicht zu befürchten. Der Besuch werde dazu beitragen, den von Journalisten beider Lander geschaffenen Argwohn zu zerstreuen. In England fei bte ,Teutophobie" ün Schwinden. • Der Kaiser und die Kaiserin treffen heute in Stettin ein, begeben sich auf die Werft deS „Vulkan* zum Stapellauf des Schnelldampfers „Kaiserin Auguste Viktoria*, dann folgt ein Frühstück und um 3 Uhr 40 Min. die Rückreise Msec-Hage. Die Ostsee hat jetzt ihre „großen* Tage. Ja, sie fesselt die Aufmerksamkeit der politischen und kommerziellen Welt in höherem Grade, als es den sonst bevorzugten Nordscehäfen beschieden gewesen ist. Der Rede deS Kaisers beim heutigen Stapellauf beS größten deutschen Han- delSdampfers harren deshalb politische wie kommerzielle Kreise mit der gespanntesten Erwartung. Erstere, weil die Anwesenheit deS englischen Kanalgeschwaders bedeutsame Worte über die deutsch-englischen Beziehungen auSlösen dürfte, letztere im Hinblick auf die morgen, am Mittwoch, stattfindende, über das Nordsee-Filialprojekt des „Stettiner Vulkan" entscheidende Generalversammlung dieser Werft. Heber die Ankunft deS englischen Geschwaders in den Gewässern von Swinemünde meldet die »Voss. Ztg." folgendes: Swinemünde-Bab, 27. Aug. Der Admiral Wilson scheint Ueberraschungen zu lieben. Bei dickem Wetter unter strömendem Regen tauchten kurtz vor 5 Uhr aus dem Nebelschleier die massigen Rumpfe von Panzerschiffen auf, dichte Rauchwolken ausstoßend, die gerade nicht auf Waleskohle erster Qualität schließen ließen. Das Manöver des Admirals, um auf den Ankerplatz zu gelangen, war nicht hervorragend, denn das Geschwader änderte zweimal Kurs, bevor es etwa zwei Seemeilen entfernt gegenüber den Etablissements von Swinemünde-Bad Anker warf. Torpedoboote liefen lothend voraus. Die Abstände der einzelnen Schiffe in ihrer Doppeldwars- linic, in welcher Formation der Admiral zu Anker ging, waren durchaus nicht mit der Genauigkeit inne gehalten, wie es bei unseren Mkermanövern den Kvmmandanten zur Pflicht gemacht ist, das unsickstige Wetter kann einem trainierten Geschwader nicht zur Entschuldigung dienen. Das^Geschwader lief auch am Nachmittage nicht in seiner vollen Stärke ein; mir eine Division Torpedoboote war bei ihm. Ob einer Manöver- orbre des Admirals gemäß ein Teil der Boote in See geblieben war, oder ob die Boote das Geschwader bei dem dicken Wetter während bet Nacht aus Sicht verloren hatten, muß dahingestellt bleiben. Das Geschwader warf um 5 Uhr 15 Min. Anker und das Flaggschiff „Exmouth" feuerte den üblichen Salut. Unsere MTlerifren der Forts scheinen das Geschwader erst für den nächsten Tag emxrrtet zu hoben und durch die Ankunft am Somttage überrumpelt worden zu sein, denn die Erwiderung des Saluts des Flaggschiffs lief- auf sich 'warten. Am Sonntag mittag hatte eines unserer Torpedoboote die Swinemünder Reede passiert und war geraden Weges in die Swine eingelaufen. Auf der Reede zeigte kein Kriegsschiff oder Boot unsere Flagge. Nachstehend die Meldungen des W. T. B. aus Swinemünde vom 28. d. M.: Nolilische Taqesschall. Ein bittrer Tadel. Der Regierung wird jetzt von einer Seite der Text gelesen, von der sie es am wenigsten erwarten durste, nämlich vom halboffiziösen „Berl. Lokalanz«. Das Blatt des Herrn Scherl, des Vertrauensmannes einiger preußischer Minister, bricht den Stab über die bisherige Kolonialpolitik der Regierung. Es verlangt im Interesse der Steuerzahler, daß den Ursachen der kolonialen Mißerfolge mit größter Genauigkeit und ohne jede Rücksicht auf den G r u n d gegangen wird. Von einer dahinzielenden außerordentlichen Untersuchung höre man aber nichts. Nur ein vollständiger Bruch mit dem „AssessoriSmus" und eine Kolonialreform unter Hinzuziehung von Praktikern könne eine Gesundung der Kolonialpolitik herbeiführen. Es ist kennzeichnend für die koloniale Verstimmung, die überall platz- greift, daß selbst so ergebene Blätter wie der .Lokalanz." aufsässig werden. Deutsch-Afrika. Berlin, 28. Aug. Für die Dauer der Unruhen in D eutsck-Ost a fr i ka ist bei dem allgemeinen Marine-Departement des Reichsmarineamtes ein Zenttal-Nachioeisebureau eingerichtet worden, an das alle Anfragen usw. über tn Ostastcka befindliche Angehörige der Marine zu richten sind Ein Telegramm aus Windhuk meldet: In dem Gefechte südwestlich vom Gaobis ist gefallen: Retter Otto Hesse. Verwundet wurden: Major Oskar Präger, geboren zu Doianowo, früher Füs.-Reg. Nr. 40, leicht, 'Lttreif- schuß an der linken Hohlhand: H a u P t m a nn Ma x t m tl ta n d. Zwehl, geboren zu Jork i. H., früher Jnf.-Regt. Nr. 71, leicht, Schuß durch den kleinen und den Ringfinger der rechten Hand: die Retter Eduard Horn und August Lippemerer, Gesielter Otto Brunner, Retter Bernhard Minne. — Der Reiter Wilhelm Steinke ist an Tvvhus gestorben. Gefieiter Paul Sckwnherr durch Unvorsichtigkeit erschossen: Retter Alfons Friedrich durch Sttrz vom Maultier infolge Schädelbruchs und innerer Verbliittrng gestorben. Der im Dünengelände bet Hasuur fett dem 15. ds. vermißte Gefreite Heinrich Schul ist lebend auf- gefintben worden. Kolonialpost. — Ein Stü ck Kannibalent um wird aus englisch Nigerien berichtet. Kapitän Macdonald war mit einem Kommando beauftragt, die vollständige Entwaffnung der Negerdörfer in Nord-Jbibio vorztmehmen. Ende März war dies mit Erfolg durchgeführt, aber nicht ohne den entschiedensten Widerstand seitens deS Feindes. Im Rapport des Kapitäns ist erwähnt, daß man beim Nachsuchen einen vermißten weißen Privatmann in einem Marktdorf gekocht und halbaufgefressen gefunden habe. Im vorigen Jahre hatten die Bewohner von Amebu zwei Frauen auf dem Wege nach Obiaraku entführt, ermordet und zerstückelt. Einige von ihren Führern sollen als Menschenopfer verwandt worden sein. Erst durch einen Kampf bei Atua wurde der Widerstand völlig gebrochen und die sechs für das Menschenopfer verantwortlichen Häuptlinge auSgeliefert. Dabei stellte sich heraus, daß dies ^Bittopfer" gewesen waren, Zim den Kriegszustand zwischen den Stämmen zu beseitigen. Die Art der Opferung war speziell grausam und brutal: Die Opfer wurden mit dem Genick nach unten auf den Marktplätzen halb eingegraben, ihre Flinten mit ihnen, und ihre Geister angewiesen, niemals mehr Krieg anzufangen. Ueber die Köpfe waren Töpfe gestülpt, und so überließ man sie ihrem Schicksal. Der Zuzug von Fremden dauerte den ganzen Tag an. Im Laufe deS Nachmittags brachten unausgesetzt Vergnügungsdampfer daS Publikum zu den englsschen Kriegs- schiffen, wo ihnen überall bereitwilligst Zutritt gewährt wurde. Sluch beim Passieren der deutschen Schlachtflotte, die natürlich ebenfalls das allgemeine Interesse erregte, erfolgten Sympathiekundgebungen. Gegen 3 Uhr wurde den Besatzungen der englischen Schiffe Landurlaub gewährt, worauf in zahlreichen Booten und Barkassen die Mannschaften, zumeist am Bollwerk, an Land gingen, wo sie bis zum Abend verweilten. Sie wurden überall von der Bevölkerung au tativ: Atumoniak ziemlich viel, salpetrige Säure mäßig, Salpeter-Säure wenig, Schwefelsäure wenig, Kalk ziemlich viel, Eisen Spuren. Phvsikalische Beschaffenheit: stark gelb gefärbt, schwach trübe, Geruch 0, Geschmack normal, Bodensatz sehr gering, enthält: niedere Pflanzen und niedere Tiere. Es liegt die Gefahr einer gelegentlichen Infektion des Wassers mit Krankheitskeimen vor, und es ist daher als durchaus ungeeignet für Genuß und Hcrus- gebrauchszweckc zu betrachten." — Angesichts dieses Gutachtens ist es mit Freuden zu begrüßen, daß nunmehr 65 Hausbesitzer sich bereir erklärt haben, Anschluß an die projektierte Wasserleitung zu nehmen. R. B. Darmstadt, 28. Aug. Ein Mordversuch und Seb st mord hat heute nachmittag wieder die polizeiliche Chronik unserer Stadt bereichert. Der in der Moller- straße wohnhafte Kaufmann Rebello aus Portugal, der seit Ostern bei einer größeren Firma hier als Korrespondent beschäftigt ist, schoß in seiner Wohnung plötzlich einem bei ihm gewesenen 16jährigen Mädchen eine Revolverkugel auf die Brust. Mit einer zweiten Kugel tötete er dann sich selbst durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Der auf das Mädchen abgegebene Schuß prallte glücklicherweise an einem auf der Taille befestigten Knops ab, so daß das Mädchen unverletzt blieb und mit dem Todesschreck davon kam. Mainz, 28. Aug. Das Befinden des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner ist, so entnehmen wir dem „M. Journ.", zurzeit leider kein günstiges. Wie man mitteilt, ist Dr. Gaßner in Wengen (Berner Oberland), wohin er sich zur Erholung begeben hat, heftig erkrankt. Medizinalrat Dr. Reisinger, der in der Nähe weilte, besuchte ihn. Sobald Besserung eintritt, soll der Patient nach Mainz zurückkehren. Schon auf der Reise nach Wengen (von Kissingen aus) fühlte sich Oberbürgermeister G. sehr unwohl, sodaß er in Aschaffenburg nicht Weiterreisen konnte. Bezüglich der neuerlichen Erkrankung handelt es sich um einen Anfall großer Herzschwäche. Die letzten Nachrichten über das Befinden des Patienten lauten leider sehr schlecht. Die Familienmitglieder sind nach Wengen abgereist. Wiesbaden, 28. Aug. Ein bedeutender Diebstahl ist am Freitag in einer Villa in der Mainzerstraße mittels EinsteigenS verübt worden. Dem Diebe fiel eine Kaffette mit vielen wertvollen Schmucksachen in die Hände. Darunter befinden sich u. a.: eine ringförmige Brosche mit 7 bis 9 Diamanten besetzt, in der Mitte ein Saphir mit kleinen Brillanten darunter (Wert zirka 700 Mk.), eine große ovale goldene ziselierte Brosche (Wert 60 Mk.), ein paar goldene, ziselierte Ohrringe (Wert 100 Mk.), eine goldene Brosche mit Weintrauben (Wert 20 Mk.), zwei goldene Ketten-Armbänder, ein goldenes Armband mit blauem Stein und einigen kleinen Perlen, in der Innenseite graviert: Burgscheidungen 1876, ein Mosaik-Kollier, bestehend aus kleinen Blumen in Gold, ein Kollier von Malthesergold, bestehend aus blauen Blättern, mit Anhängsel in Form einer Rose, außerdem weitere drei bis vier Armbänder und Broschen. Die Kaffette wurde am Samstag früh an dem Eiskeller des Kurhauses an der Parkstraße erbrochen und ihres Inhalts beraubt aufgefunden. Die Vermutung, daß dec am Samstag verhaftete Dieb auch diesen Diebstahl verübt habe, bestätigt sich nicht. Dieser Diebstahl und der am Sonntag vorher in der Jdsteinerstraße verübte, die beide mittels Einsteigens durch offenstehende Parterrefenster verübt wurden, mahnen sehr dazu, solche Fenster nicht offen stehen zu lasten, oder doch wenigstens nicht dann, wenn sie nicht beobachtet werden können. (W. Tgbl.) Frankfurt, 28. Aug. In das Uhrengeschäft von Georg Schäfer, Große Eschenheimerstraße 24, wurde in der Nacht zum Sonntag ein Einbruch verübt. Man erinnert sich, daß erst vor etwa acht Wochen gegenüber dem Schaferschen Laden ein Uhren- und Goldwarendiebstahl ausgeführt wurde, der ebenso frech, aber weniger erfolgreich war. Die Diebe, so schreibt dieK. P., — es müssen mindestens drei gewesen sein — warteten dre Zeit ab, wo es in der Straße ruhig zu werden beginnt. Dann machten sie sich rasch an die Arbeit. Der Hauseingang liegt in einem jener Sackgäßchen, deren die Straße mehrere hat. Vom Eingang fiihrt eine mit Eisenblech beschlagene und mit drei Panama- schlössern verwahrte Tür in den Sck)äferschen Laden. Da die Tür nicht über der Wand hervorsteht, sondern direkt lut diese eingelassen ist, müssen die Einbrecher zuerst keine leichte Arbeit gehabt haben, weil sie keine Stelle fanden, an der sie mit dem Brecheisen ansetzen konnten. Sie wußten sich aber Rat, öffneten das obere Schloß mit Sperr- Haken und entfernten es schließlich ganz. Das muß geraume Zeit in Anspruch genommen haben. Aft den so geschaffenen Spielraum setzten sie das Brecheisen an und sprengten nach und nach die übrigen zwei Schlösser. Durch die offene Tür gelangt man in einen kleinen Reparaturwinkel, der sein Licht durch das erste Schaufenster erhält. In kurzer Zeit räumten sie die beiden Fenster vollständig ans. Rur wenige wertlose Uhren und Schmucksachen ließen sie zurück. Mitgenommen haben die Diebe, soweit an Hand der Bucher bis jetzt festgestellt werden konnte, 210Trau- ringe, 70 goldene Damenuhren, eine Menge goldene und silberne Herrenuhren, Vor - stecknadeln, Broschen, Ketten usw. Sachen im Werte von 18000 bis 20000 Mark. Der Laden- rnhaber hat in dem engen Laden nur einen kleinen Kassenschrank. Er kann infolgedessen nur die wertvollsten Sachen verwahren. Der Einbruch muß gegen vier Uhr früh erfolgt sein; die Spitzbuben scheinen aber schon um zwei Uhr nachts mit den Vorarbeiten begonnen zu haben. Um diese Zeit wurde int Hause wiederholt verdächtiges Geräusch wahrgenommen. Der Diebstahl wurde durch einen Wächter der Wach- und Sckftießgeselssibaft um fünf Uhr mvrgens entdeckt. Der geschädigte Labeninhaber ist leider n'icht versichert. Von den Dieben fehlt noch jede Spur. — Beim Hantieren mit einem Flobertgewehr schoß sich gestern vormittag ein 19jähriger Kaufmann in der Neuhosstraße eine .Kugel in die Brust. Das (beschoß drang direkt unter dem Herzen in die Brusthöhle. Die Rettungswache brachte den Schwerverletzten, der gestern seinen 19. Geburtstag beging, nach dem Heiliggeisthospital. Marburg, 28. Aug. Der Lehrer Mengel aus Wiesen- seld, der bekanntlich ein Schulmädchen entführt und danach xrstochen hat, wurde nach sechswöchiger Beobachtung in der Landesheilanstalt Marburg wieder in das hiesige Untersuchungsgefängnis abgeliefert. Am 23. d. Mts. wurde der- ftzlbe als geistig nicht zurechnungsfähig auf freien huß gesetzt. Auf Benachrichtigung hin holte der Vater, Kantor Mengel in Roda, seinen Sohn hier ab, um ihn mit tod) Hauie zu nehmen. Somit hat der bekannte traurige Fall sich im unzurechnungsfähigen Zustande des Täters ereignet, und von einer weiteren Verfolgung der Sache wird infolgedesten abgesehen werden. — Zur Milderung des oft geübten Urteils hinsichtlich der, namentlich für beiderseitige Eltern, überaus verhängnisvollen Tat möge noch angeführt werden, daß Mengel, wie man hört, sich geistig überarbeitet hatte und mehr seiner Kraft und Natur zugernutet, als er sich hätte vornehmen dürfen. Neben der an sich schon schweren Arbeit in seiner eigenen Schule vertrat er in einem benachbarten Dorfe während der Vakanz der Stelle den zweiten Lehrer. Ferner arbeitete er für eine Prüfung und bereitete auch seinen jüngeren Bruder für eine solche vor. Auch da§ möge nicht unerwähnt bleiben, daß das Verhalten Mengels zu dem Mädchen durchaus korrekt war und er mit ihm lediglich religiöse Uebungen gepflegt. — Der Land- g ra f Ludwig von Hessen traf nebst Gefolge und Dienerschaft am Donnerstag hier ein und stieg im Hotel Pfeiffer ab. Er besichtigte die Sehenswürdigkeiten der Stadt, das Schloß, das v. Behcingsche Institut und die Elisabeth- kirche und reifte heute morgen nach Hamburg ab. — Ein angesehener Bürger unserer Stadt, der Rentier Koburger, langjähriges Mitglied der städtischen Körperschaften, ist heute morgen gestorben. (H. L.-Ztg.) * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Aus unsere Notiz, eine Gerichtssitzung wegen verbotenen Glücksspiels betreffend, worin auch von einem Rechtsanwalt in Lauterbach die Rede war, bittet uns Rechtsanwalt Scheer von dort, mitzuteilen, daß er bei dem Vorsall un- beteilgt war. — Am Sonntag abend 6 Uhr ist die Schrott'sche Pappeniabrik in Vacha a. d. Werra in Brand geraten. — Bei Suchtet n (in der Nähe von M. Gladbach) wurde abends ein Arbeiter durch ein mit drei Viersener Herren besetztes Automobil getötet. Er hatte sich mit ausgebreiteten Armen vor das Automobil gestellt und war dem Automobil, als es ihm auswich, entgegen- gelaufen. Aünsvergwelturnen. K. Gießen, ^8. Aug. Am Sonntag veranstaltete die Gießener Turnerschaft vom herrlichsten Wetter begünstigt das 5. Dünsbergwetturnen, zu dem 129 Wetturner angemeldet waren. Ein Sonderzug der Bieberta'bahn brachte die Turner und sonstigen Teilnehmer früh morgens nach Bieder, von wo aus der Außtieg auf den Düns- berg unternommen wurde. Um lO^., Uhr traten 122 Turner zum Wettkampf, bestehend in Stabhochsprung, Freiweithochsprung, Steinstoßen unb Stemmen 50 Pfd. einarmig, an. Der stellvertretende Vorsitzende der Gießener Turnerschast, &err Althoff, begrüßte die Erschienenen in einer markigen Ansprache, die in ein Hoch auf Landesfürst und Kaiser ausklang und wünschte dem Turnfest ein gutes Gelingen. Die turnerische Leitung des Festes hatte in dankenswerter Weise der erste Gauturnwart Will van Gießen übernommen. Nachdem das gemeinsame Lied: „Turner auf zum Streite!" verklungen war, begann das Turnen, das gegen 2V? Uhr sein Ende erreichte. Das Ergebnis muß als ein gutes bezeichnet werden, konnten doch 90 Turnenr Ehrenurkunden ausgestellt werden. Die Inhaber der ersten zehn Preise, die wir unten mit Namen aufführen, erhielten außerdem noch Kränze. Die bei jeder einzelnen Uebnng höchsterreichbare Punktzahl 10 wurde am meisten beim Stemmen und Steinstoßen, weniger beim Stabhock- und Freiweithochsprung erzielt. Gegen 5 Uhr nahm der erste Gauturnwart Will die Preisverteilung vor, die mit dem Liede: „O Derrtschland hoch in Ehren" und einem „Gut Heil!" auf die edle Turnsache geschlossen wurde. Zum Turnfest selbst hatten sich auch viele Gießener und Bewohner der Umgegend eingefunden, für deren leibliches Wohl Gastwirt Schlierbach von Rodheim gut gesorgt hatte. Wir lassen nunmehr die Liste der Jnhäber der ersten zehn Preise folgen: 1. Preis mit 39Vs PunktenBalth. Dort vonGroßen-Buseck, 2. Preis mit 37 Punkten Karl Schwarz, M. T. V. Gießen, Hrch. Erle, T. G. Usingen, 3. Pr. mit 36 P. Gottlieb Kujus und Hermann Schmidt, T. V. Marburg, 4. Pr. mit 35 P. C. Geitz, T. V. Gießen, 5. Pr. mit 34y2 P.H ermann Arkularius, T. V. Schotten, 6. Pr. mit 33V2 P. Grnst Koch, T. V. Wsfeld, 7. Pr. mit 32y2 P. Karl Bender, T. V. Wetzlar, 8. Pr. mit 32 P. G u i d o I h r i n g e r, T. V. Alsfeld, 9. Pr. mit 314/2 P. August Adolph, T. V. Heuchelheim, 10. P. mit 31 P. Hrch. ^abn, T. V. Großen- Buseck und Rich. Schuhbecker, T. V. Gießen. • Die Cholera im Weichselgebiet. Der „Reichs- anz." berichtet: Von den jüngst gemeldeten drei Cholera- Erkrankungen auf russischen Flößen im Weichselgebiet ist auch der dritte als asiatische Cholera festgestellt worden. Außerdem sind fünf weitere Erkrankungen auf den Flößen beschäftigter Personen zur Anzeige gelangt, von denen vier als Cholera erkannt wurden. Von den seit dem 16. August Erkrankten sind drei gestorben. Um einer Weitervcrbreitung vorzubeugen, ist der Schiff- und Floß- verkehr auf der Weichsel einer gesundheitspolizeilichen Ueber- wachung unterstellt worden. • Mordtaten. Auf einem Waldwege zwischen dem böhmischen Orte Roßbach und dem sächsischen Orte Bärenbach fand man am Sonntag einen beim Adorf-Roßbacher Eisenbahnbau beschäftigten Bauunternehmer ermordet vor. Der Tote wies mehrere Stiche am Halse auf. Es liegt zweifellos Raubmord vor. Er hatte etwa 800 Kronen bei sich geführt, die ihm offenbar, nachdem er in ein Gebüsch geschleppt worden war, geraubt worden sind. Der Ermordete ist ein Tscheche. Die Täter dürften unter den Arbeitern zu suchen sein, die an dem Bahnbau tätig sind. — In Pari.s ist gleichzeitig mit dem Frankfurter Uhrendiebstahl ein diesem sehr ähnliches, aber doch noch erheblich größeres Verbrechen verübt worden. In dem Juwelengeschäft von Großard wurde der 75 Jahre alte Wächter Florent, der diesen Dienst ununterbrochen seit dem Jahre 1850 auSübt, erdrosselt aufgefunden. Die unbekannten Mörder (es waren wahrscheinlich ihrer drei) raubten den Laden auS. Es fielen ihnen Juwelen von großem Wert in die Hände. * Neue anonyme Briefe in Detmold. Seit der Verurteilung der Frau Kracht von dem Detmolder Schwurgericht sind, obwohl sich Frau Kracht im Zuchthause befindet, vier neue anonyme Schreiben verbreitet worden, deren Ähnlichkeit in Schrift und Stil mit den früheren anonymen Schreiben auch dem Laien auffallen mußte. Die Verteidiger haben diese vier Briefe mehreren Schreibsachoerständigen oorgelegt, die zu dem übereinstimmenden Urteil gekommen sind, daß der Schreiber der letzten vier Briefe identisch mit dem der ersten Briefe ist. Das Landgericht Detmold hat erkannt, daß der Antrag der Verteidigung, das Verfahren wieder aufzunchmen, berechtigt ist. Von dem Gutachten der Sachverständigen hängt die Wiederaufnahme des Prozeßes ab. Der Grafregent hat im Gnadenwege die Strafvollstreckung hinauSgeschoben. Frau Kracht befindet sich in strenger Einzelhaft. * Nan Patterson, das frühere Flodora-Mädchen, das monatelang unter der Anklage der Ermordung des Buchmachers Cäsar P o u n g im Mittelpunkt der Newyorker Sensation gestanden hat, begab sich nunmehr wieder von der Bühne des Scheins mit einem Sprunge auf die Bühne des Lebens, der Welt, in der man sich nicht langweilt, und hat alsbald wieder durch eine neue Skandalgeschichte timt sich reden gemacht. Dreimal ist ihr der Prozeß gemacht worden, aber niemals konnten sich die Geschworenen darüber einigen, daß die Patterson ihren Geliebten auf jener verhängnisvollen Cab-Fahrt wirklich getötet habe. Nan Patterson wurde schließlich unter Bürgschaft freigelässen und wird in dieser Sache kaum wieder angeklagt werden. Von wessen Geld sie lebte, seitdem sie wieder auf freiem Fuße war, das weiß niemand so recht, nur soviel steht fest, daß sie gut lebte, alle Vergnügungsstätten, Badeorte, Rennplätze, Theaterlogen besuchte, ohne daß die neugierige Mitwelt oder ihre neidische weibliche Konkurrenz hätte herausbringen können, wer der „Dumme" in den Netzen dieser Kokotte war. Eine große Skandalgeschichte zerrt jetzt aber doch ans Licht der Sonne, daß ein 30jähriger Bauholzhändler aus Duluth in Minnesota Namens Ralph Ash es gewesen sei, der dieser liebe- und geldbedürftigen Lady, die ihren Namen geändert hatte, zum Opfer gefallen war. Die Sache ist nur dadurch an den Tag gekommen, daß die gescheite Nan den Multimillionär zur Ehe zu bestimmen hoffte. Dagegen bestand nur ein kleines .Hindernis, nämlich, daß Ash verheiratet ist und glücklicher Pater familias obendrein ! Eines Tages erschien eine sehr resolute Dame bei der edlen Nan im Hotel, die sich Frau Handy, die Schwägerin ihres Anbeters, nannte, der die Tausende und Wertausende mit ihr verbracht habe, und den sie jetzt sofort aufgeben müsse, wenn sie nicht mit Reitpeitschen und blauen Augen Bekanntschaft machen wolle. Und das Flodora--Mädel verschwand wirklich von der Bildfläche, die Sache mit der „energischen Frau" war ihr doch zu bedenklich, und sie dampfte schnurstracks nach Washington ab. Aber auch hier fand sie keine Ruhe, denn ihr betörter Anbeter fuhr sofort mit dem nächsten Zuge nach und hängt, nachdem er erfahren, wer sie ist, ertft recht an ihr. Alle Welt wundert sich, welche Macht dieses durchaus nicht schöne Chormädel auszuüben weiß. Sicherlich wird ihr noch mancher Fa- milienftiede zum Opfer fallen. * König Edward VII. als Kurgast inMarienbad. Man mag über Edward VII. von England, seine mehr als stürmische Iugendvevgangenheit und über feine staatsmännischen Gaben, die übrigens sicherlich in Deutschland viel unterschätzt werden, denken, wie man will, — das eine muß man ihm lassen, daß er der geschworene Feind jeder Pose und Unnatürlichkeit ist. Das betoci ft er jetzt wieder einmal durch seine Lebensweise nnd die Art seines Auftretens in Marienbad, wo er sich, wie bekannt, augenblicklich zu einer auf die Dauer von drei Wochen berechneten Kur aufhält. Der König, dec sich unter dem Namm eines „Herzog von Sancafter" ins Fremdenbuch eingetragen hat, also incognito reist, bewegt sich überall, wo man ihn zu sehen bekommt, in den Kuranlagen, in den Restaurants, den Kaufläden und auf den Spazierwegen mit völliger Ungezwungenheit, als wäre er in Wirklichkeit nur irgend ein beliebiger englischer Lord und nicht her Beherrscher der vereinigten britischen Königreiche und des indischen Kaisertums. Seine Tageseinteilung ist die von der Kür vorgeschriebene: um sechs Uhr Aufstehen und erster Gang zum Brunnen, wobei der König sein Glas selbst heranbringt: dann, nach 'einem kleinen Spaziergange, erstes durchaus kurgemäßes Frühstück, von dem auch die Butter streng ausgeschlossen ist, spater das Bad oder ein neuer Trunk am am Brunnen, als lleberleitung zu dem zweiten Frühstück, dem Luncheon, das der König meist im Freien sitzend vor einem der bekannten Speisehäuser, dem „Cafö Waldmühle" oder dem ,^Palnorama" einnimmt. Der Nachmittag vergeht bei einet Spazierfahrt im Wagen oder Automobil, um fünf Uhr muß abermals der Weg zum Brunnen angetreten werden und um diese Stunde pflegt der König den Verkaufsbuden an der Kurpromenade einen Besuch abzustatten, um unter den hier dargebotenen Kleinigkeiten, wie man sie in allen Badeorten findet, Galanteriesachen, böhmischen Glaswaren u. dal., reichliche Einkäufe zu machen, die für seine Enkelkinder daheim bestimmt sind. Auch daS Diner ist den Kürvorschristen entsprechend ein verhältnismäßig einfaches, und dev König beschließt den Tag bei einer Partie Dillard, im Kvnzert oder hin und wieder auch bei einer Operettenauffuhr- ung im Theater. Um 11 Uhr begibt er sich zur Ruhe und.dieses gleichmäßige, geregelte Leben bekommt ihm, nach feinen eigenen Versicherungen, ganz ausgezeichnet. * Klei n e T a g e S ch r o n i k. 9(u§ Troppau in Oesterr.-. Schlesien wird gemeldet, daß bei einer Manöverübung des Jnf.- Regts. Nr. 1 und des 4. Landw.-Ul.-Regts. eine lMeilung Ulanen eine Kompagnie Infanterie unter dem Befehl eines Gefreiten überritt, wobei der Gefreite und ein Reservist schwer, zwei andere Infanteristen leichter verletzt wurden. — Die Ortschaft Sipko in Ungarn steht in Flammen, lieber hundert Häuser sind niedergebrannt, viele Familien sind obdachlos. — Auf Anordnung der großh. Staatsanwaltschaft ist der Amtsrichter Paschen in Stavenhagen in Mecklenburg verhaftet worben. Er wird beschuldigt Hyvothekenscheine im Werte von 12000 Mark gefälscht zu haben. Die Fälle liegen einige Jahre zurück. Die Dokumente befanden sich in Verwahrung einer Neubrandenburger Dank-Agentur. Der Verhaftete wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Die Angelegenheit erregt am Orte begreiflicherweise großes Auffehen. — In Boulogne stürzte ein JahrmarktS-Theater ein, wobei mehrere Personen verletzt wurden. — In das Wächterhaus Nr. 3 der Bahnstrecke Stz Peter-Fiume (Istrien) schlug der Blitz ein und tötete den Wächter, "feine Frau und vier Kinder. — In Raeovica in Slavonien entgleiste ein Kohlenzug. Ein Heizer und ein Arbeiter wurden getötet. Wöchentliche MttW der Todesfälle in der Stadt Kletzen 23. Woche. Born 4. bis 10. Juni 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (inkl. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 31,57 nach Abzug von 10 Ortsfremden: 13,0 %,c. Kinder- Ts starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Tuberkulose der Lungen 2 2 Tuberkulose anderer ©unima: 17(10) (8J "T3 ------*5757 Organe 4(4) 2(2) — 2 (2) Krebs 3(3) 3(3) _ Herzfehler 1 1 —— — Phlegmone KD Kl) — — Nieren- entzündunq KD 1 (1) — Leberschwund 1 1 — — Diphtherie 1 — — 1 Altersschwäche 1 1 — Selbstmord 1 1 — - Derunglücktlng 1(1) _ 1(1) — — An m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte R raufe kommen. 2(2) 1 ,niMarienbad. I eine mchr als für- c ßaatsmämiilLw I nb viel unteriMy I i«b man ihm laffrn, und Unnatlirlichkeii 6 feine Lcbenslveise ! > too n (ich, wie be- !r von drei Dachen ! b unter dem Namen • mch eingetragen bat, E v man ihn zu sehen I aurants, den Kauf- I ier Ungezwungenheit, I : beliebiger englischer I [ten britischen Sonic,’ I e Tageseinteilung i!i I s Uhr Ausstehen uni ! nig sein Glas selbe f Spaziergange, echi j d) bie Sutter fhc r neuer Trunk e. I jiveiten gtil&M, । i \\W> w. , 'tmV obte dem brrgchl bei einer t M Uhr mufe aber» xtben unb um diese an der,Kurpromenade borgebotenen Steinig» , bet, GUantericsachen, finfäufe zu machen, inb. Auch das Diner > oechUtnismäßig em» i einer Partie Billard, lerOperettenauffühp ! zur Ruhe und diese» nach seinen eigenen oppau in ßeitert1 överübung des tzm.« ata. eine Abteilung mi Befehl entrfjj ein ReservistsMr- purbeii. - xn lieber hundert sind obdachlos, 7- aft ist der O ■ 2 a in Bewahr- £ W ? Die Angeles £ Aufsehen. - 3" &beater em- W-bteAus nm) i*9gb®- e»T®- ’sende und '$ber. B"Jie jetzt sofort Wn unb blauen Q5 Fobora-Mädel Lache mit der edenklich, und sie !■ Mer auch hier Anbeter fuhr Mt, nachdem er llle Welt wundert ichönc Chormädel och mancher Fa- *>■ .gjt Viel ;**••** >7 n: 13,0^. 1 Ktnbei vorn im, 2—16. Jahr benSiahr-z' Aniversttäts-^lachrichten. Salzburg, 28. August. Heute nachmittag wurde in der Aula acadcmica der Anthropologen-Kongreß eröffnet, wozu sich außer den Kongreßteilnehmern ein zahlreiches Publikum eingefundeu hatte. Prof. Toldl-Wien hielt die Begrüßungsansprache, in der er den deutschen Anthropologen dafür dankte, daß sie so zahlreich der Einladung in die österreichische Stadt Folge geleistet hätten. Nach weiteren Ansprachen der Bertrelcr der Behörden übernahm Prof. Waldeyer-Berlin den Vorsitz und brachte ein Hoch auf den Kaiser Franz Josef und auf Kaiser Wilhelm aus, wobei er heroorhob, ein wie inniges Band der Freundschaft beide Monarchen verbinde. Sodann wurde in die Beratungen eingetreten. Basel, 28. Aug. Ter Professor für Chemie an der hiesigen Universität K a h l b a n in ist heute in seinem Laboratorium gestorben. Kandel und SerKeyr. ZZolkswinschaft. Paris, 28. Aug. (Börsenbericht.) Ta keine Nachrichten von der F r i e d e n o k o n f e r e n z Vorlagen, eröffnete die Börse in abwartender Haltung. Bald jedoch kam eine rückgängige Bewegung in Fluß, als sich das Gerücht von dem Selbst m ord des Generaldirektors der Zuckerrafsinerie S a y, G r o s n i e r, verbreitete und die Aktien dieses Unternehmens von 700 auf 580 wichen. In letzter Stunde nahm das Geschäft einen äußerst ruhigen Charakter an. Russische Staatsbank. Nach dem neuesten Answeis beträgt der Goldbestand 1120,6 Mill. Rubel gegen 1126,7 Mill. Rubel naai dem letzten Ausweise. Ter Betrag der emittierten Kreditbilletv hat sich von neuem vermehrt; er ist von 10 Mill. Rubel auf 10,40 Mill. Rubel angewachsen. Das Guthaben des Staates bei der Staatsbank ist von 73,6 Mill. Rubel auf 54,3 Mill. Rubel zurückgegangen. Märkte. Gießen, 29. Aug. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.20 Mk>, Hühnereier 1 St. 7—8 Mg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5—6 Psg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsenpr. Liter32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80-0,90Mk., Hühner pr.et. 1,00—1,60 Alk., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Pid. 55—65 Pfg., Ochsenfleifch pr. Pfd. 72—82 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 7 00—8,00 Aik., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg,, Aepiel per Zentner 0 bis 0 Alk., in Körben 00 Pfg., Kirschen pr. Pfd. 00—00 Pfg., Zwetschen per Zentner 0.00 Alk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Alk. Marktzeit 7—1 Uhr. )( Ulfa, 28. Aug. Der erste heute hier stattgehabte Schweinemarkt hat selbst die kühnsten Erwartungen über- irosscn, so daß der in der Mitte unseres Ortes gelegene Johannes- Platz als Marktplatz fick zu klein erwiesen hat. Ein angrenzender, der Gemeinde gehöriger großer Garten soll deshalb bis zum nächsten Markt zur Vergrößerung des Platzes verwandt werden. Es waren heute über 300 Stück Ferkel und ©integer ausgeN'ieben, deren Verkauf außerordentlich 'flott vonstatten ging, so daß kein Stück Ueberstand zu verzeichnen tvar. F-ür 6—8 Wochen alte Ferkel wurden 45—60 Mk. pro Paar, für ältere Einleger 120—140 Mk. gelöst. Fette Schweine waren nicht am Platze. Käufer und Verkäufer waren zum Teil aus recht be- trachtlicher Elttfernung gekommen. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 28. August 1905. Familien-Nachrichten. Gestorben. Frau Franziska Hecht, geb. Lorch, Bingen. Weizen 100 Kg. 17,25—17,30 'Ulf. Weißbrot 2 Kg. 52 Pla. Roggen (neuer) 100 Kg. 14,70—14.80 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 77—79 Mk. Kg. Schlachtgew. 86—90 Pf. "______Z5_____ x/, Kg. 72-82 Pfg. V, , 70—80 , '/, w 76 86 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Kcrichtslaal. — Zu den bevor st ehenden Pückler-Prozessen finden jetzt in B e r l i n, wie man uns mitteilt, fortgesetzt Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter statt. Am 26. Septeniber wird gegen den Grasen Pückler löegen Aufreizung zum Klassenhab, begangen durch eine Rede in Bernau, verhandelt werden. Umfangreicher wird aber ein darauf folgender großer Prozeß sich gestalten, der dem Grasen roegen seiner letzten Berliner Reden und vor allem auch wegen der auf den Straßen verteilten Flugblätter gemacht wird. Es handelt sich hier um vier oont Grafen Pückler verfaßte Flugschriften. Um die Drucker und Verbreiter festzustellen, ivaren die Vorstandsmitglieder der Pückler-Vereniigung vernommen worden. Die Beleidigungsklage eines Polizeileutnants, der die meisten Versammlungeii des Grafeii zu überwachen hatte und von diesem einmal mit dem Wort „unverschämt" reguliert wurde, als er eine Versammlung aufzulösen für richtig befand, ist zurückgezogeii worden, iveil der Polizeioffizier den Grasen für geistig nicht normal hält. Landwirtschaft. UeberdieStraßburgerGetreidevcrwertungs- Ge no s j en schäft, ein Raiffeisenunternehmen, bei dem eine U.Intervilauz von etwa y3 Million Mark vorliegt, äußert sich die vom reichsländisckwn Ministerium der Landwirtschaft herausgegebene ,^Landwirtschaftl. Zeitschrift für Els.-Lolhr " wie folgt: Wenn es gelungen fern wird, die gegenwärttg noch vielfach verworrenen Verhältnisse in den Betriebsgenossenschaften klar zu legen, und wenn es insbesondere einmal genau bekannt ist, welcher Anteil an dem Defizit der Getreideverwertuiigs- Geiwssenschaft den einzelnen Vereinen zur Last fällt, und wie sie dies Defizit decken können, dann wird es auch an der Zeit sein, eine möglichst einheitliche Zusammenfassung des Genossenschaftswesens in Elsaß-Lothringen herbeizuführen. Zu diesem Zweck, nicht aber zur Hingabe von Geld, um Fehler wieder gut zu machen, die bei gewissenhafter Geschäftsführung, hätten vermieden werden können, wird auch die Mitwirkung der Regierung nicht fehlen. Tie Regierung und mit ihr wohl die gesamte laiidwivtschaftliche Bevölkerung Elsaß-Lvthringens wünscht ein rtthig vortoärts arbeiteiides, sich voii allen Uebertreibungen fernhältendes landwirtschaftliches Genossenschaftswesen, das nicht nach äußerem Erfolg, sondern nach tatsächlicher Kräftigung unseres Bauertistandes in wirtschaftlicher und moralischer Hinsicht sttebt In diesem Sinne ist auch die lleberiiahme des Ehrenvorsitzes des Otenossenschaftstages durch den Herrn Statthalter, sowie auf die Beteiligung der Regierung an den Verhandlungen aufzufassen. Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt. M ü l h e i m a. d. Ruhr, 28. August 1905. Der Kohlenkuxenmark t lag verhällnißmäßig fest. Rege Umsätze fanden statt in Cchürbank & Eharlottenburg, Borussia und Heretlles. Augilsta Victoria ivurden vereinzelt gehandelt. Einige seichte Werte waren etwas abgeschwächl. — Der K a l i k u x e n - m arf t lag ziemlich ruhig. Für eine Reihe von leichten Werten zeigte sich Neigung zur Abschwächung, dagegen wurden Hansa Cilberberg in größeren Posten bei einem Kurse von 3975 bis 4025 aus dein Markte genommen. Tte schweren Werte waren meistens ohne Nachsrage. — Von Erzkuxen waren Wildberg, Altenberg, Fernie unb Victoria bei Littfeld fester und zum Teil höher. — Unter den B r a u n k o h l e n w e r t e n war größeres Geschäft in Schallmauer. Arbeiterbewegung. Sböln, 28. Aug. Der teilweise Holzarbeiter-AuS-» stand hat heute größere AuÄrehnung genommen. Es wurden weitere 50 Werkstätten mit etwa 600 Gehilfen gesperrt. Man suchte solck)e Werkstätten aus, deren Inhaber mit der Fertigstellung der Neubauten beauftragt sind. Meteorologische Beobachtungen der Statton Gieße». August 1905. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absollite Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28.1 2" 738,6 14,1 10,5 88 8 4 Regen 28. 9‘" | 733,1 12,2 9,8 94 SW 4 y 29. 7«5 732,5 12,7 9,1 85 8 4 Bew. Himmel Höch te Ten iperatu r am 27.— 28. Aug ust — 17,9° C. Niedrigste e v 27.-28. , = 12,00 , Verehrte Hmrssrauen ♦ Dr. Thompsons Leifenpulver, Marke Schwan, das beste, billigste unb bequemste Waschmittel der Welt. — Uebevall zu haben. 8323/e I aber nur in Maschen, wo 'Makate aushangew L- SS SS s Ä s c o 6) Or 5'3 5 «t r> 3 3 Z2. » -X’ - 3- 3- = ? 7- — o L * « c~ SO O & CD O Ox to 05 <3 D S KD E1 CD 3 cs er 3 s ES«»« - J- X Z. »— _ st:-.» = ös» - CD § - O-« e E o CD •5 •” r> cS- «Ö —, 03 12. CD l$o O O C3 3 * <5^-2' ,O CD = cs — O'CO cs ■3 2. c s 3 .. r- © Cu — - S ro" 3 « © rs © o S © c Öl Kreisblatt für den Kreis (Sieben Marktplatz 18 LSSLTSSS Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. B “/. B,6/e| K. 64/05. [4250 wollen. Pensionspreis für ein ganzes Jahr 700 für ein Winterhalbjahr allein 400 Mk. Anna Nover Darmstadt, Grafenstr. 27. Lmnstaü Sm 14. Test., nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht daS vor dem Namen der Franz Schmidt II Eheleute stehende Grundstück der Gemarkung Gießen Flur 1/Nr. 727 — 53 qm Hofreite m der Löwengasse öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 15. August 1905. Großh. Ortsgerillst Gießen. Gros. PensiöBia'ä In mein Pensionat können zu Anfang Oktober noch einige junge Mädchen eintreten, sowohl Schülerinnen höherer Lehranstalten als auch solche, welche ihre Bildung durch Häusl. Unterricht vervollständigen Mittwoch, 30. August I. 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EB36LF »E-6IESSEÜ SCHULSTRASSE 7 i.........■■ I SCHULSTRASSE 7 Annoncen-Annahme für alle Zeitungen und Zeitschriften Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften □ haben der Firma RUDOLF MOSSE die [j~ I alleinige Inseraten-Annahme übertragen: Berliner Tageblatt Berliner Neueste Nachrichten Berliner Morgen-Zeitung Augsburger Abend-Zeitung Neue Züricher Zeitung Schweizerisches Handelsamtblatt Technische Rundschau Mitteilungen a. d. Praxis des Dampfkessel- u. Dampfmaschinenbetriebes Schweizerische Bauzeitung Zeitschrift des Österreich. Ingenieur- und Architekten-Vereins Der Kompass Münchener medizin. Wochenschrift Deutsche medizinische Wochenschrift Aerztliches Vereinsblatt Zeitschrift für diätetische und physikalische Therapie Medizinisches Korrespondenzblatt Hospitalstitende Kopenhagen Tidsskrift for d. Norske Laegeforening Apotheker-Zeitung Deutsche Kolonialzeitang Mitteilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins Hans, Hof, Garten Wochenblatt des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern Die Bahnhofswirtschaft Deutsche Juristen-Zeitung Deutsche landwirtschaftliche Gen ossensch af tspresse Berliner Illustrierte Zeitung Bank-Archiv Privat-Beamten-Zeitung Deutsche Eisenbahnbeamten-Zeitung Allgem. Zeitung des Judentums Fliegende Blätter Kladderadatsch Lustige Blätter Gartenlaube lieber Land und Meer Westeimanns Monatshefte Bazar Elegante Mode Wiener Mode Neue Musik-Zeitung Berliner Architekturwelt Architektonische Rundschau Giesserei-Zeitung Württembergiscne Bauzeitung Sondags-Nisse, Stockholm De Hollandsche Illustratie De Amsterdamer. Weekblad vor N. Magyar Salon - Otthon, Budapest Novi, St. Petersburg etc. etc. GIESSENER ANZEIGER 1 FutterueferunH für die Grotzherzogliche medizinische Veterinär-Klinik (Klintk für innere Tierkrankheitcn). Für die Zeit vom 1. Oktober 190b bis 30. September 1906 soll die Lieferung von Heu, Stroh, Hafer, Futterniehl, Reis und Hundekuchen für die „Innere Klinik" vergeben werden. II Verkauf von Dünger. Der in der Zeit vom 1. Ottober 1905 bis zum 30. Sep- ember 1906 gewonnene Dünger soll nach dem Gewicht, so wie er sich in der Grube besindet, an den Meistbietenden verkauft werden. Reflektanten wollen ihre Angebote an die Direktion bis zum 15. September d. I. einreichen. Die Bedingungen sind in der Klinik, Frankfurterstraße 85, einzusehen. Gießen, den 1. September 1905. Die Direktion der medizinischen Veterinär-Klinik. Prof. Dr. G meiner.Dw/„ Institut von Dr. Kübel zu Giessen. : Planmässige and gründliche Vorbildung für alle Klassen löherer Lehranstalten, für Maturitäts-, Freiwilligen- und sonstige Schul-Examina. Seit drei Jahrzehnten bestehende und bewährte Unterrichts- und Erziehungs-Anstalt. 4458 Hochfeinste Lindenplatz 12. Vahnhofstraste 27. Beginn des Winter-Semesters am 25. September. 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