Nr. 98 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen zu einmal einen Stadtväter und Submisstone« Orhchetar tvgllch mü Ausnahme des Sonntags. Dir „Olehener $amiHenblatter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der W^elstichs LalldwM" erscheüu monatlich einmal. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Der über das Gehöfte des Schweinehandlers Schnell .zu Vadenrod (Kreis Alsfeld) gehegte Verdacht des Ausbruchs der Schweineseuche hat sich nicht bestätigt. Die über dieses Gehöfte verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben. ___ Deutsches Reich. Berlin, 26. April. Die kaiserliche Familie trifft am 17. Mai nachmittags von Urville zu den Maifestspielew in Wiesbaden ein und reist am 20. Mai abends unmittelbar nach der Theatervorstellung wieder ab. — Der „Reichsanz." veröffentlichte heute die neuen Militärgesetze, die am 15. d§. Mts. in S&ormma vom Kaiser unterzeichnet worden sind. — Die Ratifikationsurkunden über die von Preußen mit Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Lübeck abgeschlossenen Lotterie-Verträge find heute im Aus^ wärtigen Amte ausgetauscht worden. Stuttgart, 26. April. Die Kammer der Ab- geordneten hat bei Beratung des Justizetats einen Antrag Groeber (Zentr.), betr. die Gewährung von Tagegeldern und Reisekosten-Entschädigung an die Geschworenen und Schöffen, um namentlich dem Arbeiterstande die Beiziehung zu diesen Funktionen zu ermöglichen, angenommen. Der Justizminister v. Breitling hatte die Ansicht vertreten, daß die Regelung dieser Frage Sache der Reichsgesetzgebung sei. Gießen, den 25. April 1905. Betr.: Die Vertilgung der Blutlaus. Das Großhmogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf die unterm 19. November 1904 erlassene Polizeioerordnung in obigem Betreff und ins- bsondere § 3 desselben sehen wir Ihrem Bericht über den Befund und die Anordnungen der eingesetzten Kommisiionen entgegen. I. V.: Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Bläschenausschlag zu Leihgestern. Bei einem Gemeindebullen sowie einigen Kühen in Leihgestern ist Bläschenausschlag sestgestellt worden. Gießen, den 27. April 1905. Großherzoaltt^s Gießen. I. V: Hechler. Man schreibt uns: Heute, wo so viel über die Schattenseiten des Sub- missionswesens geredet und eine Besserung auf diesem Gebiete eifrig angeftrebt wird, dürfte auch das Thema „Stadt- väter und Submissionen" einiges Interesse verdienen. Soll es den Stadtvätern ohne weiteres erlaubt sein, bei der Vergebung städtischer Aufträge im Submissionswege mtt- zukonkurrieren, oder nicht? Das Amt eines Gemeinderats ist und soll ein Ehren amt sein. Jeder, der es übernimmt, muß wissen, welche hohe moralische Verantwortung er sich auferlegt Glaubt er aber, das Amt aus! irgend einem Grunde nicht durchaus einwandftei bekleiden zu können, so soll er im Interesse seines „moralischen Ich" davon bleiben, denn für die Annahme des Ehrenamtes eines Gememderats.be- steht kein Zwang, sie geschieht aus fterem Wrllen. Bewirbt sich nun ein Gemcinüerat bei der Submr>sron von städtischen Lieferungen, so ist wohl m den meisten Fällen cm zunehmen, daß die Lieferungen ihm übertragen werden Es soll damit durchaus nicht behauptet werden, daß hier unreelle Manipulationen obwalten. Daß aber die bei der Submission entscheidende Behörde m erster Lnne den submittierenden Gemeinderat berücksichtigen tmw, ist menschlich begreiflich, denn dieser steht ihr ja naher, er befindet sich sogar in gewissem Sinne tn «mein Vorgesetzten- Verhältnis zu ihr, uud es^wäre von emer stellten Behö oder unbrauchbar zurück, so hat er es mit dem ihm vorgesetzten Gemeinderat verdorben, der es ihm bei passender Gelegenheit einmal „gründlich besorgt; drückt er aber beide Augen zu und nimmt die Arbeit an, was dutzendemal geschieht, so ist es die Stadt, die den Schaden zu tragen hat. Es sind Fälle bekannt geworden, daß sich Leute lediglich deshalb in das Gemeindekollegium wählen ließen, nm sich die städtischen Lieferungen zu sichern. Und hatten sie einmal das Kreuz, so segneten sie sich auch kräftig damit: ihre Berufskollegen, die nicht die Ehre hatten, die kurulischen Sessel zieren zu dürfen, dabei aber nicht weniger Steuern zu zahlen hatten, erhielten entweder gar nichts von den städtischen Lieferungen, zu deren Kosten sie doch auch beitrugen, oder aber man warf ihnen ab und zu einmal emen Submissionsknochen vor, an dem wenig zu nagen war. Wenn nun auf der anderen Seite gesagt wird, die Bürger, die sich als Gemeinderat wählen ließen, übernähmen schwere und große Opfer, so kann darauf nur wiederholt geantwortet werden: Es war ihr fteier Wille! Wenn ferner behauptet wird, ein Verbot, sich an den städtischen Submissionen zu beteiligen, würde einer Strafe gleicy- kommen, so muß demgegenüber bemerkt werden, daß man mit demselben Recht behaupten könnte, die Wahl zum Gemeinde- oder Stadtrat gebe dem Gewählten. zugleich ein Privilegium auf städtische Lieferungen, zum mindesten aber auf Bevorzugung. Auch die Befürchtung, ein städtisches Submissionsverbot für die Stadtväter könne dahin führen, daß intelligente und strebsame Leute aus dem Handwerkerstand oder aus dem Geschäftsleben nicht .mehr für das Amt eines Gemeinderats zu finden seien, ist hinfällig.. Wir glauben, daß sich noch genua Liebhaber für die Gemeinberat s-Ehr e n st e l l e n selbst dann finden dürften, wenn letztere an die Mei st bietenden versteigert würden. Lasse man es also einmal ruhig darauf ankommen und verhindere durch ein Submissionsverbot für die Stadtväter deren Mitkonkurrenz bei der Vergebung städtischer Arbeiten! Das Ansehen der Stadtverordneten kann dabei nur gewinnen. wiedergegeben hat, wie eben nur ein Tiroler Bauer, der er m des Wortes bester Bedeutung war und blieb, es kann. Aus seiner Kenntnis der Landsleute, aus seinem fnchsimngen und guten, nur den Feiertag i,nd das Fröhliche, Nicht das Bittere, den Ernst die mühsame Arbeit, den schweren Werktag des Bauern sehenden Herzen hat er diese Szenen, die seitdem Gemeingut der ganzen Kulturwelt durch ihre ungezählten Reproduktionen wurden, gemalt Sein Sprekbacherbild (1859), vom Ferdinandeum in Innsbruck erworben, machte seinen Namen bekannt Darm folgte der „Tanz auf der Alm" 1872, das „Preispferd' 1873 Sein „Letztes Aufgebot" aus 1874 erwarb die kaiserliche Galerie m Wien, während die „Heimkehr des Tiroler Landsturmes" 1890 — aus 1876 — die Berliner Nationalgalerie erwarb. Wetter nennen wir den Salon-Tiroler" (National-Galerie), während von Historienbildern großen Stiles „Andreas Hofers letzter Gang" (Galerie Königsberg), „Erstürmung des roten Turmes «München" «Nene Pinakothek) Die Sensenschmiede im Tiroler Ausstande 1809" (Dresdener'Galerie) und andere ihn als — immer stark am effektvollen Aeußeren haftenden — Interpreten der (^schichte seines Volkes zeigen. Der Künstler von seinem Landesfur^n geadelt, fungiert seit 1878 als Professor an der Münchener Akademie. Lüttich, 26. April. Die Internation al e Au s stell- u n a bietet ein Bild vollkommener U n f e r t i g k e i t. Die Architektur der großen Hallen und der Pavillons der einzelnen Länder ist zwar vollendet, aber das Innere der letzteren ist . nahezu überall noch leer und in den Hallen herrscht größtes Durcheinander. Einigermaßen komplett ist nur die Kunst-Ausstellung, wo Bekanntmachung. Betr.: Gesuch der Gailischen Dampfziegelei und Tonwaren, fabrik zu Gießen um Genehmigung zur Anlage eines Dampfkesiels für den Erdkauterweg. Die Gallische Dampfziegelei und Tonwarenfabrik zu Gießen beabsichtigt, bei ihrem Tonwerk in der Gemarkung Gießen eine Dampsteffelanlage zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau des Großh. Polizeiamts Gießen zur Einsicht der Jnterefienten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Aus- fchluffeS bei Großherzoglichem Polizeiamt Gießen vorzu- bringen. Gießen, den 16. Aprll 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. hö'roe unklug, einen ihr überstellten Gemeinderat, von dem man nicht weiß, wann man ihn wieder braucht, $u ignorieren. Es sind O lchon Falle bekannt geworden, wo Gememderate ihre V^rtrauensstell- ung entweder direkt oder indirekt mißbrauchten, mdem sie sich selbst oder durch Kollegen oder durch Untergebene Ern- blick in die eingereichten Angebote verschassten und darnach ihre Kalkulationen einrichteten, auf Grund deren chnen dann die Lieferungen ^geschlagen wurden Fallen diese nachher nicht so aüs, wie es die vorgeschriebenen Bedmg- unaen verlangen, so gerät der abnehmende Beamte tn etne Nwbe SUnation. IJeist er die Arbeit als mmenugend Kleines Ieuilleton. — Deireaq-rs 70. Geburtstag Franz Defregger äm des Vaters M*® nach zurück. E^zoger t>« NMKKHäNrzWLK Sittttt Volksleben, speziell die Andreas Hoftrsche Epoche darstellend, ihn ganz als Pilotyschen Schülp. ^n. Aber bald kam d!)ch ein Abweichen von dieser Richtung zum Ausdruck ,Ran bezeichnet noch heute zuwetten 2^fregger als den Apvsttt Tirolers, dessen Feste und Freuden er allerdmgs umiueri]C9 Deutschland sehr mittelmäßig, Belgien glänzend vertreten ist und Frankreich stark enttäuscht. Bei den Abtellungsausstelb> ungen ist Deutschland am weitesten fortgeschritten. Dre Ausstellung des rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats präsenttert sich ausgezeichnet, eberchv Krupp und in der M-fichinenhalle bei Belgien! die riesigen Dynamos von Cockerill. Die Deutschen hätten in letzterer alles exakt fertigstetten können, doch ist der Fußboden schlecht. Frankreich ist noch sehr im Rückstand, und da seure Beteiligung sehr stark ist, wird der Eindruck des Unfertigen noch verwehrt. Die kleinen Ausstellungen von Schweden und Rußlands ebenso die Sonderausstellung der Stadt Paris sind fertig: auch die eleganten Baulichkeiten der Lebenstnittelausstettung in bet' großen Halle bieten schon einen hübschen Anblick. Am Nachmittag noch wurde ein Teil der Anlagen bepflanzt, doch dürfte vor beut Besuch des Königs am 11. Mai die Ausstellung kaum einigermaßen komplett sein, mt welchem Tage sowohl der deutsche Kaiser als die Königin von Holland dem König Begrüßungsschreiben überbringen lassen werden. Heute abend wird damit begonnen, die Stadt für die morgige Eröffnung durch den Prüfen Albert zu schmucken. Venedig, 26. April. In Gegenwart des. Herzogs von Genua als Vertreter des Königs, des Ministers des Auswärttgen Tittoni als Vertreters der Regierung, des Unterstaatssekretärs des öffentlichen Unterrichts Rosse, zahlreicher Senatoren und Deputierten sowie einer großen Anzahl Geladener wurde heute vormittag die 6. Internationale Kun st-Ausstellung hiey eröffnet. Valitische Tagesschau. Zur Neuorganisation des Reichsmariueamts. R. Berlin, 26. April. Dre wichtigste und interessanteste Aendernng in der neuen Organisation des Reichsmariueamts ist die Erweiterung der Konstruktionsabteilung zum Kon- struktionsdepartement. Wichtig deschalb, weil der Gesechtswert der Marine wesentlich von der Konstruktion der Schifte ab hängt, die mit der technischen Vervollkömm- nung immer komplizierter wird. INteresiant deshalb, weil an der Spitze des Konstruktionsdepartements nicht ein Techniker von Fach, sondern ein Seeoffizier, der Kontreadmiral v Eickstedt, steht, der auch sckwn die Konstruktionsabteilung leitete. Scheinbar bleibt also der wichtigste technische Posten in der Marine durch einen Mchtfachmanu besetzt, denn als Seeoffizier von Beruf kann Herr v. Eickstedt die Kenntnis des Schiffbaues höchstens theoretisch sich angeeignet haben. Es wird also wohl kaum an einer Wiederholung des dem Staatssekretär v. Tirpitz bereits ftüher gemachten Vorwurfs fehlen, daß sein Bestreben darauf gerichtet fet, die höheren Stellen in der Marineverwalttmg und besonders die der technisch durchgebildeten Vortragenden Räte mit Seeoffizieren zu besetzen. Läc^e wirklich und erst recht bei der soeben erfolgten Reuorganrsation des Reichsmarineamts eine einseitige Bevorzugung des militärischen vor dem technischen Element vor, dann wäre das einer gesunden Entwickelung der Marine, für die die Technik mindestens soviel bedeutet wie die Seemannschaft, gewiß nicht förderlich. Die Bevorzugung der Offiziere vor den Ingenieuren ist aber nur scheinbar. Daß Staatssekretär v. Tirpitz nicht daran denkt, das technische Element zurückzusetzen, läßt sich schon erkennen an der regelmäßigen M- kommandierung von im Frontdienst tätigen Marine-Jn- genieuren zum Marineamt nach Berlin zwecks Informierung über Schiffsneubauten. Die in den technischen Abteilungen der Zentralverwaltung sich bsfindenden Seeoffiziere arbeiten also zusammen mit den Berufsingenieuren, im Schiffsbau- wie im Maschinenbaufach. Bekanntlich müssen in der See- ofsizier-Berufsprüfung Kenntnisse cmf allen mit dem Marinewesen zusammenhängenden Gebieten nachgewiesen werden Umgekehrt spielt das militärische Element in alle diese Spezialgebiete hinein, ist es schlechterdings unlöslich mit ihnen verbunden. Schon um den komplizierten Marineetat auftustellen, bedarf es bedeutender finanztechnischer Kenntnisse. Seit Jahr und Tag aber wird diese Arbeit durch einen Seeoffizier, den Kapitän z. S. Capelle, in so mustergiltiger Weise geleistet, daß die Etatskenner im Reichstag nicht ein einziges Mal Anlaß zu Einwendungen hatten. Nun ergibt sich aber aus den Einzelheiten der sation des Reichsmarineamts, daß das Konstruktionsdeparte- ment in vier Unterabteilungen gegliedert ist, in denen den fachmännisch durchgebildeten Ingenieuren und VerwaltungS- beamten der weiteste Spielraum zur Betätigung gegeben ist. Die Gebiete des Schiffsbaues, des Schifssmaschinenbaues, der militärisch-seemännischen Bauangelegenheiten und deA Finanzdezernats sind abgesondert und werden durch Fachmänner bearbeitet. Die Oberleitung des Ganzen ift int Interesie der Einheitlichkeit der Gesamtorganisation deS Marinewesens in die Hände eines Seeoffiziers, eben des Kontreadmirals v. Eickstedt, gelegt. Dagegen wird sich tm Ernst ebensowenig etwas einwenden laffen, wie gegen bw Uebertragung der Leitung des Reichsmarrneamts an einen! Seeoffizier. Man darf also das Vertrauen haben, daß die maßaebenden Kreise der Marineverwaltung sich am wenigsten der 'Erkenntnis verschließen, wie verhängnrsvoll eine Zurücksetzung des technischen Elementes für die Wehrfähuzkett: der Marine sein würde. Eine neue Handelsflotte. Es ist kürzlich auf die Bedeutung Belgiens ccks Welthandelsstaat hingewiesen worden. Obwohl das kleine Land kaum sieben Millionen Einwohner zählt, steht es hier an fünfter Stelle. Das macht den Wutts'ch der Belgier nach einer eigenen Handelsmarine erflärlich, wird doch gegenwärtig der gewalttae Seehandel des Landes unter fremder Flagge bewerkstelligt. Versuche, eine große nationale Schiffahrtsgesellschaft ins Leben zu rufen, sind schon wiederholt unternommen worden. Es fehlle aber vor allem an der erforderlichen Kapitals-Assoziation. Hierin ist mm jetzt Wandel geschaffen. König Leopold, die Regierung, Belgiens Bank- und Jttdustriewelt und der ebenso rerche wie unternehmunaslustige Graf von Flandern haben sich zusammengetan und ein Kapital von mehreren Hundes Millionen gezeichnet, mit dem die Schiffahrtsgesellschaft ausgestattet werden soll, um zunächst den Bau von Ozeandampfern in Angriff nehmen zu können. Sitz der Gesellschaft und Ausgangspunkt der von ihr einzurichtenden regefr mäßigen Ueberseefahrten wird Antwerpen sein. Die diesjährige große Industrieausstellung in Lüttrch rst zweifellos auch im Interesse der Mbeit für dre belgrst^ Handelsmarine veranstaltet. * Gegen den Schnellzugs-Zuschlag, der dem Vernehmen nach bei der geplanten Versvnentarif-R^ form konserviert und verallgemeinert werden soll, wendet sich Dr. Eduard Engel mit folgenden Ausführungen: „Die Enenbahnwissenschaft hat längst sestgestellt, daß toe Selbstkosten der Verwaltung für Schnellzüge durchaus mch< höher sind als für Personenzüge. Es ist noch nicht lange her, seit in einer Abhandlung ein Berliner Ingenieur den überzeugenden Nachweis geführt hat, daß die Selbstkosten der Vev- walttrng für Schnellzüge geringer sind als für Personenzüge. Die Verwaltung braucht die Schnellzüge unbedingt, um übev- haupt einen Durchgangsverkehr ordnungsmäßig zu bewältlgeu. Von den Hauptkulturländern ist Deutschland das emzige, w dem der Grundsatz überhaupt noch auftecht erhalten wird, daß Schnellzüge eigentlich einen Zuschlag rechtferttgen. Weder rn England noch in Frankreich gibt es besondere Zuschläge fitt Schnellzüge. Aber in Deutschland selbst ist ia schon fett mehr als einem Menschenalter der Schnellzugsz-uschlag zum größten Teil aögeschafft! 'Die preußische Eisenbahnverwaltung erhebt schon jetzt einen Einheitspreis für Personen- und Schnellzuge in mehr als 70 Prozent aller Fahrten, denn die Rückfahrpreise beruhen auf dem Tarif für Personenzüge und die Rückfahrkarten berechtigen für Schnellzüge ohne besonderen Zuschlag." Zweites Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag Ä7. April 1805 . Rotationsdruck und Vertag der BrÜhl*lch« UmversttätLdruckerei. R. Lange, Gtetz«. bl MM M gl M I® M W Kg 'kC Redaktion. Expedition ».Druckerei: Schulstr.U» I S'r V V W Tel. Nr. 5L Tetegr^Adr.i Anzeiger Gieß«. Kirche und Schule. SreSttnr, 26. April. Die kirchlich-soziale Konferenz wurde heute durch den Oberpräsidenten der Provinz Schlesien, Grafen v. Zedlitz-Trützschler, eröffnet. Graf v. Posa- dowSky, Dr. Studt und Frhr. v. Bethmann-Holliveg entboten der Konferenz an der 3000 Mitglieder teilnahmen, schriftliche ^^Paris, 26. April. Deute nachmittag wurde hier unter dem BmLitz des Dekans Dahn die 16. Weltkonferenz der Christlichen Vereinigung junger Männer eröffnet. Zu derselben sind an 800 offizielle Vertreter des 700 Vereine umfassenden Verbandes erschienen, aus Deutschland imtcr anderen Graf BernSdorff. Freitag abend geben der deutsche Botschafter Fürst Radolin und Gemahlin aus Anlaß der Weltkonferenz. einen Empfang. DuS dem gleichen Anlaß finden auf der schwedischen und der schweizerischen Gesandtschaft Empfänge statt. Aus Stadt and Kau-. Gießen, 27. April 1905. w Der neue Oktroitarif-Entwurf sieht folgende Sätze vor (die Ziffern in () bedeuten die bisherigen Sätze): Fleisch und Fleischwaren: Ochsen 15 <6.86), Stiere 15 (2.75), Faselochsen 15 (4.58), Kühe 9 (4.58), Rinder 9 (2.75), Stoppelkälber 1.20 (2.15), Kälber 1.20 (0.58), Hammel 0.80 (0.58), Schafe 0.80 (0.58), Lämmer 0.20 (frei), Schweine 3 (1 72), Spanferkel 0.20 (0.1*2), Ziegen 0.50 (frei), Pferde 10 (frei), Hirsche 3 (1.72), Spießer 3 (1.72), Schmaltiere 3 (1.72), Rebe 2 -0.43), Wildkälber unter 20 Ko. 2 (0.58h Wildschweine 3 (1.29), Hafen 0.20 0.06), Welsche 0.50 (frei), Gänse 0.20 (frei), frisches Fleisch pro Kilogr. 0.05 (0.05), getrocknetes Fleisch 0.10 (0.05), Wildfleisch 0.05 (0.03). Früchte und deren Erzeugnissse: Bobnen, Erbsen, Linsen u. s. w. als Konserven pro 100 Kilogr. 0.50 (0.50), Mehl 0 50 (0.50), Brot und Wecke 10 Kg. 0.04 (0.067), Heu, Grummet Haier und Wicken 1 Hektol. 0.087 (100 Kgr. 0.20). Getränke: Mein in Fässern p. Hektol. 3.00 (3.00), Obstwein in Fässern 1.00 (1.00), Wein in Flaschen per Fl. 0.06 (0.06), Obstwein in Flaschen 0.02 (frei), Branntwein 50%# Likör per Hektol. 3.00 (2.18-3.84 \ desgl. in Flaschen 0.05 (0 02)., Bier in Fässern pro Hektol. 0.65 (0.12 bis 0.18), Bier in Flaschen 0.01 (frei). Brennstoffe: Stein- fohlen 0.10 (0.08), Braunkohlen 0.05 (0.04), Koks 0.10 (0.00), Tors 0.05 (frei), Brennholz frei (verschieden). — Eine Schusterrechnung vor 100 Jahren. Unter den alten Papieren des Amtmanns S. in W. fand sich aus dem Jahre 1809 eine Schuhmacherrechnung, die wir ihrem Wortlaute nach hiermit wiedergeben. Der ehrsame Meister hat sein „Deutsch" sicher nicht bei Schiller gelernt. Rechnung vor Herr Amsmann S .... allhiero vor Schuhmacherei 1809. L Aug. Ihm durchaus gesold und eingefast . 48 fr. 8. Aug. Jungfer Lenchen gesold und eingefast . 40 , 10. Aug. Den Gustaf qrad geklopt u. gerüstert 12 , 21. Aug. Das kleine Kind qened.....6 „ L Sept. Die Frau und Jungfer Anna zu- sammengeflicht ........ 18 „ 5. Sept. Dem Fritz em Rüster ausgesetzt . . 4 „ 9. Sept. Ihm ein Struper angened .... 1 „ 15. Setp. Den Gustav Kanonen ..... 7 fl. 4. Okt. Tie Jungfer Anna unterlegt und Ihm die Komodschuh geflicht ...... 20 kr. 13. Okt. Den Fritz vorn und oben gened . . 8 „ — Da§ Präsidium desHassiakriegerverbands gibt in einem Rundschreiben bekannt, daß der Kaiser die Huldigung der hessischen Kriegervereine gelegentlich der Kaiserparade bei Homburg v. d. H. entgegennehmen wird. ES steht zu diesem Zwecke auf dem ein- gezaunten Paradefelde neben der Tribüne ein Raum von 1100 lfd. Metern zur Verfügung. Dre Stärke der Beteiligung soll schon jetzt festgestellt werden, damit das Verbandspräsidium beizeiten mit den Eisenbahnverwaltungen in Verbindung treten kann und um bei der Rückfahrt in die Heimat Verkehrsstörungen zu vermeiden. Es sollen auch niedrige Fahrpreise, vielleicht Militärsahrkarten nachgesucht werden. — Arbeitsvermittlung. DaS Frankfurter Statistische Amt gibt einen zahlenmäßigen Nachweis über den Umfang der Geschäftstätigkeit der öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen der Rhein-Maingegend vom 1. April 1904 bis 31. März 1905. Darnach waren in Frankfurt 42 471 Stell en offen, 56 340 wurden gesucht und 34 050 wurden besetzt. Für Mannheim betragen dieselben Ziffern: 22 282, 18 815 und 16 649; für Wiesbaden: 13 119, 14 107, 7309; für Mainz: 11 017, 13 658 und 7561; für Heidelberg: 7775, 6903 und 5514; für Darmstadt: 7510, 3730 und 3646; für Worms: 5394, 9553 und 3613; für Kreuznach: 898, 2556 und 384; für Offenbach: 1465, 2573 und 858 und Är Gießen: 1204, 904 und 559. -i- Bad-Nauheim, 25. April. Die letzten Arbeiten an der Terraffe, dem Kurhaus, dem neuen Musikpavillon, den Badehäusern, Anlagen :c. werden mit großem Eifer betrieben, um bis nächsten Sonntag fertig zu sein, da am 1. Mai die Saison beginnt. Die Terraffen haben eine bedeutende Vergrößerung ersahren. Der nordöstliche Teil ist ca. 15 Meter erweitert und mit einem ca. 7 Meter breiten und ca. 50 Meter langen Laubengang versehen worden. Es ist ein neuer Musikpavillon errichtet, der im Erdgeschoß einen geräumigen Probesaal enthält. Die Dächer des Laubengangs und deS Musikpavillons sind mit Kupferplatten gedeckt. Vor der Terraffe sind eine niedrige Vorterraffe und ein mächtiger Springbrunnen errrichtet. Besonders prächtig nimmt sich das neue Einfaffungsgeländer der Terrasse aus, welches ebenso wie die Mauern und Säulen in weißens Muschelkalk ausgeführt ist. Im Kurhaus sind mehrere Veränderungen getroffen worden, so wurde der Billard-Saal verlegt und vergrößert. An der Kreuzung der Bahnhof- und Parkstraße sind zwei Verwaltungsgebäude und ein weiteres Badehaus Nr. 8 im Rohbau begriffen. Große Erdmaffen werden hier ausgehoben und mittels einer Feldbahn bis in die Nähe Friedbergs gefahren^ Das Badehaus Nr. 3 soll im Herbst abgebrochen und das neue Badehaus im Frühjahr 1906 eröffnet werden. Durch den Abbruch werden die Sprudel vom Bahnhof aus sichtbar werden. Nach dem später projektierten Abbruch der Badehäuser 1, 2 und 7 werden die neuen Badehäuser in Hufeisenform um die Sprudel errichtet. Von der Bahnhofstraße wird eine direkte Straßenverbindung nach Sprudel und Badehäusern hergestellt. k- Fried berg, 25. April. Eine Lehrerzusam men- fu n ft fand heute hier statt. Unter den Lehrern befanden sich solche, die auf eine 40 jährige Amtstätigkeit zurückblicken. Im Hotel Trapp fand eine Feier statt. Der neue Stadtteil, die Burg und das Lehrerseminar wurden besichtigt. Unter den Versammelten befanden sich Lehrer, welche 1880, 1885, 1896, 1865 und 1866 das Seminar verließen. (?) Mücke, 26. April. Der zurückflutende Besuch der Osterfeiertage brachte gestern aus hiesiger Station einen ge- «QUiaen Verkehr. Schon der nach Gießen fahrende 11 Uhr- zng vermochte an hiesiger Station die Fahrgäste kaum zu fasten. Passagiere der 4. Wagenklaste mußten zuletzt noch in der 2. Wagenklaste untergebracht werden. In der 3. Klasse standen die Mitfahrenden, da die Sitzplätze nicht ausreichten und in der 4. Wagenklaste konnte kaum eine Stecknadel zu Boden fallen, so dicht standen die Leute. Erst Grünberg brachte Lust durch Anhängen von vier Waggons. Auch der Vorzug vor dem 4 Uhrzug nachmittags war überfüllt. Insonderheit war es hier das Militär, das die meisten Fahrgäste brachte. In Gießen kam der Zug mit starker Verspätung an; auch hier standen zum Teil die Soldaten in Wagen der 2. Klaffe. --Ulrichstein, 26. April. Die alte Wetterregel: grüne Weihnachten weiße Ostern war für uns hier im Gebirge wieder einmal zur Wahrheit geworden. Der Schnee lag hier nach dem Gebirgskamm zu geschloffen, und noch heute schauen die Kuppen des Vogelsbergs weiß ins Tal. Unsere gefiederten Gäste scheinen ein solches Öfter* wetter nicht erwartet zu haben. Tie Rauchschwalben sind eingetroffen. Aus dem Walde ertönt der Rus des Kuckucks und in den Gärten schmettert der Wendehals. Etwas gutes hat das kalte Wetter gehabt, nämlich das Zurückhalten der Obstbaumblüte. Anderenfalls stünden jetzt die Obstbäume in voller Blüte und das jetzige Regenwetter würde alle Aussichten auf Obsternte zu Wasser machen. Darmstadt, 26. April. Vorgestern nacht um 1 Uhr wurde der Student Walter Braun aus München am Cafe Stamm von 6—8 etwa 18jährigen Burschen überfallen und mit Stöcken und Fußtritten derart mißhandelt, daß er bewußtlos am Boden liegen blieb. Student Braun hat erklärt, als er an den Leuten, die direkt bei dem Brunnen standen, vorübergegangen sei, habe ihn eiuer dieser Leute mit Waffer bespritzt, und als er sich dies verbeten habe, seien die Burschen sofort über ihn hergefallen und hätten ihn mit Stöcken zusammengeschlagen. Nachdem er wieder zur Besinnung gekommen sei, habe er um Hilfe gerufen, woraus Schutzleute gekommen seien. Die Schutzleute brachten den Schwerverletzten alsbald nach dem städtischen Krankenhalls. Daselbst mußte leider konstatiert werden, daß dem Verletzten das linke Auge aus dem Kopfe geschlagen war. Außerdenl hatte er sonst noch große Wunden am Kopfe. Der Polizei ist eS gelungen, die Täter ausfindig zu machen. Es sind Handarbeiter, die gestern nachmittag verhaftet wurden. R. B. Darmstadt, 26. April. Heute trat der Gesetzgebungsausschuß der ersten Kammer zusammen, der heute und morgen die Beratung über die Wahlrechtsvorlage, wie sie von der zweiten Kammer umgestaltet wurde, zli Ende zu führen hofft. Der Ausschuß hat auch weiter noch mehrere in der zweiten Kammer verabschiedete Gesetzentwürfe zu erledigen, wie z. B. über das Beerdigungswesen, die Anstaltsvormundschaft ?c. — Der Finanzausschuß der zweiten Kammer wird von morgen ab gleichfalls seine Sitzungen wieder aufnehmen, die noch in der nächsten Woche ihre Fortsetzung finden dürften. Auf der sehr umfangreichen Tagesordnung stehen auch verschiedene wichtige, zeitraubende Beratungsgegenstände, zunächst die Gesetzentwürfe über die Abänderung des Urkunden-Stempels in Verbindung mit verschiedenen Anträgen auf Abänderung des Stempelsteuergesetzes, ferner der Antrag Schönberger au Uebernahme sämtlicher Volksschullasten auf den Staat, die Vorlage über Ctaatszuschüffe für Ausstellungszwecke und über den Nelibau des Mainzer Gymnasiums, der Anträge Köhler in Betreff des Braunkohlenbergwerks, Hirsche! in Betreff der Hofjagden, Weidner in Betreff der Hundesteuer, Häilsel über Mietsentschädigung für Beamtenwohnungen, die Vorstellung der Kreisgeometer :c. — Am Dienstag, den 2. Mai, kommt alsdann auch der Sonderausschuß für die Gemeinde-st euer-Reform wieder zur Fortsetzung seiner Beratung zusammen. Berichterstatter für diesen Gesetzentwurf ist Abg. Dr. Gutfleisch, der bt :ert§ eifrig mi: der Ausarbeitung des schriftlichen Berichts für die Hauptpunkte der Vorlage beschäftigt ist. Trotzdem darf aber einigermaßen bezweifelt werden, daß es gelingen wird, diese schwierige Gesetzesaufgabe noch vor Schluß der gegenwärtigen Kammertagung endgiltig zu erledigen. a. Marbur q, 25. April. Hier ist eine WohnungS- genoffenschast des evangelischen Arbeitervereins als eingetragene Genoffenschast mit beschränkter Haftpflich gegründet worden. Gegenstand des Unternehmens ist die Beschaffung von Wohnungen und Häusern für Unbemittelte und Anlage von Spargeldern. Die Haftsumme beträgt 100 Mk., die Höchstzahl der Geschäftsanteile 30. Vorstandsmitglieder sind Lehrer Ferd. Fenner, Schreiner Reinh. Koch und Gärtner Heinr. Lauer. Wie verlautet, ist bereits ein Grundstück in Größe von zirka 1 Hektar am Wehrdaerweg zum Preise von 1 Mk. pro Quadratmeter angekauft worden. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Aus seiner Wohnung in Offenbach entfernte sich der 40 Jahre alte Dr. phil. Karl Weiß vor einigen Tagen und ist seitdem spurlos verschwunden. Man glaubt, daß ihm ein Leid zugestoßen ist. — Vermißt wird ferner in O s f e n b a ch seit Samstag die 10 jährige Paula Metzler. Orchideenschau im Palmengarteu zu Frankfurt. Man schreibt uns aus Frankfurt: Ein ganz anderes Bild, als das seit Jahren gewohnte, wird die Blütengalerie des Palmengartens in den Tagen vom 2 9. April bis 7. Mai bieten. Eine diesen Räumen fast fremde Pflanzenfamilie wird ihren Einzug halten und die Besucher der großen Orchideen-Son heraus stell- un g werden jetzt die lvunderbaren und eigenartigen Formen der Orchideenblumen zu bewundern in der Lage sein. Wo noch vor wenigen Tagen eine der edelsten deutschen Gartenblumen, die Rose, durch ihren herrlichen Flor erfreute, werden für kurze Zeit südliche Schönheiten aus dem Reiche der Blumengöttin erscheinen und das Auge durch den blendenden Reiz in Form und Farbe, den Sinn durch den betäubenden Duft gesangennehmen. Es ist schwierig, die Schönheit der Orchideen erschöpfend zu schildern, eine solche Fülle der Gestalten, eine so plastische Ausarbeitung der Einzelblüte, ein so graziöser Aufbau der Blütenstände, eine solch grandiose Mannigfaltigkeit in der Farbengebung stehen in dem unermeßlichen Pflonzenreich einzig da und man muß diese Wunder sehen, um einen Begriff von der.Schöpferkraft der Natur zu bekommen, die in den Orchideen ein Meisterwerk an Schönheit und Wanz geschaffen hat. Die Orchideen treten nicht bescheiden auf, wie so viele unserer einheimischen Mumen, die wir schätzen und lieben, — prunkend und Herausforderno stellen sie sich dem Oflu&e dar. sie wollen sich nicht übersehen lassen. Frankfurt a. M. W sich durch diese Orchideen-Schau den Vorrang vor allen deutschen Städten gesichert, noch nirgends sind, ein einziges Ausstellungsunternehmen ausgenommen, so viele blühende Orchideen in so bedeutendem Sortiment zusammen gut Schau gestellt worden und der Name Beyrodt, der in der gärtnerischen Welt einen guten Klang hat, der an der Spitze der deutschen Orchideenzüchter marschiert, bürgt dafür, daß in dem Frankfurter Palmengarteu, dessen gärtnerische Darbietungen jahraus jahrein von vielen Tausenden und Abertausenden von Blumenliebhabern aus aller Herren Ländern bewundert werden, eine Augenweide geboten wird, die sich niemand entgehen lassen kann. Diese Orchideen- Schatt wird als eine Veranstaltung zu gelten haben, die man gesehen haben muß, und die wohl jeder, der irgendwie Sinn'für Blumen und Freude an den wechselvollen Darbietungen der Natur hat, mit der größten Befriedigung verlassen wird. Vevtzntdchtes. * Der Trousseau der ersten preußischen Kronprinzessin. ES ist in letzter Zeit viel darüber ge- prochen worden, daß ein großer Teil der Toiletten-AuS- stattung der Braut des deutschen Kronprinzen bei einem Pariser Mode-Geschäfte in Arbeit gegeben worden ist. DieS geschah wobl hauptsächlich deshalb, weil dieses Pariser HauS, die Firma Redfern, den Winter über in Cannes ein Zweiggeschäft besitzt, sodaß die Auswahl, daS Anproben der Toiletten sich dort ermöglichen ließ. Es ist aber vielleicht eine im Augenblick nicht unintereffante historische Reminiszenz, daran zu erinnern, daß auch der Trousseau der ersten Kronprinzessin des preußischen Königshauses, vor mnb 200 Jahren, in Paris angefertigt wurde. Als der älteste Sohn des ersten Königs Friedrich, der nachmalige König Friedrich Wilhelm I„ sich im Jahre 1706 mit der Prinzessin Sophie Dorothea von Hannover verlobt hatte, beauftragte deren Großmutter, die Kursurstin Sophie, ihre Nichte, die Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans — die bekannte „Liselotte von der Pfalz" — ihrer Enkelin in Paris Brautkleid und übrige Ausstattung zu besorgen. Diese unterzog sich der Kommission mit Eifer und berichtete darüber in mehreren Briefen an ihre Schwester. Da heißt e§ am 29. Juli 1706: „Der König in Preußen sucht alles hervor, was möglich, um mehr Zeremonien zn haben. Das kann ich wohl begreifen, benn wie Ihr wohl wißt, so bin ich ber Zeremonien Erbfeinb, bas ist aber kein Wunber, baß man bei ein königlich Beilager en robe (ein wirb: es wäre recht ridicule anberft, unb sollte man meinen, es wären nur Kammermägbe, sc» sich heirathen .... Ich habe ma tante (ber Kurfürstin Sophie) unterbeffen einen Unterrock gewählt, so nicht häßlich ist, natürliche Blumen mit Golbfeston auf einem schwarzen Grunb — die beutschen Figuren sinb nicht anberS als bie französischen, benn man trifft ja keine anbere Tracht in Deutschlanb als hier." — Vierzehn Tage später melbet sie auS Versailles: Morgen werbe ich express nach Paris mit bem Mons. Schultes, bie Stoffen von ber Prinzeß Kleiber zu wählen" — unb enblich wieder aus Versailles, am 9. September 1706: „Der Brautrock und alles andere Gerät wirb wohl balb von hier weg, ich werbe ihn aber nicht vor seiner Abreise sehen, benn ber Schultes ist so impertinent mit mir umgegangen, baß ich nichts mehr von dem Flegel hören will . . ." Bei der Hochzeit, die. dann am 28. November 1706 vollzogen wurde, fand, wie die Zeitgenossen berichten, dieses Pariser Hochzeitskleid der ersten preußischen Kronprinzessin große Bewunderung. * Des Kaisers Mitgefühl. Aus Berlin wird de» „L. N. N." geschrieben: Wie der Kaiser über das Kleinste unterrichtet sein will, davon zeigt folgender Vorfall, den der Schreiber dieses, welcher das letzte Manöver dienstlich mitmachte, persönlich miterlebte: Heiß mar ber Vormittag ge» wesen, tapfer hatte bie Garbe bie Höhen von — — — ge* halten, unb nur durch einen anstrengenden Sturmangriff war noch Hoffnung für bas 9. Korps, bei bem sich ber Kaiser befand, X. zu nehmen. Schon sprengt ein Adjutant heran, um bem Kaiser bie bisherigen, erfolglosen Sturmoersuche unb die ultima ratio zu unterbreiten. Der Kaiser genehmigt den Sturmangriff unb wirst bis zum Eintreffen des für bie Attacke bestimmten Infanterie-Regiments seine ganze verfügbare Kavallerie auf ben sich wacker haltenben Feinb. Plötzlich dreht ber Herrscher sich um und fragt: „Welch' Regiment (oll stürmen?" „Das Xte, Ew. Majestät!" meldet der Adjutant, „Wann sinb bie Leute heute früh auSgerückt?" „Sie waren auf Vorposten, Ew. Majestät!" Einen Moment zuckt eS wie Wetterleuchten auf in deS Kaisers Zügen, dann sagt er mit seinem alles bezwingenden ruhigen Ernste: „Dann gehöre« sie ins Quartier unb nicht ins Gefecht!" DaS heißt so viel, als baß nicht bem Kriege im Frieben geopfert werben (oll. „Das Ganze Halt" ertönt, unb freunblich lächelnd verläßt ber Kaiser ben Kampfplatz, nicht ohne vorher in ber Kritik barauf hingewiesen zu haben, baß bie Streitkräfte bester pr verteilen seien. • Kurz, aber treffenb. Unter ben Gesuchen, die dem Kaiser bei seiner Anwesenheit in Lissabon vorgelegt würben, befanb sich auch baS eines Berliner RegierungS- rates, ber sich über schnöbe Behcmblung seitens eines Vorgesetzten beschwerte, sobaß er seinen Dienst nicht ^in gewohnter Weise tun könne. Der Monarch versah bas Schreiben mit ben lakonischen Worten: „Wirb's wohl aushalten bis nach meiner Reise." • Zn bem Selbstmorbe der Marquise Pallas oicini im Mailänber Dom, worüber wir kurz berichtet haben, schreibt man: Der Umfianb, daß ein Herr mittleren Alters beim Anblick ber töblich verwunbeten Dame tm Dome in bie Worte ausbrach: „Ich habe es vorauSgesehen!" und bann ohnmächtig zu Boben sank, hatte zunächst eine LiedeS- tragöbie ahnen lassen. Jetzt aber ist festgestellt, baß bie Ur- fachen ber Verzweiflung der Marquise einzig finanzielle Sorgen und der Zusammenbruch ihres Eheglücks gewesen sinb. Die Marquise ist eine Tochter bes österreichischen Kammerherrn Grafen Robert von Terlago unb war in Frankfurt a. M. geboren. Ihre Mutter ist eine Baronin Sophie von Thienen- Ablerflycht? 1893 heiratete sie ben einem alten AbelS- geschlechte augehörcndei: Marquis Rolando be Pallaoicini- Visconti in Parma unb (oll eine sehr bebcutenbc Mitgift in bie Ehe gebracht haben. Ihrer Ehe sind bret Kinber entsprossen ; aber ber Friebe unb baS Glück scheinen nur zu bald von ben Eheleuten gewichen zu sein. Pallavicini huldigte mit unbändiger Leidenschaft dem Rennsport, und die Pferde f zwischen Landwirten . 216.40 Drei Jünphorzöge Versteigmmg Zusammen 2(1) 1 Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . 2(1) 4(4) 1 1(D 1 1 1 1 4(4) 1 KD Anfangs- il * 239.90 . 142.25 . 250.00 nach Es starben an'. Tuberkulose Krebs $ Wer „Peter’s Union“ fährt, kann U an Leistung und Sicherheit die $ höchstenAnforderungen stellen. J Man achte beim Einkauf auf Lungenentzündung Herzentzündung Arterrosclerose Krämvfen Atrophie Altersschwäche____ Schlußkurfe. 210.25 240.12 142.25 249.40 216.50 über Futterkalk endet stets mit dem Sieg der Marke „Prämin", weil Prämin den Höchsten Gehalt an citratlöslicher Phosphorsäure besitzt und frei von schädlichen Subst uzen ist. Der Futterkalk „Prämin" befördert die Mast, stärkt die Knochen und vermehrt die Milchabsonderung. 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Illing und Metzuer, die Unterzeichner des Rund- chreibens. die beide Lcnrdwehroffiziere sind, Nlblteii p.ch durch diesen Passus beleidigt und forderten Ulrich mir, bic Beleidigung zurückzunehmen und sich zu entschuldigen dies nicht geschah, schickten ihm beide Offiziere eine Pistolenforderiing die aber von dein Landtagsabgeordneten rundweg ab gelehnt wurde. So kamen die Leiden Herausforderer vor das sfriegs- Münch en, 26. April. Den „M. N..N." zufolge ist das Verfahren gegen den Arzt Dr. Braunstein wegen Gatten- mordes eingestellt worden. Durch Verwendung nur feinster Rohmaterialien und durch eigene Erfindungen in der Fabrikationstechnik ist „Peter’s Union“ anderen Reifensystemen jetzt vielt überlegnen. ™tu6er ge. 'lett-n-Auz. W einem »ift. $i,5 ’*iier§au8, c’n Zwkig. en der Toi. seicht eine KeminiSjeni. -n'ten Kron. 20» Jahren, n des ersten Wilhelms orothea von mutter, die beth Char. der Pfal^ Ausstattung m mit tziser n cchwester. m Preuhen remonien zu ^Jhr wohl ist aber kein en robe sein man meinen, . .. U rdessen einen e Blumen mit deutschen M» M man trist - Vierzch m werde ich , die Stoffen Mich wieder stautrock und eg, ch werde t Schultetz ist jt5 mety ton t, die bann ,nb, wie die eib der ersten "«fi Ss LÄ * und »Ä ' Aendivie 'Mgkr. Wniverlitäts-Nachrilklcn. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Mit Bezug auf innere neulichen Bemerkungen über die Göttinger E i n g a b e an den Kultusminister haben mir weiter mitzuteilen, dar, die darin er wähnte Rektorenkonferenz auf den 12. Mar und die nach- sollenden Tage einbenifen ist. Au! diefer Koni-renz wird ». a. auch über die Ausländer- und I m m a t r i k u l a t i 0 n s - fragen und über die Studentenausschüsse verhandelt weiden. Tie Mitteilung einiger Blätter, daß im Ministerium die Satzung e n bereits f e st g e st e l l t worden seien, ist, wie wir Loren, völlig unzutreffend. Im Ministerium wird auf die -H t» Wirkung der Vertreter der U n i v e r s i t atc n und der Hochschulen bei den Fragen der Studentenausschüsse größter Wert gelegt, wie schon daraus erhellt, daß wesentlich mir zu diesem Zwecke die Konferenz berufen wurde. Versuchen Sie es auch! Aue einer solchen Flasone MmAoj? Cognac-Essenz a 75 Pfg., bereite ich mir 2>f, Liter von meinem so wunderschönen und wohlbekönunllchen Cognac. Eoen- 60 bereitet man schnell und einfach aus MelUnghofra Likör-Essenzen: Absinth, Alpenkrauterbitter Allasoh, Ananas, Angosturabitter, Anisette, Apothekerbitter, Arrac, Aromatique, Boonekamp. Breslauer Korn. Cacao, Ca mus, Cherry Brandy, Kurfürstl. Magenbitter^ Citronen, Cordial, Curacao, Danziger Goldwasser, Ejer-Cognac, Eisenbahn, Eisen, Franzbranntwein, Halb und Halb Hämorrhoid»!, Hamburger Tropfen, Himbeer. Ingwer, Jagd, Kaffee, Kräuter- Magenbitter, Kümmel, Maag-Kruiden-Absinth, Magenbitter, Magendoctor, Maraschino, Nordhäuser Korn, Nuss, 1 epermunt, Pfeffermünz.Persi co, Pomeranzen, Rosen. Rum Sellerie, Stein- hager, Stonsdorfer - Bi> ter, Tborner Tropfen, Vanille, ^ ach- holder, Waldmeister, Wbrmuth- und Zimmt-Llkör. Ferner Pu^ch-. Umo- r.aden- und Bowlen-Essenzen. - Die AnVoikaufsateHen Destillierkunst für jedermann“ erhält man gratis in den Vgkaufssteuen oder direkt franko von Dr. Mellmghoff & Cie. In Buckeourg. Verlangen Sie aber nur Meliinghoff’s Essenzen! Welsen Sie alle andern ruhig zurück! Mellinghoff’s Essenzen sind zu haben In Flaschen ä 7» Pi. In Giessen bei Adolf Bieler, Emil Fischbach, W. Kilbinger, C. Müller (G. Gerhardt Nachf.), Otto Schaaf. ss / 1 THE) 2 Ktrichtsiaat. 26 April. Der Fabrikant Illing und der Bantt^ Metzner, beides Landwehrofftziere, Rattert itch toctycrt fintier JJ ö “ konservativen Landtags-abg. Ulrich Herausforderung Echm Waffen zu ver- ant^5?n16 Den Grund zu dieser Kontrahage gab folgender Vor- Wahl von Beisitzern zum KaUnfall. Bei derfr 9 bei den Kaufleuten zwei Listen 9 erich t _ «schielt nun die Nennen von zwei gegenüber. Die erne Lis Wahltage aber erlichen zwei jüdischen Firineninhaoern. Ulrich und Schubert, Unterzeichner der sie die Wähler der Gegen- ÄitiÄeScnÄ und Schukr"^M>ff°hl^-u List 'waren, ^°zzerdach^nWt^aust Auirus unangenehm berührt und mn ix S b ^^^rstanden kommen zu lassen, als ob sie nnr oeuen v übrigen wären, wandten sie sich in einem Rund chriaben ar ore_ uori^eu Mitunterzeichner der Liste, von denen . l Aufruf mißLMgt-n. Ein Exemp « Zund^vms^r mm auch Ulrich m die Hande geraten. Ulrich, bt _ |rt LtPT unx Mitglied der konservativen Partei nn schrieb "nun an'den Bankier'Metzner -iu°u 2 Lieblich jagte: ja wolle es dahmgeMu mit Firma Mark 2.60 per Caulend. Siehsnsr Anzeiger, Brühlldie Druckerei ----besitzt---— PETERS BlMen-Pneumatik, 1. Vollendete Konstruktion. 2, Lange Haltbarkeit, r3. Dauernde Elastizität tzbS Gestüts des Sir Rolando waren und sind noch anf allen internationalen Rennbahnen bekannt. Der finanzielle Erfolg scheint aber nicht der gewünschte gewesen zu sein, denn die Millionen-Mitgist der Frau ist verflogen und vor kurzem mußte auch der prachtvoll- Palast, der alte Sitz derer von Pallavicini in Parma. für ein Spottgeld verkauft werden. Seit einem Jahre lebte die Margu.se Maria Ch.ara von ihrem Gatten getrennt und zumeist bei ihren Eltern aus Schloß Terlago b-, Trient. Vorigen Dienstag traf sie m Mailand ein und stieg im Hotel France ab.~ Nachmittags beaab sie sich zu einem alten Freunde ihrer Familie, einem Grafen, um ihn um seinen Beistand für die Abwicklung emiger Geschäfte zu bitten. E,n Versuch, eme Hypothek au ein kleines Landgut aufzunehmen, schlug sihl, und auch du Bitte um ein Darlehen von 300 Lire wurde ihr von einer befreundeten Gräfin abgeschlagen. Als am folgenden ^age der Graf bei ihr eintrat, sah er m ihren Yanden einen kleinen, kunstvoll gearbeiteten Revolver. Unter dem Vorwande, ein Sammelfreund von seltenen Waffen zu sein, bemächtigte er sich des Dtordinstruments, mußte sich aber dazu verstehen, da die Marquise sehr erregt wurde, ihr dieses zurückzugeben. Er ließ sie jedoch schwören, fernen Gebrauch von der Waffe zu machen. Di- Gräfin hielt den Schwur! nicht, kurze Zeit darauf erschoß sie sich im Dom. . Neue Fälle von Genickstarre werden aus Berlin, dem Fürstentum Neuß, Württemberg ic. gemeldet. • Eine zahlungsunfähige Stadt. In der Kaffe der Stadt Amöneburg satze m Zusammenhang mit den Einzahlungen auf ine neue Reich ^anl ei he, die gestern zu leisten waren, und zwar nut 7s wahrend weitere ]e I v am 23. Mai, 25. Juli und 22. August emzuzahlen smo, stattgefunden. Man nimmt an, daß auf einen sehr erheblichen -rett bet Zeicbmmgen die Bollzohlimgen gegiftet wurden. Ultmwgeld bedang in Berlin 37,-3»/, %, tägliches Geld wurde mü 2-2 , bezahlt. Der Privatdiskont versteifte sich m Berlin und ^anfntrt Freitag den 5. Mai L nachmittags 3 Uhr, sollen die wegen rückständiger Gemeinde- stener 5. Z., Geometer-Geb^ Gebändeabfchätzuugs - Geb., Beerdigungskosten, sowie dre ivegen rückständiger Pacht- «ud Grasgclder gepfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, Pferde Pferdegeschirre, Wagen, 1 SM u. 1 Rind versteigert werden. [229« (tzemmecker, Pfandmeister Versteigerung. Freitag den 28. d. MtS^ vormittags 10V3 Uhr, sollen dahier 6 Stämme Werk holz (Eichen in Bohlen geschnillenl zivangsweise gegeii bar versteigev werden. — Zusammenkunft bei Steigerer um 10V* Uhr aus meinem Bureau. 230< Gießen, 27. April 1905. S e i b e l, Geriuttsvollzieher. r[in wird dr» - das fileinfre M, den bet lienstlich mit» Zomittag ge- - -- ge- -mangriß war der Kaiser ijutant heran, moersuche und genehmigt der flrdieW^'- Plötzlich dtttzl jiegimtO“ btt Sie im«" Sann -Lz w ** ,b°n »^1 Sb-N A wnad| im Do»nk 31pe, ni^ und 1 ani|(?es Di! °ff" ""ttierm l-°°° W* ।"• Li»«16 Harpener Bergbau . • v Tendenz: Fest. Russischer Staatshaushalt. Dre dem nisierium nahestehend „Handels- und Jndusirie-Ztg. Ipricht sich eingehend über die Finanzlage Rußlands aus und zww. schildert sie diese im Gegensatz zu den Mitdeilimgen^anderer nissischer Zeitungen in entern Nichts weniger als rvttg^n Lichte, sodaß sich die „Nowme Wremia' veranlaßt sieht, m ernerBesprechung dieses Artikels sick d^bm zu äußern,, daß die ,H. .u. Jnd^Ztg." sich einem ungerechtfertigten hwgM und die Lage unnötig schwarz färbt. Man muß nanzlage zuversichtlicher beurteilen. Die ,,H. u ^znd.-Ztg. hat ma ausgeführt, daß eine Erhöhung der Steumlast unvermeidlich , sei, da andernteils die ravid wachsende Ve^chuldung Nußlands das Gleichgewicht im Ordinarium KU zerstören drohe. Wre Steuererböhungen werden auf etwa 65 Mill. Rubel Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, daß nicht etwa unter der Wi?kung der erhöhten Besteuerung der Verbrauch ab- nimmt. Der Mehrertrag werde ausreichen, um den Dienst der I Breits aufgenommenen und in nächster Zukunft noch bevorstehen- I bCn D^eut?ch e^R^ch^sanleihe. Unsere ReichsMileihen geben bei leichtem Anziehen des Geldes wieder , einmal langsam | i" b« ÄÄogcnt | gessenheit zu suchen. . c- I unter ;ßTem Ausgabekurs notiert. Gestern haben sich allerdings er» ss? ft w?ssc rechte Engelmacherei betrieben wurde. Gine^«ueiye om « 9 VJ. Ymtcr den Unbilden der gegenwärtigen Witterung Umst-igm aufrecht erhalten. - S«trchÄ>ir-kt°r K-rl K - ck - r t von der Rohrbaäntt Zuck-rrastmeri- verübte Selb st inord. .am Urmcfie ist noch unbekannt. Er war eine der bekanntesten imon lichk-it-n her Zucker-Industrie Oesterreichs. - Wie das Wiener Fremdenblatt" melkt, wurde auf den Prinz en E l i a s v n V arma in Italien wahrend emer Auto mobil! a hrt em qr + fpntat verübt Ein Italiener warf einen Stem nach dem- ielb n w-lcher^ber tat Chauffeur traf und leicht oenvundete. JnfL-dffien ist der Prin, nach Oesterreich zuruckgekehrt. Kandel vr d VeiKestr. ^olküivirlschast. Berliner Börse vom 26. April 1905. (Mitgeteilt von der Bonk für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2 Prozent. Wöd'nitM t yfbrrihff irr ^ßbr5fätit in hft 5tabt 6itüfn ben 4. Mai m 4. Woche. Dom 22.-28. Januar 1905. nachmittags 3 Uhr iGinwobner^ahl: angenommen zu 28 000 (inkl. 1600 Alaun Attlttar werden auf hiesigem Drtsgericht (ti.inroot>neqani Zt-rblichk-itsffff-r: 22.28 die zur K-nkurSmaffe der Ludwig Abzug von 6 Ortsfremden. 11,14r/-c. Kühne Eheleute gehörigen Grund- Kinder ßücke der Gemarkung Gießen : Erwachsene: im vom i 1382—203 gm Hofrailbe auf dem 1. Lebensjahr: 2.—15. Fahr ^l'terweg, 1 ^1383—63gmHofraithe " — daselbst' öffentlich meistbietend versteigert. ® 7« Gießen, den 26. April 190o. Großh. Ortsgericht Gießen. G r o kv____________ Wnm • ^ie in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. __ Familien Nachrichten. Geborene. Herrn Georg Ritter em Sohn, Wetzlar. TJ 4- LI rein und weiß, nach welcher jede Dame ZjiirW 11 <1111 verlangt erzielt man sicher, nur durch da- nicht fettende in Tiiben VT Pli Ol 1VI VCeui II. b7 ä 50 Pfg. erhältliche D 10 TTVZ775r~ 1 A w jeder beliebigen rchrfstan und «anom forte, sowie mit Sirteln aller studentische, VlJlllUllvIl Vereinigungen, liefert zv mastigen Prellen vrühl'sche UniverfitätL-Druckerei. Zchulftraste 7 Parfümerien Toiletteseifen elegante Kartonnagen 2092 Adolf Bieler, Marktstr. 5 MSMßM M H 7;V': -K : •_ ■ I K K : !i;-# M an die W Bei Pseisfei kBackstein spene an Di 21. Sex und Zu Rindem gegenstä Gr Erlaubn dmgung ausgege Bruttoei von Oe1 Zu gestattet. Gi, W Krüm den sH G De nicht en Ansorde rechnet M61 tt* ® fl worden, j ^rnibenn °er rweiti rn die Stabte bi Wilma «nt> 15 j Wt ton in* Me 'S !b Win« mer tvohl je( enttvinf SJ Daltinig ?yto '.Pate 9rr um ‘X d, abends ( _ Hebei & die Uren ß Abngsks > ans Regi> W ft 5 a Jtojl To des- Anz eig* e Frau Gastwirt Jacob ofmaun Wie nach längerem Leiden, im Alter von 68 Jahren, gestern morgen 7 Uhr sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Krofdorf, den 27. April 1905. 2298 Bie Beerdigung findet Samstag, nachmittags 2 Uhr, in Krofdorf statt. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Danksagung unsere Mitglieder freundlichst eingeladeu. 2311 Der Vorstand des Bnrgerverein (Hessen. in guter Qualität. Hahn, Rektor. Mecum, Oberbürgermeister. - Einjährigen-Examen. HmimbkiWuleAI. fantoiiiin 02744 Gießen, Südanlage 7. 2295 Ei, ei, ei! im Schützenhause statt. Frankfurt aus off. en gros Preisen. 1988 (gar. seidefrei) empfiehlt zu billigsten Preisen 1943 Vahuhosstratze 44. Bahnhofstraße 44. Rotiert Stuhl, NcnW 23 Mit Sch ätzen grüß Der Vorstand. K. Schneider, Dr. Schneider und Familie. Pilo macht die Schuhe blank, Dass es eine Freude, Und es rufen „Gott sei Dank!“ Jetzt schon alle Leute: Herrlich ißt die Wichserei, Hoch entzückt die Frauen, Jede flüstert ei, ei, ci, Kann nicht satt sieh schauen! Äug. Waag Seltersweg 60. Damen -Handschuhe Herren-Handschuhe 2«- Krawatten Wäsche Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergeßlichen Gatten und Vaters sagen wir auf diesem Wege den beteiligten Vereinen, seinen Freunden sowie den evangelischen .Schwestern für chre liebevolle Pflege unfern innigsten Bank. Sichere, erfolgreiche Vorbereitung zur Einjährig- willigen-Prüfung. Herbst 19ui haben unsere sämtli« Kandidaten bestanden. Prospekte durch Handelslehranstalt Kirchheim-Teck 7. ■aee Die Aufnahme schulpflichtiger Kinder. Montag, den L Mai ds. Js^ vormittags von 10 dis f2 Nhr, findet in der hiefigen Volksschule und zwar in der Ltadttnabenschule im Zimmer Nr. 3, in der Staotmüdchen- schule im Zimmer Nr. 6, die Aufnahme der Kinder statt, welche bis zum 1. Mai d. Js. das sechste Lebensjahr zurück« gelegt haben. B”/4 Auch können am genannten Tage auf Wunsch der Ettern oder deren Stellvertreter solche leiblich und geistig nicht unreife Kinder auf* genommen werden, welche bis zum 30. September d. Js. das sechste Lebensjahr vollendet haben. Diejenigen dieser zur Anmeldung gebrachten Kinder aber, die für den Schulbesuch als nicht genug herangereift be* ttachtet werden können, werden für das nächste Schuljahr zurückgestellt. Bei der Anmeldung ist der Impfschein vorzulegen und bei auswärts geborenen Kindern auch dec Geburtsschein mitzubringen. Außerdem haben diejenigen Ettern, tue von der Gewährung freier Lehrmtttel für chre zur Aufnahme gekommenen Kinder Gebrauch machen wollen, unter Vorzeigung des diesjährigen Staatssteuerzettels bei betreffenden Hauptlehrer Antrag zu stellen. Gießen, den 19. April 1905. <— Für den Schulvorstand: JUineralwasser — in allen Sorten und stets frischer Füllmrg 1 bei Emil Fischbach. Für die Herren Apotheker und Wiederverkäufer zu den von Grosse Abwechselung in der t&glichen Suppe bieten für 2 gute Teller. Viele Sorten wie Tapioka-Julienne, Reis, Erbs, Grünkern, Gersten u. s. w. In frischer Ware stets zu haben bei c”/4 Emil Fischbach, Seltersweg 24. Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Handarbeiten, sowie Knustarbeiteu, Brandmalerei, Tiefbraud, Schnitzerei, Leverplastik usw. ßfiontag, den I. Mai 1905. Für Auswärtige ganze oder teilweise Pension im Hause. Dr. Schliephake verreist Vertreter: Herr Dr. Geyer, Herr Dr. Klein, 2301 Herr Dr. Marckwald, Herr Dr. Zinßer. empfiehlt m nur guten, dauerhaften Qualitäten zu billigsten Preisen ä Robert Stuhl, $*hf L v-v" .AÄzoycr Pferde-L ose Ziehung am 12. Mai d. J. Hauptgewinne: 1 eleg. Ein» spänner, 6 Pferde u. Fohlen, 7 Rinder, Fahrräder, Nähmaschinen usw. Geringe Losanzahl, Günstige Gewinnchancen. Lose ä M. 1,— 11 Lose 10 Mk. (fuc Liste und Porto 25 Pfg. mehr) sind zu beziehen von 2211 WM BHM Haupt-Kollektur Gießen Neuen Baue 1L Dresden. Studeuteukarteu resw. 1.— Mk. «HW Um Am 2. Mai d. Js., abends 8 Uitr findet im Reuen Saalbau (Steins Garten) das bekannte KONZERT des erblindeten Violin-Virtuosen Wilh. Schaefer statt, unter gütiger Mitwirkung von Frl. Toni Steinmauu, Konzert-Sängerin, Mamz, und Herrn P. 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Die für heute abend anberaumte Generalversammlung , findet in Anbetracht der Versammlung des Bürgervereins erst am Montag, den 8. Mai, abends 9 Uhr Bürger-Versammlung Donnerstag den 27. April d. I., abends 8$ Uhr, im Bfeuen Saalbau (Steins harten). Tages-Ordnung: Die geplante UDtzaas des Oktroi. Zu dieser Versammlung find alle steuerzah lenden Einwohner, insbesondere Gardinen creme und weiß abgepaßt und meterweise in allen Preislagen. Rouleaus mit Spachtel-Stickerei 858 Paar Mk. 2.50, Mk. 3.-, Mk. 4.- rc. C. Böhr & Do. Schweizer Stickereien in grösster Auswahl — in prachtvollen Mustern 1007 in vorzüglicher Qualität — zu billigsten Preisen empfiehlt J. Haan jr., Krenzplatz 10. Heinrich Sack, 19 Marttstrch 19 Ueb erziehe« und Reparaturen schnell und billig in eigener Werkstätte. Schirme 105 in grober Auswahl von den billigsten bis zu den feinsten.