Nr. 71 Freitag, 24. März 1905 <■ » a ■ - Hdaanlik^ *9U>I w» WAJWiuyf«! ”wmW* Dt» 3U|tM |eeffitn»ttmr der etbi»eV otr^nt MdcheatUch beigtUgt De *W tu* tri**!** «amttttch «taml Eichener Anzeiger 155. Jahrg. •>*•*«"•***** *t wrrta, e* eH»fWe 9mncritmiM»cMdcK< R. Senge, •e*R Rctefttao. Exvedttto« a. ttaedro* r SchuM«. L tM.ftx.SL I*U8t^«be. t tteertg* Metzm. General-Anzeiger, Amts- and Anzeigeblati für den Kreis Sichen. Jahrhunderts genannt hat. Kaiser Friedrich hat diese Aeußerung id berichtet sogar in seinen Erinne- nie getan. Professor Delbrück Deußcher Reichstag. 17 1. Sitzung vom 23. März. 1 Uhr. Das Hauö ist mäßig besetzt. Am Bundesratstisch: Kommissare. Dor Eintritt in die Tagesordnung bemerkt Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Deutsch ist das Land, deutsch ist die See Wo ich mit blitzendem Schwerte steh'. Wo ich schwöre mit dräuender Hand, Hier ist mein deutsches Vaterland! (Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen und rechts.) Abg. Brnlm (Antis.) kommt auf den Fall des Offiziers zurück, der einmal in einem Warenhause eine Tasse Schokolade getrunken hat. Die jüdisch-demokratische Presse habe ihn (Redner) deshalb heftig angegriffen. Noch schlimmer als das Verhalten dieses Offiziers sei die Tatsache, daß Militärkapellen in Warenhäusern spiewn, also Reklame machen für Geschäfte die so viele Existenzen ruinieren. In Schöneberg hat sogar die Kapelle des Eisenbahnregiments bei der Eröffnung eines jüdischen Warenhauses mitgewirkt. Sehr tadelnswert ist überhaupt die Konkurrenz, die die Militärmusiker den Zivilmusikern machen. Zu billigen ist es, daß die Heeresverwaltung vorwiegend bei den Produzenten kauft. Sie soll keinesfalls den Anregungen der Abgg. Kaempf und Dove folgen: die jüdischen Händler verstehen es leider auch so meisterhaft, den Bauer um den Lohn seiner Arbeit zu bringen. Es ist ohnehin schon schlimm bestellt um den produzierenden Mittelstand: der Geist dec Bamberger und Lasker, der dem deutschen Geist so weltenfern war, jene verlästerten Gewerbegesetze haben dem Mittelstand beinahe den Todesstoß versetzt. Nun zu Herrn Eickhoff: Er hat die Legende wieder aufgc- wärmt, daß Kaiser Friedrich den Antisemitismus die Schmach des ningen von einer Unterhaltung bei Kaiser Friedrich, Ido jemano zur Verteidigung des Antisemitismus sagte: „Würde das preußische Lffizierkorps noch das sein, was es ist, wenn auf den märkischen Schlössern statt der Alvenslcben und Bredow die Cohn und Levy sitzen würden?", worauf Kaiser Friedrich sagte: „Ja, ja, man hätte früher etwas tun sollen!" Und wie denken andere große Männer über das Judentum? Friedrich der Große, Goethe, Fichte haben es höchst abfällig beurteilt. Und der Abg. Hitze soll gesagt baten: „Ich bekenne, daß die Juden nahe daran sind, die Weltherrschaft über alle andern Nationen zu erlangen!" Herr Eickhoff berief sich gar auf Heinrich von Treitschke. Aber Treitschke hat gesagt, daß, wer die Tätigkeit des jüdischen Volkes im Vaterland beobachte, sieb über deren Nachteile nicht hinwegtäuschen könnte. Wenn Sie von der Linken das tun, so haben Sie kein Verständnis für die wirkliche Sachlage. (Lachen links.) Ter Abg. Eickholt machte dem Kriegs- Minister Vorwürfe, daß er die jüdischen Soloaten nicht verteidigt hat. In Wahrheit wollte Herr Eickhoff aber eine Schutzrede des Kriegsministers für das gesamte Judentum, und weil er die nicht gehalten hat, denunziert er ihn, wie sein Freund Lachmann in einem Briefe an einen höheren Ort getan hat. Wehe, wehe dem deutschen Volke, wenn alle seine Söhne so denken, wie der Abg. Eickhoff!! ^Gelächter links.) Abg. Eickhoff (frei). Vp.): Für die Aeußerung Kaiser Friedrichs, „der Antisemitismus ist eine Schmach des Jahrhunderts", liegen mir verschiedene Beweise vor. Gerade gestern vor 12 Jahren wurde bei Gelegenheit einer ähnlichen Debatte diese Aeußening von dem Abg. Liebermann von Sonnenberg und Abg. Stöcker als kapokrvvh bezeichnet. Was zunächst die Persönlichkeit des Herrn anbetrifft, zu dem Kaiser Friedrich die Aeußerung getan hat, so wissen Sie alle, er ruht seit vielen Jahren im Grabe, daß er aber ein Ehrenmann war, werden Sie mir alle zugeben, wenn ich Ihnen verlese, was Kaiser Friedrich am 70. Geburtstage dieses Manne? an ihn geschrieben hat. Die Worte lauten: „Es wird mir unvergessen bleiben, mit welcher Hingabe sie unter meinen Augen ;eit Jahren für unsere Invaliden und die Hinterbliebenen der zahlreichen Opfer unseres Krieges mitgewirkt, mit welcher Sorgfalt und Liebe Sie ihre Interessen wahrgenommen haben." Als Beweis, daß die angeführte Aeußening Kaiser Friedrichs tatsächlich gefallen ist, liegt vor mir zunächst ein Schreiben des verstorbenen Admirals von Stosch an den Geheimen Obenegierungsrat Magnus vom 27. März 1893; es heißt da: „Von der Unterhaltung Seiner Kaiserlichen Hoheit des damaligen Kronprinzen mit dem Geheimen Kommerzienrat Magnus nach der Sitzung der Viktoria-National- Jnvalidenstiftung im Jahre 1880 bin ich nur Augen- nicht Ohrenzeuge gewesen. Ich weiß nur, daß Herr Magnus unmittelbar nach Fortgehen Sr. Kaiserl. Hoheit, den ich bis zum Wagen geleitete, jenen Ausspruch des Hohen Herrn, der die antisemitische Bewegung scharf verurteilte, seinen Genossen erzählt hat. Nun erachte ich den verstorbenen Herrn Magnus für einen Mann, der ganz außer Stande war, so im Handumdrehen zu lügen und etwas anderes in ernster Sache zu berichten, als die unbedingte Wahrheit. Ich weiß, daß dad geäußerte Urteil durchaus den Ansichten weiland Sr. Mcrje- stät des Kaisers Friedrich III. entsprach (Hört! Hört! links), und ich kann hinzufügen, daß in den mannigfachen Unterredungen, welche ich mit meinem langjährigen Freunde, dem damaligen Kammerherrn von Normann gerade über diese Sache gepflogen habe, die guestionierte Aeußening als von Sr. Kaiserlichen Hoheit gemacht, nie im Zweifel stand." Das zweite Zeugnis stammt vom 8. April 1893. Damals hat in Berlin vor dem Rechtsanwalt und Notar August Eduard von Simson eine Verhandlung stattgefunden, die in Nummer 236 des Notariatsregisters 1863 eingetragen ist. Hier hat der den Aelteren von Ihnen noch bekannte Moritz Gumbinner folgendes zu Protokoll gegeben: „Ich befand mich als Berichterstatter in einer Generalversammlung des gedachten Vereins, deren Tag und Jahr mir nicht mehr mit Sicherheit erinnerlich sind, im kleinen Saale des Englischen Hauses und war Zeuge der längeren Unterredung, welche des damaligen Kronprinzen kaiserliche Hoheit, späteren Kaisers Friedrichs Majestät, mit dem Geheimrat Magnus führte. Ich habe den ganzen Inhalt der Unterredung nicht vernehmen können, wohl aber erinnere ich mich deutlich, daß daS Thema der Unterredung die antisemitische Agitation betraf, und daß der Kronprinz dabei die Worte gebrauchte: „Er habe während seiner Anwesenheit im Auslande dort von den hiesigen Vorgängen Kenntnis genommen und sich der Scham nicht erwehren können." Nach Schluß der Versamm- lung verließ ich das Englische Haus in Begleitung des Herrn Geheimen Rat Magnus und Geheimen Oberregierungsrat Wulffs- heim. Die Herren erzählten mir den vollständigen Inhalt des oben gedachten Gespräches und verpflichteten mich, über diese ganzen Vorgänge nichts in die Öffentlichkeit zu bringen. Selbstverständlich bin ich dieser Verpflichtung sttengstens nachgekommen, konnte aber gegenüber der Veröffentlichung in der „National-Zeitung" nur zugeben, daß dieselbe genau den mir gemachten Mitteilungen und, soweit dies möglich war, meinen persönlichen Wahrnehmungen entsprochen hat." Ein sehr verehrtes früheres Mitglied unseres Hauses, Georg v o n B u n s e n , hat an den Geheimrat Magnus am 20. Juni 1880 folgendes Schreiben gerichtet: „Gestern abend nahm die Frau Kronprinzessin eine Gelegenheit wahr, von der „Judenhetze" und der „schönen Geduld" zu reden, welche die Juden an den Tao gelegt Jrn Laufe dieses Gespräches habe ich dann der hohen Frau von Ihrer Absicht, daS Lessing-Denkmal zu errichten, erzählt. Auf meine Aeußerung. dnn ' rade jetzt der Augenblick mir gekommen zu fein scheine, wo fick: freuen würde, seine Gesinnung Präsident Graf Ballestrem: Nachdem wir 1% Tage bereits über das Gehalt des Kriegsministers verhandelt haben, sind zu demselben Titel noch 17 Redner vorgemerkt. (Hört, hört!^ Wenn wir die Vereinbarung einhalten wollen, die von uns im Seniorenkonvent getroffen ist, so muß ich die dringende Bitte an die Herren Kollegen richten, sich in ihren Ausführungen beschränken zu wollen. Ties wird leicht möglich sein, wenn Sie nur wirklich sachliche Gegenstände behandeln und nicht breit über persönliche Sachen sprechen, was ich ja nicht verhindern kann, weil sie vielleicht in derselben Debatte von einem früheren Redner gestreift wurden. Ich richte die Bitte an die Herren, um unserer Verpflichtung nachkommen zu können, den Etat rechtzeitig fertig zu stellen, sich an die Vereinbarung zu halten und sich in ihren Reden zu beschränken. Das ist abhängig von dem guten Willen aller Mitglieder. Das Präsidium kann dazu nur wenig tun. Die zweite Beratung des Militär-Etats wird beim Titel „Gehalt des Kriegsministers" fortgesetzt. Hierzu liegen eine Reihe schon mitgeteilter Resolutionen vor. Neu eingegangen ist eine Resolution der Abgg. Dr. Müller- Sagan (freif. Vv.) u. Gen., den Verbündeten Regierungen seine Bereitschaft zu erklären, im nächstjährigen Etat die Mittel zur Deckung der Kosten für die den Mannschaften des stehenden Heeres und der kaiserlichen Marine im Falle der Urlaubserteilung alljährlich ober doch mindestens einmal während ihrer Dienstzeit für eine Reise in d i e Heimat unter tunlichster Gestattung der Benutzung von Schnellzügen zu gewährende freie Hin- und Rückfahrt auf den deutschen Eisenbahnen — bis zum Höchst- betrage von 1 500 000 Mk. — zu bewilligen. Abg. Wnmhoff snatlib.): Den vom Abg. Dr. Böttger geäußerten Klagen über das Kantinenwefen kann ich mich nur anschließen und hoffe, daß der Minister die hier bestehenden Mißstände bald beseitigt. Gestern hat der Graf von Mielezvnski dem Ostmarkenverein seine besondere Verachtung ausgesprochen und getadelt, daß auch Offiziere an den Felten des Ostmarkenvereins teilnehmen. Hat denn der Herr Graf jemals ein solches Fest gesehen? Sie schütteln mit dem Kopfe. Ich kann aus eigener Anschauung über eine solche im vorigen Jahre in der Nähe von ©liefen veranstaltete Feier berichten. Hunderte Ansiedler mit Weib und Kind nahmen daran teil, und das Fest verlies geradezu großartig. Deutsche Weisen erklangen in Musik und Gesang. Anfvrackien wurden gehalten, deren Inhalt so war, daß kein Pole sich dadurch beleidigt fühlen konnte, also ganz anders als die Töne, die Abg. Gral Mielezvnski hier gestern anschlug. Trotz der schwersten Angriffe von feiten der Polen wird der Ostmarkenverein fortfahren, das Deutlchttim im Osten zu pflegen. Was die Frage der Soldatenmißhandlungen anlangt, so wissen wir ja alle, daß leider noch viele solche Ausschreitungen Vorkommen. Wir wissen aber mich, daß der Kriegsminister unablästig beftrebt ist, diese Mißstände zu beseitigen, und daß er feinen Worten auch Taten folgen läßt. So soll jetzt eine Trennung der Unteroffiziere und Mannschaften in den Kasernen erfolgen, was sehr zum Aushören der Reibereien beiträgt. Ich bin selbst Soldat gewesen, sowohl in Kriegs- als mich in Friedenszeiten, und die Herren werden es daher nicht anmaßend finden, wenn auch ich es wage, Mittel und Wege anzugeben, um den erwünschten Zielen näher zu kommen. Auf zwei Punkte möchte ich vor allem Hinweisen, 1) größte Sorgfalt bei der Auswahl der Hee- respftichtigen beim Musterungsgeschäft, 2) größte Sorgfalt bei der Auswahl des Ausbildunaspersonals der Rettuten. Was den ersten Punkt anbelangt, so werden da oft arge Mißgriffe gemacht, wie ja auch der vom Abg. Meist vorgetragene Fall, wo ein geistesschwacher Mann als Soldat angenommen war, beweist. Ein ganz ähnlicher Fall ist mir aus meiner Dienstzeit bekannt. Aber auch die körperliche Befähigung des einzelnen Mannes muß mehr in Bettacht gezogen werden, damit nicht so viel unbrauchbares Material eingestellt wird. Ein einziger körperlich oder geistig untauglicher Mann in einer Kompagnie kann später das Exerzitium der ganzen Kompagnie verderben und macht für den ausbildenden Unteroffizier eine ungemeine Last aus; daß es da leicht Püffe setzt, kann man sich denken. Geben h?ir dem ausbildenden Offizier und Unteroffizier von vornherein ein besseres Menschenmaterial in die Hand, so bin ich fest überzeugt, daß die Rettutenschinderei erheblich Nachlassen wird, und wenn bann noch Vorsorge getroffen wird in der vorsichtigen Auswahl des Ausbildungspersonals, bann kommen wir einen großen Schritt auf der gesteckten Bahn weiter. Vor allem müssen diese Lehrmeister einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben und es verstehen, den einzelnen Mann individuell zu behandeln. Verbessert man die ganze Lebensstellung der Unteroffiziere und gibt man ihnen auch die Sicherheit für ihr späteres Fortkommen, dann werden sie mit mehr Freude in ihrem schweren Beruf arbeiten und sich weniger leicht zu Soldatenmißhandlungen hinreißen lasten. Wenn gestern von sozialdemokratischer Seite hervorgehoben wurde, daß bei der Ausbildung zum Soldaten in der Jugend begonnen werden müße, und daß die Reservisten ihre Gewehre mit nach Hau,e nehmen müßten, um dort weitere Schießübungen anzustellen, — ich möchte bann mal später die Statistik sehen über alle Unglücksfälle, welche bei solchem Schießen durch die weittragenden Geschosse stattfinden — bann würben wir noch blaue Wunbec erleben. (Sehr richtig.) Sollten dann aber ernste Stunden kommen, daß das Gewehr zur Vaterlaubsoerteidigung benutzt werden muß, daun ist es vielleicht verrostet und nicht mehr gebrauchsfähig. (<£el}r richtig.) Mit derartigen Vorschlägen gibt man sich der Lächerlichkeit preis. Mit Patriotismus allein sind keine Schlachten zu schlagen. Dazu gehört eine wohlausgebilbete, gut disziplinierte Truppe. Wir wollen hoffen, daß auch in Zukunft unser Heer in der Verfassung sein wird, wie wir es uns wünschen. Wir alle wünschen gewiß einen dauernden Frieden, aber sollte der heimatliche Herd in Zukunft verteidigt werden müssen, dann ist zu wünschen, daß der alte Geist, der Geist der Freiheitskriege und der Geist von 1870/71 wieder seine lebendige Kraft zeigen möge. Es ist auch hier über Gamaschendienst, über Disziplin usw gesprochen worden. Ich meine, wir können es vertrauensvoll unserem obersten Kriegsherrn und unserem erfahrenen Offizier korps überlassen, Erleichterungen zu schaffen, wo es angeht. Vor allem müssen wir dafür sorgen, daß wir immer ein starkes Heer und eine starke Marine haben, denn das ist die beste Bürgschaft für den Frieden. Haben wir diese, bann können wir immer stolz sagen: zu bekunden und damit einer ebenso frechen als unerwarteten Agitation entgegenzutteten, ging sie lebhaft bejahend ein. „Ich hoffe,' daß man weiß, wie scharf und entschieden der Kronprinz und ich fiel mißbilligen." (Hört! Hört! links.) Derselbe Georg von Bunsen hat an die Nachkommen des Geheimrat Magnus am 3. April 1898; folgendes Schreiben gerichtet: „Noch frisch unter dem Eindrücke der Aeußerung Seiner kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen, daß er die Judenhetze als eine Schmach für die Nation empfinde, hak mir Ihr Herr Vater davon berichtet. Das weiß ich bestimmt unb1 Zugleich, daß in ganz Berlin niemand das Wort des Stadtrats Magnus in Zweifel gezogen haben würde. Die Aeußerung im Reichstage, daß „das Wort eines Toten" vor Gericht und im Reichs- tagssaale nickst gelten dürfe, ist, namentlich im Munde eines Geistlichen, meines Erachtens frivol. (Hört, hört! links.) Aus meinem; Brief vorn 20. Juni 1880, der sich im Nachlaste Ihres seligenj Herrn Vaters gefunden hat, wisten Sie, daß die damalige Frcm> Kronprinzessin mit Abscheu von der Judenhetze sprach. Einige! Worte, die damals den Schluß Ihrer Aeußerungen bildeten, haften/ noch ftisch in meiner Erinnerung. Die hohe Frau erklärte, daß dem Kronprinzen wie Ihr Selbst daran gelegen fei, über Ihrer Beidenk Verurteilung der unwürdigen Agitation nirgend einen Zweifel aufkommen zu lassen." (Hört, hört! links.) Mit diesen Zeugnissen in der Hand kann ich wohl diese Angelegenheit dem Urteile der Geschichte überlasten. (Lebhafter Der fall links. Lachen bei den Antisemiten.) Abg. Wallan snatl.): Wir werden der Resolution Stolberg zustimmen, die verlangt, daß die Naturalleistungs-Entschädigung eine den Leistungen entsprechende Höhe erreicht. Mit großer Freude habe ick' von der Erklärung des Kriegsministers Nottz genommen, daß er ihr Folge geben wird. Es unterliegt wirklich gar keinem Zweifel, daß die Natiiralleisttmgen mit der Zeit eine drückende Last darstellen, zumal da sie immer dieselben Gegenden in demselben! circulus vitiosns heimsuckst. Da hat z. B. ein Mann, der allerdings sein gutes Auskommen hat, aber weder wohlhabend ober gar reich nach städtischen Begriffen war, 14 Tage lang an 50 Mann Naturalleistungen zu entrichten gehabt. Das macht zusammen eine Ertrasteuer von 2000 Mark. Ich meine: Unsere ländliche Bevölkerung freut sich ja immer sehr, wenn die Soldaten kommen, aber hinterher kommt sie doch auf recht trübe Gedanken, wenn sie ihre! ökonomischen Leistungen betrachtet., Wir sind auch damit einverstanden, daß die Heeresverwaltung in erster Linie das Fleisch beim Produzenten lauft unb nicht beim Händler. Wir wünschen aber, daß die Fleischlieferungen menageweise vergeben werden, bamtt auch bie kleinen Metzger an die Reihe kommen unb nicht bloß die großen Metzger, die sehr oft ihr Fleisch en gros vom Auslände beziehen. wodurch nur die heimische Landwirtschaft geschädigt wird. Abg. Storz ssüdd. Vp.) führt Beschwerde über die Bevorzugung des Adels in den Garderegimentern. . Sie widerspreche durchaus den Grundsätzen der Gerechtigkeit. Die Mißhandlungen werden erst dann aufbören, wenn die Offiziere dazu angehalten werden, die Kasernen regelmäßig zu inspizieren, und wenn solche Offiziere, die Mißhandlungen stillschweigend dulden, unnachsicht- tig aus dem Heere entfernt werden. Den Militärmusikern muß jede gewerbliche Ausübung ihrer Tätigkeit untersagt werden. Sehr zu wünschen wäre es, daß die Einjährig-Freiwilligen nicht mehr durch Hie Schnüre besonders gekennzeichnet würden. 6benfo Juie bie Osnttersaspiranten ohne besondere Abzeichen auskämen, könnten es auch bie Einjährig-Freiwilligen. Mit ber Resolution Stolberg sinb wir einberftanben, ebenso billigen wir es, wenn entsprechend der Resolution Erzberger bei ber Statistik eine Scheibung nach Herkunft unb Beschäftigung ber Militärpflichtigen auch dahin vorgenommen wirb, ob bie Ausgehobenen eine zwei- ober dreijährige Dienstzeit zu leisten haben. Abg. Nogalla von Bieberstein (kons.) spricht sich für die Resolution Stolberg ct'-s; es sei endlich notwendig, dem wiederholt geäußerten Wunsche d's Reichstags zu entsprechen. Abg. Matlsen (natl.) beschwert sich über Härten bei der Re» quisition von Gesponnen im Manöver. Statt aus den nächsten Dörfern ftische Pferde zu holen, habe man die Pferde mitgeschleppt und den Besitzern keine Entschädigung für die Abnutzung gezahlt. Wie verhalte sich die Heeresverwaltung dazu? Auf Grund welcher Gesetzesbestimmungen werde io verfahren? Weiter befürwortet Redner namens der holsteinischen Fischer eine frühere Eröffnung der Konservenfabriken. Generalmajor Gallwitz erwidert dem Abg. Wallau, daß von einer Schädigung der kleinen Schlächter durch die Militärverwaltung keine Rede sein könne. Es bestehe keineswegs das Prinzips nur Großjchlächter für die Verproviantierung heranzuziehen; auch seien genügende Garantien gegen eine etwaige Monopolbildung gegeben. Zu den Submissionen, die immer nur für ein halbes Jahr ausgeschrieben würden, würden vor allem kleine Fleischer- meister herangezogen Was den von anderer Seite herangezogenen Fall des erblindeten Artillerieoffiziers betreffe, so handle es sich da allerdings um einen unglücklichen Mann, der sein,Augenlicht eingebüßt habe; die Militärverwaltung sei aber rechtlich nicht verpflichtet, Schadenersatz zu leisten, und Billigkeitsgründe könnten nicht ausschlaggebend sein, weil der Betreffende zusammen mit einem anderen, noch schwerer heimgesuchten Offizier einen Prozeß gegen die Militärverwaltung angestrengt habe. Es sei nicht angängig gewesen, den einen zu entschädigen, den anderen nicht. Der Vorredner habe auf die Notwendigkeit einer früheren Eröffnung der Konservenfabriken hingewiesen; aber während die holsteinischen Fischer ein frühere Eröffnung wünschen, wünschen die östlichen eine spätere; es liegen hier also Interessengegensätze innerhalb des Reichs vor. Die Verwaltung müsse die Eröffnung des Betriebs so einrichten, damit die Leute sofort wieder Beschäftigung finden; nur auf diese Weise könne man ein geschultes Personal behalten. Vielleicht könne man den Wünschen ber holsteinischen Fischer teilweise entgegenkommen, inoem man die Spanbauer Fabrik ftüher eröffnet; aber bei der Mainzer Fabrik sei das nicht möglich. General-Leutnant Sixt von Armin erwidert dem Abgeordneten Malt,en, daß eine rechtliche Verpflichtung zu Schadenersatzleistungen für b’e von ihm angeführten Fälle nicht bestehe. Trotzdem zahle die Verwalrung, wenn nicht die Pferde durch Schuld des Besitzers geschädigt sind, eine Ent;chädigung; sie habe in den letzten drei Jahren 20 000 Mark gezahlt. Abg. Kern (kons.) empfiehlt die Annahme der Resolution Stolberg. Die jetzigen Bestimmungen über die Naturalleistungen seien viel zu bart. Abg. von Oertzen (Rp.) üft Kritik daran, daß junge Leute, bie wegen eines körperlichen Gebrechens aus dem Dienst entlasten werden, nur sehr schwer Pension erhalten können; die Leute müsten beweisen, daß sie sich den Sckiaden im Dienst zugezogen haben; viel richtiger wäre es, der Militärverwaltung den Beweis dafür aufzuerlegen daß die Leute sich den Schaden nicht im Dienst zugezogen havcn. Die Schuld an den Mißhandlungen trifft nicht bloß bie Untero.-fizlere, sondern auch die Mannschaften und diejenigen, welche das Vertrauen der Mannschaften zu den Vorgesetzten fortgesetzt erschüttern, indem sie die Armee als volksfeindliche Institution und die Offiziere als Leuteschinder bezeichnen. So kommt es denn, daß manche Soldaten mit Voreingenommen- Jeff und Haft erfüllt werden und unbedeutende Dinge als Mißhandlungen hinstcllcn. v r ?lbg. Pnnli Potsdam (Tonf.) hält eS für notwendig, daß mehr ,für die 'Zivilversorgung der aus dem Ticust anSsckeidenben Unteroffiziere getan lvcrde und erklärt fidj für seine Person mit der Resolution Müller Sngan einverstanden, ironndi den Heimat- urlaubcrn einmal freie Fahrt gewährt werden soll. Redner führt zum Schluß Beschwerde über die häufigen starken Einquar- ticruugSlasten, die den Orten Dalgow und Rohrbcck bei Döberitz auferlegt werden. Abg. Racken (Ztr.) klagt iiber mangelhafte Entschädigung der Gemeinden für Mitwirkung ihrer Beamten beim MusternngS- geschäft. ES müßte ferner dafür gesorgt werden, daß die Bürgermeister, wir cs jetzt oft im Westen vorkommt, nicht mehr gennngt .sind, sich wegen der Aushebungen oft tagelang von ihrem Amtssitze zu entkernen. Dazu sei eine entsprechende Neuregelung des Mm'tcrnngsgpschästs im Wege der Dezentralisation erforderlich. Vielfache Beschwerden kämen auch noch immer über die Konkurrenz, die von den Kasino? den Wcinhäiidlern gemacht würde und über di- Art der Mietsverträgc, die mit den Kantinenwirten abgeschlossen würden. Kriegs,niuitter v. Einem: Ich halte die Klagen des Vorredner? für gerechtfertigt und werde in Betreff einer aweckmäßiaeren F-ist- setzung der Musternngsorte Erhebungen v^ranbalten. Klagen über' die Konkurrenz, die von den Kastnos den Weinbändlern gemacht werde, sind auch au mich gekommen, von Handelskammern uflv. Ich habe eine Verfügung in der Sache erlassen und mif die Unzulässigkeit dieser Koulurrein hiuaeiviesen und die Verfüguna ist fa auch schon von feiten der Handelskammern veröffentlicht worden. Die Kautiueufrage ist schon eingehend in der Kommission erörtert Warden, und ich werde ihr nach wie vor mein Augenmerk zuwenden. (Beifall.) Es ist aber nicht meine Sache, mir die MictSnerträge cinsenden zu lassen, das gehört zu der Zuständigkeit der Generalkommandos. Aba. Graf von MiekevznSki lPole) erklärt, daß er, als er aesteru dem Ostmarkenverein seine Verackstina ausaesproch'en. damit nur den Verein in, aan'en und nicht die einzelnen Mitglieder aemeint habe' unter denen gäbe cs gewiß viele, die bona fidc bandelten und nichts von den Zielen de? Vereins wüßten. Den Mitgliedern allerdinas, d,e mit den Zielen des Vereins einverstanden wären, müßte er auch seine Verachtung ausivrechen. Virevrandent Gral Stolberg: Ich nehme selbstverständlich an. daß Sie damit nicht Mitglieder meinen, die auch Mitglieder dieses Hauses sind. sGroßc Heiterkeit.) Abg. Graf von MielcrvnSki lfortkahrendl wiederholt feilte gestrigen Beschwerden über den Vovkott der Bolen. Die Cffi^ieee könnten seinetwegen Bwe Buben-Bälle und f?umven-Bälle besuchen, aber keine Hakatistenballe. Namen konnte er^ bei teilten Beschwerden nicht nennen, denn sonst wurden seine Gevoabrsmänner fortwährend ck'kaniert. Die Polen batten den Streit nicht anae- fanaen, das hätte erst der Aba. Dr. Svabn. der Vertreter der größten Bartei, mit bewegter Stimm" hier gesagt. Nnr'chtig sei auch die Bemerkung des Kanzlers, daß der Berliner Aufstand von den Polen angestiftet sei, die polnischen Studenten batten damals sogar das Königliche Schloß beschützt. Vielleicht batte der Reichskanzler mit seiner Bemerkung auch nur einen Witz machen wollen Der Kriegsminister habe ferner mit llnrecht behauptet, es sei notorisch, daß die Polen den Bovkott minefnnnen, hätten. Zwischen einem privaten und einem offiziellen Boykott sei doch ein gewaltiger Unterschied. Kriegsminister von Einem: Der Aba. Graf Mielewnski hat gesagt, die Aeußerung de? Reichskanzlers über die Beteiliauna de'- Bolen an dem Aufstande von 1 $4^ sei wohl bloß erfolgt, um einen Witz 3it machen. Ich kann nur dagegen protestieren' es ist nick« Sie Aufgabe de? Reick'kansters, Witze -u machen, sondern er har höhere, geumltigerc Aufgaben au erfüllen. (Große Heiterkeit) Hätte der Abg. Graf Mielezvnski zugebört, so hätte er gehört, daß ich gesagt habe, wir werden uns nicht darüber einig tverden, wer angefanaen hat. Der Zustand ist einmal da, lvir haben den Bovkott Jetzt behauptet er mir ins Gesicht, ich Härte gesagt, cs sei notorisch, dgß die Polen mit dem Bovkott angefanaen haben. Davon habe ich kein Wort gesagt. Ich muß doch den Herrn Grafen Mielezvnski bitten, daß er aufpaßt, wenn idi etwas sage. (Heiterkeit.) Der Abg. Gras Mielewnski har sich ferner daraus berufen, daß idi gemgt habe, em offizieller Boykott ist nicht so schlimm als ein privater Boykott. Der Boykott, den Sie cinge- führt haben, ist em offizieller, polnifd^er Boykott. Sie gehorchen Ihren Führern auf Wort, genau so, wie cs die Soldaten tun, wenn ihnen ettvas befolgen wird. , Der Abgeordnete wunderte sich darüber, daß die Polen seht auf einmal nicht mehr die Barbaren, sondern cm gesittetes Volk sein sollen. Ich möchte doch an ibn die Frage richten, haben eie das, was Sie jetzt tinD, aus eigener Kraft stch errungen oder durch die Maßnahmco der preußischen Regierung? . (Lei hafte Zustimmung rechts.) Jeder Mann, der verständig ist im Volke, der etivas weiß, (Heiterkeit links.) wird neb dicie Frage jelbit beantworten können, nämlich durch den preußischen Staat. (Lacken bei den Polen und Soz-.ildemotraten. Lebhafte Zustimmung rechts.) Abg. von TreuenfelS (kons.) empfiehlt nochmals den Antrag Stolberg uno wiederholt feine Besd)werde über mangelnde Entschädigung bei Naturalleistungen. Gcueralma'or Gatt mit, erklärt, die Heeresverwaltung sei nicht in der Lage Bilttgkcttsrücknckten walten zu lassens sie könne das nur da, wo ihr durch das Gesetz eine gewisse Latittide gegeben sei. Sonst komme ste M't der Rechnungskammer in Konflikt. Abg. Erzberger (Ztr.) tadelt cs, daß Offiziere ihre Burschen in das ÖfftzierswarenhauS schicken, um dort nntzuhelfen, zu solchen Diensten dürften d:e Bur'cken dock) nicht verwandt werden. Kriegsminister von Einem: Das Kriegsmnusterinm hat keine dienstlichen Beziehungen zum Ossizierwareuhaus. Bon dem besagten Fall w-ckß ich nichts. Daß ein Offizier seinen Burschen zum Mttbelfen in das OffizierwarenhauS schickt, ist selbstvcrständ lich ebenso unzulässig, als wenn er seinen Dursd)cn zu Wertheim schickte. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) tritt für eine Er Höhung der Pferdege.'der für die Landwehroffizicrc ein, ferner für eine Besserstellung der Büchsenmacher und für eine möglichste öc- seitigung der Fremdwörter aus der Armccsprache. Soda..11 wmmt Redner auf den Fall Moses Bier zu sprechen, wobei er wie schon gestern zu wiederholten Malen unter großem Gelächter der Lrnken beginnt: „Idi muß feststellen" und dann fortfährt, daß man am vielen Lachen nicht gerade die klugen Leute erkennt. Redner stellt also fest, daß nicht von seiner Seite die Iudenftage in der letzten Zeit in das Haus gebracht sei, sondern wie immer von feiten der freisinnigen Partei und insonderheit vom Abg. Eickhoff, von dem es freilich fraglich sei, ob er damit auf die Dauer seine Aufttag- gebcr befriedigen werde. Redner bemerkt sodann: daß ich den Fall Moses Bier im Hause zur Sprache bringen wollte, ist bewiesen dm di meine zu Protokoll gegebene Erklärung. Es könnte mir höchstens der Vorwurf gemacht werden, daß ich es nicht gleid) getan habe. Dazu batte idi keine Gelegenheit. Ich bin immer bereit. Kränkungen, die ich jemand unberechtigterweise zugefügt habe, zn- rückzunehmen. In diesem Fall liegt die Sache so, daß mein Bor- Wurf den Bier nicht gang unschuldig getroffen hat. Wer meine Rede vom 7. März gelesen hat, der muß ihr, wenn er Deutsch versteht, entnehmen, daß idi den Fall angeführt habe lediglich alS Bclcg für die Sucht der Inden, mit militärischen Heldentaten und Orden zu renommieren und das spezielle Tl)ema war: Moses Bier hat sich mit fremden Federn geschmückt oder schmücken lassen, ohn« Widerspruch zu erheben Tic Rede, in der General von Loe i*cr Bier als Träger des eisernen Kreuzes nannte, war am 19. Juni gehalten. Darauf erhob die jüdische Presse einen ungeheuren Iub-l. wie sie es ja gern tut bei allen Helden, die aus dem Stamme Israel hervorgehen (Heiterkeit) und das ging so drei Wochen hindurch bid zum 9. Juli, bis die Bonner Zeitung fcststellte, daß der Bicr gar nid't das eiserne Kreuz besitze. Eine Verfehlung hat Bier in!"' ollen 1 Umständen begangen, er hätte damals nicht nur zu Herrn von Loö gehen und ihn aufklären, sondern nndi die Zeitungen üc nachrichtigen sollen; id) bedaure cs auch sehr, daß dies nicht auch Herr von Loe selbst tat. Ich gebe nunmehr die Erklärung ab, daß der Fall hier milder liegt, als ich ihn am 7. März beurteilt habe, daß Herr Bier wenigstens seinem alten wohlwollenden Kommandeur sofort von dem Irrtum Nachricht gegeben hat, und ich bedaure, daß mir die Verhältnisse es nicht gestatteten, diese Erklärung früher abzugeben. (Lachen links.) Ich hatte mir fest vorgenommen, es in der dritten Lesung zu tun, die dritte Lesung aber ging sehr schnell vorüber, ich war nid't im Hause, und ich mußte also notgedrungen bid jetzt warten. Wenn Herr Eickhoff gewartet hätte, würde ich jetzt ohnehin ans die Sache zurückgekommen sein (Lachen links); und ich bin glücklicheriveise in der Lage, es zu ve- weisen, daß ich mehreren Herren die Absicht, es zu tun, kungegeben habe. Meine damalige Rede hat in der Presse eine grobe Entstellung erfahren, ich erhielt zahlreiche Drohbriefe, die das Niveau der Auftraggeber dcS Herrn Eickhoff kennzeichnen, und das „Berliner Tageblatt" brndite eine Zuschrift gegeu mich, in der idi heftig angegriffen wurde. Dor betreffende Einsender der Zuschrift, ein Jude, erzählte, daß er der einzige llcbcrlebcnbe von vier Geschwistern sei, die alle den Feldzug 1870 mitgcmacbt und das Eiserne Kreuz erhalten haben. Idi habe festaestellt, daß das richtig ist und wünsche nur, daß der Einsender hiervon Kenntnis erhält und erfährt, daß er durch falsche Parlamentsberichte über meine Rede irregeleitet ist. Her Eickhoff spricht gern von Ritterlichkeit, aber sein gestriger U-'berfgll auf mid) war nicht gerade ritterlich. Uud daun eine Frage: Woher hat Herr Eickhoff sein Material? Der Präsident hat gestern schon festgestellt, daß er es von Herrn von Loe nicht ei halten haben konnte .... Präsident Graf Ballestrem: Bitte, da? habe ich nicht fest- gestellt (Heiterkeit), im Gegenteil, idi habe gesagt, ich glaube, daß er es von dem Offizier hätte. (Heiterkeit.) Abg. Liebermann v. Sonnenberg (fcrtfahrcitb’): Dann habe ich den Präsidenten mißverstanden. Daß Herr Eickhoff m't mir nicht über Antisemitismus reden will, finde ick' begreiflich, denn davon versteht er nichts, er tragt nur dcis vor, was ihm von seinen Matcriglsainml-'rn in die Hände gegeben ist. _ Herr Eickhoff tat sich auf Treitschke berufen, aber gerade Treitsckstc hat die Juden als unser llnglück bezeichnet und ficki wiederholt austerördcntl'.ch drastisch über die Gefahren ausgewrodien-. die dem Volke nein Judentum drohen, er sprach u. a. von Hosen verkaufenden Iü:-.-i- lingen, die über die Ostaren.ze bei uns eindringen. (Heiterkeit bei den Autis.) Herr Eickhoff sagte, die Inden neben gern ihr bestes für dgS Vaterland. Ihr bestes ist das Geld, und 1870 -eichneten Berliner indische Bankiers auf die französische Kriegsanleihe. sie nnT'-*n alfo ihr beste? für hie Feinde ^e? V^-'-la"^? her. Herr Eickhoff sagte, daß die Juden gern ihre Wehrpflicht erfüllen: in Wirklichkeit aber entziehen ne sich nach einer Statistik von Dr Baut Nathan sehr aern der Wehrpflicht. Die Juden werden ficki nie so mit uns assimilieren, daß sie von uns in die Ge- n-einfchgft unseres Volkes bineinaesogen werden können. Die Aenßeruna Kaiser Friedrichs über b»e Schwach des Jahrhunderts ist unverbürgt, niemand kann sie eidlich bekräftigen. Aber wenn die Aeußernna wirklich nefn^eu Hn würde, was würde sie be# weifen? Sie (nach links), die Sie immer von Männerstolz vor KöniaSthronen reden, freuen sich', wenn Sie ficki einmal auf eine Aiwßeruna von hoher Stelle geaen den Autisemitiswus berufen können. Herr Lachwann hat micki pöbelhaft anaeoriffen. .wie ick' annebwe. auf Grund entstellter Bericht e der jüdischen Presse, die meine Reden plan"'äfria falsch wied"rgibt. Die Juden werden bei uns in der Armee aanz richtig bchan- delt: die o<’-mce muß fick' die revolutionären Elemente vom halten, llnd daß da? Judentum durch und durch revolittionär ist- beweist Rußland, beweist die Hinneigung der Inden zur Sozial- demokrat'e. beweist Ggpon. der ein getaufter Jude war. (Lackien links.) Ick iibcrlnf'e Herrn Eickhoff ^er Verherrlichnna durch di" Hidischeu Blätter: da? ist für einen Menschen von Herz, Kopf und Geschmack eine schlimme Strafe. Ich ntmibe aber gern, daß sick' Herr Eickhoff darüber freut. (Lachen links.) Abg. Kopfch (frm. Vv.): In der Zurückweisung itnhereditin- t"r Angriffe gegen Staatsbürger lvegen ihres Glaubens ober ihrer Abstgmm'ma werden wir unbeirrt fortfahren. Auf Herrn L'"'wr "'gnn gehe ich nid't ein. Es ist sa bekannt, daß er die Reden b die die Rechte zwor belacht, selber -u halten sich aber für ZU vor- nehm erachtet. Sehr bedauerlich ist die fdiamlofe Konkurrenz, die ste Militärmusiker den Zivilmusikern machen. Königlich preußische Kapellmeister sollten nicht die Braktiken der Kellnerinnen bei Bock< l'ierfcsten anwenden. Redner spricht eine halbe Stunde über dies" A-rcrne und geht auf alle Verordnungen und Verfügungen ein., die bisher ergg"""m sind. Besonders beklggt er ed, dgß, in pielmr Fällen die etatsmähigen Stellen in den Kapellen übersck"'itten seien, nidst int Interelle des Heeres, sondern im pripaten Interesse der Kapelle. So werde in der Militärmns'ker-Zeitung von einer Kü- rallierkavelle ein Klavierspieler gesucht. (Heiterkeit.) WaS hat ein Klavierspieler bei den Kürassieren zu hm? Kriegsminister von Einem: Die Frage, die der Vorredner so eingehend besprochen hnt, hgt mir schon viel Acrger bereitet, denn fortgesetzt kaufen stsaaen ein. Dodi hat die Konkurrenz der Militär-- mufifer in der Weise, wie sie nicht fein soll, sehr nachgelassen. Vergessen darf man nicht, daß die Kapellen nicht vom Reich unter-’ halten werden. ES kommt weiter in Betracht, daß wir nickst ht_ ber Lage sinb, nur etatsmäßige Mustker z" haften, sondern wir müssen neben ihnen , auch eine Anzahl von Hilfsmusikcru haben. Diese bekommen nur Ge reitengebalt. Sie sind also aufs Geldverdieuen angewiefen. (f)ewiß kommen Falle vor, wo eine unlautere Konkurrenz gehandhabt ist und namentlich durch Anzeigen da? Publikum in einer unwürdigen Art heraugezoaeu Ivird. Aber in den Fällen, die mir vorgelegen haben, sind die Anzeigen nickst von den Kapell- l meistern auSgegaimen, sondern hinter ihrem Rücken von den Lokalbesitzern verfaßt. Diese haben sie mit schönen Bildern versehen, schwarze Husaren hiugemalt, Kerls mit gelben Stiefeln und wer weiß was noch. ES ist getadelt, daß Militärkapellen zu patriotischen Festen herangezogen werden. Man kann eS den kommandicrendeu Generalen nickst verargen, daß sie ihre Musiker lieber den patriotischen Vereinen zur Ver'iigung stellen, als uupatriotifchen ober sozialdemokrmiscken. «Abg. Kaden ruft: „Wir wollen sie gar nicht haben!") Sie bekommen sie auch nicht! (Heiterkeit.) Aber wenn Militärmusik irgendwo ist, bpnn laufen Ihre (zu ben Soz.) Wähler ebenso hin, nm ihr zuznhören wie andere (Sehr richtig!) D'r dienstlichen Ausbildung tut eS keinen Abbruch, iuenn Militärkapell'n, wie das int Westen geschieht, beim Karneval zu Pferde nn wirken. Ich habe eine ganze Reihe von Klagen gelesen, bei denen ich mir sagte, bn§. ist ja ganz unc.r'ört, b> muß Strafe eintreten, aber bei näherer Prinung habe ich gemnden, daß die Mitteilungen vollkommen unzutreffend waren. Sie können fick) darauf verlassen, daß wir nach jeder Richtung bestrebt sind, den unlauteren Wettbewerb aus der Welt zu schaffen. Wir sind immer wieder hinterher, daß versucht wird, Minimal- tar'ste auizuslellen, aber an vielen Orten sind eS gerade,die Zwil- musikcr, die sich dagegen ivcbren. Ich glaube, e-5 wird feiner unter Ihnen lein.der dcnSoldatendic Musik nehmen inöck>te,sie hat einen großen ethischen und moralischen Wert für da? Militär (Sehr richtig!), und wollten wir sie abschaffen, so bin iw fest überzeugt, daß ein großer Teil der Zivitbevötkerung ganz erheblich mit leiden würde. Zustimmung.) Avg. ' vcklcr (Autis.) beschwert sich darüber, daß Offiziere in Uniform Warenhäuser besuchen. Das ist doch unerhört! Selbst das Kr egSministcrinin bezieht seine Streichhölzer von Wertheim! Schattende Heiterkeit.) Der Abg. Eickhoff meint, ich jri Historiker uud verstehe nichts von der Geschichte. Der Abg. Eickhoff ist tlafsischer Philologe, ich habe aber von seinen wisieuschafilichen Leistungen nichts scststetten tönnen. Jetzt freilich, wo er den Hammer der Ma.kobüer gesckuvuugen hot, wird er wohl in der gesamten Indenprcsse als der größte Ph lologe aller Zeiten gepriesen werden! Von den gegenwärtigen Dingen versteht er aber sehr wenig. Sonst würde er Hüffen, daß der moderne Autiseniitismus mit Glauben nichts zu tun hat. Im Gegenteil: der Jude, der seinen Glmiben wechselt, scheint unf ganz besonders verächtlich. Herr Eickhoff hat sich Über das erregt, was ich in einer öffentlichen Veriammlung deutscher Frauen mrd deutscher Männer gesprochen habe. Gleichwohl hat er nichts entkräfte» können, und es bleibt dabei, daß er in einer Versammlung deS jüdischen DenunziaistenvereinS hinter verschlossenen Türen unser Volk zu gunsten deS Judentums herabgesetzt hat. Die Inden gehören in die preußische Armee nicht hinein. Der bekannte Brief deS Herrn Lachmann, der anS der Armee wegen der Reden der Anti» semiten anStrat, bewe.st das gerade: er ist von einer echt jüdischen Zuchtlosigkeit uud enthielt wissentlich unwahre Beschuldigungen, die sieh der Abg Eickhoff zu eigen gemacht hat. (Redner wird wegen dieser Aeußerung vom Präsidenten zur Ordnung gerufen.) Ob Kaiser Friedrich ben bekannten Ausspruch wirklich getan bat, ist mehr als zweifelhaft: wenn man die Namen MagnuS und Gumbinner hört, muß man sehr porsichiig sein! Kriegsmiinsrer von Einem: Tie Fra^e, wo daS KriegSmini- fterium seine Streichhölzer kauft, will idi jetzt nickst erörtern. ES ist richtig daß in Schöneberg eine Militärkapelle bei der Einweihung eines Warenhauses gespielt hat. Aber der Kapellmeister hat dies getan, ohne seinen Kommandeur um Erlaubnis zu fragen. Er hat hinter dem Rücken feines Kommandeurs gehandelt und ist deshalb empfindlich bestrafe worden. Abg. von (stcrSdorf (kons.) nimmt als Nichtmitglied deS Ostmarkeuverein? diesen gegen den Grasen Miclczynßki in Sck'utz und ruft den Polen zu: Hüten Sw sich vor dem furor teutonicus, der der polunck'cm Sckiiange einmal so auf den Kopf tritt, daß ihr Hören und Scheu vergeht! Abg. Eickhoff (frei). Vv.) meint, der Kricgsminister hätte durck' sein Schwe'gcn heute den Anschein erweckt, als ob eS recht sei. daß Juden nicht Rcserveleutnants würden. Uni) dabei, oäbe e* dock: selbst am BundeSratstiscki Manner, die von jüdischen Müttern geboren seien. Die Behandlung, die jetzt den Juden widerfahre, könne morgen den Katholiken Passieren. Kriegsminister von Einem: Der Abg. Eickhoff hat seinen gestrigen Vorwurf g-gen mich wiederholt, dgß ich durch mein Schweigen auf frühere Reden des Abg. von Liebermann den Anschein erweckt härte, aid ob ich ihm znstimmtc. Aber WaS beweist es brnn, wenn der Abg. von Liebermann sagt, jüdische Soldaten würden nicht gerne genommen, weil em Kompagnieckief sich nicht die Front verderben wollte? Das beweist doch garnichts, gegen solche Satz" brauche ich mich doch wirNich nickst zu wenden. Die KompagniechefS haben garnickst das Recht, jüdische Soldaten zu- rückzuweiscn. Sw sehen doch, überall, wo jüdische Einjährige bienen wollen da dienen sie, sie haben das Recht, sich ben Truppenteil austtlsuchcn. einem Fall, in dem ein Hauptmann gesagt hatte, ich nehme Sic nicht, weil Sie ein Jude sind, habe .ch sofort festgestellt: das ist durchaus falsch, hier muß Remedur ein- treten. Weiter: Ich hcck'e einem nidsschen Herrn, ber bei mir war und mich frnnfe, was er machen sollte, um fernen Sohn zum Reserve» affilier befördert zu sehen, einfach gesagt: Stellen Sie ihn zur Wahl! Der Herr erwibcrtc, es sei zwcife.lhast, ob fein Sohn gewählt werde. Ich sagte, Sie wohnen bo* in einer Sto^t, Wo ba5 Judentum eiuc Rolle spielt. Warum sollte Ihr Sohu dort nickn aewählt werden? Nein, das glaube >ch nicht, meinte er. Darauf erwiderte ich: Schicken Sie Ihren Sohn au das uud das Ber'rks'omrnando. Dort ist cm sehr großes Reserve- itnb Laudwe''rosfizierkorps, bn^ zum größten Teil nit8 Kau' outen und Lehrern liberaler R'chtimg besteht. Der Herr befolgte me'nen Rat, fein Sohu stellte sich hott zur Wahl, er fiel durch und sein Vater sagte mir mm, daß sich e'nige Stimmen baliin auSae''vrochen hätten, er tonrbe nickst gewählt, weil er Jude sei. Ich habe, obwohl hier ein Der» trauenSbruch Vortag, 'ofort an den kommandierenden Gencrnl geschrieben, das fc’ unmöglich ein Grund, ben Herrn abzuweucn. Der kommaubierenbo General war meiner Meinung; er hob die Wahl auf, ordnete eine Neuwahl an, und nun wurde der innae Mann eiustimmia abgewhist. Weber dem kommaudierenden General noch mir ist wrnit ein Mittel gegeben, ben Wunsch des jungen Mannes zu erfüttcn. Ich glaube, daß das OffizierkorpS nirgenbS fo wenig liebevoll behandelt wird, wie in Blattern, die unter jüdischer Leitung stehen und mit jüdischem Gcldc mbuentioniert iverben. (Widcriprncki linfS.) Jch habe den Eindruck. In diesen Blättern wird immer daraus hinge- wiesen, daß dasOifizicrkorpS Lux>'S treibe und nicht mehr auf der Höhe ftche. Gleichzeitig begegnet man in beniestien aber immer bem Wunsch, daß die jüdischen Freiwilligen O fiziere werden mögen. (Sehr richtig I recht?.) Hierin liegt ein Widerspruch, denn warum wünschen denn diese Blatter, daß die Iu>en in das Offizierkorps, daS so verkommen fein fort, einbringen? Wollen die Herren dies von ihnen angefeinbete OffizierkorpS bessern? (Heiterlen rechts.) DaS wäre sehr cbcl, aber dazu sind sie wirklich zu wenig. (Heiterkeit reckst?.) Oder tun sic daS, um kriegerische Lorbeern zu gewinnen? Diese Blätter sind aber bic'clbcn, die immer ben ewigen Frieden predigen. Ich kann mir diesen Widerspruch nickt erklären. Die Auseinandersetzung zwiscken den Herren Antisemiten und den Herren von drüben (nach links) macht mir wenig Spaß. Die Juden Und der allgemeinen Wehrpflicht unicrlvorien, und ich muß sagen: ich habe nicht gehört, daß sie schlecht dienen. Aber tatsächlich besteht bis in die lvcitcslen Vottskrci'e hinein ein Gegensatz zum Judentum. Der christstcke Kamerad dient nicht gern mit einem Juden zusammen. Aber dieser muß ertragen werden, nicht von mir, sondern von denen, die ihn nickst tooücn, er muß ertragen werden auch von dem Abgeordneten Böckler. (Heiterkeit.) Al,o gegen die jüdischen Soldaten ist nichts zu lagen, sie tun überall ihre Schuldigkeit im Frieden uud würden sie auch im Kriege tun. Ucberatt, wo mir Klagen zu Ogren geloinmen sind darüber, daß jüdische Einjährig-Freiwillige nicht zu Untcroifizicrcn be ordert wcrdcn ober Unteroffiziere nicht das Qnalifiiat onSatlest bekommen, habe ich diesen Klagen auf bad gewissenhafteste nachgcipürt. Ich habe mir die Zeugnisse kommen lassen, und immer gefunden, daß Darin genaue Gründe angegeben Ivar en. Ich habe einem Herrn getagt. Sie können es jcDcm sagen, der cS hören w,U, bafc bie jüdische Religion unter lernen Umständen einen Grund abgeben kann, jemanden nicht $n befördern. Ich glaube lomit vollkommen meiner Pflicht genügt zu haben, und mehr können Sre von mir nickst verlangen. (Beifall.) Abg. Graf von Earmcr (kons.) erklärt, daß er der Resokunoi» Müllcr-Sagan zustimmen werde. Abg. Müller-Baden (nutl.) dankt dem Kriegsmmister dcffüc, daß rr eine Erhöhung ber EinquartiernngSgelber zugesagt Ube und wünscht, daß bald Schritte cinnclcttct würden, um einen Truppenübuiigsplatz für daS badische ArmeckorvS zu schaffen. Jetzt herrscht in ben beteiligten Gegenden eine große Unruhe und Unsicherheit, kein Bauer lasse Reparaturen vornehmen, da er nicht wiße, ob sein HauS nickt bald abgerissen würde. Hierüber ttagten besonders die Bauhandwerker. Abg. Dr. Müllcr-Sagan ssreis. 93p.) fordert den KriegS- nttnutcr auf, die Blätter zu nennen, die nach feiner Meinung gegen die OffizierkorpS hetzten. Denn er die Preffc der freisinnigen Vereinigung damit meinte, so wäre das doch der Gipfel der Undankbarkeit. bet diese Presse seit 1803 für jede Militärvorlage etngc' treten sei. Nack weiteren Bemerkungen der Abgg. Gröber und v. Not» manu schließt die Diskussion. Die Resolution Stolberg (erhöhte NatnraNeistungSgelder) wird zurückgezogen, die Abstimmungen werden morgen stattfinben. , Hicranf vertagt daS HauS die weitere Beratung aus Freitag, 1 Uhr. (Außerdem Abstimmung über die 28 Resolutionen zum RcickSamt des Innern.) Schluß nach halb 8 Uhr. Aas Hrohöcrzogliche ^aar in Wußkand. lieber die Reise und den Aufenthalt Ihrer Kgl. Hoheiten Les Grobherzogs und der Grobherzogin in Rußland ist das Darm st. Tgbl." in der Lage, nach Informationen aus authentischer Quelle folgendes mitzuteilen: Während des Aufenthaltes in Moskau lebten die Allerhöchsten Herrschaften sehr zurückgezogen, nur für sich. Selten wurden kurze Ausfahrten unternommen. Tas Wetter war sehr schön. Tas Thermometer zeigte — 7 bis 8 Grad und heller, freundlicher Sonnenschein beleuchtete das friedliche winterliche Strabenbild der schönen alten Kaisersladt, den, nichts von irgend welcher Aufregung, von Aufruhr und Unruhen, anzusehen war. Alles war durchaus ruhig. — Diese Ruhe wurde nur an einem Tage dadurch gestört, daß größere Kosakenpatroiiillen die Straßen durchzogen. Ter Polizei war durch ihre Kundschafter Mitteilung davon geworden, daß sich etwas ereigne". Aber es ereignete sich nichts und so soll es fast immer sein. Ter Aufenthalt in den Straßen war gerade so wenig gefährlich, wie anderswo. Interessant ist, daß an den Unruhen selten die arbeitenden Klassen beteiligt sind. Meist sind es ausschließlich Studenten, die ihren revolutionären Gefühlen diirch Gewaltakte Ausdriick verleihen. Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Elisabeth ist von 'tiefer Trauer für ihren hohen Genrahl erfüllt, aber sie erträgt ihr Schicksal mit bewundernswürdiger Fassung. Rur im Augenblick des Eintresiens der Schreckensnachricht und beim 'Anblick der blutigen, zersetzten Leiche ihres unglücklichen Gemahls wollte der Schmerz die hohe Frau überwältigen. Sie siichte Trost im Gebet und fand ihre Fassung bald wieder. Ihre hohen Verwandten haben ihr in den Tagen des Schmerzes getreulich zur Seite gestanden und haben ihr eine unschätzbare Stütze geboten. Schon seit langer Zeit waren der Großfürstin zahllose Droh- und Warnungsbriese zilgegangen. In allen wurde sie gewarnt, angefleht, nicht mit dem Gros.sürslen zusanimen auszufahren. Doch nichts konnte die hohe Frau dazu bewegen, diesen Warnungen Gehör zu schenken und stets sah man sie an der Seite des Gemahls. Vielleicht war sie ihm unbewubt Schutz. Rein zufällig fuhr am Tage des Attentats der Großfürst allein aus und das Entsetzliche geschah. — Die Großfürstin Elisabeth erfreut sich in Rußland einer beispiellosen Wertschätzung und Liebe. Tas Volk verehrt sie wie eine Heilige und bringt dies bei jeder sich ihm bietenden Gelegenheit zum Ausdruck. Der bestorganisierte Sicherheitsdienst der russischen Polizei könnte der hohen Frau nicht den Schutz gewähren, ben ihr das Volk selbst bereitet, ihr wird nie em Haar gekrümmt werden, mögen die Wogen de§ Aufruhrs noch so hoch gehen. — Es sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß Großfürstin Elisabeth nicht daran denkt, ihre zweite Heimat zu verlassen. Alles, was in den Blättern gesagt worden ist von dauerndem Aufenthalt in Deutschland, resp. in Darmstadt, ist frei er- iinden. Natürlich ist ein längerer Besuch der Großfürstin bei dem Großherzoglichen Paare in Darmstadt nicht ausgeschlossen, z. Zt. ist aber darüber noch nichts bestimmt. — Des weiteren beruht die durch die Blätter gegangene Mitteilung über den Inhalt der Unterredung der Großfürstin mit dem Mörder ihres hohen Gemahls auf freier Ersindung. Die Mitteilung war vom Londoner .Daily Mail" verbreitet worden. Das einzig Wahre daran ist, daß die Unterredung stattgefunden hat. Die hohe Frau begab sich allein in die Zelle des Mörders. Niemand war bei der Unterredung zugegen, auch der Vorraum zu der Zelle war leer, so daß völlig ausgeschlosien ist, daß ein Wort der Unterredung gehört wurde, und nur die Großfürstin selblt und der Mörder wissen, was gesprochen wurde. Die Großfürstin erzählte nur, daß der Mörder, der fließend russisch sprach, jedwede Auskunft über sich verweigerte und seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß die Großfürstin nicht mit ihrem Gemahl war. Am 8. März, mittags halb 1 Uhr, erfolgte die Abreise der hohen Herrschaften von Moskau im Kaiserlichen Hofzug nach Petersburg, resp. Zarskoje Sselo. Hier fand am Bahnhofe großer militärischer Empfang statt. Eine Kompagnie des russischen Dragoner-Regiments, dessen Chef Se. Künigl. Hoheit der Großherzog ist, und die Musikkapelle dieses Regiments erwiesen die militärischen Ehrenbezeugungen. Das Zarenpaar und die Großfürsten waren zum Empfang erschienen und die Begrüßung war eine sehr herzliche. Auch in Zarskoje Sselo lebten die hohen und höchsten Herrschaften sehr zurückgezogen. Das Wetter hatte sich geändert, es war Tauwetter eingetreten, das den unvermeidlichen Straßenschmutz im Gefolge hatte und während der ganzen Tauer des Besuches unfreundlich und naß blieb. TaS Straßenbild war auch in Petersburg ein durchaus friedliches, wie in Moskau. Nichts ließ Dolksunruhen vermuten, die Stadt trug durchaus alltäglichen Charakter. Die Zarin und der Großsürst-Thronfolger befinden sich wohl. Nach achttägigem Aufenthalt in Zarskoje Sselo, am Donnerstag dem 16. März, traten das Großherzogliche Paar mit Gefolge die Heimreise an. Der Kaiserliche Hofzug brachte die hohen Reisenden bis Eydtkuhnen, von dort tvurden fahr- Die Überlegenheit Knorrs Hafermehl als Nährmittel die führende Stellung einnimmt, welche ihm gebührt! Besonders geht dies ans dem Umstand hervor, daß der verbrauch von Rnorrs Hafermehl von Iahr zu Jahr ganz erhebliche Steigerungen aufweist. Rnorrs Hafermehl, sowie sämtliche weiteren Knorrs Präparate smd in allen i Rolonialwarengeschästen, Drogenhandlungen rc. erhältlich. Die Firma <£.. f). Knorr A.-G. zu Heilbronn a. N. ist auch jederzeit gern bereit, außer i.iren beiden Filialen in St. Margarethen (Kanton St. Gallen-Schweiz» und Bregenz (Oesterreich) die Adressen der nächstgelegenen Bezugsquellen anzugeben. J planmäßige Schnellzüge bis Frankfurt benutzt und von Frankfurt bis Darmstadt Sonderzug. Am Samstag den 18. ds., nachmittags, trafen Ihre Köuigl. Hoheiten, wie gemeldet, in bestem Wohlsein wieder in der Residenz ein. und Aerkrt-r. Ao^swlNjtyalt. Venezuela und Amerika. Der Konflikt zwischen dm. Vereinigten Staaten und Amerika läuft darauf hinaus, das Ab-> kommen Venezuelas mit England und Deutschland betreffs Be-^ gieichung der Schuld zu hintertreiben. Es wird angenommen, paß der amerikanische Geschäftsträger in Venezuela, Bowen, es verhindern soll, daß Venezuela die Hälfte der Hasen zolleinnahmen, mit Ausnahme der von La Guapra und Puerto Eabello den englischen und deutschen Gläubigern abtritt. Amerika befürchtet nämlich, wenn die europäischen Gläubiger befriedigt werden, würden die eigenen Ansprüche unmöglich zu erlangen sein, denn was aus den Zöllen noch übrig bliebe, sei erforderlich für venezolanische Regierungszwecke. — Daß durch diese Sachlage das ,og. Arrangement, das vor kurzem schon als vollständig abgeschlossen bezeichnet wur-dc, noch lange nicht zustande kommt, braucht nicht weiter hervorgehoben zu werden. D e u t s ch e S t a a t s a n i e i h e n. Es kann als ziemlich sicher angenommen werden, daß bei einer ev. neuen Reichs- und preuß. Staatsanleihe der 312 proz. Zinsfuß in Anwendung kommt, so wird wenignens in einigen Berliner und sonstigen Börsenblättern, behauptet. Auch an den Börsen ist man der Meinung, daß- sowohl die Reichs- wie die Kgl. preußische Finanzverwaltung zu diesem Zinsfuß zurüäkehren wird. Wir glauben doch Nicht, daß die Sache so ganz sicher ist und sie wird auch in streifen? der Hochfinanz für nicht rütlich erachtet. Jedenfalls toerben die nächsten Wochen scpon eine Entscheidung bringen. Russische Anleihe. Den neuesten Petersburger Informationen zufolge wird eine neue o proz. russisch e Anleihe zu etwa 96 an den Markt tomnicn. Davon haben die 6 großen Petersburger Banken 60 Mill. Rbl. und die übrigen Banken und Bankiers 40 Mitt, zu etwa 94 Prozent übernommen. Wettere 40 Mill. Rbl. sind denselben in Option gegeben, während die restlichen 60 Mill. Rbl. an die Sparkasse gegangen sind. Im übrigen macht sich unter den Petersburger Bankiers eine große Verilimmung gegen ihre Kollegen in Paris geltend, well diese nach ihrer Ansicht die letzte Anleihe zu Fall brachten, eie suchen nun auch auf den Kurs der Anleihen zu drücken, in der Voraussicht, daß die französischen Titelinhader den Schadens davon haben. Ein großer Erfolg ist damit aber nicht erzielt worden, d^nn gerade, an der gestrigen Börse behaupteten bie; Russenwerte eine große Festigkeit. Es mag dies auch darauf zu-- rückzuführen fein, daß erneute Friedenshoffnungen auftauchen, ine auf die Meldungen eines Londoner Blattes zurückzuführen sind, das behauptete, es habe bereits vorgestern in Petersburg ein Ministerrat stattgefunden. Bei dieser Gelegenheit fei gleich bemerkt, daß die Rede des Kaisers bei den Bremer Festlichkeiten einen sehr guten Eindruck machte, da der Kaiser die Friedensliebe Deutschlands ganz besonders hervorhob. Limburg a. d. L., 22. März. F r u ch l in a r k t. Durch- schlilltspreise pro Malter. Roter Weizeii 15.35 'Bit, weißer Weizen. (W.00 All., Korn All. 10.90, Gerste 10.30 All., Haier 7.70 All.,- Erbsen 0.00 All., Kartoffeln 0.00 All. Z iS» ISO IS» ISO & £? ISO O O ISO zs cs -± O Q cs ; 6) <6 e O rr yv ? = 3 JX. es iS» — _ er G) er «-k ° <- *£ er £* S 3 — er s & 2. o ■GS» er (5) S-Z T I iso to *4 2 » S ® «y. rs ** _ - c ZS o —• *-*• z 00 © r- 3 JX S -r z er o e ÖB 2. ~ » s - s § 3 er?. er zz ss: c « I S" o I Ä g © -so «« 5 = Ziehungs-Liste der Verlosung gelegentlich des Gießener Frühjahrs-Pferdemarktes am 23. März 1905. Los- Nr. Gew r. Gegenstand. Los- Nr. Gew Nr Gegenstand. Los- | Nr. Gew Nr. Gegenstand. Los- Nr. Gew Nr Gegenstand. Los- Nr. Gew Nr. Gegenstand. 1 581 Broneefigur 3311 326 Reise-Necessaire 7520 460 Touristentasche 11608 465 Brotbüchse 16265 346 ArbeitSranzen 49 516 Elfenbein. Toilettespiegel 3356 523 1 \ Dtzd. Meffer und Gabeln 7588 283 Banknotenmappe 11687 546 Wandspiegel 16304 526 1L Dtzd. Meffer tu Gabels Postkarten-Album 55 6 Schimmel-Stute 3384 5 Kohlsnchs-Stut< 7592 438 Waschgarnitur, bteilig 11690 263 Dalli-Bügeleisen 16357 286 77 542 Servierbrett 3431 470 Wandspiegel 7627 532 Neuter's sämtl. Werke, 4 Bd. 11781 300 Rote Bettvorlage 16396 595 Ewiger Kalender 137 285 Postkartenalbum 1 3434 245 Minimal- und Maximal- 7673 53 Regulator 11811 338 1 Paar Stallhälfter 16416 104 Likörservice 189 496 Putzschrank Thermometer 7675 570 Reise-Necessaire 11836 369 Dtzd. Messer und Gabeln 16463 507 Doktlmentenmappe 222 372 Taschenmeffer 3450 170 Kohlenkasten 7758 458 Wecker 11949 548 Champagnerkühler 16496 466 Teedecke mit 6 Servietten 336 47 Regulator 3458 535 Tischdecke 7768 94 Feldstecher mit Etui 11984 159 Leitriemen 16498 150 Petroleumlampe 338 9 Braunes Wallachsohleu 3460 212 Garnitur landwirt. Geräte 7822 477 Türvorlage 12014 180 Versilberte Biscuitdose 16530 127 Brodkasten mit weißer Fessel 3484 449 Ascheeimer 7921 386 Waschbuff 12087 21 Versilbert. Kaffeeservice 16570 472 Wandspiegel 363 91 Kopierpresse 3502 114 1 Paar Diaphanien 7940 23 Reisekoffer ans Rind- mit Plateau, 5tetlig 16600 79 Bowl e m.6Gläser u.Plateau 379 246 Min.-u.Max.-Tbermometer 3521 441 Küchengarnitur lcder mit 2 Einsätzen 12105 125 Marktkorb 16626 437 Waschgarnitur, bteilig 402 201 Kartätsche mit Striegel 3635 297 Kaffeeservice mit 6 Taffen, 7978 137 Reitpeitsche 12197 475 Türvorlage 16640 519 Damentasche 404 147 Fleischhackmaschine 3670 195 Pferdedecke (9teilig 8017 422 1 Dtzd. Handtücher 12198 301 Bettvorlage 16718 HO Spazierstock 453 490 Schreibmappe 3721 11 Fahrrad 8032 389 Touristentasche 12205 206 Stallhalfter 16736 551 Küchenwage 462 494 Bügelbrett 3729 92 Kopierpreffe 8034 117 Broneefigur 12217 381 Briefwage 16746 439 Bowle, Steingut 465 95 Rohnessel 3773 98 Armband 8052 240 Jagdstock 12239 129 Spirituskocher 16764 255 Rohrstuhl 496 433 Weiße Bettdecke 3776 586 Rauchservice 8067 173 Gießkanne 12299 186 1 Paar Fahrhandschuhe 16823 497 Haussegen 519 54 Regulator 3784 276 Regenschirm, Gloria 8192 573 Bürstenetui 12341 106 Petroleumlampe 16836 560 Küchenwage 524 543 Wandlampe 3843 502 Spaüerstock 8263 384 Handkoffer 12352 251 Rohrstuhl 16869 316 Versilberter Brodkorb 526 49 1 Dtzd. versilb.Gabeln LFilet 4013 223 Versilbert. Zigaretten-Etui 8269 128 Spirituskocher 12393 266 1 Paar Fahrhandschuhe 16919 252 Rohrstuhl 589 454 Wagenmalte 4014 130 Wand-Paneel 8315 290 Waschtischgestell 12553 210 Garnitur landw. Gerate 17004 185 1 Paar Fahrhandschuhe 595 410 Bogenpeilsche 4042 598 Portenwnnaie 8326 292 Teedecke mit 6 Servietten 12638 232 Tabakpfeife aus Meer- 17045 398 Spazierstock 654 179 Versilberte Zuckerschale 4051 309 1 Dtzd. Handtücher 8331 342 Fahrhalfter schäum 17082 530 Schiller's sämtl.Werke,4Bd, 658 165 Portemonnaie 4061 73 Versilberte Damentasche 8407 373 Taschenmesser 12669 360 1 Paar landw. Decken 17133 105 Petroleumlampe 663 35 Tischinange 4073 59 Standuhr 8450 574 Portemonnaie 12711 208 Garnitur landw. Geräte 17138 517 elfenbein. Toilettespiegel 694 200 Kartätsche mit Striegel 4098 562 Französische Kaffeemühle 8469 187 Pferdedecke 12729 549 Bettdecke 17172 425 Handkoffer 731 364 Fahrgerte Etagere 4104 566 Pferdeschere 8536 404 Damentasche 12758 120 Broneefigur 17246 312 Bierservice mit 6 Gläsern 735 131 4112 304 1 Dtzd. Taschentücher 8569 174 Vogelkäfig 12770 596 Nähkasten und Platte 757 184 1 Paar Fahrhandschuhe 4130 334 Schreibzeug (3 teilig) 8571 280 Handkoffer 12799 600 Postkartenalbum 17295 146 Fleischhackmaschine 794 538 Tischdecke 4149 590 1 Paar Ackerleinen 8573 378 Zigarrenetui 12853 143 Taschenwecker 17343 228 Rauchservice 824 593 Ewiger Kalender 4150 492 Bügelbrett 8585 421 Reinleinenes Tischtuch 12960 121 Paneel-Brett 17346 547 Eierschrank 836 250 Anhängetasche 4173 352 Reißzeug 8589 356 Handschuhkasten 12976 36 Kinderwagen 17368 96 Hausapotheke 846 176 Vogelkäfig 4260 63 Nickel-Remontoir-Uhr 8590 314 1 Paar Figuren 12983 564 Blitzretbmaschine 17424 133 Stallhalfter 857 423 1 Dtzd. Handtücher 4335 271 Gerahmtes Bild 8636 226 Tafelglocke 13009 479 Türvorlage 17459 559 Schirmständer 925 431 Weiße Bettdecke 4602 177 Vogelkäfig 8655 43 Küchengarnitur m. Gestell 13157 597 Portemonnaie 17525 112 Diaphanien 929 403 Damentasche 4635 392 Touristentasche 17teilig 13168 275 Regenschirm, Gloria 17529 97 Schreibtisch-Uhr 989 419 Reinleinenes Tischtuch 4650 230 Zigarren-Spitze aus Meer- 8677 447 Schirmständer 13193 481 Brieftasche 17536 274 Regenschirm, Gloria 1003 65 Milchkanne mit Patentver- 4656 489 Schreibmappe sschaum 8737 262 Schirmständer 13258 31 Kompl. Eßseiwice, 23teilig 17587 19 Regulator, eiche« 1012 207 Stallhalfter » sschluß 4708 413 Waschzuber 8785 375 Zigarrenetui 13263 344 Arbeitsranzen 17620 284 Poftkartenalbum 1024 69 Küchenuhr 4722 249 Anhängetasche 8898 520 1 Paar Hosenträger 13277 270 Gerahmtes Bild 17709 33 Oelqemälde 1047 68 Petroleumkocher 4743 452 1 Dtzd. lein. Taschentücher 8943 39 Wringmaschine 13309 178 Versilberte Zuckerschale 17746 442 Wecker 1082 267 Gerahmtes Bild 4908 572 Bürstenetuis 8952 48 Versilberter Tafelaufsatz 13326 336 Schreibzeug 17783 256 Rohrstuhl 1130 306 1 Dtzd. Taschentücher 4915 84 Küchenuhr 9003 504 Schreibmappe 13329 347 Schlachtgeschirr 17794 414 Waschzuber 1136 247 Minimal- und Maximal- 4931 287 Posikartenalbum 9045 219 Weckeruhr 13378 108 Petroleumlampe 17840 291 Löffelgarnitur Thermometer 4958 41 Silberne Taschenuhr 9057 305 1 Dutzend Taschentücher 13401 25 Rübenschneidmaschine 17858 214 1 Paar dekorierte Eimer 1154 52 Regulator 4985 512 Photographie-Album 9077 55 Reise-Necessaire 13444 194 Pferdedecke 17863 140 Glasbowle, 6 Gläser mit 1190 24 Patent-Handkoffer 5019 148 Petroleumkocher 9085 552 1 Dtzd. lein. Taschentücher 13481 87 Kinderfchaukel Plateau 1323 311 Vogelkäfig 5028 478 Türvorlage 9130 318 Versilberter Brotkorb 13512 237 Rucksack 17872 89 Schiebkarren 1332 327 1 Paar Blumentöpfe 5031 545 Kartoffelkasten 9195 443 XU Dtzd. Handtücher 13524 510 Photographie-Album 17886 294 Teedecke mit 6 Servietten 1335 258 Blumentisch 5034 451 1 Dtzd. lein. Taschentücher 9208 349 Eiskühler 13545 569 Waffertrense 17896 46 Nähtisch 1346 198 Kartätsche mit Striegel 5066 407 Bogenpeitsche 9227 289 Waschtlschgestell 13573 340 Stallhalfter 17936 469 Wandspiegel 1 Paar Hosenträger 1347 405 Damentasche fschaum 5101 181 Versilberte Tortenschaufel 9297 139 Akkord-Zttber 13598 135 Hundehalsband 17996 365 1372 229 Zigarren-Spitze aus Meer- 5170 236 Waschbütte 9342 27 Waschmaschine m. Zange 13630 29 Garderobeständer 17999 521 1 Paar Hosenträger 1400 2 1 viersitzig. Jagdwagen 5201 476 Türvorlage 9380 471 Wandspiegel 13654 317 Versilberter Brotkorb 18035 354 Thermometer mit braunem Wallach u. 5221 169 Kohlenkasten 9456 58 Double-Uhrkette 13663 57 Offizierreitzeug 18062 93 Feldstecher mit Etui komplettem vernickeltem 5231 343 Fahrhalfter 9471 406 Geldtasche 13781 302 Bettvorlage 18120 199 Kartätsche mit Striegel Brustblattgeschirr 5316 101 Blerservice, 6 Gläser mit 9480 448 Ascheeimer 13898 28 Offizierreitzeug, silberplatt. 18130 265 Dalli-Bügeleisen 1416 60 Versilbertes Huiler 5318 239 Rucksack (Plateau 9528 385 Zigarrenetui 13911 505 Schreibmappe 18133 183 Schlafdecke 1421 76 Einspänner-Kuhgeschirr 5331 227 Rauchservice 9586 303 Pultvorlage 14035 153 1 Paar Stalllatemen 18143 533 Hauffs sämtl. Werke, 2Bde, 1429 324 Aktenmappe 5370 231 Zigarren-Spitze aus Meer- 9590 161 Handtasche 14058 204 Brieftasche 18193 390 Arbeitskorb 1447 567 Schirmhalter 5439 109 Petroleumlampe (schäum 9611 216 1 Paar dekorierte Eimer 14061 353 Thermometer 18257 578 Obstaufsatz 1454 107 Petroleumlampe 5443 575 Zigarren-Etui 9617 220 Punschglas mit Halter 14082 132 Stallhalfter 18277 411 Wandwaschgefäß 1459 211 Garnitur landw. Geräte 5460 74 Standwecker 9646 330 Papierkasten 14122 399 Schulranzen 18308 8 Braunes Wallachsohley 1512 136 Reitpeitsche 5464 175 Vogelkäfig 9655 894 Handkoffer 14126 379 Poesiealbum ohne Abzeichen 1556 599 Füllfederhalter 5557 259 Kmderklappstuhl 9692 491 Hallsleiter 14127 583 Blumenampel 18283 461 Dokumentenkasten 1558 579 Nivptisch 5576 388 1 Paar Waschkörbe 9739 412 Tafelwage 14129 584 Zigarrenkasten 18318 272 Wollener Bettkolter 1567 307 1 Dtzd. Taschentücher 5687 293 Teedecke mit 6 Servietten 9744 493 Bügelbrett 14249 70 Versilberte Butterdose 18326 221 Weckeruhr 1571 218 Schmiedeis. Aschenbecher 5690 333 Schreibzeug 9799 445 Gießkanne 14414 366 Pferdedecke 18330 319 Flaschenhalter 1574 368 V2 Dtzd. Messer it. Gabeln 5703 78 Versilberte Fruchtschale 9827 281 Handkoffer 14431 518 Elfenbein. Toilettespiegel 18354 531 Goethe's sämtl. Werke, 4Ä. 1644 243 1 Paar Iagdgamaschen 6804 322 Pferde-Sommerdecke 9833 2'.4 Rohrstuhl 14483 244 Rucksack 18391 393 Stadtkorb 1646 320 2 Paar Glacö-Handschuhe 5821 22 Bowle, Altsilber Schmuckkasten 9874 558 Wollene Pferdedecke 14502 561 Briefkasten 18412 122 Handtuchständer 1716 513 Photographie-Album 5833 196 9923 116 Rauchservice 14509 420 Reinleinenes Tischtuch 18469 367 Pferdedecke 1751 37 Kleiderschrank 5853 408 Bogenpeitsche 9984 480 Kuriertasche 14510 295 Stalllaterne 18559 158 Leitriemen 1755 371 Postkarten-Album 5887 268 Gerahmtes Bild 10062 75 Einspäniler-Kuhgeschirr 14551 434 Weiße Bettdecke 18572 85 Bierservice, 6 Gläser mit 1779 525 V. Dtzd. Meffer u. Gabeln 5898 172 Gießkanne 10079 296 Kaffeeservice mit 6 Taffen, 14696 310 1 Paar Wandteller Plateau 1837 499 Bierkrug 5906 235 1 Paar Stallhalfter 9teilig 14703 582 Wand-Dekoratwn 18595 498 Haussegen 1866 80 Waschsack mit Schloß 5908 323 Pferde-Sommerdecke 10113 524 % Dtzd. Meffer u. Gabeln 14706 383 Handkoffer 18599 282 Regenschirm 1871 464 Toiletteneimer 5952 363 Fahrgerte 10114 3 Lauterbacher Wagen 14766 527 Tranchierbesteck 18611 568 Schirmhalter 1880 126 Marktkorb 5974 374 Taschenmeffer mit Bock, braune Stute 14770 400 Schulranzen 18619 402 Damentasche 1895 273 Gerahmtes Bild 5978 4 Hellbrauner Wallach mit Stern nnd Kummet- 14785 90 Wafferdichte Pferdedecke 18704 345 Arbeitsranzen 1922 550 Küchenwage ohne Abzeichen 10123 325 Aktenmappe sgeschirr 14796 66 Küchenuhr mit Glas 18715 45 Kompletter Reitzaum 1962 467 Teedecke mit 6 Servietten 6020 152 Stellleiter 10304 14 Singer-Nähmaschine 14814 474 Wandspiegel 18743 215 1 Paar dekorierte Eime/ 1970 540 Garnitur Bürsten 6034 370 Poftkarten-Album 10349 587 Schmiedeeiserner Aschen- 14821 202 Reisebürste 18768 482 Brieftasche 1978 592 Reiseneeeffaire 6040 351 Reißzeug 10357 409 Bogenpeitsche sbecher 14831 495 Reisekorb 18797 509 Photographiealbum 2045 189 Pferdedecke 6113 328 1 Paar Blumentöpfe 10376 541 Garnitur Bürsten 14850 506 Ziehharmonika 18807 594 Servierbrett 2058 264 Dalli-Bügeleisen 6202 463 Toiletteneimer 10444 67 Handkoffer aus Segeltuch 14857 193 Pferdedecke 18887 163 1 Paar Kniekappen 2081 222 Weckeruhr 6205 453 1 Dtzd. lein. Taschentücher 10454 188 Pferdedecke 14928 167 Kohlenkasten 18890 417 1 Dtzd. Servietten 2103 571 Damentasche 6221 32 tomol.Eßservice, 23teilig 10459 38 Reisekoffer mit Einsatz 14935 522 1 Paar Hosenträger" 18901 401 Schulranzen 2122 473 1 Paar Hosenträger 6300 537 Tischdecke 10473 355 Tranchierbesteck 14085 17 Versilbert. Kaffeeservice 18910 142 wasserdichte Pferdedecke 2174 72 Doppelleiter 6312 444 Gießkanne 10474 588 Waschleine mit Platean, 4teilig 18933 191 Pferdedecke 2179 20 Eiserner Uuiversal-Pstng 6422 387 1 Paar Waschkörbe' 10489 427 Bettkolter 15053 234 Eichener Kasten 18981 488 Schreibmappe 2368 50 Taschenuhr 6432 1 Ein viersitziges Selbst- 10491 82 Bild „Kaiser Friedrich" 15055 190 Pferdedecke 18982 164 Portemonnaie 2469 144 Vogelkäfig kutschier - Phaeton mit 10576 337 Schreibzeug, 4teilig 15190 430 Bettkolter 19000 13 Pfaff-Nähmaschinc 2481 380 Poesiealbum schwarz. Stute u. kompl. 10717 418 Reinleinenes Tischtuch 15219 10 Hellbraunes Stutsohlen 19022 362 Fahrgerte 2496 118 Broneefigur filberplatt. Geschirr 10812 455 Juchten-Portemonnaie Eichene Truhe mit 2 weißen Fesseln 19023 182 Schlafdecke 2530 335 Schreibzeug 6450 166 Schreibzeug 10817 233 15250 528 Heckenscheere 19027 508 Dokumentenmappe 2537 86 Mefferputzmaschine 6512 487 Taschentuchkasten 10839 514 Photographie-Album 15254 279 Regenschirm, Gloria 19075 40 Lederner Koffer 2598 156 1 Paar Pferdezugketten 6586 203 Couriertasche 10904 565 Blitzreibmaschine 15274 205 Banknotenlasche 19114 7 Schwarzes Hengstfohlen 2673 151 Stellleiter 6590 238 Rucksack 10940 168 Kohlenkasten s Streugabel 15498 225 Nipptisch 19144 563 Fleischhackmaschine 2682 321 Etagsre 6617 124 Wärmflasche 10942 529 Garnitur Heu-, Dung- und 15549 462 Jdealkocher 19169 171 Gießkanne 2694 145 Vogelkäfig 6638 415 1 Dtzd. Servietten 10966 217 Schmiedeeij. Aschenbecher 15623 503 Bild „Königin Luise" 19199 432 weiße Bettdecke 2734 288 Postkartenalbum 6675 397 3 St. weiße Kiffenüberzüge 11010 429 Bettkolter 15624 556 Handkoffer 19217 332 Schreibzeug 2769 278 Regenschirm, Gloria 6774 589 1 Paar Ackerleinen 11029 241 Jagdstock 15629 468 Teedecke mit 6 Servietten 19224 242 1 Paar Iagdgamaschen 2778 377 Zigarren-Etui Diaphanien 6783 102 Bierservice, 6 Gläser mit 11044 113 Diaphanien 15632 42 Schmiedeeiserner Nipptisch 19327 81 Bild „Kaiser Wilhelm L* 2785 111 Plateau 11058 51 Taschenuhr 15641 557 Auflaufform 19334 357 Briefwage 2805 339 1 Paar Stallhalster 6794 269 Gerahmtes Bild 11129 577 Goethes Werke, 2 Bande 15656 154 1 Paar Stalllaternen 19368 260 Blumenständer 2812 12 Fahrrad 6890 435 Buch, Fütterungslehre 11169 483 Brieftasche 15768 248 Bettdecke 19403 361 Touristentasche 2816 56 Photographieapparat, Kodak 6911 197 Waschleine 11221 329 1 Paar Blumentöpfe 15778 416 1 Dtzd. Servietten 19447 459 Aquarium 2833 591 Kardätsche mit Striegel 6925 83 Bild „Kaiser Wilhelm II." 11232 26 1 Paar Reitstiefel 15804 224 Versilbertes Zigarettenetui 19477 119 Spazierstock 2863 515 Papierständer 6950 313 Aquarium 11238 484 Zigarren-Etui 15833 315 Bild 19531 134 Stallhafter 2941 100 Rohrstuhl 6968 138 Reitpeitsche 11242 428 Bettkolter 15866 16 Vertikow 19564 555 Auflaufform 2970 34 Waschmaschine 6980 446 Gießkanne 11254 456 Wagenmatte 15880 44 Musikwerk 19605 157 Aktenmappe 2979 261 Kartoffelkochtopf 7031 501 Spazierstock 11268 88 Schiebkarren 15893 486 Kravattenkasteu 19685 450 1 Dtzd. Taschentücher 2985 554 Küchenwage 7038 308 1 Dtzd. Handtücher 11280 341 1 Paar Stallhalster 15945 382 Pferdedecke 19723 209 Garnitur landw. Gerate 2988 64 Milchkanne mit Patent- 7098 553 Küchenwage 11283 257 Blumenständer 15963 160 Handtasche 19747 436 Waschgarnitur, 5 teilig 2998 376 Zigarren-Etui soerfchluß 7171 62 Standuhr, Rococco 11332 253 Rohrstuhl 16005 71 1 Paar vers. Brodkörbchen 19754 500 Bierkrug 3003 534 Kleist's sämtliche Werke, 7182 359 1 Paar landw. Decken 11358 77 Saftpresse 16017 192 Pferdedecke 19789 350 Reißzeug 3121 331 Schreibzeug [1 Band 7281 536 Tischdecke 11376 30 Triumpf-Klappseffel 16058 141 Wasserdichte Pferdedecke 19822 277 Regenschirm, Gloria 3142 426 Handkoffer 7385 424 Fußmatte 11410 61 Standuhr, Rococco 16064 457 Schmuckkasten 19848 15 Häckselmaschine mit 3218 395 3 Stck.weiße Kissenüberzüge 7406 123 Petroleumlampe 11422 485 Zigarreil-Etui 16118 155 1 Paar Viehzugketlen 19877 149 Stellleiter sKettenzng 3252 348 Schlachtgeschirr 7490 511 Photographie-Album Likörservice 11501 115 Spazierstock 16124 396 3 St. weiße Kissenüberzüge 19880 544 Kartoffelkasten 3271 580 Wäschetrockner 7506 103 11585 440 Eßtraggeschirr 16183 539 Fuß-Cocosmatte 19913 576 Schillers Werke, 2 Bände 3272 391 Arbeitskorb 7512 298 Kaffeeservice mit 6 Tassen, 11588 162 1 Paar Kniekappen 16195 358 Globus 19914 585 Bronce-Jardiniere 3293 18 Versilberte Jardiniere 9teUig 11599 99 Armband 16205 213 Garnitur landw. Geräte 19923 299 Rote Bettvorlage Sollte sich in vorstehender Ziehrrngs-Liste wider Erwarten ein Druckfehler finden, so behält sich die Pferdemarkt-Kornmission die Richtigstellung desselben aus Grund des offiziellen, bei den Akten des Polizeiamts befindlichen Verlosungsprotokolls vor. — Die Gewinne, versehen mit einer Plombe der Pferdemarkt-Kornmission, können gegen Rückgabe der betreffenden Lose in der Stadt- fnaben|rf)ule mittags von 11 bis 2 Uhr (auch Sonntags) in Empfang genommen werden. — Die lebenden Gewinne werden 8 Tage, die übrigen Gewinne 4 Wochen nach beendeter Ziehung aus Kosten und Gefahr der Gewinner auibewahrt. Pferde und Fohlen nebst zugehörigen Wagen und Geschirren werden nach 8 Tagen verwertet. Der Erlös nach Abzug der Kosten wird weitere 3 Wochen zur Verfügung der Gewinner gehalten. Vier Wochen nach der Ziehung sind die nicht abgeholten Gewinne verfallen. Die Uebersendung von Gewinngegenständen an auswärtige Gewinner findet nur aus deren Rechnung und Gefahr, sowie gegen Nachnahme der Verpackungskosten statt. Man wolle sich -dieserhalb an Herrn Richard Buchacker dahier wenden. — Die Ztehungs-Liste ist für 10 Psg. pro (fcgönplai oom Vorgenannten zu beziehen. Gießen, den 23. März 1905. Die städtische Pserdemarkt-Kommission. Jean Kirch. D*/r-