Tb ?ÄSÄ LLkL 5(Uluu fmn:. lunJ VI) Kl) KD Wetln Seb. Himmel still 2 S 1 1 KD 1 Achtungen !N. 139 60 136.00 91130 193.90 14700 164 60 171.70 14490 20.70 4ön ca 3$^ IQtt zur Jt(fi jj, n bezieh Sa°t. ; - Ullb 91„ii - Ult» O'N MM °?!klle JöKS Melle in .JNb 6(1) 6(6) x\ ^>tx\ \tX u\ 'oow o-uSroirctS nach datier ■ • iroesen < - 8cbuckert . ,1oyd . • tien . ' ' .Kommas"' jtfir Bank • »r Bank . Handel«^»' Staatabahn, !ec • • * Ibabn . - ' lUe • ' ifir Dienst^ de" U. o°'E"d ‘nlb- luibeitemd. n-tinkarte. _—. .sberichti ».. 28- ** *-,« - “ ‘ ’ 96.80 rj 9 Wegen l 4 । Bero. Hin'-'nel -Ust - «ui« ?** di° L ' kn? V°9?n dann leori^t h-ussepntei Ktz (^bofc bcr $CI1(^te von beiden >!le in ®i '• 1600 Mann MiM. ' 9,86 V-,. Kinder im, vom nOiahr: 2.-15. Jahr ei 'poS, etc.« k^§ -^ienObcl: ^er»" ' 265.75 ' 2.55-30 222.50/ ,r . - ‘ 10043 Äjjjy :ioit. ä So'nncnichein 4 Sero. Himmel Nr. 20» Erscheint täglich außer SomUags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kessischen Landwirt die Gießener Zamilien- biätler viermal in der Woche beigelegt« Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckerei. 9L Lange. «Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Kernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 29. August 1905 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Krd$ Gießen vezugspretsr monatlich 7b Pf., Dtertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bcstellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormsttags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ austvärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land* und „GerichtSsaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Han8 Beck. Are heutige Mummer umfaßt 8 Seiten. große Komödie zur Düpierung, der Welt um ungeheure? Börsenwerte willen. Volitischr Tagesschau. Keine neue Tabaksteuer. Wir haben kürzlich die Nachricht wiedergegeben, die die Befürchtung aussprach, der Reichsschahsekretär Frhr. v. Stengel werde in seiner ReichSfinanzrefo rm den Tabak kräftig „bluten" lassen. Diese Andeutungen scheinen jedoch die Tabakinduslrie nicht sehr beunruhigt zu haben. Unter der Ueberschrift „Fangballspielerei mit der Tabakindustrie" ist in der „Südd. Tabakztg." zu lesen: Unter den Bundesratsbevvllmächtigten haben wegen einer bet stimmten Tabakssteuervorlage noch nicht einmal Vorbesprechungen stattgefunden, um wie viel weniger können die Bundesregierungen mit dieser vielseitigen und verwickelten Frage schon beschäftigt worden sein, wobei immer drei Kcmftellatwnen in Betracht kommen und zwar auf der einen Seite Hamburg, Bremen, Lübek, Oldenburg, zu welchen bei Tabokzollfragen — man sollte es kaum für möglich halten — die sonst schu^zöllnerische, aber immer gutfiskalische preußische Regierung steht, auf btr andern Seite Bapern als schroffster Zollantipode der Hansa- Pädte, das nur bis zu einem gewissen Grade unterstützt wird von Württemberg, Baden, Hessen und der reichsländischm Vermattung, die auch Fürsorge für die Zigarrenindustrie empfindet, während beim Königreich Sachsen, Braunschweig und einigen 'n deren Bundesstaaten lediglich der Ertragspunkt in F-rage kommt. Am Widerspruch des Nordens gegen den in der Tabaksteuerfrage ohnehin uneinigen Süden würde auch diesesmal jede Zoll- unb> Lteuerverschiebung scheitern. Und was eine Wertsteuer betrifft, die an sich schon den minderwertigen Jnlandstabak weiter schützen müßte, so meinten darüber die verbündeten Regierungen schon vor Jahren, gerechter sei wohl eine Wertfteuer bei Tabak als die bestehende Gewichtssteuer, aber von den hochbewerteten Tabaken ist nicht viel zu holen, weil für 89 v. H. unserer Industrie nur niederbewertete in Frage kommen, die mit den deutschen ton» kurrieren, das würde ledcn finanziellen Erfolg aufheben Dich in Deutschland gerade dort den Anbau vermehren, wo ohnehin lohnende Preise erzielt werden. ♦ Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und dem Priuzregertteu von Bayern. Bayerische Blätter veröffentlichen folgende am 24. August zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten von Bayern auL- getauschten Depeschen: Prinz-Regent von Bayern, München-Krünn. Ich habe heute Deine Kavallerie-Brigade im Divisionsvev» bande gesehen und muß Dir meine volle Anerkennung itnb meinen Dank dastir umsomehr aussprechen, als ich dadurch Gelegenheit sand, mein Ulanenregiment hier begrüßen zu können. Ich bin überzeugt, daß solche gemeinsame Hebungen dervaterländischen Wehrkraft nützlich sind. Wilhelm. S. M. Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen, Wilhelmshöhe. Empfange meinen herzlichsten Dank für Dein liebenswürdiges Telegramm, dem ich zu meiner großen Freude und Genugtuung entnehme, daß die bayerische Hlanenbrigade bei den jüngsten Hebungen im Divisionsverbande Deine Anerkennung gefunden hat. Dein Hlanenregiment wird es als eine besondereAuszeich- n u n g empfunden habeu, unter den Augen seines Kaiserlichen Chefs eine Probe seiner Kriegstüchtigkeit ablegen zu dürfen. Jagdhaus Fischbach, 24. August 1905. Luitpold. nicht jetzt, so eines Tages den Frieden nachsuchcn und dann ihn hoher als heute bezahlen müssen. Auf Grund eines neuen kaiserlichen Ukases ordnete zwar soeben der neue russische Kriegs Minister die M ob i list erung zur Verstärkung der Armee in Ost- asien an. Die Mobilisierung betrifft einige Distrikte der Gouvernements Wilna, Grodno, Kowno, Kurland, Livland, Perm, Wiatka, Simbirsk, Saratow, Orenburg, Astrachan, Ufa und die Donschen Kosaken. Die Aushebung von Pferden soll vorgenomTnen werden in einigen Distrikten des Gouvernements Petersburg, in Nowgorod, Pskow, Livland, Tambow, Warschau, Siedletz, Lublin, Radom, Grodno, .Kiew, Poltawa, Kursk, Tscherniaow, Wolhynien, Podolsk, Cherson, Jekaterinoslaw, Bassarabien und Taurien. Was aber soll das nützen! Nach Meldungen aus Tokio ist dort die Spannung wegen des endgiltigen Ausgangs der Friedensvcrhandlungen auis äußerste gestiegen. Man hat dort jedoch in Reaierungs- uno Geschäftskreisen die Hofftiung auf eine friedliche Beilegung noch nicht fallen gelassen. Immerhin ist aber auch die japanische Armeeleitung fieberhaft tätig, um sofort nach dem Eintreffen des Scheiterns der Verhandlungen mit dem schon lange geplanten und bis ins einzelne vorbereiteten Vorstoß und Hauptschlag gegen die russische Armee zu beginnen. In den Depots Mukden und Tielmg werden kolossale Reservevorräte von Nahrungsund Kriegsmaterial geordnet. Heute liegen allerdings auch wieder einige Meldungen vor, die den Anschein erwecken, als sei Rußland zum Frieden doch einigermaßen geneigt. Nach einem Telegramm der „Associated Preß" aus Portsmouth wird aus zuverlässiger Quelle versichert, Präsident Roosevelt sei schon vor einigen Tagen von selten Japans ermächtigt worden, alle Ansprüche inbezug auf eine En tschädigun g oder eine Rückerstattung der Kriegskosten fallen zu lassen und die nördliche Hälfte Sachalins an Rußland zurückzuerstatten, sowie den Rückkaufs- preis dem Schiedsgericht einer gemischten Kommission zu überlassen. Dies wäre dem Kaiser von Rußland durch den amerrkanischen Botschafter in Petersburg mitgeteilt worden. Es wird weiter behauptet, die Antwort des Kaisers sei'teilweise günstig ausgefallen. Man hält es nicht für wahrscheinlich, daß Japan die Frage über das Rückkaufsgeld für Sachalin in ähnlicher Weise regeln will, wie Rußland die Doggerbank-Angelegenheit. Es heißt, Witte hätte diesen Gesichtspunkt angenommen und seine Ansicht dahin geäußert, daß Rußland etwas in der Art eines Rückkaufsgeldes bezahlen müsse. Diese Meldung sieht allerdings mehr wie eine diplomatische Finte des Herrn Roosevelt aus, als wie eine auf positiven Tatsachen beruhende Nachricht. Denn der japanische Delegierte Takahira hat sich einem Interviewer gegenüber recht trostlos ausgesprochen. Er sagte, da Roosevelt den Zu- sammentritt der Friedenskonferenz veranlaßt habe, fühlten sie sich aus Achtung vor Roosevelt verpflichtet, in der Frage detz Abschkuffes der Arbeiten nicht vorschnell zu sein. Er fügte aber hinzu, die Lage sei zwar nicht hoffnungslos, aber doch beinahe hoffnungslos. Wie verlautet, haben sich die Delegierten dahin geeinigt, daß keine Sitzung stattfinden solle, bis Japans offizielle Antwort auf die Erklärung, die als Rußlands Ultimatum betrachtet werden kann, eingegangen ist. Die Konferenz wird also wohl erst in den nächsten Tagen wieder zusammentreten. Das Gerücht, Roosevelt habe neuerdings nochmals auf den Kaiser von Japan einzuwirken gesucht, erhält sich hartnäckig. Die „New York Tribüne" versichert bestimmt, daß der Präsident dies wirklich getan habe. In Portsmouth läuft jetzt wenigstens beharrlich das Gerücht um, die Japaner hätten bereits von Tokio die Weisung erhalten, dir Forderung einer Kriegsentschädigung entweder ganz zurückzuziehen oder in eine für Rußland annehmbare Form und Ausdehnung zu kleiden. DaS Gerücht wird sehr ernst genommen, da die Japaner nicht kategorisch dementieren, sondern nur die Auskunft verweigern. Es wird dort zum mindesten allgemein fest an japanische Konzessionen irgend welcher, noch unbekannter Art geglaubt, was durch das Verbalten der japanischen Delegierten bestärkt wird. Die Vertagung der Konferenz ist durch Befragung des japanischen Staatsrats veranlaßt worden. Eine Depesche aus Tokio soll in Portsmouth soeben eingetroffen sein, wonach die älteren Mitglieder des Staatsrats Konzessionen anrieten. Tatsächlich trat nad> offiziöser Reutermeldung am 28. in Tokio der außeroroentliche Kab in e t tsr a L der Minister und älteren Staatsmänner zusammen. Um 2 Uhr nachmittags begaben sich die Teilnehmer nach dem Palast, wo unter dem Vorsrtz des Kaisers die Konferenz fortgesetzt wurde. Man glaubt, daß hier die Entscheidung über die Fortsetzung des Krieges oder über den Friedensschluß fiel. 9tarf) anderen Meldungen, indes beschäftigt man sich in Portsmouth nicht mehr mit der Frage der Frieoenskonkerenz, sondern mit der Frage der Abreise der Delegirten. ES heißt sogar, Witte denke heute auf einem Lloyddarnpfer abzufahren. Angesichts der vielen Einladungen die ihm von Städten und Privatpersonen zu- aegangen sind, habe er sich entschieden, wenigstens Chicago und Niagara zu besuchen. Proieffor von Martens, so heißt es noch, wollte schon gestern Abend nach New-Park abreisen. Die japanischen Delegirten hätten gleichfalls bereits ihre Koffer gepackt. Immerhin scheinen uns die günstigeren Nachrichten, weil durch d ie o sfiziösen Bureaus verbreitet, wahrscheinlicher, wen« auch nach wie vor die Ansicht vieles für sich hat, als sei die ganze Portsmouther Tagung nichts als eine Der verzweifelte Spieler. Wer je in einem Spielsaai war — wir wollen nicht so oöse sein unb von Oldenburg reden —, hat den verzweifelten Spieler kennen gelernt. Von allen Eindrücken des Spielsaals ist dieser der stärkste. Man vergißt vielleicht, wie die leichtsinnigen, die toll verschwendenden, die ängstlichen, die melancholischen ober die über Systemen und Berechnungen bis zur Geistesverwirrung grübelnden Spieler ausgesehen haben — das Bild des verzweifelten Spielers prägt sich unauslöschlich in die Erinnerung ein. Das ist nicht etwa der verzweifelte Spieler, der mit hochrotem Kopf, mit kaum verhehlter Aufregung dem klirrenden Lauf der Roulettekugel folgt, der mit grimmigem Neid zusieht, wenn auf anderen Feldern Gewinne ausgezahlt werden, während aus seinem Feld der Rechen des Croupiers den verlorenen Einsatz gierig hinwegrafft. Tas ist nicht der verzweifelte Spieler, der nut seinem Nachbarn aus geringfügigem Anlaß in Streit gerät und schließlich, alle Erziehung vergessend, mit wutverzerrten Zügen hinausstürmt. Erst nach längerer Beobachtung entdeckt man den verzweifelten Spieler. Er sitzt unauffällig am Spieltisch, er spricht leise, er gerät nicht in Zorn und Streit, er nimmt höflich Einsätze entgegen, die hinter ihm Stehende auf den Tisch zu legen bitten, und kaum verrät ein Zucken in seinem Antlitz die Enttäuschung, wenn der Fall der Kugel wieder einmal gegen ihn entschieden hat. Mer welches schmerzdurchwühlte, bis in die Lippen blasse Antlitz! Nicht ein Zug mehr darin, der von hoffnungsvolleren, glücklicheren Zeiten erzählte. Nicht einmal mehr das Irrlicht der Leidenschaft in den Augen. So sieht ein zum Tode Verurteilter, so sah, nach Schilderungen von Augenzeugen, der Mordbube Hudde aus. Wenn der verzweifelnde Spieler aus der krampfhaft geballten Hand das letzte Goldstück auf den Tisch gelegt hat und mit starrem Blick den Saal verläßt, so weiß man, sein Schicksal ist besiegelt, wie es das des Hudde war, als er den Gießener Schwurgerichtssaal verließ. Rußland ist jetzt so em verzweifelter Spieler, an den Rat wie Hilfe verschwendet scheinen. Den Rat weist er mit düsterem Trotz zurück, befangen vom Wahn, daß doch noch ein Wunder geschehen könne, und sei es im letzten Augenblick; die Hilfe nimmt er an, wohl nur um das Mittel zu haben, die Frist zu verlängern für die Wendung zum Besseren. Ist das Mitleid mit sich selber, oder ist die Erbitterung größer gegenüber dem mit Gewalt dem Abgründe Zustrebenden? Wir glauben, daß die Erbitterung überwiegt. Der verzweifelte Spieler setzt sich selbst ein, er rächt mit der Kugel seine Handlungen. Aber die hier das Geschick herausforoern, begingen das unsühnbare Verbrechen, blaß sie nicht sich selbst, sondern andere opferten. Das Blut, das Eigentum, den Seelenfrieden vieler Millionen Menschen haben die russischen Machthaber eingesetzt. Die Heraufbeschwörung des Krieges mit Japan, eines Krieges, von dem man wußte und wissen mußte, wie unzulänglich die Vorbereitung war, wie knapp die zur Verfügung stehenden Mittel, war der frevle Beginn des Spieles. Die Unterdrückung jeder freieren Regung im eigenen Lande mit allen Mitteln des Schreckens, die Ab- gabe von Versprechungen, die nicht gehalten oder nur balb erfüllt ober auf Umwegen rückgängig gemacht wurden, bildete die würdige Fortsetzung. Und die letzte Phase ist, daß der verzweifelte Spieler, hochmütig und eigensinnig den einzigen Ausweg aus der völlig hoffnungslosen Situation verschmähend, auch noch die Reste seiner Habe auf den Tisch zu legen gewillt scheint. Als die Zusammenkunft des Kaisers mit dem Zaren erfolgte, waren englische Stimmen geschäftig, zu verbreiten: Gewiß habe der Kaiser dem Zaren geraten, den Krieg fortzusetzen und gegen die Forderungen nach einer Verfassung unerschütterlich fest zu bleiben. Beide auf Schürung deutschfeindlicher gtzsinnungen berechnete Verdächtigungen sind durch die Tatsachen widerlegt worden. Nikolaus bewilligte den Anfang einer Verfassung, obschon mit der einen Hand gebend, nrit der anderen nehmend. Wenn vorher gesagt wurde, daß das Ausbleiben eines Verfassungsmanifestes auf Ratschläge Kaiser Wilhelms zurückzuführen fein werde, so sind die Jntriguanten enttäuscht. Und sonnenklar ist es nach der Kundgebung des Fürsten Bülow, daß die deutsche Politik unablässig nicht für die Fortsetzung des unglücklichen, längst verlorenen Krieges, sondern für dessen Beendigung mit dem größten Eifer wirkte und noch wirkt. Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit. Die Ratgeber des Zaren, die ihn zu bestimmen suchen, die japanischen Friedensvorschläge, wie weit sie immer in Einzelheiten entgegenkommen und wieviel Rücksichtnahme sie beobachten auf die Empfindlichkeit des Unterlegenen, von vornherein als schimpfliche Bedingungen zu behandeln, die man nur anhört, um die ,,freche Anmaßung" des Gegners desto schärfer zurückzuweisen — diese Verblendeten leisten ihrem Baterlande den denkbar schlechtesten Dienst. Man mag die Sache drehen und wenden, wie man will — kein pathetisches Wort hilft darüber hinweg, daß im Grunde genommen das Geldinteresse hier das entscheidende ist. Rußland will sich von dem Gelde nicht trennen, das die Japaner zur Deckung ihrer Kriegskosten verlangen; es zieht, wie es scheint, tatsächlich vor, , seine Söhne auf den Schlachtfeldern bluten zu lassen, den ungeheuren Opfern neue hinzuzufügien bis zum unrühmlichen Enoe. Denn unrühmlich muß das Ende fein. Japan besitzt die Kraft, den Vernichtungsschlag gegen Die russischen Lano- i streitkräste zu führen. Rußland aber wird nirgends die : Mittel zur Fortsetzung des Krieges finden. Es wird, wenn 11 Nnsland. London, 28. Aug. Das Matt „Spektator" veröffentlicht cmen Artikel, worin es die Möglichkeit einer Allianz zwi- chen England und Rußland prüft. Das Matt glaubt, daß sich nichts dem Bündnis entgegenstellen werde. @5 ifl bet Ansicht, daß ein derartiges Einverständnis Japan nicht unzu- rieben machen werde, sondern daß es sogar möglich fein könnte, daß Japan sich ebenfalls der Allianz anschließe. Traurige Yachrichten aus Nutzland. Der durch die Mißernte hervorgerufene Notstand nimmt im Gouvernement Tula besonders große Dimensionen an. Dort beginnen schon alle Vorboten des furchtbaren Hungerjahres 1891 cmfzutreten. DaS Vieh wird infolge Futtermangels zu Schleuderpreisen losgeschlagen, da bereits daS Stroh von den Dächern, das letzte, was gewöhnlich draufgeht, als Futter aufgebracht wird. In den Städten erscheinen in großen Scharen hungerndeBauern, die um Arbeit gegen Verpflegung bitten, eine Erscheinung, über die auch aus Saratow und Woronesch berichtet wird. An einigen Orten ist sogar schon der Hungertyphus ausgebrochen. Im Ministerium des Innern arbeitet man daran, die Art und Weise der Hilfeleistung und des 23er* pflegungssystemS festzustellen. der Kaserne des 15. Infanterie-Regiments bei ber Katharinenhütte bei SoSnowice (Polen) wurde eine Bombe geworfen, ohne Schaden anzurichten. In Dombrowa weigerte« ich die Soldaten, gegen ausständige Arbeiter vorzugehen. Die Petersburger und Moskauer Stadtduma beschloß eine Resolution, worin sie die Gewährung des Vereins- und Versammlungsrechts, der Preßfreiheit, sowie die Unantastbarkeit der Person verlangte. Eine Konferenz sämtlicher demokratischer Gruppen kam überein, bis zum 2. September auf die Antwort der Regierung auf diese Forderung zu warten. Erfolgt bis dahin keine Regierungserklärung, so will die lürgerliche Demokratie Anschluß an die sozia- istischen Arbeiter suchen, um mit ihnen Hand in Hand zu geben. Dre Vorbereitung dazu wurde einem Ausschuß übertragen, der sofort in Finland zusammentritt. Gewaltiges Aufsehen erregt ein soeben erschienenes Buch des Regierungsrats im kaiserlich deutschen statistischen Amt, Eine Siegesfeier im japanischen Heer. 21,43 1903 54,79 19,27 65,98 1904 1905 56>4 18,24 47,34 Soweit diese Zahlen, die allerdings nur einen sehr geringen der landwirtschaftlichen Arbeitsvermittlung umfa^^S itis angeführt werden können, sprechen sre >ehr deutlich. ii int SX m war das Mißverhältnis zwilchen Angebot und männliche 93,49 Btttbolf Martin, das nicht mehr und nicht weniger als den Staatsbankcrott Rußlands binnen 15 Jahren prophezeit. Eine offiziöse Stellungnahme zu der Veröffentlichung, die der Regierung kaum angenehm sein kann, ist bisher nicht erfolgt. An der Börse wird daS Buch lebhaft besprochen. Man hält cs dort für nicht unwahrscheinlich, daß die russische Regierung durch Vermittlung der deutschen Emissionsbanken eine Entgegnung veranlaffen werde. gang mit Hilfe berußter Gläser verfolgen zu können. •• Hundesperre im Lahntal. Durch Verordnung des Regierungspräsidenten in Wiesbaden ist über die Kreise | Oberwesterwald und Dil l aufs neue die Hundesperre wegen Tollwutgefahr verhängt worden. •* Probealarmierung im Eisenbahnbetrieb. In der verfloffenen Nacht wurde der hier stationierte Eisenbahnhilfszug, sowie die zugehörige Aufglcisungs- und Sanitätsmannschaft zur Probe alarmiert. Nachdem der Zug nebst dem Hilfspersonal in der vorgeschriebenen sehr kurzen Zeit fertig am Bahnsteig stand, wurde dem Befehl entsprechend nach Station Niederwalgern gefahren. Dort erwartete Direktionsprüfident Thome sowie einige Mitglieder der Königl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. den Hilfszug, ließen einige Hebungen vornehmen und sprachen zum Schluffe ihre Befriedigung über die prompte Ausführung der Alarmier- ung aus. ** Die Konsumvereine Hessens hielten am Sonnfrohe Stunden in Aussicht. " Sonnenfinsternis. Der morgige 30. August bringt uns ein intercffantes himmlisches Schauspiel: eine totale Sonnenfinsternis, die nach der Berechnung der Astronomen - Püv- 3G Haupt, und *1 Otto Weber. Lckags-NnstM D'msch, sich ras, ächten, auf der: drrgl. mebr. Dc Seraphische oder Allen enipsindet i tofniS, sich rasch Denier läßt sich Wen-Mos, der n-m siets bei sich fr, '-mal nebsi d-n P ? fine ersiaunlich, >• Die Kunsi Mit noch weiter n( Weit und Kla 'tF' Hit i>" t Ja ' Driel li 1 £|q(i 3£ i (itt 8E qicrbort I «£ *;x notwcnd ,kas ’c‘ flrfliifj SBern’0"1 »tb AtL sei eine I * 1 |!tt cl"?/^oll i nv Vn» li- I „ ßnabe SjyX ^frnen $nntC1 2roc E ;n der W w# in r ^Dictotale & Me tot S ■» a und SE Ä zu * M hei;usieheir - tito? g *" seihen m garten und allgemein S erholten. S in Sonern, n dnnit dos W Kit dcrielben im. ürrtett roütbr er ihn Sunde, biinit (ine betontere 3u yte und ous ihr Wi5e Aelege » p?orgängen dir ehrten. nun nitd eiziia nicht ine wir dock, /MLonnenänste Munto ähnlich qi niftolen wird. Mliefle etwa in Mndschatten wir imb War zu "l)0 iimerita, Spanier teilt und zahlreick haben sick in die i Experimente onzi Aus Anlosi । Europas Ivissensck 1 2ie Finder der R sie die Jnstrumei ‘tivi mwta 'S' eingeführt hatte, auf die Disziplin gelenkt, die fortan sein engeres Arbeitsfeld werden sollte. Doch beschränkte er sich nicht aus die Augenheilkunde, er blieb in lebendiger Beziehung zur gesamten Medizin. Mit.den älteren Dozenten der Gießener SDod)= | schule, dem Chirurgen Wernher und dem inneren Kliniker eeiß, - deren Aichenken heute noch von ihren Schülern hochgehalten wird, blieb er bis an deren Lebensende befreundet. Jahrzehntelang hat er die Abteilung für Augenkranke im städtischen et. Rochus- spital geleitet, er gehörte zum Dorstand des Alrceverems fnr Krankenpflege, er war lange Zeit Vorsitzender der Rhemtschen Naturforschenden Gesellschaft. Viele Jahre war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, bis ihn das Alter aus'eine Wiederwahl verzichten ließ: im Lrtsgesundbeitsrat unterstützte er mit seinem Wissen die Bestrebungen der städtischen Verwaltung, namentlich auch derfenigen Krevßiqs auf hngienischem Gebiet, neben Sanitätsrat Dr. Müller war er ein eitriger Do^ampfer für die Durchführung der Schwemvikanalisation. Auch sein Eintreten für die Einführung der fakultativen Feuerbestattung fei erwähnt. Viel hat die narionalliberale Partei an ihm verloren. Dem schlichten, einfachen Wesen des Verstorbenen entsprechend, erfolgte die Ueberführnng seiner Leiche zur letzten Ruhe im Krematorium heute vormittag in aller Stille. Selbstverständlich haben es sich die städtischen und anderen Korporationen nicht nehmen lassen, seinen Sarg mit Kränzen zu schmücken. lM. ft.i . "?er Aussatz Pädagoge ui e*9 £ Denzen-Oespel 3UIe?uf'^e' J !er Zeitschrift anderin: ^^droduktiv j fc ivas es st miti ft “jSS bQbon KE ’Ä” »ir Ä auf «len fckit Ä gefätze verletzen oder dem Kranken entzündliche Stoffe zuführen. Die Aerzte, die einen festen Wohnsitz Haben, unterscheiden sich von den umherziehenden Heil künstle m nur dadurch, daß sie im Besitze eines .Hauses sind und an ihrer Tür die Dankschreiben glücklich geheilter Patienten anschlagen. Da kann man denn Lobeserhebungen lesen, wie diese: ,.Seine geschrate Hand netz einen neuen Frühling mir emporblühen"^ oder: „Jammerschade, daß ein so geschickter Mensch nickt Minister ist ! v.cbod) würde es um China noch viel schlechter stehen, wenn die Minister man mehr von Politik verständen, wie die Aerzte von Heilkunst. Sehr häufig kann man auf der Straße Hühneraugenoperationen vollziehen sehen. Hühneraugen sind die spezifisch chinespche Krankheit: durch die engen Schuhe, die ein jeber tragen mutz, werden diese Verunstaltungen der Haut hervorgerufen, aber dafür ist man auch in China äußerst geschickt, sie vorder zu entfernen. Auch der Friseur nimmt seine Verschönerungskünste^ unter freiem Himmel vor: der Chinese legt auf die würdevolle Gestaltung semes Zopfes, und wenn er einen Bart besitzt, auch auf dieien großen Wert, doch zumeist geht er glattrasiert, iveil dadurch am besten die gleickgiltiae Heiterkeit und die stnmvfe Zufriedenheit semeS Gesichts zum Ausdruck kommt. An die Läden und Verkaufsstande schließen sich die Heinen Marionettentheater, die Dioramen, die mit außerordentlich krassem Realismus merkwürdige Begeben- b'iten vorführen, und die Schaustellungen verschiedenster Art. I Der Chinese liebt besonders Akrobeten und Jongleure und gerat bei s ckwierigen Produktionen in eine wirkliche, bei ihm sonst seltene Begeisterung: dennoch müssen die Jongleure im Reden und Än- vreisen mindestens ebenso geschickt sein als im Allianzen und Kngelsvielen, um die stets festgeschlossenen Dorstn der Zuschauer zu öffnen. Zahlreich ist die Sckar der Wundertäter und Zauberer niier Art. denen man großes Vertrauen entgegenbringt. Da der Chinese sehr abergläubisch ist und an geheime Kräfte glaubt, so lässt er sich auf alle Arten die Zukunft Voraussagen. Wenn auch das Betrachten des Kaffeesatzes oder das Abzahlen der Knöpft gerade nickt angewandt wird, so sind doch die Vrozeduren, ,dae man anwendet, nicht viel sinnvoller und die Resultate, Nicht viel sicherer. Bettler vermögen, auch wenn )te die mrästbarsten Mißbildungen und Verunstaltungen auswenen, nur schleckte schäfte zu mackien, da Mitleid und Mildtätigkeit nicht zu den Eigenschaften des Chinesen zählen. Zu BegiNn dLs ^nihiahr^ herrscht unt'r den Manern Mukdens besonders lebhaftes iTreiben, und an schönen, sonnigen Nachmittagen versanimelli sich da dm niedlichen Bürger zu einem seltsamen -Lport. S’e langen Käfige heraus, in denen sich Vögel von einer unsrer Wachtel ähnlichen Art befinden, gruppieren sich zu zehn °der zwanzig und warten dann schweigend und würdig ffundenlang,bisdie Vo^e singen.. Dieser Wettkampf erregt allgemeine Aufregung und grotzes I Interesse. Aus Stadt und Aaud. Gießen, 29. August. — Der Sängerkranz rüstet sich zu einer Sängerfahrt nach Höchst a. M., zum Gegenbesuch des Höchster Männer-Gesangvereins, der vor zwei Jahren einige Tage hier verweilte. Bei dieser Gelegenheit soll auch gleich eine Feldbergtour ansgeführt werden. Günstiges Wetter und gute Beteiligung aller aktiven Mitglieder stellen den Sängern Buden aufgeschlagen. Liimpensammler, Wsttler, fliegende Händler laufen umher und rufen laut ihre Waren aus ckder bitten um eine Gabe. Daneben befinde: sich eine große Pfiitze schwan- lich-grünen Wassers, in der sich die Schweine wälzen und xtyc vergnügtes Quieken in das Schreien und Lärmen Mischen Um einen Straßenerzähler hat sick ein dichter Kreis von Zuschauern geb-ildet, die aus voller Kehle über ferne derben Witze lachen. Diese öffentlichen Erzähler verftigen über eine außerordentliche Darstellungskraft in Wort und Ekbärde, und sie vermögen die sonst so phlegmatischen Chinesen bis zu dem (Wabe hmzureißen, daß sie den für sie seltenen Griff in den Geldbeutel tun eo vermag ein tüchtiger Erzähler trotz der Sparsamkeit des ckme- sischen Volkes einen reckt hübschen Gewinn zu erlangen. Nicht weit von ihm hockt ein Händler vor seinem armlicken Verkaufsstande, von den allerverschiedensten Dingen umgeben. Da liegen alte Schuhe, zerbrochene Pfeifenköpfe, beichädigte Räder, zerrissenes Reitzeug uni) lauter gebrauchte und sckembar wertlose Dinge, für die men nicht einen Pfennig ausgeben möchte und die doch ihren Mann ernähren müssen. Unter freiem Himmel wird auch die Kamst des Aeskulap ausgeübt, wenngleich rrcihd) diese Kamst eine höchst primitive ist. Der eine .Heilkundige ist eine Spezialität für Punktieren. Jegliche Krankheit heilt er auf freie Eicke Methode. Er hat ein paar europäische Zeichnungen vor fernem Stande aufgestellt, die eine Muskelfigur und den Blutkreislauf dar stellen. Ein Kranker kommt peran und klagt über einen Schmerz in der Schulter. Der Arzt whrt blitzschnell mit der Hand über die kranke Stelle, versenkt dami drei lange Nabeln sehr sicher tief in daS Fleisch und zieht fie nach zwanzig Sekunden heraus: der Patient bezalstt efinge Sapeken und zieht befriedigt, wenn auch nicht geheilt, ab. Solch em in den Straßen praktizierender Arzt bat nicht die leiseste Ahnung von Anatomie und Medizin, er kann nur seine langen Nadeln in die verschiedensten Teile des Körpers stoßen, mag jemanb Schnupfen oder Schwindsucht haben. Gewiß fann man auch einige Heilungen verzeickpien, aber unendlicher schaden ward mit diesen schmutzigen Nadeln angerichtet, die häufig große Blut- tag in Tarmsiadt eine Konferenz. so Vertreter von ....... . - . 24 Vereinen ivaren erschienen, um gegen die int -anotag Der Körper war aus vielen roten Loldatendeckeu beschloffene Besteuern na der Konsumgenossen- geformt, deam der sapanische Löwe ist rot vor Kämpfeswut und f(baffen ru protestieren Mehrere Genossenschaftler Begier. Seine Mähne war au§ immergrünem Laub gemacht, VerWaltnngsgrundsahe; F' au Dr. a (Z^stalt des Untiers. Die gleiche Zähigkeit und Energie, bie bie Maniftulataonen der Gegner in Deutschland und Gngunw, c^at)aner ihren Kämpfen entfalten, batten sie auch zur Ans- Prof. Dr. S t a u d i n.g e r über die Besteuerung der Konsum- sch^ückung des Festplatzes gezeigt. Kleine Wälder von^Fickten vereine in .Hessen. (Sirte Protestresolution gegen bie bilden Kirsck^nbäumen waren direkt verpflanzt und Spafter- Besteuerung fand einstimmige Annahme. I gänge sowie Ruheplätze unter ihnen angelegt. Eine mäßige ** Eine neue Souri ft enfttrte vom Bo g eis- Anhöhe führte zu dem Festaltar, unter dem eme Reiterstatue des ä rn xm in L ÄSX Tasche zu tragen, und die hübsche, sehr übersichtliche Karte versehen waren Eine dieser Mleen führte nach dem kleinen enthält sämtliche Wegemarkierungen. Da ihr aber außer-1 Piau-chi-tun, in dem seit der Schlacht von Mukden Kurokis dem ein ausführliches Tonrenverzeichnis beigefügt ist, tzauptguartier gewesen war. Hier war eine mit Guirlanden welches eine sehr gute Ergänzung der Karte darstellt, so I geschmückte Brücke mit einem hohen von immergrünen^beoangenen I wird dieses neue Taschenheftchen dem Touristen zu feinen Bogen aus Decken und Matten ausgebaut und mit ^.uch bedectt. unb Sommerfrischen nicht fehlt. Die neue Karie, die mit fernen Söhnen Hemieder, auf anderen Zeichnungen prägte einem Jnseratenanhang versehen ist und für 50 Pfa. bezw. unl) tnp|-cre Witz des Japaners aus. L>o war da auf Leinwand aufgezogen für 1 Mk. zu beziehen ist, kann c{n {n einem einzigen Zug hingezeichnetts Porträt von Line- zur Anschaffung empfohlen werden. I witsch und darunterstand: „Ein Strich ist fiir ^iuewitsch genug c Hunaen, 28. Aug. Die 18jährige K. N. aus Rohr-1 Eine andere Zeichnung stellte die siegreiche japanische Libelle I Lach bient, seitdem sie einem Jahre aus der Erziehungs. anstatt in ArnSburg entlaffen worden ut, bei Metzgereibesitzer her Seite steht. Heinrich Grieb I. in Dors-Gill. DaS Mädchen hat schon ' ______________ längere Zeit Diebstähle in Geld ausgeführt, wofür sie Stratzenbilder aus der Hauptstadt der Mauschurei. Anschasst.ngcn in seinen Keidungsstücke» machte aber angab, @ n unb auf denen das nrofic Drama die Sachen von einer Schwester erhalten zu haben. Gestern rnssisch^apanischen Krieges sich abspielt, haben für uns heute begab sich die N., ohne vorher gefragt zu haben, auf die ^n besonderes Interesse, und sie werden, wenn erst der Frieden MusLenbeirner Kirchweih e, wo sie Geld mit vollen Händen erllärt sein wird, eine noch größere Anziehungsttaft auf Mobc-1 °U-O°b. ■ Abends znrnckg-k-hrt. entfernt- f.e sich nacht, h«m. tt’Ä lich wieder, um zur Kirchwerhe zu gehen. Hsute nachmittag l Fiintenkugel als Uhrbellogue ober einen Schrapnellspfitter bemerkte der ' Bruder des Herrn Grieb, daß das Mädchen Briefbeschwerer nfftbringen, sondeim sie werdeii auch interessante nach Lich fuhr, nachdem es sich zuvor in Muschenheim über Städtebilder zu sehen bekommen. Vor allem wird Muwen di-V^n/^-im'-^ geworden, entdeckte man denn auch m der Geschaftsrasse pittoresk und vielfarbig sich die Straßenszenen und Volks- etnen Fehlbetrag, der ungefähr 100 Mk. ausmacht, welcher gebrauche in Mulden darstellen, zeigen hübsch die Schilderungen, nur durch Entwendung des Schlüssels gestohlen worden sein die der bei der japanischen Armee in der M^Kurei befindlia)e tann. Herr Grieb machte sich iasart aus di- Verso,g.mg und 2 MaMon 'N Z Tour ta Monde f.cnl^ da derHbetreffende Zug erst nach 9 Uhr m Hungen Anschluß nach Stockheiin Hal, konnte die N. in einer hiesigen Wirt- > schäft bald verhaftet werden. Zur Vorsicht hatte sie fief)1 in ein separates Zimmer begeben, und unter dem Vorwande, sie sei müde von der Kirchwe,he und wolle ein bischen schlafen, die Lampe auslöschen lassen. Bei der Verhaftung wurden noch 17 Mk. bei der Diebin' vorgefunden, das andere Geld ist verjubelt. Auch eine Uhr, die sie aber wieder bei Lich verloren haben will, soll von dem Gelde gekauft worden sein. Das Mädchen ist geständig, Geld gestohlen zu haben, gab aber an, es seien nicht viel über 50 Mk. gewesen. Das vielversprechende Mädchen wurde in Untersuchungshaft gebracht. Cronberg, 28. Aug. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland begaben sich heute mittag aus Anlaß des heutigen Namenstages der Schwester des Kronprinzen, der Großfürstin Georg Michajlowitsch, nach Homburg v. d. H. Mainz, ’S Aug. Gel>eimer Medizinalrat Dr. Heß 'ist gestern in seinem Landhause in Gonsenheim verschieben. Zu seinem goldenen Doktorjubiläum im ^amtar 1904 hat ihm ein Fackgcnos'se folgende Zeilen gewidmet: Dr Heß >>atdn Entwickelung der deutschen wissenschaftlichen Medizin nut erlebt biS zu der Höhe, da sie die Führung übernabm. Nachdem erauf der Landeruniversität Gießen, wo nock kurz vorher sein Großvater a!<5 angesehener Kliniker und weithin gesuchttr Augenarzt Virkte, seine Studien vollendet hatte, wandte er sich nach -^wn, das unter dem inneren Kliniker Skoda und dem patM'logiscken Anatomen Rokitanski sich zur ersten Pflanzstätte medizinischer Wissenschaft aufgeschwungen hatte. In Berlin wurde Hetz durch A. v. Gräfe, den Schöpfer der modernen Augenheiluinde, der Helmholtz aemale Erfindung des Augenspiegels in die Praxis Teil der landwirtschastlichen Ärpeit-ver,mluuug Beweis angeführt werden können, sprechen sie ^hr dkutlick. L- Ä Ättan" «X Mn durchweg, ohne einem gleich aesteigerten Angebot gU begegnen. Ganz besonders scharf trat die Zunahme Der j1 nennt stellen in d-ii Provinzen Brandenburg, Pommern und Glesien zutage c\rt Brandenburg z B. vermehrte sich dic. Zahl utr vneuei rt1,a srn Mangel zu decken, ^ro ergab itch aus WU offene Stellen ein Angebot von nur 14,73 Arbeitskräften Ebenso un- ckinstta lagen die Verhältn-sse in der Provinz Pommern, wo sich ^um k 561 Stellen 105 Personen bewarben, oder um se 1OO ra 18 Arbeitsuchende. In Schlesien war die ~age Nicht viel besser Es war Arbeitsgelegenheit für t814 Seute vorhanden: baaeaar waren nur 338 Bewerbungen vorhanden Vor allem war Ohier wie auck in Pommern btc Lage des weMichen Arbeits- marktes fiir die Landwirte ungi'mstig Auf eine ^tellenzahl von 676 kamen 29 weibliche Arbeitsuchende. , . CriciTnartia war im Juli die Vermittlung im rhetnisch-wes^ fälischen Bezirk. Trotz der lebhaften Nachfrage der Jndifftrie nach ! 9O's>eitskrüften war in der Landwirtickaft des Rhetnlandes no ) ein Ueberangebot vorhanden, das hauptsächlich aus männlichen I snprrnHfn sick zusammensetzte. In Westfalen überwog wieder Ms I ■ 53. fcroi’l'brn sich um 1558 jtfltcn nur 1011 I-crmnrii. Vermitot»»- • Ein ametitan. Doppcl-EH-mnnn. Edward Bolaard, ein erst 22 Jahr- alt-r Gwc-ry.A-rk. wurde inngft „on Fri-d-nSricht-r Stanton 5u St. Louis w-g-n Biga,m- untccMO Dollars Bürgschaft q-st-llt unb d-n Gr°sg-schw°r-n-n üb-rwi-s-n. D-r junge Mann nahm bie Sach- sehr kühl unb erklärt-, dah sich bei Verhandlung des ProzesieS ichon alles befriedigend aufklären werde. Er erklärt, daß ei. ohne kriminelle 2lbsicht gehandelt habe, ob'vohl er zugibt, ferne !-weite Frau geheiratet zu haben, bevor er von der ersten geschieden war. Als 16 jähriger Bengel lernte Bolgard gelegentlich eines der Verschleierten Propheten-Umzuge m St. £oui§ Fcl. Ruby Whiet kennen, welche später H-rau Bolgard wurde. Die jungen Leute verliebten und verlobten sich, spater entstand aber ein Mißverständnis und der Liebe junger Traum ging in die Brüche. Mehrere Jahre später ging Bolgards empfindliches Herz, während er sich in Salem, Mo. befand, I in ben Besitz von Frl. Raxie Holbrook über. Diese heiratete er und im September 1903 zog das junge Paar nach St. Loms. Die Leutchen lebten glücklich miteinander, bis Edward seine erste Flamme wieder zu sehen bekam. Danii erwachte leine I aste Leidenschaft in doppelter Stärke, und da Ruby nicht I wllßte, daß er verheiratet sei, war es ihm ein Leichtes, sie Lu bereden, die Seine zu werden. Seit den letzten sech^ Monaten soll Bolgard ein Doppelleben geführt und abwechselnd mit Nr. 1 und Nr. 2 gelebt haben. Endlich gingen ihm bie Mittel aus und er fing an, seine Besuche bei seiner zweiten Frau einzustellen. Diese sah ihn eines Tages ein Haus un nächsten Block betreten, stellte Nachforschungen an und brachte Den wahren Sachverhalt an den Tag. So berichtet die „Westl. Post". t r. , ' Leichenschändung aus Aberglauben Em au- iebeneiTcgenbev Bauernaberglaube ist dem »”ul)apc|li Jlaplo & • I folge von der Gendarmerie unter den rumänischen dauern e>u - I Ungarns entdeck! ivorden. Vor einigen Tagen^war der ^)an i Thodja Vesza gestorben, unb da sein plötzlich« ^od unaufgctiaa Das Arbeitsangebot in der Landwirtschaft. In diesem Jahre hat die Leutenot /tz der Laiidwirtschaft einen erheblichen Umfang angenommen, obgleich die Beltzrebungen, ihr ohzuhelfen, sehr lebhaftwaren. Wenn man. bi tätigkeit der Arbeitsnachweise der Landwirtschafi ffirdas Reich näher ins Auge faßt, so ergibt ffch^daß auf 100 offene Stellen Arbeitsuchende kamen im Juli des ^.ayres weibliche zusammen - -- 74,82 ----7 — — , । Der Jahrestag der Schlacht am Jalu wurde am 1. SOlai, in die Zeit von 12.46 Uhr bis 3.40 Uhr fällt. Wer sich wie ein Korrespondent erzählt, in General Kurokis Lager in der g-r°b- in Subfr-mkr-ich ob-- bet w-stsich-n e^meij nufbäld kann die L-onnenfinsterms am besten beobachten, aber auch Umgebung, in der sie iftre Sviele und Lustbarkeiten wie wir anderen Europäer werden Gelegenheit haben, den Vor- bem „Reiche von Nippon" selbst begehen konnten. Das hügelige, von grünen Bäumen besetzte Land erleichterte die Ausgabe, eine Illusion der heimischen Feste zu erweichen. In spanischen Sagen und Malereien wird immer wieder als besonderes Beispiel ausdauernder Beharrlichkeit geschildert, wie die Karpfen einen Katarakt heraiifschwimmen, und sie werden dann zum Lohn, wenn sie hinanfgekommen sind, wunderschöne Drachen. Eine ganze Brigade batte nun, um der japanischen Ausdauer und Standhaftigkeit ein Denkmal zu setzen, einen Wafferfall und auch die dazu gehörigen Karpfen in der Art einer Bühueudeko- ration aufgebaut, lieber eine Meile hin grenzten sie das Bett eines Flusses durck Fichtenzweige ab, bitten aus den sichten- zweigen auck kunstvoll überhängende Felsen und Rfffe. ^er brausende Giesbach selbst wurde durch migeheure, in Wellen gelegte Massenwelle dargestellt, so daß von weitem wirklich dies dem Japaner so vertraute Bild naturgetreu nachgeimaffen war. Der groteske Humor, der sick in den Zeichnungen und Illustrationen, ja selbst in den Kleinarbeiten der Netzkes und L-chwert- zieraten so deutlich bemerkbar macht, äußerte sich darin, daß man sehr geschickt ein paar phantastische Untiere aufgebaut hatte. Da war auf dem einen Hügel ein fliegender Drache nut fünfzig Fuß langen Flügeln und schrecklich großen Augen, die aus alten Konservenbüchsen gemacht waren. Daneben sah man ben großen Löwen, das Symbol des Sieges und der Krast. Tie -öcker an seiner Nase waren allein fünfzehn Fuß weit und^ans Matten ' “t. Der Körper war aus vielen roten -Lvldatendccken Von russischer Seite ist eine Klar völlig gleichgiltig. gemeldeten und von tellung des in der „Associated Bretz . 68.80 4°/0 äussere Argontinor Die Börse ist fest, aber ziemlich geschäftelos. 3 © B, Rheinisches direkten Einfluß auf auf die ausdrückliche! l’roKrnmme frei. 4% Oesterr. Goldrente . 4'/6?o Oesterr. Silberrente . 68.60 . 68.30 . 89.70 . 135.20 54.65 . 96.90 4% 4-Vo 4% 8°/ 101.75 101.45 97.75 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol.-Anl. Ungar. Goldrente Italien. Rente . Portngieser I Portugiesen. III Unif. Türken . 101.00 . 89.85 . 101.15 . 89.80 . 100.40 3V2% 3V) 3 verfinsterte, glaubte man, daß ein böser Dämon durch List die .Herrschaft über den Urgnell des Guten gewonnen habe: das Volk suchte durch rasendes Getöse, durch Trommelwirbel und Kriegsgeheul das Untier, das die Sonne zu fressen drohte, zu verscheuchen oder durch Pfeile und Lanzen Zu toten. Die alten Germanen brachten Opfer und beteten, um w^en Gottern beizustehcn. Der Mergwnbe, daß eine Sonnen- oder Mondfinsternis den Menschen und Tieren schade, das Wachstum und Gedeihen in Gärten. Miefen und Feldern gefährde imb Krieg, Krankheit und allgemeines Sterben anzeige, hat sich bis in die neuere Zeit erhalten. Noch um Mitte des vorigen Jahrhunderts bedeckte mcm in Badern während einer Sonnenfinsternis alle Brunnen, damit das Wasser nickst durch die aus der Luft herabfallenden Tränen vergiftet werde. Die Peruaner betrachteten noch tm vorigen Jahrhundert die Verfinsterung der ^>onne als c,ie Krankheit derselben und sürckstetcn ihren Tod, wenn sie ganz verfinstert würde. Sic machten einen entsetzlichen Lärm, prügelten ihre Hunde, damit diese tüchtig heulten und Ine Sonne, der sie eine besondere Zuneigung zu diesen Tieren beilegten, Mitleid hätte und aus ihrer Betäubung erwachen möchte Zahlreiche geschichtliche Belege beweisen, wie nahe Beziehungen ehemals zwischen den Vorgängen atm Himmel und den Gemütern der Menschen ^Wenn mm auch das Volk heute an den astronomischen Ereignissen nicht mehr so lebhaften Anteil nimmt wie ehedem, so glauben mir doch, daß sich viele Leser für die morgen eintretende totale Sonuenstnstcrnis interessieren, ein seltenes Schnusrnel, das sich unter ähnlich günstigen Umständen erst Ende dieses Jahrhunderts iviederholcn ivird. Bei uns wird die Sonnenfinsternis nur als vartielle etwa in der Zeit voit 1 — 3 Uhr zu sehen sein, d. h. der Mondschatten wird die Sonne nicht total, sondern nur teilweise und zwar zil 7in bedecken. Die totale Finsternis wird in Vtorö- amerika, Spanien und an der Nordküste von Afrika zti beobachten sein und zahlreiche wissenschaftliche Expeditionen und Astronomen haben sich in die Totalitätszone begeben, um Beobachtungen uno Experimente anzustellen. ,, ., - , Aus Anlaß der Sonnenfinsternis finden an zahlreichen Urten Europas wissenschaftliche Ballonfahrten und.Drachenaufftiegestattz Die Finder der Registrierballons erhalten eine Belohnung, wofern sie die Instrumente und Heu Ballon sorgialttg bergen und an die angegebene Adresse eine tel'' Benachrichtigung senden. beiden Seiten bestrittenen angeblichen SchicdSgerichtSvor- schlage? Roosevelts erfolgt. Letzterer hat danach neuerlich Rosen in Osterbay nahe gelegt und 'vahrscheinlich durch den Botschafter dem Zaren vorgeschlagen, Rußland und Japan ollten je einen Vertreter ernennen, also etwa Witte und Komura mit unbeschränkter Vollmacht, um sich über die noch bestehenden Streitpiinkte zu einigen. . 96.90 . 189 00 . 135.90 . 211.30 . 193.80 . 147 60 . 165 00 . 170.90 . 144.60 . 20.70 266.00 . 255.80 . 221.80 . 10030 zu meinem Vater und sagte: „Schn., schlcrgrn Sie thi5' Kind nicht!" — Und mein Vater hat einen guten Braten dafür bekommen von dem .Herrn Detriebsführer. M. Schn. Es ist wirklich etwas Eigenes, Herziges, ja Schönes in diesen aufsatzartigen Skizzen. Das .Heft beschließt den ersten Jahrgang der wertvollen Zeitschrift „Kunst im Leben des Kindes" (Verlag Alexander Koch-Darmstadt. Jährlich 12 Hefte 12 Mk., Einzelpreis jeden Heftes mit ca. 50 großen Jllustra^ tionen 1.25 Mk. Gleichzeitig erschien der Jahrgang von „Kind und Kunst" in Bandausgabe mit über 600 Jllustra^ tionen, Aufsätzen, Berichten, Erzählungen, Märchen, Gedichten» Liedern, Reigen und Spielen usw., elegant gebunden 14 Mk, Prospekte gratis). Die „Musik im Leben des Kindes" behandelt im gleichen Hefte Elsbeth Friedrichs-Jena unter recht beherzigenswerten Hinweisen auf die allgemeine Musikpstege, Schulgesang, Musikliebe im Volke und die Bevorzugung einfacher Instrumente. Kleinere Aufsätze, Bücherbesprechungen, Gedichte füllen den Hauptteil des Heftes, der an Abbildungen Wandfriese für Kinderzimmer, ungarische Kreuzstichmuster für Kinder, vielerlei Spielzeug und Märchenbücher enthält. Der den Kindern speziell vorbehaltene Teil „Kinderwelt" bringt eine mit 16 Bildern geschmückte kurze Beschreibung von Gullivers beiden ersten Reisen und ein phantasievolles Märchen „Ecke Reckepenn" von Dr. I. Loewenberg-Hamburg, das ein Stückchen von der „Waterkant" verklärt. Amateur- Photographien aus dem Kinderleben und kleinere Gedichte, darunter das poetische „DaS Märchenreich" von Hugo Lang Danoli-München, bilden den Schluß. Vortrefflich sind wieder die Beilagen, und zwar die farbige Doppelbeilago „Alte Kinderreime" von Josef Mauder mit acht launigen Bildern, unter denen der beigedruckte Reim. Die andore, eine Musikbeilage, bringt das mit dem 3. Preise ausgezeichnete Reigenspiel „Kranzwinden" von Anna Walter- Mannheim. Das ganze Heft ist ein würdiger Abschluß des ersten Jahrganges, so daß man mit besonderem Interesse dem ersten Hefte (Oktober) des zweiten Jahrganges entgegensehen kann. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Erz-Kuxe. F e r n i e. Angebot 4150, Nachfrage 4100. Ausbeuten und Zubußen 1903: 225; 1904: 300. x» L—^ Urgroßmutter, Großmutter und [Butter verwenden Werner Breuer’8 Caffe-Surrogat. Die wachsende Generation bleibe dem Urthell der Vorfahren treu l , Weigerung Rußlands auSzuüben, da? eine Entschädigungsumme in keinerlei Form bezahlen will. Witte spricht unumwunden seine skeptische Ansicht aus. Was den Er» olg eines neuen Vorschlages anbctrifft, den Japan machen könnte, so glaubt man nicht, daß Japan seine Forderung betreffend die Rückerstattung der Kriegskosten gänzlich fallen lassen werde, oder dieselben herabsetzen oder in eine andere Form kleiden werde. Portsmouth, 29. Aug. Takahira sagte, daß ihm von der Meldung der „Associated Preß' nicht? begannt fei, welche behauptet, Japan hätte schon vor mehreren Tagen auf alle Kriegskosten verzichtet und vorgeschlaqcn, daß der Preis für den wirklichen Wert der Hälfte Sachalins durch ein Schiedsgericht festgestellt werden sollte. Witte bezeichnete diese Meldung für die Auswärmung einer alten Geschichte. Japan habe als Kriegsentschädigung den Wert der Hälfte Sachalin? verlangt, er habe diesen Vorschlag aber sofort zurückgewiesen. Ob Japan oder irgend ein anderer Staat den Preis bestimmen sollten, erscheine ihm danach Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch den 30. August 1905: Kühl, wolkig, zeitweise Regensälle. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. "LD sHSS K-it feines . gramen, die imb qerai Z n unb An. Allianzen unb ,n der Zuschauer Aund Sauberer 'bnnat. Da her maite cjaubt, so M Acnn auch 4" dn Kuövfe • fehlten, die 'Wltoti nicht c dle furchtbarsten nur schlechte Ge- ■c*t nicht vj ben m bf? Frühjahrs lebhaftes Treiben, nmeln sich ba bic :tc bringen Käsige nr Wachtel ähn- oder 'wanzig uub mg, bis die Vögel regmg und großes Literarisches. — Peips Taschen-NtlaS über alte Teile der Erde in 36 Haupt- und 70 Nebenkarten. Mit geographisch-statistischen Notizen von Otto Weber. Gebunden 2 Mark 50 Pfennig. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Ansialt.1 — Gar bäusig empfindet man beim Lesen der Zeitung den Wunsch, sich rasch über die Lage einer ermähnten Oertlichkeit zu unterrichten, auf der Karte nachzusehcn, wie diese oder jene Grenze lauft und bergt mehr. Tann wieder wird in der Unterhaltung über irgendeine geographische oder siatistische Frage gestritten, — kurzum, 'n unzähligen Fällen empfindet der im Zeitalter des Verkehrs lebende Mensch daS -öe- dürfnis, sich rasch zuverlässig in solcher Richtung orientieren zu können. Bequemer läßt sich das nun wohl kaum ermöglichen, als durch diesen Taschen-Atlas, der im Raume eines handlichen Notizbuches, das nmn ve- quem stets bei sich tragen kann, ein alle Teile der Erde umfassendes Karten- material nebst den Plänen der wichtigsten Städte usw. 6ietet nnb atmerbem noch eine erstaunliche Menge von geographisch-statistischen unb geschich ich Notizen. Die Kunst, auf kleinem Raume möglichst biet zu bieten, rann kaum noch weiter getrieben werben. Dabei sind bie Kärtchen von grötz Sauberkeit unb Klarheit, burch die mustergültige Benutzung der r^arvcn wirtschaft. ber Laubwirtschaft bie Bestrebungen, bic Vermittlung t sur bas deutsche aß auf 100 offene ihres zusammen 74,82 54,79 47,34 einen sebr geringen ung umfassen, als sie Ar deutlich. ischen Angebot unb Allerdings war im der oficnen Stellen nb uub dem übrigen >em Vorjahre etwas darf au Arbeite gebot zu begegn» er onetitn etefc. । Sdikiien gutlWt- M^des lauimbcu rabt, 1905 dagegen rhalb, bie zur Be- ichte nicht annahrenb sich auf 100 onene Men. Ebenso un- c>viu; Pommern, wo rarben, M um I war bie Lage nickt 114 Leute vorhanden, sanden. Vor Kem §we>l.liMArbe^ eine Ztellenzahl von ig int rheinisch-^ „ der?nbuM nach es Rheiniandes noch tief) aus mansche" ic-i überwog M °er 'iiii versnoben. sJ KbeiterangM % 5n W 1011 Persons__ Telephonischer Kursbericht. Frnnktnrt a, JI., 29. August 1905. Schü'er-Aufsähe. „Der Aufsatz ist daS Bild der Schule", so sagte einmal ein Pädaaoge. und wir sehen uns genötigt, thm Recht fieven zu müssen, wenn wir die prächtigen Worte von Ernst Lorenzen-Oespel i. W. lesen, mit denen er feine Arbeit „Schüler-Auflöße" im Septemberheft der großen Darmstadter Zeitschrift „Kind und Kunst" emleitet. Er sagt Da unter anbernt: . , _ . . „Produktiv schaffen soll auch das Kmd, das wteder- gebeu, wa? es selbständig ausgenommen hat. lind das ist ine Heimat mit ihren Menschen- und Naturbtldern. Jewt Schuster, Schmied und Schneider laufen die Jungen aus Ein Regenschauer hat schon seden „durchnäßt bis die Haut". Einen Windvogel haben schon alle ftetgen lassen, am Teiche schon alte gefischt. Ziegen und Kaninchen Muß jeder füttern. , c A c Und davon erzählen sie mir. Und das Thema, das stellen sie selbst. Es schneit - auf dem Eis - Lohn — beim Kaufmann. Wie die Finger fliegen! Und nachher erst die Federn! Und ich stehe dabei und sage kern Wort dazu, brn eigentlich dabci ganz überftüssig, kann ich doch nremandem ^Unö dann erhalte ich 60 Schülerarbeiten, und 60 Jungen lachen mir daraus entgegen, und jeber macyr ein anderes Gesicht. Und die Korrektur, die wird zum künstlerischen.Gemtß. Und leise, leise wage ich nur zu ändern; denn hrer sprechen Kinder und die reden anders als ich. Und wollte ich denen meine Worte aufpfropfen — sie würden in ihrem AMnoe zur Buchweisheit und altkluge Schwätzer wurden zu nur reden. (Die Arbeiten sind in der Schule von 10—Hiahrtgen Kindern, die ich von Weihnachten her unterrichte, gelreserr. Rur orthographische Verstöße habe ich besertrgt.) Und nun haben die Jungen das Wort. Und nun läßt Lorenzen neunzehn beliebig gewählte Aufsätze seiner unverfälschten Dorfschuljungen folgen, die einer weiteren Kommentierung nicht mehr bedürfen. E-> sind frisch von der Leber geschriebene Eindrücke und Erinnerungsbilder, die uns trotz der oft stammelnden Sprache Kriginal-Drattlmeldunqen. Swinemünde, 29. August. Der Toast des Admiral? Wilson in englischer Sprache (!) lautet: „Ich wünsche, daß ich deutsch spräche, damit möglichst viele hören, was ich zu sagen habe. Wir fühlen alle, anscheinend in dankba rlichster Weise, wie außerordentlich reundlich der uns gewährte Empfang ist. Es war schon lange mein Wunsch, die Kanalflotte in die Ostsee zu bringen, denn ich bin der Meinung, je mehr wir von unseren Nachbaren sehen, desto bester ist e? für das Verständnis zwischen beiden Nationen. Ich danke Ihnen herzlichst für den uns gewährten Empfang, ganz besonders aber Sr. Maje- tät für die Güte, daß er seine Flotte gesandt hat, uns zu bewillkommen. Der Verkehr zwischen den Angehörigen der beiden Marine ist wie kein anderes Mittel geeignet, die Beziehungen zwischen unseren großen Nationen zu fördern. Ich fordere meine englischen Landsleute auf, ein donnerndes Hurrah auf Swinemünde und die deutsche Flotte auszubringen." M.-Gladbach, 29. Aug. Zwölf Arbeiter, welche mit einem roten Plakat lärmend durch die Stadt zogen, entrissen einem Schutzmann den Säbel. Mit herbeieilenden zehn weiteren Schutzleuten entwickelte sich ein heftiger Kampf, wobei die Arbeiter mit Hacken, Beilen und Schaufeln einhieben. Vier wurden verhaftet, die übrigen entkamen. Straßburg i. Els., 29. Aug. Bei Sprengungen, die auf der Feste „Kaiser Wilhelm" bei Mutzig stattfanden, wurde ein Soldat des 105. Regiments getötet. Budapest, 29. Aug. Die Ortschaft Sipco steht in Flammen. Ueber 100 Häuser sind bereits niedergebrannt. Viele Familien sind obdachlos. Bozen, 29. Aug. Bei Belluno zerstörte ein Bergsturz die Eisenbahn. Der Verkehr ist unterbrochen. Sosnowice, 29. Aug. In Czenstrikau wurde der Polizeimeister gestern durch eine Dynamitbombe getötet. Einige Personen wurden schwer verletzt. Die Täter sind nicht ermittelt. Newyork, 29. Aug. Die Präsidentenwahl in Costarica hatte blutige Kämpfe im Gefolge. 20 Tote und 60 Verwundete blieben auf dem Platze. — Aus San Jos6 wird gemeldet, daß der klerikale Kandidat Valvardo den Sieg für sich beanspruchte, was die regierenden Liberalen bestreiten. Der Ausbruch eines Bürgerkrieges erscheint Könlnllch Preussische Staats-Medaille schwarze weisse farbige in unvergleichlich reicher Auswahl. Immer die neuesten und Ichönsten. — Solide und sehr billig. 4 Ausstellungs-Medaillen, 6 Hoslieferanten-Diplome. Deutschlands grösstes Spezial- Seidengeschäft Meeh. Seidenstoff-Weberei Michels Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasae. Proben portofrei tiefe Einblicke in die Einfalt des Kinderherzens tun lassen. Wir können es uns nicht versagen, hier einige der Schüler- Aufsätze wiederzugeben. Unsere Ziege. Mir hatten eine Ziege. Die hieß Snewittchen. Sie war sonst immer lustig. Aber nach wenigen Tagen war ihre Lust zu Ende. Si? wurde krank. Meine Mutter gab ihr Wermut. Mer alles hals nichts. Bon Montag bis Donnerstag lag sie in Krämpfen. Sie schlug immer mit den Füßen und mit dem Kopfe. Sie streckte sich hin, als wenn sie tot war. Sie war aber nicht tot. Als ich am Donnerstag von meinem Vater von der Zeche kam, lag sie schon, als ob sie sterben wollte. — Es hatte sich schon etwas gebessert. Aber out Nachmittage um 3 Uhr, da starb sie. Ich legte legte sie auf eine Schiebkarre und brachte sie in den Garten. Ich machte ein großes Loch. Dann legte ich Sneewittchen in das Loch und die kleinen Lämmer bei ihr. Dann machte ich das Loch wieder zu und ging nach Hause. Am Freitag ging meine Mutter ins Dorf. Dann brachte sie zwei Ztegen wieder mit. Eine große und eine kleine. Die kleine tst drei Wochen alt. M. L. Das Eselreiten. _ — — — Wir gingen durch den Wald nach der Dorbek. Dort kehrten wir wieder ein tmd ruhten uns aus. Da schellte es: denn es war ein Fest. Da wurde bekannt gemacht, daß es zuM Eselreiten ging. Nach einigen Minuten kamen sie. Und nun ging's los. Da haben wir uns sehr gefteut. Denn es gab viel zu lachen. Die Esel mußten über einen kleinen Bach. Wenn sie davor standen, wollten sie nicht hinüber. Sie steckten den Kopf zwischen die Vorderbeine und warfen den Reiter in den Bach. An jener Sette vom Bach wurde ein Strick mit kleinen Würsten dran aufgehängt. Nun mußten die Hunde über den Bach sprmgen. Wer hinüber kam. bekam eine Wurst. Diese konnten besser springen als die Esel. Th. Sch. Auf der Zeche. Als ich vier Jahre alt war, mußte ich meinem Vater das Essen nach der Zeche bringen. Als ich auf den Zechenplatz kam, fiel mir der Essentopf aus der Hmtd und das Essen fiel mir tu den Dreck. Da kam ein Herr zu mir, als ich am Weinen war und fragte mich, wie tch hteße. Da sagte ich dem Herrn: „M. Schn." Derselbe Herr gmg N fpäW «'1 btf«« ' über. 'cf ßoui§- ,P°°'!* «r, 6,5 tl„# 1* ip "" ~kw >cil Zeit i: rf®tl"wn ihn.!"« * 19' kin°u" „ lot rr. e • ■ -■-» • fUr Maschinen- u. Elektro- Technikum Bingen m" lehren wurde feine 'Ausgrabung angeordnet. Die Gendarmerie land ' u)N im Sarge angenagelt. Hände, Füße und Hals waren durch lange Nägel an den Sargbrettern befestigt; ein Nagel war durch das Her,; getrieben. Die Nachforschungen ergaben, daß eine ölte Frau, Olga Iotan, die „Operation" ausgeführt bat. Sie gestand beim Verböre, daß sie im ?luftrag der Dorfbewobner schon häufig Leichen Verstorbener an den Särgen festgenagelt habe. Das sei notwendig", sagte sie, „weil die Verstorbenen, die einer unbekannten Krankheit erlegen seien, stets in ihr Haus mrückkehren und ihre Verwandten mit der gleichen Krankheit anstecken; das Festnageln sei eine alte Sitte in den rumänischen Bauerndörfern." Die alte Frau wurde verhaftet. Vesza war einem Herzschlage '.Kleine Ta g es chron ik. In Hamburg hat die seit einem Jahre an 'Vcrfolanngsmahnsinn leidende Frau P ost- sekret är Moll in der letzten Nacht ilxr vierjähriges Töchterchen und sich aus e in em Fenster des dritten Stockes gestürmt. Das Kind ist tot, bic Fran lebensgefährlich ver- letzt. — Bei Witten wurde von einem Automobil ein zehnjähriger .Knabe überfahren. Dem Kinde wurde ein Bein und ein Arm abgefahren. Der Fahrer brachte den Verunglückten ins Krankenhaus, wo er bald starb. — InKronach lFranken- tvald) wurde ein gefährlicher Hochstapler in der Person des Dr. Albert Velten festgenommen. Er stand in Verbindung mit hoch- angesehenen Damen, spricht fünf Sprachen und soll identisch sein mit dem Dragomansekrctär Dr. Velten-Jerusalem. Er wird russischerseits wegen Ilntcrschlagnna und von der Berliner Poli-ei wegen ähnlicher Verbrechen verfolgt. Dr. V. hat hohe Verwandte in der preußischen Fustin und bei der Marine. 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