lautet: S-ukyratzs f. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gtetzerr. FernsprechanfchtuHNr.vl. eiertet* .80; durch Gin MomöenattentaL in ZZreslau. In Breslau ift während des Streikes von Malergehilfen ein unglaublich gemeines Verbrechen, offenbar von Streikenden veranlaßt, verübt worden. Wir erhalten darüber von einem Freunde unseres Blattes folgende Original - meldung: In Breslau wurde am 86. d. Mts. abends eine Bombe geschleudert und zwar in den Eingang eines größeren vornehmen Wohngebäudes der Lohenzollernstraße, in welchem meist gutsituirte Leute wohnen. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt; dagegen sind in dem Hause nebenan sämtliche Fensterscheiben, auch vieles Mobiliar, sowie der H a u S e i n g a n g total zertrümmert worden. Man vermutet einen Racheakt gegen den Besitzer deS HauseS. Der Täter ist noch nicht bekannt. Der Hausbesitzer Rnmsch ist Malermeister und Führ, sprechen haben wird, sich dieser Ansicht anschsteßen - Wenn aber der Graf Welsbnrq zum Schlüsse doch mit einer Klage durchdringen und demnach das Hansgesetz vom 1. September 1872 einst noch nachträglich dem oldenburgi chen Landtage vorgelegt werden sollte, so möchten w,r dessen Beachtung außer den rigorosen Bestimmungen Über bie Ebenblirt gkech auch noch besonders den Artikel 4 empfehlen, der wörtlich Marokko. Fürst Bülow hat in der Marokkofrage einen Trumps dadurch ausgespielt, daß er Frankreich gegenüber die Rücksichtnahme auf die anderen Mächte Zeltend machte bei Ablehnung bet von französ. Seite gewünschten Verständigung vor der Marokko- Konferenz. Wir waren in der Lage, bereits in der vorigen Woche auf dies wichtige Moment hinzuweisen. Eine inspirierte Auslassung im hochoffiziösen (!) „Lokalanz." besagt, daß der Standpunkt des Fürsten Bülow insbesondere bei den anderen Mächten Anklang finden dürste. ,,Denn eine Konferenz, auf der nicht beraten, sondern lediglich'bereit» gefaßte Beschlüsse formell sank-, tioniert werden sollten, würde zu "einer bloßen Farce herabgedrückt werden." Es heißt, daß in Berlin die Hoffnung gehegt wird, daß Rouvier in Würdigung dieser in der deutschen Note bar* gelegten Gründe den Gedanken einer Vorbesprechung des Marokko- Prvgramms fallen laßt und die ordnungsgemäße Marokkokonferenz annimmt. „ „ . In dem am Dienstag abgehaltenen franzosiichen Mi«, nist errate teilte Rouvier mit, er werde in wenigen Stunde« eine Besprechung mit dem deutschen Botschafter haben, der ihm! die Antwort Deutschlands auf die französische Note zustellen werde. , . „ . „ w Da der Inhalt dieser Note in Parrs bereits bekannt tu, ermächtigte derMinisterrat den Ministerpräsidenten, dis vom Sultan von Marokko ausgegangene E i n l a d u n g der Teilnahme an der internationalen! Konferenz anzu- nehmen!! Die französische Regierung wird, so lautet eine private Meldung, auf dieser Grundlage fortfahren, sich 'mit Deutschland über die Aufgabe dieser Konferenz zu verständigen. Der allgemeine Ton der Note ist in freunds ch aftlich em Geiste, in dem Geiste der Verständigung und der Loyalität gehalten, der es Frankreich leicht zu machen scheine, Zugeständnisse in der Form, auf die Deutschland Wert zu legeft scheine, zu machen, und bet es Frankreich unmöglich mache, seine Zustimmung zu der Konferenz zu verweigern, da Frankreichs Ausgabe, an der algerischen Grenze für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, anerkannt und erleichtert werden solle. , . Ein ehemaliger Ministerkollege Rouviers erzählte nn Senat den Inhalt der deutschen Antwortnote. Danach zeige sich Fürst Bülow in freundlicher Weise bestrebt, Punkt für Punkt die Bedenken zu zerstreuen, lvelche in Rouviers Note gegen di6 Konferenz enthalten sind. Die Note gipfele nt der höflichen Anfrage, ob nach dieser Darlegung Frankreichder Lage sent würde, die Konferenz -n beschicken. Dem Rouvierschen Vorgehen entsprechend lutrb auch die deutsche Note den Mächten mttgeteilt werden. Die g ü n st i g e W e n d 11 n g wurde wesentlich erleichtert durch die vorheraegangene Erklärung, wonach das fianko-Mg- liicbc und franko-spanijche Abkommen keineswegs gegen dte Aas Schreckensregiment in Außkand. Ans Lodz wird heute folgendes gemeldet: Ms ein Personenzug der Lodzer Bahn der letzten Station vor Lodz, Widzew, sich näherte, befahl der betrunkene Offizier einer Kosakenpatrouille, in den Zug zu schießen. Unter den Zuginsassen entstand eine schreckliche Panik. Die Insassen des Zuges warfen sich auf den Boden der Wagen. Nur eine Frau wurde schwer verletzt, während die übrigen Personen mit dem Schrecken davon kamen. Der Schaden, den die Staatsmonopolladen während der Kämpfe erlitten haben, wird auf 80 000 Rubel geschätzt. Die Lodzer Stadtfeuerwehr lehnte es ab, die Leichen ohne Begräbnis aus der S-tadt abzuholen. Gerüchtweise verlautet, daß in der Vorstadt Widzew das Ha uptm on opo lgeb äu de total zertrümmert worden sei, wobei vom M i li t är £'j0 Zivilperson en getötet wurden. Augenblicklich ist es unmöglich, dieses Gerücht auf seine Richtigkeit zu kontrollieren, da sämtliche nach dem Gebäude führenden Wege polizeilich gesperrt sind. Die „Daily News" veröffentlicht eine Unterredung mit einem Fabrikanten aus Lodz, welcher einige neue Einzelheiten über die dortigen Unruhen mitgeteiÜ hat. Der Fabrikant erzählt: „Der Aufruhr ist vielfach auf die Wühlarbeit von Agents provocateurs zurückzuführen. Diese übernehmen die Leitung der Unruhen, führen ihre Opfer in enge Straßen, wo sie sich nicht wehren können, und dann erscheinen die Kosaken und bauen sie in Stücke. Zwei Kosa ken sah man einemjüdischenMädchenbeide Arme glatt von den Schultern abhacken und die Leiche wegwerfen. Mele Wagen sah man mit gliedlosen Leichen in den Straßen unterwegs nach den Friedhöfen." Die Juden verlassen Lodz massenhaft. Hunderte von Läden sind geschlossen, viele verwüstet. Der Verkehr steht still. Auch alle Theater und Konzertsäle sind geschlossen. In Zgierz bei Lodz erschoß ein Unbekannter einen Oberschutzmann und entkam. lieber Lemberg wird aus Lodz gemeldet, es habe den Anschein, daß dort die Herstellung der Ruhe und Ordnung trotz der Verstärkung der Garnison und der Proklamierung des Kriegsrechtes nicht so bald erfolgen werde. Unter den Arbeitern herrscht große Erregung und in zahlreichen revolutionären Flugschriften werden sie aufgefordert, im Kampf auszuharren. Vom Militär werden fortgesetzt die in den Straßen angehäusten Bretter und Balken fortgeräumt, um die Errichtung von Barrikaden zu verhindern. Ueberall wurde der Branntwein aus den Fässern, zum Auslaufen gebracht. Wettere Unruhen. Infolge der Lodzer Metzeleien sind auch die Arbeiter in Petersburg unruhig» Unter den in Krasnoje Sselo lagernden Truppen soll ebenfalls Unruhe herrschen. Vor drei Tagen wurden Stöße von Proklamationen ins Lager gebracht, die gegen die Regierung aufreizen. Quer über die Blätter sind mit großer roter Schrift die Worte gedruckt: „Die Offiziere haben feierlich erklärt, nicht meh r auf die Freiheitskämpfer schießen zu wollen." Diese Erklärung gaben die Offiziere der Petersburger „Freien ökonomischen Gesellschaft", welche an die Militär- obrigkeit appelliert hatte. Die Gesellschaft forderte jetzt die Offiziere des Moskauer Militärbezirks auf, dem Beispiel ihrer Petersburger Kameraden zu folgen. Der Vorsitzende der Gesellschaft ist Graf Heyden, Mitglied der Deputation, die neulich vom Zaren in Konstitutionsangelegenheiten empfangen wurde. , In Kowno wurden fünf Offrzrere verhaftet. Weiteren Nachrichten aus Kowno zufolge sind die Bauernunruhen im Wachsen. Die Bauern bemächtigen sich der Weide- und Ackerflächen mit Gewalt und vertreiben die Bevollmächtigten der Großgrundbesitzer. Der Ausschuß der sozialistischen Partei hat, wie verlautet, eine telegraphische Verbindung mit den Nevolutions- komitees in allen größeren Städten Polens hergestellt. Es soll eine Geheimsprache verabredet worden sein, sodaß die gegenseitigen Benachrichtigungen der Terroristengruppe sich in nichts von den gewöhnlichen Geschäfts- und anderen Telegrammen unterscheiden und unmöglich von der Polizei erkannt werden können. In Warschau wurde am Montag abend von streikenden Arbeitern gegen eine Kompagnie Soldaten eine Bombe geschleudert. 51- Soldaten erlittet schwere Verwundungen, drei wurden getötet. Die Täter entkamen. Jü der Vorstadt Nalewski verhafteten' Detektivbeamte einen Mann in dem Moment, als er eine Bombe auf eine durchreitende Kosakenpatrouille wersert wollte. IN Warschau feuerte gestern gegen 5 Uhr in der Nähe des alten evangel. Friedhofes ein Unbekannter dreimal auf eine Kosakenpatrouille. Diese antwortete und tötete vier Weiber, fünf Männer und drei Kinder. Während des allgemeinen Schießens der Soldateska beraubten! die Kosaken die Gemahlin eines Fabrikanten' und riffett ihr die Diamantohrringe aus und stahlen dem Kassierer einer Fabrik 243 Rubel. Auf Anregung des Ministers' des JUnern wurde der Zustand verstärkten Schutzes verhängt über die Gouverne- rwents Lublin, Suwalk, Plotzk, Lomsa, Kiele i, sämtlich int Königreich Polen, sowie über die Stadt Eriwan in Kaukasien, dem Schauplatz der letzten Massakre gegen die Armenier. In B o b r u i s k im Gouvernement Minsk versammelten sich mit Erlaubnis des Polizeichefs gegen tausend jüdische Bewohner des Ortes auf dem dortigen Kirchhofe, um eine Gedächtnisfeier für die Opfer der antisemitischen Exzesse; in Schitomirund den christlichen Studenten Blino, der als Verteidiger der angegriffenen Juden' gefallen war, zu begehen. Obgleich die Versammlung von der Polizei gestattet war, kam auf dem Rückwege eine vom Gehilfen des Polizei-Pristaws geführte Abteilung Kosaken entgegen. Aus das Kommando des Polizeihauptmanns hieben die Kosaken mit ihren Knuten nach rechts und links in die Menge und verwundeteneine große Zahl. Iw Odessaer Vorort Peresyp versammelten sich am 26. Juni 2000 Arbeiter, um über das Eintreten tu den Ausstand zu beraten. Als Militär anrückte, wurde es aus der Menge mit Steinen beworfen. Die Truppen feuerten sofort; sie erschossen zwei und verwundeten eine Person. Jetzt herrscht in Odessa allgemeiner Aus stand. Ar« beiter ziehen in großen Haufen durch die Straßen. An vielen Stellen spannen sie, die Pferde von den Pferdebahnwagen aus und' verhindern den Verkehr. Alle Läden sind geschlossen. > Auf dem Polizeirevier Rostow a. D. wrrrde ein Ar« beiter deutscher Staatsange Hörigkeit elenh zuge richt et. Der Konsul versprach, energische Borstell^ ungen in Petersburg zu erheben. Im Seminar in Tiflis hielten ca. 400 Geistliche eine geheime Versammlung ab. Die Behörde kam dahinter. Plötzlich erschienen Kosaken im Saal und gingen mit ihren Knuten gegen die Anwesenden vor. Vier Priester wurden getötet, 24 gefangen genommen. Die Gefangenen wurden von den Kosaken derart mißhandelt, daß auch von ihnen noch acht verstarben. * Das öfter. Abgeordnetenhaus nahm einen Dringlich- keitsantrag an, wonach die Negierung aufzufordern sei, russischen politischen Flüchtlingen inOesterreichj das Asylrecht zu gewähren. ^Dieser Paranruph, durch deu ein »uSländisch-r Souverän als Ehef einer regierenden deutschen Dynastie proklamiert wird, will uns mit gesundem deutschen Empfinden unvereinbar erscheinen. Erstes Mn«. »38. Jahrgang Mittwoch «8. Juni »»«8 GiehenerAmeiger^ w General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Metzen terefTen ter übrigen Signatarmächte W Madrider Vertrages gerichtet sind. -s chein lick) er. _ p, „Echo de Paris" berichtet, aus London: Man ift hwr sehr erstaunt, daß die deutsche Presse fortfährt, England zu beschuldigen, ein Friedensstörer zu sein. Man versteht nicht, daß deutsche Zeitungen, von denen einige als inspiriert .gelten, fortfahren, augenscheinlich Falsches zu bekräftigen. Es scheint, daß auch in England verschiedene geheimnisvolle deutsche Emissäre eingetroffen sind, welche behaupten, daß Frankreich eine unausstehliche Haltung Deutschland gegenüber eingenommen hat, durch welche der europäische Friede bedroht werde. Dasselbe Blatt berichtet aus Petersburg, tee dortige Presse brücke ziemlich allgeureiii ihre Unzufriedenheit aus über die Haltung des deutschen Kaisers in der marokkanischen Frage und mißbillige entschieden die Haltung Deutschlands, ,-oer uns in Deutschland 'weiß man von einer solchen anttdeutzchen Haltung in Rußland nichts. litt: __________ freier einer Großmacht betreffend die kriegerische Eventualität folgendes: Unter sehr bedeutenden Opfern, welche Deutschland in patriotischer Weise trägt, unterhalten wir eine mächtige Armee, welche int Ernst in Mion zu treten weiß. Deutschland wird niemals die Initiative eines Angriffes ergreifen, ohne hierdurch durch höhere 'Gewalt gezwungen zu sein. Dies ist jedoch angesichts der Tatsache, daß Deutschland von Ländern umgeben ist, die einen hohen Grad der Zivilisation erreicht haben, immer unwahr- Der Korrespondent des „Petit Parisien" berichtet aus Ber- : Der Kaiser sagte in einem Gespräch mit einem Ver- Daß auf die Möglichkeit eines europäischen Krieges auch von neutralen Staaten Bedacht genommen wird, zeigt das Beispiel Belgiens. Eine auf Initiative^ König Leopolds von der Regierung ausgearbeitete Vorlage über N e u - befestigung Antwerpens ist aus der,Erwägung hervorgegangen, daß ein kriegerischer Konflikt zwischen Großmächten die Selbständigkeit Belgiens gefährden müßte, sofern es nicht auf das schleunigste seine Landesverteidigung vervollkommnet. Deshalb soll die einige hundert Millionen fordernde Vorlage vom Parlament schnellstens verabschiedet werden, damit mit dem Bau der Festungswerke noch in diesem Jahre begonnen werden kann. Sie sollen die veralteten Befestigungen an Umfang um das >Dreifache übertreffen. Entscheidend für das Parlament dürsten die in der Kommission zu erwartenden vertraulichen Mitteil- nngen der Regierungsvertteter über die veränderte politische Lage in Europa sein, und der Hinweis auf einen Konflikt zwischen Deutschland und einer westlichen Großmacht wird wohl seine besondere Rolle spielen. Sehr bemerkenswert ist, daß der französflche Mnnsterprasi- dent R o u v i e r in einer freundlichen Unterredung mit dem belgischen Gesandten in Paris diesem angesichts der politischen Lage darauf aufmerksam gemacht habe, daß Belgien wohl daran tüte, seine Befestigungswerke in Verteidigungszustand zu setzen. Rorrvier habe dabei den belgischen Gesandten überzeugt, daß die fra«zösische Republik keinerlei schwarze Pläne Belgien gegenüber hege. Nach einem belgischen Blatte werden 108 Millionen gefordert für die Vergrößerung des Festungsgürtels von Antwerpen. Der 'Regierungsentwurf schließt mit, den Forts von Tormonde eine 21 mal größere Fläche ein, als die des Festungs- gürtels v on Metz. Der Krieg. Immer weiter tapfer zurück! Petersburg, 27. Juni. General Linewitsch telegraphiert: Am 25. Juni ergriff der Feind die Offensive gegen unsere Kavallerie-Vorposten südlich der Eisenbahn. Der Feind, welcher Verstärkungen an Infanterie und Kavallerie erhielt, vertrieb unsere Vorposten nach Norden zu, in die Gegend von Hailungchen. Am 24. wurde einer unserer Kavallerie-Vorposten im Tale des Tsinkhe- ilusses von den Japanern vertrieben. Wir sandten freiwillige Jäger zur Verstärkung, doch diese gerieten bei Santsiatay in feindliches Artilleriefeuer. Japanische Infanterie wurde in den Bergen gesehen. Am 22. griff der Feind einige Sotnien unserer Vorhut an, welche sich nach dem Kampf zurückzogen. Petersburg, 27. Juni. Nach einer Meldung der „Petersb. Telegraphenagent." aus Godsiaden wurde am 25. Juni bemerkt, daß sich bedeutende japanische Streitkräfte gegen die linke russische Flanke konzentrierten. — In Korea gingen die Japaner am 22. ds. zum Vormarsch gegen Kosaken-Sotnien über, welche sich kämpfend nördlich zurückzogen. — Die japanische Vorhut steht in der Linie Tschatschudegi—Pugotin. Die Friedeuskoufereuz. Petersburg, 27. Juni. Wie die „Petersb. Tele- graph.-Agent." erfährt, teilte der hiesige amerikanische Botschafter am 25. Juni dem Minister des Aeußern mit, den Anfang August (n. St.) alb Termin für die Zusammenkunft der Bevollmächtigten Rußlands und Japans in Washington zu wählen. Nock am gleichen Tage antwortete Rußland, daß e§ mit dem Vorschläge em- verstanden sei. ____ ‘ Aus MM und Land. Gießen, 28. Juni 1905. •• Die gestrigen Handelskammern) a hl en hatten folgendes Ergebnis: Gewählt wurden: Herr Kaufmann Max Friedberger anstelle von E. Balser bis Ende 1908 mit 149 Stimmen, Fabrikant Adolf Klingspor anstelle von A. Katz bis Ende 1906 mit 88 Stimmen. Im ganzen wurden 264 Wahlzettel abgegeben. Außerdem erhielten Kaufmann Aug. Noll 79, Bergwerksdirektor Münker 61, Fabrikant Emil Horst 22 und Fabrikant Gustav Mueller 8 Stimmen. •* Der Fall Noack-Schädel. In der „Mainzer Volkszeitung" richtet der Landtagsabgeordnete Dr. David eine offene Anfrage an den Geh. Oberschulrat Nod- nagel, worin behauptet wird, Profeffor «Stamm in Gießen habe Herrn Nodnagel keineswegs die Auskunft erteilt, daß das Lehrerkollegium ablehne, .irgend etwas an diesen Behauptungen für berechtigt zu halten". Vielmehr habe Pros. Stamm seinem Vorgesetzten erklärt, die in dem Schriftstück enthaltenen Beschwerden seien zwar der Form nach übertrieben, entsprächen aber dem Inhalt nach durchaus den An- rchten und Stimmungen des Gießener Lehrerkollegiums. Herr Stamm habe später den Oberschulrat Nodnagel in Gegenwart der übrigen Oberlehrer in Gießen wegen dieser Sache interpelliert. Nodnagel sei aber, so lautet es in dein offenen Brief, verpflichtet, die in der Oeffentlichkeit gegebene falsche Darstellung nunmehr auch öffentlich richtig zu stellen. Er, Dr. David, richte darum an Nodnagel die Anfrage, ob dieser die Absicht habe, dies zu tun? ** Gi eßener Radfahrern erein 18 8 5. Die große portliche Veranstaltung des Gießener RadsahrervereinS 1885 anläßlich seines 20jährigen Bestehens am 1.—3. Juli erfreut ich, wie uns der Vorstand des genannten Vereins heute chreibt, großer Beteiligung seitens der auswärtigen Vereine und Bundesmitglieder. Nicht in letzter Linie ist eS unsere chöne Gegend, wie unsere liebe Heimatstadt Gießen, welche die Gaukameraden veranlaßt, uns zu besuchen; dies merkt man so recht deutlich an den cingegangenen Meldungen zur Dauerfahrt nach Gießen. Nicht weniger als 23 Vereine, zahlreiche E'nzel- und Motorradfahrer unseres Gaues 9 Frankfurt a. M. haben ihre Beteiligung zugesagt, und noch vor Meldeschluß haben bereits 30 Vereine mit ungefähr 500 Fahrern zum Korso gemeldet. Ebenso zahlreich sind die Meldungen zu den übrigen sportl. Konkurrenzen. Mit vielen Vereinen und Sportskameraden steht der festgebende Verein noch in Unterhandlung. An Ehrenpreisen für die ausgeschriebenen Konkurrenzen sind 2000 Mk. vorgesehen, außerdem sind dem Verein in liebenswürdiger Weise zahlreiche wertvolle Ehrenpreise gestiftet worden, u. a. von dem Gau 9 des D. R.-B., dem Nordbezirk des Gaues 9, vvn den Damen, sowie von Sportsftennden und Gönnern des Vereins. Wieseck, 27. Juni. Zum 10. Stiftungsfest des Gesangvereins Eintracht am 1., 2. und 3. Juli sind umfassende Vorbereitungen zur Ausgestaltung der Feier zu einem Volksfest getroffen worden. Der Wiesengrund an der Wieseck ist zum Festplatz hergerichtet und räumlich so bemessen, daß darauf allerlei Belustigungen, Gesangsvorträge, Konzert, Tanz :c. geboten werden können. Auch bei der Anlage der Wirtschastshallen wurde Rücksicht auf starken Besuch genommen. Der festgebende Verein ist bestrebt, das Fest so zu gestalten, daß es einem städtischen Fest an die Seite gestellt werden kann. ** Kleine Mittei! nnorn n u -5 Hesse n und den Nachbar st aaten. Die Gemeinde Fellingshausen gedenkt eine neueSchule bauen zu lassen. Die ersorderlichen Arbeiten sollen am 10. Juli vergeben werden. — Zu der in Nr. 146 unseres Blattes gebrachten Notiz über ein Familiendrama in Lang-Göns wird uns mitgeteilt, daß es übertrieben ist, wenn gesagt wurde, H. habe nach seiner Frau gestochen. — Ter Metzgermeister Büller in Langenlonsheim hat im Streite seinen Gehilfen, der schon lange Jahre bei ihm in Stellung war, erschlagen. Märkte. ke. F r a n k f u r t a. M., 27. Juni. Heu- und Stroh- mar k t. Man notierte: Heu Mk. 3.20 bis Mk. 3.60, Stroh Alk. 0.00 bis 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. ko. Frankfurt a. M., 28. Juni. !Orig.-Telegr. be5 „Gieß. Viehmarkt. Zum Verlause standen 227 Kälber, 0 Schafe u. Hammel, 1356 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Pig., 2. Qual. 80—84 Pfg., Lebendgewicht 49-51 Pfg., Schlachtgewicht 62-66 Pfg. Schale 1. Qualität' Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Schweine 1. Qualität 69-00 Pfg., Lebendgewicht 54.00 Pfg., 2. Qual. 68—00 Pfg., Lebendgewicht 53—00 Pfg., 3. Qualität 62—64 Pfq., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschält bei Kälber gut, Ueberstand unbedeutend, bei Schweinen gut, kein Neberstand. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 29. Juni 1905: Meist wolkig, vielerorts Gewitterregen,, stärkerer im Norden, geringerer im Süden Hessens. Später Abkühlung. Nähere. durch die Gießener Wetterkarte. Hrlsiinar-vraKtmekdungen. Berlin, 28. Juni. Zu der Beratung der Bergnovellen im Herrenhause beantragen die Konservativen eine Resolution, in der sie Maßnahmen verlangen, welche geeignet seien, den Kontraktbruch, insbesondere wo ein öffentliches Interesse obwaltet, unter Strafe stellen, der Aufforderung dazu entgegenzutreten und die Arbeitswilligen zu schützen. — Die Staatsregierung wendet der Verstärkung der Nahrungsmittelkontrolle ihre volle Aufmerksamkeit zu und leitete Verhandlungen ein, welche auch die Frage einer Reichszentralbehörde für die Heber« wachung des 'Nahrungsmittelverkehrs umfassen sollen. Plauen i. V., 27. Juni. Auf der Bahnstraße kam ein elektrischerStraßenbahnwagen, infolge Versagens der Bremse, ins Nollen, sauste die Bahnstraße abwärts und fuhr in ein Haus hinein. Hierbei wurden eine Person getötet und 14 verletzt. Lon don, 28. Juni. Ms Zeichen für die pessimistische Auffassung der politischen Lage in England darf die Anordnung der Versicherungsagentur Llovd gelten, welche die Prämien für Kriegsgefahr auf sechs Monate für Schiffe und Schiffsladungen afif 5 Prozent erhöhte. Paris, 28. Juni. Der gestrige Empfang des deutschen Botschafters Fürsten Radoliu beim Ministerpräsidenten Rouvier dauerte über eine Stunde. Fürst Radolin überreichte dabei die Antwortnote des Fürsten von Bülow. Den von der Konferenz ausgeschaltetcn Punkten widmete Rouvier bei seiner Besprechung mit Radolin große Aufmerksamkeit. Rouvier werde, sagt der „Soir", in den allernächsten Tagen eine neue Note nach Berlin gelangen lassen, worin Frankreich seine erworbenen Rechte zur Vermeidung künftiger Mißverständnisse zu fixieren willens ist. Bezüglich der Errichtung eines internationalen Kontrollorgans für die Reformen der marokkanischen Armee und der Finanzen zeigte Rouvier noch keinerlei Begeisterung. Voraussichtlich wird die Zeit bis zum Zusammentritt der Konferenz benutzt werden, um eine allgemeine deutsch-fran- zösische Verständigung anzubahnen. Unmittelbar nach Ra-« dolins Unterredung mit Rouvier wurde dessen Entschluß den parlamentarischen Parteichess bekannt gegeben, daß Ende Juni ein französischer Vertrauensmann nach Fez abgehen werde, um dem Sultan Frankreichs Geneigtheit zur Beschickung! der Konferenz anznzeigen. Auch werden schon drei Mitglieder genannt, welche Frankreichs Vertreter bei der Konferenz sein sollen, nämlich Bourgeois, Ministerialdirektor R e v o i l und General F am in. — J!n allen Kabinetts ist mau ausnahmslos von dem neuen Kurs in der Marokkofrage befriedigt, weil überall Deutschlands uneigennütziges Vorgehen und sein loyales Bestreben anerkannt wird, die noch zu behebenden Schwierigkeiten auf das Mindestmaß zu beschränken. Warschau, 28. Juni. Aus Lodz wird hierher telegraphisch gemeldet: Das Militär argwöhnte, daß in einem Hause eine Anarchistenversammlung stattfand. Die Soldaten umzingelten das Haus, drangen ein und feuerten in die Finsternis hinein. Die Einwohner wurden von Panik ergriffen imd einige derselben verwundet. Bei Zgierz wurde gestern im Walde eine Sozialistensitzung entdeckt, an der etwa 200 Personen teilnahmen. Kosaken umzingelten die Versammlung, feuerten mehrere Salven ab, verwundeten 30 rmd arretierten 180 Personen. Die Verhafteten wurde zu Fuß nach dem vier Meilen entfernten Gefängnis von Lenschitz ab geführt. Jtt Lodz sind jetzt 15 000 Mann Truppen konsigniert. Der Hauptstab dieser Truppen ist in einem Madchengymnasiunt nntergebracht. Die zerstörte Gasbeleuchtung kann in etwa 10 Tagen her- gestellt werden. 8eine lieben E. M. E. M., A. H. A. EL, i. a. C. B., i. a. C. B. erlaubt sieh unterfertigter G. 0. von dem zu Giessen erfolgten Ableben seines lieben a. H. Rheuaniae-Heidelberg (XX. XX.) 1886-88 geziemend in Kenntnis zu setzen. Giessen, den 27. Juni 1905. Cf. 0. d@r Tontonia I. A. Hartmann, XXX. Sonnenstrasse 20/22. Sonnenstrasse 20/22. Grosser Todes-Anzeige und K. 52/05. B”/f Sonnenstrasse 20/22. 2819 Danksagung empfiehlt 2976 hv16/6 von verkaufen. Näheres 3355 Friseurgescbäfte. D2% 1 älteren Kirchbauanlehen von 1892, drei 229, 241, 290, Anlehen 2. von von 1905 Neustadt 10, II. 04181 B27.' grosser Auswahl. Billigste Preise. EisschräiM 3413 Frauenarzt. Telephon No. 387. 3n verkaufen 33, 3, 97, 35, 100 300 500 1000 43 18 173, 101, 210, 187. 1 1 B C D E zum -nebst und breit Rollwände, Schlanchwagen, Gartengeräte, Giesskannen. von v v ZU n ff ir dem 5, 203, 164, 165, 1897 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste unseres lieben Kindes Lit. ff ff v Louis llkRÄ Weinhandlnng, Kirchenplatz IO 1. von den 1893 und 1894 04291 Familie Dörfteirr. 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Die Beerdigung findet Freitag, den 30. d. Mts. nachm. 67t Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Freie Omnibusfahrt vom Marktplatz nach dem Friedhof und zurück. Abfahrt 5 Uhr. Der Borstand. Fritz Mack, Hummelftein-Nürnberg. GH Konkurrenzlo s. ilIQ Gießen, den 27. Juni 1905. Der Evangelische Gesamt-Kirchenvorstand: I. V.r D. Schlosser. Kinderwagen noch gut erhalten, mit Gummi« reisen zu verkaufen. 3425 Näh. i. d. GeschäitSst. d. 63. A/ Ane MeelnrWllllg mit Kohlenfeuerung, gebraucht, aber sehr gut erhalten, billig zu Damen Wichsteder-Schnürstiefelmit w.Schnür- Damen-Tennisschuhe A. Reinig - Optische“ Waaren IEL. 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Oktober Nennwert gegen Einlieferung der Schuldverschreibungen der noch nicht verfallenen Zinsscheine und zugehörigen Zins- anweisungen bei der evangelischen Kirchenkasse (Herrn Rendant Doering, Johannesstr. 7) oder bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkaffe Glesien. Vom 1. Oktober d. I. an hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf. Lehrlinge: 2 Schlofter, 1 Spengler, 1 Mechaniker, 1 Wagenlackierer, Wagner, Schleifer oder Polierer, 1 Buchbinder, 1 Lackierer, Bäcker, 2 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Friseur, 1 Installateur, Buchhändler, 1 Kellner. in folgendem Fahrplan: I. Butzbach-St. ab 1», Butzbach-Ost 1^. ©riebet 19, Gambach U5, Oberhöraern 1», Munzenberg 124 Trms- Münzenberg 129, Muschenheim an l34, ab l3«, Hof- und Lick/ab L^Hof-und Dorf-Güll 2w, Muschenheim2>s, Trais-Münzenbera 221, Münzenberg 2« Oberhorgern 230, Gambach 235, Griedel 2«, Butzbach-Ost an 246. Die Bahnverwaltnng D /« Alpers. zu 100 Mk. Nr. ff 600 ff » Bekanntmachung Betrifft: Handelskammerwahl* Bei der am 27. d. Mts. vorgenommenen Ersatzwahl zur Handelskammer im Wahlkreis Gießen-Stadt, sind gewählt worden die Herren: Max Friedberger, 149 Stimmen, mit der Amtsdauer bis Ende 1908. Adolf Klingspor 88 Stimmen, mit der Amtsdauer bis Ende 1906. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß das Wahlprotokoll nebst Anlagen drei Tage lang, nämlich am 29. und 30. Juni, sowie 1. Juli, vormittags von 9—12 Uhr und nachmittags von 3—6 Uhr, im Bureau der Firma A. Heichelheim, Gießen, Südanlage 13 zur Einsicht der Wahlberechtigten offen liegt und Einwendungen gegen die Wahl oder die Gewählten binnen dieser drei Tage bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Handelskammer vorzubringen sind. B2»/6 Gießen, den 28. Juni 1905. Die Großherzogliche Handelskammer. Der Vorsitzende: Der Syndikus: Koch Dr. Kntpper. Heute vormittag 6% Uhr entschlief plötzlich nach kurzem Krankenlager unser lieber Gatte, Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager u. Onkel Herr Kaspar Ranft im Alter von 69 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernde« Hinterbliebenen. Gießen (Sonncnstraße 6), Beuern, Berlin, Darmstadt, Uerdingen, Friedberg, den 28. Juni 1905. Norddeutscher Lloyd BREMEN Regelmässige Verbindung mit den Riesen-Schnell- und Püstdamplern zwischen BREmEÜ und AMERIKA New York Baltimore via Southampton- direkt Cherbourg Süd • A merika, Mittelmeer, Aegypten, Ostasien, Australien. Nähere Auskunft erteilt in Giessen: Carl Loos, , Grünberg: Julius Karl, „ Friedberg ■ leid. Schulhof. Donnerstag d.lO.UngustldvS, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des A. Schild- heuer in Gießen stehenden Grundstücke 1/49,3 = 222 qm Hofraite in der Stephansmark, 1/49,7 — 110 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 27. Juni 1905. Grvßh. 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