BÄ Lti 1 Ueberziehb« । ueverz^-''- - I und 1 ' ■. llirfNl Zwei Kaiserreden in Dresden. Erst heute verbreitet der offiziöse Telegraph die Dresdner Kaiserrcden. Bei der Galatafel zu Ehren des Kaisers im königl. Nefidenzschlosse zu Dresden wurden folgende Trinksprüche ge» halten: Der König von Sachsen toastete: „(Sure Majestät heiße ich heute in meinem £>auk und in meinem Lande herzlich willkommen als lieben und werten Gaß und tue dies mit um so qroherer Freude, «15 ich daraus den Beweis ersehe, daß Eure Majestät bestrebt sind, die freunb- schaitlichen Beziehungen, welche Sie mit meinen in Molt ruhenben Vorfahren, meinem aeliebten Vater und Cnfel, verbanden, auch fünttinhm aulrecht zu erhallen. Ich begrüße in Surer Majestät nicht bloß das erhabene überhaupt de? Deut'chen Reiches, nicht blo& den Herrscher des größten deutschen Bundesstaates, sondern, das kann ich wohl ohne Ueberhebung lagen, meinen lieben freund und mir stets wohlwollend g e i i n n t e n (ü 5 n ncr ES ist noch meiner Ansicht die erste Pflicht für uns deutsche Bimdes- 'ürsten daß wir lest zusammenstehen in alter deutscher Treue und Freundschaft. Das ist zugleich das festeste und beste Band für unser geliebtes deutsches Vaterland, das erit zu Grunde gehen kann noch dem Tode des leisten von uns. Mir wird es besonders am Herzen liegen die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Häusern Hohenzol'.erii und Weltin immer enger zu gestalten, so daß üe sur w 8 'Stnnenb bt. ihre „an 0 Pf, . S% 7 ;9 k PK roehii t>cn 20, Moöer 'inslolal. lers und des Vorstands. gtzs'Ailsschusses. Ter Vorstand. m eirstner Geikltätte. ! Sahre Geranne lurdi Apel, Mi leura nach; äffl eltdert •hör- —-^^phon 11g , . 1885. (»rJ6 °bfr 9 ldjagd w ofp eie» ßefannt ten itn ^cmin 5539 Die verspätete V'r "frn'lichun^ dieser mit srlxrrfer Markierung nach dem Anslande hin üb erzielen den Reden läßt darauf schließen, daß der Besuch des Kaisers in Dresden nicht nur der Erfüllung einer bloßen Höflichkeitspflicht galt; er hatte auch einen ernsten politischen Hinter- gründ. Auf die amtliche Redigierung der Trinksprüche ist Die Sorgfalt eines ganzen Tages verwendet worden. Ausgefallen ist — wie uns aus Dresden geschrieben wird —, daß sowohl der Kaiser, als auch der König ein ungewöhnlich ernstes Aussehen zur Schau trugen. die Zukunft unzerreißbar dastehen müssen. Emen bedeutsamen Schritt in dieser Richtung erblicke ich darin, daß Eure Majestät die Gnade hatten, die Stelle eines Ehess meines dritten Ulanen- regiments Rr 21 anznnel men, ein Beweis von besonderer G n a d e, für die zu danken in meinem Namen und im Namen meiner Armee mir em liebes Bedürfnis ist. Ferner haben Eure Majestät durch die heute vollzogene Verleihung des hohen Ordens des Schwarzen Adlers an meinen ältesten Sohn bewiesen, daß Sie auch in Zukunft zu meinem Hause freundschaftliche Beziehungen aufrecht erhalten wollen. Mar ich auch nicht imstande, Eurer Majestät einen so festlichen Empfang bieten zu können, wie er mir im Januar in Berlin bereitet wurde, so bitte ich doch das Dargebotene als Zeichen aufrichtigen Dankes und herzlicher Freude über den gnädigen 'Bein ch zu betrachten. Alle Gefühle aber, welche^ mich erfüllen, bitte ich in die Worte zusaminensassen zu dürfen: Se. Majestät der Raiiev und König von Preußen, mein lieber Freund und werter Bundesgenosse, er lebe hoch! hoch! hoch!* Hierauf erwiderte der Kaiser: .Gestatten Eure Majestät, daß ich aufrichtigen und dankbaren Herzens für die schönen und zu Herzen gehenden patriotischen Worte, die Sie soeben gesprochen hoben, meinen innigsten und herzlichsten Dolik ausspreche. Ich kann wohl sagen, daß ich in tiefer Bewegung das, was wir soeben vernommen hoben, in mein Herz ausgenommen habe. Kommen diese Worte doch von einer Stelle, an der schon mehrfach Sachfenherrfcber gesprochen hoben. 91 n derselben Stelle versicherte mich Eurer Tlojeftät hochseliger Oheim, a l 8 väterlicher Freund und Berater mir bei- z u stehen, als ich als verwaister Neffe vor ihm erschien noch dem Verluste meines Vaters. Von Derselben Stelle aus hot Eurer Majestät erlauchter Vater Worte von zu Herzen gehender Wärme und innigster Neichstreue gesprochen. Beide haben ihr Versprechen gehalten. Em innig verehrter und geliebter, väterlicher Freund ist von nur geschieden in meinem verstorbenen Cheun Albert, und em treues deutsches Herz Hot oiügehört zu schlagen, als Eurer 'Slajeftät Vater die Augen schloß. Und nunmehr Hoben Eure Majestät dieselbe Bahn zu beschreiten gelobt, die Ihre Vorgänger beschritten haben. Der Empfang, den Eurer Majestät Hauptstadt mir honte entgegengetragen hat, die freundlichen Gesichter der jubelnden Bevölkerung hoben von neuem mir, wie so o't schon, die loyale, patriotische und anhängliche Gesinnung der Dresdener gezeigt, ivie dieser Residenz Bevölkerung mit ihrem geliebten Konigs- hauie verwachsen ist und seinem Beispiele nachahmt, den großen deutschen Gedanken zu pflegen. Zu der Uniform, die ich schon lange zu tragen die Ehre habe, zu dem von mir geliebten Regi- mente meiner Grenadiere, haben Eure Majestät die G ü t e gehabt, eine zweite binznzusiigen, und ich ergreife hier nochmals die Gelegenheit, um meiner hohen Freude Ausdruck zu geben für die erneute Ehre, die Eure Majestät mir erwiesen haben, mich für würdig z u halten, Chef dieses schonen, wenn auch jungen Regiments zu sein. Ich erblicke darin, wie Eure Majestät schon ermähnten, ein neues, inniges Band, welches zwischen uns beiden gefnüpft wird. Eure Majestät möge überzeugt sein, daß bei Ihrer Gesinnung, die Sie ausgesprochen Haben, Sie in mir stets einen treuen, Hilfsbereiten, arbeitsamen Freund sinden werden. Wenn des Deutschen Reiches Fürsten von solchen Gedanken beseelt sind, wie sie S. M. der König von Sachsen Hier ausgesprochen Hat, dann ist cs leicht, Hemmnissen in der Welt entgegenzutreten. Denn von dem Vertrauen unserer Fürsten getragen, unterstützt von der willigen Mitarbeit unseres Volkes, kann man der Zukunft mit Ruhe entgegensehen. Eure Majestät haben unlängst die G n a d e gehabt, mit warmen, anerkennenden Worten der Arbeit des vergangenen oder vielmehr des ablaufenden Jahres zu gedenken und in anerkennendster Weise über die Tätigkeit der obersten Reicl^beamten sich zu äußern. Ich bitte meinen herzlichsten Dank Dafür entgegenzunehmen. Solche Worte tun wohl nach so schwerer Arbeit, wie sie dieser Sommer, gebracht hat. Wenn so das Deutsche Reich sich entwickelt, wie ich es vorhin skizzierte, dann können wir ruhig mit aufgeschlagenem Visier und freiem deutschem Mannesmut, wie er verliehen wird durch ein ruhiges und gutes-^e- wissen, einem jeden ins Auge blicken, dem es belieben sollte, uns auf unserer Bahn entgegen- zu treten und uns bei der berechtigten Betätigung unferer Interessen zu stören. Daß Eurer Majestät gnädige Hilfe mir dabei stets zur Seite stehen werde, desien bin ich heute gewiß, und ich bitte darum, daS Glas erheben zu dürfen zu einem Segenswunsch für Eurer Majestät königliches Haus! Gott segne und schütze Eure Mojestät und die Mitglieder Ihres Hauses in Ewigkeit! Se. M vestät der König und sein gesamtes Haus Hurra! hurra! hurra !" Der Kaiser hielt ferner beim Frühstück in derKaserne des Zweiten Grenadier-Regiments folgende Ansprache: „Mein lieber Herr Oberst! Ich spreche Ihnen hierdurch meinen innigsten, aufrichtigsten Dank für die Gesinnungen an5, die Sie mir im Namen des Regiments zum Ausdruck gebracht l>aben. Ich spreche auch Dank dem König aus, der mir die Freude bereitet hat, einige Stunden bei meinen Grenadieren verweilen zu können, welche schon meinen Großvater »um Ehef hatten und welche in der großen Zeit unter meinem Vater und Großvater unverwelkliche Lorbeeren errungen hoben. Es freut mich um so mehr, heute Generale aus jener großen Zeit begrüßen zu können, in welcher W Deutsche Reich zusammenaeschmiedet Stnitbc. Wie tapfer das Regiment in früheren Zeiten gefochten h^t, zeigt die Geschichte der stolzen sächsischen Grenadiere, b?rrn alte Uniformen mir soeben in so sinniger Weise vorgeführt wvrden sind. Wir leben in einer Zeit, in der jeder wehrbiste junge Deutsche bereit sein muß, für dos Vaterlond einzutreten. Ich bin überzeugt, daß -dt meiner Grenadiere dieser Pflicht bewußt ist, und daß das R-^iment, eingedenk seiner ruhmreichen Vergangenheit, svrt- strebmr wird, mit der Treue und Pflichterfüllung, die der Soldat in s-iner Brust trogen soll, und die heute ihren Ausdruck finde in d:m Rufe: „Der König von Sachsen Hurra! Hurra! Hurra!" >d' .pi-M * Stummer. Aufs tiefste zu beklagen ist die Uneüiig-teit zwischen unseren beiden Kammern. Als im Jahre 1902 die Wahlrechtsreform in der zweiten Kammer scheiterte, da erhoben sich viele, auch parlamentarische Stimmen, die von einer „unwürdigen Komödie" der Wahlrechtsreformberatung sprachen, die den „Spott und Hohn im ganzen Lande" beklagten. Diesmal ist von einer „ehrlichen Entrüstung" über die erste Kammer wieberholi in der zweiten Kammer die Rede gewesen, und es erheben sich Stimmen im Volke, daß die erste Kammer wne ein überreifes Saatfeld der Totensichel verfallen sei. Wir halten es indes für zwecklos, über eine verfassungsmäßig bestehende altehrwürdige Institution nach Art der russischen Revolutionäre herzufallen. Sie ist einmal da und sie ohne viel Federlesens aus dem Wege zu räumen ist nicht nur ein Ting der Unmöglichkeit, sondern wäre auch als verfassungswidrig zu verwerfen. • Tie nächsten Wahlen zur zweiten Kammer aber werden ohne Zweiser wieder unter dem Zeichen der Wahlreform stehen, und alle Parteien werden Gelegenheit haben, aufs neue den Ernst ihres Wahlreformeifers zu erproben. Sie haben nichts weiter nötig, als ihren Kämvi gegen jeden Nesormgegncr zu richten. Tie „Wormser Ztg", die auf dem rechten Flügel der nationalliberalen Partei gänzlich vereinsamt sinnt und trachtet, wird es auch diesmal nicht fertig bringen, mehr als 2 oder 3 Nationalliberale aus ihrem mittelalterlichen Feudalstandpunkt zu erhalten. Tie einzige Gefahr auch für die nächste Landtagstagung ist und bleibt ihr reaktionärer Hintermann. Tie zugkräftige Wahlparole aber ist klipp und klar. Man wird es auf eine neue Kraftprobe ankommen lassen müssen, ob unser ^roßherzogtum Hiessen nach Württemberg und Baden der nächste deutsche Staat sein wird, der das indirekte Wahlrecht durch das direkte ersetzt. lieber da? Festhalten an der Steuerreform besteht zwischen der Regierung und der zweiten Kammer lieber» einstimmung, wie die Erklärung des Staatsministers Dr. Rothe in der DienStagS-Sitzung beweist, als die Volks« kammer mit Herrn von Heyl wieder einmal abrechnete. Diesen Dienstag wird man in WormS sobald nicht vergeßen. War es doch kein Geringerer, als der greise Abgeordnete für Pfeddersheim, der Nationalliberale Möllinger, der seinem .Parteifreund* den Mantel .sozialpolitischer Erwägungen* von den Schultern riß, der gegen unwahre Behauptungen seines .Parteifreundes* aufzutreten sich gezwungen sah. Und der Vertreter Gießens, der Freisinnige Dr. Gut- l ei sch, der schon so oft bei wichtiger Veranlassung der Sprecher des Hauses war, weil er bei allen Parteien das höchste Ansehen genießt, entkleidete die Steuer- Politik HeyiS all ihres blendenden Aufputzes. Selten noch ist ein Politiker derart mitgenommen worden, in seinen .Grundsätzen* wie in seiner KampfeSweise, als Freiherr o. Heul in der letzten Tagung der Zweiten Kammer. Diese Genugtuung für das Volköhaus mar auch eine solche für die Regierung. Und bei aller weisen, traditionellen Zurückhaltung der Thronrede beim Landtagsabschied von jeder Kritik ist auch aus den Stellen über die Finanzlage eine erneute deutliche Anerkennung der Gnauth'scheu Finanzpolitik seitens der Krone zu vernehmen. ES steht trotzdem nicht zu hoffen, daß man in Worms daS Spiel verloren giebt. Ter unersättliche Drang nach Macht gestattet feinen Verzicht. Um so nachdrücklicher tritt an die Erste Kammer aber die Mahnung heran, es nicht zum offenen Konflikt kommen zu laffen, und sich lieber frei zu machen von dem unheylvollen Einfluß, sie und das ganze Land in die gegenwärtige heikle Situation getrieben bat. Diese Mahnung wird um so dringender, als sich ein Konflikt doch zu einer Existenzfrage für die erste Kammer anSwachsen kann und die Regierung dann, bei aller Wahrung verfassungsmäßig verbriefter Rechte, gegenüber dem Volks Unwillen über zähe Hernmschuh-Polilil ihre bisherige Konzilianz möglicher Weise anfgiebt. In den letzttägigen Kgminerdebotten wurde bereits darauf hingewiesen, daß aus der jetzigen, einzig von dem Widerstand der ersten Kammer geschaffenen Lage nur die Sozialdemokratie den Nutzen ziehen werde. Von den Bänken der Sozialdemokratie wurde das lächelnd quittiert. So ist Herr v. Heyl zum Schrittmacher der Sozialdemokratie geworden. * TerWahlaufrufderSozialdemokratenfür die am 15. November ftattfiudenden Neuwahlen zum Landtag ist soeben erschienen. Er stützt unter dem Zeichen des Verlangens auf Abschaffung der ersten Kammer und der Forderung eines gleichen tau» telen freien Wahlrechts. Tie kommende Landtagsmahl, so heißt es weiter darin, müsse : eine machtvolle Protestkundgebung fein gegen die Anmaßung der , ersten Kammer, gegen die schwächliche Haltung der Regierung und gegen die Preisgabe d?s Ideals der Volkssouveränität und . der vollen politischen Gleichberechtigung. Die bürgerlichen Parteien, io heißt es, scheuten vor dem prinzipiellen fittrnff gegen die erste Kammer zurück. Nationalliberale, Zentrumsmänner und : Bauernbund!er hätten sich als Anhänger des Zweikammersystems ' bekannt. Von nationallibevaler und ultramontaner Seite sei sogar i die Geneigtheit ausgesprochen worden, den Wünschen der ersten , Kammer auf Erweiterung ihres Dudgetreclsts teilweise entgegen» ■ zulommen. Das alte liberale Ideal der absoluten gesetzgeberischen Souveränität des Volkes werde von den bürgerlichen Par- , teien preisgegeben und nur von der Sozialdemokratie hochge- , halten. Lcmbtagspcriode. Dem 31. Landtage, der im Juli 1902 geschlossen wurde, hatte der Großherzog obendrein noch für seine „Pflichttreue" gedankt! Von dieser ist Heuer nicht die Rede! Sogleich folgt dem auch das „Bedauern" darüber, daß verschiedene wichtige Gesetzentwürfe nicht zur Verabschiedung gelangten". Tann kommt die ganz sachliche Aufzählung dessen, was , nicht erzielt, und dessen, was erreicht wurde, als da sind die Schaffung des Fonds zum Ausgleich der schwankenden Einnahmen aus Eisenbahn- und Lotteriegemeinschaft, tote zur Deckung der leider unberechenbar gewordenen Matrikularbeiträge; die Bewilligung von Staatszuschüssen für den Neubau von Nebenbahnen und der Uebernahme einer staatlichen Zinsgewäh-r für die auf Verbesserung des Realkredils und auf Entschuldung des Grundbesitzes hinwirkenden Landeshypothekenbank: die Ausgestaltung der staatlichen Anlagen in Bad-Nauheim, die Ergänzung und Erweiterung der Hochschulen, die verflossene Zandwirtschaftsausstcllung zu Mainz und die im nächsten Jahre bevorstehende Darmstädter Landesausstellung für freie und angewandte Kunst: die Einstellung der hessisch- thüringischen Landeslotterie und Zulassung der preußischen Staatslotterie; Hagel- und Schlatviehversichcherung, Schlachtvieh- und Fleischbeschau und schließlich Einrichtung einer Landwirtschaftskammer. Ter heftige Konflikt zwischen der ersten und zweiten Kammer wird in der Thronrede mit keinem Wort auch nur gestreift. Ter Großherzoa und seine Regierung halten sich damit eng an die Verfassung. Sie lassen den Willen und die Rechte jeder der beiden Stummem unverkürzt. Persönlich dürfte ja der Großherzoa nicht unterlassen haben, dem vielgewaltigen Frhrn. v. Hehl bei der $) o fc rafei deutlich seine Meinung zu sagen. Indes vermissen wir in der diesjährigen Thronrede den im Jahre 1902 nicht unterlassenen Ausdruck der Hoffnung darauf, daß die wichtigsten bet diesma. nicht zum Abschluß gelangten Gesetzentwürfe, also die beit, die Land stände und die Gemeinde umlagen, durch den künftigen Landtag verabschiedet werden mögen. Warum ist dieser Hinweis unterblieben? Ist bas etwa ein Zeichen ber Resignation? Tas wollen wir nicht hoffen, sonbem vielmehr annchmen, daß, da die Erfahmng lehrt, tocldjer Wert solchem Hinweis beizumessen ist, jeder Ausbstck für zwecklos erkannt worden ist, desto eifriger aber die Regierung am Werke sein wird, das in Zukunft zu erreichen, was sie nach bestem Wissen ais erstrebenswert erkannt hat. Tie erdrückende Mehrheit des Volkes hat sie auf ihrer Seite. Tcm künstigenLandtay,zu dessen Wahlen, soweit diese für die 2. Kammer stattzufinden haben, sich das Volk rüstet, bleibt also ein gut Teil Arbeit äu tun übrig, die zu leisten Aufgabe des üerflofjenen Landtags war. Obendrein bleibt die Tatsache bestehen, daß die Kammern ihre Tätigkeit beendet haben unter dem Eindrncke schärfster, ja, wie es scheint, kaum überbrückbarer Differenzen mit einander und auch, was die erste Kammer anbetrisft, Mit ber Regierung in wichtigsten Dingen. Tas hessische Volk sieht seine Vertretungen auseinander gehen mit bem Gefühl, baß leider im wesentlichen wieder nur halbe Arbeit geleistet worden ist. Obwohl bie zweite Kummer nahezu insgesamt diesmal mit ber Regierung in bem Wunsch zu- famtnenging, baß wir bie birefte Volksvertreter wähl erhalten, ist wieder nichts daraus geworben. Die Sozial- bemolraten beuteten bem neuen Lanbtaa einen Weg an zur endlichen Erledigung ber Wahlrechtsvvrlage, unb bie zweite Kammer hat den bar auf abzielenben Antrag auch angenommen. Vielleicht führt dieser Weg wirklich zum längst ersehnten Ziele. An unserem Volke liegt es, cm seiner Rührigkeit unb bem Pflichtbewußtsein , jebes Einzelnen gegenüber sich selber unb ber Allgemeinheit, demnächst eine Zusammensetzung ber 2. Kammer h erb eizu führen, bie ben großen reformatorischen Plänen unserer ein- und weitsichtigen Regierung ebenso verständnisvoll gcgenübersteht wie die verflossene zweite stelle cheu Vereins für " * ine), 'ne (61)«*1' B% -«W As'.-»--'""" Ferke ■Anlagen, empfiehlt twürien für g®. eni Gutachten, B> (5632 Ter hessische Landtag ist am 25. d. M. mit freun d- kichen und anerkennenden Worten S. K. H. des Großherzogs geschlossen worden. Die Thronrede, mit der unser Lanoesl-err im Residenzschlosse den 32. Landtag verabschiedete, spricht ben „Herren Stäuben" Tank aus für gestrengte Tätigke'.t" währenb ber abgelaufenen pertobe. Tem 31. Lanbtage, ber im Juli 1902 4>ie yeutige Nummer umfaßt 10 Keilen, Die verflossene hessische cLandtagssrssion. Gießen, 27. Oktober 1905. Wt. 253 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Freitag 27. Ottober 1905 «GietzenerAnzeigerK WM W General-Anzeiger « 9 W-L WM Amts- und Anzeigeblatt für den Areir Gießen MM Anzeiger Gießen. _________________________ .\UL\ ,, , * Die Enthüllung des Moltkedenkmals in ^rtin. Berlin, 26. £ ktober. Heute mittag 12 Uhr fand auf dem Königsplatz in Gegenwart des K a i s e r p a ar e s und zahlreicher Fürstlichkeiten die Enthüllung pes Moltkc-Tenkmals statt. Ter Hintergrund des Tenkmals tuar mit Tannengrün und Flaggenmasten geschmückt, an denen Fahnen aller deutschen Bundesstaaten wehten. Auch die umliegenden Gebäude hatten Flaggenschmuck angelegt, während gegenüber dem Denkmal ein prächtiges Kaiserzelt errichtet war. Bereits gegen 11 Uhr nahmen die verschiedenen Truppenteile der Garde auf dem Platze und den Nebenstraßen Ausstellung. IN der Nähe des Kaiserzeltes nahmen die kommandierenden Generäle und sonstigen höheren Persönlichkeiten Ausstellung, darunter auch der Reichskanzler in Husaren- uniform sowie die Minister. In einem offenen vierspännigen Wagen mit Spitzenreitern kam die Kaiserin, die eine violette Sammetrobe trug. Etwas nach 12 Uhr nahte unter den Klängen des Präsentiermarsches der Kaiser in offenem Wagen, ihm zur Seite der eben aus Ostasien rurückgekehrte Prinz Friedrich Leopold, der noch Felduniform trug. Ter Kaiser begrüßte die Erschienenen, insbesondere auch die Mitglieder der Familie Moltke, während die Kaiserin dem Prinzen Leopold als Willkommengruß einen großen Strauß Marschall Niel-Rosen überreichte. Alsdann nahm der Festakt seinen Anfang mit einer Rede des Chefs des Generalstaöcs Grafen Schliessen, in der er Moltke als Mann der Tat feierte. Ter Redner erinnerte an den Tag der Schlacht von Kvnig- yrätz, an dessen Morgen noch ein höherer Offizier fragte, wer General Moltke fei. 48 Stunden später buchstabierten den Namen die Schulkinder in den entlegensten Dörfern. Ein Sieg war erfochten, nicht ein Sieg, wie es deren viele gibt, der nach einiger Zeit einen neuen und wieder einen neuen Sieg verlangt, sondern ein Sieg, der mit einem Schlage Klarheit schafft, der den gordischen Knoten, welchen die Jahrhunderte verwirrt hatten, mit einem Hiebe durchschnitt. Er war nicht Feldherr, er war nur Chef des Generalstabes, er war nicht Befehlshaber, er war nur Ratgaber, und dennoch hat die Nachwelt darüber gestritten, ob er Napoleon erreicht, ob er ihn übertroffen habe, ob er hinter ihm zurückgeblieben sei. Freilich, er kann sich nicht rühmen, 19 Jahre lang eine militärische Promenade durch Europa gemacht zu haben, aber er brachte cs zustande, innerhalb sechs Wochen drei stolze Armeen einzuschließen: seine Siege sind nicht so zahlreich, wie die von 1796 bis 1815, an Glanz aber übertreffen sie alle anderen, denn er siegte nicht, er vernichtete. Redner behandelte dann die Frage, ob Moltke zu vorsichtig gewesen und ob die Ansicht derer richtig ist, die sagen, ja, er hat Glück gehabt. Er erinnerte an die Schlackten von König- grätz, St. Privat, Sedan und die Belagerung von Paris, zu der die Kräfte kaum ansreichten. Jedem anderen würde die Lage als verzweifelt erffirnen sein; nur diesem unerschütterlichen Willen zu siegen, diesem fruchtbaren Geiste, der auch auf die ver- wickeltste Frage die einfachste Antwort und für die größte Schwierigkeit die einfachste Lösung zu finden wußte, diesem wunderbaren Wagemut des 70 j ä h r i g e n Jünglings konnte cs gelingen, daß die feindlichen Armeen zum Teil vernichtet, zum Teil zerstreut wurden, daß die Tore sich öffneten und d'e Bollwerke fielen. In der ganzen Armee hielt es keiner für möglich, daß es Moltke fehlgehen könne. Ein solches Vertrauen konnte nur einem Manne entgegengebrackt werden, der sich nicht durch die Drangsale des Augenblicks bemeiftem ließ, der schon auf der Höhe von Sadowa, als es schlecht zu stehen schien und alles bestürzt und sorgenvoll fragte, imstande war, zu melden: Majestät haben den Feldzug gewonnen. Dieser erhabene Geist hat das feinige getan, um einen Bau zu gründen, der dauerhaft ist, den Stürme n der Zeit z u trotzen und sich immer stolzer erheben wird. In einem möchten wir alle es ihm gleichtun: in der selbstlosen Hingabe an den allerhöchsten Kriegsherrn. Daraus rufen wir: S. M. der Kaiser und König Hurras»! Hierauf gab der Kaiser den Befehl zur Enthüllung, und unter präsentiertem Gewehr der Truppen fiel die Hülle. In Begleitung des Schöpfers des Tenkmals, Professors Uphues, besichtigte der Kaiser eingehend das Tenkmal unb legte zu dessen Füßen einen prächtigen Lorbeerkranz nieder, welchem Beispiele zahlreich' Abordnunacu des Generalstabes von Preußen, Badern, Sachsen und Württemberg, des Ad- miralstabcs und verschiedener Regiment- r und Krieger- Vereine folgten. In längerem Gespräch verpeilte der Kaiser noch mit den Mitgliedern der Familie Moltke und zeichnete auch sonst noch einige Personen durch Anreden aus. Ein Parademarsch sämtlicher Truppen und Kciegervereinc vor dem Kaiser beendigte die Feier. Heute nachmittag 6 11 nr fand im Weißen Saale des Schlosses Tafel statt. Ter Kaiser brachte folgenden Trinkspruch aus: „Tern heutigen Tage seien zwei Gläser bestimmt — das eine der Vergangenheit und der Erinnerung! In aufrichtigem Danke gegen die Vorsehung, die in großer Zeii dem großen Kaiser seine Paladine beberrscl t hat, wollen wir vor allen Dingen das erste Glas ein stilles sein lassen, welches dem Andenken gewidmet ist des Kaisers Wilhelms Majestät größten Generals!" Ter Kaiser fuhr dann sogleich fort: „Das zweite Glas, das gilt der Zukunft und der Gegenwart! Wie es in der Welt steht mit uns, haben die Herren gesehen. Darum das P u l v e r t r o ck e u , das Sck wert geschliffen, das Ziel erkannt, die Kräfte gespannt uni) die Schwarzseher gebannt! Mein Glcs gilt unserem Volk in Waffen! DaS deutsche Heer und fein Generalstab Hurra? hurra! hurra!" Ten Abschluß der Erinnerungsfeier bildete die Aufführung von K l e i st s „Prinz Friedrich von H o nt b u r g" im Schauspielhause. Das Haus bot ein durchaus militärisches Bild. Tamcn fehlten. der Pause versammelte der Kaiser die Hofgesellschaft uno die Generalität im Großen Konzertsaal imn sich. Der Skandal im „Vorwärts" beschäftigt fast alle Zeitungen. Sogar die „Nordd. Allg. Ztg." hält den grimmen Streit zwischen dem soziald.mcotratiscken Por- teivorstand und b?n „Vornärts"-Redaktei:rcii für chciratteristisck und interessant genug, um den ganzen Inhalt b?r „Aufklärung" der „Vorwärts"-Nedakteure abzndmckcn. Darüber sind d-e Blätter aller Ricktungen einig: Schlimmer, rücksichtsloser, mißachtender wurde nock nie einem Mitglied der Presse mitgespielt, als es hier durch Männer geschehen ist, die das Banner der Freiheit und Brüderlichkeit tragen. Kein in den . finstersten Zeiten spielender Prozeß, kein Fehmgericht kennte mit ungerechteren oder selbstherrlicheren Mitteln frorgefam, als das m;t allen möglichen Geheimnissen, mit Schweigegeboten usw. ausgestattete Verfahren des Parteivorstandes gegen die mißliebig gewordenen Redakteure revisionistischer Richtung. Welcher Hohn ;. B., daß die Redakteure zwar zu einer Sitzung^der Preßkommifnon ein- gelabcn wurden, aber in derselben Sitzung die A u ff p r b c r -• ung empfingen, sick zu entfernen! Und welch s in der Tat „beispiellose Versabren", wie c3 die , Vorwärts"-Redakteure nennen, die von den scharfen Maßregeln Bedrohten — der Gesamtredaktion sollte gekündigt werden — nickt einmal an tu bereu, ihnen nicht bie mindeste Gelegenheit uir Stellungnahme Und Rechtfertigung zu geben! Was man anfänglich geneigt war, für einen schlecktm Witz zu batten: die Berufung des schrecklicken endlosen „Redners" 9lbg. Stadthagen in die „V o r w ä r t s"-R e d a k t i o n , ebenso der voll unb ganz revolutionären Genossin Rosa Luxemburg, eS war ein jedenfalls von langer Hand vorbereiteter, vermutlich bereits auf dem Parteitag von Jena abgekarteter Plan der Volkstribunen, die das Heft in der Hand haben. Nun versteht man die bis zum Schluß kühl überlegene Haltung der Mehring und Kau tskv in dem langen Vreßgezänk mit dem "vorwärts"! Diese Gegnar der „ethisch-ästhetischen" Tonart des „2>or» wärts" waren offenbar eines starken Rückhalts gewiß, nämlick keines Geringeren, als des 9lbg. Bebel. Der alte Bebel hat sich schön „gemausert". Ob es daher kommt, daß er mit den Jahren eigensinniger geworden ist und durch leben Widerspruch in Hämisch gebracht wirb, ober ob die Kollmann'scbe Erbschaft etwas wie Kavitalisten-Selbstbewußtsein in ihm erweckt har — genug, er tritt mehr denn je als „Diktator" auf. Herr v. 93 oII m c r hat ein prophetisches Wort gesprochen, als er auf bem Dresdener Parteitag auf Bebel diese Bezeichnung münzte. Bei alled°m sind die „Vorwärts"-Redakteure entschieden die klügeren, taktisch gewandteren gewesen. Ter Parteivorltand wollte das heimliche Gericht fomcaucnt bis zu Ende durckführen, vollzogene Tatsachen schaffen und dann eine „offene" Erklärung obgeben. Das heißt bann, wenn bie vor die Tür gesetzten „Vorwärts"-Radarte-we nickt mehr in der Lage waren, in dem Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei den Hergang der Dinge zu schildern. Diese Wsickt ist geschickt durchkreuzt, indem die Redakteure sckwn jetzt die Handlungsweise des Parteivorstandes in helle Beleuchtung rücken. Wer hätte d-'s geduckt: Sozialdemokratenslüchten gegen Sozialdemokraten in die Oeffentlichkeit! Alles, was von GJcgnem der Sozialdemokratie bisher vorqebracht wurde, wird tief in den Schatten gestellt durch 'dies Ereignis. Dagegen sind die Liebenswürdigkeiten garnichts, mit denen man sich auf dem Dr-shemr „Jungbrunnentag" gegenseitig traktierte. Hier bat sich das Tor des „Z u kn n f t § ft a a_t 3" einmal ganz erschlossen, unb wem es nun noch nickt klar ist. daß die s chl i m mfte Reaktion keine strammere Disziplin, keinen ärgeren Kadavergehorsam einführen könnte, dem ist nickt zu helfen. Davon wird im Reichstag noch ausführlich gesprochen werden. Ausslsche Sorgen und Kkfayren. Man meldet heute privatim aus Petersburg, der Zar fei im Begriff, nach Dänemark abzureisen, wo er zwei Monate 9(iifentbalt nehmen wolle, um sich von den Aufregungen der letzten Zeit zu erholen. Voraussichtlich werde der Zar mit seiner Familie bis Weihnachten in Dänemark verweilen. Wahrend seiner Abwesenheit soll Witte mit weitgehenden Vollmachten betraut werden unb bieselben Befugnisse erhalten, wie ein Regent. (??) Offiziös wird mitgeteilt: Der Ministerrat entschied in seiner Sitzung am Mittwoch die Frage der Einrichtung eines Ministerkabinetts enbqiltig in bejahendem Sinne. Der Premierminister wird den Titel „Präsident* führen unb baS Recht haben, Kandidaten für bie Ministerposten in Vorschlag zu bringen, ausgenommen für den Posten bes Ministers des Aeußeren, bes Kriegsministers, des Marineministers unb beS Hofministers. — Nach privaten Meldungen wurde die Ernennung Witte's zum Ministerpräsidenten beschlossen. — Ferner wurde nach offiziöser Meldung im Ministerrat der für das Etatsjahr 1906 anSgeworfcne Kredit zur Bessert!ng der wirtschaftlichen Lage der Eisenbahnbeamten bestätigt. Doch das ist nur ein winziges Tröpflein auf heißem FelS. Die revolutionäre Bewegung nimmt ihren bedrohlichen Fortgang. Am Donnerstag abend war bie Uni» oerfität zu Petersburg der Schauvlotz einer großen Volksversammlung. Etwa 20000 Menschen waren versammelt, Angehörige aller Stande unb Erwerbsklassen. Im Hofe sprachen bie Führer der Aktionspartei. Die bisherigen teilweisen Ausstände hätten sich zu einem gewaltigen Ausstande des russischen Volkes entwickelt. Dieser GeneralauS stand aller sei die Revolution. Man habe von Seiten der Negierung bie Waffen gegen das Volk angewendet. Nichts könne mehr helfen, die Lage zu klären, als die Anwendung der Waffengewalt auf Seiten be§ Volkes. Es verlautet aus zuverlässiger Cuetle, auf bem fiulän- dischen Bahnhöfe in Petersburg seien zwei Waggons mit Bomben einqetroffcn. Als bie Polizei ankam, um auf die Waggons Beschlag zu legen, waren sie inzwischen bereits entleert worden. Aus bem ganzen Lande kommen zahlreiche Meldungen von der Zerstörung von Bahngleisen dtirch Arbeiter. Die Postsachen werden mit Fuhrwerken unter militärischer Bedeckung befördert. Ter Telegraphenverkehr mit vielen Städten ist unterbrochen. In der neuen Admiralität sind die Arbeiter bei im Bau begriffenen Kriegsschiffen sowie die Arbeiter in den Marinewerkstätten, ferner die Beamten der Generalbirektion der Staatsbahn und im E ise n b a hn m i n i st er i u m in den AuSstand getreten, ebenso die Beamten der Semstwo- verwaltung der Petersburger Gouvernements. Tie Leitung der sozial-revolutionären Partei hat den Verkarlf von Feuerwaffen an bie Ausslanbigen organisiert. Zu jebcin Gewehr werden 25 Patronen abgegeben. Durch einen vom Großfürsten Wladimir geqengezeichneten kaiserlichen Erlaß sind bie Truppen der Garnison Petersburg unter ben Befehl des Generals Trepow gestellt worden. Bei ben BriauSkec Werken, wo bie Arbeiter aus eisernen Trägern unb Maschinenteilen Barrikaden errichtet hatten, ka,n es zii einem Zilsammenstoß, wobei es Tote unb Verwundete gab. In Warschaii überfielen bewaffnete Banden Zeitungs- Drnckereien, vernichteten Platten und verhinderten ben Drnck. Tie Lebensmittelpreise steigen in den großen polnischen Städten rapid. ES droht Kohlenmangel. Die Lage ist gespannt. Heute beginnt der GeneralauSstand in allen Fabriken Warschaus. Ter Prosesior der Geologie Amalicki, ein Führer der Anti-Reformer, wurde auf offener Straße durch Hiebe auf ben Kopf getötet. Wie bem „Standard* gemeldet wird, soll eine Nachricht auS Sewastopol cinqetroffen fein, nach der das Panzerschiff „Panteleimon*, früher „Potemkin" durch Brandstifter vernichtet wurde. Ter russische Spezialberichierstatter des Londoner Daily Telegraph, Dr. Tillon, der seit zwei Jahrzehnten in Rußland lebt, übermittelt seinem Blatte folgendes Urteil über die Lage: Kein Mensch zweifelt noch, daß die Revolution tatsächlich ausgebeochen fei. Jeder begreist in der Tat, daß die Scbreekens- herrichnft iin^Oange ift. Tie russische Regierung ift blind und o b n m ä cb t i g. Tas russische Volk ift auch blind, aber auch verrückt, blutdürstig und grausam. Deutsch-Afrikanisches. In Wikpudn (Ostafrika) hat Bezirksamimann Böder gute Erfolge gehabt. Indem er einen der aufftänbigen Jumbos hat erhängen lassen, haben zahlreiche andere von ihnen unter Ablieferung der Waffen ihre Unterwerfung an- geboten. Böder erwartet, daß bie Ordnung von Wikpudu erhalten wird. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Reiter Maer» tens auf einer Diehwache gefallen, Gefreiter Kammbolz leicht verwundet, Unteroffizier Fritz Winzer ist an einer ifn Gefecht bei Nuhib erhaltenen Verwundung gestorben. Reiter Burghardt ist an Typhus gestorben. Hendrik Witboi, der am 8. Oktober vor Major Estorst von AubeS nach Südosten geflüchtet mar, hielt sich zunächst in der Gegend von Gorachas nördlich von KoeS auf. AuS Wassermangel wollte er sich von dort nach AminuiS zwischen Koes, Garbis begeben, dies war aber schon von Teilen der Abteilung Lengerke besetzt, die in halbstündigem Gefecht ben Angriff von 70 Hottentotten abwiesen. Hendrik Witboi ging in die Sanddünen östlich von Aminilis ziirück. Lengerke setzt mit zwei Kompagnien unb einer Batterie bie Verfolgung fort, hat alle Wasserstellen zwischen Koes und Hasnur besetzt. Zu seiner Unterstützung rückte Estorff mit zwei Kompagnien, einem Geschütz von Gochas zunächst nach Koes, ließ außerdem bie Wasserstellen Fahlgras, DaberaS, Usis GoamuS, Persip, KoweS und Aubes besetzen. Die Nachrichten über lleberfädc bei Ieriisalem-Schuitbrift sind dahin aufgeklärt, baß M o r e n g a und Morris am 7. Oktober Jerusalem durch Verrat eines eingeborenen Polizisten einnahmen. Hierbei fielen Leutnant Sur mann unb drei Reiter; ein Reiter wurde verwundet unb starb später. Der 8 Mann starke Nest der Besatzung ist bei Schuitdrift auf englisches Gebiet übergetreten. — Morenga ist aus der Gegend von Jerusalem mit 200 Kriegern, 300 Weibern unb Kindern westwärts gezogen. Oberstleutnant van Semmern verfolgt ihn in zwei Kolonnen über Eendorn unb Velloordrist. Cornelius ist vor ben aus KeetmcmShoop nachgesandten Truppen an Besondermaib unb Chamasis vorbei in nordwestlicher Richtung abgezogen. Die Führung gegen ihn hat Major Meister übernommen, der bie Gegend von Hornkranz erreicht hat. Ihm stehen im ganzen 3 Kompagnien unb l1/, Batterien zur Verfügung. In erfolgreichen Gefechten bet Deutschen am nördlichen Auob, in den Seeis-Bergen, nördlich von Kowas, sowie in der Gegend von Kub Hoacha- nas unb Bethanien fielen in den letzten Tagen 28 Hottentotten; 13 Männer unb 63 Weiber unb Kinder wurden gefangen. Infolge der Gefechte, bie in ben Zaris» und Achab-Bergen im September stattfanden, sind jetzt 107 Hereros beS Andreas auf bas englische Walfischbay-Gebiet übergetreten; herunter befanden sich 45 Männer mit 28 Gewehren, bie bie englische Polizei abgenommen hat. " . ____L . ' -LU...........!___ Aie Eröffnung des jachs. Landtags. Dresden, 26. Oktober. Heute wurde der sächsische Landtag eröffnet. Der König verlas die Thronrede. Ter König weist mit Befriedigung auf die zahlreichen Beweise der Anhänglichkeit an das Königshaus und feine Person, die bei ben Besuchen in verschiedenen Landesteilen ihm entgegengebracht mürben, hin, sowie daß bie Besuche im Lande vielfach Anlaß gegeben hätten zu Stiftungen für Hilfsbedürftige. Er stellt fest, daß unter der weit schau enden Führung des Kaisers dem deutschen Volke die Segnungen be§ Fried ens erhalten geblieben seien unb baß int Schutze bc5 Friedens der Niedergang des wirtschaftlichen Lebens im Weichen unb die Verhältnisse des Landes im 91 u f ft e i g e n begriffen seien. Der König hofft, daß nach den mühevollen Verhandlungen das zu stände gekommene Werk deS Zolltarif es und der Handelsverträge für bie gesamte Volkswirtschaft Sachsens unb auch für die Industrie trotz mancher Befürchtungen sich den beteiligten Kreisen nutz- bringend erweisen wird. Der Staatshaushaltsetat 1906/07 lasse eine fortschreitende Besserung der Finanzlage erkennen. Das finanzielle Verhältnis zum Reich hat sich noch drückender gestaltet, unb so lange nicht bie unerläßlich gebotene organische Reform der Reichsfinanzen endlich durchgeführt wirb, können bie Bemühungen, ein wirkliches Gleichgewicht im Staatshaushalt herzustellen unb ben wichtigsten Aufgaben des Staatslebens voll gerecht zu werben, nicht abgeschlossen werben. Der König stellt bie Einbringung gesetzgeberischer Vorlagen, dar- unter baS Wassergesetz, in Aussicht. Deutsches Reich). Beilin, 26. Okt. Ter Kaiser hat dem Fürsten Leo- volb zur Lippe ans Anlaß seines Regierungsantrittes heute ein in herzlichen Worten g h ltcncs langes Gl ü ckwun sch- Telegramm gesandt. Auch der Kaiser von Oesterreich unb die Höfe von Dresden unb München übermittelten Glückwünsche. Eine allgemeine Amnestie steht bevor. Fürst Leopold hat der Bevölkerung in einem heute erschienenen Erlas; von der gestern erfolgten Regierungsubern^hme Kenntnis gegeben. — Fürst B ü l o w wird wahrscheinlich seine Gemahlin, die sich nach Italien begeben hat, im nächsten Monat von dort abholen unb bem italienischen Minister des Auswärtigen, Tit- toni, einen Gegenbesuch abstatten. Ob auch ein Zusammentreffen zwisck;en dem Reichskanzler und dem sranzösisck)en Ministerpräsidenten R o u v i e r beabsichtigt ist, steht heute noch nicht fest. (Post.) — Wie verlautet, wird die hiesige japanischeGesanbt- schaft demnächst in den Rang einer Botschaft erhoben werden. Temgeinäß wird auch die deutsche Legation in Tokio zur Botschaft erhoben werden. (Nach englischem Vorbilbe. D. R.l Köln, 26. Okt. Heute tagte hier unter dem Vorsitz des pursten K'rl zu Löwenstein die 6-eneralversammlung ber beut» fajen 9(ntibuelttffa, in ber mstgcteilt würbe, daß eine 23er» schakfung der Strafen wegen Beleidigung unb wegen Ehebruchs sonne die Errichtung eines Schiedsgerichts erstrebt werde. Es >'brach u. a. auch Pastor v. Bodclsckwingh. Munsteri. W., 26. £kt. In der heutigen Generalvcrsannn- lung dcs Wests Bauernvereins, der der Landwirtschasts- V- Vodbielski beiwohnte, wurde diesem ein Ti'vlcnn als E y r e n m i t g l i e d bes Vereins überreicht. In seiner Tauk- rebe rgte der Minister, er freue sich zu sehen, daß die Art, wie er Die Zntereffen der preußischen Landwirtschaft vertrete, hier Befall und Billigung finde. Der Minister fuhr fort: „■jm ocrjrge nicht, auch wenn bie schmählichsten Angriffe gegen mich gerichtet werben. Als Privatperson könnte ick viel- lcicht dem ausweichen, als Minister ober habe ich meine Person -uruazustcllen und meine Pflicht zu tun für alle die tausende Land-., Photographische Apparate und Bedarfsartikel, Platten, Films. Dunkelkammer Photograph, Arbeiten zur Verfügun". Preisliste gratis und franko. 5432 Adolf Bieler, Marktstr. 5. Victoria-Drogerie. Ein der Gemeinde Leihgestern gehöriger fetter Fasel- ochse soll verkauft werden. Angebote mit Preisangabe pro Zentner Lebendgewicht sind verschlossen mit bez. Vermerk bis zum 31. l. Mts. bei der Bürgermeisterei daselbst einzureichen. Gr. Bürgermeisterei Leihgestern Heß. 5547 6905 er Med. Leberthran lose und in Flaschen [07023 Gnstav Walter Mäusburg 13 Telephon 386 Bier Bücklinge und Sprotten empfiehlt billigst [5553 Eb. Dort, Walltorstr. 45. \ Ein heller I verwendsi fftp f Baokpulver 2" I Vanlliln-Zuoker | Pudding-Pulver VCIRlCr > | ä 10 Pfg. Frnetin bestei Ersatz fUr H O II i Millionenfach bewührto Rezepte gratii von den beeten Geschäften. Uge/, Feinst c. FrankfurterWürslchsii empfiehlt [4923 in verschiedenen Preislagen Heinrich Meister« ©GOGGHGtzGTGOOOO Gietzeu elephon Nr. 384. in [5554 größter Auswahl ' für Herren u.Knaben: stets vorrätig. Versand I nach auswärts. Gebr. Stamm Loden- Capes »mei ft'om: r hat bem *„S;onbtt9 itniS * - «Äaeäd*,,5E”, 9 ,ßtefanbk KZSO erlh-ebt i N-sE I n iürflI1 in den 6eei§»$er genommen hat. =2 ■' )f. Landtags. 'esden, 26. Oktober. Landtag eröffnet. Trr r fänifl weil! mit Be> 1 der Anhisngttchke/t en ic bei den Dechen i nc\?bxo^ voxtttm, ■«, stchach Anlah Mbm i'xy. Er stellt fest, b4 hrung des Äaiitti des Friedens erhall» hntze des Friedens br tlieben Lebens in Landes im Aufsteiger aß nach den mühevollen „mene Werk des Zoll'- trage für die gesamt! 1 ür die Industrie trotz eteiligten Kreisen nutz' üshaushaltsctat 1906/Üi erung der F>nonz' re Verhältnis zum • gestaltet, unb so lang- Ja# d« fübrt wir6' imntn .» w,chi im SM** । tinaben d-S iterifö« Sorlagt«. d- ««f m3 11 ai|S dkl @,g,nb «nb Sinbctn """ ®™mtrn tafeW uni) Velloordrist. Cor. ' nachgesandten Truppen orbfl m nordwestliche, st^en ihn hat Majo- oon Hornkranz eneitii igmen und 1'/, Batterie- hen Gefechten bei' tot1?*"6,10,1 $ 6011 Koe§'? :’Un5$ Nchon von TeK blhmbiigeln ■ ; H^drik 95itboi n n ' zurück. S f i o,5 **■ Aus Frankfurt a. M., 26. Oktober, wird uns geschrieben : Eine Maupassant - Premiere leistete sich heute Abend das Res idenz-T Heater. Direktor Plöcke-Eckardt hat die zweiaktige Komödie „D e r Friede des Hauses" in's Deutsche übertragen und mit Maria Reisenhofer von Berlin als Trägerin der Handlung in Scene gesetzt. Wenn man von Handlung überhaupt reden darf: Denn e§ ist herzlich wenig davon zu spüren. Im Grunde ist es nicht mehr als ein dramatisirte Eauserie über „Weib" und „Ebebrucheln", die weder durch Geist noch Witz noch Satyre ihre Herkunft verrät. Das Publikum wußte nichts Rechtes damit anzufangen und ließ e? dabei genügen, dem Namen Mau- vassant die gebührende Reverenz und den Darstellern — neben dem Berliner Gast den Herren Neber und Schiefer — seine Anerkennung zn dokumentiren. — In Hartlebens „Sittlicher Fordern n g" konnte sich Frau Reisenhofers Kunst wirkungsvoller entfalten. Ihre Rita Revera ist eine Gestalt voll Charme unb Leben. Ten schüchternen Rudolstädter Liebhaber wußte Herr Pütz gut zu charakterisiren. Brüssel, 26. Okt. lK amme r.) Der Minister des Aeußern 6e Faveranu wies auf die internationalen Verpflichtungen unb bie Verantwortlichkeit Belgiens gegenüber ben Garantiemächten bin Der Londoner Vertr-g gewährleiste die Neutralität Belgiens. Eine friedliche Rolle sei Belgien zugeteilt worden, es müsse ober imstande sein, seine Neutralität zu verteidigen, und seine Armee müsse stark genug fein, etwaige Eindringlinge zurückweisen zu können. Es sei möglich, baß ber belgische Boden zum Schauplatz einerVölkerfchlacht werden könne. Ministerpräsident Graf be Smeet de Naeher erklärte, bie gesamte Regierung schließe sich ben Worten bes Ministers des Aeußem an. Der Einwai > baß die sich baraus ergebenden Lasten, bie sich " ' Millionen im Jahre stellen, zu schwer Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: bezüglich der Firma „Linden-Apotheke Paul Zander zu Großen- Linden": Geschäft ist mit Firma, Aktiven und Passiven auf Apotheker Wilhelm Rudolf Schlich in Großen-Linden übergegangen und wird unter der Firma „Linden-Apotheke Wilhelm Schlich" weiterbetrieben. Kckanntmachmg. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird bie Hammstraße zwischen Untersührling bei Geilfuß und bettt; Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen „ III dem erhielt er den Preis für die beste Gesamtleistung innerhalb des mitteldeutschen Kaninchenzüchter-Verbandes. ” Schneefall hatten wir heute mittag zu verzeichnen. Auch von auswärts liegen Meldungen über Schneefälle vor, so wird auS Graz gemeldet, daß der anhaltende Schneefall den Telegraphen- und Telephonverkehr nach dem Süden unterbrochen hat und alle Vahnzüge mehrstündige Verspätungen erleiden. Im Riesengebirge liegt der Schnee so hoch, daß bereits ein lebhafter Schlittenverkehr zu bemerken ist. '* Neue Schutzmaßregeln für la n dwirtschaft- liche Maschinen und la ndwirtschaftliche Nebenbetriebe: 1. Brennerei-, Molkerei- und Stärkcbcreitungs- betriebe, 2. Ziegeleien, Gräbereien über Tage und Torf- gräbereien, 3. Steinbrüche, 4. Mahl- und Oelmühlen, treten am 1. Januar 1906 in Kraft. BetriebSunternchmer und Betriebsleiter werden in der heutigen Bekanntmachung Großh. PolrzeiamteS auf die genaue Befolgung der angeordneten Schutzmaßregeln hingewiesen. () Krofdorf, 26. Okt. Bei der heute ab gehaltenen Gemeinderatswahl war die Beteiligung s o stark, wie sie sonst nur beiReichs-und Landtags- Wahlen zu sein pflegt. Ter neu gegründete, vielfach angefeindete Bürgerverein hatte so viele Leute auf die Beine gebracht. Er kann mit dem Resultat der Wahl angesichts der ungeheur' - Schwierigkeiten, mit welchen er zu kämpfen hatte, wohl zufrieden sein. In der dritten Klasse hat sein Kandidat, wenn er auch nicht, wie vorauszusehen war, gesiegt hat, doch eine ziemliche Anzahl Stimmen ans sich vereinigt. In der 1. und 2. Klasse dagegen kamen die von ihm ausgestellten Knndidgten durch. Es wurden gewählt in der 1. Klasse: Eduard Moos und Kar! Feuser, in der 2. Klasse Wilhelm Drescher und Ludwig Laucht, in der 3. Klasse Georg Schaum und Wilhelm Winter, letzterer von Gleiberg. — Hoffentlich treten die noch abseits stehenden, national gesinnten Bewohner des Ortes dem genannten Verein bei, damit er der Sozialdemokratie gegenüber eine noch stärkere Macht wird. o. Dorlar, 26. Okt. Zwei ziemlich bejahrte reisende Metz ger gesellen, die in der Nacht auf Mittwoch int Wachtlokal zu Kinzenbach gastliche Aufnahme gefunden hatten, passierten am nächsten Morgen auch unser Torf. Wie anderwärts besuchten sie die Metzger- und andere Geschäftshäuser. Dabei hießen sie bei dem Drogenhändler Weller die Ladenkasse mitgehen. Alls man auf den Diebstahl aufmerksam wurde, hatten die Burschen bereits in der Richtung nach Garbenheim das Weite gesucht. Mit Hilfe dreier Soldaten des liG. Infanterieregiments, welche zurzeit hier an einem Brückenbau beschäftigt sind, gelang es, die Langfinger ding est zu machen. Man brachte sie Aktien: Bochum Guss.....251.00 Buderus E. W.....139.00 Tendenz: schwach. . . 218.05 . . 261.00 . . 24.40 . . 130.80 . . 134.50 lungen in hö Heren Lehranstalten. Moskau, 27. Okt. Arzneien sind nirgends erhältlich. Die Kranken leiden ungepflegt und unter den Kindern brechen Epidemien aus. Gießen, den 23. Oktober 1905. --cht fnhrer i. P. Karl ©eifert wohnt mit seiner Familie über 25 Jahre im Hause des Gastwirts Seeger „zum kühlen Grund". Er wurde aus diesem Anlaß mit schönen Geschenken erfreut. ** Geldnepper. Verhaftet wurden aestern abend drei Fremde wegen „Geldneppereien". Sie besuchten zu zweien eine ganze Anzahl Kaufläden und kauften Kleinigkeiten, dabei ihre Betrügereien ausführend, während der dritte „Schmiere" stand. In mehreren Fällen gelang ihnen der Betrug, es fielen ihnen dreimal je 5 und einmal ein 2 Markstück zur Beute, während andere, die geprellt werden sollten, vorsichtiger waren. ** DieLeiche eines flut gekleideten Mannes wurde heute morgen am Woog gelandet. Tie Personalien sind noch nicht festgestellt, man glaubt aber, daß es ein hiesiger Einwohner ist. Es scheint Selb st mord vorzuliegen. **DaS Reichsgericht hat in Sachen des Großh. O berkonsistoriumS in Darmstadt gegen ben Grafen Friedrich zu Alt-Leiningen-Westerburg, wie daS „Darmff. Tagebl." meldet, am 20 Oktober Urteil dahin verkündet, daß unter Aufhebung, bezw. Abänderung der Urteile der beiden vorderen Instanzen zu erkennen sei, „daß der Beklagte die auS dem als Zubehör zum Kloster Ilbenstadt über die evangelische Kirche zu Bönstadt bestehenden bing- lichen Patronat fließen den Rechte für seine Person verloren hat." ’’ Interessante Turnübungen finden nächsten Sonntag in der Turnhalle deS hiesigen Turnvereins statt. Um 81/» Uhr vormittags wird unter Leitung des Gauturn- wartes Will Keulenschwingen geübt unb daran schließ sich ein Turnen der besseren Turner des GaueS Hessen an den Geräten. ** Fünf Preise auf Kaninchen erhielt Heinrich Gabriel oon hier auf der kürzlich abgehaltenen allgemeinen Geflügel- und Kaninchen-AuSftellung 311 Söhn berg. Außer- Holzverkans. Aus dem Distrikt Burghain der Ruine Staufenberg soll unter den für Submissions-Holzverkauf geltenden Bedingungen folgendes Fichtenstammholz abgegeben werden: 8,08 Fstm. von 11—25 Ctm. Mittendurchmesser 2,74 „ , 26—30 „ , und 1.78 „ , 31-40 „ Das Holz ist gesund und lagert au den Wegen. Gebote beliebe man bis zum 3. November l. Js., vorm. 10 Nhr, bei uns einzureichen. Treis a. Lda., den 26. Oktober 1905. Großh. Oberförsterei TreiZ. Schneider. b*710 Gelegenheitskaui. 350 Kostiass^Itftcke in prima doppelseitigen Stoffen, kleine Karos, engl. Geschmack regulärer "Wert bis 16 jetzt Mk. 8.50 IHa NOWACK 5560 auu^eführt von der Lichcr Stratzev. 5558 zur Bekanntmachung. Ziminer Nr. 8. 5549 der [5557 empfiehlt D. «. 07309] gtijtnrgt|iljtn n. -Lchrli»ß sucht |5651 Gelegenheitskauf Gelegenheitskauf werden gesucht. 5423 fragen Kreuzplatz 2. in in Kleiderstoffen 112 cm breite a! reinwollene Noppestoffe 52u6 zu oerimelen. Meter Mk. 1.25 Meter Mk. 1.35 Dieser Stoff eignet sich vorzüglich für Kinder-Schulkleid.. Farben schwarz, dunkelblau, altblau, beige und braun. Carl Mowack Carl öowack Älcincs Logis jUSÄ lechnik sucht 07295 Fritz EccariuS, Marktplatz 7. WWMdWM UMWNK ihinf-O'ierndie lOfftur Sidhu ________________________________________________' Tüchl. Laufmädchen wird gesucht 07314] 'Jldhcrcs Dammstraße 16. Tüchtige Nockmachcr und 1 Westenmacher für dauernde Beschäftigung sofort gesucht. 5477 Georg Leib & Sohu Erstklassige, alte deutsche Lcbeusversich.-Gcf. hat ihre ZnlO-hWtMtUk für Gicßeu uud Umgeb, au eiueu solventen, rührigen «.vertrauenswürdigen Herrn mit gnten Berbinduilgeu zu berg. Schrillt. Meld, unter 5520 an den Gieß. Anz. erb. !Soli>. ZMr verloren Der redliche Fmder wird gebeten, denselben Lonyslr. 20, III. geg. gute Bclohng. abzugeb. ]5548 ! Amicitia! Heute Ütbend 9 Ubr Singstunde. reinwollene doppelbreite Serge Achlige Äilkcimalhtt, Bntnppcr und ILagclöhiicm finden dauernde Beschästtgimg. 5291]Wiese» straße 1. Die nachstehende Bekannttnachung bringen wir hiermit öffentlichen Kenntnis. (Sieyen, ben 26. Oktober 1905. Gwßhcrzoglicl)« Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Zg.ilaufuiauli,24 Fallre ait,nuluar» frei, sucht Stellung als Reisender, Lagerist ob. Kontorist. Schriftl. Meld, u. 07218 a. b. Gieß. ->nz erdeten. Visitenkarten liefert rasch and billigst ßrühl'scbc Ooiv^ÜruckereL Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter Direktion des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan: wert vergütet beziv. zugeschrieben. Friedberg, beu 21. Oktober 1905. Der Großherzogl. Feldbereinigungskommiffar: gez. Spanier, Rreisanumann. Georg Wallenfels Aiarktplatz 21 Telephon 46 gegenüber d. Engel-Apotheke. >8* .en Verloren! ÄÄ ein Uhrauhängcr beftjuiö erneut Krönnngs-2 Alarkst., 2 Fuchszähiie ii. 1 kralle. Geg.Belohng. abziigcb, Reskaural. "^iim Landgraf. „Trink-Eier“ voUsrisch u. absolut reinschmeckend Wir nehmen für unsere sämtlichen Fabriken jederzeit Zigarren- und Wickelmacher für daucrude Beschäftigg. an. Kinn aL (Loos Heuchelheim. 5543 Äcr Untcrridjt in der einiacheii und doppelten Buchführung? Schriftliche Angebote unter 5525 an den (Siebener Anzeiger erbeten. G. R. V. 1885. Sonntag, den 29. Oktober Vereins tour nach Allcudorf a. d. Lumda (C. Zinßer) Einladung zum (Slase Bier. Abfahrt pünktl. 3 Uhr nachm von Röhrles Bierhalle. lv*7/ie Es wird gebeten, in Anbetracht des großen Bergnügens sich recht zahlreich zu beteiligen. Laterne ist Mitzubringen. Der Fahrwart. LRflediCinal* eberthran mild u. angenehm im Geschmack in Fl. L50 Pf. sowie lose gewogen empfehlen billigst ]5542 Gebr. Michel Walltorstraße 29. stucken auch fernerhin vorgenonnnen werden. 2. Eigentumsveränberungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben uiid bergt, innerhalb der Zelt der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer duldeii. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bomtäts- B,6/io Hauptageulur einer I. Lebens-, Unfall-, Haftpflicht- u. FeuerversichcrungS- Gesellschaft nut konkurrenzloser Nebenbrauche für Gießen und Umgebung an wirklich fleißigen lind soliden Herrn, der in besser situierten Kreisen arb. kann, sof. zu vergeb. Großes Inkasso ist da. Schriftliche Meldungen u. 07315 an den Gießener Anzeiger erb. ferner Ssmlbaia M» -------- (früher Steins Garten) ------------- Sonntag*, den 29. Oktober: Crosses KouxeH Ql 1 acflügel; Brnteierall. i rragb. Gcflngcl- Häuser; Brutmaschialle Zuchtgeräte re. Katalog kostenfrei, hv“/,) ßtOugtlpuh i. Auerbach Hess. NWMS 1. Moltke-Marsch, Graben-Hoffmann. 2. Ouvertnre, Franz Schubert, 8=pP6 3. ^ober.^ald-Haus“ bild für Orchester gewidmet) von Eugen von Buri. 4. Danse macabre, Saint-Saöns. 5. Ouvertüre „Die lustigen Weiber“, Nicolai. 6. „Edelweiss und Almenrausch1*, Obeiländler v. Mangelsdorf, Solo für 2 Violinen, Hob. Giess und Naumann. 7. Lysistrata! Walzer, Lincke. 8. Ein Imortellenkrauz auf Lortzings-Grab, Fantasie, Hosenkranz. Humoristischer rFcil: 9. „Lasst uns das Leben gemessen“, Marsch, Simon. 10. „Kneip-Genies“. Walzer, Vollstedt. 1L „Nimm micn mit!“ Polka, Lincke. 12. „Töff! Töff!“ Eine Automobilfahrt durch das lustige Berlin 1 Humorist-Potpourri, Moreno. Anians 5 Uhr. Eintritt 40 Fig. Bekanntmachung. Vetrifft: Fetdberelmgung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier: den zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim. G. Nauheimer, Bleichstr. 15. 4862! Kieme frdl. Wohnung in freier Lage an einzelne Person zu verinieien. An den Bahnhö'en 80. 07246] In meinem Hause Walltor- slraße 1 ist eine Wohlig, zu verm. u. sofort beziehbar. Marl Lack II. la. EssKartoiieln i jedes Quantum hat abzugeben E. Rübsameu, Westanlage 60. Ueberz. Pferd zu verkaufen. 07258] I. K. Spies, Mittelweg?. Professor Dr. Henneberg bewohnt, zum 1. April 1906 zu vermieten. 5017] Näheres Wilhelmstr. 5, I. Alicestraße 11, 2. Stock, 7 bis 8 Zimmer per sofort oder spater NLrDachdecker sofort gesucht. 5534 Martin Muller, Dachdeckerinstr. ______Grüiibcrgerstraße 15.______ Tüchtige Monteure für Gas- u. WasferinitaUationen, sowie eine» Lehrling für Elektro- ßoennht ent einfaches älteres uCoUvlLäl Fräulein z. Pflege einer alten Tante und Stütze im Haushalt. Schriftl. Meld, unter 5561 aii den Gieß. Anz. erbeten. Für ein Kolonialivaren- und Delikatessengeschäft m Westfalen wird eme tüchtige, zuverlässige Berkänferin | gesucht. Zu erfr. Alicestraße 111 zivischeii 1 und 2 Uhr mittags. Für eilten kleinen, linderlosen Haushalt wird ein tüchtiges Dienstmädchen gesucht, welches etwas kochen kann. 5522 Aliccstratze 111. Näheres Ludwigstraße 27, p. Verschiedene | Wilhelm Balser, Lindenplatz 12 M-, Hose»- uni) Liksicu- Schneider HMthekeukapital zu 3s/4 °/o an I. Stelle bei 60°/, LrtStaxc gibt Bcrwaltg. sowie Privatkapital Mk. 95 000 zu 4°/0 auch geteilt in kleineren Beträgen. Näheres durch 15546 J. Rosenthal Telephon 491 Bismarckstr. 10 Hypotheken, u. Immobillei -Geschäft Filnger Alaun sucht guten bürgerl. MiltagSlisch eventuell mit Nachtesseu. Schriftliche Anerbieten u. 07302 art beit Gießener Anzeiger erb. sucht in einem hiesigen (yrUßlCin Hotel das Kochen zu erlernen ohne gegenseitige Vergütung. 07313 Näheres Souneustraße 32. t^ouzertzilher, gut erhalt., nebst *V verschl. Holzfällen billigst zu verkaufen — Schriftl. Meldungen u. 07280 an den Gieß. Anz. erb. Beabsichtige meinen in der Gemarkung Geilshausen an der Staatsstraße Grünberg—Londorf gelegenen 5541 Pflaster steinbruch mit ober ohne Inventar au verk. Neinhardshain. Karl Roth. tLinen tüchtigen |O7311 vT/ Lchncider-Gesellcn sucht Hch.Zeug, Schneideriiiiir.Lollar Für dauernde Beschäftigung werden für Arbeiten auf Grube Ferme tüchtige, fleißige [5544 fclbeites’ durch Bauunternehmer Theisen gesucht. Zu meld, auf den Arbeils» slellen Unterhof u. Gleisanschliiß. hin Arbeiter 8mA Betrifft: Wie oben. Samstag den 28. Oktober d. I. findet die Ueberroeifung Ersatzgrundstucke bezüglich der neu zugeteilten Gewanne 31, 32, 34 und 35 in Flur XX in dem zur Felbbeiemigung Gießen rechts der Lahn zugezogenen Heuchelheimer Gemarkungsteil an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr am Bahnhof Heuchelheim. Die Ueberwelsung erfolgt vorbehaltlich der int Termin bekannt 07307 Nach irro ubcrg i.T. tüchtige Herrschaftsköchin gesucht. Lohn nach Uebereiufunft. Zu erfragen Hotel «Prinz Earl" | 4 Zimmer j Frankfurter Straße 59 4-Zimmerwohnung per sofort ob. spater zu vermieten.________[5550 Kanzlciberg 9 Vierzimmer-Wvhmmg zu verm. 4832 Näheres Schulstraße 7.