Donnerstag 27» Juli 1808 155, Jahrgang Blatt Are heutige Mummer umfaßt 8 Seiten. Der Schalste«»- 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sieben. Kernsprrchanschluß Nr öl. Und Der sinniges Erfinden freut, mag's mit Meister Thoma halten, deutscher Kunst von einst und heut. Statistik wurden 1904 innerhalb des deutschen Zollgebietes 15 906 Hektar mit Tabak bepflanzt. Die Anzahl der rn den Fabrikationsbetrieben beschäftigten Personen betrag runb 160 000, die Snnmre der gezahlten Löhne mehr als 70 'ML Mark Ein Mckgcmg des Verbrauchs auch mir um 10 Proz. kommt also einer Nichtbeschäftigung von 16000 Arbeiters und einer Nichtzahlung von sieben Millionen Mark Lohn' gleich. Und dieser Schlag trifft Menschen, die ohnedies recht trübe Tage sehen. , _ Ein weiteres Bedenken liegt in der lästigen Kontrolle, der sich die Unternehmungen ausgesetzt fänden. Die staatliche Aufficht müßte sich auf sämtliche Stadien der Erzeilgung und Verarbeitung des Tabaks bis zu dent Moment ausdehnen, wo das fertige Fabrikat an den Verbraucher gelangt. Eine solche Kontrolle erträgt auf die Dauer nur der Großbetrieb, und es wäre wahrlich kein Ruhmestitel für den Gesetzgeber, wenn er die Tendenz zmn Großbetrieb seinerseits künstlich verstärkte. Wie die Reichsregierung bei dieser Lage der Dinge hoffen kann, im Reichstag genug Stimmen für eine neue Tabaksteuer zusammenzubringen, ist nicht erfindlich Das Gute an der Einbringung der Vorlage wäre nur, daß sich der Bundesrat durch ihr Scheitern endlich davon überzeugt, wie unhaltbar sein Widerstand gegen direkte Reichssteuern ist Zuletzt bleibt wirklich nur die Alternative: Entweder zahlen die Bundesstaaten auch künftig hohe Matrikular- beiträge, oder sie eröffnen dem Reiche direkte Steuer- quellen. Ein Drittes gibt es nicht. Den Ihn Des Des Doch jeder, der mit Dogmen handelt Und der den Schönheitspfaffen mimt, Sei derb nnd deutlich abgewandelt, Wie's unberufnen Ratern ziemt. Gebt solchem allzulauten Schreier, Der Euch in eitlen Phrasen spricht. Die prompte Antwort: Nein, Herr Meier, Bemeiern lassen wir uns nicht! Unmaßgeblichst Biedermeier mit ei. Volitische Tagesschau. Der Kaiser in Posen. Herold meldet heute: Posen 26. Juli. Der Kaiser wird am 8. August, ooft Swinemünde kommend, in Posen eintreffen und von dort mittelst Autoinobil nach dem Truppenübungsplätze W e t ßen b urg fahren. Am 9. August verläßt der Kaiser wieder den Uebungsplatz und begiebt sich nach Gnesen. m ,__. In Gnesen ist neuerdmgS der Einfluß des PolentumS stark vorgeschritten. Der letzte Besuch des Kaisers in der Ostmark liegt geraume Zeit zurück, und am GermanisierungS- werk ist seitdem unablässig gearbeitet worden, wenn auch nicht immer mit dem wünschenswerten Geschick imb dem gewünschten Erfolg. Es sind wohl noch nicht alle ostmärkischen Deutschen von der Ueberzeugung durchdrungen, daß der Kampf gegen das Polentum mit jedem Tage schwerer wird, weil der Gegner zäh den Ausbau seiner Angriffsorganisation betreibt. Der Besuch des Kaisers ist geeignet und bezweckt wohl auch, den Deutschen das nationale Gewissen gu scharfen, besonders den Großgrundbesitzern, von denen ein Teil dem Standpunkte, keinenfalls an Polen Land zu verkaufen, noch immer fernzustehen scheint. * Tabak- und Baumwolle-Skandal in Amerika. Neben der Baumwoll-Affäre, über die wir unsere Leser von Zeit zu Zeit im Handelsteile kurz unterrichtet haben, scheint es nun auch noch einen amerikanischen Tabak- Skandal geben zu sollen. Der Sekretär deL Ackerbau- Departements, Wilson, hat angeordnet, daß Gerüchte, denen zufolge die Berichte über die Tabakernte im Interesse deS Tabaktrustes manipuliert worden wären, gründlich untersucht werden sollen. Der Tabakbericht für Juli, der sonst stets in den Ernteberichten des Departements veröffentlicht wird, ist merkwürdigerweise noch zurückgehalten worden. Das Kapitel Baumwolle ist noch nicht geschloffen, denn Bundesdistriktsanwalt Beach in Washington hat, wie eS heißt, auf direkte Ordre deS Präsidenten Roosevelt, eine weitere Untersuchung begonnen. Zweck dieser Untersuchung soll vor allem sein, festzustellen, ob noch weitere schuldige Beamte im Nr. 174 teilt* außer Sonntags. Dem Dießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem BeWd)t« Landwirt die Familien- Mittel viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Der- le» der Brübl'schen vniverf.-Vuch-u.Stem- badtrtk. 8L Saug«. Als höchstens noch cm paar Berliner, Von Vater Liebermann geführt! Tie andern sind Kulturproleten — Unb gar, was hier in München haust, Wird vom Pariser Kunstpropheten Mit Namen Meier arg zerzaust! Tabaksteuer in Sicht. Das Reichsschatzamt hatte über seine Steuerpläne strengstes Amtsgeheimnis proklamiert. Erst im Herbste, wenn die Blätter fallen, sollte sich der Schleier lüften und die Welt der deutschen Steuerzahler erfahren, was ihr bevorsteht. Indes, je länger der Sommer dauert, desto mehr sickert durch, und schon steht fast der ganze Reformplan im Umriß vor uns. Freilich sind es bis jetzt nicht Vorlagen des Bundesrats, sondern nur Entwürfe, welche Herr v. Stengel aufftellen ließ, ehe er sich in sein fteund- liches Bauernhaus zu Bühl bei Immenstadt auf Ferien zurückzog. Der Bundesrat legt die letzte Hand erst im September ans Werk. Aber manche inzwischen hervorgetretene Anzeichen lassen auf die Gestaltung des Ganzen wie auf die Chancen der einzelnen Projekte schließen. Zu derErbschafts - und Brau st euer tritt aller Wahrscheinlichkeit nach eine Tabaksteuer. Bei der Heranziehung der Erbschaften wird der Quell verstopft, aus dem die Haupterträge fließen: Kinder und Eltern bleiben von der 'Abgabe frei. Die Brau st euer findet, wenn sie über eine mäßige Staffelung hinausgeht, im Reichstage keine Mehrheit. Eine Wehrst euer hätte vollends em zweifelhaftes Schicksal; sie wäre übrigens nichts anderes als eine, freilich unvollkommene, Reichseinkommenssteuer, welche der Bundesrat bisher noch stets verworfen hat. Die Regierungen halten an dem durch die Erbschaftssteuer aller- dings schon durchbrochenen Grundsatz fest, daß den Einzelstaaten die direkten Steuern gehören und das Reich auf indirekte hinzuweisen ist. Andere Verbrauchsgegenstände aber als der Tabak bieten sich zurzeit nicht dar, und eben deshalb gesunde Formen angenommen hat. Am meisten leidet < hierbei wie bei allen solchen unerfreulichen Geschäftsgepflogenheiten, der reelle und gewissenhafte Fabrikant. ' Für die Zigarrenindustrie brache das Berichtsjahr zwar einen gesteigerten Absatz, doch konnten die Geschä f ts- < ergcbnisse hiermit nicht gleichen Schritt halten. Die Ansprüche des Publikums an die grauen, fahlen Farben der Deckblätter haben sich int abgelaufenen Jahre derart gesteigert, daß die deutsche Zigarrenfabrikation heute bei einer Prets- Vewertung fnr helle, fahle Decktabake angelangt ist, die jeder einsichtige Fabrikant als u n g e s u n d bezeichnen muß Dte Fabrikation der gangbarsten geringeren Preislagen tst durch den enormen und unverhälknismäßigen Aufwand für Deckmatertal in sehr vielen Fallen so wenig rentabel geworden, daß kaum noch ein Nutzen hierbei zu erzielen tst. Wer auch die mittleren und besseren Preislagen wurden un günsttg beeinflußt, da der Preisstand für feine leichte, hollandtsche Tabake, die in Deutschland im wesentlichen für Deck- und Umblattzwecke zur Verwendung kommen, bei ihrem im Verhältnis zur Nachfrage sehr geringen Angebot außerordentlich hoch war. Die Verhältnisse scheinen sich aber tm- met noch zu verschlechtern, da un abgelaufenen Geschäftsjahre Fabriken, welche bis dahin immer noch braune Decken verwenden konnten, nun auch teilweise zur Auschaffttng von Hellen und grauen Decken genöttgt worden sind. Das Erzeugnis m Hellen! -Landblattdecken entspricht bei wertem nicht dem Bedarf, und so ist zweifellos eine weitere P r e t s st et g erring hierin zu erwarten. Die Ansprüche an! neue Fa?ons, elegante Packungen usw. werden von Jahr zu Jahr großer und machen erhöhte Aufwendungen notig. Das kan.girrm.0k Zahlungsziel von 6 Monaten, das in der Zigarren mdustrie üblich ist, wird sehr ost beträchtlich überschritten, und es tst trotz aller Vorsicht nicht immer zu vermeiden, daß bet Zahlungsfristen von 7—8 Monaten für die Fabriken Verluste entstehen Lerder ist es bei der scharfen Konkurrenz nicht möglich, gegenüber den Wnehmern eine Erhöhung der Zigarrenpreise durchzudrucken, sodaß der Geschäftsgewinn der Zigarrenfabriken im Verhältnis zu dm Anforderungen an das Fabrtkat als äußerst gering bezeichnet werden muß. Kem Wunder, daß unter solchen Umständen das Projekt einer höheren Besteuerung des Tabaks in der Presse der verschiedensten Parteien mit Mißbehagen ausgenommen wird. Der Tabaksteuer steht entgegen, was jeder Verbrauchsabgabe entgegensteht; sie trifft die wirtschaftlich Schwächeren schwerer als die Stärkeren. Den Hauptbestandteil des Konsums macht die billige Zigarre au§,< die von her minder wohlhabenden Bevölkerung geraucht wird. Eine Verteuerung schädigt also Leute, die man schützen sollte. Sie widerspricht der von Staatssekretär Frhrit. von Stengel cmsgegebenen Parole, die auf Schonung der Schwachen lautete; sie widerspricht der vom Zerttrum bet der letzten Flottenvorlage eingebrachten und durchgesetzten Resolution, derzufolge Gegenstände des Massenverbrauchs nicht belastet werden sollten. _ Aber noch mehr, die Tabaksteuer setzt Tausende von Arbeitskräften außer Lohn und Brot. Die Erfahrung lehrt, daß gerade der Tabafk dasjenige Genuß- mtttel ist, dessen Verbrauch von den Prersverhältntssen am meisten beeinflußt wird. Der amtlich berechnete Verbrauch von sabrikationsreifem Rohtabak int deutschen Zollgebiet betrug anfangs der siebziger Jahre 1,8 Kgr. auf oen Kopf der Bevölkerung, er stieg 1878/79 auf 2,7 Kgr., um nach der Zollerhöhung 1879/80 plötzlich auf 0,7 Kgr. zu sinken. Dann hob er sich wieder auf 1,5, stieg im Jahre 1896 auf 1,8 und sank nachher auf 1,5. Jeder Rückgang des Verbrauchs bedingt aber einen Rückgang der Produktion Nun weisen die Produktionsverhältnffse der Tabakindustrie ohnedies nur sehr geringe Stetigkett auf. Der Umfang des inländischen Tabakbaues war noch immer von dem Geldertrag des jeweils vorhergeaangenen Erntejahres abhängig. Dem Steigen des Geldertrages folgte eine Vermehrung, dem Sinken eine Verminderung des Anbaues. Tritt hierzu noch eine durch Steuererhöhungen hervorgerufene Verringerung des Verbrauchs, so wird dies für einen Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen zu einem schweren Verhängnis. Nach der amtlichen Kerr Weier nnb die deutsche Kunst. T-r P-rik-r fiimfitoriftMet M-i-r-Gr°cf- Jnte™ höchst unerquickliches und phrasenreiches. wohl nur von vardeu m dessen „Zukunft" verteidigtes, sonst °^emeM abgelehnt^ Buch veröffentlicht, in dem er gegen unsere deutschester Meister, vor allem Böcklin und Thoma, zu ^lde Aht. Es hat sich nun ein unschöner Streit als Folgeerschemun-g M^r Publlkatton zwischen Thode und Liebermann entspannen. Alell^ußter ^m pressionisnius kontra deutsche, Gemutskunst, deutsche Geun'^ imtififcit. Muß es denn auch tu der Kunst, wahre Kirnst ist und ntcht schablonenhafteN^emWuE abgelebter Kunstformen, einen alleiNseligmacheuden Glauben geben nnb Fanatiker, die sich für ihn m Stucke Aßen lassen? Die Münchener „Jugend" bietet dte Geschichte, des Falles Meier-Graefe-Thode-Liebermann in wohltuend-humortsttscher Ber- n5n®bt paar Worte der Ertlärung zuvor. DerUniveffttat^Pro- fcssor Thode hat in Heidelberg Vorlesungen über dte moderne Kunstentwicklung, vor allem über Böcklin mrd DHoma, Spalten, die den Impressionismus (der tn MeieEraeses Duck fernem Uebermut die Zügel hatte schießen lassen) scharf angegriff en ^er vortreffliche, aber stets etwas nüchterne Berliner Landschafter Prof. Mar Liebermann entgegnete noch schärfer. Thvuia trat für Thode ein. Darauf hat wieder Liebermann cms Wort uno so fort. Nun weiß man genug, um die Dichtung der ,,-jugeno würdigen zu können: Von einem Herrn mit Namen Meier Wird angerempelt und gehunzt Zurzeit mit wilden Hasses Feuer, Was deutsch ist an der deutschen Kunst. Nur eins darf gelten, die Franzosen Impressionistischer Tetchenz — Die sind allein dte Rtesengroßen! So lautet Meiers QuiMessenz. Sie sind allein der Muse Diener, Kem and'rer, dem Respekt gebührt, Doch mehr als alle ist es einer, uns ein Hort der Schönheit war, Nur eben halt nicht Meiern seiner — Für den ist er die bete notre: Böcklin haßt er bis zur Schrulle, trifft, in seinem neuen Buch, neuen Kunstpaps neu'ste Bulle, Anathemas graufer Fluch! soll nun »auch der Tabak bluten. Die T a b a k i n d u st r i e steht hiernach vor einer neuen Beunruhigung. Zu den verschiedensten Malen ist die Frage der fiskalischen Belastung des Tabaks aufgerollt woroen. Zuerst setzte man einen Eingüngszoll von 24 Mk. pro 100 Kgr. und eine Flächensteuer von 72 Mk. pro Hektar fest Im Jahre 1879 kam das Gesetz zustande, das den Eingangszoll für Tabakblätter auf 85 Mk. erhöhte und für inländischen Tabak eine Gewichtssteuer von 45 Mk. pro 100 Kilogramm ein führte. Kaum beruhigt, wurde diefe Industrie von neuem aufgestört, indem Fürst Bismarck den ganzen Erwerbszweig in staatlichen Betrieb überfuhren wollte. Das Monopolproiekt war eben abs)ewehrt, da machte Preußen den Versuch, eine Licenzsteuer für den Ber- tauf von Tabaksabrikaten durchzusetzen. Ist den Jahren 1891 und 1892 gingen Petitionen und Anträge beim Reichs- tag ein, die eine Erhöhung des Zolles verlangten. IN den Jahren 1894 und 1895 erschienen im Reichstag Regrer- ungsvorlagen, deren eine aus dem Tabak eine Gesamteinnahme von 104 Millionen Mark, deren andere eine solche von 87 Mill. Mark ergeben sollte. Beide Vorlagen wurden abgelehnt. 9hm zieht eine neue Gefahr herauf, welche auf die" ganze Branche einen lähmenden Einfluß üben mutz. Daß die gegenwärtige Situation dazu angetan wäre, Steuerprojekte zu begünstigen, wird niemand behaupten wollen. Nach den übereinstimmenden Berichten der Handelskammern liegen im ©egenteü die Verhältnisse der Tabakfabrikation und des Tabakhandels wenig erfreulich. Im Bericht der Gießener Handelskammer heißt es u, a.: Die Rauchtabakfabrikation behillt zwar im B^ richtsjahre ihren Umsatz in der früheren Ausdehnung bet, W) hatte das Ergebnis, ebenso wie int Vorjahre, unter den hohen Preisen für Rohtabak aller Art stark zu leiben. Zu einer großen Schädigung der Tabaktnduftrte bat das Zugabeunwesen gefiihrt, das immer mehr an Verbreitung gewonnen hat . . . Die Folge hiervon ist, daß die K^sumenten sich bei ihren Käufen immer weniger von der Qualität der Ware, als von der Art und Höhe der Gesenke beeinflusset lassen. Während andererseits der Wettbewerb der Fabrikc u u n^ Herr Böcklin droben tnt Olymp, er Mag freilich lächeln, amüsiert Durch das ästhetiiche Gestümper, Womit ihn Meier attackiert — Doch hier auf Erden stieg der Aerger Hierüber manchem an den Hals Dahin Aea er dem Heidelberger Professor Thode ebenfalls. Gleich hat ifa Liebermann beim Wickel, Er sagt, daß er, beleidigt sei Und baut in einem Kraft-Artikel Den Henry Thode schier entzweu Hans Thoma drauf, der topfte Meister, Steht wiederum, für Thode em Und mischt sich m den Kampf der Geister Und fährt mit scharfer Klinge drein — So rauft man unter Stirnenrunzeln um des Kaisers Bart zur Stund', Und Meiern sieht man fröhlich schmunzeln, Denn Meier ist in aller Mund! Ach, dazu war der ganze Krempel Und dazu Meiers Amoklauf Und dazu ging Dianens Tempel Zn Ephesus m Flammen auf! O, Künstler! Denkt der alten Fabel, Geht keinem Meier auf den Leim, Uns malt, wie jedem haft der Schrmbel Gewachsen ist bei Euch daheim! Wer sich an Farben will berauschen Und wer der heiligen Natur Geheimes Weben will belauschen. Der wandle fort auf Böcklins Spur. Und wen des Lichtes feinste Schöne, Des Lebens herbe Wahrheit dann Begeistert, stimme seine Töne Nach Uhde, Zügel, Liebermann; Und wer des Schaffens Glück artistisch Im Spiel des Augenblickes fand. Der male impressionistisch. Wie Ma- und Monet es verstand! Und wen Erzählen und Gestalten GieheimAMM» w General-Anzeiger v » Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW Mit deuffcher Kunst von einst und heut. Was Euch gefällt, das dürft Ihr wagen, Und was Ihr könnt, ist Euch erlaubt, Kann einer nur auf Ehre sagen. Daß er's in tiefster Seele glaubt! Ackerbaudepartement bet dem Verrat der Baumwollberichte die Finger im Spiele batten. Vorläufig gilt der Statistiker Holmes als der alleinige Sündenbock. Es verlautet, daß Präsident Roosevelt sich dahin geäußert hätte, daß eine strafrechtliche Verfolgung eingeleitet werden solle, wenn das vorliegende Beweismaterial dies irgendwie zulasse. Bundes- Distriksanwalt Beach, der, wie anfänglich gemeldet wurde, erklärt hätte, daß ein Beamter wegen eines derartigen Verrates nicht strafrechtlich verfolgt werden könnte, ist, wie es scheint, mißverstanden worden, denn es wird jetzt erklärt, daß er gemeint hätte, daß auf Grund des jetzt vorliegenden unzulänglichen Beweismaterials keine strafrechtliche Verfolgung möglich wäre. Es ist ausgerechnet worden, daß die Makler, denen Hie Ernteberichte verraten wurden, Millionen eingeheimst hätten. Baumwollbörsen in verschiedenen Teilen des Landes haben den Präsidenten ersucht, der Untersuchung de§ Sekretärs Wilson eine noch gründlichere folgen zu lasten. Die jetzige Untersuchung wird vom Bundes-Distriktsanwalt Beach mit Unterstützung von Bundesgeheimdienst-Beamten vorgenommen. Es geht das Gerücht, dal; Sekretär Wilson ab danken würde, nicht etwa, weil er selbst irgendwie nachlässig in der Leitung seines Departements war, sondern weil ein solcher Baumwoll-Verrat überhaupt möglich war. Petrolenm. Auf dem internationalen Petroleumkongreß in Lüttich sprach Curt Proeßdorf (Mtenburg, S.-A.) über die Frage, ob das Vorurteil des deutschen Publikums für das amerikanische Petroleum der Standard Oil Company begründet sei. Der Vortrag nahm gegen das monopolistische Vorgehen der Standard Oil Company in Deutschland Stellung und der Vortragende erbrachte an Hand zahlreicher physikalisch- photometris'cher Untersuchungen der hauptsächlich in Deutschland gehandelten Petroleumsorten den Beweis, daß das amerikanische Petroleum, American Family Oil, der Standard Oil Company und ihrer deutschen Filialen nicht rein pennsylvanisches Petroleum und qualitiv minderwertiger ist, als fast alle zurzeit in Deutschland gehandelten Petroleumarien. Im volkswirtschaftlichen Jn- tereffe des gesamten deutschen Vaterlandes muffe daher der deutsche Petroleumhändler und das deutsche Publikum jenes unbegründete Vorurteil, das der Standard Oil Company den Hauptanteil an der jährlichen deutschen Petroleum-Gesamteinfuhr unverdientermaßen sichere und dadurch Unsummen deutschen Kapitals in die Hände dieser Gesellschaft bringe, fallen lassen. Ebenso müsse man die durchaus falsche Ansicht aufgeben, daß bei mangelhafter Brennfähigkeit eines Petroleums auf der Lampe stets die Qualität des Petroleums schuld sei. Brennerkonstruktion und Zylinderform seien erwiesenermaßen von allergrößtem Einfluß auf die Brennfähigkeit und Leuchtkraft eines Petroleums und da in Deutschland nicht mehr eine Petroleumsorte, wie vor Jahrzehnten, sondern mehr als 12 Petroleumarten verschiedener Herkunft und verschiedener chemischer Konstitution gehandelt würden, wäre es die Pflicht der gesamten deutschen Lampenindustrie, im Interesse einer gleichmäßig guten Lampenbeleuchtung neben den hochlinigen Brennern mit Flammenverteiler mehr Reformlampen zu schaffen. Das Publikum müsse solche Reformbrenner und Reformzylinder vom Lampenhändler verlangen. Nur dann würde es der stark aufblühenden europäischen Petroleumindustrie möglich sein, ihre viel bessere Ware in Deutschland mehr und mehr einzuführen und die monopolistischen Pläne der Standard Oil Company im ureigensten Interesse von Volk und Staat erfolgreich zu durchkreuzen. Die dem Vortrage folgende Diskussion ergab die volle Ueb er einstimmun g der Teilnehmer des internationalen Petroleumkongreffes mit dem Vortragenden. ArSeiter-Unterrichtskrrrse durch Studenten. Berlin, 26. Juli. Nachdem schon seit Jahren die Studenten der Technischen Hochschule Arbeiter-Unterrichtskurse veranstaltet hatten, sind ihnen im letzten Winter die Studenten der Universität gefolgt. Als den Zweck ihres Unternehmens geben sie selbst an, daß die Studentenschaft dazu berufen sei, an den sozialen Aufgaben unserer Zeit nach dem Maße ihrer Kräfte mitzuarbeiten, und daß die geeignetste Form solcher Betätigung wohl im Arbeiterunterricht bestehen dürfte. Die Notwendigkeit eines solchen Unterrichts sei darin begründet, daß die bestehenden Fortbildungsinstitute auf eine höhere Vorbildung der Arbeiter rechnen, als sie in der Mehrzahl anzutreffen sei, und daß ein Ort fehle, wo die Grundlage der höheren Bildung, der elementare Unterricht, geboten werde. Die hierfür bestimmten städtischen Fortbildungs- fchulen werden von älteren Arbeitern wenig besucht. Dieser Mangel war umso fühlbarer, als eine elementare Bildung auch ohne die Aussicht auf höhere geistige Beschäftigung dem Arbeiter in seinem Berufe und in seiner sozialen Stellung von großem praktischen Wert ist. Der Unterricht wurde in zehn Kursen mit 348 Arbeitern ausgenommen. Von den Kursen waren je drei Unterkurse in Deutsch und Rechnen, je zwei Oberkurse derselben Fächer. Die Zahl der Meldungen betrug 561, darunter 12 Frauen. Am Schluß des Semesters waren noch 222 Personen anwesend, die übrigen waren aus verschiedenen Ursachen abgefallen. Der größte Teil der Hörer gehörte einer Altersstufe von 25 bis 40 Jahren an. Während der Ferien wurden Vorträge über allgemein interessierende Themata abgehalten, auch wurden Museumsführungen veranstaltet und die Sonntagsnachmittags-Vorstellungen im Schillertheater besucht, wobei die Studenten persönliche Fühlung mit den Arbeitern gewannen und sie besser kennen lernten, als beim Unterricht. Das Sommersemester umfaßt vier Stufen im Deutsch und drei im Rechnen; hinzugekommen ist ein Kursus im Deutschen für vollständig Ungeübte und Ausländer, ein Mittelkursus ist zwischen den Unter- und Oberkursus eingeschoben. Ferner ist noch ein besonderer Kursus über Schiller eingerichtet. Geometrie ist in einen besonderen Kursus gelegt worden. Die Kosten betrugen bis jetzt rund 408 Mk. Belgische Festlichkeiten. Antwerpen, 25. Juli. Anläßlich der Feier der 75jähr. Unabhängigkeit Belgiens gäb die deutsche Kolonie heute äbend ein Festmahl. Anwesend waren u. o. der deutsche Ge- fcmdte Graf Wallwitz, der belgisch-e Ministerpräsident, der Minister vÄ Innern usw. Graf Wallwitz brachte einen Trink- spruck auf König Leopold auS, in welchem er betonte: Deutschland wünsche ein starkes Belgien, sowohl in politischer, wie in kommerzieller Hinsicht. Die materielle Entwicklung Belgiens sei für Deutschland wertvoll; mn ihr öanb in Hand gehe der gegenseitige Austausch der Erzeugnisse Der PräsideM des 'Wgeordnetenhauses Schellsert ttant aus ein langes, glückliches Leben, sowie eine glorreiche Regierung Kaiser Wilhelms, den er als Bürgen ftir die belgische Neutralität begrüße und der, von seiner schweren Verantwortlichkeit tief durchdrungen, sich ganz der Wohlfahrt seines Volkes widme. Der Redner schloß: „Laßt uns die Ehre würdigen, die btt Kaiser Belgien erwies, indem er durch ein mächtiges Panzerschiff einen Gruß überbringen ließ. Ich bitte die hier anwesenden Vertreter, dem Kaiser unsere Anerkennung zu übermitteln Unter 'einer energischen, geschickten Leitung hat Deutschland sich m bewundernswertem Maße auf dem Gebiete des Handels und der Industrie entwickelt iind vergrößert. Seine Marine gehört zu den mächtigsten der Erde. Außerdem ist der Kaiser bestrebt, den Frieden aufrechtzuerhalten, und dies wird ihm ewig Anspruch auf die Dankbarkeit der Menschheit geben." Weiter redeten der italienische Generalkonsul von Barh, der Ministerpräsident de Smeet de Naeyer und der Bürgermeister van Ryswyk von Antwerpen. Brüssel, 26. Juli. Der K ö n i g gab im Palais emFrüd- 'tück ztl Ehren der Offiziere des deutschen Linienschiffes „Kaiser Karl der Große" Zu seiner Rechten, saß der deutsche Gesandte Graf v. Wallwitz, zur seiner Linken der Kommandant des „Meteor". Der König widmete dem beut» chen Kaiser einen sehr herzlichen Trinkspruch, in dem er dem Kaiser dafür bankte, daß er aus Anlaß des belgischen Nationaljubiläums das deutsche Panzerschiff nach Antwerpen gesandt habe, und den Wunsch ausdrückte, daß das belgische Volk den Traditionen des deutschen Volkes folgen möge. Aus Stadt lmd Laad. Gießen, 27. Juli 1905. " Empfang. S. K. H. der Großherzog empfingen am 26. Juli u. a. den Professor Dr. K ö n i g von der Landes- Universität Gießen. ** ProvinzialauSschuß-Sitzung. Am Samstag, den 29. ds. Mts., vorm. % 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Prooinzial-AusschuffeS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Georg Zinßer zu Allendorf a. d. üda. um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. 2. Gesuch des Gustav Schäfer von Alsfeld um Erlaubnis zur Errichtung einer Schankwirtschaft. 3. Gesuch de§ A. Bonacker von Heblos um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirt- chaft zu Wallenrod. **Motorbootverkehr auf der Lahn. Die Motorbootverbindung Gießen-Dutenhofen ist bekanntlich nach kurzen, wenig glücklichen Versuchen vor Jahr und Tag selig entschlummert. Die Passagiere beteiligten sich damals ganz gern an der Ueberwindung der mannigfachen Hindernisse im seichten Bette der Lahn und hatten ihre Freude daran, wenn endlich nach so langer als amüsanter und anstrengender Fahrt die Landung in Dutenhofen von statten ging. Jetzt erfahren wir von einem anderen Motorbootunternehmen auf der Lahn, aber leider nicht bei Gießen, sondern bei Ems. Dort fahren eit Kurzem auf der bisher so stillen und verkehrsarmen Lahn fast geräuschlos vier elegante schnelle Motorboote, welche gut und sicher eingefahren, genau wie eine elektrische Bahn einen regelmäßigen Betrieb zum Fahrpreis von 10 Pfennig aufrecht erhalten und vom Publikum sehr gern benutzt werden. Die Boote sind 10 Meter lang und 2,15 Meter breit, sie besitzen geräumige Kajüten mit geschliffenen Fenstern und Sonnendach und sind durchweg auS Mahagoniholz gearbeitet mit Beschlägen aus Phosphorbronze. Die Motore sind acht Pferdestärken leistende Daimler-Schiffsmotore, welche den Booten eine Geschwindigkeit von 14 bis 15 Kilometern in der Stunde verleihen. Das Unternehmen wird von der Malbergbahn geleitet, welche auch den Dienst regelt. Für die landschaftlich überaus schöne Strecke von Ems bis N a s s a n soll im nächsten Jahre ein Hinterradmotorboot hinzukommen, nachdem es gelungen ist, ein derartiges Fahrzeug für 50 Passagiere mit einem Tiefgang von nur 30 Zentimeter zu konstruieren. Das Hinterrad arbeitet sicher und geräuschlos, selbst wenn das Wasser mit Schlamm und Kraut besetzt ist. Die Neuerung am Schiffspropeller ist geeignet, auch diese herrliche Strecke dem Motorbootverkehr zu erschließen und zwischen den beiden Lahnbädern eine neue, ebenso angenehme wie sichere Verbindung herzustellen. (’) Heuchelheim, 26. Juli. Gestern abend gegen i/2 9 Uhr passierte in der Nähe der hiesigen Station ein seltsamer kleiner Unfall. Zwei Arbeiter purzelten plötzlich aus dem noch in voller Fahrt befindlichen Zuge auf die Erde, ohne sich zu verletzen. Hier konnten sie wieder zum Hallo aller Mitfahrenden den Zug besteigen und ihrer Heimat zufahren. Was oberhessische Knochen alles vertragen können! p. Wetzlar, 26. Juki. In unserem Kreisdorfe Holz- hausen auf der Ulm wurde dieser Tage der Händler Seligmann von dort von einem tollwütigen Hund derartig gebissen, daß seine Unterbringung in der Anstalt zu Berlin nötig wurde. Die Hunde der Nachbarschaft wurden abgeschossen. p. Oberbiel a. d. Lahn, 26. Juli. Der hoch in den Fünfzig stehende Gastwirt Berghäuser von hier wollte gestern abend auf dem oberen Boden der Scheune Futter holen; dabei stürzte er so unglücklich auf die Tenne hernieder, daß er einen schweren Beinbruch und erhebliche Verletzungen und Verrenkungen des rechten Armes daoon- trug. Aerztliche Hilfe war schnell zur Stelle. sä. Frankfurt, 26. Juli. Am Eschenheimer Tor wird demnächst ein Prachtbau entstehen, der zu den schönsten in der Handelsstadt am Maine zu rechnen fein wird. Der Ka ufmännische Verein läßt dort sein neues Vereinsheim errichten. Es wird in der schönsten Weise ausgestattet und einen Saal enthalten, der für 1500 Personen Platz bietet, also der größte Frankfurts sein wird. Drei weitere kleine Säle, schöne Restaurationsräume und sieben große Läden sind in dem Gebäude vorgesehen. Die Eröffnung soll am 1. Oktober 1906 erfolgen. Frankfurt, 26. Juli. Mit dem Umbau der Hauptwache zu einem Kaffeehaus geht es schnell voran. Der Veranda-Anbau nach dem Schillerplatz zu, der zugleich eine nicht unbeträchtliche Vergrößerung der unteren Räume darstellt, ist vollendet. Er paßt sich mit seinen drei großen Bogenöffnungen ganz dem Stil de§ historischen Gebäudes an. Die alten Zimmerchen und Ecken im Innern des Gebäudes sind zu einem einzigen großen Saal verschmolzen. Von der Steinwegseite auS führt eine Stemtreppe nach den oberen Räumen. Bei einer zweckentsprechenden, geschmackvollen Ausstattung dürfte Frankfurt jedenfalls um ein eigenartiges und gemütliches Kaffeerestaurant reicher sein. • Woher die Hohenzollern stammen. Set einem letzten Besuch auf der Saalburg zeigte man dem Kaiser neue keramische Römerfunde, deren einige die deutliche Bezeichnung „Lucanus" trugen. Da rief der Kaiser Den Chef des Zivilkabinetts herbei, deutete lächelnd auf den den Stempelabdruck eines Topfes und sagte: „Sehen Sie hier, lieber Lneanus, da renommieren Sie immer mit ihren Ahnen, und jetzt stellt sich gar heraus, daß sie ganz gewöhnliche Töpfer waren." Ein hübsches Seitenstückchen hierzu teilt der Historiker Uhlrnann-Uhlmannsdorff mit. Ec fand bei seinen Arbeiten im königlichen Kceisarchiv zu Nürnberg in einem alten Nürnberger Wappenbuch aus der Nefocma- tionszeit folgende Stelle, die sich mit der Abstammung und Namensableitung unseres jetzigen Kaiserhauses beschäftigt. Es heißt da u. a. wörtlich: „Als zu den Zeitten Kaiser Rudolffs des Ersten, das Burggraffthum zu Nürnberg abgestorben (1273), hatt derselbe solches seinem Schwager und Schwesterman Graff Friedrich von Zollern Zu einer Heimsteuer geben unnd auff seine Nachkomen Erblich gemacht. Diese Graven sein Erstlich vertriebene Columnester unnd Tuchmacher zu Rom gewest und haben in der Stadt Rom gewöhnet, Alß sich aber auff eine Zeitt, ein Auffruhr zum Rom entspringen woldt, besorgt sich dieser Columnester, die weil er fein gebomer Römer, sondern nur ein Römling roere, er möcht umb all sein Gueth Klammen, unnd auß der Statt gestoßen werden, verkaufft derwegen haimlich sein gütter, unnd erwirbt vom Kaiser ein Ordt, dahin er ein Behausung bauen möcht, Nach deme er mit Vielem geldt ins Teutsch- landt gezogen. Bauet also ein Schloß unnd verdient sich bey seiner Mayt dermaffen, daß er Ihn zu einem Zolherrn unnd nachmals zu einem Graven machet, daher er Graff von Zolhern genannt worden, sampt seinen nachvolgenden Erben." • Vom Harze wird geschrieben: Im Vorjahre eine brennende Julihitze, Staub auf allen Wegen bis zum Brocken hinauf, Waffernot in manchen Harzorten, und Heuer das gerade Gegenteil! Seit zwei Wochen kein Tag ohne Niederschläge und kaum einer ohne Gewitter, die teils die Schwüle nicht brechen, teils eine im Juli doppelt empfindliche Kühle hinterlaffen. Der Tourist, der über einen guten Wettermantel, Doppelsohlen und Wanderlust verfügt, wird gleichwohl das heurige Wetter vorziehen. In der herrlichen Luft keine Spur von Staub, und alle Augenblick rieselt einem ein Quellchen über den Weg, wo im Vorjahre nur staubiges Gestein zu erblicken war. Der Pflanzenwuchs quittiert, über das himmlische Naß mit einer prächtigen Vollsaftigkeit, während der Waldboden überrascht und überraschend eine Unzahl von Pilzen hervorschießen läßt, wie sie von rechts- roegen erst im feuchten Herbste erscheinen sollten. Mit den Aussichten steht es schlecht. Vater Brocken hat oft und gern seine Wolkenkappe über den Ohren. Fährt man früh aus dem warmen Tale mit der Brockenbahn auf die Kuppe, so ist man oben versucht, ein wenig mit den Zähnen zu klappern, und wer vvm Nebel nicht gründlich angefeuchtet zu werden wünscht, rettet sich ins HauS, bis gegen Mittag die Schleier den Sonnenstrahlen weichen und ihm der Blick in die mächtigen bewaldeten Kuppen deS HarzeS gestattet ist. * Eine Bismarckw arte bei Heringsdorf. Wie man aus dem Ostseebade Heringsdorf berichtet, fand dort die Prüfung und Ausstellung der Entwürfe für Errichtung einer Bismarckwarte statt. Es sind 184 Entwürfe eingegangen. Den ersten Preis erhielt Architekt Otto Rietz-Schöneberg- Berlin, Erbauer der Müggelberg-Bismarckwarte, den zweiten Preis Architekt Mähler-Worms a. Rh., den dritten Architekt Arth. Biberfeld-Berlin. Kunst und Wissenschaft Mainz, 24. Juli. Das im Besitz der Stadt Mainz befindliche berühmte Kolossalgemälde des niederländischen Malers Jordaens „Der 12jährige Jesus im Tempel" wurde gestern aus Ersuchen der Bürgermeisterei in Antwerpen der dort stattfindenden Ausstellung von Werken dieses Meisters mittelst eines besonderen Schiffes leihweise übersendet. Tas Gemälde ist für 7S Million Mark versichert. Nniverfitäts-Yachrichten. Freiburg i. Br., 26. Juli. Die nicht konfessionellen Per bind ungen im Gesamtausschuß der Studentenschaft erklärten sich für die Trennung von katholischen Korporationen. Märkte. Limburg a. b. £., 26. Juli. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 15.40 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.10, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.30 Mk., Saathafer 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Kursbericht. Frankfurt a. M., 26. Juli Offizielle Schlusskurse. 31/s°/o Reiohsanleihe . . 101.20 3"/° do. ... 90.25 37,°/v Konsols .... 101.40 8% do......90.20 372% Hessen .... 100.70 3l/i% Oberhessen . . . 99.50 4% Oesterr. Goldrente'. . 101.60 47,96 Oesterr. Silberrente . 101.70 496 Ungar. Goldrente . . 97.50 4°/$ Italien. Rente , . . —.— 4 % Portugieser I , . . 67.30 3°/ Portugiesen. UI . . 67.05 196 Unif. Türken . . . 88.90 Türkenlose......135.50 456 Grieoh. Monopol.-Anl. 54.00 47,7g äussere Argentiner . —.— 3°/0 Mexikaner .... 69.10 472% Chinesen .... 96.80 Eleotrio. Sohuckort . . . 135.50 Nordd. Lloyd . . . . 125.60 Kreditaktien . . . , . 207 90 Diekonto-Kommandit. . 19010 Darmstädter Bank . . . 145.00 Dresdener Bank .... 159.10 Berliner Handelsges . . 171 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.90 Lombarden.....18.25 Gotthardbahn ..... —.—> Laurahütte..... 264.00 Bochum ..... 255.40 Harpener . ... 22190 Staatschatzscheine . . . 100.55 z: fest. Die Ziehung III. Klaffe der 6. HeMch-Thürittgischerr Staatslotterie findet am 2. und 3. August d. I. statt. Auf die Notwendigkeit rechtzeitiger Loserneueruug wird aufmerksam gemacht. ss25/$ Lehrfabrik Drlnglsohe Technikum Jimenau ESs ^"°rtigez t1"? ** ■y ^an bf-n, 1 , Ner 6en I ’s,kn s, rc * ü« I, Jrc ^nd L ^*«8 I “m'"‘">9 »Ä l a ■. W Ißf'Hen Haijet [~*r9 abge. I tof™«9tr imb L-T"6t""- llh,li) gemach, E'r "«'•*> Äch. P ® R°m LH* iem plumneiter, bie [ Bowling mere, | ou& der Statt ft sein gütter, [c,n Behausung r Tcutsch. ftdicnt sich bey m Zolherrn |oaßcr er Graff nachvolgenden 1 Vorjahre eine bis zum Brocken nnd Heuer das >g ohne Nieder- ils die Schwüle 'kindliche Kühle guten Wetler- V wird gleich- herrlichen Luft riefelt einem ein rc nur staubiges )» quittiert über m Bollfastigkeit, iberraschend eine sie von rechts- illten. Mit den hat oft und gern man früh au,° uf bie Ruppe, 0 inen ju flnp^ chtet zu werden tag drr Schleier ,\6 \n die machet ist. ngsdorf. Wie tet, sand dort die Errichtung einer irfe eingegangen. fietz-Schöneberg- rte, den zweiten dritten Architekt Mainz befindliche indischen Malers wurde gestern rpen der dort ters miilelsi, eines Gemälde ist sur l. SS .-ff Durch' VÄÄ . o oo M. _ üe Schlnssk^ge-10 • • ’ ' 96.80 • ‘ ' 135.50 2190 ■ ' 100.55 ine ■ • •TeCn0kt 2 c (ft e 3 K «SO 5 •So 5 «so 5 d 3 s o 3 s s 3 er 3 Q CD 3 an ro CD S ÖI <3 cp 3 er 3 3 (3 «So & cd" %> 3 C 3 ö 3 CP 3 3 A o 3 3 K 3 — R» * Z CT« (t 3 s 3 C=» » er 3 a* «' 8 3 2 3 3 7-.; 3 3 °=* .3 » 5 3 0 3_ 3_ 3_ 3* $?" 5" » — 3 -» cz - re —. «e S 3 5 er Ja 3- «b c 5 2 C5 — " O- -r.C5 2$, o «SO — - 2* 3 Cf. 5 ~Ä o ©.? —-<13 3O-: 3 <1 3 A er A «> 3 3 -Ti, 3 rs es O — re 2 O rl «to\8< £f 3 re" C® c e 05 O O CD 5 2 CP 3 e er 5- 3 £ 2, (ft re or B 2 «» 5 CO <55» SB ~ r- «ö» - Kl £ 37> ro s? o ■cs« er vj— o o 3 o = 6) 5 O « CO 3 er 3 e TT s 2^«CO LZZ 3 w 2" 00 3" o CD 2 £5 re 3 'S* S Q» 2 s -5 3 CD er % er *2 ® 3 %" O ° CD —r » 3 c O D' 3? O ' 5- o 3 C3 A D 5 er cd Ub KL* L*'8 E (ft CD <5 K i A Q -Z K 35 2. °ZG «Sö er 3k* LP K- KZ H esr-e K E S K s> l» Q = ä s ff tib <ö< 5 '2 o ~;cj Z 2 JO CD » K ÖD 2 er ÖS d 5 3 e L Ub CD 5 cs AÖD ö Ö, S-8 s SB (ft öz ö3' LS e K 5 & 0 K (ft o ©CD ö Ö LS S* K § tSt-tr-A? (ftS* rs 2 Ö5 § 05 s L cp 3 gs a» 3 s r* ts ÖCD CD Otf - «So © » 55 OD ro S» 3 3 OB 3 cd CD «8 Cö e-, SV K 3 CD s» § ©2 S 5 cP e S" 6 Ub Cb Co SV Cb SV 2 Sv SV 2 2 SV (ft 2 2 2 Sv K I to August KilbinSeltersweg 19 empfiehlt alle Reiseartikel In denkbar grösster Auswahl zu den billigsten Preisen. Stets das Neueste. Anfertigung aller Arten von Reiseartikeln nach besonderer Angabe. 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Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken em, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen «ueutgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß 'die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse aus seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eme vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termin geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. „ . Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränk- Wett beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpsärzt in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper ziw Jmpftmg gebracht werden. Es wird nur au einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpsinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. Bn/. Großherzoai' >'ern>?is!erei Gießen. I. V.r C n r s ch m a n n. Arbeitsvergebung Die Spenglerarbett zur Beschaffung von Lüftungsklappen für die Stadtmädchenschule soll Mittwoch, den 2. August d. I., vormtttagö 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. B**l, Gießen, den 27. Juli 1905. Städtisches Hochbauamt. G erb el. Neue holläudische 1 Stück 9 Pfennig Nene Kartoffeln 10 Pfund 66 Pfennig. Nene Zwiebeln 3 Pfund 20 Pfennig. Neue Salzgurken per Stück 6 Pfennig. Neues Sauerkraut per Pfund 20 Pfennig. Riesen - Zitronen Dutzend 80 Pfennig. [3930 H L. Steinhäuser W El Reueu Baue 17. Verdingung von Arbeiten. Nachverzeichnete für die Feldbereiniqung Langsdorf zur Aus- suhrung gelangenden Arbeften sollen nächsten Dienstag, deu 1. August, uachm. 3 Uhr auf dem Rathause zu Langsdorf durch öffentliches Ausgebot vergeben werden. 1. Wegplanierungsarbeiten zusammen 79428 Ifdm. 2. Ebaussierungsarbeiten 4424 qm u. Lieferung der Materialien 3. Verschleifungsarbeiten zusammen 8026 cbm. Die ganzen Arbeiten gelangen losweise zum Ausgebot. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Langsdorf zur Einsicht offen. B”/ Gießen, den 25. Juli 1905. 7 Großherzogliche Kulturmspektion Gießen. Wißma un. Derdingung von Jementroßrlieferung. Die in der Feldbereinigungsgemarkung Langsdorf benötigten Zementrohre (250 m Rohre und 96 Stirnstücke von je 30 cm l. W.) wuen un Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. „ „, Die Angebote sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis DieuStag, den 1. August 1905, uachm. ?■ n2r.Sn Bürgermeisterei Langsdorf emzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattfindet. Die Preise sind zu stellen frei jeweilige Verwendunqs- stelle m Gemarkung Langsdorf. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 25. Juli 1905. b17/. Großherzogliche Kuiturinspektion Gießen. . Wißmann. verbunden mft Konzert und Tanz. Walldorf'S großes Karussell mit lebeudgroßen Pferden. Marineschaukel, Panorama, Waffelbäckerei, bayerische Bierhalle mit Damenbedienung und Throler Konzert. Aufsteigen eines RiesenluftbattonS mit Doppelfallschirm-Absturz. AbeiiSs italienische Nacht mit LmMN-Wmise. Eintrittspreis ä Person 20 Pfg. Militär ohne Charge 10 Pfg. Es ladet ergebenst ein (vn/T) Der Vorstand. IhiWämler in verschiedenen Langen stets vorrätig empfiehlt billigst ^.Rosenthal ________Liebigstrahe 13. 3766 Häßlich find alle Hautuureinigkeiten u. HautaaSschläge, wie Mitesser, Finnen, Genchtspickel, Hautröte, Pusteln, Bllitchen rc. 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