bestes Blatt. Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Sietzen 5)ie heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. naschim Ms wurde itnts immtjttr. «Kn Vtdetij 155. Jahrgang Güte ? h solange at reicht Kekanrilmachung. ?luif Grund des § 42 der Verordnung vom 13. Januar 1090", die Anlegung des Grundbuches und die Ausführung d» r ieße n, den 14. Dezember 1905. GroscherzoglicKes Amtsgericht. Darmstadt berufen. Unseres Wiffens ist eS seit Einführung der Slädteordnung in Heffen das erstemal, daß ein Berufsbürgermeister Sitz und Stimme in der Ersten Kammer erhält. Die Berufung MornewegS, der von 1900—1902 als Vertreter Darmstadts in der Zweiten Kammer sah, ist deshalb von großer und prinzipieller Bedeutung. Es ist durchaus zu begrüßen, daß den städtischen Selbstvermaltungskörpern durch diese Berufurg wenigstens in bescheidenstem Maße das gewährt wurde, was ihnen von dem Landesherrn und der Regierung in größerem Maße in ber leider noch immer nicht zustande gekommenen WahlrechiSvorlaqe berests zugestanden war. Die Vorlage sah bekanntlich die Berufung dreier städtischer Bürgermeister in die Erste Kammer vor, was ja immerhin nur eine sehr bescheidene Vertretung der städtischen Jntereffen gegenüber den „geborenen* und ernannten Mitgliedern des hessischen Herrenhauses gewesen wäre. Ist cS doch selbst in Preußen ein gesetzliches Vorrecht der Krone, die Bürgermeister jeder über 20 000 Einwohner zählenden Stadt m3 Herrenhaus zu berufen. Aber auch diese bescheidene Vertretung nur dreier Städte in der Ersten Kammer wurde den hessischen Städten von der Mehrheit der Zweiten Kammer, die dabei sonderbarer Weise die Unterstützung der Sozialdemokraten fand, nicht zug»i:anden, Die jetzige Ernennung kann als ein Beweis da- :ür angesthen werden, daß die hessische Regierung an .grein Stoudpuulte festhält, die Mitarbeit von Vertretern der k o in m u n a l e n Selb st Verwaltung in der "l^te, (oroit jj wrjtfyebene le id Kakao mntet (Sütc llj Hoffe ■9 12. Montag 18. Dezember 1905 Veaugspretsr monailict>7bP1.,v«erlel- ^olilischx Tagesschau. Ja die Erste Hessische Kammer der Oberbürgermeister Morneweg von Mu 297 « litt I H < täglich tiirt Sonntag». Lkr') ebener Anzeiger Itnetit' im Wechsel mit d. «rtelstlchen Landwirt b «i «tzener Familien» t Üt'v viermal tn der Ü.wtit beigelegt. P'tod unSbrucf tu 93er- Ic^ki Brü h l'schen 11 iiei« -i.-Buch-u. Llein- b tro'cti. R. Lange. Met! ton, Lrvedrno» j t Trucferei: Ut El ft r ob e 7. Nec. taten 112 ui.Exped.^Sbl illtMe für Teoeichen: Steiger «teßeu. pie franzöfllche Kummer und Marokko Paris, 16. Dez. Ni nisterpräsident Rouvier hielt heute eine sehr be- d>-titim isvvlle Marokkorede in der Kammer. (Bgl. Politische TAsltikr schau). Er begann mit der Verlesung von Erklär- n iijen über die Verhandlungen zwischen Deutschland und ^iurlTü-id) über die Maroktokoiiscrenz und fuhr dann fort: ®t tyito'e am 29. September mit dem Botschafter Fürsten ^Wolin ein neues Protokoll unterzeichnet, ivclches den mmentwurf feststellte. Tas Gelbbuch gestatte, die Wwlilik Frankreichs, seine Mäßigung und die Recht- nr ii'i iß fe i t seines Vorgehens zu würdigen. Frankreich irri'ie eine marokkanische Politik haben. Tie Zukunft Ma- nv'soL werde in entscheidender Weise die Geschicke der dl i no^daftikanischen Besitzungen beeinflussen. Tie Berech- tilhyiig unserer Klagen über die marokkanischen Verhältnisse irmtbe :vvn den Mächten anerkannt. Sie erkannten an, daß tniii ein Recht hätten, mit ihnen in Marokko aufzutreten unh zwar nicht mehr nur Bi scbwerde fiihrend, sondern b hteiiT d. Ta trat Deutschland mit feiner Intervention ii®i# itieD. Oelf * jj »s<; siehener Ameig« r General-Anzeiger 0 aii I eutschland hielt es nicht für ausreichend, von un- fifenn Abkommen in Kenntnis gefetzt zu werden, es meinte, seM 3mteressen forderten, bap es in direkter Weise u lti 91 n t gefragt würde, und legte Nachdruck auf bi'” Sin bcnifung einer Konferenz. Ich hielt eine Konferenz fiht! ennebmbor unter der Bedingung, daß die nötigen chmften gegeben wären, daß die Würde Frankreichs rfEwfirtt bliebe. Es ist klar, daß die von uns dem Sultan i(6;inc(i'ttcn Vorschläge keineswegs darauf ausgingen, in kto'IIn ein Regime analog dem in Tunis einzuführen. 8E5j buben uns niemals auf das angebliche europäische SHtiibait berufen. Ter Gesandte TaiNandier hat mit voll- iammfiTtcr Korrektheit seine Aufgabe erfüllt, die weder diSouveränitätsrechte des Sultans, noch d'ii'Lige der Mächte, wie dies aus den Verträgen Jbcmckröjcßt, berührt. Wir werden den vorgezeich- n n» |en Grenzen treu bleiben. Tie der Konferenz ««schilt.' Frage ist einfach: Jede Macht bat Suchte in Ma- tcH diese Rechte sind nicht bestritten, jeder Macht genügen IbDEtbi ' Vertragsrechte. Es war niemals davon die Rede, ed« Antrag zu tun. Tie Interessen der Mächte müssen eWli. rt werden, aber wir haben die Pflicht, der firm- nta, die besondere Art unserer Rechte und die Wichtigkeit eirftur eigenen Interessen zu zeigen. Tas Protokoll vom WM stellt fest, daß das Regime an der algerischen Grenze to: ai-Sschließlichen Zuständigkeit Frankreichs und Ma, fchj verbleibt. Unser Recht an Marokko besteht dann, tciiy Frankreich in Nordafrika eine musel- ■ ir.ar.i ji d) eMacht ist und daß wir unsere Autorität gegen- ülil i» Millionen Eingeborenen aufrecht erhalten muisen, |iäk:iurd) die Gemeinsamleit der Rasse den in einem Nau.) .’c lociiitc um sich greifenden Aufreizungen zugünglid) sind. A!i s-nd daher berechtigt, zu verlangen, daß in Maroklo Hm Nacht besteht, welcher man gehorcht und welche ihr Ackl hen nicht dazu geöraudien wird, unj iuntere tow ?u- frohen und zu beunruhigen. Unser Recht berührt kein Pwid: eines anderen und bietet allen zivilisierten Machten CNNhr für ihr Recht. Wir werden auf der Konferenz noch bA'|:iiders unsere Handels- und F i n o n z i n t e r- c iiifttn zur Sprache bringen, die den ersten Rang unter rehuiuropäildicn Interessen eiunehmen. Indes zergen unsere Mtirnen mit England, Spanien und Deutsch- Ichn daß wir gleiche B e h a n d l u n g a u f dem w r r d- jsclcitlichen Arbeitsgebiet wünschen. Taher kann Litt m. den mn meisten interessierten Mächten Lugegebenk des Alti^ - utflü m unserem Abkommen nut ^mtschland 'chrNtl ch , <1|Mk nHkrqelcntc Anerkennung unserer besonderen Lage me- . M mrer 'schädigen. Tie Wiederherstellung und Reform der iM L'--.' mGlkunischen Regierung erscheinen uns unmer als die (L G^vib-edingungen des in Marokko für erforderlich erklär» ic-a.Ic-rfc5 Tie marokkanische Frage drangt sich unserer auf, wenn wir nickst das alte kostspielige Werk FshE-ichs in Nordwestafrika gefährden wollen. Tas Er- g'M der ftanzösisch-deutschen Unterhandlungen ist, baß u3Ti;r e R e ch t e , wenn nicht alle an e r f a u n t, | o d i ■: aille Vorbehalten sind. Es ist h^^orLuheben, dodjk ä T-utschl->nd und Frankreich gelungen iffl üt zwei ersten Etappen in der Regelung Schwierigkeit zu überschreiten, dre -'n » llllljiinblick ihre Bcziehung-n zu trüben d L It t:e n. Warten wir mit Ruhe dav Eraebnrs der «mi teiU ab. Tic äußere Postttk .Frankreichs ist lercht zu keiwfnchncn: Treu der unberührt gcbstebenen ANmnz nr'L»r kostbar geblecbenen Freund sch ° teu dii^irrci von Hintergedanken sind, atp. i mteitiqe vertrauensvolle t>cilicßu ngen M li< »halten, hat Frankreich seiner selbst sicher - unr ver- ehen werden. Es wäre fein interessant, zu wissen, ob man in London von dieser Rede des Ministerpräsidenten nicht am Ende Ichon Kenntnisgehabt bat, eh e sie gehalten wurde Sicher ist, daß sie von einer zarten Rücksichtnahme auf englische Empfindungen getragen wird. Neues sagt sie nach der Veröffentlichung des Gelb- buches nickst, es müßte denn eine Neuigkeit fein, daß man in Frankreich noch immer übe: die deutsche „Einmischung" nicht ganz beruhigt ist. Ta trifft es sich merkwürdig, daß fast zu der gleichen Zeit der deutsche Kaiser : n Braunschweig ganz besonders seine Friedensabsichten betont. (Bgl. den Artikel „Ter Kaiser in Braunschweig".) Ferner: in der gleichen Nummer, in der die amtliche „Nor d d. A llg. Ztg" die Rede des ftanzös. Ministerpräsidenten veröffentlicht, tritt das Organ des Ncickstkanflers der Auflassung ent- gegen, daß der deutsche Reichskanzler die Marokkogeschichte nur widerwillig und gezwungen burd) das energische Eingreifen des deut- d) en Kaisers, nämlich durch dieMarokkofabrt mit* gemacht habe. Es wird ganz besonders betont, daß der Kanzler den Standpunkt des Kaisers von vornherein vertrat. Wir weisen diese I rüell'ing her ,,Rb -Wests. Ztg ", fo schreibt wörtlich die „Nordd. Allg. Ztg.", wie die hu AnMuß daran ermähnte „Klage der Franzosen", daß „Bülow sich bis zuni Eingreifen des Kaisers sozusagen Watte in die Ohren stopfte", als w a h r h e i t s w i d r i g e Ge s ch i cht s kl i 11 ev- u n g zurück. Trnn Reick>s7'nzler ist, loenn er auch ein Eingreifen in die Marokloftage aus den nach feiner Kenntnis der Tinge geeigneten Zeitpunkt verschob, die Wahrnehmung der deutschen Reckste und Interessen im Sck>crifisck)en Reich niemals zu „gefährlich" erschienen. Tie Landung deS Kaisers in Tanger war keine plötzliche Schwankung unserer Politik, sie wurde nach reiflicher lieber» legung ins Werk gesetzt, als ein durch die Umstände gerechtfertigtes Mittel. um den internationalen Charakter der Macvüo- frnge zu bekunden. Welchen Zweck hat diese Hebung? Wir meinen, daS liegt stemlich klar auf der tzand. Man ist in Berlin nicht geneigt, sich die Schuld an der schwierigen Lage ohne weitens in die Schuhe stecken zu lassen, wie das sowohl das ftanzösische Gelbbuch, wie auch der ftanzösisck)« Ministerpräsident getan haben, wenn auch in aller ftanzösiscl)en Höflick>?eit. Man macht aus Worten keine L»of- und Staats."ktion. aber man tut auch nicht, als hätte man das alles überhört, was gesagt worden ist Wenn man in Frankreich sich immer toietn-r von dem Dorwurf der Hinterhältigkeit der TcleassL'sckien Politik reinigen will, so hat man in Berlin solange nichts einzuwenden, als nicht klipp und llar auf französischer Seite behauptet wird, Tcutschland wäre das Karnickel gewesen, das angefangen hat. Wir hoffen, daß man in Paris sowohl die Worte des Käisers in BraunsckMeig, wie auch die neueste offiziöse Auslastung entsprechend zu würdigen weist Silber wir dürfen uns auch keiner Läus(i:ung darüber hingeben, daß, abgesehen von einem kleinen Wortstreit alles bereits in Ordnung, und alle Fnhrlichkeit überstanden sei. Tie französische Politik scheint, gestützt auf den guten Willen der Freunde jenseits des Kanals, ganz darauf zugkffchnitten, daß sie in Algeciras mit Forderungen hervortritt, die den ursprünglichen Absicht en durchaus ähnlich sehen. Wenn das der Fall ist, dann gehenwirweiter kritischen Zeiten entgegen, und cs ist nicht ausgeschlossen, daß das Marokkodrama in Algeeinrs nicht seinen letzten ?l?t findet- Wir wollen nicht schwarz sehen, und vor allem wäre es eine politische Tnmmheit ersten RtMges, wenn man sich um Worte stritte, und darüber sich in die Haare geriete, wer den ersten Konflikt herausbeschworen bat Als man in Frankreich Telcasse fallen ließ, hatte man ja den Schuldigen bereits genannt, und das frmn uns vorerst genügen. Tritt aber der verbindliche Herr Rouvier in die Fußstapfen befl groben Hausknechts, der einst Fwankreic^ ausw Politik lenkte, dann allerdings läßt sich der Aaisgang der Konferenz nur schwer voraussehen- Unser Verhältnis zu England soll sich .u der letzten Zeit ctnxiS gebessert haben. Wir wissen nicht, wie das neue Kabinett sich zu ums stellt aber es ist sehr wah». scheinlich, daß der Ausgang der Konferenz von London bestimmt wird. Und darum ist die Parole: auf der 5) u t sein! indiri genroatt genartigerKonc mmcl größte I und Lchorm : Wäsche. jährlich Pit 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pt; durch diePost Ml.2.— viertel- jährt ausfchi. Bestellg. Annahme von Suzeigeti für die Tagee-mnniner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenoreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Derantworiltch Kit den voliu und allgem. Teil: P. Will ko: füt .Stadt und taub' und .Gerichtsfaal'; Ernst y e ß; für den Anzeigenteil: banfl Beck. künden cs laut — nur die Wahrung seiner Rechte, seiner Interessen und seiner Freiheit im Auge. Die Rede Rouviers wurde mit tiefem Schweigen angehört und mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Hus- berd beantragt die Bertagung der Debatte über die auswärtige Politik. JaurtzS bcsimpft diesen Antrag, indem er agt: Es wäre eine große Gefahr, wenn wir den Eindruck Hervorrufen würden, daß wir bloß die besonderen Rechte Frankreichs berücksichtigen und alle Bürgschasten internationaler Art im Dunkeln lassen wollten. (Lärm.) Wenn die Kammer glaubt, daß das lange Stillschweigen, welches in der jüngsten Vergangenheit uns so viel Unheil verursacht hat, sich noch verlängern soll, dann würde ich, von derselben patriotischen Sorge beseelt, schweigen. Aber toenn die Kammer durch ein beklagenswertes Mißverständnis im Auslande die Meinung entstehen lassen sollte, daß die nationale Seite der Marokkofraac vernachlässigt werden wird, dann wird sie vor dem Auslanoe und vor der Geschichte die Vcrantwortung dafür tragen. (Beifall aus der äußersten Linken. Lärm rechts und im Zentrum. Ribot erklärt: Wir beschwören keine Gefah ruber die Zukunft herauf, aber es hängt von uns ab, treu zu bleiben. Wir haben vor niemandem Furcht, aber wir find der Ansicht, daß wir eine Erörterung nur dann in Angriff nehmen sollen, wenn wir sie für die Interessen Frankreichs für nützlich haften. Ich möchte in diesem Augenblick kein Wort sagen, welches Polemiken wieder ermeden könnte, die nur zu lange gedauert haben, und die dazu beitragen könnten, zwischen zwei Ländern einen Zustand der Ungewißheit, des U n b e h a g e n s und selbst der Spannung zu verlängern. rjegung.) Eine einzige Frage liegt heute vor: Stimmen ivir der Regierung bei oder nicht? Wenn wir ihr zustimmen, dann müssen wir ihr die erforderliche Autorität geben, daß sie nach Algeciras geyt, um die Interessen Frankreichs mit der ganzen Kraft Frankreichs selbst zu verteidigen. (Lauter Beifall.) Wir müssen uns eng um die Regierung scharen! Wenn es einige Wolken gibt, dann hängt es von Deutschland und seiner Regierung ab, diese zu zerstreuen, aber es hängt von uns ab, dieses Werk zu erleichtern, indem wir n a ch a u ß e n den starken Eindruck Hervorrufen, daß wir uns s c l b st sicher sind, daß wir von [einen inneren Streitigkeiten zerrissen sind uub daß wir alle mit der Regierung, der Verteidigerin der Sicherheit und der Ehre Frankreichs, einig sind. Ter Vertagungsantrag wird darauf mit 486 gegen 49 Stimmen angenommen. Ti? Minorität bestand aus 12 Sozialistisch-Radikalen und 37 Sozialisten. 35 Deputierte, darunter T e l c a s s s, enthielten sich der Abstimmung In den Wandelgängen der fiammer verlautet, daß die Kammer, indem sie nach der Erklärung Rouviers den Schluß der Verhandlung über den Gegenstand beschloß, ohiv Zweifel den Zweck im Auge hatte, daß man draußen verstehe, daß sie die Politik der Regierung ohne Vorbehaltgutheiße. Tie überwiegende Mehrheil der Pariser Blätter bespricht mit rückhaltloser Zustimmung die Erklärung Rouviers. Ter „Figaro" sagt, Rouvier l)äbe Recht gehabt, die Versicherungen zu wiederholen, daß die Unabhängigkeit Marokkos und die Rechte der anderen Mächte von Frankreich nicht bedroht werden. Man könne Frankreich nur Dank wissen für die glänzenden und ihm manchmal lmrtfallenden Beweise, welche es für seine frieb I. Absichten (gegeben Hecke, unb man wirb ihm nicht bie unannehmbare Beleibigung antun, von ihm eine Abbankung ju verlangen. — Ter „Petit Parisien" schreibt: Der von Rouvier ausgesprochene Wunsck), mit allen Staaten nicht bloß korrekte, sonbern ve rtrauensvolleBezieh- ungen zu unterhalten, sollte von allen Regierungen beachtet werben. Frankreich habe durch den Mund seines Premierministers erklärt, baß es feinen Gegner sehe unb baß cd feinen sehen wolle. — Jaurös schreibt in feiner ,5?umanit6: Die Kammer hat die Regierung geschwächt; denn sie hat derselben nicht ermöglicht, im Laufe der Debatte die zu weitgehenden und allzu ausschließlichen Punfte der Erklärung Rouviers richtig zu stellen. Wenn man die Erklärung Rouviers hörte, konnte man glauben, daß er nur mehr an die besonderen Interessen Frankreichs erinnerte und den durch das vorläufige llebereinfommcr. zwischen Frankreich und Deutschland vorgesehenen internationalen Bürgschaften nicht m-ehr Rechnung trug. Ich bin überzeugt, daß dieser Eindruck ein falscher ist. Rouvier hat den,Wunsch, daß die Konferenz zum Ziele führe. Wie könnte dieselbe jedoch zum Ziel führen, wenn der Gesichtspunkt eines ausschließlich nationalen Interesses vorherrschen sollte? Da die Kammer jede Debatte abgelehnt bat, so lprflc ick, daß die französische Regierung es virstcycn wird, auf einem anderen Wege jede Zweideutigkeit zu zerstören. — Mehrere Blätter wollen wissen, daß der Gesandte St. Rens Taillandier das .Kommandeurkreuz der Ehrenlegion erhalten softe. Ter „Matin" nennt den Vorschlag der Madrider Regierung, die marokkanische Konferenz in Madrid abzuhalten, einen verblüflenden Theatercoup. Ter französische Ministerpräsident hat vor seinen Getreuen ganz merkwürdig bestimmt gesprochen. Wer die Rede mit einiger Anfinerlscnnkeit lieft, der wird finden, daß Rouvier einen bedeutsamen Nachdruck auf die fionftaiierung legt, daß Frankreich von seui-n 3-orberungcit auch nicht ein Iota preiszugeben gewillt i|L Und der Hinweis darauf, das; die D e z i c b u n g c n ru England durch die Aenderungen innerlmlb der britischen Regierung ab- ) olut unbeeinflußt ged leben find, dürfen nicht über- 4 Eine Sympathiekundgebung für England. s. Gros i Bahnh ioi -r Die 3 ühr statt. Wlillnüsse Krachmai, Heut unsere liebe unterstützen. Neuerdings hat eine G ci r u n § i m Leibgarderegiment begonnen, weil den Soldaten das Lesen von Zeitungen verboten wurde. Taraufhiii weigerte sich am Donnerstag die 4. Kompagnie, fernerhin Wachdienst zu leisten. Die 9. und 10. Kompagnie schlossen sich an- Daraufhin Ivur-1 den den Soldaten die Patronen abgenommen und ihnen nur die Gewehre gelassen. Auch unter der Artillerie macht sich bedenkliche Garung bemerkbar. Tie Gärung unter der Moskauer Garnisou führte infolge schlechter und unzureichender Kost und mehreren Perhastungen zu offener Meuterer des Rostow- eschen Grenadierregiments Die Grenadiere befreiten gewaltsam die Verhafteten, versahen sie mit Waffen und Munition und stellten sich vor der Kaserne mit Maschinengewehren auf. Der Negimeutskommaodanr nahm feinen Abschied. Das Kommando übernahm ein von der Mannschaft gewähltes Komitee, das aus 20 Personen bestand. Das Astrachansche Regiment schloß sich den Meuterern an. Die Kosaken lehnten es ab, die Revolte mit Waffengewalt zu unterdrücken. — Briten Kammer auch bei tm8 im öffentlichen Interesse für durchaus geboten zu halten. Der kommende Landtag wird sich wiederum mit der Gemeindesteuervorlage zu be- schäftigen haben und die Mitwirkung der Bürgermeister der größten Städte des Landes an den Beratungen der Ersten Kammer hierüber kann dem Zustandekommen des Reform- werke? nur förderlich sein. Man darf wohl annehmen, daß der Berufung des Bürgermeisters der Residenzstadt der Oberhäupter der anderen hervorragenderen Städte baldigst folgen rnird. _____ _ __ Landtages wählte zum Präsidenten den bisherigen Präsidenten, Abg. Gönner-Baden-Baden, zum ersten Vizepräsidenten den Abg. Lauck (Ztr.), zum zweiten Vizepräsidenten den Abg. Geck (Sozialdemokraf). Ans der übergroße Fülle von Schreckensnachrichten au8 den baltischen Provinzen können wir heute nur wenige her- Schnittbohnel Brechbohnen Junge Erbse, la. franz.Erbs Wachsbohnen Perlbohnen Jqc.qr.Bohnk Pnma Schnit spargel m.K Extra starker Vruchspargc r unner Stang ^lbargel Etangenspara, seiner Stange IParges Ricsen-Ztangc Ipargcl Ans Hladt und Gießen, 18. Dezember 1905. •• Betrügereien. Vor einigen Tagen ließ sich eine etwa 22 jährige gutgeklcidete Frauensperson mit hellblonden, Haar in einem hiesigen Geschäft vier Spitzenkragen zur Auswahl mit in ihre angebliche Wohnung geben. Als die Kragen nicht wieder zurück gebracht ivnrbcn, ergaben die ctn^egcqrncn Erkundigungen, dre Wngebe* ber Person falsch waren. Vor der Belrügerm sei hiermit gewornt. " Unfall. In der Vahnbaiktraze ftürgfv aeftern mcklag ein Pferd eines Omnibus. Rach geraumer Zeit brachte man es wieder hoch und konnte konstatieren, daß das Tier dabei Schaden mcht genommen hatte. rechterhalten. . Lj [] Marburg, 17. Dezember. Ein Eisendav Unfall ereignete sich gestern abend bei dem von fiter mN Richtung nach LaaSphe fahrenden Zuge dadurch, daß b» , Biedenkopf bei Station Ludwigshütte die Maschine e I q(cifte. Verletzt wurde Niemand, doch entstand eine er^ l.che Verspätung'dadurch, daß von Marburg eine herbe,geholt und der Verkehr durch Umstetgen ernwfl* werden mußte. _ = Darmstadt, 16. Dez. Sc. Kgl. Hoh. der oc Herzog begaben sich gestern vormittag, einer Entladung Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim folgend, zur Iaq° Gunters hausen und kehrte abends wieder hteryerz' rück. (Darmst. Zig ) _____J ,sL' ^flärungen 9 • A SÜ6 ‘S.rrrauen SwjJ ' V- «clt geteilt we r jonischen öt iflti ivürbf; < 7 L, fonb, iil 6"lle, Obwohl der Telegrapl^en- und Telephonverlehr fast vollständig hergcstellt ist, wurde dennoch in der Nacht das ge- samte neu gewühlte Bureau des Verbandes und des Dcle- aiertenkongresses der Telegraphen- und Postbeamten verhaftet, ebenso ein 2r. Stolkind, in dessen Wohnung sich die Beamten bisher versammelten.. Einem Berliner Blatte wurde „von gut unterrichteter Seite" folgendes Telegramm zur Verfügung gestellt: „Die Revolution hat in ganz Kurland und Livland dieloerrschaftansich gerissen. Auch angrenzende Kreise des Gouvernements K o w n o sind in Hellem A u f r u hr Bewaffnete Banden brennen alles nie w Milan und Riga stehen in Flammen. Libau ist ernlutz gefährdet. Das Leben aller Deutschen, dos Ade-S, der g«- samtetl Bürgerschaft, drr zahlreichen Reic^sangehör,gen ist 'in höchster Gefahr. Don Kreuz bürg an der >DL na bis Kown o steht alle inFlam m e n Baron Kvrff und H rr von Rosenbach, bte deck Zug aus .ureut.'urg nach Koluno benutzen wollten, wurde., von den Anfstän- Autständischen als Geiseln zurückbehalten." Die R voiution in Aukland. Tas Ministerium Witte mit seinen Reformver- isuchen geht seinem Ende entgegen. Obgleich Witte noch am Mittwoch beim Zaren diniert hat, scheint sich dieser schon nack) einem Ersatzrnanne umzusehen. Es verlautet, -daß dieser Mann Gutschkow, das bekannte Moskauer Semstwv-Mitglied, der Bruder des neuen Stadthauptmanns von Moskau, sein wird. Gutschkow ist ohne Wissen Wittes in Zarskoje Selo gewesen, wo er beim Zaren eine Audienz hatte, die zwei Stunden dauerte. In Zarskofe Selo ist Zum Zwecke einer S b m p a t h i e k u n d g e b u n g für ein .freundschaftliches Einvernehmen mit Enalind hotten .die Aelle st en der Kw n f m a n n s ck> o s t eine Vermmmluna veranstaltet, an der 2000 Personen tcilnahmcn, darunter mcher Vertretern von Handel und Industrie, Vertreter d-r städtischen Behörden der Universität und Hochschulen, und Parlamentarier. Stadtältester Kämpf eröffnete die Venammlnng. ^Er betonte, daß entgegen der in den letzten Jahren zwischen TeuM- land und England platzgegristcnen Entfremlrmg .sich neuerdings eine ruhigere Auffassung geltend mache, die in der Emficht wurzele, daß die beiden großen Nationen keine entgegengesetzten, ffvndern gemeinsame Interessen haben. Redner schloß unter Nur mischem Beifall mit dem Wunsche, daß der Zweck der Versammlung erreicht werden möge. Sodann wies der Direktor der Tiskontogesellschaft, Salomonsohn, auf d,e guten Beziehungen zwischen der englischen und der deutschen Bcmkweu hin. Ter Rektor d e r T e ch n i s ch en H o ch s ch u le m Char lottenburg Pros. Flamm sprach über die „Teclnnschen Beziehunaeu । zwischen England und Teutsthland" und betonte, daß em Krieg j nutzlos und beide Nationen nur Vorteil hätten, wenn sie sm, die Errungenschaften von Technik, Kunst und Wissenschaft dienstbar zu machen suckstcn. Ebcnw betonte Prinz Heinrich z u Schönaich-Carvlath, daß nur der dauernde ü-nede beiden Nationen zum Segen gereichen und Kultur und Zivilisation fördern konnte. Nackchem noch mehrere Redner in ähnlichem Sinne gesprochen hatten, nahm die Versammlung einstimmig eme Resolution an, in der es heißt: Tie Versammlung begrüßt mit Freuden alle Bestrebungen, die auf die Herstellung und Aulrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwisckten der englischen und deutschen Nation gerichtet sind, und spricht die Ueber- zrugnng aus, daß ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschland und England dazu berufen ist, nicht nur die ,mter- effen beider Nationen, sondern auch die geistige und wirftchast- Kchc Entwickelung der Wett aus das wirff-niste ;u fördern. -Hasendiebstahle. In letzter Zeit wurden rntEt« ach Stallbasen au§ HauSgärten entwendet. Das ist je^ all§ auch ein Zeichen der hoben Fleischpreise. •e ReichStagSabg. Dr. Wallau ist soweit ÜPr einer Erkrankung wiederhergestellt, daß er sich zu Verwandten nach Bremen zur Erholung begeben konnte. Auf der Durch., reise dortbin besuchte er am SamStag mehrere hiesige Freunde- die ibn zwar angegriffen, aber sonst völlig wohl auSsehen«! sanden. " Kun ft verein. Bei der vorgestern nachmittag in Darmstadt abgehaltenen Verlosung des Kunstvereins daS Großherzogtiim Hessen sind von den 70 Gewinnen bi folgenden aus in Gießen wohnende, bezw. dem Gießene Verein angehörende Mitglieder gefallen: 1 Oelgemälde urt Aquarelle .Fasanen«, von Deuchert, München, Gewinner Tr. A. Mettenheimer. .Astern«, von Beyer-Becker, Tarn,, ftobt, Gew.: Komnierzienrat Schirmer 2 Farbendruck^ Radierungen, Lithographien. „Landschaft« von E, boubatl Gew.: öoflieferont I. Kirch. -Im Park« von M. Roob• Gew.: Alfred Deicker. „Vieux servitenrs* von E. va: Muyden, Gew.: Frau Geh. Medizinalrat Riegel Ww. ,Al> gebrannte Mühle« von 2. Kayser. Gew.: Geb. Junizry Baist. .Sternennacht« von Wieland, Gew.: Buchbän^ Oswin Schneider. .Herbst« von P. Hey, Gew.: Malen- E. Dingeldein. „Frühlingstag« von A. Böcklin, Gen,: Architekt H. Meyer. „Out ot the everywher» mto her?« von K. Teaeock, Gew.: BergwcriSdireltor PaSkoe. .Walk, moor« von W. Leistikow, Gew.: Rentner H. Emmeli«;. ,B»a,ltzug« von 2. Richter, Gew.: Kunsthändler Ä. Sartor. c, Berlin. „Schillerbildnis« von Smianowicz, Gew,: Malere E Daliber-Marburg. ES fielen insgesamt nach Danius 43, Osteßcn 13, Mainz 5, Offenbach 8 und Worms 3 minne. Ten 1. Gewinn, Gemälde von Lange-Ttdeka^. Berlin .Buchivald am heiligen Tamm« erhielt S. K. H. Attentat auf Loubet? Paris, 17. Dezember. Gerüchte von einem Attentat qegen den Präsidenten 2oubet gingen gestern abend durch die Stadt. Tatsache ist, daß auf der Eisenbahnstrecke von Merly, welche der Präsident von einem IagdauSfluge kommend passierte, eine 500 Gramm schwere und 12 Zentimeter lange Büchse in einem Abteil 2. Klaffe gesunden wurde. Die Büchse war mit einer abgebrannten Zündschnur versehen und wurde den Behörden zur Untersuchung übergeben. Aus der Präfektur erklärte man, keine Informationen zu besitzen. die Stimmung recht gedrückt. Das Fest der Georgsrittei verlief in sehr gedrückter Stimmung. Ter Zar sprach mit seinen Gästen über alles, nur wurde mit keinem Wort !die gegenwärtige Lage oder die Militärrevolte beriihrt. . Ter Zar empfing ferner am 14. Dezember eine Ab- lordnung des Verbandes russischer Leute, des IVerbandes der Großgrundbesitzer und Monarchisten, !des Kirchenbannerträgervereins und des Der - '.eins des freiwill. Schutzes, sowie einige Dauern, t>ic | 'Adressen überreichten und betonten, daß die Selbstherrschaft ibedroht sei. Außerdem bezeichnet, die Adresse der G-roß- igrundbesiher die erbarmungslose Bestrafung der Unruhestifter als unerläßlich. Ter Zar hielt an die Mordnungen eine Ansprache, in der er folgendes erklärte: Er bezweifle nicht, ergebene Sölme Rußlands vor sich zu sehen, die den von ihm vorgezeichneten Weg gehen werden. Das Manifest vom 30. Oktober sei volle Aufrichtigkeit, der Ausdruck seines unbeugsamen Willens und ein keiner Abänderung unterliegender Mt. Zur fdpieHercn Verwirklichung der Reformen sei die Einbürgerung der Ruhe und Ordnung 'durch Gerechtigkeit, Strenge und Festigkeit erforderlich. Da- bei müßten alle Bürger die Obrigkeit und den Kaiser Veutjches Berlin, 17. Dez. OberlandeSgerichtSpräsident Dr. Gro he.zog. V o m Eisenbahn-Unglück bei Hrlbe.i. bergen. Am Freitag Abend um 11 Uhr fuhren, mit ;e. reit§ mitgeteilt, zwi'chen Heldenbergen und Eichen ytt. Güterzüge von Gießen nach Hanau in einer schaiv Kurve derart gegeneinander, daß von dem Gießenn ju Ntaschine, Tender und drei Wagen und von dem Hanaq Zug Maschine Tender und Vackwagen entgleisten. Maschinen, sowie die entgleisten Wagen sind stark des Von dem Ziigpersonal wurde dem Hilfsbremser Zin? Sachsenbauseu die linke Hand im Gelenk zerschmettert, dem übrigen Personal erlitten einige ungefährliche Quetsch und Hautabschü'ck 'ngen. Aerzlli l'C Hilfe wurde von ' vergcn erb . igel ol TerRettun S g uit Arzt und höheren oa^nbeamten aus Frankfurt traf unlb nach dem Unglück;i öcr Sielte ein, doch waren die Verletzten bereite ortimkn und konnten die Heimreise antreten. Der Unfall fol w6 öcr Franks. Ztg. dadurch entstanden fein, daß der Gießen in Heldenbergen durchgelassen wurde, wähiM a öort hätte halten sollen, bis der Hanauer Zug die 6mroc Heldenbergen passiert hatte. Da die Strecke einglkA >t war der Zusammenstoß unvermeidlich. Ein glücklicher Zr-i war c8, daß der Hanauer Ziig nur die sehr geringe «W- ung von 7 Wagen hatte; der Gießener Zug war start lastet und wurde von zwei Maschinen gefahren. Von aus hat die Strecke starkes Gefälle, waS stark auf den->> prall einwirkte. Von beiden Vraschinenpersonalen wurir * Gefahr erkannt, infolge der scharfen Kurve leider nur i kurzer Distanz. Dem Umstand, daß das Personal feint e? Kraft einsetzte, ist eS zu danken, daß der Zusanimemlss» hältnismäßig glücklich ablief. Hätte er sich etwas der Kurve ereignet, so wären die Züge mit voller öW schwindigkeit aufeinandergeprallt. Die Strecke war murr Stunden gespcrtt; der Verkehr wurde durch Umfteigcn ar- üon Spahn ist telegraphisch aite Kiel zum Reichskanzler berufen worden. Dresden, 17. Dez. Bei Straßenunruhen in der Nacht zum Sonntag wurden von der Polizei 20 Verhaf- tun gen vorgenommen. Außerdem wurde eine Anzahl Personen zur Feststellung ihrer Namen sistiert, dann aber wieder ireigelassen. 18 Verwundete wurden nach dem Krankenhause gebracht, 14 davon wurden nach Anlegung eines Verbandes entlasten, 4 mußten im Kronkenhause verbleiben. Es wurden aus der Menge 3 Schüsse abgegeben. Ein berittener Gendarm wurde an der Backe getroffen. Leipzig, 17. Tez. Unter dem Vorsitz des ProftstorS Hasse fand heute ein außerordentlicher Verbandslag des Alldeutschen Verbandes statt. Von bekannteren Persön- lichkeiten nahmen an der Tagung teil: Exzellenz Generalleutnant v. Liebert-Berlm, Senator Dr. Neumann-Lübeck, Ehesredaktenr Dr. ReiSmann-Grone-Esten, Profcstor Dr. Sa- inassa-Berlin, Rechtsanwalt Dr. Elaß-Mainz, Prof. Viereck- Braunschweig, Profestor Winter-Hamburg. Die Versammlung I ncccptierte folgende Resolution: Der VerbandStaq spriclst dis Ailsicht aus, daß das von der Regierung G e' o r d e r t e für die Wahrung unfern ftettg ivachf-mbcn Seeinteresscn und angesichts der ernsten Weltlage noch nicht genüg t. Er erwartet, daß der Reichstag darüber lstnauL- ! gebend cintritt für 1. einen möglichst schnellen Erfatz der minder- merligcn, in der Novelle zum Fkottengefetze wiederum als Lmien- fchisfc au'geführten Fahrzeuge; 2. eine möglichste Verkür.ning der Barizeit der neuen Schiffe; 3. eine grundsätzliche Herabminderung I der Lebensdauer der Schiffe." Karlsruhe, 16. Dez. Die Zweite Kammer detz vorheben. _, Eine Meldung aus Riga vom 13. d. M-, die per Schill nach Reval und von dort durch Boten nach Petersburg gebracht wurde, besagt: Heute Nacht suchten 300 lettische , Arbeiter in die Wasserwerke einzudringen. Vorher mitten , zwei Leute in Offiziersuniform Einlatz begehrt, doch der , Posten erklärte, er habe dringenden Befehl, nur Offiziere seines Regiments einzulassen. Eine halbe Stunde spater suchten Arbeiter die Tore eir.zubreck)en. Tas Militär gab eine Salve ab und tötete 12 Leute, dre übrigen i flüchteten. Brandstifter durchzogen truppweise die Straßen. Sie drangen in die Häuser ein, die bald darauf in Flammen aufgingen. Ter Versuch, die Holzplätze in Brand zu setzen, konnte glücklicherweise vereitelt tycroen. Tas lettische Revolutionsiomitee hält sämtlick)e Zufahrtsstraßen besitzt. Tie Pferde der einfahrenden Fuhrwerke werden getötet, das Fleisch mit Petroleum b e - gossen, die Waren verdorben. Eine ungeheure Teuer- iing der Lebensmittel ist bereits eingetreten. In einer Vorstadt brach die Menge in die jüdischen^Krämläden . in, plünderte sie und steckte ein Hau? in Brand. Tic Juden I rotteten sich darauf vor dem Polizeis'ebäude zusammen, zertrümmerten alle Fenster und erschossen zwei Sch u tz - l e u t e. Tann organisierten Juden betoaffnete Wachmannschaften, die in Stärke von je 20 Mann im Judenviertel patrouillieren. — Ein Privarbricf aus Riga, dessen lieber» bringet sich mit großer Lebensgefahr auf einer Lokomotive stehend nach Petersburg durchgeschlagen hat, schildert die dortigen Zustände in den dunkelsten Farben. Der Wagen, welcher unmittelbar an die Lokomotive gekoppelt war, war von vielen Kugeln durchlistl)ert. Dem Briefe zufolge sind in Riga überall Maueranfchläge angeheftet, die zur A u s - rottung des Adels und der Kapitalisten auffordern. Ueberall in der Stadt tut sich die männliche Bevölkerung zu ihrem Schutz zusammen. Ein Petersburger Korrespondent meldet, daß infolge des Berichtes, den der Gouverneur von Riga sandte, Witte sofort eine Unterredung I tntt dem Zaren hakte, worauf dieser dem Marineministcr l befahl, sofort die Geschwader von Libau nach Riga zu entsenden und die Stadt zu besetzen, falls sich die ^uf» ständigen weigern sollten, Üch zu ergeben. Im Bezirk Volg erschlugen 40 Arbeiter einen Sozialistenführer, ivcil dieser sie seit längerer Zeit terrorisiert hatte. — Wie das Molfssche Telegraphcnburcau erfährt, ersuck tc der eRlchs- tanzler den Oberpräsidenten von Ostpreußen, sofort je einen Dampfer für Riga, Libau und Reval zu chartern, damit sie im Notfälle für dortige deutsche Reichs ange- hörige zur Verfügung stehen das Wolffsche Telegraphenbureau eisahrt, ersuchte der Reichs- hörige zur Verfügung stehen. Tie weitaus größte Anzahl Deutscher in den russischen Oslseeprovinzcn gehört aber dem russischen Reiche an. Warum die Hilfsaktion nur den deutschen Reichsangehörigcu dienen soll, ist indes leicht ersichtlich, die deutsck-e Reichsregierung will unter allen Umständen der Politik treu bleiben, sich nicht in die inneren I Vorgänge des russischen Reiches zu mischen. Das würde indes nicht hindern, auch den deutschen Stammesgenossen, die nicht der deutschen Oberhoheit unterftetycn, Gelegenheit zu geben, auf deutschen Schiffen ihr Leben vor der ungeheuren Gefahr in Sicherheit zu bringen. Ter „Regierungsbote" teilt mit, das in einigen Blättern veröffentlichte ManifestdesArbeiterdeputierten- | r a t c § und anderer Komitees enthalte den o f f e n e n A u f- ruf zur Rebellion und Widersetzlichkeit gegen das Gesetz. Auf Grundlage der zeitweiligen Preßbestirnmungen berichtete der Prokureur dem Petersburger Appellationshofe darüber, worauf dieser beschloß, die Zeitungen zu konfiszieren und das Erscheinen dieser Bltterä bis zur gerichtlichen Entscheidung zu sistieren und deren Redakteure zu verhaften. Diejenigen Redakteure, welche Vürg- schajt stellten, wurden am SamStag freigelasscn. Märtte» fc. Kraiilfurt «. M., 18. Te,. (Orifl^elegt be« „W Aui Amtliche Äotierimgen der heutigen ru<±> rniar Äzen TlL 18-18.25, ÄttrbefHfcfter ^.18.00-18.^ Mk. 18.^0-18.50, Kanias Mk. 18 o0T1]9-2oi Mk. 16.75 —17.00, Perlte Ck^ettera,>erl Mk. 18.25, Selber '??H 18 ,50-18,75, HaterMk.IS.oO. Ma'^- Ik.^S- Wcftenmehl 27-28.00, M. 00-00, 2. Qualität , bl? Mk.26.00, 3. Onalilät Mk. 22.50—23.00, Roa-1 , Mk. $4.75—25.75, 1. OmaliliU Mk. 22.2o—23.25, Westcnm - y bis Mk. 10.cn Noaqenkleie All. 11,00-11.50, f bis Mk. 12 5v Fvaukcn, Pfalzer, Ried All. 1 ,.o0—18.vv. 3. CikH. 47-48 Tif., 4. 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 80-90 Mg-, - ' f 52-51 Pfg., 2. Qualität 80 85 Psq., Lcbeudaewlcht 4« Scblackuaew 60-65 Psg.; Schafe: 1. Onol. 68-<° b 58—60 Pfq. Schwe nc 1. Quai 73—74 'Cfg., e,$^nV ß7‘__g< f- 2. Oil.72 00P'g., Sebendgew. 50.00 Prq.. 3. Cufli- ® <2ebenb.iewtcht < 0-00 Pfai Geschäft bei Svrnvteb m.m lleberftm,d mibedentend, bei Kleinvieh aut^kem^te^, 100 Ka. hier. .... ' ke. Frankfurt a. Al., 18. Dez. (T'llt5 iti’"*5 ."'tfolq«®' it.f'rrtb«1'1' tl6ob; ■ ‘ ■'m obrt 9*. ' n 6r-H»S wurden. L -mb .trat ? o> rimt» «idi -k Berlin, 17. Dez. DaS Sandaericht verurteilte n'eqeu Einbruches hi baS Berliiier ostey ,r tocneVÄlfenfnlel am 1. Fanuar 1902. wobei ROO Krencn cir.rocnbet würben, zu vier F n r e n Z iinb Mnliä!>riqem Ebiverliist und Llell'lno^iinier^o^ -^< ßtü lt.rtew qunst. 1 Lemberg, 17. Dez. Die Post- unb Tclerak• beamten Galiziens befdiloffen, in den 9ht«!tnni> »u vcw i itzre Forberungen nicht baldigst cnüllt werben. Handel des 'gestern Portntriesen III Kurse, 18 Dez., Anfangskurse Tendenz: ungleichmässig. Marie Gengnagel Grossen-Baseck, den 17. Dezember 1905. Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Dezember, nachmittags 6415 Uhr statt. geneigten Zuspruch 08306 Wein Konserven Fleischwaren Südfrüchte Pfd. 60 Pf. 30 0 95 2 n tl Pfd. Loo n 125 2 n n 135 ii 65 n n n 190 n n 60 Pom. Wsckllst V, Pfd. 50%. Pfund Pfg- Haselnüsse Pfund 30 %■ Dutzend u ii n n ff o ii n n ff Tafelrosinen Pfund II ff ff II II Rheinisches Kaufhaus Bahnhofstrasse 26 GIESSEN Bahnhofstrasse 26 Leistungsfähigste und billigste Bezugsquelle für alle KoloUalwaren ff . 240.00 . 134.40 ff ff 120 150 20 209.60 235.70 ii ff ff ii n ff ff ff ff ff ff // ff ff ff ff ff Elektriz. Lahmerer . . Elcktriz. Schnckert . . F.schweiler Bergwerk . Gehenkirchen Ber-rwerk // ff n ii n n ii ii ff ff Oesterr. Silberrente I'mrar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portntriesen Serie I . Harpeuer Bergwerk Lanrahiitte . . Lombarden E. B Nordd Lloyd . . Türkenlose . . - . 113.25 . 194.00 . 2320 . 139.70 . 123.50 Üllmcck-Iriinbcü Citronen Apfelsinen "•<° „ Oberhessen . 4 % Oesterr. Goldrcntc . 166.61) . 144.00 . 238 50 . 175.20 . 186.00 . 159.70 . 209.00 keWer LMn Nanchaal Lachs 45 60 Berliner Handelsrcs. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Dcntsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn 123.70 135.10 50 45 50 . 89.00 . 67.20 . 96 70 100. 0 8« 70 100.10 88 70 98.90 Tlirkenlose..... 4% Griech. Monopol-Aul 4% äussere Argentinier w,t 396 3)4°/< 3% 3 'A°ff Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Gastwirt Gengnagel. . 133.5b . 125.30 . 264.00 223 30 HO 125 99 40 160.00 95.15 105.00 67.75 67 70 86 50 94.60 99 50 135 00 53.10 90 1OO 80 55 . 174.30 . 143.50 . 237.70 . 9460 . 160.00 55 45 45 70 Franks. Würstchen Hamburger Rauchfleisch Deutsches Büchsenfleisch „ mss.Stantsanl. 1 •*' * > „ jnpnn. Staatsanleihe Conv. Türken von 1903 Perlbohnen 'Fge.gr. Bohnen Prima Schnitt- spargcl m. K. Extra starker Bruchsvargel bi pB * 4%' 496 3°o 39< 4J4 VA 40 30 90 Heute verschied sanft im nahezu vollendeten 12. Lebensjahre unsere liebe Tochter, Schwester, Enkelin und Base Branuschw. Mettwurst stzothaer Cervelatwurst “ ’ ' Paar Hochachtungsvoll II. Huhn, Juwelier Schnlstrafie 5. Tefefonisch« Kursberichte Giessener Anzeigen». mitjeteilt von der Bank für und Industrie, Gassen. Frnnl furter Vöfnc. 18. De?.. 1.15 Ehr. Reichsanleihe do. Konsols . . do. . - Hessen . . - 3°/0 Mexikaner . . . 4M°/o Chinesen . . Aktien : Bochum Guss . . . Buderus E. W. . - Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . Prefikopf (tzeränchertcr Speck Reines Schweineschmalz Westfälisches Kleinfleisch M W Müsse Krachmmdeln EtC. Ä M --i- SÄ' 75 „ 75 9 v und 130 Pf. Als Mjsesise WeihnuAs-Ceschenke empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Gold- asnil Silber waren S besonders schöne Neuheiten in gold. 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(XelWf‘,/!:< Ser Ify. • 77 CÄ,eo£ hfl,e 5 5: IJ . .ui 1. 3‘ -uh 1 . kugeln gefüllt. Das ganze fcmr mit Petroleum getränkt. mit einem Stück Parier 0cmd: . (?S lebe Malato!" Tic Revolution in Rußland. Königsberg, 18. Dez. In Südlivland wurden zwei Polizeibeamte g ran kam getötet. Die kurländische -Stadt Tuckum war 24 Stunden in der Gewalt der Revolutionäre. 19 Soldaten wurden in einem Hanfe verbrannt. Die Stadt ist durch die Artillerie nnb Dragoner wieder erobert worden, wobei eine große Zal)l Revolutionäre vom Militär in ein Haris gedrängt und zur Vergeltung ebenfalls verbrannt wurde. Oberleutnant Müller wurde von den Revolutionären gefangen und unter entsetzlichen Martern zerfleischt. Der Rest der Bande bat kapituliert. Kiew, 18. Dez. Die Agrar-Unruhen haben das Gouvernement Charkow ergriffen. Die G u t s b e s i t, c r werd cn erschlagen, die Häuser verbrannt und alles Erreichbare geplündert. Diele Kunstschätze, so die berühmte Sammlung von Kotschubei sind gänzlich vernichtet. — Das Manifest vom 6. d8. verleiht, wie verlautet, das gleiche, geheime und allgemeine Wahlrecht in zwei Stufen für Stadt 1111 o Land. Tiflis, 17. Dez. Nach Berichten au? Bat um sind dort wieder ernste Unruhen ausgebrochcn. Alle Straßen der Stadt seien seit gestern verbarrikadiert. Fortwährend finden Kämpfe zwischen Truppen und Aufruhrern statt. Die Zahl der Toten ist bedeutend, aber noch nicht genau bekannt. Unter den Opfern befinden sich viele Muhamedaner. Petersburg, 17. Dez. (Pet. Tel.-Ag.) In Süd-Liv- land sollen gegen 30 Gu tsg cbäu de ein geäschert )cm. Tie Nusständischen belagern auch die Pastorate und beichteßen ne, falls ihnen nicht freiwillig Waffen geliefert werden. D-.e Geistlichen werden von ihnen verhaftet und abgeseht. ^cr Livländische Adelsverband hat dem Mmuter des Innern eine Denkschrift zugestellt. in der darauf hmgennesen wird daß viel, aber nod) nickt alles verloren fei. xic Ausführungen gipfeln in dem Vorschlag, einen Provinztalrat zu ernennen. Königsberg i. Pr., 18. Dez. In M i t au find im Straß enkampfezweiOffiziereundsech s S 0 1 d a t e n getanen, ve\ vennenronroen tn euoumono murren iry tt a- q 0 n e r von einer Ucbcnnacht angegriffen. 40 fiele n.^er Dielt schlug fick durch. der Riga-Dreler Bahn i't em Militärzug auigefiogen; über 200 Kosaken wurd cn getötet. bcli r brotlos würden. I Braunschweig, 17. Dez. Der Kaiser begab sick nach bete': f’jprftcHunn im Stadttbeat^,invstcr Nägeln imd kleinen Vavier- chttittbohnen 2 Pfd.-Büchse 29 Pf. Brechbofinei» 2 Vriglnal-Drahtmetdungen. b-Krlin, 18. Dez. Die Neu-Organisation der s s-ildemokratischen Partei in Grofi-Berlin ist durch bi* rifinbung eines Verbandes der sozialdem o- Irliischen Wahlvereine Berlins und Umgebung v : i n worden. Der neue Verband zählt jetzt schon 4-;..’ ,)i Mitglieder. Bei der Begründung des Statuten- (s, j । ifeS wurde hervorgehoben, das; der neue Verband bc- fo irn3 eine erfolgreiche sozialdemokratische Beteiligung an der Lt^tryswahl vorbereiten wolle. — Eine von etwa zweite Personen besuchte Versammlung der Brauerei- a Uchi l er nahm nach einem Referat beS Abg. Dr. Sudekum rii 1 miq eine Protestresolution an, in der gegen die lsstl! stmg der Brausteuer oder jede weitere Belastung des 3’if „ „ -Auslese HO n Katharina- „ 40 „ Jtalieuischer Portwein HO 11 Californische Birnen es Malaga 190 11 Französische „ 70 „ Portwein 190 IK Aprikosen ■ 65 „ Mcdoc HO ff Neues Mischobst 50 „ St. Cftöphe 130 ff Lueum-Feigen ff 70 „ St. Julienne 160 ff Cribelli- „ 50 „ Tokayer 30, 50, 70, 150 ff Bartz- „ // 30 „ Ahrblcichert 95 ff Matten- „ 20 „ Walporzheimer 110 ff Tunis-Datteln 90 „ Ober-Ingelheimer 130 ff Datteln ff 30 „ Zeltinger 90 II Mck-LWMe Pfund 75 w Rikükl-Lchololüde „ 75 „ ASler-Printeil 55 „ 3RüiiiieD3pecurrttinö „ 50 , 6422 rmpfteblt 5 Zimmer 642:< sofort zu verkaufen. 4 Zimmer Tyüv Glaser trinfir -ße. 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