bewthrte Bet^U pü _ ** Gwchita, «nmtrt Dl ™ VuHMgokw Otfttf’j I pfldN-Puiw • ( elo Pfg. Fructin MZr. 33S$£ WjSä&sj ,. olonMetn%2000Qo5 "«ÄSN SM TM Ulln* u, ie|,i*icht n:•/, ilcrcinr Tnrn-te (gegr, IM} > tttttftfl, dea L Pttobft IfHÄ, I ■mw. W & * 1 * * * * * * ilbturne« in der Turnhalle. Mährend deS AbkurnenS Sottzert, idends 8 Uhr PnisvertelluntzM »s nach Uhr von. JJ Äbmarlch,"^.- vemiB u^^t0-£Äi,rtun9 Sr "LÄd.,Äh"- <* -h W öon Ltt S-rfia-d- y$* TANZ *^S >eunde der Turnjache haben ft nachmittags freien Emtrck, W 8 Uhr ab nur für Mglieder. gj Ler Sorstaud. _ LB.i **&s*r* W di° heate8*' »Sä06 erv'^ Donnerstag Ä8. September 190 155. Jahrgang Zweites Blatt Nr. «28 General-Anzeiger, Amts- und AnZeigeblatt für den Kreis Gietzen. Erscheint «glich mit thrtnafrne deS «onntagS. Die „Gletzener ZamiNenblatter^ werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^sstjch« toitotrt“ erscheint monatlich einmal. Parteitage. Bau parlamentaris cher Seite wird geschrieben: Tie Parteien benutzten die Herbstzeit zur 'Abhaltung von Heerschauen, durch welche sie die Oeffentlichkeit für sich interessieren wollen. So tagten die CH-riftlich-So- rialen in Essen a. R, die Deutsche Volkspartei in Frankfurt a. M, die fr eis. Volks Partei in Wies- daden, und die Sozialdemokratie blickt auf die rote Woche in Jena zurück. Keine der Parteien wird sich der Selbsttäuschung bin» geben, daß ihre Verhandlungen eine über den Augenblick weit hinausreichende Bedeutung haben. Die besten Reden und die schönsten Thesen werden rasch vergessen über den Aufgaben, die der Tag stellt. Diese sind es, welche die Äugen der politischen Welt mit zwingender Gewalt auf sich lenken, und bei ihrer .Lösung entscheidet nickt die Redekunst, sondern die Stimmenzahl, über die jcoe Partei in den gesetzgebenden Körperschaften verfügt. Immerhin verdienen einzelne Momente aus dem Ablaufe der Erscheinungen hervorgehoben zu werden. .So ist vor allem die Form bemerkenswert, in welcher sich aus Seiten der Freisinnigen das Bedürfnis nach Einigkeit geäußert hat. Die Deutsche Volkspartei erwiderte den Gruß, den ihr die freisinnige Volks- part ei bot, mit der Bezugnahme auf den Beschluß des Zentralausschusses der letzteren Partei vom 28. Mai d. I'., der den „möglichsten Zusammenschluß" der wirklich liberalen Elemente bei Wahrung politischer Selbüündigkeit jeder einzelnen Partei anstrebte. Der Parteitag oer fteisinnigen Bolksparter bestätigte jenen Beschluß durch eine (von uns nritgeteilte) Resolution. Nur ein Zusammenwirken mit nationalsozialen Elementen erscheint der fteisinnigen Volkspartei als eine politische Unmöglichkeit, gleichviel, welcher politischen Gruppe sich diese anschließen. Die hierin zum Ausdruck kommende Verstimmung erklärt sich aus den Meinungsverschiedenheiten über die Stellung zur Sozialdemokratie. <5te wird sich ab schwachen, wenn die National- fmialen aufhören, in einem Zusammenwirken oder einem Bündnis — die Namen für diese Annäherung wechseln — mit der Sozialdemokratie das Heil zu erblicken. (Unseres Erachtens ist ein Zusammengehen der fteisinnigen Bolks- partei mit den Nation also zialcn im Interesse wachsender Macht des Linksliberalismus durchaus geboten und überaus ioünschenswert. D. Red.) Daß die Sozialdemokratie zurzeit nicht bündnisfähig ist, nicht bündnisfähig sein Will, hat sie in Jena von neuem bewiesen. Sie tritt so radikal auf, wie je zuvor; womöglich möchte sie „noch ruppiger" werden. Bernstein plädiert für Straßendemonstrationen, Bebel schrickt nicht vor einem Massenstreik zurück, und nur wenige, recht t-venige, waren es, darunter Wolfgang Heine, welche das Spielen nnt dem Feuer verurteilten. Men anderen erschien gegebenenfalls die umfassendste Anwendung der Massen- iwbeitseinstellung" empfehlenswert. Gegen den „Militarismus" und „M a r i n t s m u s" Wurde ferner in einer "Art gewettert, die jede Einsicht dafür vermissen ließ, daß Deutschland als Weltmacht, die es nun einmal ist, einen mitbestimmenden Einfluß auf den Gang der Dinge üben und deshalb zu Lande wie zur See eine achtunggebietende Macht entfalten muß. Ä mä&ici sein, denn bei Arbeitgebern wie bei Arbeiwehmern drängt die Erbitterung die sachlichen Erwägungen in den Hmtergrmw Auf beiden Seiten sind Reckt und Unrecht nah verwandt. Was die Arbeiter betrifft, so ist der Streitgegenstand, verhaltntS- mässig geringfügige Lohndifferenzen, emen Rasenkam Pf nicht roert Das sehen auch die Führer em, die lewer nnt dieser Auffassung nicht durchgedrungen sind und sick, genau wie beim Bergarbmter» streik, die spöttische Bezeichnung „Vrcrnseri gefallen laffeii mEew Was die Arbeitgeber betrifft, so halten nur das Mittel der Aussperrung für übermässig hart, da es gleiäMittg so und soviel ganz schuldlose Personen trifft. Es war noch nutzt nötig, pt einem solchen Mittel zu greifen, das nur durch eine verzweifelte Sittiation gerechtfertigt werden kann dem großen^Bergaickeiwv- streik hat man die Erfahrung gemacht, daß:cde Stunde kostbar ist; nnt jeder Stunde wachst hüben wie drüben der Groll, befestigt sich der trotzige Entschluß, nickt nochgugeben, wmn«, was kommen mag. Darum rnu^ rm Anfang der Bepwgung von dritter Seite cingegriffen werden. Denn wie wette Kreise auch dieser Ausstand ziehen kann, unter Umständen über MrlmhiN- aus und andere Jndustrieen mit ergreifend, dos ist sehr ernMich zu erwägen. Die „Voss. Ztg." schreibt: , dermaßen verschärft, daß man auf em lawinenartiges cknwacksat der Aussperrung und auf 'erneu Genera laus stand gefaßt sein muß." Auch hieraus erhellt, daß Gefahr im Verzüge ist. Die Landtagswahlbewegung in Baden. Ter Wahlaufruf der badischen Zentrum spurtet ist soeben erschienen. Schlimm sei die Wahlkreisern- teilung gewesen, die das Zentrum in Kauf genotnnten; habe, „um das direkte Wahlrecht dem Volke sicher zu stellen . Tas Wahlprogramm fordert sodann: Direktes Wayr- recht in den Gemeinden zur Wabl der Bürgern meister und Gemeinderäte, anderweitige Regelung des Wahlrechts in den Städten der Städteordnung unter Aufhebung der bestehenden Klasseneinteilung, direkte Wahl der Mitglieder der Kreisversammlung. Auf^kirchen- politischem Gebiete verlangt das Programm für dre Kirche mehr Bewegungsfteiheit als bisher, Zulassung von Manner- klöstern, deren Einführung im vollen Einklänge mit bent Gesetz von 1860 stehe. Zur Schulftage äußert sich der Wahlaufruf wie folgt: r _ „Wir haben die Einführung der gemischten BolEfchule de» kämpft und können sie nach jahrelangem Bestehen auch nicht a» eine wünschenswerte Einrichtung anerkennen. Wenn wirgleich. wohl von uns aus nicht daran rütteln, so verlangen wip umsomehr, daß di" tatsächlich bestehenden Gesetze werngsteA^ einem den Jntercs' u her rehgrofen EFichung rwhlwEaÄA Sinn angewendet h .recii. Wir baben stets das kämpft, die DolBf.zu einer remen Staatsanstalt zu machen, und werden auch : Zukunft ^ran feststen, daß bic b»- herigen Beziehungen :r Gem^nde bestehen blewen.^^^^ Auf dem Gebiete, der Landwirtschaftstnrd dre Einführung einer L an dw i r t s chaft s ka mm er verlangt. In Bezugs auf das Eisenbahnwesen verlangt das Programm! tunlichste Ausdehnung und Dervollkommmma desEise^ ■ bahunetzes, Erleichterung und VcrbMigung des Verkehrs : für Personen und Guter; Mitentscheidung der : Volksvertretuu g in der Frage der Betriebs-, : Mittelgemeinschaft itnb der Tarifreform. Im! : Interesse des sozialen Friedens müsse endlich den Rechten und Interessen der abhängigen Arbeiterschaft ausgiebiger : Schutz des Staates gesichert werden. Der Wahlaufruf schließt mit folgenden Sätzen: . . „Mit der Einführung der direkten Wahl beginnt eM größer werden. So schnellstiegende Elektronen kommen nun in den Beta-Strahlen des Radium? vor. In diesem merkwürdigen Körper haben wir, wie es scheint, ein in Verwandlung begriffenes chemisches Element vor uns. Dabei sendet er positiv geladene Alpha-Strahlen und negative Beta-Strahlen aus. An diesen letzteren konnte Kaufmann nachweisen, daß in der Tat die Maffe bei den schneller Fliegenden in demselben Verhältnis großer ist, wie die Rechnung es verlangt, so daß wir zunächst anzunehmen haben, daß diese negativen Teilchen, die Elektronen, nur aus Elektrizität bestehen und daher nur scheinbare Maffe haben. Eine besondere Schwierigkeit liegt iür die Elektronentheorie in der Schwerkraft. Konsequenterweise müßte man sie auch elektrisch erklären. Daiür reichen aber die Griindlagen der bisherigen Elektrizitats- lehre nicht aiis ,md man muß besondere Lilfshyptheseii einführen. Wir können daher in der Elektronentheorie noch durchaus nichts Abschließendes erblicken, sondern muffen sie durch weitere wißen- schriftliche Arbeit zu verbessern suchen. Prof. Dr. Rocht aus Hamburg referierte über Tro - e n - krankheiten. Er besprach die Erkenntnis und Bekäuiv'ungZ- mittel der Tropenkraiikheiten Beriberi, Malaria uhu. Er verweist auf die bereits erzielten Eriolge und besonders auf jene Protozoen- haften Krankheiten, deren Erreger meistens der Tiere auf Menschen bedürfen. * — Aus Frankfurt wird uns geschrieben: 'Sturm" nennt sich das Drama einer Jugend und schildert den Konflikt eines trotzigen eigenwilligen jungen Menschen gegen den Zwang, unter dem er leidet durch den verknöcherten Vater, durch ine unverständigen Lehrer. Namentlich der Gegensatz, in den er zu der Schul« kommt, bringt ihn in eine unlösbare Lttuatiom Den Lehrer, der sich an ihm vergreift. uJcubert er zurück i nd da wird ihm die Wahl gestellt, Abbitte zu tun, oder aus der Schule gewiesen zu werden. Auf den Zuspruch des gutartmen Professors Hufelmtd, der an sein poetisches Talent glaubt, entschließt er sich zur Abbitte, aber im entscheidenden Moment kann er es nicht und spnidelt in Heller Entrüstung all den Groll heraus, der sich Jahre lattg gegen die Schule und ihre Tyrannei m ihm angesammelt hat. Nun ist seines Meibens nicht langer; rt verläßt die .Heimat, um aus eigener Kraft seinen Weg in der Welt zu nmchen. Einen Augenblick furchtet der Hörer ehren tragischen Ausgang, aber das Versöhnliche ist ganz plausibel. Der Verfasser Sigmund Neumann, erst 19 Ja hre alt, ist entschieden ein vielversprechender Anfänger Gespielt wurde in unserem Sch a u spiel hause vortrefflich, namentlich von Herrn Ziegler und Fraulem Sangora, bem poetischen Liebespaar, auch von den beiden verschiedenartigen Lehrern, den Herren Bauer und B o l z. Verrohung der Kritik" in frieren Zeiten. Sudermami hat bekanntlich vor Jahr und ^,ag Mage erhoben über die -.Verrohung her Kritik". .Damals schon hat man nnt Recht darauf lsingewicsen. daß es m früheren Zelten, wesemlick schleckster war als heute. Wie je«,t die „LeipZ- N. N. schreibeit, ind die stärksten Ausdrücke, die unsere strengsten Kritiftr aw ü^mden nickts aeaeu die Urteile, mit denen die iranzäsiscken »erlraMcn Gegner und sich selbst unter, einander bedachten. Loliöe hat einige solcher Krrnworte gesammelt und eine Art imaginären DwlogS zusammengestsilt, der ron dem Ton in feinen Kreisen beredtes Zeugnis ablegt. „Sainte Beuve ist ein Lumpenkerl", äußerte sich Victor Cousin. -„Cousin ist ein Lakai", gab Bäranger rasch jurfld. Dann sprach man von dem älteren Alexander Dumas, den Viktor Hugo einen alten, Geschichten erzählenden Neger nannte. „Wenn es irgenb jemand wagen sollte, mich mit diesem Neger M vergleichen",- torie Balzac, „dann breche ich die Unterhalttmgl ab" Dazwischen klang die dröhnende Stimme Darbey d'Aurtz- villys, der schinrpfte: „Diele Eugtzne Sue, Michelet, dieses Weib, die Sand, und alle diese Verbreiter modernep Krätze und ähnlicher Pest . . ." Was überhaupt Barbey an Sckimpfen geleistet fat, übertrifft nicht nur die Pamphlets Paul Louis Couriers, sondern auch die „Hmrichtimgen , die der junge Theophile Gautier vorrrahm. -„Dieses Nichts von einem Goethe-, dieser Tölpel von Bmyöre, dieser Jammerlappen von Le Sage, dieser traurige Hampelmann Leopardi —" das ist so eine kleine Auslese aus den Titeln, mit denen et seine Rivalen in der Vergangenheit beehrt^ Seine Zeitgeiwssen ftnden noch weniger Gnade vor ifmt. Jules Sandeau nennt er „einen Romancier, der nur aus Versehen Mann geworden ist, ein süßes Magenpflaster für schwachherzige Seelen , Mignet einen „schwächliehen Gesellen, dessen edmiges, sichtbares Verdienst ■ sein wird, der noch unbedeutendere Kollege des unbedeutenden TlnnS zu sein" Thiers selbst „eine gekrönte Nichtigkeit", Cousin „einen armseligen Bastard Hegels", Emilie Llugier „die trockenste Frucht der gegei^ wärtigen Dichtung", Sacy „einen kleinlichen Silbenstecher". Doch das ist nock gar nichts gegen die Ausdrücke, die er von den gelehrten Körperfchasten im allgemeinen gebrauchte. Die „So- ci6t6 des gens de lettres“ bezeichnete er nicht anders als „dieses große Tier der öf-'entlichen Meinung" oder „dieser Areopag dämlicher Mittelmäßigkeit", und die vielen Schimpfworte, mit denen er die Akademie belegte, lassen sich gar nicht anführen. — Die Wochenschrift für Heim-Kültur: Das deutsche Landhaus hat das erste Vierteljahr ihres Erscheinens b^ endet. Leider kennen wir nur das erste und das letzte Heft dieser interessanten Zeitschrift. Danach neigt sie wohl moderner Anschauung und Lebensführung zu. Sie bettachtet das deutsche Haus nicht nur als ein tektonisches Gebilde oder eine Erscheinung in der Landschaft, sondern vielmehr, als den S)erb seelischen Empfindens, der uns das intimste Genießen, das einer traulichen Häuslichkeit erschließt. So zieht sie- wie es scheint, alles in den Kreis ihrer Betrachtung und Darstellung,- was den Menschen in seinem Heim und seiner engsten Umwelt angeht und lehrt ihn, sein Heim als den Hort feiner edelsten Freuden zu erkennen und Hebtugeroinnen. Unsere Familienblattliteratur erbatt dadurch eine Richtung, deren Ziel nicht die Zerstreuung, fonbem die Einkehr in das eigene Wesen ist und zu Reizen führt, die dem Auge an den alltäglichen Dingen bisher fremb blieben. — Friedrich Jacobsen , dessen Werke sich seit längerer Zeit der Aufnrerffamkeit des Publikums erfreuen, — e^ ist der Verfasser mehrerer gvttsucherischer Romane und eines mehrfach mit schmern Erfolge aufgeführten Dramas „Sturm" — bat, wie man uns aus Leipzig schreibt, eine Prosadickttung vollendet, deren Inhalt sich mit dem größten Problem unseres Planeten beschäftigt und somit von den üblichen Stoffen erheblich ab- weiclft. Etwas näheres kann zur Zeit noch nicht angegeben werden. Allerdings brauchen nicht all die pomphaften Ausdrücke i ofvrt tragisch genommen zu werden; es ist viel Theater- i donner dabei. Die Leute, welche die Unterstützungen bei , einem Mass enstreik ^zu bezahlen haben, und das sind die Vorstände der Gewersschaften, werden eS sich noch rms- , lich überlegen, ob sie die Hand zu einem Unternehmen Bieten ollen, das nur in eine Sprengung ihrer ganzen Organs arion auslaufen kann. Mit dem Massenstreik ist es wie mit der Maifeier. Man droht, flihrt aber die Drohung nur soweit aus, als es am eigenen Leibe nicht weh tut. So wurde die Maifeier auch diesmal als „die würdigste Form" zur Unterstützung des Klassenkampfes empfohlen, aber eine wirkliche Mbettsruhe nur da verlangt, „wo dre Möglichkeit dazu vorhanden ist". Mit anderen Worten: Wer will, der mag; wer nicht will, läßt es bleiben. Soviel Meinungsverschiedenhei-ten über einzelne Falle indes auch, trotz der vergeblichen Verheimlichungsversuche, vorhanden sind, darin sst die Sozialdemokratie einig, daß sie als K l a s s e n p a r t e i weiterleben will. Das Programm mag immer brüchiger, wissenschaftlich ganz unhaltbar werden, — wenn der Zusamnrenhang und der Zusammenhalt mit der Arbeiterschaft gesichert bleibt, die als die stärkste Volksschicht die höchste Stimmenzahl verspricht, dann smd die Führer zuftieden. Hiemnit ist aber zugleich bie Grenze gegen den Liberalismus gezogen, dessen Grundgedanke die Wahrung des G e s a m t interesses ist und bleiben muß. ________________________ VoMische Tagesschau. Der Berliner Lohnkampf. Kaum jemals haben sich auf die vermittelnde Tätigkeit des Gewerbegerichts die Hoffnungen derart gerichtet, als gegenwärtig bei der drohenden Massenaussperrung der B-rlmer Elektrizitätsarbeiter. Die Verhängung dieses wittschastl,chen K>negs- zustandes würde eine in ihren Wirkungen faum übersehbare Kalamität für das öffentliche Leben und die WoUfahrt tausender von Familien herbeiftühren. Es mag dahingestellt |m, ob, wie behauptet wird, diesozialdemokr. Agitation du S ch u l d daran trägt, daß es zum Aeußersten gekommen ist. Der „Vor- wäris" spricht zwar mit anfeuernden Worten von dem bcvn> stehenden Riesenkampf, der die Arbeiterschaft ganz Deutschlands an der Seite der Berliner ElekttizitätSarbeiter sehen werde. Das sozialistische Zentralorgau kann aber offenbar bie Erinnerung an den Ausgang des Bergarbeiterstreiks nicht los werden, denn es weist gleichzeitig auf das Gewerbegeriast hu, das bei Lohnkämpfen als Erniguugsamt in Funktion zu treten pflege. Wenn eS auch jetzt zur Vermittlung sich bereit erkläre, so würden die Gegner trotz der vorhandenen Kainpsstimmung sich kaum weigern tömten, in Verhandlungen einzutreten Der „Vor> wärts" gibt geradezu die Anregung zur Vermittelung durch das Gewerbegericht, und wenn die Berliner Metallarbeiter, deren geistigen und kulturellen Hochstand der „Vorwärts" rüpntt, zwischen den Zeilen dieses Blattes zu lesen verstehen, barai müssen s-e sich sagen, daß es daS Beste ist, wenn sie noch M letzter Stunde zu einer Verständigung die Hand bieten. Denn sie haben in einer Zeit der Fleischteuerung und des oerannahenden Winters keine Aussicht, als Sieger aus dem Kampfe hervorzugehens auch wenn die Kriegskassen der Gewerkschaften gefüllt sind. Einstrveilen hat, so schreibt unS ein Berliner Mitarbeiter, das Gewerbegericht nicht die Absicht, aus eigener Initiative eine Verhandlung vor dem Einigun^samt herbeizuführen. Gerade diese Initiative von dritter, imbetesiiat^r eritc mürb? cckcr zweck- 77. Hauptversammlung des Deutschen Naturforscher- und Aerztetages. Meran, 26. Sept. Unter iiÄianter Teilnahme der ganzen gebildeten Welt beutscher Zunge begann am Sonntag die 77. Hauptversammlung des Deutschen Naturforscher- und Aerztetages. Das schone Schauspielhaus, ein Werk des Münchener Profeffors D ü l f e r, war am Sonntag abend bis auf das letzte Plätzchen ausverkauft. Zur Aufführung kam ein Werk von national- patriotischer Tendenz. Das farbenprächtige Bild, auch die nnt- roirfenben Ortsbewohner in ihren Original-Landestrachten wirkten ungemein fesselnd auf die Zuseher. Am Montag fand die Eröffnung des Kongreßes statt. Den Begrüßungs-Ansprachen schloß sich der Vortrag des Prof. Wien- Wurzburg (früher G i e ß e n) über Elektronen an. Tie Annahme von Elektronen, außerordentlich kleiner Teilchen, ist zuerst von den Beobachtungen ausgegangen, d,e man über die Vorgänge machte, welche bei der chemischen Zersetzung durch den galvanischen Strom auftreten. Tie Forschungen führten z« der Hypothese, daß bei der Zersetzung durch den galvanischen Stt-om die Atome ober Moleküle mit positiver ober negativer elektrischer Labung versehen unb burch bie elektrischen Kra'te getrieben, nach der Austtitts- ober Eintrittsstelle bes galvanischen Stromes hin- roanbern unb bori abgeschieben werben, ite chemischen Atome ober Moleküle werben in gelabenem Zustanbe Ionen genannt. Helmholtz erweiterte biese Theorie, mbem er bic wemlsche An, schauunq bet materiellen unb Elementarquanten der Atome auf die Elektrizität ausbehnte unb bie Annahme machte, daß jebes Atom mit einem bestimmten Elementarquanttun Elektrizität behaftet sei. Währenb biese sunacküt zur Erklärung ber Prozesse bet der elektrolytischen Zer- etzuna gemacht waren, würbe sie halb gebraucht um bie Tatsach/berDispersion bes Lichts bei ber Brechung Mit Berelritro- magnetischen Lichtlheorie in Einklang zu bringen. Diese Theorie siehst in dem Licht außerorbentlich schnell wechselnbe elektrische unb maanetische Kräfte, bie sich eben wegen bes außerorbenlllch raschen Wechsels ber Richtung ber Beobachtung burch gewöhnliche elektrische AvVarate entziehen. Diese Strafte setzen nun bie in jebem Körper vorhanbeneit Jonen in Schwingungen, ber Ruckwiriunq bie Dispersion ergibt. Als man bann nach ber Entdeckung der Röntgen Strahlen die Vorgänge bei ihrer Erzeugung naher stubterte zeigte sich ba(b, baß bie Kathobenstrahlen, bie bet ihrem Auftrefien auf feste Körper bie Röntgen-Strahlen erzeugen, selbst 'rega m ge- labene Teilchen finb, bie sich nut ungeheurer Geschwinbigkett fort bewegen? Tie' quantitativen Messungen ergaben für b.e T!ajfe b« vositiven Teilchen ähnliche rote für Jonen, b. h. Mafien von oer Größe be^ chemischen Atome. Bei ben negativ geladenen, den stathobenstrcchlteilchen, zeigte sich aber sehrviel klemere st s , d h hipie Teilchen mühen mehr als tausendmal geringere -mage als selb t ein Wafferitoffatom besitzen. Schon ^her tvar durch Rechnung bie Schlußfolgerung gezogen, baß em elektrisches Teilchen einer aeroifien Arbeitsleistung bebari, um m Beroegung gefetzt zn m»rL2eT h nfin her beroeaenben Straft einen Wiberstanb entgegen- W Sn man materienen Körpern Traabei,-widerstand nennt Sei G5efchroinbigfeiten, bie ber bes Lichts nahekommen, ergab bie hnti her Träaheitsroiberstanb Mit zunehmenber ®e- ÄSeit grä^ baber U auch bie scheinbare Maffe E.chener Alyeiger Kerichtsfaal. an die Verletzte zu zahlenden Buße von 250 Mark. IlniverstLäLs-Aachrichten. •a äc> Wetter <5 to September + «euer Wschnitt in der : erste Kampf, der unter 27. 27. 28. 741,0 741,6 743,0 ■e & 2 2 2 96 96 98 2« 9« 72» 12,8 10,3 8,0 10,5 9,0 7,8 September 1905. Regen KlarerHimmel Ved. Himmel Leichter Nebel 13,40 C. 7,3° , öermifd^tes. • Das Verm ögen des verstorbenen Barons Alphons von Rothschild in Paris ist nunmehr festgestellt. Es beträgt 9 40 Millionen Fr., von denen die Steuerbehörde 21 erhebt. Die Erbschaft zerfällt in vier Teile, von denen zwei Teile an die Witwe des Verstorbenen, ein Teil an die Tochter Madame Ephrussi und ein Teil an den Sohn Eduard Rothschild fällt. * Ein achtundachtzigjähriger Radfahrer. „Herr Gerd Sehen zu Wymeer (Ostpreußen) lernte mit 78 Jahren das Radfahren. Er ist heute noch rüstig, wie selten einer, geistig und körperlich. Oft mehr als einmal in der Woche radelt er 3 Wegstunden. * Ucber das Leben der Zarenfamilie, die stchj in den finnischen Schären zur Erholung befindet, meldet man aus Petersburg: Der Aufenthalt, der ursprünglich nur auf fünf Tage in Aussicht genommen war, soll noch weiter ausgedehnt werden, da der Zar sich auf der Seereise sehr erholt hat und sich wohl fühlt. Häufig wird ans Land gegangen, wobei das Zarcnpaar von der finnländischen Bevölkerung sehr herzlich begrüßt wird. Das Leben am Lande gestaltet sich zwanglos und einfach. Vor einigen Tagen schaute der Zar bei Transund dem Fischfang zu, wobei finnische Fischer ihre Beute, die ziemlich ergiebig auSsiel, vor ihm ausbreiteten. Auf der Insel des „heiligen Johann' wurde ebenfalls Station gemacht, um eine kleine Jagd zu veranstalten. Doch kein Wild war aufzutreiben. Ehe die Fahrt weiter fortgesetzt wurde, versammelte sich die Zarenfamilie nebst Suite auf der Insel, wählte ein bequemes Plätzchen, um in aller Gemütlichkeit den Tee einzunehmen. Schnell wurden einfache Stühle und Tische herbeigeschleppt, lind der improvisierte Salon unter freiem Himmel war fertig. Die Kunde von der Landung der Zarenfamilie verbreitete sich schnell unter den finnischen Bauern; sie kamen in hellen Scharen hcrbeigeströmt. Zarin Alexandra bewirtete die ungeladenen Gaste mit eingemachten Früchten, denen die biederen Finnen tapfer zusprachen. Zar Nikolaus trug ein graues Jagdkostüm, Zarin Alexandra ein einfaches graues Kleid. Gegen Abend, nach herzlicher Verabschiedung der finnischen Landbewohner, stach die kaiserliche Jacht „Nordstern" in See. Während der Fahrt durch die Schären besichtigte der Zar alle Befestigungen, die auf den Inseln angelegt waren. Auf der Insel Suonionsari wurde eine kleine Jagd arrangiert, woran sich auch sämtliche Herren des Gefolges beteiligten. Die Herrschaften begaben sich nach Beendigung der Jagd zu Fuß durch den Wald zum Mecresstrande, wo die Finnländer sie herzlichst begrüßten. An verschiedenen Orten, wo die kaiserliche Familie weilte, verteilte man unter die Bevölkerung I Meteorologische Beobachtungen _________der Station Gießen. Ans Staöt und Land. Gießen, 28. September 1905. *• Personalien. Uebertragen wurde dem Schullehrer Schäfer zu Bieben eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ohmen, dem Schullehrer Singer zu Viernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Osthofen, dem Schulamtsaspiranten Rockel aus Schlechtenwegen eine Lehrerstelle an der Gemcindeschule zu Lanzenhain. — Der Rechtsanwalt Link in Dieburg wurde zum Notar mit dem Amtssitz in Dieburg ernannt. — Ernannt wurde der Ak- tuaritatSasfistent bei dem Amtsgericht Lorsch, Dietz, zum AktuariatSassistenten bei dem Amtsgericht Höchst und der Aktuaritatsasfistent bei dem Amtsgericht Höchst, Eg ne r, zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Lorsch. — Am 23. September d. I. wurde der Gefangenaufseher am Gefängnis in Mainz, Kempf, auf sein Nachsuchen seines Dienstes entlasten. Kandel und WerKetzr. Wolkswirtschast. che Fiskns und die Bergindustrie. 2® o ® ^"geteilt worden, daß die Verhandlung zwischen dem ,7lskus und den Bergwerksherren vorläufig abgebrochen sind. Ucber oa§, was beraten wurde, war man vorher unterrichtet; wie die Verhandlungen, die später wieder ausgenommen we^en sollen, oer- laufen find, wird möglicherweise überhaupt StiNscWMgen bewahrt werden und was durchdringt, dürste mit einiger^orsicht auizu- nehmen sein. Es heißt auch, voii erster Seite, daß die Bestrebungen, eine Eimguiig nut dem Handelsministerium und notwendigerweise auch mit dem Finanzministerium so vorbereitet werden soll, daß bei der wateren Zusammenkunft man nicht wieder vor Unfertigem steht und der Regierung Propositionen machen kann, die sie entweder kurzerhand ablehnt, oder auch annimmt. ” Sitzung des Provinzialausschusses. Am Mittwoch, den 4. Oktober d. Js., vormittags 1/2 9 Uhr beginnend, findet >eine Sitzung des Provinzial-Ansschusses der Provinz Oberhesten mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Verlegung der Haltestelle Ranstadt; hier Enteignung von Gelände. 2. die Regelung des gewerblichen Lehrlingswesens; hier Strafverfolgung des Schmiedemeisters Georg Schiefer stein zu Lich wegen Nichtbeachtung gesetzlicher wie statutarischer Vorschriften. 3. Den Wirtschaftsbetrieb des Gastwirts Karl Schreitz zu Friedberg; hier Antrag auf Konzessionsentziehung. "Der Hessische Landwirtschaftsrat beschäftigt sich zurzeit, wie er uns mitteilt, „mit der Frage der sog. Fleisch not" und wird in einer der Großh. Regierung mitzuteilenden Resolution das Ergebnis seiner Beratung bekannt geben. "In da? preußische Herrenhaus wurde Friedrich Wilhelm Fürst zu Isenburg und Büdingen in Wächtersbach berufen auf Grund seines erblichen Rechts als Nachfolger seines am 5. Juni 1903 verstorbenen Vaters, Mrsten Ferdinand Maximilian zu Isenburg und Büdingen, im Besitze des ehemals reichsunmittelbaren Amtes Wächtersbach und Anteils an Rückingen. " Notwendige Folge! Der Badeanstaltsbesitzer einer Stadt, die nicht allzuweit von Gießen entfernt ist, besitzt einen prächtig angelegten Park, der seine Anstalt traulich umgibt. Das herrliche Plätzchen erfreute sich täglich eme§ starken Besuches, wobei die Kinderwelt nicht allzu zärtlich mit den Sträuchern, Tischen und Sitzgelegenheiten umging. Der Besitzer stellte nun am Eingänge und an allen möglichen Ecken Warnungstafeln auf. Das Publikum empfand das unangenehm; der Besuch ließ nach. Eines Morgens aber fand der enttäuschte Badeanstaltsbesitzer an einem l>ohen Flaggenstock seiner Anstalt ein mächtiges Plakat baumeln. Beim Nähertreten leuchteten ihm darauf die Worte entgegen: „Bade zu Hause!" I * Ein treuer Gatte. Am 24. d. Mts. starb ,n । sfc> r - - -4an Need, der m zwölf Zähren im Brooklyner Immergrün-Friedhof Qttl Erabe seiner Frau a ls Ein sie dl er lebte. Als sein- Frau auf dem Sterbebette lag, hatte Reed gelobt, sie nie. ! mals mehr verlassen zu wollen. Er erbaute ein prunkvoll^' Mausoleum aus Marmor für sie und benutzte dieses auch dt, Wohnstätte für sich selbst. Das Zimmer, das er bewohnte war voll von Gegenständen, die ihn an die Verstorbene er.' mnern sollten. In der Ecke des Zimmers stand ihr Arbeitstisch, auf dem von ihr begonnene Handarbeiten lagen. der Wand war das Motto angebracht „Gott segne unfai £)etm*. Mit zunehmendem Alter wurde Need, der bas 72. Lebensjahr erreicht hat, schwachsinnig, er mußte in ein Sanatorium gebracht werden, wo ihn nun der Tod er. eilt hat. Feuerversicherung. Niemand bestreitet die unbedingte Not' wenbigfeit der Feuerversicherung. Aber trotzdem gibt es nach umner wlederkehrenden Erfahrungen, so unglaublich es klingt, eine 1 l;e Menge von Haushalten, die nicht gegen die Feuersgesahr versichert sind. Nach der „Statist. Korr/' wurde in Preußen während des Jahre? 1903 durch Schadenbrände ein Verlust an Mobilien im Werte von 43,25 Mill. Mark verursacht. Davon waren 3,72 Mill. Mark ober 8,61°/O, also der zwölfte Teil unversichert! Nur aus unverzeihlicher Leichtfertigkeit und Lässigkeit läßt sich diese hohe Zahl erklären, da die Versicherungsprämie so gering ist, daß sie Jedermann leicht eilchwmgen kann. Bei der Victoria kann man die Prämie für Versicherungen von mindestens bjähriger Dauer sogar in Wochen- Raten entrichten. Die Victoria bietet zudem für Mobiliarversicherungen bis zu Mark 20 000 ober, in Verbinbung mit Geschäfts- Aorraten, bis zu Mark 30 000 noch ganz besondere Vergünstigungen. Alle Gegenstände sind auch außerhalb der Wohnung innerhalb Eu- ropas ohne Extraprämie versichert; der Fortbestand und der Preis der Versicherung ist von einem Wechsel der Wohnung und des Wohnortes innerhalb Deutschlands gänzlich unabhängig und der sonst übliche mit Umständen und Kosten verknüpfte Polizen-Nachtrag fallt fort; die Gesellschaft verpflichtet sich, mindestens alle zwei Jahre bei den Versicherten die Nachversicherung von Neuanschaffungen anzuregen und vergütet bei einem Schaden für Neuzugänge eventuell 5" 20 /„ über bte nach der letzten Erinnerung insgesamt versicherte Siimme hinaus. Die Bedingungen der Victoria koimnen überhaupt den Bedürfnissen und Wünschen des Publikums in jeder nur irgendwie zulässigen Weise entgegen. Vertreter der Gesellschaft cnebt es an jebem Platz. c»/ Alsfeld, 25. Sept. Dekan Karl Müller ist am Donnerstag nach langem Leiden im 81. Lebensjahre zu En- denich bei Bonn sanft entschlafen. Diese Nachricht hat bei der Bürgerschaft Alsfeld? und in der Umgegend lebhafteste, aufrichtige Teilnahme hervorgerufen. Seit Jahren war er schwer leidend. 43 Jahre war der Verewigte hier als Seelsorger und Lehrer tätig; sein Wirken und seine Persönlichkeit sind in bester Erinnerung bei allen, die ihn kannten und hoch- schäßten. Die Stadt Alsfeld ehrte die Verdienste, die sich der Verewigte als Seelsorger und Lehrer um sie erworben, durch Verleihung deS Ehrend ärger rechts. Ein Mann von liberalen kirchlichen Anschauungen, geriet er bekanntlich in Meinungsverschiedenheiten mit AmtSgenosicn anderer theologischer Richtung. Er sah — so führte der Geistliche gestern am offenen Grabe auS — seinen Gott in der Natur, in den Geschöpfen Gottes, den Tieren des Waldes; überall offenbarte sich seinem hohen Geiste Gottes weises Walten. Dekan Müller war ein Mann von sympathischem, sich stets gleich bleibendem freundlichem Wesen, das ihm die Herzen .aller gewann, die mit ihm als Seelsorger oder Menschen verkehrten. Friedensliebe und Toleranz gegen Andersgläubige waren Grundzüge seines Wesens. Er war ein warmer Patriot; in Wort und Schrift feierte er die Liebe zum geeinten Vaterlande; seine Sedanfeierreden sind noch heute in bestem Gedächtnis. Auch dichterisch betätigte sich der Entschlafene: er gab ein Bändchen lyrischer Gedichte heraus; sie zeugen beredt von ihres Ver- faffers Zartsinn und Innigkeit als liebender Gatte und Familienvater. Was aber den Hochbegabten auch draußen, in weiterest Kreisen bekannt und seinen Namen populär machte, das sind seine von den siebziger Jahren an in der „Gartenlaube" erschienenen, in Gemeinschaft mit seinem in Darmstadt lebenden Bruder Adolf Müller geschriebenen Aufsätze über das Leben der heimatlichen Vogelwelt und seine zahlreichen zoologischen Werke, die ihm einen geachteten Namen im deutschen Vaterlande gemacht haben. Die Beerdigung des Entschlafenen fand am Sonntag unter außergewöhnlich zahlreicher Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Bevölkerung statt. Die Trauerfeier dort oben auf dem Frauenberg, der so oft tröstende Worte des Verewigten an den Gräbern vernommen, war eine würdige und erhebende. Pfarrer Becker-Alsfeld und Pfarrer Diefenbach-Eudorf, letzter als Vertreter des Dekanats, riefen uns des Entschlafenen Leben und Schaffen in lebendigem Bilde vor die Seele. Die vereinigten Geistlichen des Dekanats, der Kirchenvorstand, der Schulvorstand, die Stadt Alsfeld, die Lehrerschaft von Alsfeld, der Aliee- Frauen-Vercin, der Kirchengesangverein, der Kindergarten (welch letztere drei Anstalten von dem Verewigten ins Leben gerufen wurden), die Gemeinde Leusel widmeten Kränze unter entsprechenden Worten, die der dankbaren Verehrung für den - Die Wiener Akademie der Wissenschaften bat dem Professor an der uns benachbarten Marburger Universität Dr. Heinrich S l e v e k rn g eme Subvention aus der Savigny-Stiftung verliehen zum Stubuun der Handels- und Geschäftsbücher in italienischen Archiven. Professor Sieveking hat in Genua, Pisa und Florenz die Archive untersucht und fand in letztgenannter Stabt die HanbelS- Mebici, worüber er der Akademie eine umfangreiche Abhandlung iiberrelchte. Aus dieser Arbeit ist zu ersehen, baß dieses berühmte Patriziergeschlecht nicht nur bas Bank-, TarlehnS- und Eskomptegeschast betrieb sondern in gleichem Umfang auch dem Z^^handel und dem Versicherungsgeschäft oblag. Zum Zweck dieses Welthandels waren Filialen in Frankreich, England, Deufich- iand, m bet Schweiz, in Burgund, Spanien und Portugal errichtet worden. Wegen her Unsicherheit und der Schwierigkeiten des Transportes von Edelmetall sind niemals Barzahlungen geleistet worden, sondern nur Kreditanweifungen. Mit den Fürsten wurden nicht nur Finanzgeschäfte, sondern auch Geschäfte in Waren gemacht, wie mit Seide, Tuch, Juwelen, Kunstwerken und Waffen. ~ r aufgenommen werden sollen, te M überhaupt SnllscM'gcn^eirc- . durste mit einige^-omw arr | -enter Seite, daß die BeistebM- j iminifleriiim und notwendigem || im in vorbereitet werden soll, I MON Mchi gs-uonen machen kann, die sie ' gß* SSs mc Dame J' ist * I 'U Itark geweÄ^Ml di- 9er«** j die W ^rmiteinem^m-orschW ?- denn ne ’ das ehtS SS "NM W geivrieben Db er« .ÜesU M 1 S ^Zwecke vielleicht 1 m das verletzte Auge zu Auge bl1 ^ro^mnig b,r l '■ ro° v# auch annimmt. e Veobachtnngeo Oft ®iCBCIL^_ Lv G) § LV G) E to Ls O p o CD O V 5 e o 3 5 er CO CD -J cs C* o er p A to s e$ o fi p c Ö o 5' _o Z 3* CP er s. p CD tO CD 53 O: A 3 i ff » 3 to ft® ? - CP — 3 G) s s 3 er Z D 3 #1 3 tO H* — rf- O1 'cd f—1 to ÜX 03 03 O 3 fO 3 @3’ ^3* Ö9 3 ' tB O 3 3 -32 C rfx -J -3 N C 'n- rfx o *- o 3 3 • CA» ö o <Ö> N> 05 O ffi -3 C O» ~O5 lo CD 03 =“ E 3 _ &■ C 3 O= O "33 <1 <-! 3 3 f>» ^3^0: . LV E' 8 3 K <-• KÄ 3 « 2. G)^-3^ 3 S* er —R 3 3 DT • LV cd er O 2X; er <-s A — P- 3 >_D er rs Er -* TO» « 3 TO O 3 ro * 3 O 6)2 p x o' a cr o 3 Uö u 3 2 C 30 D Lv p 3- 3 O -.• 3 2-~ 52 TO © 3 2. er M> er tc cd" r3 1 ® LV t5 3 3 Er ro* "§* 0 —n ex o S s< 3 „CD LV % 2 P M - 5: 5 TO 52 3 ASS gg 3- TOJ' o CD ET e- Lv TO O ' 2- A«to''o o 2: 3 3 rZI 5 5 ; to 0 n. ro TO» ro A- e 15 - o 2.3 TO * 3. A D~ 3 o 32sÖ« 2 -A eJ1 0 3 r, TO «^ ” - TO ro 3 3 CD *5’s 3 2 CD -T* Ö ScD STO 2 E 3 3 ö o 6 3 3 TO» A OD « OD 5 h* O c Vs S CD (y) CD to 05 & 3 TO ro Lv 3 CD Lv <8 ö 3 P Lv 3 p e TO « 3 CO G) Lv TO ro K «D TO 3 TO TO 6 o 3 3 3 CD CD er rs rt ro o ö TO ro" to TO O S er G) -S_ TO "" « -UP ^3 P — p e c er | , <5" CD o CK TOT? 2 **x 3 3 • CD O 3 ** 120 Ws 3 ♦ Lv =2. 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