bequemster Gegründet 1800 KÖLN^; Samstag 16. Dezember 1905 155. Jahrgang Sechstes Blatt N», 296 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Grosser Schuhwaren Uhren, Gold- und Silberwaren Ausverkauf k. 1.15. co ca 3 B Q cv es Tabaks. 2. Baugesuch des fr. frrailing für die Südanlage; hier: Befreiung von Artikel 50 der allgemeinen Bauordnung. 3. Lieferung von Zement für die Sielbauten und den Theaterneubau. 4. Fortsetzung der Drainage auf dem neuen Friedhof. 5. Beseitigung der Waggonwage bei der Margaretenhütte. 6. Fluchtlinienplan für die Sandgasse. 7. Endailtige Wiederherstellung der Postkabelgräben- Oberflächen. 8. Vorlage der Rechnung der Löberschen Stiftung für 1904. 9. Desgleichen der Plockscl)en Stiftung. 10. Vorlage der Rechnung der Armenkasse für 1904 und des Voranschlags für 1906. 11. Die Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände für 1904. 12. Anschluß der Irren- anstatt an das Elektrizitätswerk. 13. Kabellegung in der Kirchstraße. 14. Gesuch des Christian Belz um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hanse Neustadt 55. 15. Desgleichen der K. Wedel Witwe für Grünbergerstraße 27. *♦ Verleihung der Staatsmedaille für Ausstellungen. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums des Innern wurde ans Vorschlag des Preisgerichts der landwirtschaftlichen Landes- und Jubiläumsausstellung Mainz 1905 verliehen: 1. die Silberne Staatsmedaille dem Karl Zimmermann in Lonsheim, dem Jak. St orckIV. in Lengfeld, dem O ber h e s s i f ch e n O b st b a uve re in , der Molkereigenossenschaft Eichenrod, dem Georg Friedrich Böhm II. in Groß-Bieberau, dem Professor Tr. E. Ihne in Darmstadt, dem Albert Tettweiler in Wintersheim. — 2. Tie Bronzene Staatsmedaille: dem Karl W I Walter in Lengfeld, dem August Ruh land in Trebur, dem Obst-, Wein- und Gartenbauverein Gau- Algesheim, dem H. K. Zimmer in Grün berg, dem PH. Stoll in Georgenhausen. •• Der städtische Arbeiterausschuß wird sich, nachdem die Wahlen dazu vorgcnommen sind, demnächst kon- slituieren. Den Vorsitz führt in der ersten Sitzung das älteste Mitglied des Ausschusses, bis dieser aus seiner Mitte einen Vorsitzenden bestimmt. •• Die Kosten der diesmaligenVolkszählung, ivelche die Stadt Gießen zu tragen hat, betragen ca. Mk- 2000. Es hatte sich dies Rial kein einziger Zähler gemeldet, der daS Zählgeschäft im Ehrenamt übernehmen wollte. Bei der Volkszählung im Jahre 1900 waren es noch drei Zähler, welche das Zählgeschäft unentgeltlich besorgten. •» Unsere Klärbecken anlage wird in zwei bis drei Tagen fertig feine Die neue Kesselanlage ist inzwischen beendet worden, so daß in dec Hauptsache hinter der Mar- garethenhütte außer dem Schornstein für das Maschinenhaus nur noch kleinere Arbeiten auszusühren sind. Später soll noch die Pumpanlage an der Westanlage, welche zur Entleerung des Schoorgrabens bei Hochwasser dient, ihren Platz im Maschinenhause bei den Klärbecken erhalten, um den Be- trieb an einer Stelle zu vereinigen und um für alle Fälle gesichert zu sein, wenn etwa die eine oder andere Einrichtung an den Kläranlagen versagt. Grün berg, 14. Dez. In der gestrigen Gemeinde- rats-Sitzung erfolgte zunächst die Beratung des Voranschlags für 190 6. Wie bereits vor kurzem beschlossen worden, ist im Hinblick auf bic im kommenden Jahre im ganzen vorzunehmenden Straßenbau- und KanaNsierungS- arbeiten eine Anleihe von 50000 Mk. in Aussicht genommen, die mit 38/* Proz. verzinst und mit einem halben Prozent amortisiert werden soll. Im übrigen weist der Voranschlag keine nennenswerten Abweichungen gegen andere Jahre au uab würbe in allen Teilen genehmigt. (G. Anz.) N. Vilbel, 15. Dez. Ein Sohn unseres Stäbtchentz ist soeben zum lebenslänglichen Reichs rat ber Krone Bayerns ernannt worden. Wilhelm Ritter v. Finck ;i|t der Chef des Bankhauses Merck, Finck u. Ko. in München. Ec wurde im Jahre 1848 hier geboren. Seit dem im Jahre 1903 erfolgten Ableben seines Bruders August ist Kornmerzien- Bekanntmachung. Die Rotlaufseuche unter den Schweinebestanden deS nu8 Wagner nnb Ludwig Pfeiffer zu Bolln- bailjift erloschen und die Gehöftsperre aufgehoben worden. Ließen, den 13. Dezember 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __I. V.: Dr. Merck._________________ Bekanntmachung. i $n der Gemeinde Münster ist die Schafräude erloschen. Die;.' tage ordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Kuß en, am 13. Dezember 1905. Großherzoglictn§ ,\ii\ i-r-amt Gießen. ____________I. V.: Dr. Merck.__________________ KcNanntmachnng. BettL: Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche. Unte c Hinweis auf unsere Bekanntmachung vom 10..1 mit l. I. (Kreisblatt Rr. 160) bestimmen wir hierdurch, baBi den Quarantänevorschrlften in Zukunft nur das aus folcjin Schlachtoiehhöfen kommende Klauenvieh unterliegt, aufr denen auch ausländisches, zur alsbaldigen Abschlachtung )ug^-lifi ber Zwangserziehungsanstatt Gräfenhausen zu dcm Schreinermeister Volz in Tüdelsheim als Lehrling. Die Arbeit behagte ihin nickst, weshalb er alles aufbot, um fort- zu kommen. An einem Sonntag im Oyober d. I. wurde er von seinein Meister zur Kitckst geschickt- Statt dessen begab er sich -u einem Landwirt nach Orleshausen, von dem er ivußte, daß sein Meister eine Forderung an ihn hat. Er übergab ihm einen Brief, den er kurz vorher gesäwieben und mit dem Namen seines Meisters unterzeichnet hatte, aus dem hervorgmg, daß sein Meister Geld benötige; er möge eine Abschlagszahlung leisten. Hierauf wurden ihm 40 Mark belKndigt, die er auch quittierte. Mit dem Geld begab er sich an den Bahnhof Buches und löste sich eine Fahrkarte nach Darmstadt, aber fern Meister, der in-wischen Verdacht geschöpft hatte nnb nach ihm suchte, faßte ihn noch kurz vor Abgang des Zuges ab und trat mit ihm den Heimrveg an, nachdem er ihm den Rest des Geldes abgenommen hatte. Unterwegs kniff der Junge aus und ro an bette zu Fuß Über Hanau nach Tarmstadt, wo er nach einem Dauermarsch von einem Tag und einer Nacht anläm. Man nahm erst an, daß die Veranlassung zur Tat Heimweh gewesen sei; doch davon ließ er nitijiy merken. Er gab v.n, er Hube geglaubt, daß. seine Handlung erlaubt fei; daß er hierfür bestraft wurde, hatte er nicht geglaubt. Tas Gericht naljm aber trokdem an, daß et die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlung erfordert- lick>e Einsicht besessen hat, zumal die Tat mit einem gewißen Raffinement ausgeführl worden ift Tie Jugend des Angeklagten und der Umstand, daß eine Schädigung nicht eingetreten ist, sowie daß er vom Wunsch geleitet gewesen sein mag, nach Haufe zu kommen, wurden strafmildernd berücksichtigt. — Der Seufer I. H aus Ober-Ursel hat zu Friedberg einem Kaufmann einen Ueberzieher gestohlen. Während feiner Internierung int dortigen Polizeigefängnis wurden ihm von einer Person, die sich ebenfalls im Polizeigewahriam befand, zwei geswhlene Tischtücher durch ein in der Zelle befindliches Loch zugesteckt, die er nach seiner Entlassung zu verkaufen suchte. Aus feinen Vot- strafakten ging hervor, daß er zeitweise g e i st i g nicht normal ist, weshalb Deraiilafsung genommen wurde, ihn auf feinen Geisteszustand zu untersuchen. Ter Sachverständige gab an, daß die früheren Tobluchts- bezw. Deliriuman- fülle auf übermäßigen Alkoholgenu ß zurückzuführen seien. Tiefe Anfälle verschwanden aber nach kurzer Zeit. Daß der Angeklagte bei Begehung ber Tat geistig intakt war, aeht daraus hervor, daß er sich an alle Einzelheiten erinnert, doch darf ihm zu gute gerechnet werden, daß er weniger widerstandsfähig sein mag. Tas Gericht hielt ihn des Diebstahls und der Svblerei für schuldig und verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr sechs Monaten und sprach ihm die bürgernden Ehrentecki-te auf fünf Jahre ab. — Ein gewisser W. F. von hier hat cm Urteil des hiesigen Schöffengerid)ts angefocksien. Er hatte einen ganzen Tag in einer hiesigen Wirtschaft zediend zugebtacht und warf abends ohne Veranlasfuiig im angetrunkenen Zustande einem Gast ein Bietglas an den Kvpf, so daß er eine erhebliche Wunde davontrug. Tas Schöffengericht verurteilte^ ihn wegen Körperverletzung zu einem Monat Gefängnis. Seine Berufung stützt fiel) darauf, daß er bei Begehung der Tat finnlosbetrunken war, weshalb er um eine gelindere Strafe bat Er ist aber eine Perfönlichkeit, die in der letzten Zeit die Gerichte mehrfach beschäftigt hat. Es trat in der Verhandlung zutage, daß er heute in Buschach eine Gefängnisstrase anzutreten hat. Tas Berufungsgeriait konnte außer dem beim Schöffengericht bereits berücsiichtigten Umstande der Trunkenheit, keine weitere Milde walten lassen. Tas Gericksi gab auch seinem Bedauern Ausdruck, daß es an einer S traf vor f ch r if t fehlt, wonach Wirte, die Betrunkenen Getränke verabfolgen, b e ft r a f t werden können. Caffe=Surrogat und Caffe= Essenz Men hüte sich vor /Nachahmungen. 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MUdorgebt, berührt ff.it en Grenzen ti ■gtih? 3tmc ist einfi I Rechte sind die Vertragsrechte glyintrag zu hin. gl'licrt werden, abe die besondere Ar S?;rr.ci?,cuen Untere' y 1 ™ fest, daß be WtuSschließlichen Pj N verbleibt/unser LMacht ist »•er* ’l?loncR Ginm Kj? um ^insa Hf kni» k”! bch greift daher berechn -r -odit besteht, iwf /nicht dazu 3 stt eines beu Kl fr. -Äderen «r Rlcn ^1Recht 1 Bte b..trS u«fete‘ fe"sS in meister 1*55 Sä K;: «uf Z ^'°> MW WW feier k7/blick fkeit