Nr. 301 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familienblätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Spedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. bl. 155. Jahrgang Erstes Blatt. Montag 28. Angust 1905 Bezugspreis: monatlich 7bPs., viertel- V jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen Vx monatlich 6o Pf.; durch SA Xw §50 ” diePost Mk.2.—viertel- ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal!2Ps^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ^5 v Kr zeigentell: Hans Beck. Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Kaiser und die Kaiserin auf der Wartburg und ihre Keife nach Berlin. Eisenach, 26. Ang. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten auf der Wartburg die Elisabethen Kemenate. Der Kaiser äußerte sich sehr anerkennend über die völlige Neugestaltung des historischen Raumes. Wir entnehmen der „Eisenacher Tagespost" folgendes über die neue Ausstattung der Elisabethen-Kenrenate: Wenn man im südlichen Teile des Landgrafenhuuses auf der Wartburg in das Gemach schreitet, das etwas vertieft gegen den felsigen Hofraum der Hofburg liegt, befindet man sich in der Kemenate derheiligen Elisabeth. Als der verstorbene Großherzog Karl Alexander 1847 H. von Ritgen mit dem Wiederaufbau der Kemenate betraute, lag dieses historische Frauen- ach so hoch voll Schutt, daß man nur gebückt, fast kriechend ingelangen konnte. Friedrich der Gebissene hatte hier im Kamin Schätze gehäuft. Der Kamin wurde dann vermauert; der so entstandene Kaminschrank wurde später als Archiv verwendet, bis in späteren Jahrhunderten der herabfallende Putz und das Gestein einen Schutthaufen bildete. Nun ist am heuttgen Tage der kaiserliche Bauherr in eigener Person zur Wartburg gekommen, um sich den zum Prunkgemach verschönten Raum, den er auf seine Kvsten in nie gekannter Pracht mit Glasmosaiken schmücken ließ, anzusehen. In die Wand ist vor drei Jahren eine Tafel eingelassen worden. Diese besagt mit schlichten Worten: Seinem unvergeßlichen Großoheim dem Großherzog Carl Mexander Wilhelm II. I. R. 1902. Dem Oldenburger Maler August O e t k e n, der jetzt in Berlin lebt, wurde der Auftrag zuteil, den neuen schönen Wandschmuck zu schaffen. Oetken unternahm im Auftrage des Kaisers eine Studienreise nach Italien, wo er die richttge Weihe für die wunderbare Farbensvmvhonie empfing, die er in der Kemenate geschaffen hat. Oetken schwelgt in seinen Mosaiken in einem Reigen von Tönen, der so glühend erdacht und so flammend gebracht ist, daß der hinreißende Zug, der den Mosaiken innewohnt, unsere Sinne gefangen hält. Diese prunkenden Wandbekleidungen, die markante Ereignisse aus dem Leben der heiligen Elisabeth darstellen, schimmern im Sonnengold. Und wenn in diesem Raume die Lichter flammen, sieht man ein Meer von Sternen an der Wölbung zwischen den alten prachtvollen Kapitälen der Säulen gebannt. Kleine Glaswürfel, Halbedelsteine und Perlmutterblättchcn verzehnfachen daS Meer von Licht, das hier erstrahlt. . Nach der Besichtigung sand ein Gastnr ah l 6 citn Großherzog im großen Bankettsaale der Wartburg statt. Die Tafel zählte 25 Gedecke. Die Speisenkarte war eine Holzplatte aus Ahorn, die oben kunstvolle Aquarelle, Ansichten der Wartburg darstellend, schmückten. Die in altgotischer Art ausgeführte Speisen- karte hatte folgenden Wortlaut: Bancket zur Einkehr Mlerdurchlauchtigster Gäste an unsers gnäd: Landgraven Hoffe zu Warttburgk am Sunnabcnd da man zählt d. 26. tag d. Erndtcinonds MCMV. Ein Liauor aus Fleisch-Brüh zv annehmblicher Consistentz bereitt vnd kalt gevcychet. , Eine Dähnische Mahlzeitt Meer-Fohren gehaiffen / dabey eme weisse Coullige in einer besundern Schnake. Den Rückgrat» von eim Hamel! / am Spiesse gebrühten vnd nach der Zerlegung mit Gemues umbschlosjen. Eine zermalmung von Endten / in scharffer Hitze auffgetrieben. Große See-Krebße / in ihren gantzen Cörpern vorgetragen' / mit eim Büschlein Petvosilie ausgeziehret. , Danach ein Königlich gericht Repp-Hünew / in breitt geschnrttnen Speck gewunden und gedi'kistet / dabey Apffel-Mueß tnx Römische Salate. Ett>-Schwämme mit eim Gefülsel gutt zu behaltnr. Gefrohrner Aufflieger / dazv Backwerck in ziemlicher Formb Käß-gebnckels in einer schönen gelbligten Farbe. Kostbar Obß nach der Jahrs-Zeitt / vnd zvr Beschiessung em meysterlich gemodelt Bildniß der Warft-Burgk auff Marzepan gefestiget. (Ende des Banckets.) Um 3 Uhr erfolgte die Abfahrt nach Wildpark. Dort trafen der Kaiser und die Kaiserin, Prmz August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise im Sonderzuge um 9 Uhr 35 Min. ein. Zum Empfange waren der Kronprinz, sowie Prinz Eitel Friedrich anwesend. Kurz danach traf die kaiserliche Familie in Berlin ein und begab sich nach dem Zeughause, um an der Nagelung und der Weihe von 72 Feldzeichen terlzu- nehmen. Der Kaiser und der Kronprinz, fuhren im offenen Zweispänner, die Kaiserin, die Kronprinzessin und Prinzessin Viktoria Luise in vierspännigem Daumontwagen Mit Spitzenreitern. Das Publikum begrüßte die Herrschaften lebhaft. Im Zeughause hatten sich die im Gardekorps dienenden Prinzen regierender deutscher Häuser mit Gemahlinnen, das kaiserliche Hauptgiiartier, Generaloberst v. Hahnke, Chef des Generalstabs, General v .Schlieffen, Kriegsminister v. Einem, Generale und Admirale ein gefunden. Die Fahnen und Standarten lagen in der Ruhmes- halle bereit. Bei der Nagelung schlug der Kaiser,den ersten Nagel ein, dann die Kaiserin, die Prinzen, die Prinzessinnen usw. Dann wurden die Feldzeichen in den Lichthof gebracht und um einen Altar im Halbkreis aufgestellt. Die Kapelle intonierte das „Te Deum". Der evangelische Feldpropst Oberkonsistorialrat Dr. Wölsing hielt in Gegenwart des katholischen Feldpropstes Vollmar eine Ansprache und nahm die Weihe vor. Im Lustgarten wurde ein Salut von 101 Schuß abgegeben. Nach dem Vaterunser und dem Segen folgte das niederländische Dankgebet. Aeutsch-Südwestafrika. Berlin, 26. Aug. Amtlich wird gemeldet: Die Versammlung der Truppen zum An griff auf Den drikWit bot war am 19. August beendet. Es standen an biefem Sage; 1 die Abteilung Maercker (2 Kompagnien ulid 4 Geschütze) in der Gegend von Maltahöhe; 2. die Abteilung Meister mit 2 Kompagnien, 4 Geschützen und 2 Maschinengewehren am unteren Hudup, mit einer Kompagnie in Gibeon; 3. die Abteilung Estorff mit 3 Kompagnien und 4 Geschützen am unteren Leberflusse, mit einer Kompagnie und 2 Geschützen bei Asab; 4. die Abteilung Lengerke (2 Kompagnien und 4 Geschütze) am Kanibeb bei .Hornkranz; 5. die Mteilung KvPPY (1 Kompagnie und 2 Geschütze) in Chamis. — GeneralleuMant v. Trotha ist in Berseba ein getroffen: er beabsichtigt, zunächst die Gegend zwischen dem Hudup und Kutip und Käniberb, sowie das Zarisgebirge mit Aufklärungsabteilungen abzusuchen. — Die bisherige Aufklärung I)at ergeben, daß die Gegend des Tsacheib, wo Hendrik Witboi zuletzt vermutet wurde, vom Feinde frei ist: daß dagegen weiter südlich sich zahlreiche Hottmtottenbanden befinden. Major Traeger befand sich nach den Gefechten am unteren Fischflusse gegen Cornelius in der Gegend von Gaibes. Am unteren F-ischflusfe wurde Fein Gegner mehr gefunden; dagegen zeigten sich westlich von Warmbad zahlreiche Hottentotten. Maior Traeger marschierte daher über Halb-Warmbad-Ramonsdrift und erreichte endlich am 19. Aug. in der Gegend südwestlich 'von Gaobie eine feindliche Mteilung anscheinend unter Cornelius und Morris, die er angriff und in einem sechsstündigen Gefechte in der Richttmg auf Haib-Revier zurückwarf. Auf unserer Seite fiel ein Reiter; 2 Offiziere und drei Reiter wurden verwundet. Berlin, 26. Aug. Ein Telegramm auS Windhuk meldet: Vi.zewachtmeister Otto Freiherr von Speh-Schuelz- bürg, früher im Kgl. Württemb. Infanterieregiment Nr. 124, am 20. August 1905 bei Tsumis infolge eigener Unvorsichtigkeit durch einen Schuß in den Unterleib verwundet. Hamburg, 26. Aug. Der Dampfer ^Profes^or Wo ermann" ist heute mittag am Petersquai eingetroffen. Er brachte 5 Offiziere und 59 Mann, Kranke, Verwundete und Rekonvaleszenten, in die Heimat zurück. Der Transport wurde von Hauptmann Voettlin geführt. Deulsch-HstasriLa. Berlin, 27. Aug. Der Kornmandantdes„Bus- sa r b" meldet vorn 25. August: Oberleutnant zur See Paasche hat auf dem Marsche nach Mtansa Aufständische bei Kipo, 10 Kilometer westlich von Kowani, überrascht auf dem Nordufer (des Rufiji), als sie den Vormarsch nach Kowani antreten wollten. Der Feind war etwa 1000 Mann stark, davon die Hälfte mit Gewehren bewaffnet. Der Feind hat 7 3 Tote auf dem Nordufer gelassen, viele sind ertrunken. Danach ist er nach dem Südufer gefloßen und hat sich dort versteckt. — Nach einem Telegramm des Kommandanten des „Bussard" vom 25. August nachmittags hat sich der A u f st a n d im Süden von Ostafrika auf den Lindi-Bezirk ausgedehnt, die Stadt Lindi selbst ist bedroht. Der „Bussard"« hatte sich nach Sadani begeben, da in Uscgna die Bevölkerung infolge der Gerüchte, daß durch den Aufstand im Süden die ganze Schutztruppe und der „Bussard" in Anspruch genommen sei, eine unruhige Haltung angenommen hatte. Das Erscheinen des „Bussard" machte einen günstigen Eindruck auf die Bevölkerung. Nachrichten aus dem Süden veranlaßten jedoch den „Bussard", am 25. August nach Lin di in See zu gehen. Wien, 26. Aug. Das unter dem Kommando des Hauptmanns v. Schlichting stehende deutsche Marine- expeditionskorps für Deutsch-Ostafrika ist auf der Durchreise nach Triest heute nachmittag um 5 Uhr auf dem hiesigen Nordbahnhofe an gekommen. Nach der Begrüßung durch den Botschaftsrat Grasen Schw erin und den Militärattechee v. Bülow sowie das hiesige Platzkommando verließen die Mannschaften die Wagen und nahmen Erfrischungen ein. Um 6 Uhr erfolgte die Fahrt nach dem Südbahnhofe, von wo die Weiterreise über Graz nach Triest kurz nach 8 Uhr an getreten wurde. Marokko. Paris, 26. Aug. Der deutsche Botschafter begab sich heute mittag nach dem Quai d'Orsay, um Rouvier die Antwort Deutschlands auf das von Frankreich vorgeschlagene Reformprogramm für Marokko zu überbringen. Die Unterredung zwischen dem Botschafter und Rouvier dauerte eine halbe Stunde. Paris, 26. Aug. In der deutschen Antwortnote werden die französischen Vorschläge Punkt für Punkt beantwortet, jedoch find auch einige neue Gesichtspunkte eingeführt. Die Prüfung des Memorandums ist unverzüglich begonnen morden. Paris, 26. Aug. Der „Temps" schreibt: „Die durch das deutsche Memorandum über die Marokkofrage vorgebrachten neuen Punkte find von genügender Bedeutung, um einen endgültigen Meinungsaustausch, sei es in Unterredungen ober in Noten, als erforderlich voraussehen zu lassen. Ein Punkt ist indeffen erreicht: Deutschland widerspricht nicht dem französischen Programm, sondern schlägt Abänderungen des Programms vor, das es im Prinzip an» nimmt. Das läßt auch ben balbigen Abschluß bes enb- gültigen Abkommens über bie marokkanische Frage hoffen." Paris, 26. Aug. Der „Petit Parisien" schreibt: Die Antwort Deutschlanbs betreffenb bie Reformen in Marokko ist sehr ausführlich, — sie umfaßt zwölf Seiten, — ist in sehr versöhnlichem Tone gehalten und beginnt mit Versicherungen ber Freundschaft. Deutschland erkennt die Notwendigkeit wichtiger Veränderungen im Polizei- und Finanzwesen Marokkos an, nimmt jedoch die Ansichten Frankreichs betreffend die Militärorganisation in dem ganzen Umfange nicht an. Es ist gewiß, daß die Besprechungen über diesen Punkt fortdauern werben. Frankreich antwortet voraussichtlich in 8 Tagen. Man hegt allgemein die Hoffnung, baß sämtliche Schwierigkeiten rasch behoben werben. Tanger, 26. Aug. (Reuter.) Der letzten aus Fez vom 22. August batieden Nachricht zufolge ist ber algerische Untertan Bu Mzian el Miliani noch in Haft. Der Magdzen antwortete schriftlich auf bie Vorstellungen Taillanbiers, lehnte bie französischen Forderungen ab und wies die französische Gerichtsbarkeit zurück. Obgleich man allgemein glaubt, baß ber Maghzen im letzten Augenblick nachgeben wirb, will man wissen, daß die französische Regierung bereit ist, die nötigen Maßregeln zu ergreifen, um einen Druck auf den Sultan auszuüben. Da aber eine an der Grenze oder an der Küste auszuführende militärische Demonstration die Sicherheit des französischen Gesandten in Fez gefährde, sei es nötig, den französischen Gesandten zuerst abzuberufen. Es ist jedoch zweifelhaft, ob die Antwort bes Maghzen noch so lange auSstehen wird. Man glaubt, die französische Regierung werde auf bie Nebermittlung von Entschulbigungen durch eine hochstehende maurische Persönlichkeit an den französischen Abmiral bestehen, selbst im Falle der Annahme der jetzigen mäßigen Forberungen Frankreichs. Die Iriedensunte; Handlungen. Portsmouth, 26. Aug. Nach einer eineinhalbstün- bigen Sitzung, in welcher ba§ Protokoll der letzten Sitzung unterzeichnet würbe, vertagte sich die Konferenz auf Montag nachmittag 3 Uhr. Newsyork, 27. Aug. (Reuter.) Aus Petersburg wird berichtet, daß der Kaiser von Rußland end» giftig abgelehnt hat, den Vorschlägen Roosevelts beizutreten. Portsmouth, 27. Aug. Die häufig wohlinformierte „Sun" meldet, Roosevelt habe aud) in den allerletzten Tagen Rußland energisch zum Entgegenkommen gemahnt. Rußland sei willens, ganz Sachalin abzutreten, falls die Indemnität wegfällt. Portsmouth, 27. Aug. ES dürfte sich bestätigen, daß Rußland 50 ober 100 Millionen Dollars Entschädigung für die Verpflegung der Gefangenen anbietet vielleicht auch bie Hälfte Sachalins; jedoch ist eS sicher noch nicht offiziell geschehen. Da Japans Forderungen weit höher find, ist eß sehr zweifelhaft, ob bieS bie Basis bes Friedensschlusses fein kann, falls überhaupt ein offizielles Angebot geschieht Portsmouth, 27. Aug. Trotz entschiedenster offizieller Dementis läuft hier das Gerücht um, Rußland werbe auf Roosevelts Anraten Japan bie Hälfte von Sachalin und eine Entschädigung für Unterhaltung der Gefangenen anbieten. Newyork, 26. Aug. Reichskanzler Fürst von Bülow erteilte dem Berlin e.r Vertreterder „As s o - c i a t e d Preß" auf dessen Sin frage folgende telegraphische Antwort: „Seit Beginn der Mion Roosevelts hat der deutsche Kaiser sowohl wie die deutsche Regierung niemals aufgehört, für die Sache des Friedens einzutreten, wo nur immer Gelegenheit sich dazu darbot Deutschland ebenso wie Amerika sind daran interessiert, daß dem Risiko und der Sicherheit, die mit jedem großen Kriege unzertrennlich verbunden sind, ein Ende gesetzt werde. Der Kaiser und das deutsche Volk wünschen von Herzen, daß die Bemühungen Roosevelts erfolgreich sein mägjen/i Der Krieg zwischen Außtand und Japan. Petersburg, 27. Aug. Die ,Petersb. Telegr.-Ag.* meldet aus Godsiadan vom 26. August: Am 23. und 24. August beschossen zwei bis drei japanische Torpedoboote das Vorgebirge Lasarew, in deffen Nähe auch einige verdächtige Fahrzeuge sichtbar wurden. An der Küste desTantarenbusens ist ein neuer LandnngS- oersuch zu erroarten. Tokio, 26. Aug. (Reuter.) Viceadmiral Katakon meldet, das nach Ochotsk entsandte Geschwader habe am 14. August in Ayan ein Geschütz veralteter Konstruktion nebst Munition, am 17. August in Ochotsk 58 Gewehre nebst Munition erbeutet, am 13. August habe dasselbe Geschwader in der Nähe von Sachalin ein englisches Schiff aufgebracht. Das nach Kamtschatka entsandte Geschwader nahm am 16. August das russische Transportschiff .Montara' im Hafen von NicholSk auf den Komanboroki-Jnseln. Aus Rußland. Petersburg, 26.Aug. (PetersburgerTelegr.-Agent) Das Polizeidepartement veröffentlichte eine Mitteilung, nach der seit Ende 1904 eine intensive Tätigkeit der verschiedenen revolutionären Parteien im westlichen Teile Rußlands herrschte, um gemeinsam gegen die Regierung vorzugehen. Die jüdische Geheimgesellschaft „der Bund", begann in aggressiver Weise gegen bie Christen vorzugehen. Auch bie polnischen Revolutionsparteien entwickelten eine besonbere Tätigkeit und bildeten Kampforganisationen terroristischen und anarchistischen Charakters, deren Zweck war, in bas politische und wirtschaftliche Leben durch Attentate und Ausstände in den bedeutenderen Zentren Warschaus möglichst große Verwirrung zu bringen. Diese Absicht wurde in den letzten Monaten mit besonderer Hartnäckigkeit verwirklicht. Alle Bemühungen ber Vertreter ber gemäßigten politischen Richtung bie erregten politischen Leidenschaften zu besänftigen, sind erfolglos geblieben. Auf ein Sendschreiben des Erzbischofs von Warschau an bie Bevölkerung, in dem zur Einstellung der Opposition aufgeforbcct wird, antwortete die terroristische Partei mit Aufforderungen, welche die Arbeiter zur Fortsetzung des Kampfes gegen das Kapital und zur Herbeiführung der allgemeinen Revolution anfeuertcn. In der zweiten Hälfte des Juli erfolgte eine Reihe von der Gesellschaft „der Bund" organisierter Kundgebungen in Berditschew, Lublin, Kowno, Bialystok, Jckaterinoslaw und verschiedenen Punkten des Westgebiets. Den Zusammenstoß mit Militär nutzten die sozialistisch-revolutionären Organisationen zur abermaligen Aufhetzung der Warschauer Arbeiter aus. Als Ausdruck der Sympathie für die Opfer der Unruhen in Bialystok forderten in Warschau verbreitete Proklamationen den Generalstreik. Die Kampforganisation gab bekannt, daß es ihr gelungen sei, die Kreisrentei Opatow um zehntausend Rubel zu berauben. Aehnliche Versuche wurden in den Städten Wengrow und Lubartow gemacht. Die letzten Ereignisse in Warschau, welche bekannt sind, führten zur Verhängung des Kriegszustandes in der Stadt und im Kreise. Die genannte umfangreiche Mitteilung des Polizeidepartements weist darauf hin, daß die wirtschaftliche Bewegung unter den Letten der Ostseeprovinzen infolge der Agitation der lettischen sozialdemokratischen Partei und des sozialrevolutionären Arbeiterverbandes in letzter Zeit einen revolutionären, häufig sogar einen anarchistischen Charakter angenommen habe, verbunden mit völliger Mißachtung der Religion, des Menschenlebens und des Privateigentums. An der Agitation gegen die Regierung habe sich bis in die jüngste Zeit auch eine in Petersburg erscheinende lettische Zeitung beteiligt. Besonders nachdrücklich (so befoqt die Mitteilung) tritt die Bewegung seit Anfang des Jahres 1905 hervor. In den letzten drei oder vier Monaten fitib in den Straßen der Städte Kur- l a n d s und Livlands vier Mordanschläge auf Privatleute, sechs Anschläge auf Polizisten und drei auf Kosakenpatrouillen vorge° kommen, wobei in zwei Fällen Bomben geschleudert wurden. In Riga wurde der Versuch gemacht, die Füllabteilunq der Patronen- sabrik in Brand zu stecken. Aus den Städten drang die revolutionäre Bewegung auf das flache Land Livlands und Kurlands, wo ebenfalls, anarchistische Erscheinungen zutage traten. Seit April entwickelte sich die Bewegung schnell. In den lutherischen Kirchen begannen Kundgebungen, welche sich im Mai unb Juni an jedem Sonntag wiederholten. Ende Juli nahm die Bewegung einen äußerst bedrohlichen Charakter an. Die Agitatoren gaben den Bauern Waffen, welche sie offenbar in großer Zahl besaßen. Im Kreise Milan verwüsteten Landarbeiter an einem Tage neun Amts» bezirke und steckten die Gebäude dreier Amtsbezirksverwaltungen in Brand, nachdem sie verichiedene Dokumente und Elften, sowie daS Bild des Kaisers auf die Straße geworfen hatten. Nach den neuesten amtlichen Meldungen nehmen in letzter Zeit die Versuche zu, die Eisenbahnlinien teilweise zu zerstören. Wie die Behörden feststellen, bestehen die revolutionären Banden meist aus Knechten, welche von den Agitatoren einzeln oder zu zweien aus den verschiedenen Gütern angelockt werben. Diese kennen ihre Führer nicht, die das Volk terrorisieren und zu Verbrechen zwingen. Als Sitz der Leiter der Bewegung wird Riga angenommen, wo die Lage seit 28. Juli äußerst beunruhigend ist. Deutsches Neictz. Berlin, 26. Aug. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Unter drei in der Zeit vom 16. bis 24. August auf der Weichsel zwischen Thorn und Kulm auf russischen Flößen vor- gekornmenen Erkrankungen wurden zwei als Cholera- fälle festgestellt. Der dritte Fall unterliegt noch der Untersuchung. Die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen wurden sofort ergriffen, insbesondere wurde Vorsorge getroffen, daß die weiteren aus Rußland auf der Weichsel eintreffenden Flößer an der Grenze einer gesundheitspolizeilichen Untersuchung unterworfen werden. — Gegen den bekannten polnischen Agitator Reichs- ngSabgeordneten Druckereibesitzer Viktor Kulerski, tfrüher in Graudenz, zuletzt in Berlin, erläßt die Staatsanwaltschaft Graudenz unterin 22. August einen Steckbrief; gegen Kulerski, „der sich verborgen hält", ist die Untersuchungshaft wegen Aufreizung zum Klassen haß verhängt. Kulerski hat, wie es in dem Steckbriefe heißt, Graudenz und Berlin vor mehreren Wochen verlassen, hat sich kurze Zeit in der Schweiz aufgehalten und ist dann spurlos verschwunden. — In das Herrenhaus berufen mürbe durch Allerhöchsten Erlaß vom 16. August auf Präsentation von Krefeld der Ober-Bürgermeister dieser Stadt Dr. jur. Adalbert Oehler. — In das Herrenhaus berufen sind durch Allerhöchsten Erlaß vom 5. August aus besonderem königlichen Vertrauen, unter gleichzeitiger Bestellung als Kronsyndiei: Kammergerichtspräsident Dr. von Schmidt -Berlin und Oberlandesgerichtspräsident a. D. Wirklicher Geheimer Rat Dr. Hamm-Bonn. Glogau, 26. Aug. Bei der heutigen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise 3, Liegnitz (Glogau—Lüben), wurde Hauptmann d. R., Quehlin-Guhrau, gemeinsamer Kandidat der Konservativen und deS Bundes der Landwirte, mit 273 von 274 abgegebenen Stimmen gewählt. Swinemünde, 27. Aug. Die englische Flotte ist heute nachmittag 6 Uhr eingetroffen und auf der Reede vor Anker gegangen. München, 27. Aug. Die verwitwete Prinzessin Adalbert von Bayern, geborene Infantin von Spanien, ist heute mittag gestorben. Straßburg i. E., 27. Aug. Die heute nachmittag in der Markthalle am alten Bahnhof stattgehabte sozialdemokratische Versammlung war von über 8000 Personen besucht. Bebel, stürmisch begrüßt, sprach dritthalb Stunden über den Katholikentag und die politische Lage. Er versuchte nacki- zuwcisen, daß die auf dem Katholikentage gehaltenen Reden ut Widerspruch stehen mit der Praxis der katholischen Kirche und den Taten des Zentrums, das urreaktionär sei. Gegen die Besprechung der Marokkofrage erhob der anwesende Polizeikommissar Einspruch. Bebel sagte, der Einspruch beweise unsere erbärmlichen Zustände; er werde sich fügen, obgleich eine Auffösnng den größten Effekt machen und der Sozialdcmo- kratie nützen würde. Eine Diskussion fand nicht statt. ________ Anstand. Paris, 26. Aug. Atls Chambsry wird gemeldet, baß auf der Rückkehr vom Manöver sich mehrere Soldaten vom 94. Jnfanterie-Regiment an dem Patrouillenführer Hauptmann Charey vergriffen haben, indem sie denselben zu Boden warfen, knebelten und mit Stöcken auf ihn loSschlugen. Der Hauptmann wurde von zwei Kameraden befreit. Die Soldaten wurden verhaftet. Newyork, 26. Aug. Die Morgenblätter kritisieren Roosevelt, weil er gestern eine einstündige Untersee- fafyrt mit dem submarinen Torpedoboot Plunger machte. Die Blätter sagen, angesichts der vielen Unfälle solcher Fahrzeuge tue Roosevelt unrecht, sich in Gefahr zu begeben. Tokio, 26. Aug. Prinz und Prinzessin Arisugawa sind von der Reise hierher zurückgekehrt. Sie wurden vom Kaiser in Audienz empfangen. Die Blätter besprachen die Reise deS Prinzenpaares und knüpften daran die Hoffnung, daß bessere Beziehungen zu Deutschland erreicht worden seien. Konstantinopel, 26. Aug. Die „F. Z." meldet: Die Ermordung des reichsten armenischen Bankiers in Konstantinopel, Aptk Undjian, die heute morgen, kaum daß Apik, von seinem Sommersitze kommend, sein im Stadtteile Galata Gelegenes Bureau betreten hatte, erfolgte, ruft allseitig peinliches Aufsehen und vielleicht begründete Befürchtungen hervor. Es hat sich in letzter Zeit durch das Bombenattentat im Jildiz Kiosk, durch Funde von Dynamit und Höllenmaschinen an allen Ecken und Enden und durch verschiedene politische Momente eine Menge Zündstoff angehäuft, die förmlich zu einer Explosion drängt. Der Attentäter streckte gleich mit dem ersten Revolverschuß Apik nieder und verletzte mit zwei weiteren Schüssen zwei im Bureau anwesende Fremde lebensgefährlich. Der Mörder konnte sofort dingfest gemacht werden; er gab an, Vartan zu heißen und vor drei Tagen aus Amerika zugereist zu sein. Vartan gestand zu, dem armenischen Revolutionskomitö anzugehören. Die Aussage über Mitschuldige verweigerte er. Apik Undjian erhielt in letzter Zeit mehrfache Aufforderungen, größere Summen an daS Komitee zu zahlen, doch lehnte er dies immer ab. Zurzeit der armenischen Massacres wurde auch Apik, der einer der größten Lieferanten für die Armee war, verhaftet, weil er auf Drohbriefe dem Komitee tausend Pfund ablieferte. Apik erhielt 14 Jahre Gefängnis, der Sultan begnadigte ihn aber auf Fürsprache der meisten Minister. Die Folge des aktiven Auftretens der Armenier werden zuerst neue Repressalien und Verfolgungen ihrer hier lebenden Stammesgenossen fein, wenn nicht Schlimmeres bevorsteht. Atts §iüdt und Za»d. Gießen, 28. August 1905. * * Personalien. S. K. H. der OKoßherzog haben dem Kirchenrechncr Georg Benz VI. zu Arheilgcn das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langiährige treue Dienste" verliehen. — Uebertragcn wurden dem Schullehrer Becker zu Dreieichenhain und dem Schulverwalter Held zu Sprendlingen, im Kreise Offenbach, Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Dietzenbach, in demselben Greife; dem Schu'lamtsaspirantcn H'ütteiner aus Dromersheim eine Lehrerstellc an der Gemeindeschule zu Oppenheim. — Der Großherzog verlieh dem Musketier Konradi beim Bezirks-Kommando Friedberg die Rettungsmedaille. — Der Oberförster der Oberförsterei Eichelsdorf, Forstmeister T r a u t w e i n zu Eichelsdorf wurde in gleicher Diensteigenschaft in die Oberförster ei Schiffen berg versetzt. * * Der Kaiser besuch in Wiesbaden. Seit einigen Tagen häufen sich die Meldungen über einen beabsichtigten Besuch des Kaisers in Wiesbaden. Wie unser Berichterstatter an amtlicher Stelle in Wiesbaden erfuhr, ist dorthin bisher keine Nachricht von einer derartigen Absicht des Kaisers gelangt. Auch in Homburg nimmt man an, daß der Kaiser von Potsdam kommend' dort eintrifft. Immerhin ist c§ nicht ausgeschlossen, daß der Monarch, deffen große Vorliebe für das Wiesbadener Hostheater ja bekannt ist, von Homburg auS einen Abstecher nach Wiesbaden macht. Dafür könnte aber nach den übrigen feststehenden Dispositionen nur der Abend des 7. September in Betracht kommen. Daß der Kaiser nicht im Schlosse zu Wiesbaden Aufenthalt nehmen wird, steht bereits fest. ES dürste aber auch schwer werden, die Wiesbadener Theater zu einer Paradevorstellung richtig zu füllen, denn das in Betracht kommende Publikum ist zur Zeit noch abwesend und die Kurgäste sind jetzt meist Touristen, die nur wenige Sage bleiben. Andererseits ist der Intendant des Hoftheaters noch in Urlaub und auch der Oberbürgermeister hat vor einigen Tagen eine Erholungsreise angetreten. Der Polizeipräsident hat es aber abgelehnt, Schutzleute zu den Absperrungen bei der Parade abzugeben, weil er für den Fall, daß der Kaiser doch in Wiesbaden einen Besuch macht, die nötigen Absperrungsmannschaften zur Verfügung haben will. • * Finanzmini st er Gnauth ist von seiner Urlaubsreise zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. **Das KaiscrWilhelm-RegimeNt hatte am Samstag bei Wiesbaden im Verein mit den 115 em und 168 em seine Brigadebesichtigung durch den Kvrpskommandeur von Eichhorn, Divisionskomm»-dcur Freiherrn v. Gall und Brigadekommandeur B ü n a u. Die Besichtigung fand auf dem Gelände bei JMadt, Erbenhausen und Vierstadt statt, wo die 49. Brigade seit dem 16. August übte. Von den 116 em lagen das 1. und 2. Bataillon in der Kaserne zu Wiesbaden, das 3. Bataillon in Bierstadt. Heute haben die drei Regimenter ihre Quartiere verlassen und sind in der Richtung nach Limburg ins Brigademanöver gerückt. Unser Regiment liegt heute in der Gegend von Niedernhausen. * * Französische Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt. 70 französische Lehrer und Lehrerinnen sind, wie man uns schreibt, gestern vormittag von Heidelberg hier eingetroffen. Abends gab ihnen die Fwankfurtcr Lehrerschaft, der Lehrerinnenverein, der Lehrerverein, die Mlg. Lehrerversammlung und der Verein akad. gebildeter Lehrer, ein Begrüßungsfest im Börsensaal. Direktor Dörr von der Viktoriaschule leitete die von etwa 500 Personen besuchte Versammlung und hielt die Festrede. Er wies auf die gemeinsamen Ziele der Lehrer aller Länder hin und brachte ein Hoch aus die französischen Gäste aus. Oberlehrer Kuhl sprach ebenfalls Worte der Begrüßung. Eine Lehrerin und ein Lehrer aus Frankreich dankten. Der Rest des Abends wurde in gemütlicher Unterhaltung verbracht. ** Studentische Reformverbindung Adel- phia. Am Lndwigstage hielt in der „Krone" zu Auerbach die Alt-Adelphia, eine Vereinigung der Philister der studentischen Verbindung Adelphia in Gießen, eine Familienzusammenkunft, zu der zahlreiche, z. T. bemooste Häupter mit ihren Angehörigen sich ein gefunden hatten, um alte Erinnerungen wachzurufen und die Beziehungen zu den Aktiven zu Pflegen, die sich im Schmucke des grün-weiß- goldenen Bandes gleichfalls eingestellt hatten. Nach der Begrüßung im Garten der „Krone" ward von der Jugend ein gemeinsamer Gang in das Fürstenlager unternommen; daran schloß sich dann die eigentliche Feier im Saale, bei der Oberlehrer Kissinger-Darmstadt der Ideale der „Adelphia" gedachte. Seiner Rede folgte das Farbenlied, das hierbei zum erstenmale nach der Melodie gesungen wurde, die Professor A. Mendelsohn-Darmstadt in liebenswürdiger Weise vor kurzem komponiert und gewidmet hat. Fröhliche Geselligkeit, bei der noch der erste Chargierte Scholl und Regierungsrat Gu tm ann-Darm- ’tabt sprachen, hielt die Erschienenen noch bis zum Abgang der letzten Eisenbahnzüge zusammen. ** Ein tolles Fuhrwerk. Ein Pferd wurde am Samstag nachmittag in der Ludwigstraße scheu. Es stürmte in rasender Eile die Straße hinunter, und der Wagen verlor dabei ein Rad, so daß er teilweise am Boden chleifte. Kurz hinter dem Eisenbahnviadukt gelang eS einem Mann, das Pferd zum Stehen zu bringen. Der Wagen wurde ziemlich stark mitgenommen. Das Pferd verletzte sich nicht, auch der Kutscher vermochte sich trotz der schaukelnden Bewegung des Wagens auf seinem Platz zu halten. ** Unfug. Samstag nacht wurde ein Ingenieur eines hiesigen Geschäfts dabei betroffen, wie er einen Schachtdeckel auf dem Bürgersteig der Plockstraße (in der Nähe des Cafe Skalitzky) aufdeckte und damit beschäftigt war, einen zweiten auf dem Fahrdamm zu heben. Bei der Notierung seines Namens weigerte sich der Betreffende, seine Personalien anzugeben, behauptete, Handlanger zu sein und bei leidigte Schutzleute. Die Strafe wird nicht ausbleiben. —i Ein anderer junger Mann verübte groben Unfug und verursachte einen Menschenauflauf dadurch, daß er sich an das Kriegerdenkmal am Marktplatz stellte und dort einen Vortrag über Klärbeckenanlage hielt, wobei er das Denkmal gewissermaßen als solches bezeichnete. ^Preiserhöhung der Fleischspeisen in den Gastwirtschaften. Eine allgemeine Gastwirteversammlung, die lt. Inserat in der heutigen Nummer unseres Blattes nächsten Donnerstag stattfinden wird, wird sich mit der Erhöhung der Preise für Speisen in Anbetracht der Fleischteuerung befassen und die nötigen Schritte beschließen. * ’ Die Butzbach-LicherEisenbahn fährt, wie uns mitgeteilt wird, anläßlich des Paradetages in Homburg am 8. September einen Sonderzug von Lich nach Butzbach, welcher so zeitig in Butzbach eintrifft, daß er Anschluß an den Zug 5.01 morgens in Butzbach hat. * * Dienstjubiläum. Joh. Karl Wagner feiert heute sein 25jähriges Dienstjubiläum in der Firma Hevligenstaedt u. Co. Er wurde vom Ches des .Hauses sowie den Beamten und Mitarbeitern aus diesem! Anlaß reichlich beschenkt. * * Noch ein alter offen tlicher Anschlag des Rates der Stadt Leipzig aus dem Jahre 1792 kann heute wörtlich mitgeteilt werden. Auch dieses Plakat s ist, wie wir uns überzeugen konnten, in ausfallend schöner Schrift gedruckt. Der Anschlag aus dem Jahre 1792.beweist, daß die Kin d er damals schon so unartig waren, wie heute. Der Stil, dieser öffentlichen Ermahnung ist ein besserer als der in der am Samstag mitgeteilten Verffigung über Die Hundesperre: ist bisanhero vielfältig geklaget worden, daß, auf den Strassen und Plätzen in der Stadt und in den Vorstädten, viele Kinder, unter welche auch oft Lehrpursche bey Handwerkern sich mischen, häufig zusammen laufen, sich balgen, schreyen, mit Steinen werfen, auch, sobald sie Pferde kommen sehen, mit Peiffchen knallen, und dadurch, nicht ohne Gefahr der Reitenden und Fahrenden, die Pferde zusammen schrecken und unruhig machen, sowohl sonst allerhand Muthwillen und Frevel treiben. Obrigkeitswegen wird dahero den Handwerksmeistern sowohl als den Aeltern der aus den Gaffen und Plätzen umherschwärmenden Kinder in der Stadt und in den Vorstädten hiermit aufs ernstlichste anbefohlen, daß sie ihren Lehr- vurschen unb Kindern dergleichen Muthwillen und Frevel weiter nicht gestatten, vielmehr sie von: Auslaufen und vom Müssiggänge gbhalten, und zu bem Ende sie, so viel möglich, immer zu Hause auf eine schickliche Art beschäftigen sollen. Zwar werden die Lehr- vursche und ftinber, die hinführo dennoch solchen Muthwillen und Frevel treiben, sofort eingebracht und abgestraft werden; aber auch die Handwerksmeister und Aeltern selbst, welche diese obrigkeitliche Anorbmmg unbefolgt laßen, haben zu gemärten, daß man sie diesfalls zur Verantwortung ziehen und bestrafen werde. Wornach sich zu achten. Leipzig, den 6ten October 1792. (L. S.) Der Rath zu Leipzig. ch Wieseck, 28. Aug. Am Samstag nachmittag ereignete sich hier ein schwerer Unfall, der besonders für Eltern auf dem Lande beachtenswert ist. Der siebenjährige Sohn des Zigarrenfabrikanten Heinrich Keller hängte sich auf die Deichsel eines mit Frucht beladenen Wagens. Der Junge fiel dabei herunter und zwei Räder gingen ihm über Kopf und Brust, daß er, nachdem ihm erst vom hiesigen Arzte ein Notverband angelegt worden war, schwer verletzt in die Gießener Klinik gebracht werden muhte. z. Bad-Nauheim, 28. Aug. Der rühmlich bekannte Sängerchor des Turnvereins Offenbach a. M. gab am gestrigen Sonntag den Kurgästen und einer großen Zahl dafür interessierter Musikfreunde von auswärts zwei Stornierte, nachmittags und abends. Die Leistungen deS wohl 80 Sänger zählenden Chors smd vorzüglich. Der Dirigent, Musikdirektor Aug. Glück, hat seinen Sängern eine ganz ausgezeichnete Schulung zrtteil werden lassen, und das Stimmenmaterial ist, das fiel sofort auf, auserlesen, nament» lich d ie Höhen kamen prächtig zum Ausdruck. Die „Hymne an die Nacht" von Beethoven, die abends auf der Terrasse leider bei sehr kühler Witterung gesungen werden mußte, war der schönste Vortrag und wurde auch meisterhaft zu. Gehör gebracht. Die Offenbacher Sänger sind besonders in der dezenten Schattierung und präzisen Abrundung der Stimmungsverschiedenheiten sehr tüchtig. RB. Darmstadt, 28. August. (Eigener Draht» bericht.) Wie aus Hahnheim berichtet wird, ist dort am Samstag nachmittag ein neuer ReblauSherd entdeckt worden, und zwar nordöstlich von der vor einiger Zeit fest- gestellten Stelle. Die neue 5. Untersuchungskommission hat heute ihre Arbeiten in den Gemarkungen Schornsheim, Udenheim re. begonnen. Wenn sich auch dort keine älteren Infektionen vorfinden, von welchen die Hahnheimer Verseuchungen abstammen, so hat man, wie die „D. Z." bemerkt, es jetzt in Rheinhessen nur mit einer kleinen und verhältnismäßig jungen Infektion zu tun. Mainz, 26. Aug. Ein schweres Brar.dunglück entstand heute morgen im Hause Heringsbrunnengasse 17. Aus der Wohnung des Bahnsteigschaffners Hör hörte man schreckliches Kindergeschrei; als eine g-rau die Tür zur Wohnung öffnete, stand das Schlafzimmer in vollem Brand. Der Frau gelang es, einen 11 Monate alten Knaben aus seinem brennenden Bettchen zu reißen, wobei sie sich an den Händen verbrannte. Das Kind wurde, mit schrecklichen Brandwunden bedeckt, ins Rochushospital gebracht. Zwei weitere kleine Kinder des Schaffners wurden ohne Verletzungen aus dem brennenden Zimmer geschafft, während es zwei Schutzleuten gelang, den Brand zu löschen. Die Mutter versieht Monatsstelle und war abwesend. Während dieser Zeit hatte ein dreijähriges Kind mit Zündhölzern gespielt und den Brand verursacht. Zum Glück wurde durch ^iert uMk “«•iS; Sä« 'd b« J'ut* LZ: 1J)atten. n nlüS'“ «itoi lOe- feine 9U;n° /fmundb^ 1 Sft; ZK: 1 er ÄenkMi in b.n Saftroirteoetfamm. 'er™i*MS 1 fich mit bet fr, 7 Fleisch, te beschließen. 5n W» wie uns tagesinhom. u? von Sich nach ^r’fiL daß er An« dach hat. Magner feiert in der Urm ' vom Chef des Litern aus diesem Anschlag des Jahre 1792 kam dieses Mat ist, ussallend schöner ahre 1792 beweist, waren, wie heute. 8 ist ein besserer n Verfügung über daß, aut den Straffen rftäötcn, viele Kinder, verfem sich mischen, , mit Steinen werfen, eiffchen knallen, und und Fahrenden, die en, fowohl fonflflOer- litswegcn wird dlchew m der auf den W« >er Stadt und in ic , daß fie fiten Sfr J unb (freuet rottet 6 vom MüMa-mne p d, ME w WV jat werden die uebr- chen Muchwillen und ait werden; aber auch che diefe obrigkeitliche ten, daß man sie dies- [en werde. Wornach ith zu Leipzig. §tag nachmittag et* , der besonders ffit Der siebenjährige feiler hängte sich men Wagens. Der >r gingen ihm erst vom hiesigen war, schwer vecktzt )fsenbach o. » t lmb einer großen 00n auswärts M 6s.<* S-flS *SÄ» fetfi |l«t f \ enlbeit ouS6e M fef“ vor em'ger Ö ' f bk wie die * ' ^ ver* einer _ SK; -SLZ k, «5 p* «Sijni-3 »»d }»J W iS-* das Ktndergeschrei der Brand noch rechtzeitig entdeckt, sonst Wäre es in dem engen Straßengewirr zu einem schweren Brand gekommen. Der entstandene Brandschaden ist bedeutend: Der Familie sind sämtliche Betten und andere Mobilien verbrannt. w Neusta dt a. d. Hardt, 27. August. Die mit dem 2 2. Deutschen Weinbau- Kongreß verbundene Maschinen- und Geräte-Ausstellung, welche von 94 Firmen beschickt ist, wurde heute vormittag 9 Uhr von dem Negierungspräsidenten der Pfalz Exz. v. Neu ff er eröffnet. Zu der Weinprobe haben 104 Firmen 200 Proben eingesandt. Literarisches. Den deutschen Hausfrauen, die wohl zurzeit alle über die Hoheit Preise der Lebensmittel seufzen, erzählt die Wochenschrift „Fürs Haus", wie billig He die wichtig st e n Nahrungsmittel in Petersburg sind: Ich habe häufig Gelegenheit, mich mit einer zurzeit hier lebenden Russin, Petersburgerin, zu unterhalten, und habe von ihr schon viel Interessantes erfahren. Also zuerst zu den Lebensmitteln. Ein Pfund des besten Fleisches kostet dort 30 Pfg., 1 Pfund Butter 30 Pfg., Eier 30 Pfg., 1 Huhn 50 Pfg., Muse das Pfund 15 Pfg., Milch 10 Pfg., Sahne 20 Pfg. der Liter, Brot das Pfund 5 Pfg., Gemüse und Obst auch dementsprechend billig. Mädchenlöhne sind anch äuüerst niedrig, eine perfekte Köchin erhält 10 Mk. monatlich, ein Mädchen für alles 6—8 Mark. Allerdings halten die meisten Hausfrauen mehrere Dienstboten. Eine Waschfrau erhält 60 Pfg. pro Tag, fängt früh 5 Uhr an und wäscht bis abends 11 Uhr. Eine Schneiderin, welche ins Haus kommt, erhält ebenfalls 60 Pfg. pro Tag. Fertigt sie bei sich zu Hause ein elegantes Kleiv an, so erhält fie dafür 10 Mark. Für eine Bluse 1 Mark. Ein Kinderkleid 1 bis 2 Mk. Im übrigen spielt der Hausvortier eine große Rolle im russischen Hause. Er besorgt die Feuerung aus dem Keller herauf. (Es wird trotz der großen Kälte, häufig 30 Grad, nur mit Holz, welches auch sehr billig ist, gefeuert.) Er klopft die Teppiche und Decken, er trägt den Mülleimer fort, er richtet die Waschküche zur Wäsche ein usw. Es sind jedoch in jedem Hause 4 bis 5 Portiers, sonst könnten sie auch nicht alle diese Obliegenheiten bei den Mietern erfüllen und außerdem die den Hauseingang Passierenden tags und nachts kontrollieren. Tags und nachts kottrtvollieven? fragst Du, liebe Leserin. Ja, ja, so ist es! Einen Hausschlüssel besitzt kein Mieter; wer nachts ins Haus will, nruß läuten, der Portier öffnet und überzeugt sich, ob die Personen, die Einlaß begehren, ins Haus gehören. Ist etwa ein Gast, ein Verwandter dabei, so hat er den Betreffenden sofort der Polizei zu melden. Ist ein Gast schon abends erschienen und bleibt länger wie 1 Uhr nachts, so klingelt der Portier und ersucht den Betreffenden, zu verschwinden. Manchmal ist er allerdings auch für einen inhaltteichen Händedruck empfänglich. Wie gefallen den deutschen Hausfrauen diese Zustände? Am meisten können^ sich die^Schulkinder freuen in Rußland. Denn da vom 1. Mai bis 1. September Ferien sind und überdies tiber 100 Feiertage im Jahre, so haben die lieben Kinder nur fünf Monate Schule. Auch ein Vergnügen filr die vielgeplagtc Hausfrau und Mutter? Für diesen knapp bemessenen Unterricht hat man aber das Recht, 240 Mark jährlich zu bezahlen. Ich glaube, liebe Hausfrauen, wir lauschen doch nicht und sind zufrieden mit dem, wie es im lieben Vaterlande ist." Sandel und Verkehr. Dolksioittschafl. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 28. Ang. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktvre is e. Weizen Mk. 17.25—00.00, Kurhessischer Mk. 17.25—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.25, Kanias Mk. 18.50—19.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetteraner) Mk. 16.75—15.25, Franken- felderMk.00,00—00,00,Hafer Mk.14.50—15.59,MaisMk. 13.25—13.75 Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.75, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggcmnehl 0 Mk.22.75—23.25,1. Qualität Mk. 20.25—20.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenklcie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Ried Alk.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ke. Frankfurt a. M., 28. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl' preise. Zum Verkaufe standen: 486 Ochsen, 160 aus Oestreich, 79 Bullen, 0 aus Oestreich, 968 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 7 aus Oestreich, 234 Kälber, 213 Schafe und Häminel, 1547 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflännncr. Bezahlt wurde für lOOPfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 77—79Alk., 2. Qual 70—73 Mk., 3. Qual. 65-67Mk.; Bullen l.Qual. 63 bis 65 Dik., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 69—71 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 51—53 Mk, 4. Qual. 48—50 Alk., 5. Qual. 00—OOMk. Kälber: l.Qual. 86—90Pfg., Lebendgewicht 52-54 Pf., 2. Qual. 80—84 Pfg., Lebendgeivicht 48—50 Pfg., 3. Qual 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00Pfg., Schafe: l.Qual. 72—74, 2. Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 75—00 Pfg., Lebendgew. 58.50 Pfg., 2. Qual.73 - 74 Pfg-, Lebendaew. 57.50—00" Pfg., 3. Qual. 68—70 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Original-IraljtmelÄnngen. Kiel, 28. Aug. Die deutsche Schlachtflotte hat Befehl erhalten, ihre Hebungen zu unterbrechen und sich zur Begrüßung des englischen Geschwaders nach Swinentünde zu begeben. Swinemünde, 28. Aug. Zur Aufrechterhal- hi ng der Ordnung wurden hierher aus Stargard in Pommern zwei kriegsstarke Koiirpagnicn des 9. Jnf.-Regts. beordert. Gleichzeitig wurden dem Landrat des Swinemünder Kreises 50 Gendarmen als Verstärkung zugeteilt. Pirna, 27. Aug. In Verbindung mit der Feier der fünfhundertjährigen Zugehörigkeit der Stadt zu dem Hause Wettin wurde heute hier in Gegenwart des Königs und des Kronprinzen ein Denkmal für König Albert enthüllt. Bozen, 27. Ang. Kaiser Franz Josef traf heute vormittag hier ein und begab sich nach mehrstündigem Aufenthalt nach Romen o, wo während der Tiroler Käisermanövrr daS .Hauptquartier ausgeschlagen ist. In Romeno empfing der Kaiser den zu seiner Begrüßung erschienenen italienischen General Bise st i. Triest, 27. Aug. Das deutsche Expeditionskorps für Ostafrika ist heute abend hier eingettoffen und schiffte sich sofort auf dem Llohddampfer „von Körber" ein. Zum Empfange lvaren auf dem B"hnhofe erschienen u. a. Statthalter Prinz Hohenlohe, der deutsche Generalkonsul Dr. S t an n i u s und eine Abordnung des reichsdeutschen Vereins. Portsmouth, 27. Aug. (Reuter.) Die Friedenskonferenz tritt erst am Dienstag nachmittag 4 Uhr zusammen. Dies geschieht auf Bitte Taka hi ras, der erklärte, keine Nachrichten von Tokio erhalten zu haben. Es liegen Anzeichen vor, daß Japan morgen einen neuen Vorschlag macht, der die Konferenz für wenigstens einige Tage länger Zusammenhalten wird. Takahira hatte abends eine Unterredung mit Witte in besten Zimmer. Takahira suchte um die Unterredung kurz vor dem Diner nach, sie wurde auf Ersuchen Wittes bis 81 'n V br Verschoben. Altbewährte Nahrung für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet iibeseicjqt^Diarrhoe, ßrechdurchFah, Darmkatarrh. iTno*f Uihlt sich 'jedermann nach einem Bad und gleich- * vl JUUliV zeitigem Gebrauch der zur Hautpflege feit vielen S* Myrrholinseife. w Difittarten tn jeder beliebig«.« Schriftart und Horton- forte, sowie mit Sirieln aller studentischen Vereinigungen, liefert zu mäßigen preisen tzrühl'scye Universitäts-Druckerei. Schulstratze 7 Giessen, den 27. August 1905. 4452 Giessen, den 28. August 1905. 4451 Die Beerdigung findet in Harburg a. d. Elbe statt. Statt besonderer Anzeige Todes-Anzeige. Gestern abend entschlief sanft, nach langem, schweren Leiden im 84. Lebensjahre unsere liebe, gute Mutter Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem noch all zufrühen Hinscheiden unserer lieben, unvergesslichen Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Elisabeth Seth sagen wir hiermit unseren aufrichtigen Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. KEM Frau Ernestine Günther geb. Steinflirt Professor Dr. L. Günther und Frau. Todes-Anzeige. Heute morgen 3’/^ Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser liebes Söhnchen, Enkekchen und Neste wsicy im Alter von 4 Jahren. 4462 Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Schweitzer- Gießen, Tiefenweg 7, den 28. August 1905. Die Beerdigung findet Mittwoch den 30. August, nachmittags 6 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Bekanntmachung. Nachdem durch Verfügung Großh. Ministeriums des Innern vom 24. August 1905 die durch das Großh. Steuer- Kommissariat Gießen aufgestellten Hebregister für die Beiträge zu den Kosten der unterzeichneten Handelskammer für exekutorisch ecklärt worden sind, werden dieselben der bestehenden Vorschrift gemäß 10 Tage lang vorn 29. August bis einscklicklich 7. September 1905 vormittags von 9—12 und nachmittags von 3—6 Uhr auf dem Bureau des Herrn Kommerzienrat Heichelheim hier, Südanlage 13, mit dem Anfügen offen gelegt, daß etwaige Einwendungen gegen dieselben binnen dieser Frist bei der Handelskammer vorzubringen sind und später vorgelegte Beschwerden keine Berücksichtigung finden werden. Gießen, den 28. August 1905. c98/, Die Großherzogliche Handelskammer. Koch. Hochfeinste Liudenplatz Bahnhofstraße per Pfund 35 Pfg. >. Kistchen co. 5Pfd. 1.60, p. Kistchen ca. 8Psd.2.50 Marktplatz 18 liessen Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche In Mitteldeutschland. Chem.WaschanstaltGebr.Röver.Färberei. Verein der Wrvirte non Gießen i llMWh (Eingetragener Verein). Donnerstag, den 31. d. Mts., nachmittags 4 Ahr findet im Saale des Gasthof zum „Löwen", Neuenweg, eine Oe*. wieder* da. 445? Allgemeine 5n [lord und SÖd.ln Oft und Welt Gill «Kflcollu» mir als das Beifl Fabrik; Union Bugsburg Zu haben ftr allen eln*^ (dilägigen Cefdiäflea Glljimck-NechmlW Die Geburt einer kräftigen Tochter zeigen statt mit der Tagesordnung: 4457 Bleichstr. 7. Der lickst ein. hocherfreut an 4454 Die Notwendigkeit einer Erhöhung der Preise für Speisen im Gastwirtegewerbe in Anbetracht der Fleischteuerung. Zu dieser äußerst wichtigen Versammlung laden wir nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch sämtliche noch nicht dem Verein angehörendell Wirte von Gießen und Umgegend freund- —-----r, als . .. J ofort in Sicherheit zu y cde der Unteroffizier auS 1 einem Krampf befallen, ebenff jeder weiteren Tätigkeit M Der in der Schwimm- cinget^1' Musketier Miesch böv bi* Ufer, als noch gerade Ma-w Waffer hervorragte, prima lation und stürzte sich n der Ausbildung zum 'UM feinen in höchster Telephon Aufbiettmg Wilh. Hamel und Frau geb. Seufert. Biessen Hotel-Restaurant „Karlshof“ 4389 1*50 und Mk. 2.—. selben prompte und aufmerksame Bedienung zuwenden. — Zimmer von Mt. 1. Hochachtungsvoll KarS RiähO Mit der Hoffnung, auch diesmal in meinem Unternehmen unterstützt zu werden zeichne käuflich erworben habe, außen neu renoviert und im Inneren umgebaut und 2 Lokale, der Neuzeit entsprechend eingerichtet habe, und bin daher in der angenehmen Lage, meinen werten Gästen einen angenehmen, lieblichen Aufenthalt zuzusichern. Ich werde, wie seit langen Jahren, den- Verehrlichem Publikum, werten Freunden und Bekannten zur gefälligen Mitteilung, daß ich daS Restaurant vormals Philipp Bauer, Bahnhofstrasse MWk WWnkMhl Dienstag, den 29. August d. abends 8 Uhr auf dem Brandplatze am Turmhause: Appell affet alten und neuen Mannschaften. Versäumnisse werden gemäß 2(d. 13 der Landesfeuer- köschordnung und nach § 368 Ziffer 8 des Neichs-Straf- gesetzbuches geahndet. Die zur Entlastung kotnmenden Mannschaften haben Binde und Ortsfeuerlöschordnung abzuliefern. B12/, Der Branddirektor: Traber. 4447 anzuzeigen. Meine Verlobung mit Fräulein Margarete Helmer, Tochter der verwitweten Krau Marie Hehner geb. Schmall, beehre ich mich ergebenst $•> ESaxämäüaGi Tamm, Leutnant im Infanterie-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) No. 116. Giessen, August 1905. Iiangenbrahm Anthracit Muss Bi (für Hausbrand) „ ,5 B8B (für Sauggas-Anlagen) sowie Nußkohlen, Hütten-Coks, Gas-Coks, Eierbriketts, Preßklötze und Briketts von den besten Zechen 8810 empfiehlt Emäi Kirchenplatz. Nächsten Mittwoch Nachmittag von 2 bis 6 Uhr werden in dem Kreisamtskeller Frühbirneu, geeignet zum Einmachen, per Pfd. zu 10 Pfg. abgegeben. B*% Gießen, 26. August 1905. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. I. V.r Müller. Mittwoch, 30. August l. Js., nachmittags 2 Uhr werden im Bieker'schen Saale versteigert: 4446 2 Sophas, 1 Vertikow, 1 Herrenschreibtlsch, 1 Chaiselongue, 1 Regulator, 2 Bilder, 1 Stegtisch, 1 ovaler Tisch, 2 Plüschjefsel, 1 Spiegel, 1 Nähmaschine, 1 Trümeau m.Spiegel, 1 Rauchtisch, 1 Waschtisch und 1 Nachttisch, beide mit Marmorplatte, l-großes Bismarckbild, 1 Kastenwagen, 1 Chaisengeschirr, 1 Ladentheke mit Glaskasten und Glasgehäuse, 1 vollständige Ladeneinrichtung sür Spezereien, 1 Kassasch rank, Kognak, Konserven, Zigarren, Zi- garretten u. v. a. Geistter. Gcricbtst'ollstelier. Versteigerung. In der Konkurssache des Carl Zimmermann in Lollar kommen vaselbst 4460 Mittwoch, den 30. d. Mts., nachmittags 21/? Uhr im Auftrage des Konkursverwalters zur Versteigerung: die Grummet- und Kleeernte von 7041 qm Wiesen, 2439 qm Aeckcru, alsdann 6 alte und 6 junge Hühner, 3 Tauben und ein Hund. Versammlung der Steiglieb- habcr vor dem Rathaus. Born, Gerichtsvollzieher ___________in Gießen._________ Versteigerung Dienstag, den 29. ds. MtS., nachmittags"ersteigere ich N.e u st L,— »r gegen 4459 arren, Paris, 26. Aug?.egen- baß auf der Rückkehr vallard, vom 94. Jnfantcrie-IUduhr Hauptmann Charey,,.,. selben zu Boden war auf ihn losschlugen. Kameraden befreit. TÜT Ncwyork, 26 schwarz, Roosevelt, weil fahrt mit dem si. 4286 GrMeHeigerllllg. Donnerstag den 31. Ang., vorm. 8 Uhr, anfangend soll das Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder-Bessingen und Ober-Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. 4430 Lich, den 25. August 1905. Büchs enschütz. Bulle. Donnerstag, den 31. August, nachmitttagS 4 Uhr, wird im Hose bet dein Bullenstall ein abgängiger, gut genährter Ge- meinde-Bulle öffentlich meistbietend versteigert. 4456 Treis a. d. Lda., 28. Aug. 1905. Gr.Bürgertneisterei Treis cud^da. Benner. 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