HF«»• J * * PßÄ ■ "2 ^Äche Dahuhofstraste 59. • ,,„ Telephon 66. ’Ctn schöner Auswahl, erein den 31. Oktober: iarolaia 3r-Hoffmann. Leffler, esbaden. •nde gegen 11 Uhr. k- 5.-, 4.-, 3 - (für ineikanf Ml. 4.50, 3.50, iei Herrn Challier nnd Platzkarten spätestens ölen. Zusendung findet v% in vnd e-Pu»nPe hrev und praktischer zovLiterproMm. i vorrätig. WißW 13. günstige vsterte. jubelten * jd modenaisierea scWl* zodvLS' rsiis W- fha«® Nr. 252 Grs 4 eint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Lietzener Zamilien- hlätter oicnnal in der Woche betflclcgL Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Univers.-Buch-u. Stein- bruderet. R. Lange. Redaktion, Grvedition und Druaerei: Schul st ratze 7. Redaktion e=gä> 112 Vertag u.Exved.^^51 Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt. 155. Jahrgang General-Anzeiger Donnerstag 26. Oktober 1905 Bezugspreis: CJ mona Mch 7k> Ps^ otertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- it Zweigstellen mountlid) 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel-- .ährl. auSichl. Vestellq. Annahme von Anzeigen >ür die Tagesmtmmer vormittags 10 Uhr. jeilc-*prei5: lokal 12'Bf •usmärtS 20 Big. eri tworilich tüt de.. poliL und allgem. Amts- und AnzeigebM für den Kreis Gießen Teil: P. Witiko, für »Stadl und Vnnt»' und „(Äerichtssaaf: Ernst Heß; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die Neutiqe Kummer umfaßt 8 Seiten. - I L!_ . X ....... ■■■■ ■ I — Air KrrthüAung des Berliner Moltke-Denkmals bereinigt heute das gesamte deutsche Volk in dem Gedanken an den Unsterblichen, den es voll hohen Stolzes und in tiefer Dankbarkeit den verehrungswiirdigsten seiner Söhne mrreiht. Fast ein halbes Menschenalter ist vergangen, seit er seinem freuen Kaiser ins Grab folgte, ein furchtbares Ringen hat sich inzwischen auf dem Kriegstheater Ostasiens abgespielt; GeneralfebdmarschaN Hellmuth von Moltke aber blieb, was er bisher gewesen: der größte Feldherr, den die Welt in der zweiten Halste des 19. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Gewiß, au y das Glück hat ihm gelächelt. Ihm fehlte nicht der König, der an einmal gebilligten Plänen unerschütterlich feschielt, fehlte nicht die geschulte, todesmutige Armee, fehlten nicht verständnisvolle und selbstlose Heerführer. Doch die von ihm gepflückten Diegesfrüchte, unerläßliche Voraussetzungen für die Wiederherstellung des deutschen Einheitsstaates, verdankt er vor allem seinem Genie, das, wesentlich bestimmt durch Karl von Elansewitz, unter den Einflüssen geschichtlicher Stitdien und weiter Reisen ihn zum überragenden, staatsmännischen Kriegskünstler, zum Schlachtend en ker werden ließ. Ihn als solchen zu schildern, ist hier nicht der Ort. Dagegen ziemt es sich, nach Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit und der unmittelbarere Gegenwart, an dieser Stelle auszusprechen, welchen Faktoren Moltke ein Vorbild sein sollte und worin. Naturgemäß fällt dabet der Blick zuerst auf die geistige Elite unseres Heeres, die hohe Generalität. Sie bedarf selbstverständlich nicht der Aufforderung, auf den Gebieten der Kriegskunst dem klassischen Meister nachzueifern. Ta aber selbst ein dem verewigten »Strategen persönlich so nahestehender Mann, wie Graf Waldersee, nicht vor der Annahme von „V o r s ch u ß l o r b e e r n" zurückschreckte, sei jenem lauten Treiben die stille Art Moltkes gegenüber gestellt, der noch 1871, auf der Höhe des Richmes, für das erste Heft der Beschreibung des deutsch-französischen Krieges die ein» firch-be sch eibenen Worte schrieb : „Hebet den Ruf eines Feldherrn entscheidet vor allem der Erfolg. Wieviel davon sein wirklicher Verdienst, ist außerordentlich schwer zu bestimmen. An der unwiderstehlichen Gewalt der Verhältnisse scheitert selbst der beste Mann, und von ihr wird ebenso ost der mittelmäßige getragen. Mer Glück hat auf die Dauer dort zumeist wohl der Tüchtige." Erscheint Moltke wegen seiner schweigsamen Zurückhab- kung. als mustergiltiges Vorbild für die militärische Elite, so ist er es für die bürgerliche Elite, die erwählte Volksvertretung, durch die Gewissenhaftigkeit geworden, mit welcher er ferne parlamentorischen Mlichten erfüllte. Lange Jahre Reichstagsabgeordneter für Deutschlands nördlichste Stadt Memel, hat er niemals zu den Schwänzern, den „Reichsfanlen", «gehört. Wohl kein Abgeordneter besuchte regelmäßiger oen Reichstag als er, und keiner übertraf ihn an Eifer, vollste Klarheit über die zur Verhandlung stehenden Fragen zu gewinnen. Diesem Urteil eines Fraktionsgenossen hat auch ein Urteil seines politischen Gegners Ludwig Bamberger volllommen entsprochen. In alter Treue hat noch der Neunzigjährige den Sitzungen des Reichstags beigewohnt, und selbst das SBort. ergriff der Schweigsame noch am 16. März 1891, um über die Einheitszeit zu sprechen. Er redete ohne Manuskript in formvollendetem Vorträge etwa 20 Minuten lang so fesselnd, daß die „Franks. Ztg." damals schrieb: „Äe Erscheinung dieses Mannes, übet den das Alter keine Macht zu haben scheint, auf der Parlamen lstribüne grenzt ans Unglaubliche und dürfte ohne Beispiel in der Geschuhte sein." Leider fast beispiellos für einen Manu in seiner Stellung ist auch der Freimut, mit dem Moltke den unduldsame n Ketzerrichtern beider chr ist kicher Konfessionen das Gewissen schärft. In seinen herrlichen „Trostgedanken" schreibt er : „Das Christentum hat die Welt aus der Barbarei zur Gesittung emporgehoben . . . Wer war es die Glaubenslehre, das Dogma, welches diesen Segen schuf? Man kann sich über alles verständigen, nur nickst über Dinge, cn welche das mensch- liefe Begriffsvermögen nickst feranreickst, und gerade über solche Begriffe hat man 18 Jahrhunderte hindurch gestritten, hat die Welt verheert, von der Vertilgung der Arianer an durch dreißig- jäbrige Kriege bis zu den Scheiterhaufen der Jnauisiticm, und was ist das Ende aller dieser Kämpfe — derselbe Zwiespalt der Meinungen wie zuvor! Wir können die Glaubenssätze hinnehmen, wie man die Versicherungen eines treuen Freundes h-innimmt, ohne sie zu prüfen; aber der Kern aller Religionen rft die Mmnl, welche sie lehren, am reinsten und erschöpfendsten die christliche. Und doch spricht man achselzuckend von einer trockenen Moral und macht die Form, tn welche sie gegeben, zur Hauptsache. Ich fürckstc, daß der Eiferer auf der Kanzel, welcher überreben will, wo er nicht überzeugen kann, die Christen aus der Kirche hinauspredigt." Werden diese ernsten und wahren Worte von allen beherzigt, die es angcht, dann wird es mit dem Frieden innerhalb der Konfessionen und mit dem Frieden zwischen den Konfessionen wohl bestellt sein — zum Segen für das ganze Vaterland. Hessischer ^andtaqsjch uß. Erste Kammer. K -B. Darmstadt, 25. Cft. Die heutige letzte Sitzung wird voin Vizeprästdenten Graf Elias zu Erbach.Fürstenau um 10'/4 Uhr eröffnet. ES werden zunächst mehrere Rückäußerungen der Zweiten Kammer genehmigt, wie der letzte Diffens über das Landwirtschasts- kammergesetz, der Antrag Leun über den ReichSinvaliden- sonds 20.; ferner stimmt die Kammer der Ueberstcht über die Einnahmen und Ausgaben der GroßHerzogl. Landeskredit- kaffe zu. Rach kurzer Pause kam als letzter Gesetzentwurf die soeben von der Zweiten Kammer fertiggestellte Negierungsvorlage, betreffend den Vollzug des ReichsgesetzeS über die Bekämpfung der Reblaus vom 6. Juli 1904 zur Beratung Geh. Nat Braun flieht eine nähere Erläuterung über die Vorlage und die zur Abwehr der Neblaußgefahr in Hessen getroffenen Maßnahmen. Er betont dabei, daß anstatt 60 000 Mk. Ausgaben sich die Summe in diesem Jahre auf oct. 100 000 Mk. erhöhen werde, da die Maßnahmen zur Bekämpfung deS NeblauSherdes bei Hahnheim erhebliche Mehrkosten verursachten. Die Kammer stimmte darauf dem Antrag des Ausschußes entsprechend einmütig der Vorlage zu. Da hiermit die Tagesordnung erledigt und für weitere Nückäußerungen aus der Zweiten Kammer die Dringlichkeit nicht beantragt war, schloß der Präsident die Satzung um l/,12 Uhr. Zweite Kammer. Am Ministertische: Staatsminister Rothe, Finanzminister Dr. Gnauth, Geh. Rat Wilbrand und mehrere Ministerialräte. In der i i.i IO1/-. Uhr eröffneten Sitzung kommt zunächst der Gesetzentwurf, betreffend den Vollzug des ReichS- gescs über die Bekämpfung der Reblaus zur Beratung. Abg. v. Brentano erstattete über die Vorlage' mündlich ein kurzes Referat und beantragt namenS des Ausschusses die Annahme der Vorlage. Rach einigen kurzen Erläuterungen des Ober-Negierungs- rats Hölzinger beschließt, das Haus dem Antrag gemäß. Auf die Anfrage der Abgg. Schl enger und Dr. Weber in Betreff des Schuhes und der Erhaltung der Vogelwelt, besonders der Jnsektenoertilger, in den hessischen Domanial- und Gemeindewaldungen, giebt Geh. Rat Wilbrand eine länaere Regierungsantwort bekannt, in welcher die bisher getroffenen Maßnahmen der Behörden zum Schutze der Vogelwelt näher dargelegt werden. Abg. Schl eng er dankt der Regierung sowohl für die Antwort, wie für die zum Schutz der Vogelwelt getroffenen Maßnahanen. Dieselben hätten sich auch bereits bestens bewährt. Abg. Bähr empfiehlt, möglichst viel Buschwerk und Hecken zum Schutze der Vogelwelt anzulegen, die den Tieren einen natürlichen Schutz böten. Die Klebe- oder Fanggürtel für Insekten seien nicht zu empfehlen. Abg. Dr. Weber bemerkt er würde es für sehr zweckmäßig halten, wenn seitens der Regierung die Gemeinden veranlaßt würden, auch die Gemcindeforstwarte mehr für zweckmäßigen Vogelschutz zu interessieren und entsprechende Kreditbewilligungen zu besserer: Vorkehrungen auf diesem Gebiete zu machen. Interpellationen. Auf eine Interpellation des Abg. Däbr betr. die Besetzung des Bahnwärter postens durch einen Invaliden auf der Strecke Gießen — Gelnhausen erllärt Finanzminister Dr. Gnauth, er könne zurzeit keine nähere Antwort darüber erteilen, man müsse sich zunächst mit der Herrn Bähr schon von der Eisenbahnverwaltung erteilten Aufllärung begnügen. Abg. Bähr bedauert, feine genauere Auskunft zu erhalten; die Angelegenheit sei doch wichtig genug, und es sei notwendig, an der betreffenden Stelle, die ohnedies nicht ungefährlich sei, baldigst Abhilfe zu schaffen. Letzter Punkt der Tagesordnung ist die Rückäußerung der ersten Kammer über den Antrag Reinhart, betr. Art. 48 des Fischereigesetzes vom 27. April 1881. Abg. Köhler bemerkt als Ausschußberichterstatter, die zweite Kammer habe seinerzeit den Antrag ftir erledigt erllärt, während ihn die erste Kammer der Regierung zur Berücksichtigung zu empfehlen beschloß. Nach kurzer Debatte, in welcher Abg. Dr. David die Ablehnung des Antrags empfahl, während Abg. Reinhart ebenso, wie der Ausschuß, um Beitritt zu dem Beschluß der ersten Kammer ersuchte, wurde diesem Beschlüsse z u g e st i m m t. Damit ist das Beratunosmaterial erschöpft. Präsident Haas gibt nun die übliche Geschäftsvberficht über die Tätigkeit des Landtags und stellt fest, daß die Kammer im ganzen 125 Sitzungen abgehalten hat, drei weniger als in der vorigen Session. Es fanden 217 Ausschußsitzungen statt, von denen auf den Finanzausschuß allein 91 Sitzungen kommen. Erledigt wurden 78 Regierungsvorlagen. 79 Anträge von Abgeordneten, 169 Vorstellungen und Beschwerden, int ganzen 326 Beratungsgegenstände von 4*4 überhaupt eingereichten. Tie Kammer könne mit dem Bewußtsein scheiden, daß alle Mitglieder bemüht waren, ihre volle Pflicht zu tun, sodaß sie draußen im Lande vor der C^ffentticMcit eine gerechte Kritik nicht zu scheuen brauchten. Nur Einigkeit mache stark. Tie drei gesetzgebenden Faktoren hätten nur ein Ziel: Tie Wohlfahrt des Landes zu fördern. Er hoffe auf ein einiges Zusammenarbeiten auch ft'ir die Zukunft und fordere alle Mitglieder auf, dem Wohlergehen des lieben, schönen § e i m a 11 a n b c § ein dreimaliges Hoch auszubringen. Nachdem das .Hock) verklungen, sprach Abg. Sch le n g e r noch dem langjährigen verdienten Präsidenten für seine umsichtige Leitung der Geschäfte den tvärmsten Tank der Versammlung au-3 mit der Hoffnung, daß er bte]em Hanse noch lange als Präsident erhalten bleiben möge. (Bravo!) Mit einigen Tankesworten deS Präs. Haas sprach derselbe noch die Ueberzeugnng au5, daß jeder mit dem Bewußtsein nach Hause gehen könne, nach bestem Wissen seine. Pflicht getan zu haben. Damit schloß die Sitzung um 12 Uhr. Tie hessische Thronrede. Ter 32. Landtag wurde heute mittag 12V2 Uhr durch &. K. H. den Groß Herzog in der üblichen feierlichen Weise verabschiedet. In den Nsiemblenzimmern deS Residenz- schlosse? versaimneli'n sich die Mitglieder der ersten, in oen russisck)en Zimmern die der zweiten Kammer, im Fahnensaal die Mitglieder des Staatsministeriums. Nachdem sich bann die Mitglieder beider Kammern, die der erftert meist in Uniform, die der zwecken sämtlich im Frack, unter Führung der Zeremonie! meister in den Thronsaal begeben (von den 6 Cozialdemokrateir war keiner erschienen) und die ersteren rechts, die letzteren links vom Throne Platz ge-- nonimen, erschien unter?wrantritt der diensttuenden Karn- merjuuler, Kammerherren und Zeremonienmeister der G r 0 ß h e r 5 0 g, der hessische Generalsuniform trug, gefolgt von den drei Ministern, den Flügeladjutanteu und den weiteren Hofchargen. Beim Eintritt des Großherzogs erhöhen sich die Anwesenden. Nachdem der Großherzog vor dem Thron Platz genommen, überreichte Staatsminister Rothe die Thronrede, dre der Großherzog mit lauter Stimme wie folgt verlas: Meine Herren Stände! Es gereicht Mir zur Befriedigung, Ihnen bei dem Schluffe des 32. Landtags persönlich Meinen Dank für Ihre angestrengte Tätigkeit auszusprechen, welckx Sie den Aufgaben der abge* laufenen Landtagsperiode gewidmet haben. Zu Meinem Bedauern sind allerdings von den Vorlagen, welche Ihnen Meine Regierung unterbreitet hat, verschiedene wichtige Gesetzentwürfe nicht zur Verabschiedung gelangt. Zu dein Gesetzentwurf, die Landstände betreffend, konnte leider eine Einigung nicht erzielt werden. Die Gesetzentwürfe über die Dienstverhältnisse der Staatsbeamten sowie zuv Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel sind einer Beratung und Beschlußfassung nicht unterzogen worden. Dasselbe gilt von dem Gesetzentwurf in betreff der Revision der Verwaltungsgesetze, dessen Erledigung jedoch mit Rücksicht auf den außerordentlichen Umfang und die Schwierigkeiten der erstrebten Reform auf dem vormaligen Landtag von Meiner Regierung nicht erwartet worden ist Bedauerlich erscheint es, daß auch der dringliche Entwurf eines Gesetzes, die Gemeindeumlagen betreffend, trotz aller auf ein annehmbares Ergebnis g e - richtctenBemühungen nicht zur Verabschiedung gelangen konnte. Infolge hiervon ist das damit im Zusammenhang stehende Gesetz, die Erhebung von Gemeindeabgaben betreffend, ebenfalls nicht zustande gekommen. Einen erheblichen Teil Ihrer Arbeit hat nach Einführung einjähriger Staatshaushaltsperioden naturgemäß die Beratung der H a u p t v 0 r a n s ch l ä g e der Staats-Einnahmen und -Ausgaben in Anspruch genommen. Wenn schon dabei die wieder eingetretene Besserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage einige Erleichterung brachte, so konnten doch die auf allen Gebieten der Staatsverwaltung stetig und zum Teil unaufhaltsam wachsenden Anforderungen nur dadurch beftiedigt werden, daß neben Auftechterfeltung der — an sich kaum fühlbaren — Erhöhung der Vermögenssteuer zur Deckung der verbleibenden Fehlbeträge auch weiterhin Vermögensreste aus früheren Jahren in Anspruch genommen wurden. So unerwünscht diese Notwendigkeit auch ist, so steht dem doch gegenüber die Tatsache, daß gleichzeitig seit 1903 in den neu gebildeten Au s g l e i ch f 0 n ds Summen abgeführt werden konnten, die hinter den vorgenannten Fehlbeträgen nur um weniges zurückbleiben. Tie einmütige Zustimmung aber zur gesetzlichen Festlegung eines solchen Fonds zum Ausgleich bet schwankenden Einnahmen aus Eisenbahn- und Lotterie-Gemeinschaft wie zur Deckung der leider unberechenbar gewordenen Matri- kularbeiträge wird — namentlich im Falle eines unverhofften wirtschaftlichen Rückgangs — Ihrer einsichtsvollen Vorsorge zu hohem Verdienst gereichen. Ungeachtet der gespannten Lage der Staatsfinanzen haben Sie es durch Inanspruchnahme des Staatskredits ermöglicht, die produktiven Kräfte des Landes zu stärken durch Zusage namhafter, in ein angemessenes Verhältnis zu den Baukosten gebrachter Staotszuschnsse zum Reu bau von Nebenbahnen, wie durch eine weitgehmde Beteiligung des Staats und durch Ucbernahme einer Zinsgewähr seitens desselben bei der mit gutem Erfolg auf Verbesserung des Realkredits und Entschlildung des Grundbesitzes wirkenden Landes-Hypothekenbank. Daneben haben Sie durch Verwilligung reicher Mittel für die Ausgestaltung der staatlichen Anlagen zu Bad-Nauheim — bei sorgfältiger Wahrung der unerläßlichen Wirtschaftlichkeit — den hohen, aus dem Besitz der dortigen Heilquellen über den Bereich des Landes hinaus erwachsenden Verpflichtungen ebenso Rechnung getragen wie den idealen Aufgaben durch Bereitstellung der Mittel für die Ergänzung und Erweiterung Unserer, in erfreulicher Entwickelung begriffenen Hochschulen. Besonderen Tank auch schulde Ich Ihnen dafür, daß Sie sich einverstanden erllärt haben, mit Heranziehung von Mitteln des Tomänen-Aeguisitionsfonds zur Bestreitung der Kvsten des schon aus Gründen der Feuersicferfeit dringend gebotenen, inzwischen glücklich vollendeten Umbaus des Hoftheaters. Ihre Zustimmung zu den auf Einstellung der Hessisck»-Thü- ringisrfen Staatslotterie und Zulassung der Preußischeni Klassenlotterie gerichteten Staatsverträoen wird unzweifelhaft zur Gesundung der Verhältnisse auf diesem Gebiete beitragen. Mit Ersatz der organischen Forstordnung von 1811 durch das Gesetz, die Fvrüveriockk'.-ng betreffend, wie durch Neuregelung des Forst- und Feldstrafgesetzes haben Sie unter Auftecht- erhaltung der altbewährten Grundsätze Unserer Forstverwaltung den heutigen Anschauungen^ aus den dabei berührten Gebieten der Verwaltung und des Straftechts Ausdruck verliefen. Auch hat es Mir zur Genugtuung gereicht, daß infolge ?>h«s Entgegenlommens der A u s b a 11 des Notaria ts durch eine gesetzliche Regelung der Gebühren der Notare vollenfet und die Kostengesetzgebung dur a Erlaß eines G e r i ch t s k 0 st e n - fl e s e tz e s in einer die Interessen der ckstspslege mit den Inter- effen des FiskuS vereinbarenden Weise zum Abschlüsse gebracht worden ist. Auf dem Gebiete des gewerblichen Lebens soll der von Ihnen angenommene Gesetzentwurf über die Errichtung und Leitung von technischen Privatunterricktsan st alten er» höhte Garantien für eine gewissenhafte Ausbildung des technischen Hilfspersonals schaffen. Eine besondere z^rberuntr der gewerblichen und künstlerischen Interessen des Landes erwarte Ich von der für das. Jahr 1907 in Darmstadt gevlant-'n Landesausstellung für freie und angewandte Kunst, die Sie zu meiner lebhaften Befriedigung durch die Ihnen angesonnene Bewilligung von Sta^tsbilfen zu Ausstellungszwecken ermöglicht h^ben. Soweit hierbei von Ihnen gleichzeitig mit einem erheblichen Zuschuß die vor wenigen Wochen abgehaltene landwirtschaftliche Landes-Ausstellung in Mainz finanziell gesichert worden ist, haben Sie der heimischen Landwirtschaft ein von Mir gerne begrüßtes Entgegenkommen bewiesm Wie dasselbe bereits in h-r Annahme der Ihnen zugeganaenen Vorlagen über die staatliche. Teilnahme an der Ordnung der Hagelversicherung sowie über die Schlachtviehversicherung im Zusammenhang mit den rl'icks- und landesrechtlich geand-rtm Vorsch"r'sten über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau Ausdruck o-'sarnden hatte, so legt für Ihre stete Bereitwilliafeit. berechtigten Wünschen der L"ndwirts^"st auf ^sebach'-rischem Gebiete zu entsprech^, die mit dem Abschlüsse Ihrer Arbeiten noch erreichte Verständigung über den Gesetzen twvrf. betreffend die b e r u s s st ä n d i s ch e Vertretung der Landwirtschaft, ein Mir wertvolles und erfreuliches Zeugnis ob. , In der Hoffnung, d"st die Ergebnisse Ihrer Tätigkeit und Ihrer Beschlüsse Meinem Laube zum Sagen gereichen mochten, entlasse Ich Sie, Meine Herren Stände, mst der Versicherung Mein-s fortdauernden Landesfiirstlichen Wohlwollens. . . Aach Verlesung her Thronrede e -^’irte Dt^atsminifter Tr. Rotbe im allerhöchsten Austrag den 32. Landtag für geschlossen, worauf mit einem vom Viz"präsidenten der 1. .stummer, Grafen Erbach-Türstenau, cri'saahrachten dreimaligen Hoch auf den Großherzog der Schlußakt beendet war. An der Hoftafel, die unt 1 Uhr tut Kaisersaal bei reich dekorierten Tafeln stattfand, nahmen die Mitglieder beider Kammern, die Minister, die H->fchargen ?c., im ganzen 94 Personen, teil. Links vom Grostherzog saß. Frhr. Hevl zu Herrnsbeim-Worms, dann der Fürst zu Leitungen und Fürst zu Solms-Hohensolms L'ch. rechts vom Großherzog Graf Erbach-Fürstenau, Fürst Isenburg-Wächtersbach, der Erbprinz zu Isenburg-Büdingen usw. Dem Großherzog gegenüber Staatsminister Rothe, rechts neben ibm Präsident Haas, Finanzminister Dr. Gnauth, Geh. Jüstnrat Prof. Tr. Schmidt-Gießen, Vizesräsident Reinbart, links vom Staatsminister Vizepräsident Tr. Schmitt, Jüstizminister Ewald, Frhr. Riedesel zu Eisenba.ch usw. Es wurde allgemein bemerkt, daß sich der Großherzog sehr lange und lebhaft mit Freiherrn . von Hehl unterhielt. (Hoffentlich hat diese Unterredung auf den Freiherrtt von Hehl den offenbar beabsichtigten Eindruck gemacht. Red., Tie Tafelnrusik führte die Kapelle des 115. (Leibgarde« Regts. aus. Das Menu lautete: Windsorsuppe — Kleine Pasteten — Seezungen — Hammelrücken — Forcierte Gänseteber — Kn iser Punsch— Fasanen-- braten — Römischer Sokat — Artischockenböden — Macronen ä la Resselrode — Käsestangen. Tas Mtisikprogramm lautete: 1. Althessischer Fahnen- tnarsch von Landgraf Ludwig IX.; 2. Ouvertüre zu Geibels „Sopbonisbe" von A. Klughardt 3. Phantasie aus Svlvana von Weber-Langer: 4. Adagio aus der ,.Sonate patbotique" von L. v. Beethoven: 5. Huldigungsmarsch von R- Wagner: 6. Blumengeflüster, Salonstück von Fr. von Blmi; 7. Balletmusik aus „Earmen" von Gg. Bizet; 8. ,L.Mmer oder Nimmer^', Walzer von E. Waldteufel. Im Verlauf der Tafel tranr der Großherzog auf das Wohl seiner getreuen Stände und sein aeliebtes Hessenland. Ter Vizepräsident der ersten Kammer Graf zu Erbach- Fürstenau dankte Seiner Könial. Hoheit und brachte auf dessen Wohl einen Toast aus, während Kammerpräsident Haas auf die Gesundheit der Großherzogin toastete. Tie Tafel dauerte bis 5 Uhr und es herrschte eine sehr animierte Stimmung. Valitilche Tagesschau. Neue Mittelmeerfahrt des Kaisers? Tie Meldung der „Germania", daß der Kaiser durch den preußischen Gesandten beim Vatikan seinen Besuch für das Frühjahr habe anmelden lassen, begegnet in politischen Kreisen einigen Zweifeln. M-m hält schon an sick eine so zeitige Ankündigung für ungewöhnlich und ist überdies der Meinung, daß ein Besuch des Kaiers allein beim Papst schwerlich in Frage komme. Für wahrscheinlich gilt vielmehr eine längere Mittelmeerfahrt des Kaisers, und zivar zu Erholungszwecken, wie ‘te auch anfangs dieses Jahres stattgesunden hat. Für wahrscheinlich galt ferner bei der Gelegenheit eine Zusammenkunft des Kaisers mit König Wiktor Emanuel. Tas zu historischer Berühmtheit gelangte Tanger dürfte der Ka.ser zum zweiten Mal nicht anlaufen. Tagegen erscheint es bei dem lebhaften Interesse, das der Monarch an der Entwicklung der Marokkofrage nimmt, wohl möglich, daß König Alfons bei seinem demnächstigen Besuch am Berliner Hofe eine Einladung 3um Besuch von Algeciras, wo bekanntlich die Ma- roklokonferenz tagen soll, überbrinat. Tie definitiven Reise- dispositionen dürften indestrn nicht vor Ende des Jahres getroffen werden. Zur NeichSsinanzreform. Wie die „Köln. Ztg.* zur Neichsfinanzreform berichtet, wurden in den BundeSratSanSschüssen im allgemeinen die Vorschläge deS ReichsschatzomteS angenommen. In die Vorlage hat Aufnahme gefunden eine ReichSerbschasts- fteuer und eine Erweiterung der Tabak- und Brausteuer und der Reichsstempelabgaben. Bei der R e i ch s c r b f rfi a f t § ft ctt c r ist auf eine möglichste Schonung der bisherigen Einuahineguesten der Eiuzel- staateu, die bisher sämtlich außer Waldeck eine Erbschaftssteuer hatten, besonders in der Ilebergangszeit, Rückstcht genommen. Tie Deszendenten und Ehegatten sind von der Steuer ausgenommen. Ta die Erbschaftssteuer bisher in den Einzelstaaten weist nur manaelhast ausgebildet war, konnte man bei aller Schonung hei- Einzelstaaten und Richtbernckstchtiaung der Deszendenten und Ehegatten für das Reich eine beträchtliche Einnahme aus der Reichserbschgstssteuer in Ansatz bringen. Eine Ileberslimmung Preußens in der Erbschastssteuer hat nicht stattgesunden. Für die Erweiterung der Tabaksteuer hat man weder das Monopol noch die Form der FabrikationSstener gewählt, sondern in möglichster Anlehnung an die jetzige Form der Tabaksteuer die besseren Tabake und Zigaretten stärker herangezogen. Die B ra u st eu e v erfährt eine erhebliche Erhöhung, aber unter Schonung der a(5 Nahrung der ärmeren Volksschichten anzusehenden Biere. Die Erhöhung des Ertrages der Reichsstempelabgaben soll durch eine Novelle zuin Neichsstempelgesetz erreicht werden. Der Artikel fährt fort: Durch die Vorlage soll auch eine regelmäßigeTtlgung derReichs'chulden ermöglicht, sowie auch eine Regelung der finanziellen Beziehttngen zwischen dem Reiche und den Einzelstaaten in der Richtung herbeigeführt werden, daß die Einzel st aaten einer unerträglichen und unbegrenztenJnanspruchnahme mit Matriku larbeiträgen nicht mehr ausaeseßt sind. Altch soll eine weitere En tla st ung deSJnvaliden- sonds von den Ausgaben beabsichtigt sein, die über dessen eigentlichen StistungSzweck hinaus durch spätere Gesetze ihm auferleat worden sind. Wenn die R eichSwehrsteuer nicht mit in die Vorlage ausgenommen wurde, so kann man wohl die Erklärung hierfür darin finden, daß die eifrigsten Verfechter ihr Erträgnis von vornherein für Sonderzwecke festgelegt haben wollen. Zur Sanierung der Reichssinanzen schien sie daher nicht geeignet und paßt deshalb nicht in den Rahmen der Reichsfinanzreform. Man wird die an sich aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit genügend gerechtfertigte ReichSwehrsteuer daher als Zweckfleuer einer späteren bes anderen Vorlage überlassen können. Der Umfang der Vorlage erklärt sich dadurch, daß nach Lage der Verhältnisse, wenn man die vorgezeichneten Ziele erreichen will, zur Zeit mit einem DeckungS bedarf von 150 bis 200 Millionen zu rechnen ist und daß dieser Bedarf weiter steigende Tendenz hat. ♦ Preußische Lotterielose in Süddeutschland. Die StuttgarterHandelskarnrner beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzttng u. a. mit der Frage der Zulassung der preußischen Staatslotterie in Württemberg. Anlaß hierzu bot die von einem Mitglieds gegebene Anregung, die Handelskammer möge: 1. eine Vereinbarung zwischen Württembera und Preußen über Zulassung der preußischen Klassenlotterie in Württemberg, wenn auch vielleicht nur in beschränkter Anzahl (z. B. etwa 5000 Loses und Zulassung der großen württembergischen Privat-Lotterien in Preußen befürworten, 2. den Erlaß einer reichsgeseßlichen Verordnung anregen, durch welche den kleinen Bundesstaaten die Möglichkeit geaeben wird, eine gewisse Anzahl ihrer Lose auch in anderen Bundesstaaten abzufetzen, wenn es sich bei der jeweiligen Lotterie um eine Sache handelt, die ein allgemeines öffentliches Interesse bietet; denn ein Wertgegenstand, der mehrere Millionen Mark in Deutschland in Umlauf bringe, der Tausenden von Ge- schästslenten Verdienst biete und dessen Besteuerung das Reich für sich beanspruche, sollte nicht der einzelslaatlichen Gesetzgebung unterliegen. Die Kammer sprach sich aus prinzipiellen Gründen gegen die Zulassung der prertßischen Klassenlotterie aus, der in dem zweiten PasfitS gegebenen Anregung erteilte sie ihre Zustimmung. Hierfür wird aber Preußen, ebenfalls „aus prinzipiellen Gründen*, nicht zu haben sein, da seiner Klassenlotterie dadurch immerhin einige Konkttrrenz entstünde. Konkurrenz kann aber Prettßen nicht vertragen, ttnsoweniger als sich jetzt nach Vereinigung der hessisch-thüringischen und anderen Landeslotterien immer deutlicher herausstellt, daß die Nachfrage nach Losen mit dem Angebot absolut nicht gleichen Schritt halten will. Die gehegten Erwartungen sind keinesfalls in Erfüllung gegangen und die Sache wird wahrscheinlich noch mißlicher werden, wenn e§ sich im nächsten Jahre darum handelt, noch weitere Tausende von preußischen Losen im Großherzogtum Hessen unterzubringen. * Die lange Dauer der Zivilprozefie. AuS juristischen Kreisen wird uns geschrieben: Wer im prakt. Leben siebt und öfter Prozesse zu führen hat, wird wissen, daß es nicht nur darauf ankommt, einen Prozeß zu gewinnen, sondern daß es nahezu ebenso wichtig ist, ihn rasch zu erledigen, damit der ausgeklagte Betrag auch wirklich hereingebracht werden kann, bevor der Schuldner in Vermögensverfall gerät. Da ist es denn höchst beklagenswert, daß die Dauer der Prozesse immer länger wird. Während im Jahre 1888 noch 68,7 Proz., also mehr als 2/3 aller amtsgerichtlichen Prozesse binnen weniger als drei Monaten erledigt waren, wurden im letzten Jahre nur 57,4 Prozent in dieser kurzen Frist zu Ende geführt: und während damals nur 2,1 Proz. der amtsgerichtlichen Prozesse über ein Jahr dauerte, waren cs im letzten Jahre 5,3 Proz. Die Zahl der ungebührlich lange dauernden Amtsgerichtsprozesse hat sich also erheblich mehr als verdoppelt. Nicht ganz so arg ist die Verschlimmerung bei den Landgerichten. Hier ist die Zahl der schnell (binnen einem halben Jahre) erledigten Prozesse seit 1888 nur um 3,6 Proz., nämlich von 57 auf 53,4 Proz. gefallen, die Zahl der über ein Jahr dauernden Prozesse um 3,3 Proz., nämlich von 15,4 auf 18,7 und die Zahl der über zwei Jahre dauernden Prozesse um 0,8 Proz., nämlich von 3,9 auf 4,7 gestiegen. Ungünstiger wiederum ist die Verschiebung bei den Oberlandesgerichten und insonderlich bei unserem Hess. Oberlandesaericht. Die innerhalb 6 Monaten in sämtlichen deutschen Oberlandesgerichtsbezirken erledigten Sachen betrugen im Jahre 1888 noch 54,6, im letzten Jahre aber nur noch 45,5 Proz., sodaß die schnell erledigten Prozesse uin 9 Proz. zurückgeaangen sind. Dementsprechend ist die Zahl der über ein Jahr dauernden Prozesse gestiegen und zwar von 15,5 auf 22 Proz. Der Grund für diese im wirtschaftlichen Interesse sehr zu beklagende immer längere Tauer der Zivilprozesse liegt in erster Reihe darin, daß die Zahl der Richter sich nicht in einem der Zunahme der Ziv ilprozesse entsprechenden Maße vermehrt hat. Bei uns in Hessen handelt es sich sogar um die unumgänglich notwendige Schössling eine? neuen Senats beim Oberlandesgericht. Eine bloße Richterver- mehrung würde kaum etwa? ändern. Der neue Justiz- m ini ft er wird hoffentlich mit der Errichtung eines neuen Senats nicht zögern. Die Zivilprozesse haben verhältnismäßig unvergleichlich stärker zugenom- m en als die Bevölkerung. Tie Gerichte tun schon da? Menschenmögliche, indem sie die ersten Termine möglichst rasch nnbernumen, aber wenn ein Prozeß mehrere Termine 'n Anspruch nimmt, so bedingt natürlich die starke Zunahme der Prozesse eine entsprechende Verlangsamung der Termine. Gießener Bürger-Verein. Tie nm Tienstag abend na h dem Gasthaus zum Löwen efn- berufene Versammlung des Dürgcrvereius wurde von Herrn Valentin Müller b’ r-f) die Mitteilung eröffnet, daß der Referent über den ersten Punkt der Tagesordnung rochen einer plötzlichen Reise berbinbert sei. Er habe aber Resümee seines Referates sck'ristlich formuliert. In bem Referat wird erklärt, daß die Verhältnisse rvf dem Gießener Güterbahnhos für den wachsenden Verkehr unhaltbar, die Raume viel zu klein unb zu wenig Lodegclc^knheiten vorhanden seien. Nm dem zu begegnen, ward eine Verlegung des Güterbcihnhofs nach dem Robberg. der Eilgüter"bfcrtiauna nach dem heutiacn Mterbahn- bof an der Hamrnstr^üe und der obcrhessischen Werkstätten nach dem Rodberg vorgeschlagen. _ Stadtv. Loebcr erklärt, daß man unmöglich hier Stellung nehmen könne, man habe davon noch kein Wort gehört. Kaufmann H o s ch entwirft aus eigener, Anschauung ein Bild der Mißstände auf unserem G'"'terbahnhof. auf dem en Seefisch markt stellt, «'ntwickekt sich eine interessante Aussprache. Es wird von einem Interessenten der Fischbranche mitaeteilt. baß der erste Markt am verganaenen Freitag eine zugkräftige Reklame für die Wcrre gewesen sei. In der vergangenen Woche seien in Gießen nahe an 50 Zentner Fische verkauft worden, was früher ilndenkbar gewesen sei. Tie Fischhändler hätten am Freitag Vormittag ihren Vorrat glatt verkauft. Ob aber die Konkurrenz der Stabt mit bet Zeit den Fischhändlern das Geschäft niebt ruinieren wirb, sei nicht nnbebingt zu verneinen, eher zu bejahen. Es wurde auch darauf hingewi-'sen, baß es nickst etwa der Mittelstanb gewesen sei, der ber Stadt bie Fische abgekanft habe, sondern die meiste Kundschaft habe ans wohlhabenden Leuten bestanden, für welche die angeblich billige Kanfaeleqenheit ggrnicht gesck'-gffen worden sei. Die Fischhändler äußerten sich dahin, es sei ein Unrecht, daß ihnen die Stadt Konkurrenz macke. Da mitgeteilt wurde, daß die Einstellung des Fischhandels für Recknung ber Stadt sich in ber Schwebe befinde, wirb ein Beschluß nicht gefaßt. Ferner werben bem Vorstand aus der Versammlung noch ?k7rregungen gegeben, b^nrnäckst eine Versammlung aknuhalteii, bie sich mit ber städtischen Bauordnung besckäftigen soll. Der Vorsitzende schließt die Vers'mmlung mit der Feststellung, M die Besprechung öffentlicher Angelegenheiten der Stabt jedenfalls nie schaden könne, bas habe fr’r Abend bewiesen. Ans Hladt iiild Lai'S. Gießen, 26. Oktober 1905. • • Eine für Fernsprechteilnehmer erwünschte Einrichtung ist nciierbing§ von der Postverwciltung versuchsweise getroffen worden. Danach können Teilnehmer Gespräche im Fernverkehr, die sich täglich oder werktäglich zu derselben Zeit wiederholen sollen, ein für allemal anmelden. Diesen Gesprächen steht indessen ein Vorrang bei der Herstellung der Verbindungen gegenüber anderen Gesprächen gleicher Gattung, die vor der angegebenen Zeit angcmeldet werden, nicht zu. 9(uf die Herstellung der Verbindungen zu einem bestimmten Zeitpunkte kann daher nicht gerechnet wer- den. Wünscht der Teilnehmer ausnahmsweise statt eine? im voraus angemeldeten gewöhnlichen Gesprächs ein dringendes oder, umgekehrt, statt eines im voraus angemeldeten dringenden Gesprächs ein gewöhnliches Gespräch zu führen, so muß er dies an dem betreffenden Tage dem Amte besonders mitteilen. • • Ein interessante? deutsch-französ. Ehe- bündniS ist dieser Tage in Paris geschlossen worden. Der Bräutigam war der Marquis Alfred d'Abrantös, bet Bruder und Erbe deS gleichnamigen Herzogs und der Urenkel jenes tapferen Marschalls Junot des ersten Kaiserreiches, den Napoleon zur HerzogSwürde erhob und dessen Gattin durch ihre Memoiren bekannt geworden ist. Die Braut aber hieß Fraulein von Langsdorfs und gehört einet hessischen Familie an, aus der Philipp Langsdorff altz Darm städtischer Geschäftsträger in London vom Großherzog Ludwig I. 1819 den Freiherrnstand erhielt. Der eigentliche Familienngme der dereinstigen Herzogin von Abrantös lautet indessen Schultze. Von den fünf Töchtern des Freiherrn Philipp von Langsdorff erhielt die jüngste, an Herrn Eugen Fedor Schultze in Wiesbaden verheiratete, 1861 die Erlaubnis, ihren väterlichen Namen und Stand auf ihren Gatten zu übertragen. • • Das Reckt am Lotterie-Gewinn. Mit Soannung erwarten viele täglich die Ziehungsliste der Lotterie. Auch wenn da? Los nur „mit dem Einsatz gezogen" ist, freut man sich. Sind nock mehr Ziehungen zu erwarten, so sendet der Kollekteur ein neues Los: er fügt aber in der Regel hinzu, daß da? neue Los bi? zur Postaufgabe des gezogenen Loses „sein Eigentllm bleibe* unb bittet eventl. um dessen postmendende Rücksendung. Schickt bet Kunde da? Gewinnlos auch nur verspätet ein, so muß er das neue Los ohne Anspruch auf Gewinn herausgeben, wenn es inzwischen gezogen ift. Daraus ist das Reichsgericht zugekommen. Der Kunde war verreist und sandte das Gewinnlos erst am 2. Tage ein. In- zwischen 'var das neue LoS mit 100 000 Mk. gezogen worden. Air benücjben Tage ging bei bem Kunden die Anzeige davon und bie Mitteilung ein, daß das Aiiaehot zurückgezogen werde. Würde bce Kollekteur da? Los nur angeboren haben, so würbe er allerbingk bie Offerte nicht ohne Weiteres haben zurückziehen können. 9lCleta er halte sich ausdrücklich das Eigentuiu vorbehalteir, bas war so zu verstehen, daß er bis zur Postaufgabe de? gezoaenen Loses an sei» Gebot bann nicht gebunden sein wolle, menn inzwischen da? nein Los gezogen werde. Ein anderer Kollekleitr sandte ein Los mit beul ausdrücklichen Vermerk auf der Offerte: „Bis zur Bezahlung bleibt das Los mein Eigentum." Der Kunde war auch verreist, bie Poil 1(1) "3 Gießen gebrachte Kranke kommen. 1(1) 1 (1) 4- 4.5° C. 4- 0.6° C. 1 1 1 2 Es starben an: Tuberkulose Brechdurchfall Masern Krämpfen Lcbeusschwäche Bruchleiden Zusammen 2(1) 4 1 1 1 KD 1 (1) schickte das uos nocti und nun löste der Kunde das LoS ein. Inzwischen war es mit 20 000 Mk. gezogen worden. Der Kollekteur verweigerte Annahme des (Veldes und forderte das Los zurück. Auch dieser Kunde wurde verurteilt, cs herauszugeben. Tas Reichsgericht war der Ansicht, das; auch in diesem Jolle die Offerte er- loschen, sobald das Los mit einem Gewinn gezogen worden. Noch ein dritter Fall ist intcreffant. Oft spielen mehrere ein Los ge- meiuschastlich. Tie Cache ist klar, wenn fic in der einheimischen Lotterie spielen. Bekanntlich ist aber das Spielen in einer auswärtigen Lotterie verboten. Trotzdem wird dadurch der Anspruch aui den Gewinn nicht verwirkt. Tas hat das Reichsgericht wiederholt ausgesprochen. Ein Beklagter spielte mit dem Kläger ein LoS einer ancwärtigen Lotterie, es rourbc mit einem Gewinn von 150 000 Mk. gezogen. Ter Beklagte, der im Besitz des Gewinnloses den Gewinn eingezogen hatte, winde verurteilt, die Hälfte an den mitspielenden Kläger Hera»,Szr,zahlen. Ein Teilnehmer an einem gemeinschaftlichen Spiele in einer auswärtigen Lotterie kann den anderen zwar nicht auf Zahlung des versprochenen Anteilpreises verklagen; das Spielen ist verboten, deshalb ein Verlangen mit’ zuspielen und zu zahlen, unerlaubt; der Richter kann nicht zu einer verbotenen Handlung verurteilen. 9"—- :----1 v ° vom 2.—15. Jahr 2 1 D12/10 ; Erwachsene: im 1. Lebensjahr: Höchste Temperatur am 25. Oktober Niedrigste „ am 25. „ entstand wahrend der Verhandlungen zwischen Bürgermeister und Stadtbaumeisier wegen der Verzögerung der Abrechnung über die Kosten für den Wasserhochbehälterbau mit Gegenüberstellung der Voranschläge. Gine ganze Reihe schriftlicher Aufforderungen hierzu hatte der Stadtbaumeister unbeachtet gelassen. Stegmann betonte, daß das dienstliche Verhalten deS Stadtbaumeisters in dieser Angelegenheit einmal wieder so recht zeige, welch unüberbrückbarer Gegensatz in der Geschäftsführung zwischen ihm und dem Stadtbaumeister bestehe. Während der mehrstündigen Aussprache bemerkte Gemeindcvertreter Baudert, er habe die Ueberzeugung gewonnen, daff die zwischen dem Gemeindevorstand und dem Stadlbaumeister bestehende Disharmonie nicht von heilsainem Einstuff auf die Verwaltungsgeschäfte sein könne und der Gemeinderat daran denken müsse, Abhilfe zu schaffen. Man höre jetzt in der Bürgerschaft aber auch gar zu viele Meteorologische Beobachtungen der Station Greffen. aawechselungsreiche Unterhaltung. „ltu ., auch die beiden Kriegshelden schon seit mehr als 25 Jahren konstatiert werden, an deren Folgen die Mutter und das in Nahrung setzenden Sägemühle bricht nun cme§ Tages Braut =»Seide v. 1.35 ?f. =u> — Zollfrei! — Muster an Jedermann! Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich, Drucksachen aber Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts • Druckerei, Schulstr. 7 PFEIFFER &PiLLERS Kaffee-Essenz in Dosen. Der feinste Kaffeezusatzl Auch In Paketen und In für KQche u. Haushalt praktischen Packungen erhältlichI KAFFEE-ESSENZ stellten Kommode vor. lieber die Ursachen des andanernden des Kurses w ( ber daff nach sever Staatsanleihen i)t der Präsiden t der ReuWbank Tr. Ko c , öcr E.itzung, vne nuu) . toorbtn ^rt criter Stnic grbt er der Vorliebe des P" ;enstück tn unred- für Dividendenvaviere die Schuld daran. Tiefe,Vorliebe *' d.... Jndustriepapiere wird naturgemäß don dem großen, Aw- w e g g e n o m m c n schwuna, in dem sich gegenwärtig Industrie und Handel b-- lmden, . ' m-^nnd- unterstützt Um dem Rückgang unserer Anleihen entgegen-uimrken, . e§ der Verhand- , Einrichtimgen. getroffen, du- es-den .K-Mtalisten erleichtern sollen, ihr Besitz m deutschen^StaatsaNleihen m das Staatsschuldbncb eintragen zu lassen. Sodann ist rwr einiger Zeit eine ausgiebige Knpitals-rhohung „bei der Komglichen See- Handlung in der ausgeivrochrnen Absicht «folgt, dieses stinit dadurch in den Stand zu setzen, den.Kurs unterer An- eihen geeignetenfalls durch LntervrntwnSkause zu^stutzen. Auch sucht dst Seehandlung diese Anlage in unseren Staatsanleihen zu fördern, indem sie den Ankauf biqer Papiere provisionSfrei ausfuhrt. Zur Hebung unserer Anleihen ist auch empfohfest norden, auf gesetzlichem Wege die Sparsasleu ainnweisen, ihre verfügbaren Mittel mehr als bisher in Staatsanleihe anzulegen. Indes stieß diese Anregung im preußischen Herrenhaus auf den Widerspruch mehrerer Oberbürgermeister. Wenn nun auch zu- zugcben ist, daff die Gelder der Sparkassen teilweise oder vm> zugsweise lokalen Zwecken zu dienen haben, so wird dennoch zst erwägen bleiben, ob nickst die Sparkassen durch Gesetz angehaltest werden sollen, einen Teil ihrer Gelder in Inhaberpapieren! besonders in unseren Anleihen anzulegen. Einen kräftigen Erfolg wird man sich von der Wirksamkeit dieser Mittel allerdings! kaum vcrsrrechcu können. Umsomehr wird von Seiten der dazu berufene>i Behörden der Frage, wie sich unser Anleihemarkt in der im nationalen Interesse offenbar erwünschten Weise heben ließe, andauernd die lebhafteste Ausmerksamkeit zugewendet. Märkte. Gicffeu, 26. Okt. Marktbericht. 9htf heutigem WocbenmaE kosteten: Butter pr. W 1.10—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 8-9 Big. 2 Stck. 00-00 Big.. Gänseeier 15—00 Dia., Enteneier 6—7 Psg., Käse pr. Sick. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5—6Big. Erbsen vr.Liter 21 Psg., Linsen vr Liter32 Psg., Taubenpr.PaarO,80-0,90Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1.80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse nr.Pfd. 60—75 Pfg., Ochsenfleisch pr. Md. 7-)—82 Pfg., Kub- und Rindfleisch pr. Mund 70—72 Psg., Schweine- »leisch pr. Pstmd 80—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 94 Psg., Kalbsteiich pr. Pid. 70-80 Psg., Hammelfleisch pr. Pstmd 50—76 Psg. Welsche per Pstmd —Kartoffeln vr. 100 Kg. 5.00—5,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00-6,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aevsel ver Mund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 Mg., Nüsse 100 Stück 30-40 Psg., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 0.07—0.10 Mk. Marktzcit 8—2 Uhr. Limburg a. d. L., 25. Olt. Fruchtmarkt. Durch» schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.50 TIL, weißer Wetzen 00 00 Mk., Korn Mk. 11.60, Gerste 00.00 Mk., Haler, alter, 7.56 Mk., neuer 0.00 Alk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Alk. Wölljkiltlit kMkMt htr TodesM inber Slnbt ®ie§rn 33. Woche. Vom 13. August bis 19. August 190o. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 linkt. 1600 Mann Militär)j Sterblichkeitsziffer: 20,41 nach Slbzug von 3 Ortsfremden: 14,84 %». 0 Kinder Kerichtslaal. Posen, 24. Oft. Tas Kriegsgericht verurteilte den Leutnant von Leckow vom 56. Fusartillerie-Negt.. der am L Okt. in Lissa den Hausdiener Resch nachtS bei einem Renkontre getötet hatte, zu drei Wochen und einem Tage Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung. L y ck, 23. Oktober. Die des © a 11 e n m o rdes angeklagte Wfttwe des Kausmamts Manco wurde, da die Geschworenen dis Schuldsrage verneinten, vom hiesigen Schwurgericht srerge- p r o ch e it. Eine eigenartige Lücke ist im Bürgerlichen Gesetzbuch entdeckt worden. Wird nämlich von enter tjrau, die sich n a ch A u s l ö s u tt g derEhe w i e d e r v e r h e t r a t e t bat, ein Kind geboren, so gilt das Kind, wenn es innerhalb ■270 Tagen nach Auflösung der früheren Ehe geboren wird, als Kind des ersten Mannes, wenn es später geboren wird, als Kind des zweiten Mannes. Nehmen wir nun an, das; die Ehe geschieden wurde und der erste Mann wegen langer Abwesenheit, unbekannt wo gar nicht der Erzeuger sein kann, so kann der Fall emtreten, das; das Kind als solches des ersten Mannes gilt, während es vom zweiten Manne erzeugt ist. Ta im Fragefall eine Anfechtung der Ehelichkeit des Kindes, ztt der mir der erste Mann mittels Klage betagt ist, ausgeschlossen ist, so fehlt es an einem Mittel, das Kind rechtlich zu einem ehelichen Kinde des Erzeugers zu stempeln. Allein auf dem Wege der Annahme an Kindesstatt kann hter geholfen werden. Htniversttäts-Nachrichfen. — Ter Provinzialscbulrat bei dem Provinzialschulkollegim^ zu Münster i. W. und Direktor der Wissenschaftlichen P^üsU üugskommission daselbst Dr. Paul Caner ist zum ordentlichen! Honorarprofessor in der Plfflosopbstchen und Naturnnsienschafv- lieben Fakultät der dortigen Universität ernannt worden — TenJ Privatdozenten in der Philosophischen Fakultät der Papern“1]; 3it Berlin Dr. Friedrich Franz Martens tst das Pradtkast Professor" beigelegt worden. — Der Oberbibliothekar an der! Königlichen Bibliothek Prof. Dr. Ludwig Stern ist zum M- teilungsdirektor an der Königlichen Mbltothek m Berlin a> nannt worden. Gallensteinen _______ Summe 11 (8) 3 (3) o . Anm.: Tie in Klamment gesetzten Ziffern geben an, wie otei der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach r. .. ' Kind zugrunde gingen. wegen geringfügiger Lohndifferenzen em Streik aus. ~>ic * Das Budget für den Harem des türkischen beiden Veteranen, die bis dato mit ihren Einkünften durchaus beläuft sich auf die nicht unbeträchtliche Summe zufrieden waren und auch ihren Familien ein sorgenloses ! go Millionen Mark jährlich. Etwa 100 Frauen scheiden Leben bereiten konnten, werden von Streikposten, welcge die . au§, um sich zu verheiraten, tvobei dann jede „organisierten" Arbeiter und qualifizierten Sozialdemokraten l Mitgift von 150000 Mark erhält, aber doch sind nie aufgestellt haben, unter den wohlklingendsten, überzeugendsten I a(g zoo Frauen in dem Harem. Jeder und scheinbar auch zu verwirklichenden Versprechungen oon yCQmt’e |trcßt danach, seine Tochter in den Harem zu bringen, ihrem Vorhaben, ihrer Arbeit nach wie vor nachzugehen, sehr L nn . bc e>can ^at ^hn Dienerinnen, einen Wagen mit vier energisch abqehalten. Durch ihr Fernbleiben von der Arbeit m- ben unb übcrbieS die Möglichkeit, Einfluß auf den Sultan haben nun diese beiden bisher monarchischen Mitglieder sozial- gewinnen. demokratischen Zielen und Bestrebungen gehuldigt, stnd — । Neihe^ der Sozialdemokratie eingerückt und haben si» baJgaiiM und Verkehr. Dolkswirlschast. durch auf Grund der Vereinsstatuten die fernere Mitgliedschaft ReiKsbank. Am 4. November wird in Bensheim des KriegeroeremS verwirkt. So werden die Helden oon eine von der Reichsbankstelle tu ^armftabt abbängtge Retchsbank- J R7f)/71 ,,atcrlandslosen" Gesellen ge- Nebenstelle mit Kasseneinrlchsimg und beschranktem Giroverkehr er- 1865 und 1870/71 zu wvatcLianD5iO]cn ge --.Werden Wechsel auf Bensheim und den Nachbarort Auer- fiempeltl hach, welche nach dem 3. November fällig werden, kaust ine .. ..... ~ Neicksbank von jetzt ab an vrrnrni-cLLeS. Früher I. Kurz u. Co., letzt Barn ch Stra u Tas ’ ... unter der Firma Albert Kaiffmann Nachfolger I. Kurz u. Co. 'Bürgermeister und Stadtbaumeister. x)m in Gieffen betriebene Bankgeschäft hat Herrn Jul. Kurz Gemeinderat der thür. Stadt Apolda kam es zu unlieb- die in Marburg und Franffurt a M. domiellierende Firma f«nu-H Aus°inand°rs° hu Hfl en, bei denen Erster iXtaJ Bürgermeister Stegmann und Stadtbaume.ster Meyer stark ^^ovemvor und Fortführimg der GeUäfte der- beteiligt waren. Dazu kam noch, daß der wichtige Akten- ^hen eine Niederlassung seines Bankgeschäftes. Zur Vertretung band zu dem aeheimen Beratungsgegenstand: „Nichtig-! neuen Firma sind als Inhaber berechtigt die Herren Baruch spr-chun-, dor Waffc-workskafl- 1903« °nS bem ”««tofienen ggu|, Gemeinderatszimmer auf imerklailiche Weise abhanden ge- Wendel^und Albcrt Frank, denen zu diesem Ztvecke Prokura kommen war und trotz allen Suchen? verschwunden olicD.i Erst später fand sich da? Aktenstück in einer verschloßenen^ 3llTn Kursrückgang unser er S t a a t s a nie i h en. Schiiblade einer im Bauamt ausgestellten Kommode vor. Bürgermeister Stegmann erklärte in t den gegebenen Umständen dieses Aktenstück in licher und unehrlicher Absicht aus dem ver schlossenen Gemeinderatssaale i und in das Versteck gelegt worden sei, um lung zu entziehen. Um in der Oeffentlichkeit aber nicht cm Mißtrauen auskommen zu lassen, beantragte er diese Ange- segenheit öffentlich zu verbandeln. Hierbei stellte sich heraus, daß beim Bau des Wasserhochbehälters Nebenarbeiten, wie Wafferzukeitung zur Bauausführiing, Kanalisation-- und Ausschachtungsarbeiten :c. sehr beträchtliche Uederschreitungen entstanden waren. Eine unangenehme AuSemandersetzung [X, 26. Moder 1905. teilnf fimer ernMÄl t der PostverwaltiMü w- ’ a5) Fonncn Teilnehmern ffiqlicfi ober xtttlfi* , ein für allemal anmcltz in Vorrang bei der st- ,üfier anderen ®efo^ iraebcnen Zeit angemel ' l,,ng der Verbindungen r daher nick gerechnet wr nahmsweise statt eine? p Gesprächs ein tan^ aus angemeldeten W dem Amt- b-l«dnS i; ”or "• ® «freb b'Slbr«"1^,, 'reihknnstmd L Jite, >ikSd°d-» w b „„jije Jlaincn l,ni,S ssfes**? e,.8 etil al" 6 föoM fl Verein, 'fSä*6**' '« sttif keV®'.®1"!»! «n 'S* St?| - SM SZ 5- £Cft,'on äuwidar genommen für bie % .Md Stevlmlkch w'.e sich der Moe!. E. Cs wird von einen 'ft bQB her erife ^ft fln, Reklame für die Ware q» e 'nen in Gießen neben moS früher iindenkbar gt. m ivreting Vormittag ihrer pie ffonhirreni der etnv Wft nicht ruinieren tviit, ■fier zu bejahen, sss hni^ fit etwa der Mittelstand abgekauft habe, sondern d mden Leuten bestanden, fi: legenheit aarnicht fiei^-iF- rten sich dahin, es sei ff nenz macke. Ta mitgel--'1 chhandels für Rechnung k , wird ein Beschluß nifr u§ her Weriammluw m: 9?emmmfung afaufyiltr ng btfääftigtn soll. T mit der Feststelftm^, eiten der Stetot d bewiesen. uetvvivi™.* - — Aber Eigentum und das Klagen auf das Bauamt häilfcn. Zuletzt bervilligtc Pli teigen tu m an einem Lose einer auswärtigen Lotterie kann EZemeinderat die beim Wasscrhochbehälterbau entstandene : man erwerben; das versiotzt nicht gegen das Gesetz. Jeder .. Milspielende hat deshalb einen Anspriich auf anteiligen Gewinn, ucocqcqrcmmg. . Ter Spieler, der vielleicht zufällig im Besitz des Loses ist und den! Tenjentgen, die nicht alle werden, nili Gewinn eiugeaogen bat, kann sich nicht darauf berufen, das; das nach dem Beispiel der spanischen Schatzgräber jetzt auch ; Spielen in einer auswärtigen Lotterie verboten sei und der andere ein Dr. ö. M. Mc. Carthy in London, 324 Mile End deshalb keinen Anspruch auf Gewinn habe, weil das Spielen Road, Gelegenheit geben, ihr Geld loszuwerdcn. Wie näm- : verboten sei. Civil- und Strafrecht stehen in Widerspruch. In voni Lchwarrwald berichtet wird, bietet der Schwindler ' der Regel kann man Eigentum aus Grund einer strafbaren Handlung cin Amulett als' „Scclenmineral^ an, durch das man mit nicht erwerben. irgend jemand eine Sc e le n v e r wa n d t s ch a f t Her- Gr il n berg, 23. Okt. Cm heitcreS Stückchen Hellen könne Es heißt dann in seinem Brief: „Durch ein spielte sich kürzlich auf unserem Bahnhof ab. Kam da ein Geheimnis, da-? nur den Seelenverwandten bekannt gegeben Vogelsberger Bauersmann mit dem Zuge an und wollte nach werden darf, können Sie ohne weiteres mit jedem Seelcn- Grünberg. Er lief auf dem Bahnhof hin und her, fand aber verwandten in Verbindung treten. Sie finden mühelos den keinen Ausgang. Dies wurde von einigen Leuten vom Fenster Weg zum Glück, zum Reichtum, xum Erfolg, zu Ansehen des Wartesaals auS gesehen und sie riefen dem Ratlosen zu, und Macht und Liebe! Um in die Seclenverwandtschaft wo er hinwolle. Als ihm auf die Antwort ,Ei nach Grün- einzutreten sind nur einmal ^hn Mark als Einberg- der Bescheid wurde ,Da seid Ihr ja", fragte er: ,Wo FünfmarM)cinen mit Ihrem Namen und kommt mer da rem?" .Hier", sagte der Bahnhowwirt, wo- Dresse ^cr Brief muß mit 23 Pfg. Porto frankiert werden rauf sich der gute Mann anschickte, durchs Fenster 'n den wiegen!) Die Seclenverwandtschaft Wartesaal zu klettern. Als ihm dies mit hilfereicher Unter- ermöglicht ein Eindringen des Geistes in die Seele des stützung gelungen war und er sich nun im Wartesaal befand, andern nnb Sie können mit Ihren Freunden, eben durch das meinte er: »Jetzt sein aich hie, wie komm ich aber Seelcn-Amulett, selbst über viele Kilometer lange Strecken wieder naus?" (Gr. Anz.) in Verbindung bleiben! Das Seelen-AMulett schützt den ••Oluf, d-,n Sckilikerland 24 Okt Wie die K-rank- der sich davon überzeugt hat, vor jebetn bösen Ctnstuff furtW miiteKt ^ ^«r'ei^Biienbalin^t Fulda m seiner letzten Sitzung auf alle früheren Projekte ^i^^e Wer sich schnell entschließt, wird es nicht bereuen! wegen Schwierigkeiten verzichtet und strebt setzt den $oii galten Sie jedoch gerade nicht im Besitze des Eintrittseiner neuen Linie an, die sich durch das Fulda- und Feldes sein, so tun Sie gewiß kein Unrecht, sich für eine Lüdertal zieht, die halbe KreiSgrcnze bestreicht, das jg michtige Sache das Geld von einem Freunde zu borgen!" Schlitzerland erschließt und durch den Vogelsberg nach — Ta Mr. Carthjl jedenfalls nicht nur in Baden, sondern Freiensteinau geht. auch anderwärts Dumme sucht, sei hternut ausdrücklich ? Aus dem Scheldetal, 23. Okt. Mit großem vor ihm gewarnt . T ,. 2 Interesse sieht man der direkten Verbindung unseres Dre Banditert Bandstraßen und rn cnt- Scheldetales mit der Hauptbahn Gleßen-Deutz ^Anen Wohnungen zu rauben. Aus Sevilla wird ge- entgegen. Man hat alsdann nicht mehr nötig, um beqpiel§- meibct, daß dort eine große Aufregung herrscht, weil eine weise nach Gießen zu gelangen, vorerst die Sackbahn Ober- howaffnete Bande von 5—7 Mann aufgetaucht ist, die im scheld-Dillenburg zu benutzen. Bei dem an der Hauptbahn Zentrum der Stadt, oft am Hellen Tage, operiert. Ein gelegenen großen Dorfe Niederscheld ist eine Unterführung Kaufmann, der im Eredit Lyonnais einen Wechsel über in der Weise in Aussicht genommen, daß der Bahnsteig für 5000 Pesetas eingclöft hatte nmrde von Banditen dieser die Äiiae der Richtung Dillenburg-Deutz links vorn Durch- Summe beraubt. Mali glaubt, die Negierung wird zur «an, unter her H.«pib°hn, der Bahnsteig für bie 3ü3e na J beä KSWÄÄ ber ^'blk°ruug Hehler unb H°lf-rshrlfer brr eine Blockstaiion verbunden werden, um die Bahnhöfe Dillen- , Der schlechte Zahn. In Erfurt starb vor einigen bürg und Herborn zu entlasten. Tagen in einem Krankenhause eine junge Frau an den Kassel, 24. Oft. In dem unweit von Kassel gelegenen ry0(qcn cjner Blutvergiftung. Die eigentliche Ursache war kurhessischen Dorfe Ob erkaufungen leben zwei Veteranen ^'eitrig? Entzündung einc§ fauligen Zahnes, aus den Feldzügen von 1866 und 1870/71, die einerseits wochenlanger rasender Schmerzen konnte sich die Frau das Glück gehabt haben, unversehrt zu den Ihrigen vorn ! entschließen, den Zahn entfernen zu lassen, da sie in Schlachtfelde zurückzukehren, andererseits aber genötigt sind, ft Aberglauben befangen war, daß bei Schwangerschaf noch in ihren alten Tagen im Schweiße ihres Angesichts ols ft^^ ^hnoperation gefährlich und deshalb zu unterlassen sei. Sägemüller ihr Brot zu verdienen. Diese^ beiden suchen und I bie Unmöglichkeit, ihren Mund zu öffnen, infolge finden schon seit ca. 30 Jahren in den Vereinsabenden und DZeitcrverbreitung der Eiterung, zwang sie, ärztliche Hilfe in Veranstaltungen des Kriegervereins in dem betreffenden Orte Anspriich zu nehmen. Die Beseitigung der Ursache kam zu Unter den Arbeitern der unb e5 milg|e nach kurzer Beobachtung Blutvergiftung Oktober 1905. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 2»s 750,4 4- 4,0 4.9 80 NW 2 Ved. Himmel 25. 9“ 751,9 4- 1,2 4,7 94 N 2 Klarer Himmel 26. 754,7 -0,9 4,0 92 N 2 •j Bekanntmachung, die Bedienung der Rückstauverschlüffe betreffend. Unter Hinweis auf § 18 Absatz 2 der Polizeiverordnung vom 1. August 1901, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation betreffend, welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesitzer, welche ihre Grundstücke an die Neukanalisation bereits angel chloffen haben, daraus aufmerksam, daß am 26. 27. und 28. Oktober d. eine Spülung sämtlicher städt. Straßcnkauäle vorgenommeu wrrd. Gießen, den 23. Oktober 1905. _ __B’6/io Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. «ter Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und die richtige Handhabung des Verschlusses ^orge zu tragen und ist allein für alle, durch etwaigen Rückstau des Sielwatzers hervorgerufene Schäden verantwortlich. Die Verschlüsse sind so anzubringen, daß sie jeder Zeit, auch bei Rückstau zugänglich sind und bequem gehandhabt werden können. _______________________ Bekanntmachung. Betrifft: Felbbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier: ben zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 26. Oktober 1905. Grvßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betrifft: Wie oben. Samstag den 28. Oktober d. I. findet die Ueberwessung der Trsatzgruitdslücke bezüglich der neu zugeteilten Gewanne 31, 32, 34 und 35 in Flur XX in dem zur Feldbereinigung Gießen rechts der Lahn zugezogenen Heuchelheimer Gemarkungsteil an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr am Bahnhof Heuchelhenn. Die Uebermelsung erfolgt vorbehaltlich der im Termin bekannt gebenden weiteren Bedingungen unter folgenden: 1. Meliorationsarbeiten können aus den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen roerben. 2. Eigenlumsveräiiberungen, bie infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen unb Gräben unb bergt, innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müßen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- unb Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitäts- werl vergütet bezw. zugeschrieben. B26/)0 Friedberg, den 21. Oktober 1905. Der Großherzogl. Feldbcreinigungskommiffär: gez. Spanier, Krelsamliiiann.________________ ArbeLtsvergebnng. Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen für den inneren Ausbau des Martuspfarrhauseö ander Kirchstraße sollen vergeben werden und zwar: , . _ „ , . 1. Entwässcrungsarbelten und Wasserleitung 2. Gasleitung 3. Eleklr. Licht und Klingelanlage 4, Weißbinderarbeiten (im Innern und Aenßern) 5. Schreinerarbeiten 6. (SUnerarbeiten 7. Schlosset arbeiten 8. Tapezicrarveilen 9. Deren und Herdlieferung. Ferner soll vergeben werden: Die Entwässerung des Gemeindehauses au der Kirchstraße. Voranschläge und Bedingungen können auf dem Bureau des Herrn Architekten Stein wahrend der Bureauuunden eingesehen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind dem Unterzeich- .neten bis zum Samstag den 2#. o. M. einzureichen. Bl4/l0 Gießen, den 13. Oktober 1905. Der Evangelische Gesamtkirchenvorstand Dr. Naumannn. habcn wir ein wirk-d**f auktionierendes E^lsv/DColitL lieh tadelloses unter mÜ C4E till41 w neu verbessertes Christbaum™G©^äut eu dem billigen Preise von nur Mk. 1.00, Porto 20 Pffl. extra. Dieses OelZLut ersetzt Jegliche Spitze und ist dasselbe, weil es aus vielfarbigen Metallen geliefert wird, ein wirk Hoher Prachtschmuck jedes Weihnachts- baume-'. 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