Sfs & I L K > G t: S 155» Jahrgang (-u.Sietn* bruderri. 0t fiange, Rzbafrtcn, Vxvebttum und Trutretet: G-otstraße 7. ßlbresse lür DevefcHeiN Anzeiger (Stcfctu. ffern1pr<-d)antd)lu6 ')h 51 Samstag 27. Mai 1905 VezagDprei-, monatlich 75 Bl.. DterteU ’w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährlich Ml. 6.20, durch vlbbole- u. Zweigstellen monalhcb 65 Pt.. durch die Post Att 2.— viertel- jährt auSichl. Bestellg. vinQhm< om Hnjcb-e» ii v,e Zt b8r-fi'♦r.tet •3 do mittiql J ^Jix. 'ennrerS: ..f,u ‘U'3fw oj-trodrtl "4 3*J. " «»antwort’a» |j*T den doht und C ,d. u teil P. Wrttroi für ,Stadt und Land* und ß\end)t^aar: 91 u au ft Goetz, lür den 9ln» ^etaenietl Han- Beck ^ie l-cniige Mrrnmer urnfaßt 18. _____________ÜHSLSSI'. ....... !»• ■. ■■■1L—2L"" Zur Reise des Königs von Spanien. In Paris staben, wie wir bereits berichteten, merkwürdige Protestkundgebungen der Sozialdemokraten über den bevorstehenden Aufenthalt deZ spanischen Königs in Paris stattgefnnden. Pariser Blättern zufolge verhaftete die Polizei sieben du9 Spanien eingetroffene Anarchisten; fünf derselben weigern sich, über den Zweck ihrer Reise Auskunft zu geben; zwei von ihnen sollen jedoch erklärt staben, daß sie durch das LoS dazu bestimmt worden seien, einen Anschlag gegen das Leben des Königs Alfons auszufüstrcn, sie feien jedoch froh, daß man sie verhaftet habe, weil sie nicht den Mut fühlten, die ihnen übertragene furchtbare Aufgabe auSzuführen. Der Beschluß der Revolutionäre in Paris, bei der Ankunft des Königs von Spanien feindselige Kundgebungen zu veranstalten, hat in maßgebenden Kreisen Beunruhigung stervorgerufen. Verschiedene Zeitungen fordern die französische Regierung auf, energische Maßnahmen zur Verhinderung der angekündigten Demonstrationen zu treffen. Rach den auS London gemeldeten Nachrichten wird dort für den bevorstehenden Besuch des Königs von Spanien ein außerordentlich reichhaltiges Programm ausgearbeitet. ES bandelt sich um die erste Auslandsreise des jungen Herrschers, und daß sie dem Inselreiche gilt, ist ebenso bemerkenswert, wie die Dauer deS Aufenthalts auf englischem Boden. Es sind volle zwei Wochen in Aussicht genommen. Besondere Anlässe staben ihr besonderes Recht, und ein Zweifel über die Besonderheit der Englandsfahrt des Königs Alfons ist kaum noch am Platze. Der jüngste, durchaus familiär gehaltene Besuch der Königin von England in Spanien, und der Umstand, daß König Eduard an dem Programm für den Empfang und Aufenthalt des spanischen GafteS bestimmend mitwirkt, laffen erkennen, daß man in König AlfonS nicht sowohl den befreundeten Regenten, als vielmehr den zukünftigen Verwandten begrüßen wird. Der an die Englandsastrt sich anschließende Besuch König AlfonS in Frankreich ist nicht auf so lange Dauer berechnet, und dasselbe gilt von den nächstdem geplanten Visiten an den Höfen in Berlin und Wien. Hier handelt es sich lediglich um repräsentative Kundgebungen. Dom deutschen Flottenverein. Stuttgart, 26. Mai. (W. B.) Iw königl. Schlosse /and gestern Hostasel statt, zu welcher geladen waren: die Mitglieder der königl. Familie, die Hofstaaten, der preust. und der bayerische Gesandte, die Mitglieder des Staats- ^ninisteriums, der kommandierende General des 12. Armeekorps, der Kommandant von Stuttgart, die Mitglieder des Präsidiums des deutschen Flottenvereins, sowie der geschäftsführende Ausschuß des württembergischeu Landesverbandes des deutschen Flottenvereins. Während der .Tafel brachte der König folgenden Drinkspruch aus: „Mit Freuden folge ich dem Bedürfnis, Sie alle, meine Herren, die Vertreter des Präsidiums des deutschen Flottenvereins, herzlich zu begrüßen. In den verschiedenen deutschen Hauptstädten, in welchen der Flottenverein bis jetzt getagt hat, hat er warme herzliche Aufnahme gefunden, und es wurde J'bnen der Beweis erbracht, daß rn allen Gauen Deutschlands ein reges Interesse sür die Bestrebungen des Vereins besteht. In den kommenden Tagen werden Sie sich davon überzeugen, welch' treue, ja begeisterte Anhänger Ihre Sache im Schwabenlande hat. Ich an deren Sitze heiße Sie daher von Herzen willkommen, bin ich doch so lebhaft wie einer überzeugt, daß eine starke Wehr zur See eine unabweisliche Notwendigkeit für unser Vaterland ist. So begleiten denn meine besten Wünsche Ihre Beratungen. Wie sehr S. M. der Kaiser von derselben Anschauung durchdrungen ist, von dem Bewußtsein, daß ohne eine tatkräftige Flotte es undenkbar ist, unsere Stellung im Kreise der Mächte zu behaupten, deutschen überseeischem Unternehmungsgeist zum Schutze und um den Weltfrieden zu bewahren, wissen wir alle Seine Marine ist dem Kaiser besonders fest ans Herz gewachsen. Ich kann somit nicht besser die Gefühle rum Ausdruck bringen, die uns alle beseelen, als indem wir das erste Wort und Glas dieser Tagung Seiner Majestät weihen. Ms voller Seele lade ich Sie nunmehr ein, in den Ruf einzustimmen: Seme Majestät der Kaiser hoch, hoch, hoch!" Der Pröktdent de-- beutftfien Flottenvereins Fürst zn Salm-Horst mar dankte hierauf im Namen des Präsidiums und brachte ein Hoch auf den König aus. deutsches Reich. Berlin 28. Mai. Die .Germania" erfährt: Auf An- orbnung de? Papstes werde sich ein- eigene Gesand. schast von Rom nach Berlin begeben, um dem kaiserlichen Hofe die Glückwünsche des Papstes zu der Hochzeit des Kronprinzen darzubringen. , Schwerin, 26. Mai. Der Kronprinz traf heute nachmittag 4’/2 Uhr, von Berlin kommend, stier ein, und wurde am Bahnhöfe vom Großherzog und von der (rroß- Herzogin-Mutter, der Herzogin Cecilie und dem Herzog Adolf Friedrich empfangen. Nach herzlicher Begrüßung be- mben sich die Fürstlichkeiten zum Schlosse, wo der Kronprinz iür die Tage der Adschiedsseierlichkeiten zu Ehren der Herzogin tecilie Wohnung nimmt. Würz bürg, 26. Mai. Die Königin-Witwe Margherita von Italien, welche seit vorgestern abend ineognito im Hotel „Kronprinz" weilte, ist heute morgen gegen 11 Uhr nach München per 9(ntomobil weitergefahren. Keer und K olke. Berlin, 26. Mai. Der „Reichsmiz." veröffentlicht die Ver- teibnng des Verdienstordens der preußischen Krone an den General der .GntmUrrie und Generalin spellen r hzr Kan"llerie (V-bfar v>'N Mr Planitz: ferner die Verl'fama des Sterns zum Rot-n Adlerovdcn zweiter Klasse mit Eichenlaub, an den Itnterfhrnt^ sekretär im Finanzmintstmnum Dom^ois, siwi'e des Rotrn Ad^erovdens zweiter Klasse mir Eiebcnlaub an den Generalmajor z. D. Protzen in W esbadm, b^her K^mm"ndont non Glngcru. Stuttgart, 26. M^i. K"in el-rendm Grdä-üirnis des Generals d"r Insintrnfe v. Wölkern hat fa^ K^nfa a^ae- ortmet, daß d'e ^ffi^irre und Beamten des württembergtschen Armeekorps drei Tage Trauer anleaen. Kiel, 26. Mai. Prinz Heinr'ch hon m?enßen begab sieb mittag zur Teilnabme an trer Hai'vtversummlung des Deutschen K-l o t t e n v e r e i n s nach Stn^aart. Nnskand. London, 26. Mai. In Beantwortung einer Anfrage bezüglich des Titels „König" als Bezeichnung für den Herrscher von Afghanistan im englisch - afghanischen Abkommen erklärt Brodrick im UnteihauS, der Titel „König" sei vom verstorbenen Emir geführt und niemals in Frage gestellt worden. Seine Anwendung macht keinen Unterschied in den Beziehungen Afghanistans zu den auswärtigen Mächten, soweit sie die englischen Uebereinkommen mit dem Emir betreffen. Paris, 26. Mai. In der Vormittagssitzlmg der Kanuner wird der Gesetzentwurf, betreffend Abänderung der Einfuhrzölle auf Seide weiterberaten. Bei Titel „reine Seidengewebe" spricht sich Abg. Puech (soz.-rad.) gegen die beabsichtigte Zollerhöhung aus, unter welcher die blühende Seidenindustrie Frankreichs derart leiden würde, daß es zu einer wirtschaftlichen Krisis kommen könne. Redner empfiehlt, mit der Schweiz in Unterhandlungen einzutreten. Abgeord. Rajon (rnb. Np.) wendet sich gegen die Zwischenhändler, durch welche die Preise gesteigert wurden. Die Weiterberatung der Zotlerhöhungen wird auf den 7. Juni vertagt. — Der Senat nahm einstimmig den Gesetzentwurf, betreffend einen Kredit von 17 000 Frcs. zur Teilnahme deS Unterrichtsministeriums an der internationalen Ausstellung in München, an. — Die Kammer hat die französisch-spanische Konvention, durch die der Ausbau von drei Eisenbahnlinien durch die Pyrenäen ermächtigt wird, angenommen. Madrid, 26. Mai. Unter den Vorlagen, die mit Genehmigung des Königs den Cortes unterbreitet werden sollen, befindet sich eine solche, betreffend die Neubildung der Flotte. Es sollen acht Panzerschiffe von je 14 000 Tonnen, fünf gepanzerte Kreuzer und eine Anzahl anderer Schiffe gebaut werden. Petersburg, 26. Mai. Wie die Petersburger Tele- graphen-Agentur aus Tschita meldet, ist Prinz Friedrich Leopold von Preußen dort eingetroffen. Stockholm, 26. Mai. Der König hat heute die Negierung wieder übernommen. Dakar (Senegambien), 26. Mai. Laut einem Telegramm aus Podor wurde der französische Regierungskommissar für Mauretanien, Coppolant, am 12. Mastin Tidjiksa von einer Schar rebellischer Mauren ermordet. Die Mauren wurden verfolgt und verloren vier Mann. Konstantinopel, 25. Mai. Der rumänische Gesandte hat im Pildis mitgeteilt, die rumänische Regierung habe beschlossen, auS Dankbarkeit für da§ beständige Wohlwollen deS Sultans gegenüber den Kutzowalschen in Constanze! eine monumentale Moschee zu erbauen. Diese Mitteilung machte einen ausgezeichneten Eindruck. (Kein Wunder!) Jer Kriesi. Tie russische Flotte. Das Gerücht von einer Seeschlacht war falsch. Wie es scheint, teilte Admiral Roschdjestwenski die Flotte. Siebzehn russische Schiffe ankerten auf der Höhe der Serddleinseln. Vielleicht haben sie dort Kohlen genommen, nm nordwärts weiterzusahren. Wir erhalten folgende Nachrichten über die Bewegungen der russischen Schiffe: Shanghai, 26. Mai. Die gestern nacht eingetroffenen Dampfer „Wladimir" und „Livonia" sowie vier weitere zum baltischen Geschwader gehörige Transportschiffe liegen noch bei Wusung vor Anker. Shanghai, 26. Mai. Die russischen Schiffe „Wla- d i m i r", „Vorne j", „I a r o s l a w", „M e t e o r" und „C u r o n i a" gingen auf der Höhe von Shanghai vor Anker. Es wird berichtet, daß mehrere russische Kriegsschiffe auf der Höhe der Saddleinseln angekommen sind. Shanghai, 26. Mai. Die „North China Gazette" meldet, daß der heute von Nagasaki eingetrosfene Dampfer „Ben Dorlich" gestern abend V26 Uhr zwei russische Kreuzer passierte. Letztere dam-ften mit VvUtrasl ostwärts. Zwischen Tschifu und Shanghai. London, 26. Mai. Die grojc Nordist-> Telogravbengestll» schäft gibt bekannt, daß das K^bel ’.nrifcfr'n Tschifu und Shanghai unterbrochen ist. Der Verkehr über die Unterbrechnngsstellev hinaos werde ÖW die chinesischen Landltnien geleitet. Tschisu, 26. Mai. Weiter.) erchng Befehl, daß alte fantte einaetr^fsenen japanischen Damnser bis auf weitere Anordnung hier z n r ü ck a e h a l t e n werden. Ein anfgegriffcner Kohlentranbport. Nagasaki, '26. Mai. Neu.er.) Drei englische Dampfer mit Kohlen sür Honok na l^k'iwir.t, wurden auf Befehl der Negierung in M oji an gehalten. Irrsinnige russische Soldaten. Der von den Nass n g^-'^r'erte Dam.vser ..Whampoa" verläßt am 27. d. M. mit im Krieg irrsinnig gewordenen Soldaten Shanghai, um die Unglücklicl^n nach Odessa zu bringen. Die französische Wachsamkeit. Varis, 26. Mai. In dem heute abgehaltenen Ministerrate, gab der Marineminister Thomson bekannt, daß er ein zweites Geschwader für den Schutz von I n d 0 ch i n a in Vorbereitung gebracht habe. Dieses Geschwader werde im August an seinen Ve- s!imm"na^art abgehen. Es hat dieselbe Ii'sammensetzung wie bte erste Staffel, die im letzten Jahre ausgeschielt wurde, das heißt, es besteht aus zwei Unterseebooten, vier Torpedowachtbooten, die in der Mündung des Saigvnfluss.'s nützlich zu verwenden sind, und ans sechs Torvedobooten erster Klasse. Man berechnet die Zeit der Ankunft dieser Schiffe in Saigon auf Anfang November. Japanische Finanzen. T 0 k i 0,26. Mai. (Reiner ) Dar^n K o m u r a , der Minister des Wurmartigen, und der Fjnanzmim'ster Baron S 0 n ö sprachen heute in der Genossenschaft d s Abrechmingshauses. Baron Ko- mura sagte, die finanzielle Leistungsfähigkeit Japans habe die Welt vollkommen überrascht. Er wäre erfreut, daß Japan außer der Stärke aur dem Schlachtfelde solche Finanz- und Produktivsahigleit gezeigt hätte. Der Krieg würde lange bauern, und er vertraue sehr auf die Geschäftswelt, daß sie Iiapan ermöglichen werde, seine Absicht durchzuführem Nach) dem Kriege, wo sich {tröfiere Aussichten für das Land eröffneten, erwarte er, daß die Handelsinteressenten ihr Aenßerst-es tun würden, um den Handel weiter auszudebnen und zu entwickeln. Er rechne auf das Zuströmen fremd n Kapitals nach dem Kriege und empfehle der Versammlung dasselbe zu erleichtern, indem sie sich^bemühten, Vertrauen zu dem Lande zu erwecken. Finanzminister Baron Souö dankte den Finanz- mib Handelsinteressenten für den großen Beistand bei der Beschaffung der Geldmittel für den Krieg. Ein russischer Schiffskauf. Der „Corriere della Sera" in Mailand, erhält eine besonders Inwrmation aus Sofia, daß Rußland von Argentinien vier Panzerkreuzer und drei Hochseetorpedos kaufte, wobei Bulgarien als Strohmann diente. Alle diese Schiffe hätten bereits argentinische Haien in voller Ausrüstung und verproviantiert verlaßen, um unter bulgarischer Flagge, aber mit argentinischer Bcktnanmmg über Neuguinea nach Wladiwostok zu fahre», wo die Uebergabe an Rußland ftattfinbet. Argentinien habe anfänglich Verhandlungen mit Rußland verweigert und erst eiugewMigt, als Bulgariei^ offiziell als Käufer auftrat. Für feine Vermittlung erhalte Bulgarien Eüenbahn-Vollmaterial von Rußland im Werte von Fr. 18,600,000. Ein internationaler Hwifchenfall sei ausgeschlossen, da Argenlinien beim Ausbruch bcs Krieges den Pan^ zerkreuzer „Nißhm-Kasuga" an Japan verkaufte. -EL■■■!'■ -----■■■■■■■!■ । K Aus Stadt und Laad. Gießen, 27. Mai 1905. ** Kun st verein. Von den seit acht Tagen ausgestellten Willr oid erschen Werken sind bis jetzt zwei Gemälde, „Abend an der Günz" und „Nach dem Negersi^ angekauft worden. Das erste bleibt hier; das andere geht in D-armstädter Privatbesitz über. •• Die Vorarbeiten zu dem Feuerwehr- Stiftungsfest am 15. bis 17. Juli sind, so teilt man uns mit, in den letzten Tagen wacker vorangeschritten. Die Sympathie, welche die beiden Wehren in der Bürgerschaft genießen, erleichtern die Beratungen und Beschlüße in erfreulicher Weise. Die EinzelauSschuß-Sitzungen werden von den Mitgliedern vollzählig besucht und daß Interesse an der Sache wächst immer mehr. Die Besprechung mit den hiesigen Gesangvereinen verlief ohne Debatte; einstimmig stellten sich sämtliche Vereine dem Festausschuß zu Vorträgen von Gesamtchören zur Verfügung, unb Herr Franz Bauer wurde einstimmig zum Dirigenten erwählt. Auch die hiesige Turner» schäft beschloß, dem Wunsche des Festausschußes bereitwilligst nachzukommen, und es werden am zweiten Festtage besondere turnerische Aufführungen geboten werden. Die Einzel-AtiS- schüsse haben ihre Arbeitsvergebungen an hiesige Gewerbetreibende teils vergeben, teils ergehen hierfür dieser Tage die nötigen Ausschreibungen. Das bereits ausgestellte Programm, das demnächst bekannt gegeben wird, enthält recht anziehende Darbietungen, die dem Charakter einer Jubelfeier der Feue^ wehren entsprechen dürften. •• Zwei Einbrüche. In der verfloßenen Nach! wurde in das Bureau der ,Justitia" eingebrochen; efl sielen dem Dieb aber nur etwa 3 Mk. Kleingeld in die ?ände, da die Kasse und Wertpapiere regelmäßig abends in Sicherheit gebracht werden. Der Dieb nahm eine eiserne Kassette, in der sich aber nur wertlose Privatbriefe befanden, owie einen lieber,fieber unb einen alten Cackrock mit. Sämtliche Schublaben waren durchwühlt unb ber verschloßene Pult erbrochen. Der Dieb hatte im Hof eme Fensterscheibe ein* gebrückt unb war durchs Fenster eingestiegen. — Ein weiterer EinbnichSversuch winde in einem Geschäftshaus ver* sucht. Die Diebe — eS wurden hierbei drei gesehen — er- griffen die Flucht, als ein Dienstmädchen ihnen von" ihrem Fenster aus zurief. Sie hatten bereits eine Scheibe eingedrückt, um einzusteigen. In beiden Fällen scheint es sich um dieselben unbekannten Täter zu handeln. • • Sitzung deS P r ov i n z i a l - A uS s ch u sscs. Am Mittwoch, den 31. d. MtS., vormittags 1/29 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzial-AuSschusseS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt. 1. Gesuch des Philipp Kreiling XL zu Wicseck um Erlaubnis zum Betrieb Zitier Gartenwirtschaft. 2. Die Bureaukosten des -Großh. Bürgermeisters zu Okarben. * * Hunde sperre. In der heutigen Nummer unseres BlatteS ist die Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts enthalten, auf die unsere gestrige Notiz hinwies. Es ist danach unverminderte Vorsicht beim Verkehr mit Hunden und Katzen geboten. Die hier und in auswärtigen Blättern mnlaufende Nachricht, es sei am Donnerstag in Gießen wieder ein Mann von einem anscheinend tollwütigen Hunde gebissen worden, ist falsch. Der Verbreiter dieser unrichtigen Mitteilung scheint vielmehr selbst „von einem tollen Hunde gebissen" zu sein. Wie wir nämlich aus bester Quelle gören, hat allerdings ein Familienvater, der sich gern einmal in Berlin vergnügen wollte, seiner stärkeren Ehehälfte gegenüber die Ausrede gebraucht, von einem Hunde gebissen worden zu sein, nm unbeanstandet und sogar bemitleidet in die Reichs- hauptstadt sich zu begeben. • • Die Sanitätskolonne vom Noten Kreuz hielt gestern abend eine Hebung neben dem Volksschulbade an der Lahn ab. Nach einem Vortrage d's jetzigen ärztlichen Leiters der Kolonne, Oberarzt Dr. Flath, über die Verwendung von Leiterwagen zum Transport von Kranken und Verwundeten, wurden an zwei am Hebungsplatze aufgestellten Leiterwagen praktische Hebungen vorgenommen. Mit primitiven Hilfsmitteln, wie man sie in jedem Bauern- hofe vorfindet, wurden die Tragen auf den Leiterwagen befestigt und das Auf- und Abladen ausgeführt. Am 25 Juni findet eine Hebung im Gießener Stadtwalde statt. Bei dieser Hebung soll die Verwendung von an Ort und Stelle entnommenen Stämmchen, Aesten, Reisern usw. zu Tragbahren, sowie das Verladen Kranker und Verwundeter und der Transport derselben auf weitere Entfernung geübt werden. Auch eine Hebung der Kolonne in Gemeinschaft mit der freiwilligen Feuerwehr ist in Aussicht genommen. * * Der Zirkus Althoff kann sich über mangelnden Besuch nicht beklagen. Auch in der gestrigen Mendvor- stellnng waren sämtliche Plätze des geräumigen Zeltes beseht. Der Zirkus verfügt über sehr gute Kräfte und prächtige Pferde, und das Programm ist reichhaltig und gediegen. Am besten hat uns die anmutige und graziöse Drahtseilkünstlerin Frl. Alma Althoff gefallen, die auf dem dünnen, kaum sichtbaren Draht die schwierigsten Kunststücke ausführte und stets ihre elegante und geschmeidige Haltung bewahrte. Mer auch ihre Kunstkollegin von der Reiterei, Frl. Lina Althoff, erwies sich in ihrem Fach als wagemutige Kunstreiterin als äußerst geschickt und sicher. Wenn wir die Damen in den Vordergrund der Berichterstattung stellen wollen, dürfen wir die Doppeltrapez- künstlerinnen Helene und Adele Althoff nicht ver- j gessen, die in beträchtlicher Höhe sehr bemerkenswerte tnrne- rische Darbietungen aussührtcn. Herr Althoff jr. führte »zwei ungarische Schcck-Ponis in Freiheit dressiert vor und ritt später einen prächtigen Rapphengst in der hohen Schule. Auch die übrigen vorgeführtcn Pferde waren sehr gut dressiert. Ein Jockey-Reiter fand viel Beifall, und der dumme August, der sich im Laufe des Abends mit einem gesinnungsverwandten Herrn I o s e p h o sehr um die Heiterkeit des Publikums bemühte, wurde, als er später mit seinem Esel Jule allerlei Familiengeheimnisse preis- gab, ebenfalls mit lauten Bravorufen bedacht. Den Schluß der Vorstellung bildete die „Fahrt im Todesring", wobei zwei Radfahrer in sehr halsbrecherischem Tempo in einem schräg aufgestellten Bretterring herumrasten. Der Zirkus bietet im ganzen viel und ist sehenswert. * * Dienstauszeichnungen für hess. Eisen- pahnbeamte. S. K. H. der Großherzog hat nun auch wie der König von Preußen ein Erinnerungszeichen für 25- und 40jähnge Dienstzeit für hessische Eisenbahnbeamte gestiftet. e. Wieseck, 26. Mai. Der Bürgerverein hat an den Ortsvorstand das Ersuchen gerichtet, den Erwerb der infolge des Schulhaus-Neubaues in Betracht kommenden Straßengeländes ins Auge zu fassen. Der Verein hofft auf diese Weise, denjenigen Einwohnern, die sich ein Haus zu errichten beabsichtigen, auf billige Weise entgegen- zukommen. Dadurch würde vermieden, daß gute Steuerzahler nach Gießen ziehen und dort selbstverständlich ihre Bedürfnisse beziehen. Auch andere Minhelligkeiten würden ferngebaLen, z. B. Ben>streitigke'ten über Gelände, lückenhafte Bebauung neuer Straßen u. dgl. mehr. — Als Uebel- stand hrrb es sirn^r empfunden, daß die Frage betr. der Verlängerung der Alicestraße, d. h. desjenigen Teiles, der von der Ludwigstraße nach Gießen führt, noch nicht gelöst ist. Der Bü^gerverein bittet schließlich den Ortsvorstand, mit Entschiedenheit der Bahnverbindung Rödgen- Wieseck-Gießen (vgl. Vortra , des Prof. Dr. Sommer, Nr. 122 des Gieß. Anz.) näherzutreten. v. Bad-Nauheim, 26. Mai. Bis zum 25. Mai sind 5801 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 4590 anwesend waren. 46 296 Bäder wurden bis zum 25. Mai abgegeben. 8 Friedberg, 27. Mai. Ein großes Schiller- Volksfest findet am morgigen Sonntag nachmittag in der Burg statt. Es wird ein Festzug vom Kriegerdenkmal nach der Burg veranstaltet, wo dann die vereinigten Gesangvereine und der Seminaristenchor Schilterchöce vortragen. Mends ist Militärkonzert und bei eiubrechender Dunkelheit bengalische Beleuchtung des Schlosses und der Burg, + Bad-Salzhausen, 26. Mai. Die Zahl der in diesem Jahre bis jetzt verabreichten Bäder ist gegen das Vorjahr beträchtlich gestiegen, trotzdem in der vergangenen Badesaison schon mehr Bäder verabreicht worden waren, als je vorher. Namentlich sind es zahlreiche Vormittagsbäder, die von hier wohnenden Kurfremden genommen werden. sd. Darmstadt, 26. Mai. Ter Ma. Re in bart hat eine dringliche Anfrage bezüglich oer Ansbilouug und Anstellung der israelitischen Religions- lehrer an die Negierung gerichtet, in der er ausführt, haft aus den Beschluß des Landtags 1900/03 von der Negierung nichts erfolgt sei, obwohl in der ZwUeuzeit der Antragsteller die Frage verschiedentlich angeregt habe und von den Regieruligsvertrctern zusagende Antwort erteilt worden sei. Der Abg. fragt nunmehr dringlich an, ob die Negierung geneigt ist, noch in diesem Landtage die Ausbildung und Anstellung israelitischer Neligion^lebrer in die Wege zu leiten. — Ferner ist der zweiten Kammer eine Vorstellung der Materialwarenhändler von Mainz znge- gangen, worin sie bitten, daß die Erlaubnis zum Gift- v er kauf nur von der Zuverlässigkeit des Verkäufers tntb nicht von dem Nachweis eines Bedürfnisses abhängig gemacht werde. [] Marburg, 26. Mai. Die 8. große Geflügel- Au 8 stellung des Gesiügelzucht-Vereins für den Kreis Marburg wurde heute nachmittag um 3 Hhr eröffnet. Sämtliche Hallen des Restaurants „Schützenpfuhl", welches in unmittelbarer Nähe des Südbahnhofs liegt, sind für die Unterbringung des Geflügels in Benutzung genommen; für das Wassergeflügel muß sogar noch ein großer freier Platz unter schattigen Lauben hergerichtet werden. Ter Ausstellungskatalog, der etwa 500 Nummern umfaßt, enthält auch die Namen zahlreicher bekannter Geflügelzüchter aus dem übrigen Hesien-Nassau und den angrenzenden Gebieten. Frankfurt, 26. Mai. In der vergangenen Nacht hat in einem Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs der dreißig Jahre alte verheiratete Weißbindermeister Heinrich Brey, der im Hause Niddastraße 64 wohnte, seine Geliebt Anna Heipt, die Tochter eines Eisenbahnbeamten aus der Niddastraße, erschossen und dann die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Auch er war sofort tot. Zwei zurückgelassene Briefe richten sich an die Frau des Weißbinders und an die Eltern der Heipt. Die Leichen kamen auf den Frankfurter Friedhof. Hanau, 26. Mai. AuS Anlaß des nm Montag vor der Strafkammer verhandelten Prozesses gegen den Bäckermeister Karl Kaltenschnee von hier wegen Vergehens gegen die Nahrungsmittelgesetze, wobei sich heraus» stellte, daß in der Kaltensthneescheu Bäckerei seit mehreren Jahren die widerlichsten Schmutzereien bestanden haben, stellte Pas Stadtverordnetenkollegium einen Antrag beim Magistrat, dieser möge erwägen, inwieweit es möglich sei, festzustellen, ob in den anderen hiesigen Bäckereien Mißstände inbezug auf die Sauberkeit beständen und ob die Möglichkeit gegeben sei, solche durch Maßnahmen der städtischen Behörde abzustellen. Bingen, 24. Mai. Für eine elektrische Nebenbahn Bingen-Bingerbrück und V i n g e n - B ü d e s- h e i m erwirbt und übernimmt die Stadt Bingen die Konzession. Der Bahnbau wird nicht in eigener Regie ausgeführt, sondern dem Oberingcuieur Hecker in Wiesbaden übertragen. Das Unternehmen wurde am 22. Mai unter der Firma „Aktiengesellschaft für Binger Nebenbahnen" in das Handelsregister eingetragen. * Kleine M i t - i' u n g e n aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Petterweil feierte dieser Tage der B ü r g e v m e i ft e r F r. Berges sein 30 jähriges Diensljubiläum als Ortsoberhaupt. Dem Jubilar gingen zahlreiche Gratulationen, darunter auch solche von ben Behörden, zu. Die ©emernbe veranstaltete dem verdienstvollen Oberhaupt zu Ehren eine Festlichkeit und die Vereine brachten ihm ein Ständchen. — In Mainz kletterte bas 5 jährige Töchterchen ber Militärmusikers Dorsheimer auf dem Fort am Drususstein herum und stürzte dabei in den 10—12 Meter tiefen Graben. Es erlitt so schwere innere 93er- letzungen, daß es im Rochusspital gestorben ist. Zum Brauduuglück in Offenvach. Für die von dem Brandunglück Betroffenen ist eine Hilfsaktion cingcleitct worden, und die Stadtverordnetenversammlung in Offenbach hat für die Mwendung der ersten Not vorläufig bereits 1000 Mk. bewilligt. Noch immer steht, so entnehmen wir der O. Ztg., die ganze Stadt unter dem Eindruck des schrecklichen Unglücks. Viel besprochen werden natürlich die ganz unwürdigen W o hn un g S v erh ä ltn i s s c, die in einigen der abgebrannten Gebäude geherrscht haben, ganz besonders in dem Hof--Querbau, wo nur der Umstand, daß die Wohnungen der Familie Renninger und Fisch über den Heukammern lagen, und daß durch diese eine enge Holztreppe führte, den Tod von fünf Personen zur Folge gehabt hat. Vielfach ist man der Meinung, daß die W o h n u n g s i n s p e k t i o n ihres Amtes nicht genügend gewaltet habe, doch ist es in der Hauptsache ein Zusammentreffen unseliger Zufälle, die hier die Schuld tragen. Das ging auch aus den Ausführungen hervor, die der Beig. Zopfs in der Stadtverordnetensitzung am 25. Mai in dieser 'Angelegenheit machte. Danach hat am 30. Januar d. I. eine genaue Untersuchung der Husnagelschen Hosraite seitens der Wohnungspolizei und des Kreisgesundheifsamtes stattgefuuden. Speziell bemängelt wurde die Steilheit der engen und dunklen Treppe, die leicht einen Absturz verursachen konnte; auch fehlte jede Ventilation. Dem Verwalter der Hofraite wurde die Aufforderung zugestellt, die Wohnungen räumen zu lassen. Dieser hatte aber nichts mehr damit zu tun, und so ging die Zustellung weiter an einen Herrn nach Kesselstadt und schließlich an den jetzigen Verwalter. Dem Gesetz nach muß ein Monat Frist gewährt werden, wenn die Leute noch keine andere Unterkanft gefunden haben. Aus Nachsuchen wurde die Frist definitiv auf den 1. Juni festgesetzt; die Leute hätten also dieser Tage die Wohnungen räumen müssen. Noch am Tage vor der Vrandnacht sind die Leute nochmals zum Wohnungsinspektor gekommen, nm eine Verlängerung der Frist zu verlangen, was dieser jedoch ablchnte, "zumal der Verwalter ihnen schon andere Wohnungen zur Verfügung gestellt hatte. Betreffs der Entstehung des Brandes herrscht noch Ungewißheit. Die fünf Leichen sind bei den Aufräumungsarbeiten gefunden worden. Die Ueberreste der Frau Renninger, die etwa 30 Jahre alt war, mit ihren Kindern tagen dicht beisammen an der Südostseite des Hauses. Die Kinder waren bis auf die Knochen verkohlt; die Frau, die weniger verbrannt war, hatte die Arme vor der Bru.st verschlungen, als ob sie eins der Kinder an sich gepreßt hätte. Erst später, gegen 5 Uhr, fand man auf der anderen Seite des Gebäudes die Leiche der bereits bejahrten Frau Fisch unter den Trümmern; sie lag mit dem Gesicht zu Boden und war verhältnismäßig wenig verbrannt. Die unglücklichen Opfer wurden auf den Friedhof verbracht. — Den im Krankenhaus untergebrachten Verletzten und den geretteten Wöchnerinnen geht es ziemlich gut, sodaß eine Lebensgefahr nicht mehr besteht. Außer den Schwerverletzten wurden im ganzen 10 Personen leicht verletzt. Oi.) Gießen, 26. Mai. Die Strafkammer hob heute ein sreisprechendes Urteil des Schösseng-crichts Alsfeld auf und ließ Verurteilung eintreten. . Die Bierbrauerei Wallach zu Alsfeld liefert sieit einiger Zeit F l a s ch e u b i e r an die Arbeiter der Alsfelder Möbelfabrik und läßt cs durch den Arbeiter Steuer» naget an die übrigen Arbeiter verabfolgen. Steuernagel bcwmmt für seine Bemül)UNg"N pro Flasche 1 Pfg., welche Beträge ihm von der genannten Brauerei monatlich mit 8—10 Mark vergütet werden. Das Bier wird von ihm ohn" Aufschlag an die ArbeUer weitere,egcbcn. Die Steuerbehörde erblickte in btefer Handlung eine gewerbliche Niederlassung und ließ, weil ein Gewerbepatent nicht gelöst wurde, d"m Stencrnagel einen Strafbescheid »u- g eh eit. Aus seinen Einspruch w"rde mit Genehmigung des Mr- uisterinms der SEasbefch-cid znrückgezog-'n und gegen den Brau- ereibesiher Karl W. gerichtet, der gerichtliche Entscheidung an- trug. Das Schöffengericht begründete seinen Freispruch damit, daß von einem bcsondeni Gewerbebetrieb kein Rede sein kann. Das Verusnngsgericht erachtete eine gewerbliche Niederlassung als vorliegend, indem cs ausfi'ihrte, daß es nicht darauf aukomme, ob die betreffenden Lokalitäten groß oder Nein, ob sie besonders für den Betrieb bergerichtet seien oder nicht. Es wurde weiter angntommen, daß Steuernagel als Bmuftragter der Brauerei und als Vermittler, nicht aber als Verkäufer an- znschen sei. Es wurde sonach der Berufung der Staatsanwaltschaft stattgegebcn und der Inhaber der Firma Wallach zu der in d^m S^rsibescheid des Steuerkommissariats Msfeld angesetztcn Strafe verurteilt. — Wegen Vergehens gegen dem § '182 Abs. 1 des Jnvaliditäts- und Altersversickierungs-Gv» s e tz e s wurde der Maurer Wilhelm Karl B. von Vilbel zu zehn Mark Geldstrafe verurteilt. B. war angeklagt, daß er als Bauführer den von ihm auszulohnenden Arbeitern die Beiträge in Abzug gebracht, aber nicht an die betreffenden Kassen gbgelicfert hat. Daß dies in rechtswidriger ^lbs'cht geschehen ist. wurde nicht als erwiesen angenommen. Von der weiteren Anklage des Vergehens gegen das Krankcnversicherungsgesetz erfolgte Freisprechung. — Ein wegen Freisprechung van der Staatsanwaltschaft angefochtenes Urteil des Schöffengerichts Friedberg wurde aufgehoben und auf Strafe erkannt. Der Landwirt Karl Sch. von Assenheim hatte ohne Veranlassung einen Weißbinder mit F austs chlägen und Fußtritten an den Unterleib traktiert. Er wurde aber, da man den Angaben des Verletzten nicht traute, von dem Schöffengericht frcigesprochen. Ans Berufung der Staatsanwaltschaft und des Verlebten, der als Nebenkläger auftrat, erkannte das Gericht auf 50 Mark Geldstriafe und sprach dem Verlebten eine von dem Angeklagten zu zahlende Buße von 20 Mark zu. Sport. 7. Fußball. Der Gießener Fußballklub v. 1900 spielt am morgigen Sonntag in Friedberg gegen den Akademischen Sport- Hub „Jnlernakionol", gegen den er bereits zweimal st eg reich war. Oriliinal-Dra!Um«'sdnnac'n. Dresden, 27. Mai. Die Bürgerschaft brachte qefterr abend dem König zum Geburtstage eine großartige Huldigung durch einen Lampion-Fackelzug bar, an dem 200 Vereine unb Körperschaften, insgesamt 12 000 Personen, mit 26 Musikkapellen, teilnahmen. Der König nahm die Huldigung vom Balkon deS Altstädter Rathauses entgegen. Neustadt a. d. H., 27. Mai. Der 22. deutsche Weinbau-Kongreß wird vom 22.—25. August hier, rtattfiubcn. Mit bem Kongreß ist eine Ausstellung von Kellergeräten verbunden, die bis zum 4. September ausgedehnt wird. Stuttgart, 27. Mai. Prinz Heinrich von Preußen traf heute vormittag 8 Hhr 15 Minuten in Begleitung seines Adjutanten, des Korvettenkapitäns Schmidt von Sehwindt hier ein. Zum Empfang waren auf dem Bahnhof erschienen: der König in der Uniform seines preußischen Kürassier-Regiments, Herzog FriedrichEugen von Württemberg, ferner Generalabjutcmt Bilfinger, der preußische Gesandte von Plessen-Cronstern, ber Ehrendienst, sowie ber Ausschuß des Württemberger Landesverbandes unb des Deutschen Flottenvereins mit dem Herzog Karl von Hrach an der Spitze. Nach herzlicher Begrüßung fuhr der König mit seinem hohen Gaste nach dem Nesibenzschloß, wo der Prinz Wohnung nimmt. Stuttgart, 27. Mcn. Zu Ehren der Delegierten deZ Deutschen F l o 11 e n v e r e i n s gab gestern abend die Stadt Stuttgart im Stadtgarten ein Festkonzert. Oberbüraermstr. vonIaucd begrüßte die Erschienenen, indem er darauf hluwics,, daß schon Schiller den Schwaben in verschiedenen Gedichten, den Sinn für das Seewesen, insbesondere für eine starke Seemacht eingepflanzt habe. Der Verein werde es erfahren, daß fein anderer Volks stamm mehr Sinn für die maritimen Mer- essen hege, als der schwäbische, wenn auch die Meinungen über das Maß des Schutzes der deutschen Handelsflotte geteilte feien.' Der Oberbürgermeister fügte noch die Bitte hinzu, der Flotten^ verein möge seinen Einfluß in 'dem Sinne verwerten, daß in Deutschland alles geschieht, was das seeentfernte Württeyiberg dem Meere näher bringe, und allcs^vermieden werde, was diese Enifernnng vergrößern könnte. Ersteres wurde erreicht durch einen Verbindungsweg zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meere, der auch Württemberg berühre. Der Vizepräsident desl Vereins, Frhr. v. Würtzbnrg, sprach den Dank für diesen Will-^ kommengruß lains. . ' London, 27. Mai. Nach einer Depesche des „Daily Telegraph" aus N e w y o r k wurde gestern der Urheber des> am 11. Mai 1903 gegen den Eunaid Umbria im hiesigen Hafen verübten Höllenmaschinen-Anschlags, Gesiler-Rousseal, zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Verurteilte ftebt auch im Verdacht, den Anschlagl gegen das Standbild Friedrich des Großen in Washington verübt zu haben. Wien, 27. Mai. Nach Meldungen aus Konstantinopel sollen die Araber in Damaskus und anderen Orten Syriens sich gegen die türkische Oberhoheit er* hoben haben und C h ri ste nm e tz e l e i en veranstalten. Der Ministerrat beschloß eine neue Mobilisierung von 100 000 Mann. Petersburg, 26. Mai. Die Petersb. Telegr.-Agent., meldet aus Godsiadiau: Die Prinzessin Neuß ist' bei der Armee eingetroffen, um als barmherzige S ch w e st e r tätig zu sein. Die Prinzessin wurde in längerer Audienz von den Generälen Lincwilsch und Kurovatkin ent», pfangen, wobei diese die allgemeine Dankbarkeit für die Ankunft der Nmnzessin und die Tätigkeit des deutschen- Lazarettes ausdrückten. Petersburg, 27. Mai. (Petersb. Telegr.-Ag.) In' Tschifu hat der dortige Vertreter der japauischew Tampfergesellschaft, Nippon-Jusan-Kaischa, den Befehl, die zum Auslaufen bestimmten Dampfer bis auf weiteres zur ückzu halten von Shanghai mit der Begründung erhalten, daß zwei russische Kreuzer von Ww» sung aus nordwärts vorgegangeu seien. Warscktau, 27. Mai. Der Generalgouverneur macht dureh öffentlichen Anschlag bekannt, baß bie Herstellung der Ruhe in ber Stadt bem Militär übertragen werbe unb bie Unruhestifter kriegsgerichtlich bestraft werben. Bei ben gestrigen Zusammenstößen würben bis abenbs 10 Hhr 19 weitere Personm verletzt, 15 von ihnen durch Shdnvunbcii, 4 durch Schußwunden. Im Spital starben drei Verwundete. Im Ganzen wurden etwa lbOPcrsouen verhaftet. Danksagung 03583 Danksagung innigsten Dank. 's Gr.-Nechtenbach, 27. Mai 1905. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines teuren Mannes, sage ich Frau Elise Hardt geb. Löhr. Die licstmmdcn £>inkrMit6(iieii. Klein-Linden, 26. Mai 1905. i Bekanntmachung. Nachdem der Fluchtlinienplan für die Katharinengasse von ßr. Ministerium des Innern genehmigt und von uns festqestellt worden ist, bringen wir zur Kenntnis, daß die Einsicht desselben jedermann freisteht. B /s Gießen, den 24. Mai 1905. Großherzogliche lüraermeisterei Gießen. Mecum. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Gattin, Mutter, unserer Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Fra« Aisabeßa Kehl für die reichlichen Blumensvenden, sowie für die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnis imb für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hepding sagen innigsten Dank Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres treuen, unvergeßlichen Gatten, Vaters, Schwiegervaters, Groß- W vaters, Bruders, Schwagers und Onkels Herrn Gemeinderechner Philipp I>ern H | sowie dem Herrn Pfarrer Haake für die trostreichen D Worte am Grabe sagen innigsten Dank Die tieftrancrnhcD §intcrMi(6tncn. 8 Hausen b. Gießen, 26. Mai 1905. 2876 •___________ W Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garleustratze 2 (föCtrgermeffteretgebäube) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern ieglicher Art, Dienstboten nud Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis S Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 2 landwirtschaftliche Knechte, 2 Spengler, 1 Möbelschreiner, 2 Schmiede, 2 Eisendreher, 1 Wagner, 5 Lackierer (auswärts), 6 Schreiner, 10 Schneider, 1 Wäscherin, 1 Glaser, 2 Streckenarbeiter, 1 Installateur, 2 Hausburschen, 1 Verkäuferin, mehrere Postaushelfer für Sonntags, 6 Dienstmädchen, 1 Lauffrau. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Spengler, 1 Buchbinder, 1 Lackierer, 1 Schreiner, 1 Mechaniker, 1 Wagner, 1 Wagenlackierer, 1 Bäcker, 2 Schuh, macher, 1 Schneider, 1 Friseur, 2 Glaser, 1 Kellner. Es suchen Arbeit: B37/8 1 Garten- oder Feldarbeiterin, 1 landwirtsch. Arbeiter, 1 Gärtner, 1 Wäscherin, 1 Dienstmädchen (14 Jahre alt), 3 Lauffrauen, 1 Hausoder Bureaudiener, 1 Kassier oder Portier, 1 Packer, 1 Kellner, 1 Laufmädchen. __________ 2 2 4 hminern, chnmern, Bekanntmachung. s! d.Schil-NchHii^cllittks-LcriilWiichcHgst Zum Vertrauensmann unserer Sektion für den Stadtbezirk Gießen ist Herr f . , 2Bcir.6inbcrincv*tcr Karl Neulmg fiter, Steinstr. <2, bestellt. Der Vorstand der Settton VI der Hess. Nass. Baugewerks-Berussgeuosseuscha t. L. Petri II. u276 WWer WglsüNMaGeis Cietzen Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstuuden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es find zu vermieten: 1 Wohnung von 6—7 Zimmern, 1 Wohnung von Wohnungen von 5 Zimmern, 1 Wohnung von Wohnungen von 2 Zimmern, 1 Wohnung von 1 Zimmer, unmöbl. und 1 möbl. Zimmer. Zn mieten gesucht: 72 Wohniingen von 1—8 Zimmern Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem lahrlichcii MletweU bis 300 Mk. einschließlich 0 90 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 ihr. em- schließlich 0 50 Alk und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.: bemi für'Ube®Än§«nmelbunfl 1,00 Mk. zu hinter ege,i. Für die Wohnungssuch enden erfolgt die Vermittelung unentgeltlich. ______________________________2-2 Danksagung Herrn Karl Koch Gießen (Seltersweg 30), den 27. Mai 1905, 2883 und die liebevolle Pflege der evangelischen Schwestern, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler am Grabe und für die schönen Blumcn- spenden sagen innigsten Dank Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffen, schweren Verluste unseres teueren Sohnes und Bruders W-. 1 «i U H ia® iiii 1*1’ mii * BMM1 Versteigerung. Montag, den 29. b. MtS., nachmittags 2l/e Nhr sollen dahier Walltorstraße 6 (Daruckt. Haus) 1. z'vei Pferde, 2. ein Klavier, 3. fünf M'lle Zigarren und ein Warenschrauk, 4. Haus- unb Küchengeräte aller Art, eine Waschmaschine u. eine Waichmange, 5. ein Sopha, sowie verschiedenes Andere, zivangs- lveiie geg. har versreiaert werben. Gießen, 27. Mai 1905. 12887 Seidel, Gcrichtsvolszieher. i Verftergorung. Montag, den 29. b. MtS., vormittags 11 Uhr sollen dahier 6 Stämme Werk- , Holz, sowie verseh.Mindere zwangS- ivi'ise geg. dar versteigert werben. | Zusammenkunft der Steigliebhaber auf meinem Bureau. 2886 Gießen, den 27. Mai 1905. Seine l, Gwichtsnyllzjeher. .... E2k-1 .■ kx’ Monatshefte Bazar Elegante Mode Wiener Mode Neue Musik-Zeitung Berliner Architektur weit Architektonische Rundschau Giesserei-Zeitung Württembergische Bauzeitung Sondags-Nisse, Stockholm De Hollandsche Illustratie De Amsterdamer, Weekblad vor N. Magyar Salon - Otthon, Budapest Novi, SL Petersburg etc. etc. GIESSENER ANZEIGER Forderungen an den Nachlaß des verstör benenNentnersErn st Balser in Gießen sind btS zum 15. Juni b. I. unter Vorlage spezifizierter Nechnung bei bem unterzeichneten Testamentsvollstrecker einzureichen. Gießen, den 20. Mai 1905. 2857 Fean Kirch. Red Starline lltRottje AJf Stern JÄJ ßinie Antwerpen nach Red Star Linie in Antwerpen. Carl Retter in Gießen, D”/3 Eichweg 7,11, Ecke Gr. Steinweg, H. Klippstein in Langsdorf. Erste, älteste grösste, verbreitere weltbekannte Nähmasch nen- und Fahrrad- Vergebung von Bauarbeiten. 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Bürgermeisterei Wieseck einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Erd- und Maurerarbeiten . 8 088.16 jft Steinmetzarbeiten .... 856.23 „ Zimmerarbeiten . . . . 2 536.96 „ Dachdeckerarbeiten . . . 966.86 „ Spenglerarbeiten .... 236.60 „ Schlosserarbeiten .... 611.60 „ Glaserarbeiten ..... 1 159.92 , Schreinerarbeiten .... 3 050.18 , Weißbinderarbeiten ... 1 641.52 , Eisenlieferung..... 883.71 , Tapezierarbeiten .... 129.00 , Gießen, den 26. Mai 1905. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm, Großh. Baurat. B1T/S Neu! Neu! Täglich frische 08619 »W I yohnho^trnftc, Ecke unaffe« f»t - 0658« Jas Haaig-IkPt rys1 ■ & Käuflich in Straße 8, Ä- M. Schulhof, Marktstr. Fettleibigkeit! H. Krämer L D,T/i lische S©fS"e Hauspäne k Im Shampoonieren 2863 die kleinen und die großen, wenn sie von ■ SÄ I« Anszieh-, Ess- und Restanrations-Tische der Oberh. 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