Nr. 172 Dienstag »ö. Jun l»v$> 155. Jahrgang Zweites Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sietzen 5 ’$Jn i11 einzeln, Herrn vchriill. Meld, unter . «uni de" Gietz.Anz. erbeten Stotattontorud and Verlag ba vrühlstch« UntoerfüätSb ruderet 9L Laag«, ©Ute Rebafttsn, ©spebUton n-SDuideret: Schulstr. 1. XcL 0h. 6L Lelegr^Ädr.» La-ttg« ©Ute Srichetat «S»ch mü vu«nahm« des Sonntags. Die weitte« ^aufnenbiatter* werden dem ,Ilnzetger viermal wöchentllch betgelegt Der ^eistlchs taobottF «icheint monatlich einmal. ger (Kopf- und Dchulterfchutz). — Reiter Johann Klein hat sich am 19. d. M. in Windhuk aus Unvorsichtigkeit mit einem Revolver durch die linke Hand geschossen. Volttische Tagesschau. DaS Reich nnb die Landwirtschaft. Der Reichsdienst für die Landwirt) chaft ist nach der „K. <6ztg." nicht sehr lohnend. Mit einiger Verwunderung hat man s. Zt. die Bemerkimg des Abg. Frhm. v. Richthofen ausgenommen, daß im Reichsamt des Innern ein Vortragender Rat für die Landwirtschaft n iä) t vorhanden ist. Ist das möglich? Rach dem Etat zahlt das Reichsamt 1 Unterstaatssekretär, 3 Direktoren und 22 Vortragende Räte, dann einen ständigen landwirtschaftlichen Hilfsarbeiter: aber ein landwirtschaftlicher Dezernent soll fehlen! Ja, weshalb denn? Freilich kann er nicht Jurist sein, er must vielmehr Landwirt sein: übrigens sind bereits ein Chemiker und ein Mathematiker im Reichsamt des Innern zu Vortragenden Räten befördert worden, und die Landwirtschaft wird wohl so wichtig sein wie Chemie und Mathematik. Es würde ein starkes Stück „iuristischen Hochmutes" — das Wort stammt von einem bekannten Juristen des Reichstages — sein, wenn man glauben wollte, nur der Jurist sei zum Vortragenden Rat gualifiziert! Man darf deshalb auch der Hoffnung 'Ausdruck geben, daß im Reichsamt des JUnern ein landwirtschaftlicher Rat bald zu finden ist, mit Hilfsarbeitern ist es nicht getan! Da machen jene Beamte ganz andere Karriere, die der Industrie und dem Handel dienen! Wie schnell ist Hr. van der Borght die Treppe hinaufgefallen? (Er war vor einigen noch Handelskammersekretär in Aachen. D. Red. d. G. A.) Kaum einige Jähre Hilfsarbeiter, wurde er Vortragender Rat, gleichzeitig Schriftführer im Bundesrat mit Besoldung, Korreferent im preußischen Handelsministerium, derweil ein preußischer Geheimrat aus dem Handelsministerium Korreferent im Reichsamt des Innern wurde, natürlich mit Bezahlung! Hier hat man durch glänzende Karriere und Zuweisung von Nebeneinnahmen jeden Gedanken an eine Flucht aus dem Reichsdienste beseitigt: aber was den „industriellen" Hilfsarbeitern recht ist, ist den „landwirtschaftlichen" billig. Es handelt sich nicht um die Personen, wohl aber um die Sache, und da soll die Landwirtschaft nicht schlechter fahren als Industrie und Hand el. traße. 13 Provision für Vermietung der Hirschapoth^ke. 14. Beschaffung von Räumen für die Bürgermeisterei. 15. Genehmigung von Rechnungen. 16. Vergebung von 'Arbeiten zur Unterhaltung der Stadtknabenschule. 17. Vergebung von ^Arbeiten fiir den Neubau der höh. Mädchenschule. 18. Beschaffung einer Feldschmiede für die Kläranlage. 19. Beschaffimg. eines Schlauchaufzugs für den Wagenschuppen. 20. Beschaffung von Stiefelh-ölzern. 21. Drainage auf dem neuem Friedhof. 22. Betrieb der Steinbrüche. 23. Kabelverl^- ungen im Wieseckerweg. 24. Prüfung der Rechnung jur; 1903/04. 25. Erbauung eines Stadttheaters. Ausland. Kopenhagen, 24. Juli. Prinz Harald sowie die Admiräle Scheller und Zachariae nahmen heute an einem Frühstück auf dem deutschen Flottenadmiralsschiff teil. Nachmittags 4 lUhr ist das d e u t s ch e G e s ch w a d e r unter dem Salut der dänischen Schiffe und Forts in See gegangen. London, 24. JUli. (Unterhaus.) Der Premierminister Balfour erklärte, daß die Regierung n ich t beabsichtige, zurückzu treten. Er betonte, die einzige gegen die Regierung gerichtete ölbstimmung, die notwendig zu einem Rücktritt fuhren müsse, sei die Annahme eines Tadels- Votums. Die gegenwärtige Regierung besitze das Vertrauen der Mehrheit des Hauses. Es sei keine Ursache zur Auflösung des Parlaments oder zum Rücktritt der Regierung vorhanden Balfour erwiderte im Verlaufe der Debatte auf die heftigen Angriffe der Oppositionsredner, daß es zu bedauern sei, daß sie in den Angriffen nicht versucht hätten, die konstitutionellen Argumente zu widerlegen, die er vorgebracht habe, um die Lage der Regierung zu unterstützen Die Radikalen und die Nationalisten sind entschlossen, den Maßregeln einen äußerst hartnäckigen Widerstand entgegenzusetzen, und es ist möglich, daß Ieutsch-Südwestafrrka. Berlin, 24. Juli. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Beim Ueberfall einer Karre durch Hotte ntotten zwischen Karibaem und Gaibes am:1c ö. JJt- qe fallen: Gefreiter Karl Bartholomae (Kopsschutz); Gefreiter Anton Linz (Kopfschuß): Reiter Paul M a n n s - perger (Brust- und Bauchschuß)- Reiter Euaen Wersin- Die Marinevorlage. Von wohlorientierter Seite wird geschrieben, daß die Meldungen über das zu erhöhende Deplacement der -taten» schiffe insofern richtig sind, als eine erhebliche Vergrößerung des Tonnengehalts dieser Schiffsklasse sich als eine Notwendigkeit herausstellt, die erfüllt werden muß, wenn anders nicht unsere Marine gegenüber der anderer Seemächte allzusehr ins Hintertreffen geraten soll dagegen ist es verfrüht, wenn eine ganz bestimmte Dcplacements- zisfer (16 000"' angegeben wird. Die Erwägungen, wie hoch sich der Tonnen gehalt der Linienschiffe stellen soll- find noch nicht abgeschlossen, und es wäre eigentlich wünschenswert, wenn man mit Rücksicht auf die Linien schtssstwubauten der englischen, amerikanischen und japanischen Flotte, die bis Über 18000 T. fassen sollen, gleich über das Maß von 16 000 T. hinausgeht, um Schiffe zu erhalten, dte es bezüglich der Gefechtskraft und Manövrierfähigkeit mit den größten ihrer Art aufnehmen können. Es muß also vor allen Dingen eine mächtigere Artillerie und em stärkerer Panzer für unsere Linienschiffe geschaffen werden, und die dadurch bedingten Einrichtungen lassen wiederum eine entsprechende Erhöhung des Deplacements notwendig erscheinen. Letztere Forderung ist also nur eine unmittelbare Folge der ersteren. Ebenso wie für die Linienschiffe, muß für unsere Panzerkreuzer notgedrungen eine Erhöhung der Tonnage vorgesehen werden. Die großen Schiffe dieses Thps fassen bei ariomn Seemächten durchschnittlich 14 000 T, während unsere Marine bisher nur Kreuzer bis zu 16 000 T. Deplacement baut. Die sechs neuen Panzerkreuzer, die für die neue Flottenvorlage angekündigt wurden, werden daher gleichfalls mit einer derartig verstärkten Artillerie und Panzerung ausgerüstet werden müssen, um den ausländischen Schiffen dieser Art gewachsen zu sein. Hieraus folgert wieder analog eine nicht unbeträchtliche Steigerung des Tonnengehalts, für welches eine genaue Bestimmung bisher auch noch nicht getroffen werden ist. __ ___ zu beschränken und zu vergrößern sind. Den gastierenden Truppen wird man mietweise „auf Wochen und Monate" das Theater überlassen, doch behalten sich die Unternehmer in einzelneu; Fällen auch vor, ein eigenes Ensemble vorübergehend für eigene Rechnung zu engagieren. So soll in jedem Winter eine italienische Overnstagione im neuen Gaslspieltheater sein, während für Juli und Anglist eine französische Operettengesellschast mit ersten Pariser Kräften dem Theater gesichert werden wird. — Der allgemeine deutsche Sprachverein hak nach hinein Jahresbericht auch im letzten BereinSjahr (Juni 1904 bis Juni 1905) sich erfreulichen Wachsens und Erstarkens erfreuen können. Seine Mitgliederzahl beträgt 25 760 gegen 23 700 im Vorjahre: davon gehören 3890 dem Verein als unmittelbare Mitglieder, 21870 als Mitglieder von Zveigvereineu an. Die Zahl dieser letzteren beträgt zur Zeit 277. Besonders bemerkenswert ist der Beitritt ztveier deutsch-amerikanischer Zweig- Vereine, von denen der Newyorker bereits 250 Mitglieder aufzuweisen hat, während der in Chicago mit 20 Mitgliedern gegründete erst im Laufe dieses Jahres eine größere Werbetätigkeit entfalten kann. Die Auflage der Zeitschrift — mit den wissenschaftlichen Beiheften — beträgt 31000. Bon den „Verdeutschungsbüchern" wurden im Berichtsjahre gegen 2000 verkauft und etwa 1000 unentgeltlich abgegeben: von dem „neuen Verdeutschungsbuch für Spiel und Sport" hat der Bearbeiter, Oberlehrer Wappenhans in Plön, den fertigen Entwurf vorgelegt, der den Zweigvereineu zur Prüfung und Begutachtung übersandt wurde. Das Vereinsvcrmogen hat die Höhe von 68 500 Mark erreicht. Kleines Ieuisseton. — Richard Wagner- und Mozart-Festspiele zu München 1905. Von der Hoftheater-Jntendanz w München wurde uns der Besetzungsplan der Münchener ^mmerteüsviele vom 7. August bis 21. September gesandt. Äußer em gesamten Solopersonal des Hof-Theaters werden solgende auswarvge Kuns.^ ler Mitwirken: Die Damen: F. Burk-Berger (Dresden), eoTO« David (Köln), Johanna Gadski (Newport, Emilie Smog Berlin), Mna von Mildenburg (Wien), Thila Plaichinger (Berlin) , D e Herren - Dr Otto Briesemeister (Berlin), Karl Burian (Drcsd^u), Leopold Demuth (Wien), Wilhelm Fenten (Mannheim), ^ermann Ma (Schewrin), Adalbert Holzapftl (Breslau), Arthur.von Aey- Srff (Newvork), Ernst Krauß (Berlin), Mar Lohfing lHaM' M Edgar Oberstötter (Wiesbaden), Karl Perron (Dresden), Julius Puttlitz (Eisen), Albert Reiß (London), Desider Zador Zrag) Die musikalische Leitung des 1. Ring-Cyllus £-13. Ls 3 Ring-Cyklus f5.-9. Sept.), der drei Tristan- Au Führungen (16. und 28. August und 2. Sept.), der beiden Aufführungen des Fliegenden Holländer (15. und 30 August), ü>nüe sämtlicher Mozart-Festspiele liegt in den Landen des Gone- sowie jnmi uon 7 ■ Professor Arthur Nikisch wird L^VisttKnger-Ä» (7-, 18. und 31. August, diri- aieTcn HofkaveNmeister Franz Fischer leitet den 2. Rmg-Cvklus 25 August). Die Oberleitung der Regie ruht diesmal iwch in den imgeschwachtm Händen des demnächst zurücktretenden Jntendanün Pros ^^start. Dichters Jens Peter Jacobsen sind nicht gerade häufig: das Augustheft der Pfandmeister Hillert zu Mainz auf sein Nachsuchen -um Steuerauffeher ernannt. — Am 20. Juli d. S- imirbe der Steueraufseher Helm zu Mainz zum Pfandmeister flr den Beitreibungsbezirk Mainh 5 ernannt. — In den RmMano versetzt wurde der Lademeister in der Hess.-Preuß. * bahngemeinschaft Sitz zu Mainz. ** Tagesordnung für bie Sitzung b et SLabtverorbneten-Versammlung Donnerstag, den 2 7 Juli 19 05, na chmittags 4 Uhr und nötigenfalls Fortsetzung am Freitag, den 28 Juli 190 5, nachmittags 5 11 hr. 1. Anlage eines Balkons am Hause Crednerstraße 10. 2. Vaugesuch ber Joh Gg Weber Erben für die Neuen Säue. 3. Baugesuch des W. Kilbinger für den Seltersweg: hier: Dispens. 4^An- lage einer Privatstraße zwischen Seltersweg und Süo- anlcrge. 5. Straßenbau entlang der Beterinäranstart. 6. Befestigung ber Bürgersteige in ber Bismarckstraße. 7 lieber» nähme ber früheren Krofdorf er Kreisstraße als Feldweg in städt. Unterhaltung. 8. Verkauf einer Baustelle an ber Licherstraße. 9. Verkauf von Gelände aus dem Klingelbach an Joh. Gg. Pfaff. 10. Gelände für die Irrenanstalt. 11. I Verpachtung von Gelände aus der Margaretenhütte. 12^Zer- I Pachtung von Gelände des früheren StadtbackB an der Ktrch- .chwarztt iedel^auiöe.i Mar" hörend, Soimia: ,q DonSiolier^mM . Ter F-nder mrd ge „selben Reitanlage h MM and r(ier dir. io. ** Die preußisch-hessische Eisenbahnge^ m e i n s ch a f t hat im ersten Vierteljahr dieses Rechnung^- jahres 403 Millionen Einnahmen gehabt, das sind 24,8 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Etat hat die Betriebseinnahmen für das ganze Jähr auf 1618 Millionen veranschlagt, oder um 28 Millionen höher, aI5 sie im Jahre 1905 tatsächlich Betragen haben. Diese Step, genmg ist fast schon im ersten Vierteljahr erreicht. Bei gleich günstig bleibenden Verhältnissen darf also wiederum mit einer bedeutenden Mehreinnahme gerechnet werden, zu- mal ber Verkehr von und nach den Tarifvertragsstaaten. bis zum Inkrafttreten ber neuen Handelsverträge noch erheblich sich steigern dürfte. Einstweilen aber hat der Personen- und Gepäckverkehr verhältnismäßig etwas stärkeren Anteil an der Einnahmesteigerung, als der Güterverkehr. Der Personen- und Gepäckverkehr erbrachte gegen das erste Vierteljahr 1904 mehr 9,36 Millionen oder 7,8 v. H., der Güterverkehr 14,35 Millionen oder 6,0 v. H. mehr. An und für sich sino aber beide Steigerungsprozente so feiten hohe, daß hieraus zuverlässig auf einen guten Stand der allgemeinen Gesckäftsverhältnifse geschlossen werden kann, wie er ja auch ourch die Berichte vom Arbeitsmarkt bestätigt wird. ** Der Betrieb ber Drahtseilbahn auf bcm Brauneisensteinbergwerk wurde am Samstag eingestellt. Die Verladung der Erze geschieht jetzt auf elektrischem Wege an der Gelnhausener Strecke. Die neue 23 er- ladeeinrichtung ermöglicht es, einen Waggon in weniger als 10 Minuten zu füllen. Wie man hört, soll die Drahtseilbahn dem Verkaufe ausgesetzt werden. — Lollar, 24. Juli. Gestern fand das erste BundeSfest des Lahntal-Radsahrer-BundeS hier statt, welches eine große Anzahl Festgäste, besonders auch aus Gießen, herbeigelockt hatte. Bei dem Dauerrenneu erhielten folgende Vereine Preise: Radfahrerverein Klein- Linden den 1. Preis, Lollar den 2. Preis, Großen-Linden den 3. Preis, bei dem Korsofahren den 1. Preis Lollar, den 2. Klein-Linden und den 3. Londorf. x Dutenhofen, 24. Juli. Am Sonntag feierte unsere Klein-Kinderschule ihr Kinderfest, auf das sich die Kleinen und ihre Eltern schon wochenlang gefreut hatten. Gegen 3 Uhr versammelte sich die fröhliche Schar auf dem Ortsplatz; die Knaben geschmückt mit Sträußchen, die Mädchen mit Kränzchen im Haar. Dem Zuge voran marschierte unser Posaunenchor einen Marsch intonierend. Auf dem Festplatz angelangt, sang die Gemeinde „Lobe den Herren rc.," worauf die Kinder gemeinsam beteten. Darauf folgte das Aufsagen von Bibelsprüchen durch die Kleinen, und der Ortspfarrer hielt eine Ansprache. Nachdem sich die Kleinen zur Freude der Zusehenden am Spiel vergnügt Neuen Rundschau (Berlin, S. Fischer, Verlag) bringt deren eine größere Anzahl an den Literaten Möller, und der teilnehmende Leser erhält in ihnen über Marie Grubbe, Niels Lvhne und den Lebensgang des Dichters wertvolle Auskunft. ThomasMann beendet in demselben Heft sein neuestes Werk, die Dialoge aus dem Florenz des Lorenzo Medici und Savonarola. Knut K a m s u n beginnt seinen neuesten Roman „Schwarmes , der das Leben einer norwegischen Kleinstadt humoristisch behandelt. Von Essais lesen wir eine Nnteftuchung Max Dessoirs über den gegenwärtigen Stand ber ästhetischen Wissen sch as t und eine geistreiche Plauderei von Albr e ch t W i r t h über allerlei aktuelle Fragen der W e l t p o l i t i k. Ein schönes, in Deutschland noch unbekanntes Gedicht OscarWildes, „Liebesgarten' genannt, ein Hymnus aus antike Anmut, beschließt den Tertteil. Die Heine Rundschau enthält u a. erneu histom)chen Essar von Ola Haussen über russische Memoiren — Ein neues Theater-Unternehmen für Berlin Ein neues großes Theaterunternehmen, ein Projekt, aus das vielleicht die Gerüchte, man wolle für I o,s e f Kainz in Berlin ein Theater schafien, zurückzuführen und, ist Tür Berlin in Vorbereitung. Wie aus Finmrzkreisen berrchtet wird, handelt es sich um ein G a st s p r e l - T h e a t e r. Voraussichtlich auf Milmersdorfer Gebiet soll ein P r a ch t b a u errichtet werden, für den kein festes Ensemble engagiert wird, sondern das nur gastierenden Ensembles Obdach gewähren soll Das tzaus^ wird so eingerichtet sein, daß es sowohl für Dr wie für Lchau- spiel geeignet ist, für die einen großen R m erfordernden Darbietungen ebenso wie für die intimere öbie mdem die Räumlichkeiten von Zuschauerraum wie Bubi: nach Bedürfnis Verkante es ßräulein Stellung, welcher Branche. ’Üelö. unter 04904 ar. nct Anzeiger erbeten. büb. sträuleiu, perieli 1 u. in all. HauZarber . gut. Zeugn. j. St. all milienanschl, erw. chmidt, Neuen Bane.' c Laussrau gesucht. Leltersweg 71, II lessL89^ ton?’ 13619 n, Dornhfipdt "dchen, '.Serien frei .» HW die Session sich lange hin zieht. . — Oberhaus. Marquis of Lcmsdownc gab eine Erklärung in demselben Sinne ab, wie Balfour im Unter» Hause.' Lord Rosebery erklärte in einer kurzen Rede, die Regierung verzerre das konstitutionelle Prinzip, das Gefühl der Gereiztheit und des Mißtrauens gegen die Regierung nehme im Lande tä glich zu. Je weiter die allgemeinen Wablen hinausgeschoben werden, desto größer werde der Rückschlag fein. Die Regierung beschäftige ich mit umfassenden internationalen Fragen und tröste sich mit dem Glauben, daß sie allein fähig sei, sie zu behandeln. Es sei ja möglich, daß die Minister eine Versammlung verkannter Salomos seien (Heiterkeit), aber es käme nicht darauf an, wie die Regierung sich selbst betrachte, sondern darauf, wie die Regierung anderer Länder sie betrachteten. Wenn die Regierung mit fremden Mächten im Namen eines Landes verhandeln soll, die sie bei jeder möglichen Gelegenheit desavouriere, so verhandele sie ohne jede Grundlage. Er könne ber Regierung nicht mit der Täuschung schmeicheln, daß sie in den Augen der ftemden Regierungen, mit denen zu verhandeln sie allein fähig zu sein glaube, die wahren Gefühle im wahren Sinne der britischen Macht verkörpere. — Der Präsident der RepublikHakti ist lebensgefährlich erkrankt. Sein baldiges Ende wird stündlich^er- toartet. Sein Tod wird unumgänglich einen blutigen Bürgerkrieg herbeifiihren. Cs sind bereits 7 Kandidaten für die oberste Stellung der Republik vorhanden und alle sind entschlossen, ihre Ansprüche mit Waffengewalt geltend zu machen. . Brüssel, 24. Jüli. Der König erließ eine Amnestie für Militärs, die zu Strafen bis zu 500 Franken oder drei Monaten Gefängnis verurteilt find. Für bisher Unbescholtene erstreckt sich die Amnestie auf Strafen bis zu 1000 Frcs. oder sechs Monaten Gefängnis. Der „Peuple" glaubt zu wissen, daß der König auch mehrere Millionen zu Wohltätigkeitszwecken, namentlich zur Errichtung von Anstalten für Lungenschwindsüchtige, Kinder und die Arbeitsunfallkasse stiften werde. Paris, 24. Juli. General Lacrois, der Kommandeur des 4. Armeekorps in Lyon, der bekanntlich Frankreich bei der Hochzeit des Kronprinzen in Berlin vertrat, richtete bei einer Truppenrevue an die Truppen folgende Ansprache: „Soldaten! Ich habe bei meiner Reise nach Berlin genau den deutschen Soldaten beobachten können und fand ihn sehr diszipliniert und als einen furchtbaren Gegner für einen Feind, ber ihn bekämpfen müßte. Bei meiner Rückkehr nach Frankreich habe ich auch ben französischen Soldaten beobachtet. Ich wollte einen Vergleich ziehen und kann laut erllären, daß der Vergleich zu Eurem Vorteil aussällt, denn ich konstatiere erfreut, daß Eure militärischen Eigenschaften denen der deutschen Soldaten nicht nachstehen. Ter deutsche Soldat findet in Euch einen Gegner, der seiner würdig ist." Aus Htaöt und Land. Gießen, 25. Juli 1905. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer an der Realschule zu Gernsheim Noac zum Oberlehrer an dem Seminar für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt ernannt. — Am 21. LMli d. I. wurde der «f 7 ®. W reinsloM Ä -AL kli ’n ,l°’o«ob.lö.C --^chenplch^ Glicht lb.e5- besseres Mädchck Haushalt (Üanbont) ^ a-d-Giee braudfrtzer euuer, empüG W Ätelduugen unter 3906 iegener Anzeiger erbeten ifior Stelle gesucht. [ Meld, unter 3901 ar ener Anzeiger erbeten. Deldj.|id)emflM9eim 8mn.n.86m«.61mt tf>riiasttBerl>nN.39.d • hatten, wurde Kaffee auf dem Festplatz getrunken, und die Kinder erhielten zum Schluffe der Feier Brezeln. Bad-Nauheim, 24. Juli. Folgende Unterhaltungen werden in dieser Woche stattsinden: Dienstag den 25. Juli, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Konzert der russischen National-Vokal-Kapelle Nadina Slaviansky in altrussischen Kostümen des 16. und 17. Jahrhunderts unter Mitwirkung des großrussischen Balalaika-Orchesters. Wohltätigkeitsveranstaltung für den Baufonds der russischen Kirche in Bad Nauheim. Mittwoch nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter abends halb 10 Uhr Feuerwerk vor der Terrasse nebst Parkbeleuchtung. Abends im Saale Tanz. Feuerwerk während der Pause. Donnerstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Theatervorstellung: Gastspiel vom Mme. Charlotte Wiehe- Paris. Dazu: „Durchs Ohr." Freitag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Richard Wagner-Abend von Dr. Raoul Walter, kgl. bayer. Kammersänger vom Münchener Hof- und Prinz- regenten-Theater und Dr. Alexander Dillmann, Wagner- Interpret aus München (Klavier). Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Theater-Vorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Boccaccio." Sonntag den 30. Juli Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 166 aus Hanau. -j- Friedberg, 24. Juli. Die seit Jahren geplante und viel erörterte Errichtung eines Volksbades für unsere Stadt geht jetzt ihrer Verwirklichung entgegen. Die Stadtverwaltung hat im Innern der Stadt mehrere Gärten nnd das Anwesen de§ Schloffermeisters Heckner zu diesem Zwecke angekauft. Früher hatte unsere Einwohnerschaft an der Ufa zwei Badeanstalten. Diese mußten jedoch vor etwa 12 Jahren wegen der Verseuchung der Usa geschlossen werden. Aus der südöstlichen 2B etter au, 23. Juli. Die Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Stockheim-Hel- denbergen-Vilbel sind jetzt so weit gediehen, daß die Betriebseröffnung der Teilstrecke Stockheim-Heldenbergen bereits am 1. Oktober erfolgen soll. Das Legen der Gleise und die Herstellung des Oberbaues ist fast beendet, an den Bahnhöfen und den Stationsgebäuden ist dagegen noch viel zu tun, diese sind im inneren Ausbau begriffen. Die Bahnstrecke wird die zahlreichen großen, Landwirtschaft treibenden Orte des Niddertals dem Verkehr erschließen. Sie führt von Stockheim über Glauberg, Heegheim, Enzheim, Lindheim, Altenstadt, Oberau, Höchst, Eichen, Heldenbergen, Büdes« heim. Ober- und Nieder-Dorfelden und Gronau, um bei Vilbel in die Main-Weserbahn zu münden. Die Teilstrecke Vilbel-Heldenbergen wird erst im nächsten Jahre fertiggestellt, da hier bedeutende Terrainschwierigkeiten infolge der vielen Windungen der Nidder zu überwinden sind. Bei Büdesheim arbeitet man noch an der Ferttgstellung eines Tunnels. Mehrere Brücken und hohe Dämme werden über bezw. an der Nidder errichtet. w. Nidda, 24. Juli. Gestern feierte der Niddaer Zweigverein der Gustav Adolf-Stiftung sein Jahresfest in Ober-Widdersheim. Da die Kirche zu beschränkten Raum bietet, so wurde das Fest im Walde abgebalten und verlief bei günstigem Wetter aufs schönste. Die Festpredigt hielt Oberlehrer Kissinger aus Darmstadt, den Rechenschaftsbericht erstattete Pfarrer Werner aus Nidda. Danach sind die Beiträge um 24 Mk. gewachsen, auch die Jahreskollekten haben einen Mehrertrag ergeben. Die Festkollekte mit 36.21 Mk. wurde der Gustav Adolfs-Gemeinde Rockenberg zugewendet. Der Krankenverein Nidda hat einen Krankenwagen angekauft, um bei vorkommenden Fällen Kranke leicht und gefahrlos zu transportieren. (!) Lauterbach, 24. Juli. Gestern und heute feierte der hiesige Kriegerverein sein 30 jähriges Bestehen verbunden mit dem Bezirksfest des Hassiabezirks Lauterbach- Schlitz, der gleichzeitig sein 20 jähriges Stiftungsfest beging. Aus Anlaß dieses Doppelfestes waren die Brudervereine aus der Umgegend und dem Schlitzerland äußerst zahlreich erschienen; man zählte nahezu 30 Vereine in dem stattlichen Festzug, der sich um 2 Uhr durch die schöngeschmückte Stadt nach dem Schützenplatz bewegte. Infolge des günstigen Wetters war das Fest stark besucht. Abends fanden turnerische Uebungen des Turnvereins statt, dann wurde ein Feuerwerk abgebrannt. -w- Echzell, 24. Juli. Das 10jährige Kind des Landwirts Roos starb an der Genickstarre. Büdingen, 24. Juli. Bei der am Samstag stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde Bürgermeister Knof mit 341 Stimmen wiedergewählt, der Gegenkandidat, Beigeordneter Fendt, erhielt 230 Stimmen. Die Beteiligung war ungewöhnlich stark; es machten 85 Prozent der Wähler von ihrem Recht Gebrauch. Alles atmet auf, daß die Wahl vorüber ist, insbesondere da in den letzten Tagen eine aller Beschreibung spottende Agitation getrieben wurde. Besonders von der einen Seite wurde in geradezu maßloser, gehässiger Weise vorgegangen. Die Gaszentrale in Laubach. (Schluß der Entgegnung aus Laubach.) Die Gesellschast übernimmt das Ansangsrisiko, ohne das es einmal bei keinem geschäftlichen Unternehmen abgeht; fie übernimmt die Organisation des Betriebs und Verwaltung. Wir kaufen die Sache, wenn uns der Buchausweis paßt, dafür soll und muß sie auch verdienen, darüber sind wir uns vollständig klar, ohne Neid zu empfinden. Die Gesellschaft liefert uns über die ganze Dauer des Kon- ^effionsvertrages das Leuchtgas zu höchstens 20 Pfg., das tecbnische Gas zu höchstens 15 Pfg pro Kubikmeter., also zu einem Preis, der die schon genannten wirtschaftlichen Vorteile von ca. 40 pCt. gegenüber dem Petroleum rc. den Konsumenten bietet, gleichviel wie der Einkaufspreis der Kohlen sich stellt. Die Gesellschaft geht dabei, wie wir uns belehren ließen, nicht einmal ein besonderes Risiko ein, denn mit steigenden Kohlenvreisen steigen auch die Preise der Nebenprodukte als Koks, Teer, Amoniakwasser usw. und diese müssen annähernd nach dem heutigen Fabrikationsstande den Kohleneinkauf decken. Ebenfalls ein Faktor, der gerade bei einen, Elektrizitätswerk mit Damvf- re. Motorbetrieb zu Ungunsten eingesetzt werden muß, weil die Nebenprodukte dort eben nur Schlacke und Asche sind. Englische Kohlen kommen hier nicht in Betracht, sondern nur putsche Kohlen. Der berechnet bezw. geschätzt aber noch nicht erwiesenen Erschöpfung einiger sporadischer Kohlenbecken, stehen neue Erbohrungen und Ausschließungen in größerem Umfange allein in Europa entgegen ohne andere Erdtelle in Betracht zu ziehen. Ueber diese an die Wand gemalte Gefahr haben wir uns und unsere Nachkommen noch nicht zu befassen. Hören aber die Kohlenlieferungen durch wirkliche, Erschöpfung aller in Betracht kommenden Kohlenlager auf, dann hört nicht blos die Steinkohlengasbereitunq, sondern auch der Dampfmaschinen- betrieb und damit diese Art der Erzeugung von Elektrizität auf, wie so noch vieles heute für uns Unentbehrliches; denn mit der Ausnützung der Wasserkräfte der Schweiz und Nutzbarmachung auch für unser Gebiet, wollen wir uns noch nicht befassen. Nach dem heutigen Stand der Elektrotechnik ist nach Professor Hans Bunte, unserem bedeutendsten Beleuchtungstechniker der Gegenwart, dieses vorerst wirtschaftlich ausgeschlossen. Wir wollen aber mit der Einführung einer modernen, zentralen Beleuchtung auch nicht warten, bis alle schwebenden technischen Probleme gelöst sind, sondern wollen frisch zugreifen und nehmen, was wir für uns auf dem Lande nach langem Besinnen und Wägen als für uns Bestes erkannt haben. Wir werden es nicht zu bereuen haben; besten sei man sicher und fest überzeugt. Lassen wir uns nicht bange machen und nicht von Außenstehenden beeinflusten und uns imsere Vereinigung nicht wieder zerreißen durch allgemeine Kritiken und Vorschläge. Halten wir weiter treu und fest zusammen in eigenem Denken und Wägen, um uns die Zentrale — Gasbeleuchtung zu sichern. Haben sich die Weltbäder wie Wiesbaden, Baden-Baden, Karlsbad u. a. m. mit ihrem Gasbehälter vulgo riesigen umgestülpten Kochtöpfen abgefunden, ohne den Schönheitssinn zu verlieren, so wird auch Laubach damit fertig werden, ohne Einbuße an landschaftlicher Dekoration oder auch an Fremden-Zufluß zu erleiden. Auch unser Geruchsorgan wird durch die Anlage eines modernen Gaswerkes nicht altericrt werden. Daß Gasleitungsdefekte, eben west gesichert und geschützt im Boden gebettet, bei dem heute zur Verfügung stehenden Rohmaterial sozusagen ganz ausgeschlossen sind, sei nur nebenbei bemerkt. Anders verhält es sich bei oberirdischen elektrischen Leilrmgen. Diese wirken allerdings als Blitzableiter, das sollen sie aber gerade nicht; denn es gereicht nicht zum Vorteil der Anlage und Angeschlossenen. Die Beseitigung dieser Gefahr für elektrische Anlagen im Gebirge mit heftig auitretenden Gewittern ist heute noch das Schmerzenskind so vieler Anlagen in der Schweiz, Voralberg unb Tirol, bildet die stete Sorge der Verwaltungen, erfordert jährlich bedeutende Reparatur- und Unterhaltungskosten und ist die Quelle von oft lage- langen Störungen im Betrieb der Fernleitungen. Lasten wir uns also nicht irre machen. Halten wir fest an unseren Beschlüssen, das für uns wirtschaftlich Vorteilhaft e st c auf dem Gebiete der zentralen Beleuchtung unserer Gemeinden auf dem Lande zu erreichen. Unsere Erhebungen haben ergeben, daß die Elektrizitätswerke bei dem heutigen hohen Preise meist noch weit unter den Selbstkosten liefern, der Preis für den Konsumenten somit nicht herunter- gesetzt werden kann, ohne noch größere Verluste zu erleiden. Dieses liegt übrigens in der Natur der Erzeugung und Verwertung der Elektrizität. Wirtschaftliche Vorteile für den Konsumenten können nur durch die Steinkohlengasbeleuchtung geboten werden. Mögen die Gemeinden vorerst ihre Finger von der Verwaltung der Anlage lassen, unb übernehmen sie solche bann, wenn sie nach Organisation, Buchgewinn 2C. bie Zeit bafür gekommen erachten. Gönnen wir aber auch neiblos bet Gesellschaft zunächst den Gewinn. * Mordtate n. In Kreuznach erschlug in ckner Wirtschaft ein Rollfuhrmann einen Arbeiter mit einem Bierglas, weil er sich geweigert hatte, ihm ein Glas Bier zu bezahlen. Der Täter, der verhaftet wurde, erhängte sich nachts in seiner Zelle. — Auf der Chaussee von Domsanhöhe nach Groß-Peterwitz (Schlesien) wurde der Bierkutscher Joses Kostka aus Schardzin ermordet und um 58 M a r k b e r a u b t. Er hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. Vom Täter fehlt jede Spur. — Der Sohn des hochangesehenen Kaufmanns Berger in Mt-Biala (Mähren) ermorde te seine Geliebte, um die Folgen des Liebes-Verhältnisses zu beseitigen. Er wurde verhaftet. * Hörfehler im Telephon haben wieder einmal viel Unheil angerichtet. In Stetten im badischen Wiesental wurde ein junger Mann verhaftet und stundenweit per Bahn und zu Fuß transportiert durch den Gendarmen, weil dessen Frau den Auftrag int Fernsprecher falsch verstanden hatte, den jungen Soundso aufs Amtsgericht nach Säckingen zu „schicken". Sie verstand, der Gendarm solle ihn „bringen" und das weitere war dann die kränkende Behandlung, für die sich das Gericht sofort entschuldigte unb es dem jungen Mann überdies noch schriftlich gab, daß nichts gegen ihn vorliege. — In Landshut aber, in Niederbayern, nahm die klerikale „Landsh. Ztg." schaudernd die folgende telephonische Meldung auf: „Passau, 17. Juli. Heute nacht wurde kurz vor 12 Uhr während einer Rauferei in der Altstadt der Stadtpfarrprediger Winzel erstochen. Die gleichzeitig mitstreitenden Priester Joseph und Georg König, sowie der Sackttäger Eisendorfer erlitten ebenfalls schwere Stichverletzungen. Den tödlichen Stich gegen Winzel soll Eisendorfer geführt haben." Erstochen wurde jedoch nicht ein Stadtpfarrpreoiger, sondern ein Sackträger, und gerauft haben dabei keine Priester, sondern Brüder. Der Hereinfall des Blättleins erregt große Heiterkeit, so traurig auch der wirkliche Vorfall ist. * Ein realistisches Duell auf der Bühne. Von einem bedauerlichen Unglücksfalle wurde dieser Tage der Sänger Marcoux vom Londoner Covent-^-arden-Theater während einer Aufführung des „Ton Juan" betroffen. Im ersten Akte, bei dem Duell zwischen dem Komtur und Don Inan, wurde er von seinem Gegner, dessen Florett aus unbekannten Gründen nicht mit einem Kchopfe auf der Spitze versehen war, an der Brust nicht unerheblich verletzt. Der Sänger erlitt einen starken Blutverlust, sang aber seine Partie tapfer ztt Ende, ohne daß das Publikum etwas bemerkte. Als der Vorhang fiel, sank er ohnmächtig zu Boden. Der Arzt erklärte nach der Untersuchung, daß, wenn die Wunde drei Millimeter tiefer gewesen wäre, der Künstler in ernster Gefahr geschwebt hätte. * 5$Ion der Zigarrenarbeiterin zur Millionär s g a t t i n. Eine sensationelle Hochzeit fand soeben in Nore- ton, Connecticut, statt. Der junge Millionär T. G. Phelps Stokes, der sich durch seine große Wohltätigkeit einen Namen gemacht hat, verheiratete sich mit Miß Rose Pastor, deren außergewöhnlicher Entwicklungsgang viel von sich reden machte. Sie ist, laut „B. L.-A.", im Londoner Ghetto von russischen Eltern geboren und war dann in Cleveland Zigarrenarbeiterin. In ihren Mußestunden bildete sie sich wissenschaftlich fort, und ihre schriftstellerische Begabung verschaffte ihr den Ruhm einer Dichterin. Zuletzt studierte sie an einer amerikanischen Universität. Sämtliche Mitglieder der Familie Stokes wohnten der Hochzeit bei Ein Extrazug brachte 500 Gäste dazu aus Newyork, darunter viele einfache Freundinnen der Brant ans dem Newyorker Ghetto Auf seiner Hochzeitsreise gedentt das junge Paar das Londoner Castend zu besuchen. ™ ..*, SMTageschronik. In Cannstatt wurde eine 63 jänrige Frau von einem Automobil überfahr en und auf der Stelle getötet. Der Besitzer des Automobils ist ein Stuttgarter Kaufmann. — In Hainichen i. S. brannte das Trockenlager einer Fellgerberei ab, wobei ein Arbeiter verbrannte. Er hinterläßt Frau und vier Kinder. — Ein vom Dezirksturnfest in Gößnitz (S.-A.) nach Gera heimkehrender Turner wurde mit zerschmettertem Schädel aufgefunben. Er war im Uebermut auf einen Eisenbahnwagen geklettert, wo ihm bei einer Untertimnehmg das Unglück widerfuhr. — In L e i p z i g wurde der Eisenbahnschaffner Stephan von vier Männern übenallen und derart mißhandelt, daß er an den erhaltenen Verletzungen starb. Die Täter sind noch nicht ermittelt. — In Zwickau nahm die Polizei einen Mann fest, der an einem zehnjährigen Mädchen ein Sittlichkeitsverbrechen verübte Der Verbrecher soll mit dem Mörder der Reinen Simon aus Reichenbach tdcntpch fein. Er heißt Müller und stammt aus Großenhain. — In Brüssel ereigneten sich anläßlich der Un- abbängigmt5mcr mehrere Unglücksfälle. Eine große Feuerwehrleiter, auf der sich ein Feuerwehrmann befand, stürzte um Mehrere Personen wurden verletzt, während der Feuerwehrmann Wenn man bie Gestriger .1. Dezember 1. Juli Frankfurt a. M., 24. Juli Offizielle Schlosskurse. Tendenz: fest. 4 % Oeeterr. Goldrente . 10160 4‘ Gestern. Silberrento . 101.20 . 97.55 . 106.30 . 67.30 . 67.00 . 135.50 54.00 Ungar. Goldrente Italien. Rente . Portugieser I 1 ortugiesen. UI TJnif. Türken Deft Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Laurahütte . Bochumer . . Dortmunder . Harpener . . Gelsenkirchener Konsolidation . Luxemburger . 4% 40/ 4% 3° 1% . 69 20 . 96.75 . 137 00 . 125.70 . 207.10 190 00 . 144.90 . 158 70 . 170 00 . 143 90 . 18 05 . 186.00 . 262.80 252.50 . 220 80 . 100.45 . 101.20 . 90.25 . 101.40 . 90.35 . 100.70 . 99.50 Kurs 262.80 252% 102.25 220.80 235.75 439.75 263.- 1905 257.— 244.— 88.55 207.— 227.25 422.75 201 — Märkte. 1904 258.— 233.25 87.25 213.20 231.25 435.— 100.50 378% 3'/,°/ 3°/n Vh% Reichsanleihe do. Konsols . do. . . Hessen Oberhessen 8°/0 Mexikaner 41/7.10 >9.38 15J2 •5.- 1-25 ?Hlge b« i^Ulev. Ze^lt "' man die 'öe,! haupi- » "'"em r'^naftien «?erlte noch 9elQ'ien, unb s "”e seither emÄ^^en. Üblich, weil S Kulissen Rapier m di« °°ch immer 1 !u eriahren, >e Hausse an- ’lt und auch ,n- vorhanden Jecl* bciremb- ° wie bisher. orsteNung der olqen: Eieigeruna leit 1. Juli |t/s Proz. 143 ' 13'/, 8'/, ' 17 62 ' Wochenmarkt Tt. 7-8 -7 Pig, 4 .Liter 21 Psg, Hühner pr.Ä. en pr. Stüj ch vr. Pfund Schweine- a, pr. Pfund ck pr, Pfund iebelnpr.Zn. per Zentner 0 >. 00-00 Pg. Zentner 0 bis cucht chreise t in Gieße» -80 W -74 , i-80 , xtx Gießen I Rg. 52 W7 st25q. 4S M. psychiatrischen s nach Halle Er UniversM ässen der Vei> ib zu Eisenach Heu Korpora- löten. . traten sofoü onen in einem Lust unb 1 W* iwimmanstalb ukehrsanstalte« inq vorgelegten in welcher die der vierte» des Frttyerrn fchrift wü jgerwand-Eis' 25. Juli, auf- e Schluss^ srt oe l?es ibn ndit k 96.75 ' 137 00 ' 125.70 ‘ 207.10 190 00 144.90 ' 15870 17000 1805 ' 186.00 ' 262.8° ' 952.50 22080 ' 100.45 in Ki"d »D * bv‘/. «ö <2 <2 6=1 s iS 61 3 S CO S= Ä St CM co & o o := «I» c 2. O' u» -c o

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Der Präsident Gr. Landgerichts, der Provinz Oberhessen I. 93.: Dr. Güngeri ch. «werben erfolgt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Bad-Nauheim, am 25. Juli 1905. Baubehörde für die Neubauten in Jost. 5 Mark und mehr per Tag Hausarbeiter Strlckmaschinen-Gesellschaft. Gesucht Personen beiderlei Geschlechts zum Stricken auf unserer Maschine. Einfache und schnelle Arbeit das ganze Jahr hindurch zu Hause. Keine Vorkenntnisse nötig Entfernung tut nichts zur Sache u. wir verkauf die Arbeit. 0. Kunau & Co., Hamburg Z. V. N., Merkurstr. 274 frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.—* O Dank sch re Iben gehen täglich ein. Wtelu, NapbUlon Je 15, Walrat IS, Bemeefott, VeneU Terp., Kampferp6a»ter, Perubaliam Je 8, Eigelb 80. Chryiarobln Zu haben in den Apotheken. Hirsch-Apotheke und Universitäts- Apotheke in Glessen. Kckkl 993|4°io Ziilkergehalt zum Einmacheu und zur Weinbereitung wie bekannt billigst bei UM Heran. 30 bis 150 Pfg. bis 250 das Paar k Holterhoff Söhne. siraße) einzusehen. Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen werden zum .Selbstkostenpreis abgegeben (nicht versandt). Der Zuschlag kann nach Losen getrennt oder für mehrere Zofe gemeinsam erteilt werden. Die Angebote find verschlossen und portofrei mit entsprechender Aufschrift versehen an die unterzeichnete Behörde bis spätestens 8. August vormittags 10 Uhr^ einzusenden, : worauf deren Eröffnung im Beisein etwa ( 'Y, Versteigerung. Die von dem Feuerwehrfest übrig gebliebenen Dielen und Rundhölzer werden 3896 Millwoch den 26. Iull, nachmittags 2 Flyr, auf Oswaldsgarten versteigert. Si elfe BÄ kein Zimmergefchäft, Schottslr. 19. BetanntMachuuK, Die neu errichtete Stelle eines ttreisstrafienwarts mit dem Sitz in Nieder-Bessingen oder Nonnenroth soll demnächst besetzt werden. Bewerber wollen ihre Meldungen bei Kreisstraßenmeister Listmann in Hungen bis längstens 15. August l. Js. schriftlich einreichen, ivobei Alter und seitherige Beschäftigung unter Beifügung etwaiger Zeugnisse anzugeben sind. Gießen, den 18. Juli 1905. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Bietzen. Bekanntmachung. Für die Zeit des dem Gr. Notar Herrn Katz in Gießen Erteilten Urlaubs vom 22. Juli bis 17. August 1905 ist Rechtsanwalt Herr Kaufmann daselbst zum Vertreter bestellt Hübsch ind Alle, die eine zarte, weiß- Haut, rosiges, jngendfrischesAus-- ehcn und ein Gesicht ohne Sommersprossen und Hautuu- reinigkeiteu haben, daher gebrauchen Sie nur: Steckenpferd-Lilienmilch-Seife v. Bergmann & Co., Radebeul mit Schutzmarke: Steckenpferd. & St. 50 Pfg. bei: P. I. MübS, Eine Schachtel frei leilmiltel gegen Bheumalisinns und Gicht Wenn Sie mit Rheumatismus oder Gicht geplagt sind und Heilung von Aerzten aufgegeben ist, schreiben bie mir einmal, undich werde Ihnen ganz kostenlos eine Schachtel meines wunderbaren Heilmittels senden, welches mich und tausende Andere vollständig geheilthat.Darunter befanden sich Leute, welche schon 40 Jahre lang, mit dieser Krankheit behaftet waren. 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Polizei-Bervvdmmg, betreffend die Benutzung der öffentlichen Brunnen und derstadtischen Quellwasserleitung in der Stadt Gießen- Aus Grund des Artikel 56 pos. 1 der Stad eordnung wird grurch nach Anhörung der Stadtverordneten-Berlammlung unter immung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Grotzh. tkteriuins des Innern und der Justiz vom 15. -Rai zu ^-cr. g)L I. 13879 für Die Provinzial-Hauptstadt Gtetzen verordnet wie folgt: T Die Benutzung der auf öffentlichen Straßen und Plätzen auf- aestelllen Ventilbrunuen der städtischen Quellwasserleitung ist nur &totSü HanSbeda'rf gestattet; jede Etergeheii^Ew- nnhme Don Wasser aus die en Brunnen, insbesondere zu gewero ober l«nbro"rtid)aftl-d5=-t Zw-ck-n oder unter Verwendung von Schläuchen oder Fuhrwerken ist verboten. Gleiches Verbot kann nötigenfalls vorübergehend auch für die öffentlichen Pumpbrunne» auf Veranlassung der Großherzogltchen ^"«^'Äes'L aü"t7»ff-n«lichc.. Brm.ucu dar, nur mit reinen Hubern, Eimern und kleineren Gefäßen entnommen werden. Em unnützes Lausenlassen der Ventilbrunuen i|t verboten. Beim Wafferholen gebührt dem znerft kommenden für die Füllung höchstens zweier Gefäße der Vorzug. § 2. . Qebe Beruureinigttug der öffentlichen Brunnen, sowie öer zugehörigen Ständer, Schächte und Vorschachte, Ablamsichalen, Tröge und Rinnen, desgleichen das Ausspulen, Ab- und Auswaschen aller Art von Gegenständen, sowie das Waschen von Gemüse rc. und das Viehtränken an den öffentlichen Bruuuen ist unterlagt, unbeschadet der Befugnis zurEntnahme von Wasser zu etzterem Zweck. Desgleichen sind verboten alle Handlungen beim Gebrauch der öffentlichen Brunnen, welche im Winter zu gefährlicher Eisbildung Anlaß geben können, ferner das Entleeren von Wasser m die Schächte der Pumpbrunnen und m die Vor- (oder Emlauf-) Schächte der Ventilbrunnen. § b» Die unbefugte Eutziehung von Wasser ans der Qnell- ^raNerleitung, soioie jede den Bestimmungen iur den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Sladt Gießen widersprechende Benutzung der Wasserteilung ist verboten. Bei Brandausbruch in der §sladt smd^ alle Zapfstellen der Privatleitungen bis nach Bewältigung des Feuers möglichst ge- ^^^dhreud"der Dauer außergewöhnlichen Wassermangels kann durch Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei die Abgabe von Wasser aus der Wasserleitung im Allgemeinen auf gewisse Tagesstunden eingeschränkt und im Einzelnen auf Veranlassung Eiotzh. Bürgermeisterei durch die unterzeichnete Behörde die Berivendung solchen Wassers seitens der Privaten zum Speisen von Spring- brunuen, nun Besprengen von Gärten und Trottoirs, sowie §u gewerblichen Zwecken vorübergehend untersagt werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizei-Verordnung und die auf Grund derselben erlassenen Verbote werden, sofern nicht höhere gesetzliche Strafen emzulrelen haben, mit Geldstrafen dis zu 30 IVk., an deren Stelle im Falle des Unvermögens Haft tritt, bestraft. § 5. Diese Polizei-Verordnung tritt alsbald in Kraft. Gießen, den 25. Mai 1893. Grotzherzogliches Polizeiamt Gießen. F r e s e n i u s. _________________ Wackn-ZeMe Sonnenstraße 5 empfiehlt Ansichtstarten allen Genres. Ncu! Tas cstene Psckiit zE" auf der Postkarte ä Stück 15 Pfg. 04899 Arbeits-Bergebnug. Die nachstehenden bei der Erbauung des Badehauses VlII zu Bad-Rauhcim vorkommenden Arbeiten des „In- uereu Ausbaues" werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Zur Vergebung kommen: WeitzbinderarSeit im Jn- aeru; Los I und III zu je ca. 380 qm Gipsrapputz, ca. 90 qm Kalkrapputz, ca. 880 qm Deckenputz, ca. 2050 qm glatten Wandputz des Erdgeschosses usw. LoS II und IV zu je ca. 480 qm Deckenputz, ca. 1180 qm ! glatten Wandputz der Zwischen-, Ober- und Dachgeschosse, ;ca. 79,00 lidm. Hohlkehlen in Gips. Angebotsunterlagen sind in unseren Amtsräumen (Zander- » 2 „ 5*/z n Uhr. Wetzsteinstraße 45. Billigste Ausnahmepreise für: Einmachgläser in allen Größen, Wasierflaschcn mit Glas von 25 Pfg. an, Wein-, Bier- u. Wassergläser, Kinder-Flaschen, la. Gummi- sauger. 3755 ^"""”^^^^^^3618 Zinsfuss 372 v/0. Kassastunden: Täglich vorm. von 8 bis 12 Uhr. Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (DARMSTÄDTER BANK) Seit Sirtetdn la. Wetterauer Ware, gelbe Perle von Erfurt und Frührosen versendet inkl. Sack ä 4.— Mk. pro Zentner gegen Nachnahme 13728 Simon li. Echzell i. d. Wetterau. 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I && Charlotten bürg 5. (gntmcF Seuliug Das Konkursverfahren über das Vermögen des Restaurateurs Anton Koch in Gießen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 17./20. Februar 1905 angenommene Zwangsvergleich durch rechts- kräftigen Beschluß vom 20. Februar 1905 bestätigt ist, hier- durch aufgehoben. B2B/7 Gießen, den 21. Juli 1905. Großherzogl. Amtsgericht. Mjllwvih öen Z6. >nlt I. J., nachmittags 2 Uhr, 3898 versteigere ich im Bieker'schen Saale: 10 Mille Zigarren, ein Vernkow, 1 Pfeiterschränkchen, 1 Schreibtisch, 1 ovalen Tisch, 1 Spiegel, 1 Sofa, 1 geschliffenes Granatkollier, 1 Armband, em Medaillon, 1 Theke mit Marmor- platte, 2 Plüschsessel, eine voll- ländige Laden-Einrichtuna für Spez., 1 Metalldrehbank, 1 Fahrrad, 1 Dezimalwage u. v. a. Geißle r, Gerichtsvollzieher. Bersteigerung. Donnerstag, den 27. Juli d. I., vormittags H Uhr versteigere ich auf dem Holzplatz des Phil. Earl Euler in Gießen, Hammstraße 24 einen zur Konkursmasse des ver- storbenen Heinr. Keßler in Lollar- gehörigen L3900 Mmtlencn Lilhenstmm, 8,99 qm im Auftrag der Konkursoerwal- tung gegen Barzahlung. Die Bersteigerung findet bestimmt statt. Bor n, Gerichlsvyll-ieher.