Redaktton, Expedition u. Druckerei: Schulstr.R. Lei. Nr. bl. Lelegr..Adr. r Anzeiger Lieh«, Nr. 86 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 25. April 1805 vrfcheint mtt Ausnahme de» Sonntags. Rotationsdruck und Verlag der vrühl'lch« ---- S AWAWwW ül oy Ai O AM Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gieße». Die „Gießener ZamNienblStter- werden dem || WM W M |L< p £3 || pU' h ß Li ü ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der O W ZT, MM k E W W U, W & B U. B «Helstiche randvirt- erichemi moaaUtch einmal. Mr M V ä v General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen. --------------- ■ -------- - ——— Voiltische Wochenschau. Gießen, 25. April 1905. Das Osterfest ist vorüber. Die deutsche Kaiserfamilie verbrachte das Fest im sonnigen Süden an der Küste Siziliens. Der Kaiser, so heißt es, wird demnächst einen Automobil-Ausflug nach Apulien unternehmen. Mit Ausnahme einiger wichtiger Fragen zeigte sich in der verwichenen Woche auf dem Gebiete der gesamten Politik österliche Ruhe. Der preußische Hochschul-Konflikt brach im Anschluß an die ministerielle Verfügung, daß dem Ministerium die Ausschußstatuten der Studentenschaften zur Genehmigung vorzulegen seien, von neuem au§. Rektor und Senat in Götttingen protestierten in einer öffentlichen Erklärung gegen diesen Eingriff in die Selbstverwaltung der Universitäten. Die offiziöse „Rordd. Allg. Ztg." äußerte daraufhin wörtlich folgendermaßen: In Anbetracht der auffälligen Tatsache, daß die Göttinger Eingabe bereits in verschiedenen Mattern veröffentlicht wurde, erscheint es angezeigt, besorgt zu sein. Es handelt sich in Wirklichkeit nicht um eine nahezu selbstverständliche geschäftliche Maßnahme. Es liegt bekanntlich in der Msicht der Unterrichtsverwaltung, möglichst bald unter Zuziehung berufener Organe der Universitäten und technischen Hochschulen einzelne grundlegende Bestimmungen für die Errichtung und die Zuständigkeit der studentischen Ausschüsse aufzustellen. So lange aber diese Angelegenheit noch in 'der Schwebe ist, kann es begreiflicherweise nicht als zuträglich erachtet werden, an dem jetzigen Stande der Dinge etwas zu ändern, und damit vielleicht der weiteren Entwicklung nackiteilig vorzugreifen. Lediglich aus diesem Gesichtspunkte ist die Ministerlalverfügung hervorgegangen, und sie hat daher einen durchaus transitorischen Charakter. Es ist also alle Aussicht vorhanden, daß durch die demnächst stattfindenden Konferenzen der Wunsch des Göttinger Senats von selb st in Erfüllung geht. Erst nach dem Abschluß der Beratungen wird eine meritorische Diskussion möglich sein, ob in der ganzen Sache die akademische Freiheit zu ihrem Recht gekommen ist oder nicht. Wir müssen daher zur Zeit davon absehen, in eine nähere Besprechung der Ausführungen des Göttinger Senats einzugehen. Ob man in Göttingen und anderwärts mit dieser Erklärung der Berliner Regierung völlig einverstanden sein wird', scheint zweifelhaft. Das preußische Ministerium des Geistes beabsichtigt offenbar, die studentischen Ausschüsse unter seine direkte Obhut zu nehmen unter Umgehung der akademischen Behörden und nennt das eine eine einfache geschäftliche Angelegenheit, von der es vorauS- zusetzen scheint, daß die Universitätssenate ihm darin gar nicht hineinzureden hätten. Das werden weder die preußischen Professoren, noch die preußischen Studenten sich ohne weiteres gefallen lassen und sie werden nach wie vor auf ihrem Posten sein, um die arg bedrohte akademische Freiheit nach Kräften zu schützen. Der Tod des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Gutbrod, der kaum zwei Jahre lang seinen verantwortungsreichen Posten bekleidete, wird möglicherweise eine Verzögerung in der Entscheidung über den lippeschen Thronfolgestreit veranlassen, der übrigens soeben der Gegenstand eines neuen Prozesses geworden ist. Der Vizepräsident des lippeschen Landtags hat gegen den verantwortlichen Redakteur der - „Lipp. Landesztg." die Beleidigungsklage eingereicht, weil die „Landesztg." ihm den Vornmrs gemacht hatte, daß er mit den Schaumburgern, als den Gegnern der Staatsregierung, konspiriere, daß er von ihnen Instruktionen entgegengenommeu habe und daß sein Verhalten an Hochverrat grenze. Der Prozeß dürfte große Heberraschungen bringen. Frankreichs auswärtige Polittk macht gegenwärtig eine Krisis durch. Delcasse hat sich bei allen seinen politischen Kombinationen auf die Position eines starken russischen Bündnisses gestützt. Als der russisch-japanische Krieg Rußlands Schwäche enthüllte, gelang es ihm nicht, den richtigen Augenblick zur Frontveränderung zu finden. So hatte er in einer der letzten Sitzungen der Deputiertenkammer seine marokkanische Prote"ktoratspolitik zu verteidigen. In der Kammer wurde von allen Seiten anerkannt, daß zwischen Frankreich und Deutschland ein Mißverständnis vor- liegt und von feiten der Regierung wurde erklärt, sie sei bereit, es zu beseitigen und erwarte deutsche Vorschläge. Das klingt versöhnlich und entgegenkommend, enthält aber leider den Grundirrtum, es sei ein Bedürfnis Deutschlands, die neuesten Schritte seiner Politik in Marokko zu legalisieren, und Frankreich verfahre liebenswürdig, ja, wie ein englisches Blatt sich ausdrückt, großmütig, wenn es zur Erfüllung dieses deutschen Wunsches die Hand biete. Solche falschen Grundansichten dienen lediglich zur Verlängerung des „Mißverständnisses". Deutschlands Vorgehen in Marokko bedarf keiner fremden Genehmigung, weil es sich nirgends mit dem anerkannten Völkerrechte, weder mit dessen allgemeinen Regeln noch mit den besonderen auf Marokko bezüglichen Abmachungen in Widerspruch setzt. Unmittelbare Verhandlungen mit der marokkanischen Regierung, Sondergesandtschaften an den Hof des Sultans, Regelung der Beziehungen zum Sherifischen Reiche als zu einem unabhängigen Lande selbständige Wahrnehmnng der eigenen Interessen, dies alles ist in Marokko Rechtens, ist der auch m dem engüsch- sranzösischen Abkommen anerkannte Status quo. Erstaunen schreibt der ,®au(oi§* zu der nut allerhand Volks- festlichkeiten verbundenen Reise des Grafen von Hattenbach nach Fez, offenbar beabsichtige Kaiser Wilhelm direkte Beziehungen zum Maghzen anzuknüpsen. Novum liegt ater gerade darin, daß Frankreich herkömmliche Beziehungen unterbinden, sich zwischen der marokkanischen Regierung und anderen Mächten als Kontrollinstanz einschieben und spätestens in 30 Jahren seine Schutzherrschaft über Marokko aufrichten will. Diese französischen Ansprüche sind es, denen eine der Madrider Konvention von 1880 entsprechende völkerrechtliche Legalisierung fehlt. Sie zu beschaffen, fft Aufgabe der sran- zösischen Diplomatie. Deleaffä selber brachte in der vergangenen Woche sein Entlaffungsgesuch ein. Am Samstag aber erschien eine offiziöse Rote, die konstatierte, daß DelcaffH eine Unterredung mit Rouvier hatte bezüglich der Erklärungen, welche Rouvier am Mittwoch in der Kammer bei der Marokko-Debatte abgab, und alsbald zog Delcassö seine Demission zurück. Diese Rote bestätigt, daß tatsächlich infolge des Eingreifens Rouviers in die Marokko-Debatte eine Spannung zwischen Rouvier und Delcaffö bestanden hatte. Pariser Blätter vermuten, daß Präsident Loubet in einer Unterredung mit Deleassß diesem vor Augen geführt hat, daß sein Rücktritt unter den jetzigen Verhältnissen Frankreich in eine prekäre Lage gebracht hätte. Sie geben jedoch auch der Ansicht Ausdruck, daß es nicht ausgeschloffen sei, daß Deleassö nach einigen Wochen seinen Rücktritt dennoch zur Tatsache machen werde. Die Verhandlung über den Gesetzentwurf betreffend die Trennung von Kirche und.Staat hat in der Deputiertenkammer zu Paris bisher einen für den Gesetzentwurf günstigen Verlauf genommen. Die vier ersten Artikel des Gesetzes sind genehmigt. Ztr der an Porzellanfabriken reichen französischen Stadt Limoges brach ein ArbeiterauAstand aus, der eine Aufwendung von militärischer Hilfe nötig machte. Die streikenden Arbeiter überschütteten das Militär mit einem Hagel von Eifenstücken und Steinen: als die Soldaten dann ohne Befehl von der Schußwaffe Gebrauch machten, wurde ein Arbeiter getötet. Zm Parlament wurde am 22. d. M. der Vorfall zur Sprache gebracht. Der Minister des Innern Etienne zeigte die Beilegung des Konfliktes an, worauf die Kammer 50 000 Francs für die Opfer beg Streiks bewilligte. Der Besuch des englischen Königspaares in Algier und der algerischen Hafenstadt Philippe Ville mußte die französische Republik für die vielen Unannehmlichkeiten auf dem Gebiete der äußeren Politik schadlos halten. Loubet hofft das englische Königspaar bei seiner Rückreise nach England 48 Stunden in Paris bewirten zu können. Es ist noch fraglich, ob nicht das Interesse Englands an der englisch-japanischen Allianz diesen Besuch im letzten Moment vereiteln wird. — Der italienische Eisenbahn erstreik wurde durch die entschiedene Haltung des Ministeriums rasch beendigt. Der Eisenbahnerdienst wurde in ganz Italien am 22. d. M. in regelmäßiger Weise wieder aufgenommen. Das Verstaatlichungsgesetz der italienischen Eisenbahn gelangte in beiden Kammern mit großer Mehrheit zur Annahme. Damit ist ein großer Fortschritt auf dem Wege der wirtschaftlichen Sanierung Italiens errungen. In Kreta eröffnete Prinz Georg von Griechenland die Kammer mit einer Darlegung seiner Politik. Die Kammer proklamierte den Anschluß Kretas an Griechenland, ihre Mitglieder leisteten den Nd auf die griechische Verfassung und schwuren dem König Georg Treue. Die Zollbehörde hat Dokumente ausgegeben mit der Aufschrift „Königreich Griechenland". Vor dem Gericht erklärten Advokaten, an keiner Versammlung teilnel/men zu können ohne Anwendung der griechischen Gesetze. Die Bevölkerung feierte das Fest der Vereinigung. Italienische, französische und englische Truppen haben verschiedene Punkte der Insel besetzt. Die Behörde machte den Versuch, den griechischen Zolltarif einzuführen, wogegen die Konsuln Der europäischen Mächte protestierten. Die beabsichtigte Einführung wurde alsbald aufgegeben. Der Oberkommissar Prinz Georg wird den Beschluß der kretensischen Nationalversammlung unverweilt den vier Schutzmächten zur Kenntnis bringen. Man nimmt an, daß die Mächte zwar die Unabhängigkeit Kretas nicht dirett anerkennen, daß sie jedoch einwilliqen dürften, daß die internationalen Truppen durch griechische ersetzt werden. Sehr bemerkenswert ist, daß der italienische Minister des Mußern Tittoni am 29. April in Venedig den Besuch des österreichisch-ungarischen Ministers des Aeußern Grafen v. Goluchowski empfangen wird, was ein neuer Beweis für die ausgezeichneten Beziehungen der beiden verbündeten Staaten ist. Der Besuch hat den Charakter einer Kundgebung und des Austausches von Höflichkeiten. Vor allem erblüft man in der Entrevue ein Dementi jener Kommentare, die aus Nichterwähnung Oesterreichs in dem letzten Trinkspruch des Königs Viktor Emanuel in Neapel und aus den Verstärkungen der Rüstungen in Oberitalien eine gewisse Trübung des Verhältnisses zwischen Oesterreich und Italien deduzieren wollten. Im Vordergrund dürften aber die bulgarische Königsfrage und die macedonischen Reformen stehen. Auch die Annexion Kretas wird vermutlich in den Kreis der Erörterung gezogen werden, da Italien die einzige Dreibundmacht ist, die den Schutzmächten angehört. Rußland bietet immer noch das alte Bild. In der letzten Woche war von geheimnisvollen Attentatsversuchen auf die Zarin-Mutter die Rede. Es wurden dabei die Namen der Nichte des Generals Trepow, ihrer Schwester, der Fürsttn Teniscbew, und -der Tochter des Generals Leontjew genannt, die in das Komplott verwickelt waren. In der Realschule zu Romny in Polen explodierte eine Bombe während des Unterrichts. Ein Schüler wurde getötet, mehrere verwundet. In Warschau feuerte ein Infanterist an einer lebhaften Straßenecke aus seinem Gewehr mehrere Schüsse ab und verletzte zwei jüdische Arbeiter und ein Mädchen schwer. Ein Schutzmann und Soldaten von einer Patrouille konnten den Mörder nicht entwaffnen. Dieser tötete dann den Maler Tropinski und verletzte einen Feldwebel schwer, bis er ergriffen und gefesselt werden konnte. Ter MörderdesGroßfürsten Sergius, Koliajew, wurde in seinem Moskauer Prozeß zum Tode verurteilt. Wie man bestimmt versichert, wird er aber nicht hingerichtet, sondern lebenslänglich im Kloster Susdal ein gesperrt werden. Aus dem mandschurischen Kriegsschauplätze begann eine neue aggressive Bewegung der Japaner. Sie befestigen bei Charbin fieberhaft die Positionen östlich und westlich der Eisenbahn. Diese Arbeiten werden gewöhnlich ■■■"' r...... ' beobachtet vor ihrem Vorgehen. Erschreckend groß ist die Menge Wahnsinniger, die den Kriegsschauplcch verlassen müssen. Die Militärhospitäler in Moskau sind überfüllt. Wo nur Platz für 30—40 Kranke ist, müssen hundert untergebracht werden. In verschiedenen Militärhospitälern kampieren die Kranken auf den Korridoren. Die Bewegung ber Japaner nach Osten ist in der Linie PatsiatLU-Tucmgu- Ufanhu zum Stehen gekommen. Japan ist mit Frankreich in erhebliche Diffe- r e n z e n geraten, da es dem russischen Geschwader uitttt! Roschdjestwenski eine Verprovicmtiermrgsstätte in der Kam- ranhbucht gewährte. Japan sandle eine Protestnote an Frankreich ab und teilte den Verein. Staaten seine gegen die französische Neutralitätsverletzung begonnenen Schritte mit. In Japan erwartet man, Frankreich werde eine Untersuchung über die Berechtigung der japanischen Klagen beantragen. Die japanischen Blätter kommentieren die Neutralitätsfrage eifrig. Fast täglich finden in Tokio Versammlungen ft att, in denen die Haltung Frankreichs auf das schärffte getadelt wird. Der englische Botschafter in Paris hat seinen Osterurlaub unterbrochen und ist nach Paris zurückgekehrt, um dem Ministerium des ^Aeußem eine Note der engllschert Regierung zu überreichen, in der die Vorstellungen Jch-ans wegen des Verweilens der baltischen Flotte in der Bucht von Kamranh unterstützt werden. Die Note ist in ber höflichsten Form abgefaßt. Inzwischen ist die französische Regierung amtlich davon verständigt worden, daß das russische Geschwader die Bucht von Kamranh verlassen hat. Mcm erhielt in Paris vom Petersburger Kabinett die Versicherung, daß Roschdjestwenski angewiesen worden sei, sein Verhalten künftighin so einzurichten, daß Fransi:eich keine Rella- mationen von japanischer Seite zu gewärttgen haben werden — In Hongkong erwartet man das soforttge Auslaufen der englischen Flotte. Die Lokalbehörden zeigen dort äußerste Wachsamkeit hinsichtlich der auslaufen- den Frachtschiffe, die stteng auf Konttebande untersucht werden. Ein Dampfer, der in dichtem Nebel durchbrennen wollte, wurde angehalten und englische Wachen daraus belassen. Ausland. P a r i s, 24. 'April. In politischen Kreisen ist man über das Verbleiben Delcasses im Mute sehr befriedigt. „Pattie" versichert, in den Wandelgängen der Kammer habe ein sehr bekannter 'Abgeordneter erklärt, Delcasss möge sich später zurückziehen, aber er dürfe es nicht auf Befehl Kaiser Wilhelms. — Präsident Loubet ist gestern abend nach Bordeaux abgereist, um dem dortigen Bun des turn fest unb der Einweihung des Gambettadenkmals beizn- wohnen. Mit dem Präsidenten sind nach Bordeaux gereift die Minister des Innern, des Krieges und der öfientlichenl Arbeiten, der Unterstaatssekretär der schönen Künste Du- jardin-Beaumetz und Senatspräsident Fällröres. Dek- cassd entschuldigte sich, er könne nicht, wie vorgesehen, Loubet begleiten. Beim heuttgen Empfange in der Präfektur zu Bordeaux stellte der Präfekt dem Präsidenten das Konsularkorps vor. Der Präsident gab dabei seiner Freude Ausdruck, von den guten Beziehmrgen zu hören, die zwischen den fiemden Konsuln und den Behörden sowie der Bevölkerung unterhalten würden. Die Konsuln trugen so dazu bei, die Bande der Eintracht unb Freundschaft enger zu knüpfen, die Frankreich MMcherweifej mit allen Nationen unterhalte. Der Präsident tnie8f darauf hin, daß die Regierung und die öffentlichen Gewalten stets bemüht seien, für die Besserung der Lage der Armee einzutteten. Der Präsident fügte hinzu: Wir haben! auf die Armee und die Marine die größten HoffnunaenI gegründet. Ihre Stärke ist die beste Sicherheit für benj Frreden und die Würde des Landes. Kriegsminister Borte aux erwiderte beim heutigen Festmahl auf einen vmt den Vorständen der ausländischen Turnverbände ausgebrachten Trinkspruch: Dem Rate Gambettas folgend, richtete das republikanische Frankreich gleich nach seinem Unglück seine Kräfte wieder auf, nicht, um damit zu drohen, sondern um cm die Freundschaft der Nachbarnattonen z» appelieren. Rom, 22. April. Der auf der Urlaubsreise hier befind» liche Staatssekretär des deutschen Reichsmarineamts Admiral v. Ti r pi tz stattete heute dem Marineminister Mir a-/ bello einen Besuch ab. — Am Nachmittag traten die Botschafter von Englands Frankreich und Rußland, als Vertreter der Schutzmächte von Kreta beim Minister des ^Aeußeren zu einer Beratung zusammen, die geheim gehalten wird. Petersburg, 22. April. Prinzessin Heinrich von Preußen wird, ohne Moskau besucht zu haben, am 25. April nach Deutschland zurückreisen. C a n e a, 23. April. Der Oberkommisiar Prinz Georg, ließ den Deputierten die Antwort der Garanttemachte Mitteilen, in welcher sie ihre Entscheidungen beftättgen. Mej Deputierten beschlossen, mit dem Volke sich über das nunmehr zu beobachtende Verhalten zu verständigen. Sie er* wählten aus ihrer Mitte eine zehngliedrige Kommission, welche sich mit dem Revoluttonskomitee in Therisso über ein in der Folge zu beobachtendes gemeinsames Verhaltevt ins Einvernehmen setzen soll. (Berg!. Wochenschau.) Tanger, 22. April. (Meldung der Agenee HavaS.^ Die Stämme der Donkala, Dschiadma und Mtuga in dep Nähe von Mogador sind in vollem 'Aufstande. Diq Scheits der beiden letzteren Stämme sind getötet toorbetL Constantin (Algier), 23. April. Den letzten Anordnungen zufolge werden der König und die Königin von En glaub heute nacht Philippeville verlassen, um sich zunächst nach Sardiuie n und bann nach Korsika zu begeben. Das Eintteffen in Marseille ist für den 2& 'April vorgesehen. Aus Stadl und Land. Gießen, 25. April 1905. ** Die Erinnerungsmedaille an die Hochzeit des Großherzogspaares wurde dem Oberbürgermeister Köhler in Worms sowie dem Gießener Stud. jur. Fried- rich D ch oN aus Mainz verliehen, der bet der Huldigung, die von der Studentenschaft der Landesuniversität in Lich dargebracht wurde, als ihr Vertreter an die Neuverniählten die Ansprache hielt. • * Ernannt wurde der Lehrer an der Realschule zu Michelstadt, Karl Ost, mit Wirkung vom 1. Mai zum Lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt unter Belastung 'm der Kategorie der Volksschullehrer. * * Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 7, enthält u. a. die öffentliche Anerkennung einer edlen Tat. C. K. H. der Großherzog hat dem Badehalter Karl Watrin zu Mainz, in Anerkennung der von ihm mit Mut und Ent- schlostenheit unter eigener Lebensgefahr vollzogenen Rettung der zwölf Jahre alten Anna Weinert zu Mainz vom Tode deö Ertrinkend, die Rettungsmedaille verliehen. * * Provinzial-AuSschuß. Am 29. d. MtS., vormittags */?9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Pro- vinzial-Ausschuffes der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Gelände zur Herstellung einer Straße längs den Gebäuden des neuen veterinärmedizinischen Instituts in Gießen. 2. Die Verpachtung der Gemeindejagd zu Glauberg, hier Beschwerde des Rudolf Stern zu Frankfi,rt a. M. gegen einen Gemeinderatsbeschluß. 3. Gesuch deS Johann Michael Desch zu Bleichenbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. ** Zur Revision der Bauordnung. Der Abg. Müller- Darmstadt führt in einer Zuschrift an die zweite Kammer aus: Die Au fwendungen für Erwerbung von Straße ngelände frnb immer mehr gestiegen imb es sind die infolge der Bestimtnnngen des Artikels 21 Absatz 1 der allgemeinen Bauordnung gestundeten Beträge zu einer solchen Höhe angewachsen, daß deren Zinsen schon bedeutende Summen ansmachen. Diese bleiben nach Lage der dermalen bestehenden Gesetzgebung der Gemeinde dauernd zur Last während die Kavitalbeträge erst dann zum Ausschlag auf die angrenzenden Grundbesitzer gelangen, ,,sobald auf ihren betreffenden Grundstücken neue oder altere Gebäude an die neue Baufluchtlinie zu stehen kommen oder ihren Ausgang nach der neuen Straße erhalten." Diese Bestimmungen haben mit der Zeit namentlich infolge der hohen GeländcerwerbsLsten $u einer übergroßen Belastung der Gemeinden geführt, die zum Ersatz der zum Gcländeerwerb aufgewendeten Kapitalien erst nach längerer Zeit gelangen können, wobei sich darm auch Schwierigkeiten und Streitigkeiten über die Zahlungspflicht 'ergeben, wenn ein Besitzwechsel stattgefunden hotte. Tatsächlich wird hier durch die dermalen bestehende Gesetzgebung die Geländespekulation unterstützt auf Kosten der Gemeinde. Es erscheint deshalb nötig, Vorsorge M treffen, „daß die Geländeerwerbskosten sofort auf die Besitzer von Bauplätzen ausgeschlagen werden können, danrit der Zinsverlust der Gemeinden vermieden wird und die Aufwendungen der sslemrfnden von denjenigen alsbald ersetzt weiden, in deren Interessen sie nicht Ttirr erfolgen, sondern deren Grundbesitz auch dadurch eine erhebliche Wertsteigerung erfährt, daß das Gelände Bauplatzeigenschaft erhält." Darmstadt, den 10. April 1905. Müller, Alb- geordneter. — Oberlehrerverein. Kommenden Samstag (29.April) findet in Bingen die Hauptversammlung des Hessischen Oberlehrervereins statt, die im vorigen Jahre in Verbindung mit dem ersten deutschen Oberlehrer- rage in Darmstadt abgchalten wurde. Außer dem satzungtz- gemaßen geschäftlichen Teil werden zwei Vorträge gehalten. Es sprechen Prof. Dr. Collin (Gießen) über .Das religiöse und erzieherische Moment in JbsenS Weltanschauung" und Direktor Dr. Helm (Bingen) über .Die moderne Frauenbewegung und die höheren Schulen". Das Programm für Freitag verzeichnet Spaziergänge und einen BegrüßungSabend, für den Sonntag ist ein Ausflug vorgesehen. Die Bestellung von Wohnungen vermittelt Oberlehrer Müller in Bingen. x Ein heiteres Stücklein trug sich vor Kurzem in einem oberhessischen Städtchen zu. Dort wohnt in seinem Hause neben dem Hospital ein Rentner, der einen hübschen Pudel hat. Eines Tages wurde der Pudel vermißt und sein Herr suchte ihn im Hospital, ohne ihn zu finden. Darum bat er einen im HoSpitalhofe wandelnden alten tauben Mann, ihm den Pudel, wenn er ihn antreffe, in seine Wohnung zu bringen. Der Taube liest den Leuten meistens ihre Worte an den Bewegungen von den Lippen. ,Wäi väil?" brachte der Alte, der recht undeutlich spricht, hervor. Der Rentner glaubte, der Alte, ein leidenschaftlicher Raucher, frage ihn, wie viel Zigarren er für die Gefälligkeit ihm schenken wolle. ,8roei/ gab ihm der Rentner durch Fingerzeichen zu verstehen. Der Alte nickte. .Wohäi? In Goarte?" fragte er. Der Rentner wies auf sein Haus. Der Hospitalit schüttelte erstaunt sein Haupt. ,Jn die Stuwwe?" „Ja, ja," meinte der Rentner. „Gaut, aich bring'»." Gegen Abend befand sich der Rentner mit seiner Familie und Besuch in seinem Garten. Als eS kühler wurde, begaben sie sich ins HauS. Schon im Hausflur machte sich ein durchdringender Gestank bemerkbar. Im Zimmer war es aber kaum zum Aushalten. Man suchte nach den Ursachen und fand endlich im Arbeits- simmer deS Hausherrn zwei mächtige Eimer frischen — Pfuhls stehen! Der gute Alte hatte den Rentner „Pfuhl" (Pull) statt „Pudel" verstanden und den Auftrag, den Pfuhl in die Stube zu bringen, getreulich ausgeführt. bs. Schotten, 20. Jan. Heute feierte Lehrer Schultheiß da? Fest seiner 30 jährigen Wirksamkeit in hiesiger Stadt. Aus diesem Anlaffe brachte der Turn- und Gesang- Verein dem Jubilar eine Ovation dar. Der Männerchor des Vereins trug eine Serenade vor. Herr K. Weitz, der zweite Sprecher des Vereins, entwickelte ein Bild über das ideale und selbstlose Wirken des Jubilars und brachte ihm und seiner Familie ein „Gut Heil", worauf Herr Schultheiß dankte. Der Jubilar war der langjährige Leiter des genannten Chores deS Vereins und des späteren MännerchoreS, und er ist auch der Veranlaget deS Turnhallbau-'S. Im Darmstädter Hof entwickelte sich nach dem feierlichen Akte eine nette Gemütlichkeit, gewürzt durch Ansprachen und GesangSvorträge. (T) Friedberg, 24. Avril. Am 1. Oster fei ertag fand in der Stadlkircbe ein Volkskirchenkonzcrt statt, veranstaltet van dem Organisten H. Müller. Der KonzertsSnger Ströbel ans Marburg bereicherte das Programm durch die Aria ans Händels MeffiaS. Fräulein Junker ans Karlsruhe fang u. a. die Arie aus Havdens Schöpfung. Der Cellist Meißner mis Franffurt spielte Stücke von Dach, Schubert und Tart inst Der gemischte Kirchengefangverein und der Schülerchor wirkten ebenfalls mit. Die geräumige Stabtkirche war dicht besetzt. (i.) Friedberg, 23. April. Ein Fahrraddiebstahl wurde tm Hot des Metzgers K. Renß verübt. Der Dieb bestieg das Rad im Hof und fuhr unbehelligt davon. — Auf dem Promenaden weg nach 'Dad-Aauheim wurde von roher Hand an mehreren schönen Kastanienbämnchen mit dem Messer die Rinde abgeschält. Mainz, 24. April. Der Eigentümer eine? Hauses in der Weißgasse wollte die Svvhons seiner Kanalleitungen reinigen. Der Marrn archtete mir einen Augenblick nicht auf die geöffnete Grrrbe, da war auch schon das Unglück geschehen und sein zwei- jäh r ig e s Ki n d in die Grube gefallen. Sofort sprang er dem Kinde nach, konnte aber das Kind in dem Grubeninhalt der ihm bis zur Brust ging, nicht finden. Dieser Vorgang war von einem im ersten Stock wohnenden Manne bemerkt worden, der in den Hof eilte und ebenfalls in die Grube sprang. Er war auch so glücklich, das Kind in die Höhe zu heben. Nun holten die anderen Hausbewohner eine Leiter und die beiden Männer stiegen mit dem geretteten Kinde wieder herauf. Dem Kinde hat das unangenehme Bad weiter nicht geschadet, die Mutter aber ist vor Schreck krank geworden. (f.) Rodheim v. d. H., 23. April. Ein Waldbrand bvach gestern abend gegen 6 Uhr an der Bahnstrecke Friedberg- Hornburg bei Holzhausen aus, anscheinend durch Funken der Lokomotive verursacht. Der Feuerwehr aus Holzhaufen gelang es, das Feuer in dem noch jungen Bestand einzudämmen, sodaß größerer Schaden verhütet wurde. Frankfurt, 24. April. Die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen (Prinzessin Margarete von Preußen) feierte am Freitag ihren Geburtstag. Aus diesem Anlaß waren zum Diner beim Prinzenpaar geladen und erschiene::: Prinz Heinrich von Preußen, der Großherzog und dieGroß Herzogin von Hessen, die Landgräfin von Hessen, Prinzessin Sybille von Hessen und ihr Gatte Freiherr von Vincke. Die sonst üblichen Ständchen der Kapellen des 80. und 81. Infanterieregiments unterblieben wegen der Karwoche. Die hohen Darmstädter Gäste kamen im Automobil hierher; nach dem Festmahl wurde in Autos eine Spazierfahrt nach dem Wald unteriwmmen. Cf.) Homburg, 24. April. An dem Wiederaufbau der S a a l b u r g wird wieder eifrig gearbeitet. In diesem Jahr wird das an der Porta dekumana gelegene Magazin (Horreum) errichtet. Bis zum Kviiermanöver soll es im Rohbau vollendet sein: der Kaiser selbst wird während des Manövers das Kastell besichtigen. Das Horreum soll zur Aufnahme des Saalburg-Museums dienen. Nachdem jetzt drei Tore vollständig wieder aufgebmrt sind, hat man dieser Tage mit der Errichtung des Nordtors (Porta Prätoria) begonnen. Der Aufbau der Urn- wallung imb Umfassungsmauer ist jetzt bis auf den Teil zwischen Ost- und Nordtor (Porta dextro und Porta Prätoria) gediehen. Die Ausgrabungen werden außerhalb des Kastells an der Straße Homburg—Wehrheim fortgesetzt. Allgemeines Interesse der Touristen erregt ein wieder vollständig aufgebauter römischer Backofen an genannter Straße. fc. Kassel, 24. April. Wie die „Hess. Post^ aus gutunter-: richteter Quelle hört, hat der Kaiiser die ihm vorgelegten Pläne über denTheaterneuban auf dem Auetor gebilligt. Die Stadt soll 600 000 Mark zu dem Neubau beitragen. * Kleine M itteilun gen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Gau-Algesheim a. Nh. findet im kommenden Jahre ein großer Gesangs-Wett st reit statt und es sind bereits die ersten Rundschreiben an 540 Vereine ergangen. — S. K. H. der Großherzog hat geruht, den Hauptlehrer an der Gewerbeschule zu A l z e y Johann Lorenz Wagner zum 1. Mai auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste zu ent- i lassen. — Die Anilin- und Anilinfarbenfabrik K. Oehler tn Offenbach, Inhaber Geh. Kommerzienrat Eduard Oehler, ist an die Chemische sftibrik Griesheim-Elektron verkauft worden. — Der städtische Finanzausschuß zu M a i n z hat beschlossen, den Kindern der Volksschulen, welche mit Rückgrat-Verkrümmungen behaftet sind, durch städtische Kosten, ohne Rücksicht auf die VermögenÄage der Eltern, orthopädischen Turnunterricht erteilen zu lassen. Zur Bestreitung der Kosten dieses Unterrichts wurden Mn-erft 8000 Mark in d^s Budget eingestellt. Dermiid>te». * Ein Antizigarettengesetz. In dem Staate Indiana ist seit einiger Zeit die Zigarette verboten und selbst das Halten von Zigaretten in Wobnnngen oder Läden mit schwerer Straie bedroht worden. Die Tabakläden konnten nichts weiter tun, als ihre Zigarettenbestände zu verbrennen. Die Bevölkerung erfuhr, daß es den Behörden mit der Durchssrhrung des Gesetzes durchaus ernst ist. Es fanden eine ganze Reihe von Verhaftungen statt. Ein Mann mußte 5 Dollars Strafe zahlen, weil er beim Rauchen einer Zigarette betroffen wurde, imd ein anderer zahlte sogar 7 Dollars, weil er Papier zum Anfertigen von Zigaretten in seiner Tasche hatte. Der Tabaktrust will den letzterwähnten Herrn unterstützen, um drirch einen Prozeß sestzustellen, ob die Verfassung ein derartiges Gesetz gestattet oder nicht. * Ein Lawinen-Duell. Aus Gens wird einem englischen Blatte berichtet: Zwei junge Italiener, namens Guctta und Sorato, die noch nid)t zwanzig Jahre alt sind, und in einem Dörfchen bei Bellinzona wohnten, verliebten sich 'in dasselbe Mädchen, die keinem von beiden Bewerbern den Vorzug geben wollte. Nach vielen ernstlichen Streitigkeiten verfiel man auf einen sehr originellen Ausweg, um den Streit zu entscheiden. Sie teilten ihren Eltern mit, daß sie einen Ausflug tn die Berge machen wollten und begaben sich nach dem Splügenpaß, der in dieser Jahreszeit wegen seiner Lawinen berüchtigt ist. Sie wählten den gefährlichsten Abhang und kamen überein, jeden Tag zwischen nenn und elf Uhr morgens, in der gefährlichsten 3eit, dort zu stehen, wo besonders viel Aussicht war, daß Lawinen niedergehen würden: das Fatum sollte über ihr Glück entscheiden. Drei Vormittage lang führten sie diese Absicht auch durch, aber es geschah ihnen nimts; mehrere Lawinen gingen nieder ,aber nicht in der Nahe der tollkühnen Jünglinge. Am vierten Tage ging eine große Lawine bei Guetta nieder, er wurde durch die heftige Luftbewegung niedergeworfen, aber nicht verletzt. Da die jungen Leute feine Nahrungsmittel mehr hatten, kehrten sie in die Heimat zurück, um neue zu holen, aber die Behörden hatten ihr Vorhaben erfahren und drohten ihnen mit Gefaugensetzung. Nun ließen sie das Los entscheiden und Sorato gewmm. Guetta verließ das Dorf, und das junge Paar hat nun aeheiratet. * Kleine Tageschronik. In Budapest wurden der Fensterreiniger Franz Boni und seine Frau auf Veranlassung der Polizei verhaftet. Es wurde festgestellt, daß Boni das Haupd rfner Mörderbande ist, welche sieben Raubmorde und 12 Ranbmordver suche verübte. In dem Hause, wo Boni wohnte, wurden viele Gewehre und 3000 Patronen gefunden. In Waitzen wurden zwei Personen als Mitschuldige Bonis verhaftet — Der Komponist und Kapellmeister Komzak, welcher in den lekten Jahren die Kurkapelle in B a d e n bei Wien leitete, wollte am ersten Ostertage in Vaden in einen bereits in .Bewegung befindlichen Ess^nbahnzug einsteigen, stürzte aber ab und geriet unter die Wagenräder, von wo er als schrecklich vev- stümmelte Leiche hervorgezogen wurde. — Am 1. Ostertage vor Sonnenaufgang wurden in mehreren Städten der engt Grafschaften Derby und Pork ziemlich starke Erdbeben verspürt. In einigen Städten weckte die Erschütterung fast alle Einwohner aus dem Schlaf, viele liefen auf die Straßen hinaus. Das Erdbeben richtete keinen Schaden an. — In der Kathedrale von N i m e s (Frankreich) brach dadurch Feuer aus, daß eine umgefallene Kerze einen Teppich 'm Brand setzte. Es entstand unter den Anwesenden eine Panik. Dank der sofortigen Hilfe konnte eine Katastrophe verhütet werden. Trotzdem beläuft sich der Schaden aus über 20 000 Franken. Ein Priester erlitt bei den Retttmasarb^tte-n schwere ^ra-ndMunden. ^G.richtslaal. Mit einem Gründungskapital von 180 Mark hatte der Kaufmann Walter Wolf in Frankfurt a. M. ein KL'fe-, Butter- und Eiergeschäft en gros und en detail eingerichtet. Für noch nicht existierende Fiftalen in Heidelberg und Offenbach suckfte er „Geschäftsführer" auf dem Wege des Inserats. Der eine Geschäftsführer gab ihm 100 Mk. in bar und einen Schuldschein über 300 Mk. als Sicherheit, während der andere ihm 100 Mk. als Kaution leisten sollte. Plötzlich nnirfje Wolf verhaftet. Der Angeklagte wurde wegen Betrugs im Rückfall unter Anrechnung eines Monats der Untersuchungshaft zu 2 Jahren Zuchthaus und 300 Mk. Geld- strafe verurteilt. Arveiterkewt'fiuriH. Weißenfels, 24. April. Der Schuhmacher streik ist beendet. Die Arbeiter nahmen die Arbeit bedingungslos wieder auf. Der für die Arbeiter ungünstige Ausgang des Streikes ist durch beginnenden Geldmangel beroorgerufen. Lanbach , 24. April. Ter vor kurzem in der H o h m a n n'- schenZigarrenfabrik ausgebrochene Streik ist nach Einigung der Streitteile b e i g e l e g t und die dlrbeit wieder ausgenommen Israelitische Religionsgemeiude. KottesdienN in der Synagoge (Lüdanlage). Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. April 196V? Paffahfcst-Ende. 7. Tag. Vorabend: 7.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. 8. Tag. Vorabend 8.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. Festesausgang 8.25 Uhr. Israelitische Neligiousgesellschaft. Gottesdienst. Mittwoch den 26. und Donnerstag den 27. April 1900*. Passahfeft-Eude. 7. Tag. Vorabend 7.15. Wtorgens 8.00. Nachmittag 4.00. 8. Tag. Vorabend 8.25. Morgens 8.00. Nachmittags 4.00. Festesausgang 8.25. (Für den Inhalt der unter fcirfer tRubrif stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 25. Avril 1905. Wohl dem größten Teil unserer steuerzahlenden Einwohner ist bei Durchsicht der Tagesordnung zur letzten Stadtverordnetensttzung bei Punkt 18 „D ie Verbrauchssteuern tn der Stadt Gießen" nichts Besonderes darüber eingefallen und man hat am Allerwenigsten gedacht, daß unter dieser harmlosen Ankündigung eine Erhöhung d e s O k t r o i auf die notwendigsten Bedarfsartikel gemeint ist. Man kann ja verschiedener Meinung darüber sein, ob es angebracht wäre, derartige geplante Verteuerungen von Fleisch, Kohlen re. den Steuerzahlern vor Abstimmung im Stadtparlament zur Kenntnis zu bringen; von großem Interesse für die Einwohnerschaft dürfte es jedenfalls sein, wenn sie über die Verhältnisse aufgeklärt wird, wenn z. B. der Herr Oberbürgermeister seine Denkschrift nebst den neuen Oktroisätzen nicht nur den Herren Stadtverordneten, sondern allen Steuerzahler« kundgegeben hätte. Man kann es als sehr günstig bezeichnen, daß eine Vertagung des bett. Punktes in der letzten Sitzung herbeigefühtt wurde, denn hoffentlich werden sich die interessierenden Kreise bis zur nächsten Sitzung am 27. d. Mts. noch regen. Wie Einsender dieses bestimmt weiß, ist bei Annahme be» Entwurfs ein Aufschlag des Preises von Fleisch und Brot rrnausbleiblich, und es drängt sich unwillkürlich bte Frage auf, warum man Fleisch, Backwaaren, Kohlen, Bier,Gänse,Hasen rc. hoher besteuern will und andere Genußmittel, Delikateffen rc. ganz frei passieren läßt. Wünschenswert sür die Bürgerschaft wäre - es, wenn die berufenen Vereinigungen bis zur nächsten Stadtverordnetensitzung zu der Frage noch Stellung nahmen, wie der „Freisinnige Verein", der doch nach dem Programm der Partei entschieden Front gegen alle indirekten Steuern machen soll, und der wiederholt bei geplanter Tabaksteuer-Erhöhung so erfolgreich gekämpft hat; die Bäcker- und Metzger-Innung, auch den Ga st wirteverein geht es an, und last not least den Bürgcrverein, der schon wiederholt der Bürgerschaft zur Aussprache über allgemein interessierende Angelegenheiten ©elegen- hrit gegeben hat. Hier ist Grund zur Aussprache vorhanden, insbesondere, al- burd) die geplante Erhöhung des Oktroi namentlich der Bürger betroffen wird, vorzugsweise die Gewerbetteibenden, der Mittel und Arbeiterftonb. flibt Blut und ist baS beste Morgengetränk für Blutarme, Bleichsüchtige^ Rekonvaleszenten, Wöchnerinnen, stillenden Frauen usw. Man lese die Gutachten der Aerzte. Erhältlich das Kilo Mk. 3.— in Apotheken, Drogerien usw. bT/< magst;- darmkranke Ls nder» bewährteste Nahrung für „ / ’ Sommersprossen und Finnen Herba-Seife. Obermeyers Herba-Seife ist ein vortreffliches Waschmittel se^en Sommersprossen u. Finnen, sie hat eine grossartige Wirkung bei mir gezeigt. Hochachtungsvoll J. Arpe m Quickborn. Z. h. i. a. Apotb., Drog. u. Parf. p. St. 50 Pfg. u. 1 Mk. Obcrmcyer & Co., Haoan. 2^ Millionen Stück Doering's Eulcu-Seise sind bis Ende fflj| 1904 zum Versand gelangt. Keine andere Toilette-Seiie bat einen solchen Erfolg aufzuweisen! Dieser Verbrat,ch 103 ist der beste Beweis für die Güte und die vorzügliche UI Wirkung des Fabrikats. Mau weise mmderwertiqe Rach- ahrnungen zurück und verlange nur Doering's Eulen- Seife, welche zum Preise v. 40 Pf. p. Stück überall zu baden ist. hv8V, Vir Ikbtrkutubtit Knorrs Bofertticbl HS i S v 6 durch bewiesen, daß es als Nährnnttel die führende Stellung emnimmt, welche ihm gebührt! Besonders geht dies aus dem Umstand hervor, daß der Oerbrauch von Knorrs Hafermehl von Jahr zu )ahr ganz erhebliche Steigerungen aufweist. Knorrs Hafermehl, sowie sämtliche weiteren Knorrs Präparate sind in allen Kolonialwarengeschäften, Drogenhandlungen rc. erhältlich. Die Krma £. H. Knorr A.-G. zu Heilbronn a. N. ist auch jederzeit gern bereit, außer ihren l beiden Filialen in 5t. Margarethen (Kanton 5t. Gallcn-^chweiz) und Bregenz ((Oesterreich) die Adressen der nächstgelegenen Bezugsquellen anzugeben. Alle Bau- und I Kanalbau-Artikel liefert zu billigsten Preisen E11111 Gieße«, Liebigstratze 51, Riegelpfad. 1055 Krotpreije vom 23. April bis 7. Mai 1905. Weißbrot Der Göns 26 52 50 52 52 24 48 72 22 44 Der r Kg. (2 Psd.) Tafelbrot . 26 . 26 hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot — ■ 2 „ (4 . ) 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Linden 48^ W. Fabel, Wieseck Louis Süßmuth, Steinberg 48 “ * W.Steinmüller Ww^ Lang- Göns 48 L. SteinmMer, Gr.-Linden 50 3 , (6 , j ; 1 » (2 g ) Kornbrot 2 . H . _____ _____j , 50 W. Weitzel, Lang-Göns . . 50 Heinr. Weber, Heuchelheim 50 Jakob Appel, Krofdorf W. Lein, Klein-Linden Karl Post, Wieseck . 3 , (4 1 . (2 auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: .Georg Dern II., Gr.-Lmden 24 4 W. Weitzel, Lana-Göns . . 25 W. Steinmüller Ww., Lang- W. Fabel, Wieseck ... 25 . ®ön5 \ ; • • •. * % ■ A Steinmüller, Gr.-Linden 25 Hemr. Weber, Heuchelheun 25 M W. Lem, Klein-Linden Karl Post, Wieseck . 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot Bei: Georg Dern IL, Gr.-Linden 22 Hch. Weber, Heuchelheim 22 W. Weitzel, Lang-Göns. . 22 , £ Steinmüller, Gr.°Linden 22 W. Steiiimüüer Ww^ Lang- W. Lein, Klein-Linden . .24 Göns ...... 22 „ » V n u v v e ■ u N H U Heinr. Weber, Heuchelheim 44 Karl Post, Wieseck ... 44 Gust. Jacoby, Alten-Buseck 44 Ernst Ehrist, Wieseck . . 44 44 44 44 46 48 W. Steinmüller W»v., Lang- Göns . L. Steinmüller, Gr.-Linden Karl Spamer, Reiskirchen Jakob Appel, Krofdorf . . W. Lein, Klein-Luiden . . 2 Kilogramm (4 Pfuiid) Schwarzbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Linden 44^ ™ Louis Süßmuch, Steinberg 44 W. Weitzel, Lang-Göns. . 44 2*/i Kilogramm (5 Pfund) Schwarzbrot bei: Louis Süßmuth, Steinberg 54 Hch. Weber, Heuchelheim 55 „ 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei: W. Fabel, Wiefeck . . . 66 Ernst Christ, Wieseck . . 66 „ Gust. Jacoby, Alten-Buseck 66 , Karl Post, Wieseck . . . 66 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrot bei: F. Weiß, Grüningen . . 22 2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrot bei: W. Schimmel, Kinzenb. Al. 44 -) F. Weiß, Grüningen . . 44^ Jakob Appel, Krofdorf . . 44 „ Karl Spamer, Reiskirchen 44 a W. Lein, Klein-Linden . . 44 N Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 22. April 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Submission. Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von 150 Zentner guter Speisekartoffeln (magnum bonum) auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die für diese Lieferung gültigen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3—5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind verschlossen und mit enffprechender Aufschrift versehen unter Beifügung von Probekartoffeln bis zum Eröffnungstermin Samstag, den 20. April 1905, vormittags 11 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau adzugeben. B18/4 Der Zuschlag erfolgt bis zum 3. Mai 1905. Gießen, den 17. April 1905. Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik. I. V.: Dr. Dannemann. Verdingung. Die Kanalbauarbeiten für die Verlängerung des Straßen- /anals in der Schützenstraße sollen Dienstag, den 2. Mai d. Js., vormittags ll1/, Ühr öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 19. April 1905 B23/4 Stadt. Tiefbauamt. Braubach. und Lieferungen und zwar Arbeiten geriingiing m WchMmMMtn. Die bet Heritellung der Wafferversorguugsaulage für die Gemeinde Busenborn, Kreis Schotten, Oberhesjen, vorkommenden o . ( Titel I. Quellfassungsarbeiten, Los i. | Titel IL Hochbehälter (70 cbm), c, - Titel III. Röhrengräben, 2. | Titel IV. Rohrlieferungen und Verlegungsarbeiten, sollen durch schriftl. Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichn Behörde, letztere auch bei der Großh. Bürgermeisterei Busenborn einzusehen: Bedingungen und Angebotsvordrucke gegen ganz freie Einsendung von 1 Alk. in bar für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote 'sind unter Benutzung der Vordrucke verschl. und nut entwr Aufschrift versehen, aus der auch die Los-No. ersichtlich ist, dis Montag, den 15. Mai 1905, vorm. 12 Uhr am uns. Bureau: frankfurter,tr. 29 einzureichen. Eröffnung m Gegenwart der Bieler. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. — Ziychlagsirist 2 Wochen. Gießen, den 20. April 1905. B2% $ Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Warnung ge- Richter'schen Anker-Hausmittel nur solche Schachteln au, die deutlich mit der berühmten Fabrikmarke Anker .verletzen^sind. findet man unsre seit mehr als 35 Jahren rühmlichst bekannten Anker-Hausmittel, wie z. B. Anker-Feucht-Honig-gewahrtes Hustenmittel), usw. am Platze nicht vorrätig, oder sollte ver sticht werden an Stelle des echten Fabrikats Aachahmmig auüudrängen, dann wende man sich gefälligst direkt an mi-> und werden wir sodann für billigste Zustellung sorgen. F. Ad. Richter & Cie., Rudolstadt. Wer nicht durch Nachahmungen .. schädigt sein will, der nehme beim Einkauf der Wniliche Lkröinkiiü-z einer Wchrleitungs-AillW. Die unterzeichnete Verwaltung beabsichtigt, die Arbeiten und Lieferungen bei Anlage einer Wasserversorgung des Hofgutes Luisenlust, bestehend in Quellfassung, Erbauung einer Quellenkammer und eines Maschinenraumes, Liefern und Verlegen einer Triebleitung 360 m 100 mm, und einer^Fürder- leitung 2000 m 40 mm, samt Grabarbeit^und allem Zubehör, sowie Hausinstallation im Hofgut, im Ganzen oder getrennt zu vergeben. Die Pläne und Bedingungen können bei uns cingesehen werden. Die Angebotsvordrucke werden für die Wasserleitungsarbeiten gegen Mk. 1,—, für die Zement- und Maurerarbeiten gegen 50 Pfg. von uns abgegeben. Die Angebote sollen Samstag, den 6. Mai L Js., nachm. 4 Nhr, auf unserem Bureau in Gegenwart von erschienenen Anbietern eröffnet werden. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gedern, den 22. April 1905. d»/4 ________________Fürstlich Stolberg Weruigerodifches Rentamt. Die im Kleinlindener Einschnitt zwischen km 137,0 und 138,0 der Strecke Eassel-Frankfurt a. M. auszuführenden Erd- und Maurerarbeiten zur Herstellung von Sickerungen und Erneuerung von Futlermauern sollen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Betriebs-Inspektion zur Einsicht aus; auch können dieselben gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 2 Mark von dort bezogen werden. Die Angebote sind versiegelt bis zum Eröffnungstermine am 13. Mai d. IS., vormittags 11 Uhr, poft-- mrd bestellgeld- frei einziisenden. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. B25/, Gießen, den 22. April 1905. _______Grobherzogliche Eisenbahu-Betriebs-Juspektiou 1. Verdingung. Die Anlieferung der im Etatsjahr 1905 zur Unterhaltung der Ufer- und Flußbauwerke an der Lahn zwischen Gießen und der Landesgrelize bei Heuchelheim erforderlichen 300 cbm Wasserbausteine soll in einem Los öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen sind bei Großh. Hochbauamt Gießen in den Dienslslunden zur Einsicht offen gelegt. Angebote sind mit entsprechender Auffchrift versehen, bis längstens SamStag, den 6. Mai d. I., vormittags 10% Uhr postfrei a« die unterzeichuete Behörde einzuienden. Abgabe der Bedingungen nach auswärts kann nicht erfolgen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Al a i n z, den 4. April 1905. Großh. Wasserbauamt Mainz. z"/4 I. V.: Becker. VermitteLungsstette Mr den An- und Verkauf von Zuchtvieh im Anschluß an die Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen zu Alsfeld. Wir vermitteln den An- und Verkauf von Zuchttieren der uns angeschlossenen Zuchtvereine als: Simmentaler Herdbuchtiere (71 Vereine), Vogelsberger Herdbuchtiere (22 Vereine), Yorkshire, bezw. Deutsche Edel- schweiue (6 Vereine), Saauer Ziegen (6 Vereine). Listen über zum Verkauf gestellte Tiere werden auf Verlangen gratis zugesandt.__________________________________________________D18/^ Der an der Bahnstrecke Wetzlar-Gießen zwischen diesen Stationen gelegene, bisher nur dem Personenverkehr dienende Haltepunkt Dutenhofen (Kr. Wetzlar» wird vom L Mai d. Js. ab. auch für den Güterverkehr (Eilgut, Stückgut und Wagenladungen eröffnet. Die Abfertigung von Fahrzeugen und schwerwiegenden Gegend ständen, zu deren Verladung eine Kopframpe erforderlich ist, sowie von Sprengstoffen, ist ausgeschlossen. Gleichzeitig wird der genannte Haltepunkt in den Gruppen« tarif III und in die Wechseltarife mit Gruppe III ausgenommen. Der Tarifberechnung werden die Entfernungen der Station Gießen zuzüglich 6 km oder der Station Wetzlar zuzüglich 8 km zu Grunde gelegt, je nachdem sich die niedrigsten Entfernungen ergeben. Näheres ist bet den Abfertigungsstellen und im Verkehrs^ bureau zu erfahren. B“L Frankfurt a. M., den 18. April 1905. Königliche Eiseubahndirektion. KmsmmW MINt Gießen. (Staatlich anerkannte Unterrichtsanstalt.) Das neue Schuftahr unserer Anstalt beginnt Mittwochs den 3. Mai, nachmittags 2 Uhr. Anmeldungen neuein- tretender Schüler, wobei das letzte Schulzeugnis vorzulegen ist, werden Donnerstag, den 20. u. Mittwoch, den 26. April abends von 8:/2 bis 9y2 Uhr im Lehrsaal I der Schule — 91ordanlage 15 — entgegengenommen. Lehrlinge, welche den Sommer über schon in Gießen wohnhaft waren^ können im Herbste nicht mehr eintreten. Der fakultative Unterricht — Französisch, Englisch und Stenographie — nimmt Montag, den 15. Mai, abends 8 Uhr seinen Anfang; das Schulgeld für Stenographie beträgt pro Kursus 5 Mark. Der Besuch der Fachschule befreit die aus der Volkse schule entlassenen Schüler, sowie diejenigen höherer Lehranstalten, wenn sie ein Jahr lang der Ober-Tertia au-> gehört haben, vom Besuche der obligatorischen Fortbildungsschule. v"/, ______________________Die Schnlkommisfio«. Hundebesitzer mache auf die praktische Trockenfütternng der von mir geführten und von jedem Hund gern genommenen Herbst’s Hunde» Kuchen aufmerksam. Dieselben wirken bei ihrer Nahrhaftigkeit nicht allein einen schönen Pelz, sondern auch auf eine regelrechte Verdauung, die, bei der noch sich monatelang hinziehenden Hundesperre, besondere Aufmerksamkeit erfordert. Auch schützt Kückenfutter und Hühnerfutter das Geflügel sehr vor Verderben, wirkt sehr vorreithast und bringt das schönste Gefieder hervor. 2163 Adolf Geisse Ecke am Hreuz, Ecke am Kreuz« Versteigerung. Mittwoch den 3. Mai d. 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