S7r. 47 eriaft*t «L-nch außer Sonntag-. Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Familien« Uütter viermal in der Woche beigelegt. Rotaiwnsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Buch-u. Stein- brudetei. St. Lange. Redaktion, ErvedUio« und Druaeret: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». KernsvrechanlkdlußNr 51. Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Freitag 24. Februar 1905 GietzenerAnzeiger 'M' General-Anzeiger *** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezngsprei-r monatlich 75 Ps.. vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeigen 1t die Tc rsn'n-nner 's vo-rnütaqs 0 '-ht. Zc 'envreiS: auswärts '4 -I57J, Berantwortl'ch für den volit. und u Teil P. Wittko: für ,Stadt und Land^ und ^Gerichtssaal": August Goetz; nir den Anzeigenteil: Hans Beck. Z>ie Heutige Kummer umfaßt 12 Seite». Z>ie Hrauerseier für den Kroßfürsten Sergius. Moskau, 23. Februar. Trauergeläute aller Kirchen und Klöster kündigte in früher Morgenstunde die heute bevorstehende Einsegnung der Leiche des Großfürsten Sergei in der Alexeikirche deS zum Kreml gehörigen Tschudowklosters an. Vor den Toren des Kreml sammelte sich eine dichte Menschenmenge und verharrte in andächtiger Stille. Heute morgen 10 Uhr erschienen in dem Marraume der Alexeikirche der Metropolit und' die Geistlichkeit. Den größten Raum in der Kirche nimmt die Estrade ein, auf welcher der Trauerkatafalk mit dem zur Hälfte von Goldbrokatdecken verhüllten Elchensarge ruht, der von einem mit der Kaiserkrone geschmückten Baldachin mit herabfließenden, hermelinverbrämten Draperien überragt wird. Der Raum in der Kirche ist so beschränkt, daß allerhöchstens 200 Personen in derselben Platz finden. Die Füße des Katasalkes bilden Blumenhügel auS Kränzen, deren Zahl sich beständig vermehrt. Ju der Kirche erschienen sodann Abordnungen der Ministerien, des Reichsrates, der Hofchargen, der Würdenträger, der Vertreter der Selbstverwaltung, der Stände, der Kaufmannschaft. Die Großfürsten Wladimir und Nikolai wurden durch den Fürsten Golizyn bezw. den Baron Staat vertreten. Die Totenmesse wurde vom Metropoliten unter Assistenz der Geistlichkeit zelebriert. Nach der Messe hielt der Metropolit eine Ansprache, in der er ausführte', die Verantwortung für den Tod des Großfürsten- Märtyrer falle aus die ganze Gesellschaft. Niemals werde die Erinnerung an den Großfürsten, an seinen schreck» lichen Tod und an seine Verdienste im russischen Volk schwinden. Wie im Altertum das Blut der Märtyrer gedient habe, Wahrheit und Glauben zu erweisen, so werde das vergossene Blut des Großfürsten die Bevölkerung auch zur Reue und Besonnenheit leiten. Um 11 Uhr vormittags waren die Großfürstin Elisabeth mit dem Großherzog von Hessen, Großfürstin Maria Alexandrowna mit dem Großfürsten Paul Alexandrowisch, Prinzessin Viktoria von Battenberg mit dem Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch, ferner Großfürst Dmitri Pawlowitsch, Großfürstin Maria Pawlowna, die Großherzogin von Hessen, Prinzessin Beatrice von Sachsen Koburg-Gotha, sowie die Herzöge Michael Georgewitsch und Georg Georgewitsch von Mecklen- burg-Strelitz erschienen und nahmen rechts vom Sarge Platz. Nach den vom Metropoliten gesprochenen Gebeten wurde der Sarg von den Großfürsten und von Generalen nach der St. Andreaskirche getragen und dort auf einem Katafalk bis zur Beisetzung niedergesetzt. Das zahlreiche, in der Nähe vom Kreml versammelte Publikum verharrte überall in Ruhe. Zur Lage in Außland. Die Fabrikadmiuistration. In einem Artikel der „Nowoje Wreinja" wird die Unauf- -eklärtheit und geistige Stumpfheit des Personals der niederen Fabrikadministration in Rußland beleuchtet. Tie Roheit der Administrationsbeamten sei so groß, daß sie schon als ein elementares Hindernis gegen die Wirkung einer etwaigen humanen Fabrikgesetzgebung betrachtet werden müsse. Nicht mrr unwissend sind die Meister, Vorarbeiter und Auffeber, sagt das russische Blatt, sondern sie entbehren auch noch infolge der großen Mangelhaftigkeit der Gewerbeschulen der profesiionellen Kenntnisse, sie haben nur eine dunkle Ahnung von ihrem Gewerbe und verstehen nur eines gut:, streng, ja grausam und unbarmherzig gegen die Arbeiter zu sein. Und dabei haben diese Ignoranten eine maßlos große Macht über die Arbeiterschaft in den Händen, denn sie entscheiden nicht mir über die Arbeiten, sondern auch darüber, ob die Arbeiter gut oder feindlich gesinnt und ob sie politisch zuverlässig sind. , Tas Schicksal der tausenden und abertausenden von Arbeitern ist vollkommen in ihre Hände gegeben. Nicht selten kommt es vor, daß die niederen Administratoren Warnungen vor den Arbeitern, die sie entlassen haben, an andere Fabriken senden, wodurch den Opfern die Möglichkeit des Broterwerbs entzogen wird. Aber auch unter den heberen Adni'nistratoren, bemerkt das Blatt, sind humane und gebildete Menschen eine Seltenheit. Tie höheren Beamten geben den niederen stets Recht: auch wenn diese offenbare Willkürakte begehen, und alles nur behufs „Wahrung der Autorität £cr Administration" gegenüber der Arbeiterschaft. Von neuen Ausstanden (ttt Lande liegen heute wieder zahlreiche Meldungen vor, von schweren Unruhen in Warschau und anderen Städten Polens. Wie der „Kattow. Ztg." aus Warschau gemeldet wird, sollen daselbst fünf Offiziere, die sich gegen die streikenden Arbeiter am grausamsten benommen haben, ermordet worden sein. Nach einer anderen Meldung aus Warschau soll dort Prinz Andranikow ermordet worden sein. Es ist dies jener Offizier, welcher den Befehl gegeben hatte, auf das Volk zu schießen. In Baku ist die Erregung andauernd groß. Viele Einwohner verlassen die Stadt. Fast alle armenischen Läden sind geschlossen. .Tie Geistlichkeit suchte das Volk zu beruhigen. In Baku selbst uitb in den nahe gelegen Orten wurden zahlreiche Personen getötet oder verwundet. Mehrfach wurden ganze Familien ermordet. Nach Berichten aus Petersburg verlangt die dortige P o - tizei, die seit Monatsfrist enorm überbürdet ist, eine namhafte Erhöhung ihrer Bezüge und droht mit dem Ausstande. Tas gleiche tut das Personal der kaiserlichen Werft. Ter Bahn- berfeftr von Moskau nach Kiew ist wegen Arbeitermangel zeitweilig eingestellt. — Tie Kaffer-Gardisten in Moskau und Petersburg verpflichteten sich eidlich, für jede Beleidigung oder Bedrohung eines Mitgliedes des Zarenhauses, den Urheber direkt zur Rechenschaft zu ziehen. Der Mörder des Großfürsten Sergius soll eingewilligt haben, wichtige Erklärungen abzugeben, aber nur der Großfürstin-Witwe. Neue Warnungen. Ter Pariser „Matin" meldet aus Moskau: Eine höhere Persönlichkeit, welche aus Petersburg hier eingetroffen ist, berichtet, daß am Montag, als sich Großfürst Alexis uzm wöchentlichen Vortrag zum Zaren begeben wollte, er von der Sicherheitspolizei gewarnt worden sei, seine Wohnung an diesem Tage nicht zu verlassen, da das Bestehen eines Komplotts gegen sein Leben festgesteM worden sei, obgleich der Ort der Ausführung des Attentats noch nicht bekannt sei. — Großfürst Alexis gedenkt Rußland zu verlassen und für einige Jahre in Frankreich Aufenthalt zu nehmen. Witte demissioniert. Aus Petersburg wurde nach Paris telegraphiert, daß Witte dem Zaren seine Demission als Vorsitzender des Ministerkomitees eingereicht habe. Ter Minister hat sieb nach Zarskoje Selo begeben, um dem Zaren den Bericht des Miuisterwmitees betreffend die Turchfnhrung des RÄormProgramms zu überreichen. Ter Zar gab seine Zustimmung zu einigen unwesentlichen Konzessionen, u. a. betreffend die Preß-Zensur, er lehnte jedoch energisch die Einberufung des Zemst, Z o b o r ab. (Tiefe Pariser Meldung ist mit Vorsicht zu genießen. D. Red.) * Ein Berliner Blatt meldet heute an8 Petersburg, daß Maxim Gorki gegen eine Kaution von 10 000 Rubel auö der Haft entlassen werden wird. Die Kusskommistion hielt am Donnerstag nachmittag im französischen Ministerium des Aeußeren eine Sitzung ab, in der der Bericht von den Kommisiaren unterzeichnet wurde. Der Bericht wurde sofort den Vertretern der Parteien zugestellt, wird aber erst in der am Samstag nachmittag stattfindenden Schlußsitzung veröffentlicht werden. Am Abend gab die Kommission ein Diner zu Ehren des Vorsitzenden, des Admirals Fournier, wobei der österreichische Admiral Spaun einen Toast aus Fournier ausbrachte. Das Reutersche Bureau meldet aus Petersburg: Von den 10 oder 11 Frag-m der Schlußfolgerungen, in die der Bericht der HullkomnnHion z-cföllt, stnd nur die ersten in für Rußland günstigem Sinne entschieden, nämlich: 1) waren die Befürchtungen des Admirals Roschdjest- wensky gerechtfertigt, 2) war es gerechtfertigt, daß die Ruffen auf das schossen, was sie für Torpedoboote hielten. In der dritten Schlußfolgerung heißt es, die Russen hätten halten müssen, um den Fischdampfern Hülse zu leisten. Der Bericht weist vollkommen die russische Behauptung von der Anwesenheit von Torpedobooten zurück und behauptet^ daß die Russen auf die „Aurora" geschossen haben. Auch soll der Bericht zu dem Schluffe gekommen sein, daß Lie Russen für den Schaden, den sie verursachten, verantwortlich seien. Born Hochschulkonftikt. Hannover, 23. Febr. Die Studentenschaft der hiesigen Technischen Hochschule mit Ausnahme der konfessionellen Verbindungen hat eine Protesteingabe an den Kultusminister eingereicht wegen der Bestrafung der Herren Heile und Zimmermann. In der Eingabe wird betont, daß Rektor und Senat an der Hochschule den Studenten gegenüber stets erklärt haben, daß es ihnen fernläge, die akademische Freiheit einzuschränken, womit jedoch die Bestrafung der beiden Studenten nicht in Einklang zu bringen sei. Des -weiteren wird betont, daß Rektor und Senat Herrn Heile wegen seiner Rede am 9. ds. Mts. der Unwahrheit bezichtigt hätten, ohne daß Beweise dafür erbracht worden wären. Auch Zimmermann habe nicht behauptet, daß von Rektor und Senat der Hochschule das Verlangen gestellt sei, mit den Ausschüssen an anderen Hochschulen nicht in Verbindung zu treten. Au§ den angeführten Gründen müsse die Studentenschaft Protest einlegen gegen die Bestrafung ihrer beiden Kommilitonen. — Heute wiederholten sich vor der Technischen Hochschule die Ansammlungen der Studenten. Sie verweilten eine Viertelstunde vor der Hochschule und zogen dann nach der Stadt zurück. — Der Rektor der Hochschule, Barkhausen, ist heute nach Berlin abgereist. Marburg, 22. Febr. Der Konflikt der Marburger Studentenschaft mit dem Kultusministerium in Sachen deS Kampfes um die akademische Freiheit darf nunmehr als beendigt angesehen werdon. Die Antwort des Ministers ist jetzt eingetroffen. Sie bedeutet einen Sieg der Studentenschaft; denn bedingungslos wird ihr darin zugestanden: 1. freier Verkehr von Ausschuß zu Ausschuß, 2. direkter Verkehr mit dem Ministerium, 3. freier Verkehr mit der Preffe. Unberührt davon bleibt selbstverständlich die Besprechung der Art und Weise des Vorgehens der Negierung bezw. ihrer Vertreter, mit der sich in nächster Zeit nicht nur die Studentenschaft, sondern die gesamte öffentliche Meinung zu beschäftigen haben dürfte. Für die Auf- fassung, mit der die preußischen Regierungsvertreter an die Verhandlungen mit der Studentenschaft herangetreten sind, ist es bezeichnend, daß Gehe im rat Daude in Gegenwart mehrerer Dozenten äußerte, den Jungens sei er doch keine Erklärung schuldig. Ministerialdirektor Althoff erklärte in Berlin gegenüber den Vertretern der Technischen Hochschulen, das Benehmen der Marburger Studentenschaft sei knotig. Die Marburger Studentenschaft hat nach der „Frkf. Ztg." auf die beabsichtigte Beschwerde gegen Geheimrat Daude verzichtet. München, 23. Febr. Eine heute abend abgehaltene Versammlung der Studenten der drei hiesigen Hochschulen, von der sich die Angehörigen des 8. C. und der katholischen Verbindungen fernhielten, nahm eine Resolution an, in der den Studenten der Hochschulen Hannover^ Charlottenburg, Braunschweig und Marburg wärmste Sympathie ausgesprochen und energisch das Recht für dio Hochschüler in Anspruch genommen wird, sich in ihren Angelegenheiten gegenseitig zu besprechen. Schisser und di-> akademische Zweiheit im pre«ß. Abgeordnetenkause. R. Berlin, 23. Febr. Es hätte den Herren Akademikern, die heute in frt überwältigend großer Zahl zur Hochschul-Debatte deÄ preuß. Abgeordnetenhauses sich einfanden, nicht geschadet^ wären sie ebenso geschlossen bei dem darauf folgenden Gegenstand dageblieben: bei der Beratung der Schiller feier; in den Schulen. Abg. Tr. Arendt hatte mit seinen freikonservativen Freunden einen entsprechenden Antrag zum Kultusetat gestellt. DaK mar schon ein Fehler, daß die Anregung nicht von allen Parteien gemeinsam ausging. Ter zweite Fehler war, daß Arendt als erster über die Bedeutung Schillers sprach. Zu dieser Aufgabe hat der behäbige Tr. Arendt denn doch nicht das Zeug. Seine Worte waren so nüchtern und klangen so trocken und begeisterungsbar. wie wenn es sich etwa um einen Vortrag über Doppelwährung handelte. Da muß man gestehen, daß der konservative Abg'. Palla ske mit viel größerer Wärme sprach, trotzdem er ,— für ein Mitglied der Rechten ziemlich ketzerische — Bedenken nicht verhehlte „gegen eine von oben befohlene und von oben geleitete Feier". Solche Feiern hätten wir nachgerade zur Genüge! Abg. Kirsch vom Zentrum gab sich als Schillerverehrer zu erkennen, weil Schiller dem Materialismus den Idealismus entgegengestellt habe. Tie Begründung war nicht sonderlich tief, aber gut gemeint, und K'iricy gebrauchte sogar ein Citat ans der „Glocke". Abg. Träger sprach mehr als Jurist und Politiker, beutt als Poet. Er fand aber kräftige Worte gegen die glückliche überwundene Monstrosität der Schiller-Verkleinerung und gegen? Schiller-„Verbesserungen" in Schullesebüchern. Tie Abgg. Tr. Friedberg snl.) und Ernst (fr. Ber.>! endlich gaben eine kurze geschäftliche Erllärung des Einver-k ftändnisses mit den Zielen des Ltntrags ab, der in der Kornmiffiory eingehend beraten werden soll. Mes in allem: eine nüchterne, des Schwungs und der. Größe entbehrende Kundgebung — wenn Uran den Vorgang über-» Haupt io bezeichnen darf. Ter Kultusminister hatte vor Beginns der Erörterung den Saal verlassen. Ein Regierungskommissar verkündete, daß die Staatsregierung „selbstverständlich wärmsten« Anteil an der Schillerseier nimmt", und daß u. a. die Ausarbeitung einer Festschrift für höhere und niedere, Schulen geplant ist. Tie etwa vorgekommenen Mißgriffe vorn Schiller-Korrekturen in Lesebüchern gab der Regierungsvertretev erftrulicherweise rückhaltlos preis. Was nun die Diskussion über den Hochschul ko n> flikt ulnd die a k a d e mi s che Fr eiheit betrifft, so tixeti. hier entschieden am meisten von Bedeutung die sehr inter- esante imb von häufigem Beifall der Linken begleitete Redv Friedbergs. Die anfänglich harmlose Angelegenheit sei; durch Schuld der Regierung verfahren wordcnn Mlerdings sei das Verlangen der Studentenschaft nach Aufhebung der konfessionellen Verbindung gen ungerechtfertigt. DaZ ganze Nebel liege an! der Viel-Regiererei. Die Regierung möge AL einem Friedensschluß entgegenkommcn. Der Ku l t u s m i n i st e r verwahrte sich gegen Angriffe der Presse. Vor dem Eintritt in die Debatte verlas der Minister eine Ertlärrmg, wonach, die Protestfbeweg^ u n g der Studierenden an den Universitäten und technisches Hochschulen für erledigt angesehen werden kann. Jn^ Marburg sei im Wege der V e r st ä n d i g u n g die Sache beigelegt, ebenso in Münster durch, befriedigende Eri-t klärungen. In Charlottenburg sei eine Verständigung angebahnt. In Hannover sei durch die Relegierungs eines Studetrten neue Unrrrhe entstanden, da abev dem Strldenten Berufung an die Zentralinstanz frei* stehe, könne er daraus nicht weiter eingehen. Den Betreibungen aus ein Verbot der konfessionellen Verbindungen^ habe er, der Minister entschiedenen Widerstand geleistet. An sich blieben diese konftssionellen Verbindungen an den Hochschulen eine unerfreuliche Erscheinung, doch fehbi ten aber alle rechtlichen Voraussetzungen zu LhreÄ Beseitigung. Im weiteren Verlauf erklärte Münsterialdirektor Althoff, daß man sich in Hannover nach einem ihm zugegangenen Telegramm jetzt auf dem praktischen Wege zup Wiederherstellung des Friedens befände. Der Pn>- fessorenausschuß habe sich bereit erklärt, mit den Delegierten der Slltdentenschaft über neue Satzungen zu beraten/ unter der Voraussetzung, daß der Besuch, der Kollegien! wieder ausgenommen wird. Abg. Irmer (kons.) erklärt, für seine Partei sei die Anegelegenheit mit der Anttvort des Ministers erledigt. Man dürfe aber nicht vergessen^ daß Mrzeit der Sympathie-i kundgebung itt Oesterreich die Verhältnisse stark gesparm^ waren. Daiut hätten die Sllldentcn in Hannover versucht^, gern einsam mit anderen Hochschulen gegen die akaöeTuischeü! Behörden vorzugehen. Er schätze die akademische Freiheits viel zu hoch^, um sie gegen cic konfessionellen Verbindungen auszunutzen. Entweder müsse man alle konfessionell^>8^ bindSngen unterdrücken, oder auch die katholischen Korporation^ bestehen lassen. Abg. Dr. P o r s ch (Ztr.) erklärt, wenn ein Kultusmimster dein kathol. Volksteile sein unbestreitbares Reckt nicht verkümmere, so bezichtige man ibn der Liebedienerei gegen das Zentrum. Der Minister habe die katholische Korporationen eine unerfreuliche Erscheinung genannt. Das Zentrum betrachte sie als erfreulich, unterstützungswert und unterstiitzungsbedürftig. Die katholischen Korporationen hätten "nur den Zweck, den jungen Leuten den Mauden zu erhalten, den sie aus dem Elternhause mitgebracht hätten. Aber trieben denn nur die katholischen Verbmd- ungcn konfessionelle Absonderung? Redner verliest die Lifte der evangelischen und jüdischen Verbindungen. Frhr. v. Zedlitz (ft) meint, nur dadurch, daß in der Hannoveraner Sache von den Ministerialinstanzen so merkwürdig verfahren worden sei, werde es psychologisch verständlich, daß der Glaube entstehen konnte, die akademische Freiheit sei gefährdet. , „ . Abg. Dr. Zwick (ftf. Vp.) stimmt dem Vorredner ,m gemütlichen zu. Er und seine Freunde fühlten volle -bc^ ge^^rung für die akademische Freiheit und hätten dem zu jeder Zeit Ausdruck gegeben. Sie sei notwendig, um die Generation, die künftig an der Spitze des Staates stehen soll, gehörig vorzirbereiten. Abg. Graf Limburg-Stirum (t) tritt gleichfalls für die akademische Freiheit ein, mahnt aber zur Mäßigung. Sollten ^isländische Studenten ihr Gastrecht miß* lr-.aucken und in der jüngsten Bewegung eine Rolle gespielt haben, so bitte er den Minister, sie nicht schonend zu behandeln. Einen Sturm von im Llbgcordnetenhaus selten erlebter Heftigteit gab es, als der nationalliberale Abg. Tr. Jä- necke-Hannover den auf Katholikentagen angeschlagenen Ton rügte. Wie es in den Wald hineinschallt, so schalle es heraus! (Entrüstete Rufe aus dem Zentrum: „Beweisen! Beweisen!") Mit lauter Stimme des Tumultes L»?rr werdend, verwies Dr. Jänecke auf die Ausführungen seines KoNegen Dr. Hieber im Mich § tag. Ministerialdirektor Tr. Althoff gibt der Meinung darüber Ausdruck, daß die Depesche nach Innsbruck besser unterblieben wäre. Die Unterrichtsvcrlvaltuna sei der Ansicht, daß die Grenzen der akademischen Freiheit möglichst weit gezogen werden sollen. Auch habe der Kultusminister im Auftrage des Kaisers audsrücklich erklärt, daß an eine Einschränkung der richtig verstandenen akademischen Freiheit nicht gedacht werde. Er sei weit davon entfernt, den Studenten irgend welck^n Vorwurf daraus zu machen, daß sie die akademische Freiheit verteidigen, aber wenn man jetzt nicht einmal wisse, wodurch die akademische Freiheit gefährdet sein solle, könne er nur — mit Bezug auf die Schillerfeicr — auf die Studenten- politik zitieren: „Ewig jung ist uns die Phantasie!" Abg. v. Eynern bemerkt, daß er sich dieser Studentenbewegung freue. Nach den Taten der letzten 20 Jahre sei es notwendig gewesen, daß der deutsche Geist sich endlich gegen den Ultramontanismus empörte. (Lebhafter Beifall links:langanhaltende Unruhe, Lärm und La chen im Zentrum.) Ministerialdirektor Dr. Althoff erklärt, er hätte die objektive Beleidigung schon gestern zurückgenommen, wenn er nicht gefürchtet hätte, damit wiederum seine Befugnisse als Regierungskommissar zu überschreiten. Er erklärte mit dem größten Vergnügen, daß ihm der Gedanke, den Aba. Friedberg zu beleidigen, völlig senil gelegen habe. (Lebhafter Beifall.) Kultusminister Dr. Studt erinnert daran, daß er schon vor Jahren seine Politik programmatisch als eine Politik des Friedens bezeichnet habe. Er müsse aber daraus bestehen, daß in jedem einzelnen Falle eine Ordnungswidrigkeit wieder gutgemackt und der akademischen Disziplin Genugtuung verschafft werde. Das Ergebnis der stellenweise sebr beweaten Debatte ist: Hinsichtlich der Kundgebungen und der akademischen Freiheitwill die Unterricktsverwaltung entgegenkommen, dagegen soll an den k o n s e s s i o n e l len Hochschulverbindungen,obschon sie, wieStndt sagte, „unerfreulich!" sind, nicht gerüttelt werden. Tenn es fehlen zu ihrer Beseitigung die rechtlichen Voraussetzungen. Ob dieser Zusicherung war das Zentrum besonders erfreut. Deutsches Reich. Berlin, 23. Febr. 2-er Kaiser besichtigte gestern nachmittag im alten Akademiegebäude ein bon. Professor Gehrt für die Stadt Wiesbaden entworfenes Modell zu einem Denkmal Kaiser Wilhelms I. Heute unternahm Se. Majestät den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, hatte eine Besprechung mit dem Reichskanzler und hörte die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs des Militärkabinetts. — Die Kaiserin konnte wegen einer Erkältung dem gestrigen Honest im Königlichen Marstall nickt beiwohnen. Aus demselben Grunde konnte sie auch die heutige Vorstellung im Zirkus Busch zum Vesten des Roten Kreuzes nicht besuchen. — Gegen,eine,Einmischung in die russischen Verhältnisse soll sich Kaiser Wilhelm verwahrt haben. Dem Berliner Korrespondenten des „Petit Parisien" soll ein hoher Staatsbeamter, der im Auswärtigen Amt zu suchen sei, einen amtlichen Bericht gezeigt haben, in welchem auf die angebliche Stell- ungnahme des Kaisers zu den russischen Wirren Bezug genommen war.. Der Bericht war dem Kaiser selbst vorgeleqt worden, und der Kaiser versah ihn mit der mit Bleistift geschriebenen Randbemerkung: „Gelogen, Gottbewahremichdavor, mich in die inneren Verhältnisse anderer Länder ein z u m i scheu." Der Staatsbeamte hatte den französischen Journalisten ausdrücklich ermächtigt, diese Worte zum Zwecke der Veröffentlichung zu kopieren. . r ~,2er „Oftpr. Ztg." wird gemeldet: In gut unterrichteten Hostreiien verlautet, daß die durch kaiserliches Telegramm erfolgte Rückberusung deS Kronprinzen von ff l o r e n z nach Berlin in erster Linie auf den schiefen AuSgang der Montignoso-Affäre zurückzuführen ist. Stand eine Rückwirkung der öffentlichen Meinung in der italien'sben Stadt, die sich leider zumeist auf feiten b^r früheren sächsischen Kronprinzessin befindet, in irgend einer Form für das kronpnnzlicke Brautpaar auch nicht direkt zu befürchten, so wollte man dasselbe doch nicht länger in einer Atmosphäre wissen, in der eine derart peinliche Angelegenheit das TageZges^-ck bildet. — Gegenüber der Behauptung, T^irft Bismarck sei zu einer wesentlichen Herabsetzung der Getreidezölle gegenüber Rußlands bereit gewesen, veröffentlicht „Die Post" zwei Briefe des Fürsten Bismarck an den damaligen L^nd- wirtschaf^Minister v. Lu^us cn^äßl'ck der -Alvorlag- von 1887, welche die Getreidezölle^dis 1892 festlegte. In dem ersten, datiert Friedricksruh, den 4. Dezember 1887, beißt es u. er ; „Meines Erachtens.würd' eS nützftck fein, in der Kommission mehr daraus hinKMveisen, daß die Erhöhung brr Getreid^ölle uns die einzige Handhobe bietet, dem russischen Prohib'Nv- spstem wirksam entgegenzutreten. Wir können wegen der Zftl- fragen keinen Krieg mit Rußland beginnen, aber dnr^ Erschwerung der russischen Emfuh: nach Deutschland Rußland uötmrn auf unsere Jntereßen mchr Rücksicht zu nehmen. Dazu bieten die Getreidezölle die erste und wirkiamste Handlwbe." In dem zweiten Briefe, datiert Friedrichsruh, den 11. Dezember 1887, heißt es: „Ich habe keine Bedenken gegen die in Aussicht genommene Haltung bei der zweiten Beratung der Getreidezölle. Ich bin der Ansickn. daß die Verbündeten Regierungen zwar an der Vorlage festhalten, aber schließlich nehmen müssen, was sie bekommen können, einmal ans finanziellen, dann aber auch aus agrarischen Gründen, da auch eine geringe Steigerung der Z'stle immer einigen, wenn auch geringen Nutzen für die Landwirtschaft haben wird." Detmold, 23. Febr. Tas fürcklicke Hofmarschallamt chbt bekannt: „Zu der am 27. Februar in Berlin statt- inbenb.it Feierlichkeit brr Einweilmng bes neuen D omes ist von bem Kaiser auch eine gnädige Einladung an den Regenten des Fürstentums Lippe ergangen. Graf Leopold bat sich jedoch versagt, wäbrend des schwebenden schiedsrichterlichen Verfahrens über die Thronfolge der Einladung Folge zu leisten, und in diesem Sinne dem Kaiser ehrerbietigst g e d a n k t." Hof, 23. Febr. Bei der R e- i ck s t a g s e r s a tz w a h l im bifTqm Wahlkreise siegte in der Stichwahl Tr. Goller, der Kandidat der vereinigten Liberalen, mit 3500 Stimmen Mehrheit über Geißler lSoz?> Alnsdnud. Paris, 23. Febr. In Nachahmung des deutschen Bei- piels bat auch die französische Negierung den Vereinigten Staaten ein Geschenk gemacht, und zwar aleichsalls eine Bildhauerarbeit. Nur stellt sie keinen großen Franzosen, sondern einen großen Amerikaner dar. Es ifl nämlich eine zeitgenössische Marmorbüste von Georges Washington. Adis-a-Beba, 23. Febr. 'Der feierli che Empfang der deutschen Mission durch Kaiser Menelik sand am 17. Februar statt. Der Negus sowie die Kaiserin Taitu bezeugten ihre Freude über die vo« dem Führer der Mission im Namen und mit den Grüßen des deutschen Kaisers überreichten Geschenke und baten, ihren Dank und ihre Gegen- grüße zu übermitteln. Kaiser Menelik lud daraus alle Mitglieder der Mission, die Garde-dtt-Korps-Eskorte und die hier lebenden Deutschen zu einem P ru n k m a h l e ein, an dem etwa 5000 Personen teilnahmen. Alle Großen des Reichs waren zugegen. Der Negus erwies den Gästen große Freundlichkeit. Wiederholt äußerte er jüänc Bewunderung für die deutschen Soldaten. (Steer und K otte. London, 23. Febr. (Unterbau§.) Der Kr iegs- mini st e r verteidigte gegen schwere Angriffe die Heeresverwaltung und stellte es besonders in Abreve, daß das Heer wertloser geworden sei. Das für das Heer ausgegebene Geld sei gut angelegt; er glaube aber, die Ausgabe sei zu groß gewesen; der einzige Weg, d^se 9ln3gabe zu vermindern, sei die Herabsetzung der Zahl der Mannschaften. Das Heer sei jetzt 275 000 Mann stark. Das Lysiem des dreijährigen Dienstes habe den Anforderungen nicht entsprochen; wenn dieses System weiter beibehalten worden märe, wäre das Heer unbrauchbar für den Krieg geworden. Für die Infanterie sei deshalb die neunjährige Dienstzeit als zeitweilige Maßregel eingeführt worden und habe gute Ergebnisse gezeitigt. Bezüglich der Freiwilligen sei es sein Wunsch, diese Truppe ohne Erhöhung der Ausgaben tüchtiger zu machen durch eine mäßige Herabsetzung der Zahl der Mannschaften. Es sei nicht richtig, daß die Bewaffnung der Artillerie mit den neuen Schnellwuergeschutzen verzögert worden sei. Deutschland habe ein Geschütz eiugesührt, das 'ein wirkliches Schnellfeuergeschütz sei. England werde am 31. März 156 Schnellfeuergeschütze haben und bis Juli weitere 50; innerhalb von 30 Monaten von der ersten Bestellung der neuen Geschütze an werde England ja ft tausend Geschütze mit vollständiger Ausrüstung haben. Das neue Gewehr entspreche allen Anforderungen. Aus Stadt und Zand. Gießen, 24. Februar 1905. ** Gegen die Schnakenplag-e wird, wie aus der heutigen Bekanntmachung der Großh. Bürgermeisterei Gießen hervorgeht, ven Amtswegen vorgegangen. Die Vertilgungsarbeit in Kellern usm. wird durch besonders hierfür ausgebildete Leute ausgeführt und zu gegebener Zeit auch an die Vernichtung der Schneckenbrut in stehenden Gewässern, Wassertümpeln usw. gegangen werden. Gs. darf wohl vorausgesetzt werden, daß den mit dieser Artzeit Betrauten von Seiten der Interessenten, in erster Lirvre der Hausbesitzer, jede mögliche Unterstützung zu teil ivirb> ** Plötzlicher Tod beim Baden. Gellern vor- mttag 11 V2 Uhr wurde die zu Besuch, weilende Gattin ides Reichstagsabg. Dr. Becker aus Sprendlingen in einer Badezelle des hiesigen Volksbades tot auf- gefunden. Die Dame, eine geborene Gießenerin, batte die Gewohnheit, gleich nach dem Bade einer Wärterin zu klingeln, um sich frottieren zu lassen. Da sie gestern mittag bereits geraume Zeit in der Zelle-verweilt hatte, so begab sich die Wärterin an die Zelle, erhielt aber auf Klopfen und Rufen keine Antwort. Sie betrat die Zelle und fand Frau Dr. B. tot in dem Wasser der Badewanne. Wiederbelebungsversuchr halten feinen Erfolg. Als Todesursache wurde Tod durch Ertrinken sestgestellt. Wahrscheinlich wurde die Dame plötzlich von einem Unwohlsein befallen, fo daß sie ins Wasser sank und Hilflos ertrinken mußte. **Jn dem dritten ber Vorträge aus der Altertumswissenschaft schilderte Professor Sauer die teils durch schriftliche Ueberlieferung, teils durch Denkmäler uns einigermaßen verständlich und anschaulich gemachte Entwickelung der griechischen Nialerei. Er führte als Vertreter der älteren Kunst, die zivischen Gefäßmalerei und monuiuen- taler Malerei noch nicht streng unterschied, eine Reihe von Vasenbildern vor und erläuterte an pompejanischen und römischen Wandbildern das Nachlebcn bedeutender Werke in der spätantiken Dekorationsmalerei. Endlich suchte er auf Grund dieser und der eigentümlichen Gemäl^" auf Marmor- Bafeln eine Vorstellung von der verlorenen Ku ift berühmter Meiller, besonders des Rikias, des Thimainhes und des Volygnot zu geben und schloß mit einer eingehenden Schilderung des figurenreichen Bildschmuckes der von letzterem ausgemalten Lesche der Knidier zu Delphi. •• Aus Kollekteurkr eisen der Hess. Landes» [ otterie verlautet, daß bezüglich der Hessischen Landeslotterie ein Ue herein ko mm en mit Preußen abgeschlossen werde, nach welchem gegen eine bestimmte, alljährlich zu zahlende Quote an Hessen die Landeslotterie aufgehoben und die preußischen Lose zum Betriebe in Hessen zügel a s s e n werden. ** Der Gießener Lesehalle-Verein halt beute abend um 8 Uhr im Cal? Ebel eine ordentliche Mitalieder- Versammlung ab, worauf auch an dieser Stelle hingewiesen sei. ** Ein Akt größter Rohheit wurde in verfloffener Nacht von vier jungen unbekannten Herrn verübt, indem sie den Schaukasten eines Photographen am Seltersweg erbrachen, die Scheibe zerschlugen, eine Anzahl Bilder heraus auf die Straße warten und auch einige Bilder mit fort nahmen. Der Schaden beläuft sich auf 100 Mk. und hat der Geschädigte demjenigen 20 Mk. Belohnung zugesichert, der die Täter namhaft macht oder doch so bezeichnet, daß sie festgellellt werden können. k— Friedberg, 23. Febr. Heute nachmittag wurde durch ein'fck'''ten ^:e Pr^fhnr hsen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 24. Febr. Qrig.-Telegr. be5 „Gieß. Anz.") S ch w e i n e m a t k t. Zum Verkauf ftanben 452 Schweine. Schweine: 1. Qualität 62—64 Pfg., Lebenbgewicht 50—00 Pig^ 2. Qual. 62—00 Pig., Lebendgewicht 49—00 Pfg., 3. Qualität 55—57 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein llebevftnni) Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Bo^ansstchtliche Lvitternng in Hessen für' Samstag, den 26. Februar 1905: Meist trüb und vorwiegend trocken, Temperatur keine Aenderung. Näheres dnrck die Giehener Wetterkarfe. Telephonischer Kursbericht. 3’/ö°/o Reicheanleihe . . 102 30 3V- do. ... 91.50 3‘7/o Konsole . . . . 102.30 3,J/o do.....91.45 3'W, Hessen .... 100.50 3V2 % Oberheßson . . . 99.70 4% Oesterr, Goldrente . 102 30 Oesterr. Rilberrento 101.05 4% Unirar. Goldrente . . 100.20 4«/ lfa!:en. Rente . . . 105.35 41 Portugieser , . , 67.40 0/ Portugiesen.....67.50 1 % C. Türken .... _ I’ürkenloso......134J5O 4°0 0riech. Monopol.-Anl.' 52.50 41/. % äussere Aruontinor 3% Mexikaner .... 35 50 4V2*7n Chinesen .... 95.20 Electric. 8obackert . . . 142 50 Nordd. Lloyd . . . . 114.40 Kreditaktien ..... 21400 Diskonto-Kommandit, , . 193 60 Darmstädter Bank . . . 142.70 Dresdener Bank .... 159.60 Berliner Handelsges. . . 164.60 Oesterr. Staatabalm . . . 139 20 Lombarden . . « . . 17 80 Gotthardbahn . • 190.00 Laurahütte . . . . . 00.00 Bochum ..«»••• 247.00 llarppner .... 210.50 Staatsschatzsrheine ... —.— vermischtes. 'Von der Gräfin Monti'gnoso. Die Römische „Pa- tritt" veröffentlicht die Unterredung einer Florentiner Dame mit der Gräfin Montignoso. Die Unterredung enthält hauptsächlich heftige Angriffe auf den Dresdener Hof. „Drr König", sagte die Gräfin, „ist schwach unb das Opfer allerlei Jntriguen. Er liebt mich noch! Ucbcrlicße man ihn einzig unb allein seinem Geiühle, er würde mich vielleicht zurückrufen, aber", fuhr Luise nach einer kleinen Pause fort, „ick würde nicht zurückkommen. Was mir am s'chsischen. Hofe fehlte, war die Liebe. Ich bete meine Kinder an, Ich stehe imcrljvrte Qualen aus, sie nicht tom zu dürfen. Mer ich bin nicht allein Mutter, ich bin auch Weib." Alles, was über ihr angebliches Verhältnis zum Grafen Guieciardini gesagt wurde, sei Verleumdung ihrer Feinde, aber sie^ sei über alle Niedrigkeit und Gemeinheit erhaben. — Die >,Tr. Nachr." erfahren von angeblich guf unterrichteter Seite, es fei- bedeutungsvoll für das Verhalten der Gräfin Montignose, daß bereit Tante, bie Fürstin Jsenburg-Birstein, bie Villa her Gräfin verlassen habe. Die Fürstin sei dieser voll Aufopferung ergeben, „doch nicht tolerant genug, um den lockeren Lebenswandel der Gräfin zu übersehen." * Des Königs Totenmaske. In Serbien ist eine Serie Kr ö n u n,g s m a r k c n gedruckt ivorben, die ein Unikum in der Geschichte des Markenwesens darstellend, ÄS fe”.: ;nb bie M ®tf”hSw£f & *! qMlie P,CIU »öflua -bUt rour werden. deckt m i Eile." - ♦ Aul hoforga von enter das tnoD' nee, tneitt mobemen funben, d bringt A die Poli etwas gc erwiderte nta an - g'nützt, 1 Windsall i zum L Nacha d zum To Diese U Blatt ß schreit c stehen Kopfe, nc red bei tag erb r fam en den Sc werden Zweck für bes vornelr ihrem < tiaqten ledigun In den steht zu werden tilgunq am sei» gestatte E D holz be Weg Men *; 3. eii k'nreichx, fvifl bis 3 D° Nse ?vots fteffen. Uvindi. haben. ' kirnst s i Tie i ^8o"