Donnerstag 23. März 1905 Erstes Blatt. Dr? Dummer umfaßt 8 Reifen Die Benutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der und außer der Zeit 155. Jahrgang Aer Kaiser in Wremen. Bremen, 22. März. Anläßlich des heutigen Besuches des Kaisers zur Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals prangt die Stadt in reichem Schmuck. Das Denkmal, ein vom Bildhauer Tuaillon ausgeführtes Bronze-Neiterstandbild, findet in geschmackvollen gärtnerischen Anlagen einen wirksamen Hintergrund. Der Kaiser traf mit Gefolge um 2 Uhr 50 Min. auf dem hiesigen Bahnhofe ein und fuhr unter Glockengeläute und Hochrufen der Menge zum Festplatz. Bürgermeister Pauli hielt die Festrede. Nachdem auf das Zeichen des Kaisers die Hülle vom Kaiser Friedrich-Denkmal gefallen war, stimmten die Anwesenden das Lied „Lobe den Herrn" an. Der Kaiser besichtigte eingehend das Denkmal, nahm dann den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie ab uud fuhr dann zum Dom. Der Kaiser sprach seine Anerkennung über dessen Vollendung und prächtige Ausgestaltung aus. Er ließ sich den Stifter des Denkmals, Franz Schütte, und den Schöpfer des Denkmals, Bildhauer Tuaillon, vorstellen. Schütte erhielt vom Kaiser einen Kupferstich mit eigenhändiger Unterschrift, Tuaillon erhielt den Roten Adlerorden vierter Klasse. Vom Denkmal begab sich der Kaiser zum Rathause, mo Festtafel stattfand. Bürgermeister Pauli hielt auch hier eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Ms ich vor 15 Jahren zuerst die Ehre hatte, hier neben Eurer Majestät zu sichen, sprachen Eure Maiestat «ne Frage . «ms über die hier über uns hängenden Orlogschrfse, und iicb eingehend, ob sich auch an jener stelle, bte des Gebrauchs festgelegt werden. Tie Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde, von Fleischerhunden zum Treiben von Vieh und von Jagdhunden bei der Jagd kann unter der Bedingung gestattet werden, daß die Hunde außer der Zeit des Gebrauchs (außerhalb des Jagdreviers) festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorbe versehen an der Leine geführt werden. Hunde, welche diesen Anordnungen zuwider frei umherlaufend betroffen werden, können auf polizeiliche Anordnung getötet werden. Gießen, den 22. März 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bedingung gestattet, daß dieselben fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorbe versehen und außer der Zeit Verngspret», monatuch7b Pf., otertd* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellff. Annahme von Anzeige» ti die %c 2Jor’i!'*ni« 5 do •mittags 'Urte fennret6: cn'swärtS 15’3. c»aiurooi'rl1 ststk. den polit und ,öi u Teil P. Wtttto: für „Stadt und 2anb* und „ GerichlSs aal August Goetz. für den An-! zeiaenteil: Hans Beck. -??r. 70 «tiettet ««glich außer Sonntag«. Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesflschen Landwirt die Gietzener Familien* Hättet viermal in der Woche beigelegt. -totatronsdruck tu Verlag der Brü h l'scheu Unwerf.-Vuch-u. Stein- druckeret. R Lange. Redaktion, Qrrvemtton und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Devefchen: Anzeiger Wietzen. KernlprkchanIcklußNr 51 in dieser großen Stadt stehen, und vor ilynen die Jugend, die hin-nnwachsen soll in neue Reich und seine Aufgaben. WaS werden ihre Aufgaben sein? Stetig auszubauen, -streit, Daß, Zwietracht und Neid zu meiden, sich zu erfreuen an dem deutsches Vaterlands, wie es ist, nicht nach unmöglichem zu itreben, und» sich der festen Ueberz""Mmg hinzugeben, daß unser Derrgottz sich n jemals so große Mühe mit unserem deutschen Mlterlande. und seinem Volke gegeben hätte, wenn er uns nicht noch EwoßeA Vorbehalten hätte. Wir sind das Salz der Erde, aber wir müssen dessen auch würdig sein; darum muß unsere Jugend lerne« zu entsagen und sich zu versagen, was nicht gut tut für sre, fernzuhalten, was eingeschlevvt ist von fremden Volkern, mw| Sitten, Zucht, Ordnung. Ehrfurcht, Religiosität zu bewahrew Dann möge über das deutsche Volk einst geschrieben werden, was an den Helmen meines ersten Garderegimentes steht: „Semper talis" — ..stets derselbe", dann werden wir von allen Seiten mit Achtung, teilweise auch mit Liebe, als sichere, zuverlässige Leute betrachtet werden und können stehen, die Hand am Lchwerb- knöpf, den Schild vor uns auf die Erde gestellt, und sagenr Damen, komme, was wolle! Ich bin fest überzeugt, daß meine Worte hier in Bremen auf einen guten Boden fallen werden. Von Herzen wünsche ich, daß der goldene Friede, der bisher mit Gottes Dilfe erhalten worden ist, uns weiter erhalten bleiben wird und das; Bremen unter dem Frieden grünen, blühen und gedeihen möge, das ist mein innigster Wimsch. Es lebe Bremen? Durrah! Durrah! Hurrah! Tie Mfahrt des kaiserlichen Sonderzuges erfolgte um 6 Uhr 55 Min. Prinz Heinrich begleitete den Kaiser nach Euxhaven und nach Ham bürg. , Nlültischt Tagesschau. Kaiser Wilhelms Besuch in Marokko. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Gegenüber ausländischen Zeitungsstimmen, welche cnrS dem deutschen Kaiserbesuch in Tanger politische Schlüffe ziehen, ist zunächst hervorzuheben, daß für den Kaiser kein Grund vorlag, b« seiner Mitlelmeeriahrt einen Besuch in Tanger zu unterlaßen. Der Standpunkt der deutschen Politik hinsichtlich Marokkos — kein Gebietserwerb, aber Wahrung der offenen Tur, das heißt der wirtschaftlichen Gleichberechtigung alier Nationen — ist seit Jabr und Tag so klar zum Ausdruck gebracht worden, daß der Versuch, die Kaiserreise als Ausgangspunkt einer neuen politischen Richtung darzustellen, auS-> sichtslos ist. Der „Temps" wies darauf hin, daß der deutsche Reichskanzlei am 8. April 1904, also vier Tage nach dem Abschlüsse des sran- zösisch'-englischen Marokko-Abkommens, im Reichstage sagte, Deutschland habe keinen Grund, zn befürchten, daß seine wirtschaftlichen Interessen in Marokko von irgend einer Macht eine Zikrucksetzung oder eine Schädigung erfahren könnten. Dasselbe französische Blatt sagt ferner, daß im Frühjahr 1904 Minister Deleassö gegenüber dem deutschen Botschafter in Paris die Grundzüge des Marokko^ Abkontmens folgendermaßen dargelegt habe: Integrität Marokkos und der Souveränität des Sultans, Wiederherstellung der Ordnung unter friedlicher Leitung Frankreichs. Wenn wir die letztere Annahme des „Temps" als richtig annehmem bleibt noch fragllch, wie die französische Politik die beiden Begriffe Souveräni tat des Sultansund Leitung Frankreichs praktisch auszugleichen gedenkt. Wenn daher seit dem Frühjahre 1904 bis heute von französischer 0eite nichts geschehen ist, um nichtsranzösische Interessen über diesen scheinbaren Widerspruch aufzuklären, müffen wir allerdings feststellen, daß für die Erwartung des Grafen Bülow, Deutschlands wirtschaftliche Interessen in Marokko würden von keiner Macht eine Zurücksetzung zu besorgen haben, bisher noch keine Gewähr vorliegt. — In Tunis hat die Leitung Frankreichs zu einer fast vollständigen Verdrängung der iiichtfranzösifchen Interessen geführt. Wir hoffen aber aus verschiedenen Gründen, daß nichts Derartiges in Marokko zu gewärtigen ist, und wir sehen deshalb zurzeit keinen Anlaß, die Möglichkeit einer Störung der korrekten deutsch-französischen Beziehungen überhaupt mit in Betracht zu ziehen. , v . Diese scharfe Polemik des offiziellen Blattes, die scheinbar dem ebenfalls offiziösen Pariser „Temps" gilt, richtet sich tatsächlich gegen den Minister des Auswärtigen Del- cassä. Die Pointe ist, daß Deutschland eine Gewähr dafür haben will, daß seine wirtschaftlichen Interessen in Marokko durch Frankreich nicht beeinträchtigt werden. Es geht aus der — unverkennbar aus der Feder des Grafen Bü- l 0 w herrührenden — Notiz der „N. A. Z." hervor, daß dre französische Regierung zwar schöne Worte, aber keine bündigen, absolut sicheren Erklärungen in dieser Hinncht bietet. Sehr markant ist auch der Schluß, der mrs dem Diplomatischen übersetzt heißt: die „Störung" würde eintreten mit der Beeinträchtigung der deutschen Interessen in Marokko. Eine kräftig akzentuierte Warnung! Tas englische Regierungsorgan „Darly Graphrc^ hebt in einem Artikel über Kaiser Wilhelms Reiss hervor, die Annahme, daß der Herrscher irgend toelc^ unfreundlichen Absichten gegen Frankreich im Sinne habe, sei durchaus unrichtig, tote fein Besuch aus der französischen Botschaft in Berlin und seine geplante Reise nach Gibraltar und Neapel beweise, da England und Italien jede Unternehmung gegen Frankreich übel auffassen würden. Deutschland habe das anglo-französische Ueberein- kommen von Anfang an offen akzeptiert und es sei kein Grund zu einem Verdacht vorhanden, daß es von dem selbst eingeschlagenen Kurse abweichen wolle. Ter Londoner „Daily Ehronicle" veröffentlicht eine Unterredung mit einem Mitgliede der Londoner deutschen Botschaft, tote man vermutet mit dem ersten Botschaftssekretär Grafen Bernstorff, der gesagt haben soll, es wäre letzt die günstigste Zeit, eine vollständige Versöhnung zwischen Deutschland tlnd Frankreich herbeizuführen, nachdem der Krieg die ganze internationale Lage geändert habe. Ter deutsche Kaiser wünsche die engsten freundschaftlich st en Beziehungen zur Regierung der französischen Republik zu unterhalten. Wie aus Tanger berichtet wird, beschloß die marokkm nische Regierung, CO 000 Turos für den Empfang des deutschen Kaisers auszuwerfen. Tas spanische Staatsministeriuut teilt mit, daß Kaiser Wilhelm am 3. April in Bort Mah 0 n eintreffen toeib^ GietzenerAnzeiger u Genera!-Anzeiger 4SsZ AM- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Eure Majestät mir bezeichneten, das Admiralschiff des Admirals B r 0 m m y noch befinde, das Sie in jngendlchen Jahren dort gesehen, wo es allerdings damals wie heute noch fernen Platz hat. Es ist das Admiraffckiff der ersten d e u t s ck> e n F l o^t te, die dem Hammer des Auktionators verfallen ist. An der erteile der in trauriger Zeit dahingeqebenen Schiffe weht heute stolz die deutsche Flagge -an den Masten einer mächtigen Kriegsflotte, dem Feinde zum Trutz, dem Reiche zum Schutz. Wir Bremer empfinden voll Dank die segensreichen Folgen.. welche daraus unserer seefahrenden Stadt erwachsen sind. Wir danken aber des Ferneren für die alle Zeit wertvollen Zeichen des Wohlwollens, die Eure Majestät dieser Stadt fort und fort haben zu teil werden lassen. Vor allem aber bauten wir, und in diesem Danke werden alle, die hier sind, sich mit uns vereinen, daß Eure Majestät dem Vaterlande den Frieden, nächst der Eyre das kostbarste Gut, erhalten haben und dadurch "zum Mehrer des Reiches geworden sind, zum Mehrer nicht an Land und Leuten, deren wir nicht bedürfen, aber an der Wohlfahrt und der Freude des Volkes. , Tas Festmahl verlies in angeregtester Weise. Der Kaiser unterhielt sich mit den ihm zunächst Sitzenden in lebhaftester Weise und erwiderte die Ansprache des Bürgermeisters Pauli mit einer längeren Rede, die mit einem Hurra auf die Hansastadt jchloß. Die Rede des Kaisers. Tie Rede, welche der Kaiser bei dem Festessen im Rathause gehalten hat, hatte folgenden Wortlaut: Mein verehrtester Herr Bürgermeister! Wollen Sie mir gestatten, daß ich tiefbewegten Heikens zunächst eine Sohnes- pflicht erfülle, indem ich meinen von Herzen kommenden Dank Ihnen ansspreche, daß Sie mir den Wunsch Ihrer Landsleute leute übermittelt haben. Teilnehmer zu fein an dem heutigen festlichen Tage und beizuwohnen der Enthüllung dieses einzigartigen herrlichen Standbildes, das die Freie Handelsstadt Bremen meinem seligen Vater gesetzt hat. Ich kann wohl sagen, daß es mich auf das tiefste bewegt hat, wie ich heute die Menschenmassen mit meinen Augen überflog, daran zu denken, daß der frühere preußische Kronprinz, nachmalige erste Kronprinz des deutschen Reiches und schließlich zweite Hohenzollemkaiser. so in einer freien deutschen Stadt gefeiert werden konnte, gleichsam als ob er hier zu Hause wäre, ein Beweis dafür, wie seine Gestalt, ebenso wie die seines erlauchten großen Vaters Gemeingut unseres gesamten deutschen Voltes geworden ist. Ich danke von Herzen, daß die Stadt Bremen meinen Vater und sein Andenken in dieser herrlichen Weise geehrt hat. Sie haben ein Kunstwerk geschaffen, wie wenige in den deutschen Landen stehen, uni) ich bin fest überzeugt, daß noch in späten Generationen die ganze machtvolle Persönlichkeit, dann schon vom Glanz der Sage umwoben, durch dieses Standbild dem Herzen des Volkes näher gebracht werden wird, und daß die von Vater auf Sohn sich folgenden Generationen der Bremenser niemals des zweiten Kaisers vergessen werden, dessen erhabene Siegfriedsgestalt die deutschen Heere zu Siegen führte, denen wir die Einheit verdanken. Und so stehen nun mein Großvater und mein Vater in herrlichen Standbildern in dieser treuen deutschen Stadt und bilden Marksteine für die Geschichte unseres Vaterlandes sowohl wie für die Stadt Bremen. Wahrlich, der geschichtliche Rückblick, den Sie die,Güte batten, uns eben zu geben, zeigt uns in großartiger Weise die Fügung Gottes und die Gnade, die die Vorsehung mit unserem Volke und Lande gehabt hat. Der Zeitabschnitt, den die beiden hohen Herren verkörpern, die hier in Erz gegoffen auf ihren Plätzen stehen, ist mm geschichtlich festgelegt, und es ist an der nachfolgenden Zeit und deren Generationen, fortzubauen auf der Grundlage, die die hohen Herren gelegt haben. Sie haben die Güte gehabt, die Gehanken zu erwähnen, welche Sie bewegten bei früherer Gelegenheit in diesem selben Raume; sie entsprechen in jeder Beziehung vollkommen dem, was ich auch damals gedacht habe. Ich habe, als ich als Jüngling vor dem Modell des Brommy-Schiffes gestanden habe, mit Ingrimm die Schmach empfunden, die unserer Flotte und unserer damaligen Flagge angetan worden ist, und vielleicht, da doch mal von meiner Mutter Seite ein Stück Seeblut in meine Adern geflossen ist, ist das der Weg gewesen, der für mich eine Richtschnur geben sollte für die Art und Weise, wie ich die Aufgaben aufzufassen hätte, die nunmehr dem deutschen Reiche bevorstanden. Ich habe mir damals den Fahneneid geschworen, als ich zur Regierung kam, nach der gewaltigen Zeit meines Großvaters, daß, was an mir liegt, die Bajonette und Kanonen zu ruhen hätten, daß aber Bajonett und Kanonen scharf und tüchtig erhalten werden müßten, damit Neid und Scheelsucht von außen und an dem Ausbau unseres Gartens und unseres schönen Hauses im Innern nicht stören. Ich habe mir gelobt, auf Grund meiner Erfahrungen aus der Geschichte, niemals nach einer öden Weltherrschaft zu streben, denn was ist aus den sogenannten Weltreichen geworden? Alexander der Große, Napoleon der Erste und alle die großen Kriegshelden — im Blute haben sie geschwommen und unterjochte Völker zurückgelaffen, die beim ersten Augenblicke wieder aufgestanden sind und die Reiche zum Zerfall gebracht haben. Das Weltreich, das ich mir geträumt habe, soll darin bestehen, daß vor allem das neu erschaffene deutsche Reich von allen Seiten das absoluteste Vertrauen als eines ruhigen, ehrlichen, friedlichen Nachbarn genießen soll, und daß, wenn man dereinst vielleicht von einem deutschen Weltreich ober einer Hohen zollern- weltherrschaft in der Geschichte reden sollte, sie nicht auf Eroberungen begründet sein soll durch das Schwert, sondern durch gegenseitiges Vertrauen der nach gleichen Zielen strebenden Nationen — kurz ausgedrückt, wie ein großer Dichter sagt, „nach außen hin begrenzt, im Innern unbegrenzt." Sie haben hingewiesen auf bie Schiffe, bie hier erinnerungsreich von ber Decke des schönen alten Saales herabhängen. Die Zeit, in ber ich groß geworden bin war trotz des großen Krieges für unseren seefahrenden Teil der Nation keine große und glorreiche: auch hier habe ich bte Konsequenzen gezogen beffen, toa§ meine Vorfahren getan haben Im Innern war militärisch so viel geschehen, wie not- tomtng roar, jetzt mutzte die Scerüstimg brmfommm. Ich danke ©ott daß ich in diesem Rathaiye fernen Notschrei mehr ous- zustoßen habe, wie einst in Hamburg: Die Flotte schwimmt, und sie wird gebaut, das Material an Menschen ist vorhanden, der Eifer und der Geist ist derselbe wie der, der die Offiziere der preußischen Armee bei Hohenfriedberg und Kouiggratz und bei Sedan erfüllt hat, und Mit icbem Kriegsschiff, das den Stapel verläßt ist eine Gewälw mehr für den Frieden auf ber Erde ge- atfren 'um fo viel weniger werben unsere Gegner mit uns an- tuiunSm flirten und um so wertvoller werben wir als Bundes- aenoffm Als ich E heutigen Tage Bremens Bürgerschaft über- sloaen babe sah ich bie Alten unb bie Jungen nebencinanber Sehen bie Alten mit ihren Medaillen unb Kreuzen, Mitkämpfer unb Mittäter unter den beiden großen Herren, deren Stnnbbllder KckanntmachMg. Betr.: Maßnahmen gegen die Tolltout. Ta bei dem jetzt getöteten Hunde eines hiesigen Ein- toohners Verbackt aus Tolltout vorlag, ordnen toir hiermit auf Grund des § 20 der Reicksinstruktion zum Viehseuchengesetz für die gefährdeten Or!-e unseres Kreises, das ist für die Gemeinden Gießen, Heuchelheim, Klein-Linden unb Wieseck einschließlich der dazu gehörenden Gemarkungen, an, daß alle Hunde festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorb versehen an der Leine geführt werden. Tolltoutverdächtige Tiere sind von dem Besitzer oder demjenigen, unter dessen Ailfsicht sie stehen, sofort zu töten oder bis zu polizeilichem Einschreiten in einem sicheren Behältnisse el:izu- sperren. Auch dürfen die H»unde ohne polizeiliche Erlaubnis nicht in eine andere Gemarkung verbracht werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit Geldstrafe von 10—150 Mark oder mit Haft nicht unter einer Woche bestraft. Tie Benutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß dieselben fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorb versehen und außer der Zeit des Gebrauchs festgelegt werden. Tie Verwendung von Hirlenhunden zur Begleitung der Herde, von Fleischerhunden zum Treiben von Vieh und von Jagdhunden bei der Jagd kann unter der Bedingung gestattet werden, daß die Hunde außer der Zeit des Gebrauchs (außerhalb des Jagdreviers) festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorbe versehen an der Leine geführt werden. Hunde, welche diesen Anordnungen zuwider frei umher- lausend betroffen werden, können auf polizeiliche Anordnung getötet werden. Gießen, den 23. März 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Hechler. Kckannlmachung. Betr.: Maßnahmen gegen dre Tollwut, hier: Hundesperre in Gießen. Am 21. d. M. wurde aus der Stadt Gießen ein Hund in die hiesige Veterinär an ;ralt eingeliefert, welcher dort- selbst getötet wurde, weil bei ihm Tollwutverdach-t vorlag. Auf Grund des § 20 der Reichsinstruktion zum Viehseuchengesetz wird deshalb für den Bezirk der Stadt Gießen und der dazu gehörigen Gemarkung angeordnet, daß alle Hunde festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorb versehen an der Leine geführt werden. Tollwutverdächttge Tiere sind von dem Besitzer oder demjenigen, unter dessen Aufsicht sie stehen, sofort zu töten oder bis zu polizeilichem Einschreiten in einem sicheren Behältnisse einzusperren. Di.' 5Mnde dürfen ohne polizeiliche Erlaubnis nicht in eine andere Gemarkung verbracht werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden mit Geldstrafe von 10 bis 150 Mk. oder mit Haft nicht unter einer Woche bestraft. Der neue preußische Minister des Innern. Ms int Jahre 1901 Hr. v. Rheinbaben aus dem preusz. Ministerium des Innern in das der Finanzen übersiedelte, bot der Kaiser den erstgenannten Polten dem Oberpräsi- dentcn von Brandenburg, Hrn. b. Bethmann-.Holl- weg an, verlangte aber von ibm scharfe Maßregelung der "konservativen Ka-alaemter. Das lehnte Hr. v. Beth- mann ab, und da erkor sich der Kaiser den Metzer Bezirks- Präsidenten Frhrn. v. Kammerstein als einen Mann, der dem Milieu der preußischen Konservativen fernstand. .Herr v. Hammerstein versprach auch bereitwillig, gegen die Konservativen scbarf vorzugehen, aber di^ Entwickelung der Dinge hat ibn der Notwendigkeit überhoben, iein Versprechen durchführen ztr müssen, denn au maßgebender Stelle machte die damals herrschende anti^nservativc Brise bald einem freundlichen Sonnenlächeln Platz. Nun ist der Tag gekommen, da .Herr v. Bethmann in das Minium-Hotel dessen Tür ibm schon 1901 geöffnet wurde. Mehrere Blätter wissen zu melden, daß der Kaiser Herrn v. Bethmann nm Dienstag abend nach der ^Fest- Vorstellung im kal. Schauspielbause persönlich von seiner Ernennung zum Minister in Kenntnis gesetzt Haven soll. Der neue Minister ist 1856 zu Hoheu-Finow aeboren. 1879 wurde er Knmmeraerichtsreferendar, trat 1882 zur Verwaltung über nnb rückte 1885 zum Regierungsassessor auf. Noch im selben Jahre wurde er zunächst austrags- weise und 1886 endgiltig Land-at des Kreises Oberbarnim. 1896 zum Oberpräsidialrat in Potsdam ernannt, wurde er 1899 Remerurmsprändent in Bromberg und schon drei Monate später Oberpräsident der Provinz Brandenburg. Er ist ein S t u d i e n g e u o s s e des Kaisers und war mit dem damaligeu Prinzen Wilhelm gleichzeitig Mitglied des Korps Borussiain Bonn. Während seiner LandratszeiL wurde v. Bethmann im Frühjahr 1890 als Kandidat der Deutschen Reichspartei. in Oberbarnim in den Reichstag gewählt, legte aber schon am 21. Mai 1890 wegen bevorstehender Ungültigkeitserklärung seiner Wahl das Mandat nieder. Herr v. Bethmann-Hollweg ist ein Enkel des altliberalen Kultusministers gleichen Namens. Er gilt als ein Mann von gemäßigt konservativer Gesinnung. Die Bethmann-HoNwegs sind ein verhältnismäßig sunges Adelsaeschlecht. Erst der Großvater des neuen Ministers ist 1810 geadelt worden. Als Bürgersleute aber führten die Bethmann-Hollwegs ihren Namen viele Jahrhunderte zurück. Mle Bethmann-.Hollwegs stammen von dem Begründer des angesehenen Bankier Haus es Gebr. Bethmann in Frankfurt a. M. Die Vorfahren der Bethmanns sind aus den Niederlanden wegen Resigions- verfolgung ausgewandert. Die Familie siedelte sich zunächst im Städtchen Nassau, dann in Frankfurt a. M. an, wo ihr Handelshaus schon am Anfang des 18. Jahrhunderts in hohem Ansehen stand. Eine Tochter Susanne von Simon Moritz Bethmann, der 1826 als Chef des Hauses starb, war vermählt mit Johann Jakob Hollweg, der 1808 als Associs der Gebrüder Bethmann starb. Dieser Johann Jakob Hollweg nahm nach seiner Vermählung mit Susanne Bethmann das Bethmannsche Wappen an und wurde Stifter der Linie Bethmann-Hollweg. Dieser Begründer der Linie Bethmann-Hollwea rt hci* rh-Arrv-hAfor d-s nei»"n Ministers. Die Eingeborenen von Sudkamerun sollen nach einev Meldung der ^Nat.-Ztg." in vollem Aufstande sich befinden. Das genannte Blatt behauptet, Berliner amtliche Stellen seien darüber unterrichtet. Auch im Nordwestcn sei seit Monaten die Lage sehr ernst. Das Blatt richtet an die Regierung die Frage, weshalb die Oeffcnt- lichkeit in Deutschland auf dem üblichen Wege noch nicht von den neuesten Meldungen aus Kamerun unterrichtet worden sei, und zweitens, was in den letzten Monaten, nachdem die Bedrohlichkeit der Lage schlechterdings nicht mehr übersehen werden konnte und durfte, an vorbeugenden Maßregeln zur Erzielung größerer Sicherheit geschehen sei. Das „Schweigesystem" der Negierung wird sehr eindringlich getadelt. Dazu bemerkt das offiziöse W. T. B.: Amtlich liegt nichts vor, was diese Meldung bestätigen könnte. Vielmehr taufen die zuletzt eingetroffenen Berichte dahin, daß Unruhen bisher nirgends vorgekommen sind. Es läßt sich denken, daß die Kolonialverw-iltung neue Erkundigungen vom Gouvernement einge-ogen bat. Tie offizielle Berichterstattung aus den Schutzgebieten ist aber sihr verbesserungsfähig, bei mancher Gelegenheit schon hatten Privatkorrespondenten den Vorsprung. Tie „Nat.-Ztg." erhebt auch den Vorwurf, daß die Regierung es an vorbeugenden Maßregeln zur Erzielung größerer Sicherheit habe fehlen lassen. Darüber wird noch zu sprechen sein. Siidwestafrika. Nach einer Meldung des Generals v. Trotha vom AI. März hatten in den Komesbergen westlich von Windhuk unternommene Streifzüge kleinerer Abteilungen zur Folge, daß sich zahlreiche Hereros in Groß-Barmen stellten. Zusammenstöße größerer feindlicher Abteilungen fanden bisher dort nicht statt. Major v. Estorff trat am 15. März den Vormarsch von Gobabis den großen Nossobftuß abwärts an. Die unweit von Nietmont gelegene Signalstation Marienthal wurde am 17. März von etwa 50 Hottentotten rngegriffen, nach einem etwa zweistündigen Gefecht wurden die Gegner in der Richtung des großen Fischflusses zurü ckgewarfen. Drei Reiter wurden verwundet. Hauptmann Zwehl entsandte von Gibeon die zweite Kompagnie des Feldregiments Nr. 1 in nördlicher Richtung, um die Gegend des großen Fischflusses zu säubern. Nach Meldung des Oberst Deimling vom 17. März aus Nurudas fteflte die unter Hauptmann Eckert zur Abteilung Kirchner und Kosis entsandte Kompagnie mit 2 Geschützen am 15. abends die Ver- bindung mit dieser her, ohne mit dem Feinde in Berührung gekommen zu sein. Die vereinigten Truppen wurden am JO. März bei Nurudas erwartet. — Die Etapvenkompagnien find wie folgt verteilt: Tie 1. Kompagnie längs des Bay- veges-Lüderitzbucht-Keetmannshoop, die 2. Kompagnie in Swakopmund, Omarurn, Karibik und Otjimbingue, die 3. Compagnie in Okahandja, Groß-Barmen, Otjosasu, Owikoko- rero und Otjosondu, die 4. Kompagnie in Windhuk, Haris (40 Kilometer südwestlich Windhuk) und Seeis (50 Kilometer östlich Windhuk). Der Pferdemarkt. Gießen, den 23. Februar. '"Der gestrige Frühj ahrs-Pserdemarkt ver- iief in befriedigendster Weise. Der Pferdehandel war recht flott. Es waren aufgetrieben etwa 340 Pferde und 40 Fohlen und folgende Preise wurden zuerkannt: JnAbteiluna 1 Reitpferde: Gg. Konrad StruSheim- Griedel 1. Breis 30 Mk. In Abteilung 2 Wagens ch läge, paarweise: Ludwig Bezenberger-Braunstls 1. Preis 80 Mk., derselbe 2. Breis 60 Mk., S.'Michel-Gießen 3. Preis 40 Mk., Heinrich Storch-Treis- Münzenberg 4. Preis 20 Mk. I n A b t e i l u 0 3 a s ch w e r e A r b e i t s s ch l ä g e, vaa r° weise: S. Kaunnann Nieder-Weilel 1. Breis 80 Mk., S. Michel- Gießen 2. Preis 60 Mk., A. Frensdorf Osteßen 3 Breis 40 Mk. JnAbteiluna 3b leichte Arbeitssch läge, v a a r- w e i : S. Michel-Dießen 1. Preis 60 Mk., S. Kaustnann-Rieder- Weisel 2. Breis 40 Mk., A. Frensdorf-6steßen 3. Preis 20 Mk., Isidor Strauß'Ober-Mockstadt Ehrende Anerkennung. In Abteilung 4a schwere Arbeitsschläae, einzeln: Heinrich Storch-Treis Mi'nnenberg 1. Breis 80 Mk.. S. Michel-Gießen 2. Preis 20 Mk., A. Frensdorf-Gießen 3. Preis 15 Mk. I n A b t e i l u n g 4 b leichte A r b e i t? s cb l a g e , einzeln: A. Bina-Lich 1. Breis 30 Mk., S. Kcmfmann-Nieder- Weisel 2 Breis 20 Mk., A. Frensdorf-Gießen 3. Preis 15 91? f„ Dulins Katz-Hnnaen 4. Preis 10 Mk., Eduard Kaufmann Rieder- Weisel 5. Breis 10 Mk. In Abteilung 5a, ArbeitSfch lage, einzeln lim Besitz von Landwirten, welche Mitglied des Landesvstrdezuchtvereins oder der landwirtichasil. Provinnalvereine sind!. Konrod Schrimpf- Rieder-Weistl 1. Breis 30 Akk., Johannes Hildebrand XII.-Rieder- Weüel 2. Preis 20 Mk., Karl Schneider-Berstadt 3. Breis 20 Mk., Hans Konrad Werner III --Fauerbach v. d. H. 4. Preis 10 Mk., Karl Hosinann-Wetterield 5. Breis 10 Mk., Heinrich Schmalz II.- Langsdori Ehrende Anerkennung. I n A b t e i l u n g 5 d, A r b e i t s s ch l ä g e, paarweise siin Besitz von Landwirten, welche Mitglied des.Lgndesvferdeu,ebt- vereins oder der lgnd'virtschastl. Brovinstalvereine sind). Heinrich Jung IV.-Ostheim b. Blltzbach 1. Preis 50 Mk., Gg. Konrad Skras- beim-Griedel 2. Prs. 30 Mk., Wenzel Hasier-Rieder-Weikel 3. Brs. 20 Mk., Wilhelm August Dietz-Rieder-Weisel 4. Preis 10 Mk., Friedrich Kenchel-Griedel Ebreitae Anerkennung. I n A b t e i l u n g 6 a, dreijährige Sohlen, Wagenschläge. Georg Dietrich-Langd 1. Breis 40 Mk., Heinrich Ludwig Trent-Griedel 2. Breis 30 Mk., Wilhelm Göbel-Pohlaöns 3. Preis 20 Mk., Johann Heinrich Breiß-Gießen 4. Preis 10 Mk. I n Abteilung 6 b, dreijährige Fohlen. Arbeit s s ch l ä g e. Heinrich Bender-Griedel 1. Prs. 40 Mk., Heinrich Walther-Reichelsheim 2. Breis 30 Mk., Anton Volk tII.-Bohlgöns 3. Breis 20 Mk., Friedrich Fenchel-Griedel 4. Preis 10 Mk., Karl Hosmann-Wetterield Ehrende ^lnerkennung. In A b t e i l u n a 7 a. zweijährigeFohlen,Wagein s ch l ä g e. Hernmnn Wrlbelm Strasbeim-Griedel 1. Breis 30 Mk., Wilbelrn August Tietz-Rieder-Weiiel 2. Breis 20 Mk., Blulipv Rock'Hattenrod 3. Breis 20 Mk., Heinrich Wagner-Allendorf an der Lda. 4. Brei? 10 Mk. In Abteilung 7b, zweijährige Fohlen, Arbeitsschläge: Johgnnes ^aber X.-Leibgesterii 1. Preis 30 Mk., Bhilipv Schwan-Gießen 2. Breis 20 Mk., Konrad Riith-Belliihaiisen 3. Preis 20 Mk., Ludwin Kreicker-Wetterseld 4. Breis 10 Mk. I n A b t e i l u ,i g 8a, Zuchtstuten, Wagen schlage: Anton Rern VII.-Lang-Göns 1. Breis 60 Mk., Jiilius Philippi- Wohnbach 2. Breis 50 Mk., Hermcmii Wilhelm Strasheim-Griedel 3. Breis 30 Mk, Konrad Waitz iV.-Dors-Gill 4. Breis 20 Mk., Friedrich Fenchel-Griedel 5. Preis 15 Akk., Gg. Wilhelm Bißel- Griedel 6. Breis 10 TZf. I n Abteilung 8b, F u ch tst u t e n, A r b e i t s s ch l äg e: Konrad Häuser XX.-Rieder-Weisel 1. Preis 60 Mk., Wilh. 6)eorg Strasbeiin-Griedel 2. Preis 50 Mk., August Hainz-Rieder-We'sel 3. Breis 30 Mk., Karl Gerlach-Losiar 4. Preis 20 Mk., Ludwig Keßler V.-Großen-Lindeii 5. Preis 15 Mk., Bürgermeister Krauß- Wetterseld 6. Preis 10 Mk. I ii A b t e i l ri ii g 9, Pferde imPrivatbesitz, erhielten Ehrenpreise die Herreii: Karl Gerbode, Stallmeister Erentz- burg, Karl Lotz wid Wilbelm Tribils zn Gießen st'ir Reitpferde und die Herreii Hostohnkiltscher Karl Hiitni, Koiirad Jiinker imb Mineralivasierhändler Jean Weisel zu Gießen für Gespanne mit Wagen. Mit dem Pserdemarkte war erstmals eine Ausstellung von Wagen, Geschirren, Stalliitenstlien imd lgndwirtschast- lichen Geräten verbunden, die sehr gilt beschickt tune. Hier wurden für hervorragende Leistimgeu E hren d ip l ont e erteilt den Herren Aug. Kilbinger, M. Rosenthgl und Friedrich Groß zu Gießen, Friedrich Grgiier zu Butzbgch, Konrgd Stephgn III. zu Großen-Buseck, Louis Bölzing z,l Groß- Felda, und lobende A n e r k e n n u n g e n dem Herrn Christian Spies und den Firmen Brüder Schmidt tmd Müller u. Dippel zu Gießen. Aus Stadt und Zand. Gießen, 23. März 1905. * * II. KK. HH. der Groß Herzog und die Großherzogin sind, wie uns ein Trghtbericht aus Dnrnistgdt meldet, in der verflossenen Nacht 12 Uhr von ihrem Besuche oon Rotenburg a. d. F. wieder hierher zurückgekehrt. * • Eine Hundesperre ist ngch einer heutigen amtlichen Bekanntmachung des Großh. Bolizeiamts für den Bezirk der Stadt Gießen und der dazu gehörigen Genigrkung angeordnet worden. Tie Veranlaffiing dgzil ist die Einlieferung eines tollwutverdächtigen, bereits getöteten Hiindes in die Veterinäranstalt. Wir weisen alle Hiindebesitzer, damit sie sich keiner Strafe aussetzen, auf die Anordnungen der Be- kanntmachimq hin. * * Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Hiltsprediger an der Weißfraiiengemeinde zu Frankfurt a. M. Hartmann die evangelische Pfanstelle zu Ulrichstein, Dekangt Schotten, und deut Pfarrverwolter Otto Willmonn zu Bönstadt die evangelische Pfarrstelle zu Bisses, Dekanat Nidda, übertragen. — Dem Forslwgrt der Gemeindeforstwartei Seulberger-Ntark Kissel zii Seiilburg ivurde ails Anlaß seiner Versetzung m den Ruhestand der Charakter als „Förster" verliehen. — Ernannt wurden: der KreiSanitsgehilfe beim Kreisamt Erbach, Gengenbach, zum Bureauvorsleher beim Kreisamt Oppenheim, der Biireaugehilfe Crößmann 51t Offenbach ztnn Kreis- amtsgebilfen, der Finanzaspirant Zink Zii Darmstadt zum Bibliothekgehilsen an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, der Militäranwärter Fischer zil Darmstadt zum Hgiiswärter enn südlichen Kollegiengebäiide. — Uebertragen wiirde dem Schulanttsaspiranten Llppel aus Londors die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büßfeld im Kreise Lauterbach. — Ernannt wurden die Regierilngsbausühret Augiist Bilschbaum aus Darrnstadt, Otto Bllschbauiii aus Tarntstadt, Frey aus Alsfeld, Müller aiis Wiesbaden iind Hock aus Mainz zu Regierpngsbaumei'tern. ** Der Raubmörder Hiidde steht, wie wir aus bester Qiielle hören, int Verdacht, neben dem Heldenberger noch einen anderen Mord begangen zu haben. Vor längerer Zeit hat man nämlich in Koblenz die Leiche eines Mannes, der den Vornamen Willy trug, giifgefunden, und nun vermutet man, daß Hildde, der beharrlich von einem Begleiter „Willy" spricht und zu der in Betracht kommenden Zeit in der Gegend von Koblenz gewesen sein kann, sehr wohl guch mit diesem anderen Mord in Verbindung gebracht werden könne. Die Untersuchung über den Koblenzer Fall ivirö in Koblenz geführt. Die hiesige Staatsanwaltschaft ist oon Koblenz aus über den dortigen rkfkselhaften Vefimd unterrichtet worden, und es ist nicht aiisgeschloffen, dgß bei der weiteren hiesigen Vernehmtmg Huddes mit Beziehung auf den neuen Verdacht sichere Feststellungen werdeit erfolgen können. Als Termin für die Verhgndtung gegen Hudde wird nach wie vor Juni oder Itili ins Auge gefaßt. fr. Mainz, 23. März. sTet.) Die Strafverhandlung gegen den Domprobst Malzi gus Worms findet vor dec hiesigen Strafkamnwr am 6. April statt._______ ^Landwirtschaft. R i n de rv i c hz u ch t in Ob?rhessen. Der Rindvi''h- Bcsiand in b~r Provinz Oberl'ffsen bat sich nach bem letzten Bericht des lat'bwirtschafll'ckcn BrovinziaGereins (1903/04) seit 30 Onfn-m der Zckü d"r Tiere n-^h um 23,4, dem Werte nach unt 63 8 Prozent vann"brt. Der Wert des Bestandes in Oberbessen wird mlf ca. 40 M'kstonen Mark to^weife anaeaeben und d^ber b^nwrkt. daß die Z^hl der eiaentlicb"n Zttchttiere, von welchen allein die Hebnna h^r Land"sviebznrnt abhängt, siit 1900 er- h"ßsirb sich n-'nrrt früher erhöbt hat. Der W"rt, den die Produkte d.'s Rindviebbestand's in Oberbessin kann im Durchschnitt der letzten Jahre o"f runi) 26 Millionen Mark geschätzt werden. Arn 1. Januar 1904 waren als Bestand in bm Herd- hüchcrn einget'-w-'en: 4r>9$ Tiere S-mmmtdaler- tmd 1724 Tiere Vogelsberger-Rasse W'e zweckmäßig in d"r Brovinz die 9lb- haltimg eines Z-^tnol-Viehmarktes sich erweisen wird, dafür snreckien fota^nb-' ZMen. Anfangs Oktober warm in Oberhessen vorhanden 122 386 Tiere Simmmthaler und 28 185 Tiere Vogels- bcroe^s4ilagcs, welche sich auf die einzelnen Kreise folgendermaßen verteilen: Simmenthaler u. Kreuzimg Vogelsberger Alsfeld . . . 9/10. 25 559 1/10. 2 839 Büdingen . . 10/10. 21 079 —— — svriebberg . . 10'10. 26 1^0 — — Lgiiterbach . . 9/10. 20 128 1/10. 2 236 sisteßen . . . 6 10. 19 149 4/10. 12 760 Schotten . . . 5/10. 10 351 5/10. 10 350 und Zierkekr. Kaufm ännische Betriebe sind gleichzeitig Lagerei- Betri-'he müssen nach einer Eistscheibung des Reicbsaerichts zttr Bertifs-Genvfienschaft angemeldet werben. Dies Haben in br'it letzten Tagen in Gießen eine ganze Anzahl von Inhabern Manufaktur- und Kvl^nialwaren-Geschäfte erfahren,, welcke eine diesb-zualiche Aufforderung erlfielten. Man ist in den Kreisen der Handeltr"ibenh"n v-m der netten Belastung ihres Gewerbebetriebes ir-bf f"hr p*h f ö n ff n i 8, Griqinni-Drat)imef(>unqen. Berlin, 23. Mürz. Dem „Lok -Arn." zufolge ist dem Landesdirektor Frhrn. v. M a u t e u f f e l die Nachfolgeschaft des Herrn v. Bethmann-Hollweg als Oberpräsidenr der Provinz Brandenburg' ancfr;c. Sc> xickert . Nordd. Lloyd . . K mditakfien . . DiRkonto-Kommnndit, ParmRtSdtor Bank Prepdnner Bank . . Ber iner Handolspreg Oesterr Stnatsbahn . Lombard er. , . Gottharilbahn . . . laxirabütte . « Bocbnm . . . I’arpnner . . . StaRt r» ar» von unerrel h’er Güte und . R. G. Jf. Nur bei mir zu haben. Ki onen-Diamant-Scahl M. 3.25 n-Silher-Stahl M. 2.25. Fertig f 'y zum Gebrau. n >uit. Ltui. b ür jed. Stück wird a- --”ra t er:. Stroishriemin u.I.-bi M I 80. Rasierpinsel. Rasierschalen ä M. .50, Schär.'mas -o . i 33, naslerseife M. -.25. Rasler-Garn tur kump!. in lein. ui M. 8.-. Oeiabziehs.dJiO ä M. 2.50 u. 5.-. Versand geg. Nachn. 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