Freitag 3. November 1903 Erstes Blatt Pol)te öeniige Nummer umfaßt 10 Kelten. Curschrnann und ©corrü, Lr. bnß von der föailroirf ercn eWM Epileptischen Anstalt zu Nieder-Rornstadt ein für den bewilligten Zuschuß von 100 Mk. ein- Dankschreiben gegangen sei. 155. Jahrgang Technischen Hochschulen beschlossen, m dein sie gebeten werden, der Studentenschaft ru helfen und Vertrauensleute zur Verhandlung mit den Studenten zu senden. Bangesuch. Peter Berg hat für seine Hofraite ein Bau llöU/H W0(bri' fiel Situation fordert den Spott geradezu .blutige Franz-, Dr. Mehring von nicht als Sieger über die Nevisionistcn böte sich ihm die schönste Gelegenheit, vernichtenden Hohn fühlen zu lassen. aesuch eingcrcicht. Er will ziir Erweiterung seiner WirtschaftS- räntne unter Abbruch eines kleinen Nebengebäiides einen Anbau errichten, nach dessen Bau die unbebaute Flüche der Hofraite weniger als ein Fünftel des Ganzen betragen und der Hof nicht mehr die Breite von 4 und die Länge von 8 Meter hat. Der deshalb nachgesuchte DiSpenS wird auf Antrag der Baudeputation nicht befürwortet. Vergebung von Erdarbeiten Die zum Ausbau der Friedrichs st raße, detz Wetzlarer Weges und des Mittelweges erforderlichen Erdarbeiten waren zu 22B0 Mk. veranschlagt. Bei der Aus- schreiblmg ergab sich als geringste Forderung (von Mandler- Kinzenhach) eine solche von 2413,50 Mk. Tie Versammlung ist damit einverstanden, daß Mandler den Zuschlag erhält. Gepflasterte Ucbergange in der Stephan- und Marburgerstratze. Ein Gesuch von Ioh. Gg. Piaff bittet um Herstellung eines gepflasterten UebergangeS vor seinem neuen HauS Stephanstr. 25, während Wirt Jöckel um einen gepflasterten Uebergang vor dem Haus Marburgerstr. 25 ersucht. Die Baudcputation beantragt, z. Zt. beide Gesuche abzulehnen, da in beiden Fällen in der Nähe Uebergänge vorhanden seien und bei Genehmigung weitere Gesuche zu erwarten seien. Es entsvinnt sich hierbei eine längere Besprechung über den Ausland der Straßen im allgemeinen. Stadtv. Dr. Ebel bemerkt, der Zustand der Stepbanstraße sei schauderhaft, das Trottoir auf der bebauten Seite sei unpassierbar und die Leute »eien deshalb ae^wunaen, durch den Schmust zu waten. Verfügung stellt. Die heran?, und wenn der der „Leipz. Volksztg.-, einherstolzierte, dann die .Berliner- seinen Tie bürgerlichen Parteien werden wohl nicht säumen, im Reichstag aus dic'en Vorkommnissen Kapital zu schlagen, und falls dann Aba. Grä^nauer a»is dem reichen Schatz seiner E'sahrungen als ehemaliger Nedakteur am .Vorwärts- zur .Klärung- des Sachverhalts beizutragen sich veranlaßt sieht, kann sich die Debatte recht interessant gestalten. Die soiialistische Presse in Magdeburg und Karlsruhe stellt sich vollständig auf Seite der gemaßregelten Redakteure und eifert aufs heftigste gegen die Parteileitung. Ve)0g»vrr«»r monaihrt)75BL, ptertel- jährlich Akk 2.20, durch Abhole- u. Zweiqüellen inonnihdi 65 Ps.: durch die Post DK. 2.— uienel- ahrl. ausicht. BeUellq. Annahme von Ln;etgen ür die laqesmimmet vorimuagÄ 10 Uhr. ^eue 'preis: total 12*BfN us"ärts 20 l'tfl. eri lwörtlich »ür oe ool't. und altaem. Teil P. W'tito, h*it .Sladi und VfinD* und .Gerichlsiaat' Ernst Heß, für den An- teiaenteü: hone Beck. politische Tag es sch an. * Mit der Möglichkeit eines allgemeinen Streiks der Berliner Studentenschaft beschäftigte sich eine Studentenversammlung, die von etwa 1000 Studierenden der Charlottenburger technischen Hochschule und der Berliner Universität besucht war. Die Versammlung sollte Stelliing nehmen zu den letzten Schritten des Rektors und Senats der technischen Hochschule, welche die Studcntenbcwegunq, die man schon bcigelegt glaubte, wieder in Fluß zu bringen scheinen. Ueber den Verlauf der Versammlung liegt folgender Bericht vor: Cand. teebn. Seck berichtete über die Vorgänge, die zu der erneuten Zuspitzung dec Verhältnisses utnld en Rektor und Senat und Studentenschaft geführt haben. Den letzten Anlaß zu dielcr Vrotestversammlung gab der Erlaß, in welchem der Rektor der Vertretung der Ltudentenschalt A m t s m i ß b r a u di vorwarf und erklärte, daß alle ihre Rechte innerhalb der Hochfdmle erloschen seien. Am 17. Mai d. I. erklärte der Rektor, daß die Satzungen des Ausschusses im wesentlichen genehmigt seien, nachher stellte fid) ober heraus, daß Rektor und Studentenschaft über die Fraae sehr verschiedener Ansicht waren. Damals war auch das bekannte Schreiben aus dem Kultusministerium an den Cbcrpvnfibenten und Kurator der Hodisd)ule in Danzia, den jetzigen Handelsminister Delbrück ergangen, wonach der Name „A u s s ch u ß- an allen Hochschulen vermieden werden sollte. Audi den vom Rektor vorgeschlagenen Titel „nichtkoufessionell" konnte die Studentenschaft nicht akzeptieren, weil bei nächster Gelegenheit die Zenlrumspres'e den Titel in „anlikalholisch" umgeändert hätte. Der Rektor Professor Dr. Flamm hatte fortwährend mit dem Kultusministerium zu verhnnbeln. Er hat, wie er selbst erklärt hat, dort ni a n ch e b i 11 e r e P i l l e zu schlucken bekommen. Er Haies mit dem Ministerium und mit der Studenten- schalt zugleich verdorben. Er hat stch zwischen zwei Stühle gesetzt (Zustimmung). Das Vertrauen der Studenten- i ch a f l hat er verloren, weil er feine Ansichten stets allgi schnell geändert hat. Früher hat er einmal erklärt, er betrachte sich als den ersten Diener der Studentenschalt. Jetzt aber behauptete er: Er sei mir ein Vermittler zwischen Kultusministerium und Studentenschast. (Hört! hört!) Vor der letzten Cenatssttzung wußte er schon genau das Resultat dieser Sitzung. Wahrscheinlich war es ihm schon vorher im Kultusministerium mitgeteilt worden. (Große Heiterkeit) Gegen den bisherigen Ausschuß ging er in schroffster Weise vor. Das .Schwarze Brett' ließ er unter der Hand entfernen. Den letzten Brief der Vertretung der Studentenschaft würdigte er sogar keiner Antwort. So hat noch fein Rektor gehandelt. (Lebhafte Zuslimmiing.) Darauf legte der alte Ausschuß seine Aemfer nieder. Durch Akklamation werden zwölf neue Ausschuß- mitglieder gewählt. Aus der Mitte der Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, das Verhalten des Rektors mit einem allgemeinen Streik der Studentenschaft zu beantworten. (Beifall und Widerspruch). Einstimmig wurde die Absendung eines Schreibens an alle Professoren der »5S 'Teilung ist b's 3. De.-er rra r i s cho Gcsell' chafl 251 e u t ö n e r' 21 b e n o , mit Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, den 2. November 1905. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Die „neuen Herren" beim „Vorwärts". R. Berlin, 2. Nov. Seit dem Nedaktionßwcchsel beim .Vorwärts" ist das Blatt auffallend ungeschickt redigiert, und die Schreibweise ebenso hahnebüchen wie sprachlich mangelhaft. Die gleich .unehrlichen Hausdienern- behandelten früheren Nedakteure verstanden ihre Sache besser, als das anmutige Paar Arthur Stadthagen und Rosa Luxemburg, ja wohl gor als der Abg. Bebel selbst, von dem anzunehmen ist, daß er dem Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie in dieser kritischen Zeit seine Feder zur GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen npiehle mich iur bie <; sichende WeitzuachlSst Rund1chfift-Piakaleankdi|1 Lchaufeusler.TelorM! eral. zu den billighenU fier stehen zur Liegug. bchr lEdTphnTcrmit^ii len und Realjchulrrn , n Mi! xfindlidje Ansragen u. • aiM m w. Dr. Ebel, Eichenaiier, Gabriel, Dr. Haberkorn, Haubach, Helfrich, Helm, Huhn, Iann, Keller, Kirch, Leib, Löber, Loos. Crbig, Petri, Schaffstaedt, Schmall, Wallenfels und die Stadtverordneten: Brück, 9?t. 259 Or|<$)ftnt täglich außer EonmagS. Dem Gießener Anzeiger tnerben tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- lläftet viermal in der Woche beigelegL Rotationsdruck u. Verlag der Brüh loschen Umoerf.-Buch-u.Stein- bruckerei. R. Lange. Rebakuon, EroedUw» und Druckerei: Lchal st ratze 7. Redaktion 112 Äerlag u.(£)rpeb.ey^dl Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gieße». drrn der Lomellina erzielte, bemächtigte sich der ganzen Region eine lebh ftc Agitation, deren Frucht die Organisation des gegenwärtigen Experiments ist. Tie wissenschaftliche Leitung wurde einem Kollegium von hervorragenden Gelehrten, wie die Vro- fessoren Perroncito, Delfanti, Sormani, Mazzini u. a., übei> tragen. Es wurden 13 gesunde Rinder, Jungvieh, ausgesucht und in einem eigens errichteten Stalle abgesondert. Reben letzterem wurde außerdem ein Laboratorium eingerichtet. 11 der Tiere wurden om 26. Tezember 1904 mit dem Behringschen Antituberkelserum des Mailander Jstituto Sieroterapico zweimal geimpft, und im Juli d. I., nachdem das Serum genügend Zeit zu seiner Wirks'mkeit gehabt, wurden dieselben Rinder d"r Gegenprobe unterworfen, und rwar wurden sieben mit dem Präparat Bovin d's Dr v. Behring, einem Tustrkelgist von nicht rllzugroßer Heftigkeit, geimpft, während vier das von Prof. Bels.-Mi zubereitete äußerst heftige Tuberkelmaterial erhielten. Gleichzeitig wurden weitere vier Kälber, die nicht mit dem Bebrinaschen Serum immunisiert worden waren, infiziert, drei mit Bovin und eines mit dem Präparat des Vrof. Belfanti. Zu der ersten Untersuchung des Resultats des Experiments waren zobkreiche Vertreter der Wissenschaft aus Mailand, Turin und Pavia erschienen. Es wurden vier Versuchstiere geschlachtet und stiert, und über die Befunde entsvann sich eine lebhafte Diskussion. Einstimmig erkannte man die große w'.ss nschaflliche B-de- tung der Erperimwte und ihr der B e hr i n s ch e n Methode günstiges Resultat an. Es wurde beschlossen, die Schlichtung der übrigen Versuch stiere auf einen spateren Zeitpunkt zu verschieben, um auch vom praktischen Standpunkte aus vol f-mmrn k er? und sichere Restilf te zu er'ielen. Ueber die n" ' ' ‘ ■ V L t.r dcs Expcri- Dichter-Abend, und hatte hierfür Dr. Emil Geyer aus Berlin als Rezitator gewonnen. Von Lvrikern gelangten Peter Hille, Johannes Schlaf, Arno Holz und Rainer Maria Rilke zn Worte, und außerdem trug Dr. Geyer den dritten Akt der Tragödie eines jungen östreichischm Dichters, Karl Vollmöller, die den etwas langstieligen Titel „Catharina von Armagnac und ihre beiden Liebhaber" führt, äufcerft wirksam vor. Die Zuhörer vermochten, des merkte man deutlich, die Offenb'rungen der lyrischen „Neutöner" nicht immer mit vollem Verständnis zu folgen, dagegen machte die Dichtung Vollmöllers groy-en Eindruck. — Großfürstin Viktoria Melitta als Künstlerin. Die Gattin des Großfürsten Cvrill von Rußland, deren künstlerisast Neigungen ja bekannt sind, ist neuerdings auch mit eigenen malerisc^n Schöpfungen und unter ihrem fürstlichen Namen an die Oeffentlichkeit getreten. In der Galerie Heinemann in Mündwn sind zurzeit zwei Blumcnstillcben <„Tulpen" und „Lilien") von ihrer Hand ansgeitellt, die ohne Ziveifel ein gewisses malerisches G.sanck und verfeinerten Geschmack erkennen lassen. Schede, daß die fürstliche Künftler-.n es nicht nötig frt": denn diese gefälligen Blumenstücke dünsten leicht Abnehmer finden. Bekanntlich hat sich auch die Selaoester brr Großfürstin, die Kronprinzessin von Rumänien, auf dem Gebiete der Blumenmel-wei mit hübsckxnn Erfolge versucht. — Ein Experiment der Behringschen Tuberkulose-Heilmethode. In MoNera in der Prov-nz Pavia findet auf Veranlassung der landwirtschatstlick^n Gesellßhaft der Lomellin' ein Experiment statt, um die st'ethode des Professors Dr v Bebring zur Immun's erung der R.nder gegen Tuberkulose praktisch zu erproben. Tie Landschaft st— "ma war von icher fs r r 'lb-rrs v n Klein s Ieuisseton. — Aus Frankfurt wird uns geschrieben: Tie bildenden Künstler Frankfurts geben zum 7. Male in ihrer meins erneu I a h r c s a u s st e l l u n g im Kunst verein der st.ffentlichkeit einen Ueberblick über ihre neueste Tätigkeit. Die 'rg'nisation die'-r Veranstaltung, toeld>e sämtliche hiesige Knnst- : nr.wr'-tionen umfaßt, hat schon in den Vorjahren sehr er= treuliche R ' l' ie rmöglickst und du Ausstellungen die Sym- U'.uhien aller Kunstfreunde verschafft. Man darf erwarten, daß . mh dst bif-: 'ör'ge Ausstellung auf d.r gewohnten Höhe stehen turb. Tie Beteiligung ist in diesem Jahre besonders rege, uic Z .hl der stmmeldungen übertrifft die Hc Hst Ziffern des Vor- •i hres. Zur Ausübung des Jurorenamt's h t das Vertrauen r ; - ft in diesem Jahre berufen die Herren: Prof. ' Brüllt, Ct'rrc Eosom.'ti, Andreas Egersstärfer, Robert Forell 'ros. F. Hausmann, Franz Krüger, Prof. D. Steinhaufen, und ,?r'" Wucherer. Für die Interessen der I hr sausstellung ist ■ ;i Komitee t'llig. welches sich, unter dem Vorsijz von Geh. Re- rungsrll Väraermeister Tr. Darrentr^ny aus einer größeren ■■'n-. h[ hiesiger Herren zusammensetzt. Die Geschäftsführung ist - vX Kun st verein übertt'gen, dessen sämtliche Räume zur Ver- 'i'g'.ng umstellt worden sind. Die festliche Eröffnung findet iu 4. No'wu'^r mittags statt. Hierzu wurden außer den aus- " senden K 'v stl'rn und ihr n D'men die Svitz-en der Behörden •x r d's Aue stell !' . Komitees, Vertreter der Presse !r-nd"so:'-vig" Ehrengäste eine-laden. Die Eröffnung für das ' ubliku!' crf.ll'gt Sewstag nachmittag. Die Tauer der AuS- einem geleistet und die 19 anderen müssen willig oder unwillig, meist aber unwillig folgen, denn in landwirtschaftlichen Dingen kann man recht verschiedener Ansicht über die vorzunehmenden Arbeiten sein, ober aber, wie manche Sozial-Theoretiker Vorschlägen: Es wechselt der Befehl tageober wochenweise, dann kommt allerdings jeder Bauer jeden 20. Tag einmal wieder dazu, die Gesamtwirtschaft zu leiten, aber die gesamte Ertragsfihigkeit würde durch dieseil fortgesetzten Wechsel in der Leitung natürlich außerordentlich heruntergehen. Aber auch dann, wenn der Bauer an die Möglichkeit glauben würde, daß eine im ganzen Staate kommunistisch betriebene Landwirtschaft bte Gesamtproduktion steigern könnte, und daß dann auch auf ihn ein Prozentsatz höheren Anteils entfallen würde, auch bann wird ber Bauer die kommunistische Wirtschaft ablehneu, weil ihm unendlich wertvoller als irgeuo eine fragwürdige Eiukommensstciger- ung seine Selbständigkeit ist, das Gefühl, Herr zu fein aus der Scholle, die er liebt, die Freude an seinem Vieh, bas er groß gezogen hat, an seinem Garten, an seinen Obstbäumen, die er gepflanzt nnb veredelt hat. Es ist eben der große Rechcnf hler, der in allen so'ial- bemokratischen Kalkulationen steckt, baß sie die so entschelbeud mitwirkcnden Faktoren, die aus der menschlichen Psyche hervorgehen, ganz und gar ausschalten. Alle noch so verlockenden Sck)riften der Sozialdemokratie werden nichts an der Willensrichtung ändern, welche dem Bauern sein harter Eigensinn und sein weiches Gemüt gibt. Der Dauer und die SoiialdemoLratie. Von allen Ständen Hot sich bisher der Bauernstand am meisten von sozialdemokratischen Ideen fteigehalten. Es liegt dies unter anderem mit daran, daß an der Bauernwirtschaft am deutlichsten die Unmöglichkeit der Durchführung sozialdemokr. Grundsätze zu erkennen ist. Schon die eine Forderung der Sozialdemokraten, der Maximal- Arbcitstag, erzeugt bei jedem Bauern ein spöttisches Lächeln. 'Dian kann einen Maximalarbeitstag in irgend einem ge- iverblichen Betriebe einführen, sofern die Konkurrenz das Gleiche tut und das Gewerbe somit betriebsfähig bleibt; bei einer Bauernwirtschaft ist es vollkommen ausgeschlossen, weil die Abhängigkeit vom Wetter an manchen Tagen die Arbeit überhaupt aussckließt, während sie an anderen Tagen, besonders währeno der Erntezeit, verdoppelt werden muß. Es läßt sich auch die Arbeit des Fabrikarbeiters Und des Laudmannes gar nicht vergleichen. Es ist gewiß anstrengender und unangenehmer, 8 Stunden als Heizer tätig zu sein, als im Hellen Sonnenschein 12 Stunden das Vieh toeiden zu lassen. Auch der Landmann wird lieber 12 Stunden das fröhliche Ernteeinfahren verrichten, als 8 Stunden im naßkalten Novemberwetter hinter dem Pfluge hergehen. Wochenlang, wenn tiefer Schnee die Felder bedeckt, hat der Bauer wenig zu tun und muß statt dessen während der Bestellzeit und Erntezeit doppelt arbeiten. Ebenso deutlich erkennt ber Bauer bte Undurchführbar- (- it kommunistischer Landwirtschaftstätigkeit an. Tie Rückständigkeit der russischen Bauern gern ein den Hegt ja gerade tit der Tatsache, daß diese nach kommunistischem Prinzip arbeiten. Man vergegenwärtige sich einmal die Wirkung, lveiche die Einführung der kemmunistiscl)en Wirtschaft auf unsere Bauern ausüben mürbe. Bisher hat jeder Bauer das Interesse, so viel aus seinem Stückchen Land heraus- zu>virtsck>aften, so sparsam hauszuhalten wie möglich, alles zu verwerten nnb seine Arbeit vor Schaben zu bewahren, ixil er jede Nachlässigkeit, jedes Versehen sofort im eigenen Haushalt verspürt. Wenn er durck große Sorgfalt und Nühe ein krankes Rind sich am Leben erhält, so hat er p.rsönlich den Gewinn, im andern Falle den Schaden, y-ei einer kommunistischen Wirtschaft verteilt sich der Vorteil oder Nachteil aus die Gesamtheit und der Antrieb zur äußersten Sorgfalt füllt fort. Während der Bauer an* i\ sichts drohenden Wetters mit seiner ganzen Familie, s.nnem ganzen Gesinde mit größter Anstrengung bis in die sinkende Nacht arbeitet, wenn es sich darum handelt, die Ernte trocken in die Scheune zu bringen, würbe bei einer kommunistischen Wirtschaft diese durch den gesunden Egoismus bedingte Anspannung aller Kräfte fortfallen. Es stylen eben Leio und Lust, die beiden mächtigen Trieb- stdern, zur Arbeit, es fehlt die Freude am Erfolge der eigenen Tüchtigkeit. Unsere Landwirtschaft, nach sozial- d 'motratischen Grundsätzen betrieben, würde in ihren Leistungen derartig zurückgehen, baß sehr bald die Ernähmngs- plöglichkeit dcs Volkes in Frage gestellt wäre. Dem gegenüber stellt Bebel in seinem Werke: „Die Frau und der Sozialismus" sehr kühn folgende Behaup- tiung auf: „War es dem kleinbäuerlichen Frankreich möglich, in den letzten nciu.Jg Jahren seinen Bodenertrag mehr als zu vervierfachen, während die Bevölkerung sich nicht einmal verdoppelte, so ,inb ganz andere Resultate von einer sozialistisch nnrtschaftenden Gesellschaft zu erwarten." „Ganz andere", das rft richtig, aber sicher die um geehrt en. Gerade die Tatsaa)e, daß die ftanzösischen Kleinbauern mit ihren ausgesprochenen individualistischen Eha- raktereigenschasten diese Erfolge verzeichnen können, wäh- r.md kommunistische Betriebe fast überall mit ungünstigen Ergebnissen arbeiten, beweist die Aussicht..ffigteit der Bebe lscheu Hc f [nun gen. Wenn 20 Bauern je 50 Morgen als eigenen Besitz beerbe;:.m, ]o leisten sie zweifellos bedeutend mehr an produktiver Arbeitstätigkeit, als wenn alle 20 zusammen eine Großwirtschaft von 1000 Morgen betreiben würden. Schon der Umstand, daß der Bauer dann aufhört, sein eigener Herr zu jein, wirb ihm bie Freude an der Arbeit verderben und seine Arbeitsleistung mindern. Tann aber gibt es lut zwei Mecllickll^lli'n. crli-cNr die Arbeit wird nur von W--S avi'. st. gjieiöunflfn ij „ iw(rt„,e,MCl ll tt «7h1 Wimmcnauer. Mitteilungen. Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Mecnm, teilt mit, o,» k-'L tchi°sser re'ICc m ------------। ’ßfö Mädchen iur v- \beu gilbet gejucht. J _ -taminftiQße 42 [ iran ■ vetiäjfigec äaiidaai ‘Bt aui laßeugmjie u.^ e“ >uchl per ioi. cldluiio t Mitr ober Rkijender. tpniiL älugeboie um« Wi tu löießen« Änzeiger ijer jucht eieüung. st. SlötiKM «Lchone aiü'i:. ng.Krst jeitherläiiq imf jucht joiort ober fpeuer.. ’fldle als Vertäiijrrui, chniil Ünerbitien iu L Älsscld, poftlagerni). lebeube Verlauf«,» n vielte, geyl auch als ei pousiruu. iliüb. ckileu.... nann, Samm/lr. lb, ngeS, gebilbtieä ÜRätk baä in btt feineren ü 'm Haushalt 6ltUun^ . n btx Bauarbeiten, wie Kanalisation und Klinikbautcu, die viel iLeute erfordern, fertig sind. Stadtv. Haubach bemerkt, es könnte bezüglich des Zustandes der Straßen vieles besser sein, wenn der Unternehmer der Kanalarbeiten zur ordnungs« «mäßigen Wiederherstellung der Straßen angehalten werde. jOberbürgermstr. Mecum bemerkt, daS sei früher schon geschehen und geschehe auch jetzt wieder. Stadtv. Huhn plaidiert für Genehmigung des Gesuches für die Stephan- fftraße. Auf Antrag des Beigcord. Georgi wird sodann die Angelegenheit nochmals an die Baudeputation zurück- v erwiesen. Verkauf städtischen Geländes. Für drei Bauplätze an der Licherstraße war bei der Versteigerung nicht die Taxation erreicht worden. Für einen derselben hat sich in Herrn Hellmold nunmehr ein Käufer gesunden, der den Taxwert — 12 Mark für den Quadratmeter — bezahlen will. Auf Antrag der Baudeputation stimmt die Versammlung zu, während bezüglich zweier Gebote auf andere Plätze, die erst heute cingegangen sind, Verweisung an die Baudeputation beschlossen wird. Dem nunmehr vorliegenden Kaufvertrag über den Ver- -Tnuf eines Grabens an der Marburgerstraße, der schon früher genehmigt wurde, wird zugestimmt. Gebühren für die Benutzung des Sektionszimmers. Wie Beig. Curschmann ausführt, ist bei den hiesigen Aerztcn aus Anlaß eines Falles, in dem so verfahren wurde, die Ansicht laut geworden, daß die Benutzung des Scktions- zimmerS gebührenfrei sein solle, wenn die Angehörigen der Leiche nichts bezahlen. Dadurch sind nunmehr 3 Sektionen vorgenommen worden, wofür Erlaß der Gebühren gefordert wird. Die Fricdhofsdcputation beantragt, in diesen Fällen dem zuzustimmen, im übrigen aber die Gebühren zu belasten. Stadtv. Dr. .H a b e r k o r u führt aus, daß er als Vor- «steher des Kreisgesundheitsamtes beantragt habe, die Benutzung des Sektionszimmcrs kostenlos zu gestatten, oder doch wenigstens in den Fällen, in denen die Aerzte die Sektion unentgeltlich vornehmen, die Gebühren zu erlassen. Die Neigung, Sektionen vornehmen zu lassen, sei in Gießen sehr gering, trotzdem eS in vielen Füllen sowohl zur Beruhigung der Angehörigen iiber die Todesursache, wie auch zur Belehrung der dlerzte gut fei, eine Leichensektion vorzunehmen. Dadurch, baß man diese gebührenfrei vornehmen lasse, werde man mit der Zeit wohl mehr Sektionen bekommen. Einige Aerzte Hütten sich bereit erklärt, Sektionen unentgeltlich vornehmen zu wollen. Den dicserhalb von ihm gestellten Antrag habe er allerdings zurückgezogen, weil er in der Friedhofsdeputation nur geringe Neigung dafür gefunden habe. Oberbürgermeister M e c u m macht darauf aufmerksam, daß der Stadt durch die Vornahme von Sektionen doch erhebliche Kvsten erwachsen, mit den 10 Mark Gebühren hierfür würden bloß die Barauslagen gedeckt. Beig. Georgi hält die Anregung des Stadtv. Dr. Haberkorn für sehr wertvoll und wird dafür stimmen, wenn der Antrag wieder eingebracht wird. Stadtv. S ch m a l l äußert sich ähnlich. Beig. E urschmann betont demgegenüber, das; das finanzielle Interesse der Stadl doch nicht so gering sei, wie es scheine. Wenn man die Gebühren aufhebe, könnte es dahin kommen, daß es gewissermaßen zum guten Ton gehöre, Sektionen vorzunehmen. An und für sich habe die Stadt doch nicht die Aufgabe, die Wissenschaft zu fördern, auch könne mit einer Vermehrung der Sektionen durch die Aerzte bem pathologischen Institut wertvolles Material entzogen nerben. Stadtv. Dr. Haber- koru hält letzteres Bedenken für unbegründet. Stadtv. Haubach meint, man soll" die Sache von Fall zu Fall entscheiden, da doch in vielen Füllen die Gebühr bezahlt werde. Nachdem Stadtv. Dr. Haberkorn seinen Antrag wieder eingebracht hat, sprechen sich Beig. Georgi, die Stadtv. Schm all und Petri für Annahme des Eventualantrags aus. Auf Anregung der Stadtv. Brück, Kirch und Haubach wird die Sache an die Fricbhofsdeputation zurückverwiesen. Dom Fischmarkt. Beig. Curschmann berichtet über die nochmalige Verhandlung der Fischmarktkommission mit den Fischhändlern. Die Kommission habe diesen den Vorschlag gemacht, daß die Stadt die Fische einkaufcn solle und die Händler unter Hinzurechnung eines gewissen Gewinnes den Verkauf gemeinsam oder abwechselnd vornehmen sollten. Beim letzten Markt hätte sich der Verdienst der Händler, wenn so verfahren morden sei, nach Abzug der Unkosten auf 50 Mk. belaufen. Das hätten die Händler nicht angenommen und bei der nochmaligen Verhandlung am letzten Samstag nur gefordert, daß die Stadt Fische nur an Leute verkaufen solle, für die der Fischmarkt in erster Linie bestimmt sei, also an die Unbemittelteren. Man habe ihnen erwidert, daß daL praktisch unmöglich sei. Nach stundenlangem ergebnislosen Verhandeln habe sich dann ergeben, daß die Fischhändler vor einigen Wochen untereinander sich verpflichtet hätten, mit der Stadt keine Vereinbarung zu treffen. Damit betrachte die Kom- mission ihre Tätigkeit als erledigt. Verschiedenes. Dem Vorarbeiter de§ Filial-Arbeitshauses wird ein Dien st mantel bewilligt. Die hiesigen Firmen Gebrüder Kaufmann und P. I. Möbs ersuchen um Ucberlastung einer Fetteinkauf st eile im Schlachthaus. Tie eine vorhandene Stelle ist an eine Frankfurter Firma, die seinerzeit Meistbietende war, noch für eine Reihe von Jahren verpachtet. Den beiden hiesigen Gesuchstellern soll dies mitgeteilt nnb in Aussicht gestellt werden, daß beim Erweiterungsbau des Schlachthauses ihrem Gesuch entsprochen wird. Im übrigen erklärt die Versammlung daS Gesuch für erledigl. ______________________ Ain. HUM und £tmö. Gießen, 3. November 1905. •• Gießener VolkSba d. Im Oktober wurden 8399 Bäder verabreicht gegen 9371 im September 1905 und 9618 im Oktober 1904, ober im Durchschnitt pro Tag 271 Bäder gegen 312 im September 1905 und 310 im Oktober 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 4534 Männer, darunter 722 zu 10 Pfg., „ 956 Frauen, „ 199 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 226 Männer, 99 Frauen, „ 2. , 514 „ 402 „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 136 Männer und 41 Frauen, Brausebäder 1278 Männer und 213 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt und das Bad von 10 Personen besichtigt. IV. Bad Nauheim, 2. Nov. Heute vormittag kurz nach 8 Uhr wurde unsere Einwohnerschaft durch Feuersignale in Schrecken versetzt. Größere Rauchmaffen ließen vermuten, daß in dem Kegclmann'schen Hause in der mittleren Fürstenstraße ein Brand ausgebrochcn sein mußte. Da das Hau? gegenwärtig unbewohnt ist, mußten von der Feuerwehr erst die Türen aufgybrochen werden, um zur Brandstätte zn gelangen. Wie sich herausstellte, waren in einem Raume Vorräte von Salzsäure und Schwefel durch Selbstentzündung in Brand geraten. Es gelang der Feuerwehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. 4- Nidda, 2. Nov. Gestern wurde unter großer Beteiligung das 25jährige Bestehen der hiesigen höheren Bürgerschule gefeiert. Nachmittags fand im „Gambrinus" ein Festaktus statt mit Gesang, Deklamation, musikalischen Darbietungen und einem Neigen der Schüler. Die Festrede hielt der frühere Leiter, jetzt noch Lehrer der Schule, Pfr. Werner. Er wies auf die Notwendigkeit guter Schulen für eine Stadt hin, erwähnte der früheren Anfänge zu unserer Schule in den Privatinstituten der Geistlichen. Im weiteren führte er die verschiedenen Stadien der Schule an. Abends fand noch ein gemütliches Zusammensein statt, wobei noch manches ernste und heitere Wort geredet wurde. Der Schule aber für die Folge ein herzliches vivat crescat floreat! * Kleine Mitteilungen aus H e s s e n n n b den Nachbarstaaten. Bei Wiesbaden fand zwischen Soldat e n, der P o l i z e i und hundert Zigeunern eine mehrstündige blutige Schlägerei statt. Die Zigeunerweiber hieben mit Steinen und Kuüvveln auf die Soldaten ein, während die Zigeuner Messer und Revolver gebrauchten. Nach zwei Stunden gelang es, die betrunkene Zigeunerbande über die hessische Grenze zu treiben. (Also jetzt kann der Unstig auf hessischem Boden losgehen? So respektiert preuß. Polizei die Deutsche Freizügigkeit). — Der Kaiser hat der Augenheilanstalt für Arme in Wiesbaden ein Geschenk von 5000 Mark zur Deckung der Bauunkosten zu ihrem Neubau bewilligt. Vermochte». • Sin Lehrer als Bauernknecht. Bei einem jütischen Hofbesitzer trat voriges Jahr ein Bauernknccht in Dienst. Er war aus Island und hieß Haakon Finson, und sein Prinzipal hielt ihn für einen der fahrenden Gesellen, die gerade von der Sagainsel her häufig in den nordeuropäischen Ländern umherschwärmen. Später stellte sich aber heraus, daß er einen dreijährigen Bildungskursus auf einer Realschule durchgemacht hatte und später winters Lehrer und sommers Bauer gewesen war. Er wünschte indes die Welt zu sehen und sparte sich allmählich das Geld für eine Tampferfahrkarte nach Dänemark zusammen. Von Dänemark will er nach England reisen und dort wieder eine Bildungsanstalt besuchen, um dann auf der Heimatinsel einen Posten als Lehrer an einer Bauernhochschule zu übernehmen. Derartige Lebensläufe sind nicht ganz selten im hohen europäischen Norden, der darin eine Aehnlichkeit mit der nord- amerikanischen Union zeigt. So war der frühere norwegische GroßthingSpräsident Sören Nielsen in seiner Heimatgegend unweit des Nordkaps ursprünglich des Sommers Bauernknecht und des Winters Lehrer, bis er in daS Großthing gewählt wurde, dort zum Präsidenten aufi'tieg, ein Ministerportefeuille au8schlug, um endlich als Postmeister mit dem dort sehr ansehnlichen Gehalt von 6000 Kronen eine wohlverdiente Altersmuße zu genießen. (SmditsiaaL 0 M arbura, 2. Nov. Die Folgen eines Pferde- handels beschäftigten heute bas Schöffengericht. Der Pferdehändler Michel auS Gladenbach hat dem Landwirt Barth in Deitershausen ein Pferd verkauft, das der letztere jedoch nicht behüten wollte, weil cs nicht im Geschirr gehe. M. er- hielt deshalb das Pferd zurück, führte es aber am andern Tage wieder nach Deitershausen. Nachdem er wieder fortgeritten war, kam plöklich Barth mit seinem erwachsenen Sohn und dem Pferd wieder hinter ihm her und nun versuchte der Sohn, das Tier an sein Reitpferd zu koppeln. M. versetzte dem jung.-, Manne mit dem Stocke mehrere Schläge über den Kopf und hatte sich aus diesem Grunde heute zu verantworten. Er wurde zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt, das Pferd hat er auch 'wieder zurückgciwmmen. München, 2 Nov. In dem Beleidigungsprozeß des Grafen Hvensbroech und des $5erau5gcber5 der „Hoch-. schuluach richten". Tr. v. Saloisberg in München wegen eines Artikels über die Stellungnahme des Grafen Hoensbroech zur Frage der akademischen Freiheit wurde heute Gras Hoeiisbrocch zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt,. Dr. v. Salois. berg dagegen bezüglich der Did'rllage freigesprocben. ArSciterkervcgung. Essen a. d. Ruhr, 2. Nov. Die Siebenerkommission warnt in einem Aufrufe die Bergleute des Ruhrrcviers, die neue AÄeitsordnung zu unterschreiben, da sie den gesetzlichen Bestimmungen in einzelnen Punkten widerspräche, und bie. Abänderungsanträge der Verbände bisher nicht berücksichtigt seien. Tie Kommission richtete heute folgende Eingabe an den Reichskanzler: „Auf einer großen Anzahl Zechen im Ober« bergamtsbczirk Dortmund werden diejenigen Arbeiter, welche ordnungsmäßig von einer Zeche abkehren, nicht eher auf einer enberen Zech: in die Arbest eingestellt, bis sie neben dem von dem Gesetz vvrgeschriebenen Abkehrfchein von der abkehrenden Zeche noch den Ueb'rweisungs- bezw. Nebernahmcschein vorzeigen. Kann nun ein solcher, ordnungsmäßig abgekehrter Arbeiter den verlangten. Uebernahmeschein nicht vorzeigen, so kann er von einer Zeche zur anderen geben und um Arbeit nachfragen, wird aber nirgends eingestellt. Geht ein solcher Arbeiter nun zu der- jenigen Zechenverwaltung, wo er abgekehrt ist, und beansprucht einen solchen Uebcvweisungsschein, so wird derselbe ihm verweigert. Durch diese Verweigerung wird dem Bergarbeiter jeder Arbeitswechsel im Rheinisch-wcstfälifche n Ber g- bau genommen. Unseres Erachtens verstößt eine solche Handlungsweise sowohl gegen die guten Sitten als auch gegen das Gesetz über die Freizügigkeit, ja sie hebt für die Berg, arbeitet letzteres geradezu auf. — Aus diesen Gründen richten wir an Ew. Durchlaucht die ergebenste Bitte, in dieser Hinsicht energisch für eine Remedur sorgen zu wollen, eventuell durch eine Vorlage für die Abänderung der Reichsgewerbe, ordn un g". Gleichzeitig richtete die Siebenerkommission an den Handelsminister einen Antrag, in dem dieser gebeten wird, der von dem Bergbauverein veröffentlichten und von den Zechenverwaltungen acceptierten Normal arbeitsordnung nur dann seine Zustimmung zu geben, wenn die Umgebungen unb Widersprüche gegen die Gesetznovelle, die im einzelnen ausneführ: werden, ans der Normalarbeitsordnung beseitigt sind, (tarnet wird der Minister gebeten um eine Interpretation der Gesetzesbestimmung in § 93 c der genannten Novelle vom 14. Juli. Arriverstläts-Bachrichten. — Der Berliner Universitätsprofessor H. O n ck e n , der von der Chicagoer Universität cingeladen wurde, nachdem Francis I. Dewes, einer der reichsten Bürger jener Stadt, die Mittel dazu zur Verfügung gestellt hatte, hat seine dortige Tätigkeit begonnen. Er liest in englischer Sprache ein vier- stündiges Kolleg über Deutschland und die Deutschen in der Weltgeschichte und hält allwöchentlich eine Vorlesung, in der er eine Einführung in die deutsche Geschichtsforschung und Gc- schichtsschreibung des 19. Jahrhunderts gibt. Daran anschließend werden Uebungen als Einführung in die Geschichte der Begründ- ung des neuen Deutschen Reiches vvrgenvmmen. Auf Anregung' mehrerer Personen hat Professor Oncken sich außerdem bereit erklärt, an jedem Freitag auf der Novdseite in deutscher Sprache ein einstündiges Kvlleg über die Geschichte des 19. Jahrhunderts zu lesen. — Diese Mitteilung ist von besonderem Interesse, da sie einen Gegensatz zu der eben begonnenen Tätigkeit des Proftssors Peabodv an der Universität Berlin enthält. Prof Oncken liest in Amerika in englischer Sprache und über em spezifisch deutsches Thema, über das er zweifellos mehr zu sagen weiß als die amerikanischen Universitätslehrer, — Prosessvü Peabodv dagegen liest nicht in deutscher Sprache und über cm völlig indifferentes ethisch-soziales Thema. Professor Oncken Tmt also jedenfalls den richtigeren Weg eingeschlageu, um den beutfdv amerikanischen Professoren-Austausch zu einer nutzenbringenden Angelegenheit zu machen. Würzburg, 2. Nov. Heute abend starb der Anatom an der hiesigen Universität, Geheimrat Albert v. Koelliker Evangelische G enternde. Am 20. Sonntag nach Trinität is, den 5. November. Reformationsfest. <&6ttesb(tnfL In der Stadtkirche. Vormittags 9‘/j Uhr: Piarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Plärrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Plärrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Plärrer jeder Ge- metnbe erbeten. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Mittwoch, den 8. November, abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Mackusgemeinde. Donnerstag, beu 9. November, abenbs 8 Uhr, im Matthäus' saal, Kirchstraße 9 : Bibel stunde. Offenbarung Johannis. Plärrer D. S ch l o s s e r. In der FohauneSkirchc. Vormittags 9'/, Uhr: Plarrassistent Sattler. Vormittags 11 Uhr: Kinbergottesbienst für bie Johannes« gemeinbe. Plarrassistent Sattler. Abenbs 5 Uhr: Plärrer Eule r. Beichte unb heiliges Abenbmahl für die Lukas- unb die Johannesgemeinde im Abenbgottesbienst. Anmelbungea vorher bei bem Plärrer jebev Gemeinbe erbeten. Nach allen Gottesbiensten Kollekte für bie G u st a v - A b o 11' Stiftung. Montag, ben 6. November, abenbs 8 Uhr: Bibelstunde im Konsirnmubensaal der Johanneskirche. Plarrassistent Sattler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 4. N o v e m b e r 1905. Nachmittags tun 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 5. November 1905. 21. Sonntag nach Pfingsten. VornnttagS von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. ■ um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor unb in derselben Austeilung der heil. Konunuuion. , um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. um 9'/, Uhr: Hochamt mit Prebigt. Nachmittags um o1/, Uhr: Christenlehre; barauf Anbacht luk bie Abgestorbenen. 93ei der immer mehr in bie Erscheinung tretenben Verteuerung del LebenSunrerhaltcs verdient die Hervorhebung gesunder, bitligel Geuußnutkel bei nbere Beachtung. Als bestes Getränk emvßeliu stch PteßmerS Tee, bev außerordentlich ausgiebig, baher billig int Gebrauch unb von heroorragenbem Wohlgeschmack tfi, bl,/e Kristen. ineiude. ti§,denb.Novemt! 115 b- L * rt »-L--* irche. WM- D. Schl-N» Ld-mM«l°d-- , I-B-mi--"» fi Wir: Lettin^ Skrrche. "'v'» «t » 3*' hl ffr K^Anmeldc e1Ibr.Sibe(^ ds 8 Uhr- y die. . । gatH*1, pfflrrai|ilieni «einde- ig05 >emb .r ! ®c(egenF’ iiin 8 uy ber 1905. V'ind^S. Sfi^,Kf aS* ... d«s°dk?!»t»ch,«| L « aÄ A F suchte - n.”Porten M N\^ . des ßu.5un^en A UVg. iebcnpr»« Ute beifiMffii sSL iÄK.'Ar n ?ltten als auch - IQxJ'.e W rüt bic&; ^ bicien ©rünben ridt- ., in dieser 5ini: ’H wollen, eventuell btr ?eirft^eivetL 11 SiSenerkommiffm - 'n b:m dieser gebt tonen thcbtm unb von > "n al arbeitsordnung - ’enn bie Umgebungen c bie im einzelnen ausaesib ng beseitigt sind. Im Interpretation bei ®efe i Novelle vom 14, Juli lßriAen. ch'or $). Oncken, berr lingclübcn wurde, na&- n Vurger jener Stabt, b t hotte, hat seine br iglischer Sprache ein r und die Deutschen ht ? & eine Vorlesung, ir1 tljeschschtsforschung unb '* i gibt Saran -mschliir bie föftfüftc bet Begit» emmrnm. Auf Aurec en sich 5 o CD o 6* =32 j3 &• er S S>‘ «T 5 «r ** Z» 3' ° s LS- G8 § * s § «5- Ä* 2-2 " ro 3. 3 ®«5 ZZ ra C*« r-t 3 C «£ Ri©© — lo O, 2i*2f er — ö,Cqi s =?» G Ä> ♦t ö s « üs 2. S B er 3 2-8 r» lO 2 B S 3 ^."2 " 3. 3 5** a— p, = a_ « = ” ~ ” c Ce 3 Q?- » s c o C3 r> «v Ö2 D r-25 — <ä> . = D 5 K o- S" S-, = E -rL-Z- rt 3 = «b ” ,3~ er S5 o CD 5 ES* <Ä ' eo D 5 er e = co er er- , o B 3- 5 er cd 3 tie n CD a J2, Co Z o*‘ Zs 77 P: " '3' 3 2 C S* o 2. « 3 2 = ° CD ~ Oc E-3- D: D: 3. "C S) 3 C3 <2 « er Ö 8, ? % ^^2^A ■CF- CF 3"*-*- 2 2 ®> er 3 CD <>? 2. 2 er CD « E" rv n 3 CS 3 ~)_2 er h|:i S o 'S*. 6) 5" g, r» 3 öS/» 2 6« skf i ’ 7 ?=3^ cd - =-£ *1 C. < Z 2 -n° 2 H D CD >3 B «- er Cb cc 2 2.<ö 5 w - C 00 3 O = 3 9' CD O cD o CD CT* D Q 3 G R« r> " 3 — Oi ** =>« cs - SS *4{p ct, e. — E ä to p = O «5* 3> D = < ASC S E -. D: •• v- = -s-o L rr *»<3 3 3’crD. ** o 25 2SÄ (?> ? 2, 3 ~ 2 ö) L B CD B iS o G O « £ S«b = = 2.? o -e-S' Z-z-L- 3 s. s » = 3* 5- 3 § 5 *> S —* ä s s= 2 5 —3 ©5 =• E©«*SÖ«^?62 3 2. 3 o- 3 = 2. LG ffGHss ~5 G 72 G er O O' G- = Äj; O 5 B fach eusqiabigar >ls IblnetischirThee a•/„ enorm billig, in Baumwollflanell, Wolle von 1.35 Mk. an. 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Solange Platz, werden auch Landwirte aus den Nachbarkreisen als Schuler zugelassen. Daher baldige Anmeldung erbeten. In Wetzlar ist billige und gute Unterkunft zu finden. Die so beliebten echten Nürnberger Lebkuchen aus der ältesten Lebkiichnerei von Georg Gocß-Nüruberg emvfehlen zu den billigsten Preisen Gebrüder Adami MäuSbnrg 14. 5665 Qrg- Pectel oJe kg tu 50. S5.Sll.kk Iss*1 J Damen- und Herren-Kleiderstoffe Bekleiduugs- und HanShaltungs-Artikel Steppdecken, Kolter, Schürzen, Röcke, Korsett- Gcschcukartilel, Brautkränze und -Schleier VcharpeS für Ball uns Gesellschaft in Seide sowie Lama-EcharpeS und -Tücher Sietfrnng doh Satnrnfldüern nedj Rag Aufmerksame Bedienung Billigste Preise Weltwunder I Spielend leichte Handhabung, gründliche Reinigung und Schonung der Wasche! Probe zu Diensten. Är.l: Bk. 15, Jh. 2:111t 25 Brüder Schmidt Seltersweß 83. Tanz-Lehrinstitut von Wi Will, (vormals Frd. 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