rvrontag s. Apvn 19Oö 155* Jahrgang VrfteS Blatt. Ve»»ssp»sE»t monatuch7b P1^ otert* jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel« jährt. ausfchl. Bestellg. Zunahme von Anzel'« ir bie Xr '4 vo-mittag- 4 ''Ine. c'remretS: a bwärts '4 ä z. ^erantrooxti1^ für den Doltt und tj ,&-<• teil; P. Wtttto: für .Stadt und ßmtfr und .Gerichtsj aal^: August Goetz; für den An« zeiaenteil: DanS Beck GietzenerAnzeiger U General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gietzen ir. 79 tügllch außer Honntag-. mGreßener Anzeiger rden im Weckfel mit n Keltischen Landwirt Gießener Zamtlien. itltt viermal in der Woche de,gelegt. tationSdruck u. 93er- l der Brü h l'fchen werl.-Buch-u. Stein« ideret. R_ Lange, bafthm, Ervedttwn tmb Drnckeret: Schulstratze 7. reffe für Depefcherr: lu-etger Gtetze«. -nfprechonickluß Nr 51 Interessen der Industrie Malen wesentlich berührt AeuUch-SüdweKafriKa. Festmahl stattfand. Die Universität Basel ernannte die Ingenieure Brandau und Pressel-Zürich, Locher-Genf, Sulzer-Lausanne und v. Kager sowie mehrere Universitäten den Professor Rosenmund, der die Srmplonmeffungen leitete, zu Ehrend do kt oren. Simplontunnelfeier. Jselle, 2. April. Heute sand die feierliche Eröffnung des ©im* plont unnels statt. Um 8.30 Uhr vormittags fuhr der festlich geschmückte Sonderzug mit den italienischen Festteilnehmern von Domodossola ab und durchfuhr langsam dis Strecke bis Jselle. Bei der Ankunft in Jselle ertönte« Böllerschüsse. Das Musikkorps spielte die italienische Königs» Hymne. Die Unternehmer des Tunnelbaues, an ihrer Spitzej Ingenieur Brandau, begrüßten die italienischen Gäste. Ja einem mit Laubgewinden, italienischen und schweizerische« Fahnen ausgestatteten Pavillon wurde das Frühstück einge- deutsches Reich. Berlin, 2. April. Der Kaiser richtete an Eisenbahn» Minister v. Budde aus Gibraltar vom 1. April folgendes Telegramm: Nachdem die wasserwirtschaftliche Vorlage mm« mehr auch die Zustimmung des Herrenhauses gesunden hat, drangt es mich, Ihnen meinen Dank anSzusprechen für die aufopfernde Täligkeit, welche Sie diesen, für die wirtschaftliche Zukunft unseres Vaterlandes so hochbedeutsamen Werke gewidmet haben. In voller Anerkennung Ihrer treuen Dienste, welche |q wesentlich zur Lösung der Ausgabe beigetragen haben, habe London, 2. April. Die japanische Gesandtschaft er« I hielt eine Meldung aus Tokio, wonach ein Eingeborener, welcher auS der Richtung westlich von Kirin eingetroffen war, mitteilt, daß die Russen und Ehungusen unter dem Befehl des Obersten Madutow sich aus der Umgebung von Hailing nach Norden zurückgezogen haben und daß sich der Feind in der Richtung von Kirin konzentriert. Petersburg, 2. April. Zirka 10 Züge mit Proviant und Kriegsmaterial gehen täglich nach Wladiwostok ab. Das Blatt „Slowo" berichtet, daß eine Verdoppelung der Geleise der sibirischen Bahn in einer Gesamtlänge von 150 Kilometer vorgenommen wurde und zwar an solchen Orten, wo der Verkehr besonders stark ist. Petersburg, 2. April. Aus Tientsin wird gemeldet, Marschall Oyama schloß nach der Einnahme Mukdens alle Stadttore und ließ hohe chinesische Beamte arretieren, darunter den Vertreter der höchsten Gerichtsbarkeit, Siena, ferner den Sekretär des Militärrats von Mukden, Ta, und den Direktor der vornehmsten Schule, Juga. China. Petersburg, 2. April. Die Regierung ist vertraulich davon unterrichtet worden, daß in den letzten Tagen zwischen China und Japan ein Geheimvertrag abgeschlossen wurde, durch welchen China sich verpflichtet, 5 0 0 0Oo Sol daten in dem Moment inS Feld zu stellen, wenn die Russen völlig aus der Mandschi,rei vertrieben sind. Petersburg, 1. April. Die Japaner bekunden große Rührigkeit an der mongolischen Grenze. Chinesische Kreise befürchten, daß ein neuer Aufstand gegen die Europäer in China ausbricht. Die Propaganda dazu geht vom Inneren Chinas auS. Träger dieser Bewegung unter der Bevölkerung der Mandschurei sind die geheimen Gesell-! schäften „Hunnaenmum" und „isaili". Bei etwaigen ferneren Erfolgen der Japaner dürsten die Mitglieder dieser Gesellschaften, zu denen auch viele Führer der Tschuntschusen gehören, recht aktiv vorgehen. Zu bett Friedensgerüchten. Rewyork, 1. April. Von unterrichteter Seite verlautet, Roosevelt habe die Vermittelung zwischen Japan und Rußland abgelehnt, weil Deutschland, Frankreich und selbst England dagegen waren. Tie japanischen Zolle sollen am 1. Mai für Kriegszwecke abermals erhöht werden. spricht gegen die Kanalvorlage. Frhr. v. Lau ds berg tritt im Interesse der Wests. Landwirtschaft und der nnt ihr eng verbundenen Industrie f ü r den Kanalbau ein. Abg. von! Burgsdorff bestreitet den Nutzen des Kanals für die Land- wirts^aft insbesondere für die Landwirtschaft Brandenburgs. In der Industrie werde der Kanal zu einer Steigerung der Menschen- Hypertrophie Westfalens führen und damit zu neuen frivolen Streiks unter Führung gewissenloser Agitatoren. Eine sol^ Wirtschaftspolitik nütze der Sozialdemokratie mehr als die W Hebung des Sozialistengesetzes. Frhr. v. Schorlemer spricht sich für die Vorlage aus. durch welche die Interessen bet und Landwirtschaft von Rheinland und Wests'* Der Krieg. Vom Kriegsschauplätze. Tokio, 2. April. (Reuter. Amtlich.) AuS dem Haupt- Cartier der'japanischen Armee in der Mandschurei wird telegraphiert: Unsere Vorposten rückten gegen Hailung vor und ließen am 28. März morgens bei Schantschengtsu dreißig Reilen südwestlich von Hailung, aus 300 Mann russische Kavallerie. In Schantschengtsu ließen d.e Nmss-n ;000 Mann Reiterei zurück. Sie sind m einer Starke ,on 4000 Mann aus Hailung zurückgegangen. Zwischen Schantshengtsu und Jingtscheng, 35 Meilen nordwärts von Zunglscheng, befinden sich an verschiedenen Punkten große Vorräte an Cerealien. — Die Lage m der Gegend von Lschantschun und Kirin ist unverändert. Petersburg, 2. April. Eine japanische um- aehungSkolonne wurde in der Gegend von Kirin beobachtet. 'Neber das Schicksal des 5. russischen Schützen- Regilnents fehlt jede Nachricht. Am Samstag nachmittag rief man telephonisch aus m Polizeiamt auf der Konstantinowskagasse zu Lodz in Polizeikommis'sar Szatalo wicz hinweg, der Ü den letzten Unruhen einen Sozialisten erschoß. An der Wadzkastraße warf ein vorübergehender ärmliche gekleideter sann gegen den Kommissar eine Bombe, die ihn schwer ( den Beinen und am Brustkorb verwundete. Ein -rlizeischutzmann warf sich auf den Attentäter und machte h durch einige Säbelhiebe unschädlich. Die Bomben- plosion wurde in einem Umkreis von sieben Kilometern chört. Die Bombe bohrte ein Loch von zwei Fuß Tiefe xd zwölf Fuß Umfang in die Erde. Alle Scheiben in der Mstantinowskastraße und den anliegenden Gassen wurden (ttriimmert. Bei dem Mteutäter fand man einen acht- jmssigen Revolver, der mit sieben Patronen geladen war. Der Verhaftung von zwölf Mitgliedern der revolutio- jren Kampfesorganisation, die in Petersburg in der vcht zum Donnerstag erfolgte, ist eine weitere gefolgt, tn Mann in der Kleidung eines Expreßboten fiel dem eheimagenten in der Nähe der Ausgangstür der Wohnung Prepows auf. Bei der sofort vorgenommenen Berhaf- :ng feuerte das Individuum einen fehlgehenden Revolver- hnß ab. Der Verhaftete besaß einen falschen Paß, der itf den Namen Sidorenko lautete. Aus den tn feiner Wohn- ng gefundenen Briefschaften geht die Wichtigkeit seiner Verhaftung hervor. In der Petersburger Wohnung der verhafteten Leont- iwa, der Tochter des früheren Vizegouverneurs on Poltawa, fand man 10 Kilogramm Dynamit. In Kutais (Kaukasien) überfielen vier bewaffnete eute den Eisenb ahnstationsv or st eher, als er 1 Begleituna von Bewaffneten in die Rentei fuhr, entwaffneten diese und nahmen dem Stationsvorsteher über ,0 0 0 Rubel ab. werden. _ In der Spezialberatung wird die Bestimmung über MS Schlepp Monopol ohne Debatte angenommen. Professor Lön in g-Halle hält die Erhebung der S ck> i ff a h r t s - Ab* gaben für gerechtfertigt. Um diese Abgaben aber eilt* zufübren, werde eine Verfassungsänderung nicht zu umgehen fern. Minister v. Budde erklärt, der jetzige Zustand, wonach ans- sändische Waren ans inländischen Strömen ohne Abgabe tranK- portiert werden, während für inländische Waren Abgaben gezahlt werden müssen, sei ungerechtfertigt und unhaltbar Düse Uw* gleichbeiten zu beseitigen, feien die Schisfahrtsabgabeu besnmmt. Die Regiernna üb-rnchme die Verantwortung für die Durchführung der Schifsabrtsabgaben. Daß diese Abgaben nur im Sinne d"s 54 der Reichsverfassung erhoben werden können, sei ganz i>'sbstverständ^'ch. § 10. der die B^'-immung über die L-chisfahrts- abgaben enthält, wird angenommen. , . . $rnf Mirbach begründet seine Resolution. Hierauf wird die Resolution Mirbach' .a b g e l e h n t hierauf wird § 1 ,bct Kanalvorlage angenommen. Bei § 2 giebt Minister v Rhein- haben namens der Regierung die Erklärung ab, daß sie tnt Absicht habe, in dem in Aussicht gestellten Gesetzentwurf em Beteiligung der Provinz an den Erträgnissen des ^chsippmonopols zu fordern. § 2 wird angenommen, ebenso der Rest der 9fofgt die Beratung der Resolutionen. Oberbürgermeister Dr Wil ms-Posen zieht seine Resolution zurück. Nach weiterer Debatte tr;r5 die Resolution der Kommission über den masn- I rischen Kanal abgelehnt. Angeuommen werden d« Resolnt!on''n über -'schkanäle noch L-'brte, Lildosbetm, Beine, sowie betr. die Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn. Dannt ist die Beratung der Kanalvorlage erledigt. Die Kanalvor-- tage hat nunmehr die verfassungsmäßige Zustimmung beider Däuser des Landtages gesundem Nachdem der Gesebentwurs betr. die Schadloshaltung des herzoglichen Daufes Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg angenommen ist, ist die Tagesordnung erschöpft. OberbürgermcifterS Wilms lPos-i^ Di- R-si-rung wird ersucht, die Verbesserung der Schsisahrtsstraße der Warthe zum Be- sahrrn mit^400^Tonnenschissen durch die Stadt Posen bis Lauban weiterrufübren c) Des Oberbürgermeisters K'örte-Kömgsberg auf Das Daus tritt zunächst in die Generaldiskussion über die Vorlage tm Ganzen m Verbindung mit der Resolution Mirbach ein Fr^. v. D ur an t spricht seine Genuatuung darüber aus, daß dre Regierung die Kanalvorlage kS^om rein wirtschaftlichen ^tandpmift aus behandelt hat. Wünschenswert wäre es, wenn bei der Erhebung der ^chisf- fahrtsabgaben ein Ausgleich ö^ü^bu Often unt> Westen statt- inhrn werde Redner werde der Vorlage zustimmen, hoffe aber, dik R^iermng von einer Weiterführung des Kanals Ad- stand nimm Adg- Bürgermeister Knoblauch-Bromberg fürchtet M wenn die Regierung die Verzollung den Ströme in Kraft treten läßt, der Osten weit mehr belastet werde als der Westen. Redner bittet den Minister um Auskunft üb!r^e muOnaßliche Höhe der Schissahrtsabgaben und fragt an, ob d^ EtzuVkENi einzelner Garantieverträge hie.Aus- sübs-una d<-s ganzen Kanalproiekts aefahrden könnte. Minister v Budde vernünt diese Frage. Rur wenn der eine Teil technisch nom äderen abhänge, werde der Ban des Sianzen bei Mlehn- uns eS« =in^n?n ©arantie unt-rbl-ibcn. Gras Hoben.bal Berlin, 2. April. Nach einer Meldung General von Trothas vom 1. April trieben am 26. März Hotten- otten 60 Ochsen der Halbbatterie Stuhlmann aus Kransplatz nördlich von Gibeon ab. Hierbei sielen von der Viehwache 2 Reiter und 2 Buren. Die von der 10. Komgagnie aufgenommene Verfolg ung blieb c c ^.bc I nomnien. Dabei wurden Brandau zwei Bronzestatuen als nislos, da Regengüsse die Spuren verwischt hatten. Eine ^schenk überreicht. Um 10.30 Uhr setzte sich der mit Fichtenhalbe Kompagnie griff am 26. März von Groß-Heusis, etwa ,roe^en un^ g^ofen geschmückte Festzug in Bewegung. Die 50 Kilometer südwestlich von Windhuk aus eine unter 115 r£unne(münt)iing war mit italienischen, schweizerischen und dreaS den Kuiseb abwärts gezogene Hererobande an. Rutschen Fahnen dekoriert. Nach fünfstündigem Gefechte gab der Feind seine Stellung Unter Musikklängen und Hüteschwenken der Festgäste tm& auf. Diesseits sind gefallen bezw. werden ver- weiter fuhr der Zug um 10.50 Uhr vormittags i« mißt: 1 Offizier, 2 Reiter und 3 eingeborene L Simp lontu nnel ein und kam um 12.18 Uh L Soldaten. Leicht verwundet ist 1 Unteroffizier. Vom nachmittags am Eisernen Tor des Tunnels an. Feinde fielen etwa 20 Mann. Zur Verfolgung des Gegners $ie ußten fünfzig Meter vor der Eisernen Pforte deS und zum Aufsuchen der Vermißten wurde eine starke Pa- Unnels hatten die italienischen Festgäste zu Fuß zurückgelegsi trouille unter Graf KÜnigsmarck entsandt. Eme halbe erwarteten nun den von Brig her kommenden schweizer^ Etappen-Kompagnie marschierte nach Windhuk ab, um lhre ^en mit den mit der O^ffnung deS Tors beauftrag Verpflegung zu ergänzen. Die nunmehr in Windhuk emge- Persönlichkeiten. Um 12.15 Uhr hörte man durch die troffene 4. Etappen-Kompagnie wird der Patrouille Königs- hß^rte bcn Pfiff der schweizerischen Lokomotive; Jubelrufe marck umgehend folgen, um Andreas weiter zu verfolgen. ertönten und drei Minuten später tat sich das Tor crafa —---------- Hochrufe auf Italien und die Schweiz begleiteten den feier- Die Kanalvorlage vor dem prenszrschen Herrenhause, ^^^n Vorgang. Der Ingenieur Brandau und der Berlin, 1. April. DOn Rovora einerseits sowie der Inge- Die Kommission beantra-gt Zuftimmimg zu dem Gesetzentwurf I . eur Sulzer und der Bischof von Sitten andrer^ ieit§ Übertritten zuerst die Mitte des Tunnels und um- folgende Resolutionen vor: a) des Grafen v. Mirbach: Die Re- armten einander. Unter den Klangen der rtallenischen gierung zu ersuchen, in eine Prüfung dahin etnzutreten, ob lm^ schweizerischen Nationalhymne beglückwünschten sich die nicht im Gebiete des westlichen Kan aln e tz es dieserBor- c>^liener und Schweizer. Nachdem der Bischof von Sitten sLe^SchnÄl^tr^b^ Xi ®5t^7u4fflnfpra^e gehalten und ben Segen gtfpto^en batte, kehr einen besseren Ersatz der K-analstrecken ergeben würde, b) Des fuhren die schweizerischen Gäste nach Jselle, wahrend sich bte -J - ■ ■* - I Gäste nach Brig begaben, wo am Abend et» Die keutiqe Dummer nmfakt Seiten. Z«m Kaiserbesuch in Tanqer. Abdel Malek sandte, wie aus Tanger gemeldet wird, -en Boten zu seinem Großneffen, dem marokkanischen Sul- t, mit einem Bericht über die Eindrücke des Kaiserbesuchs. sagt angeblich in seinem Bericht, Deutschland er- me Marokko als ein unabhängiges Reich unter ■ Voraussetzung der Gleichheit der Rechte aller Nationen ' Deutschland werde nur direkt mit dem Sultan veredeln. ,, Zur RedeDelcasses im Senat vom Frertag «chrervt i „Norddeutsche": Auf die jederzeit zu widerlegenden Behauptungen canzösischer Blätter über einen angeblich deutsch-ftan- ösischen Mitteilungsaustausch oder gar über deutsch- ran zösische Verhandlungen wegen Ma- o k k o ist der ftanzifsische Minister des Aeußern nicht zu- ückgekommen. Auch deutete er mit keinem Worte an, daß r in absehbarer Zeit eine Anregung zu solchen Derhand- angen erwarte oder geben werde. Die gegenwärtrge iplomatische Lage ist mithin die, daß beide Mächte, )eutschland und Frankreich, in Fez über ihre marokka- ischen Interessen mit der Regierung des völkerrechtlich nabhängigen Staates verhandeln. Der Standort, von em aus die deutsche Politik die marokkanische Angelegen- eit beurteilt, bezeichnete der Reichskanzler in seiner rsten Rede vom letzten Mittwoch klar in dem Sinne, daß )eütschland keinerlei gegen die Integrität der Unabhängigkeit Marokkos gerichteten lb sichten hege, andererseits aber entschlossen fei, die rheblichen deutschen wirtschaftlichen Jnter- ssen zu wahren und daß es sich deshalb wegen er Sicherstellung dieser Interessen mit dem Sultan von Marokko in Verbindung gesetzt >abe. , Die ofsiziöse spanische „Epoca" glaubt nicht an das whandensein eines ernsten Konflikts bezüglich Marokkos. Mrlich sei jeder Mt des Kaisers eo ipso wichtig, aber chgebend sei nur, was Graf Bülow gesagt habe, und wo- ch Deutschland nur Sicherheit für seinen Handel verlangt, e Antwort Deleasses bestätige, daß Frankreich kernen fttten schädigen wolle. Al'o beständen zwischen dem ar if er und Berliner Kabinett im Grunde genommen Sigismund, der Sohn des Prinzen Heinri! von Preußen, ist heute vormittag 10 Uhr hier est getroffen. f Laubach, 1. April. Unsere Stadt gedenkt Sommer ihr 5 00jährigeSBestehen durch.ein größer! Fest zu feiern. Marburg, 31. März. In der heutigen Krerstas- sihung wurden 4000 Mk. bewilligt zu Vorarbeiten f! Weiterführung der Bahn Marburg-Ebsdorf-Dre bansen entweder bis L o n d o r f oder bis Station Muck In der Versammlung herrschte überwiegend Stimmung f das letztere Projekt, Da? sonach die meiste Aussicht auf 23(J wirklichung $at. (Fr. Z.) * * Kleine M i 11 e i i n n r v § uS Hesse tt und b Nachbar st aaten. Die Familie Walzmeister Heinrich Illiq v K a tz e n f u r t wurde gestern nachmittag mit Drillingen - zwei Mädcben und ein Junge — beschenkt. — In dem ek Viertelstunde von Hobenlolms gelegenen Orte Erda sind mehr- Brunnen polizeilich geschloffen worden. * Kleine Tageschronik. In Münster i. Wests, b sich brr beim hiesigen Artillerieregiment stehende Leutna i v. Romberg in seiner Dienstwohnung mit einem Revolt durch einen Schuß in die Schläfe erschossen. „ Der Selb' mörder war 21 Jahre alt und aus Weimar gebürtig. — ' Deva (Spanien) verübte aus Eifersucht ein Mädche n Stril > gegen ihren (Miebfen und dessen Ätern ein D y n a m i t - A t e n t a t, welchem die ganze F a m i l i e z u m Opfer sie — In D ü sseld o r f mürbe der Fabrikarbeiter Stonkiewi der zum Tode verurteilt wordrn war, weil er den Arbeiter Voi "rmordet und bermcht hatte, vom Scharfrichter Engelhardt a Magdeburg mitt^s Guillotine enthauptet. — Sport. sid.) Darmstadt, 2. Avril. Der Frühjahrs-Gauttl deS blaues IX. des Deutschen Radfahrer-Bundes w: außer vom Gauvorstand von ca. 30 Delegierten auS Frankfu Mainz. Wrnsb-adeu, Offenbach, Gießen, Wetzlar, Nidda, Schic'' stein, Höchst ft. M. usw. vertreten. Auch für daS laufende Ja' sind wieder große sportliche VercmstalMngen vorgesehen; I ind hierfür 2605 Mark in den Voranschlag eingestellt. Veso' dereS Interesse hat die rm ^nli stattfindende Fernfahrt Stra' burg-Frankfurt, welche wahrscheinlich diesmal mit den süddei' scheu Vereinen gemeinsam ausgeführt wird. Der Clou des Pr' gram ms dürste die Gauwanderfahrt durch die Alpen bilde > an welcher sich eine Srößere Zahl Fahrer beteiligen werde DaS GauhandHuch wird dan Mitgliedern diemal v-ollständkg kostcf frei zu gestellt werden. Mit beßmderer Freude wurde die Mss teilung ausgenommen, daß der preußische VerkehrSminjster M Oberpräsidenten angewiesen hat daß die in Preußischen Äe-irM gelösten Radfahrkarten dauernd giltiy sind. Fn Hessen habe man leider in dieser Beziehung kernen Erfolg zu ver- zeichnen. — Der von dem Gauvorftand gestellte Antraa, das Eintrittsgeld in den Deutschen Radfahrerbund auf etne Mark herab- rusetzen und bei gemeinsamem Eintritt von 10 "Jcjtgliebcrn ganz zu streichen, wird angenommen und toft dem Bundestag zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Vorsitzende des Sport- misschusses des Deutschen Radfahrer-Bundes ersuchte noch die Anwesenden um recht reges Interesse bei der am 27./S8 Mai statssindeud-n Motorfernfahrt Verlin-Franksurt An die Verhandli.ngen schloß sich ein sehr wNiMiM verlaufener Mittagstisch. — Abends 5 Uhr begann m sämtlichen Raumen des Saalbaues das Große Gala-Sport-Fest zum Besten der deutschen Krieger in Südwestasrika, dessen Arrangement der Veloci^d- Klub Dcrrrnsiadt übernommen batte und zu welchem auch II. KK. HH. der Groß Herzog neb.lG e m ah l rn . sowie Prinzessin Luise und Prinz Georg mit den Kindern tws Pnnzen Ludwig von Battenberg erschienen waren. Zur Eröffnung wurde von. 16 Mitgliedern des Velocivedklub Darmstadt ein Begrüßungsreigen musterhaft gefahren. Am Achter-Ri^derrad-Schulreigen beteiligten sich drei Vereine: den 1. Preis errang der Velocipedklub Darmstadt, d^n 2. Pr. der RadfabrerÜub Schierstein, dritter wurde der Rad^ahrerklub „Germania^-Mornheim. Im Einer- Niederrad-Kunstreigen produzierten sich hierauf die Herren Artbiir S a m n e und Richard L ü t t g e n s aus Kreseld. Von ganz besonderem Reiz war das R a db al l-S v i el, an welchem sich fünf Vereine beteiligten. In der ersten Konkurrenz gewann W. Offenbacher Bicycleklub mit 8:0 gegen den Darmstadter Bievcleklnb. In der zweiten Kvnkiirrez gewann der Radfahrer- Verein Wetzlar mit 6:2 gegen den Radfahrerverein Wiesbaden: d"nn spstlte der Velocipedklub Darmstadt gegen den Offenbacher Bicycleklub, wobei der letztgenannte wieder mit 8:2 gewann. In der sehr interessanten Entscheidima spielte dann Offenbach gegen Wetzlar, wobei der Offenbacher Bi- cvclessub mit 6:1 Goal gewann. — Während der Pause hatte der Großherzig sich die beiden Vorsitzenden von dem Gau IX, die Herren S t i f f t - Frankfurt !und P et i t i ea n-Wiesbaden vorstellen lassen. Die Herrschaften blieben bis zum Schluß der g-'aen 9 Ubr zu Ende geganaenen Fabren. Von weiteren Ehrengästen sind zu nennen: General-Adjutant v. Wacher, Stadtkommandant Generalmajor v. Lynker, Oberstallmeister Frbr. v. Riedesel zu Eisenbach, Generalleutnant z. D. Graf v. K'anitz, Oberbürgermeister Morneweg, Oberstleutnant Freiherr v. Walden- fels. Oberstleutnant Graf v. Westerp, Maior Kade und Direktor I. Andree jr. — Rach 'den Fahren sand alsbald die Preisverteu- ung statt, welche der Gauvorsitzende S t i f f t - Frankfurt vornahm. Den Schluß des berrlich verlaufenen Festes bildete ein solenner F e st b a l l, der die zahlreichen Gäste und Freunde des Svorts lange zusammenhielt. Hoffentlich wird dem wohltätigen Zwecke eine namhafte Summe zuaewendet werden können. Kunst und Wissenschaft. — Die Birmingham Dailv News veröffentlicht ein Interview mit dem Herzog von Orleans über dessen bevorstehende Ervedition nach dem Nordpol. Der Herzog erklärte, er beabsichtige nicbt, einen neuen Rekord aufzustellen, sondern er wolle l"digttch wi'^nschaftliche Forschungen vornehmen. Lübeck, 30. März. Dem Bürgerausschuß lag gestern eine Senatsvorlage vor, den Neubau eines Stadttbeat.ers b"treffend. Der Senat beantragt: 11 Es wird aus öffentlichen Mitteln der Bau eines Theaters beschlossen. 2) Die Marimalhöhe der Baukosten des Theaters mit Zubehör, ausschließlich des sog. Theaterfundus, wird auf ein e M ill.i on M ar.k bestimmt. 3) Es wird eine Theaterbaukommission eingesetzt, die auS vier Senatoren und acht Bürgern besteht. Der Baudirektor, der. Polizeiinspektor und der Branddirektor w"rden der Baukommission als beratende Mitglieder beiaeordnet. Die Theaterbaukommission wird beauftragt: 1. Die Bedinaunaen ss'ir einen beschränkten Wettbewerb scstzustellen: 2. d-'e Architekten, die zur Konferenz zugelassen sind, zu bestimmen: 3. unter den eingereichten Plänen die Entscheidung zu treffen: 4. alle für den Bau erforderlichen Maßnahmen zu treffen, den Bau zu kwauffichtigen und abzu- nebmen- 5. die mit Rücksicht aus die Ausführung des Baues noch erforderlichen weiteren Anträge zu stellen: 6. der Theater- baukommission wird die nach den Bedingungen der deutschen Architekten erforderliche Summe ss'ir die ausz^se^enden Preise bis zur .Höhe von 12 0"0Mark zur Verfügung gestellt. Der Bür- gerausschust verwies die Vorlage an eine Kommission. Bei dem Thmterneuban dürfte übrigens die interessante Erscheinung zu beobachten sein, daß sich eine Vorstadt mit allen Kräften wehrt, einen solchen Monumentalbau zu erhalten. Die St. Lorenz- bewobner wollen für den Bau nicht ihren einzigen Schmuckplatz opfern. Aniverfltäts-Aachrichten. — Dem Präsidenten der Phvfikalisch-Technischen Reichsanstalt Pros. Dr. Friedr. K o h l r a u s ch ,st bei seiner, mit 1. April erfolgten Versetzung in den Ruhestand, der Ebarakter als Wir kl. Geh. Oberregierungsrat mit dem Range eines .Rats erster Klasse verliehen worden. Kohlrausch ist Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften, zugleich ordentlicher Honorar-Professor cm der Berliner Universität. K. war von 1871 bis 1875 o. Professor an der techn. Hochschule in Darmstadt. Zu seinem Nachfolger wurde bekanntlich d^r o. Professor und Direktor H physikalischen Instituts an der Berliner Universität, Geb. Negierungsrat Dr. Erwin Warburg berufen. — Amtlich wird die Ernennung des bisherigen o. Professors Dr. Phil. Paul Drude in Gießen zum ordentlichen Professor und Direktor d-'s phvsikalisch"n Institut an der Berliner Universität bestätigt. Er tritt an Stelle Warburgs — Das Befinden Kuno Fischers in Heidelberg ist fortqe* setzt wenig befriedigend. Er liegt last den ganzen Tag im Bett und bringt auf ärztlichen Rat mitunter 2 bis 3 Stunden im Lehnstuhl zu. Von einer Weiterarbeit an seinen „Lebenserinnerimaen" ist schon seit länaerer Zeit keine Rede mehr; für das Sommersemester hat er keine Vorlestmaen angeküudigt. tsterichtssaal. TL B. Darmstadt, 2. Avril. Mit unglaublicher Frechheit wurde im Februar d. I. in der Villa des Frankfurter Direktor? Eng-lmeier im Luftkurorte Seeheim an der Bergstraße eingroßer Einbruchsdiebstahl ausgestihrt. Zwei iunqe Burschen drangen bei Nichtanwesenheit der Bewohner in die Villa ein und lebten darin mehrere Tagen berrlich und in Freuden. Sie holten stcb die besten Weine aus dem Keller, kochten und brieten und schliefen auch in den Betten des Besitzers. Die Wertsachen. Kleidungsstücke etc. schleppten sie nach Frankfurt und verletzten ste daselbst. Inzwilchen hatte aber das in Seeheim wohnende Dienstmädchen der Herrschaft den Diebstabl bemerkt und der Behörde Anzeige erstattet. Als daher wenige Taae darauf der eine der Verbrecher, der 18jä'hriae Hausburlche Georg Peter Matrole aus Nußloch lBadenl in Gesellschaft der in Frankfurt bediensteten Kellnerin Matilde Tide aus Rädelsheim wieder nach Seeheim kam und in die Villa eindrang, um für die Schöne aus dem dortigen Kleidervorat noch eine hübsche leidene Bloule auszuluchen. wurden sie ae'aßt und in Sicherheit aebrackst, der zweite Complize des Matrole konnte bisher nicht entdeckt werden. Der Gerichtshof verurteilte den genußsüchtigen Hausburschen, der auch noch einen Teil des Rnubes im Garten der Vista verborgen hatte, z u 3 I a h r e n G e l ä n g n i s. Die Tide wurde wegen HehlenS mit 3 Monaten Gefängnis bedacht. L einzig, 1. April. Die Revision des Redakteurs Fritz S ch w e fün e r t, der von der Stralkammer m Oldenburg nach einer au scheuer'egenden Verhandlung wegen Beleidigung des oldenbiirgischen Iustizininisters R n h st r a t zu e t ne m / ft h r Gefängnis verurteilt worden war, ist heute vom Reichsgericht verworfen worden. . _ „, , . Klansthal, J. April. Bergassessor Kohler, der wegen Z w e i k a m p i vonr Kriegsgericht gn 3 Monaten Festung verurteilt war, ist vom Kaiser zu einem Tage Stuben- arrest begnadigt worden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. VoranSsschtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 4. April 1905: Vorübergehend heiter, später wieder Trübting und geringer Regen. Nach kälterer Nacht tagsüber milder. Näheres dilrch die Gießener Wetterkarte. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 1. April 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2,/g Prozent. Tendenz: abgelchwächt. Märkte. Anfanas- u. Schlußkurse. Oest. Kredit . . 215.25 214.75 Deutsche Bank . 241.10 241.50 Darmstädter Bank . 142.25 142.50 Bochumer Guß . 1 . 24625 245.90 Harpener Beraban e . 211.50 211.50 fc. Frankfurt a. M., 3. April. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktvreile. Weizen Mk. 18.25—00.00, Kurbessilcher Nck. 18.25—00.00, La Plata Mk. 18.25—19.25, Kanlas Mk. 18.25—19.25, Roageu (biestgerl Mark 14.25—14.50, Gerste (WetterauerO Mk. 17.75—18.00, Frankeu- felder Mk.00,00—00.00, Haler Mk. 15.00—15.25, MaisMk. 12.00—12.25, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.75—23.25, Roggenmebl 0 Mk. 22.00—23.25, 1. Qualität Mk. 19.50—20.75, Weizeukleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Roggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 11.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ftb hier. fc. Frankfurt a. M., 3. April. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz/^. Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- vreise. Zum Verkaufe standen: 481 Ochsen, 145 aus Oestreich, 51 Bullen, 15 aus Oestreich, 760 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 306 Kälber, 255 Schafe und Hämmel, 1971 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schallämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 72—74Mk., 2. Qual 65—67 Mk., 3. Qual. 60-63Mk.: Büsten l.Qual. 60 bis 62 Mk.. 2. Qual. 56—58 Mk.: Kühe 1. Qual. 65—67 Mk., 2.Qual. 58—60 Mk., 3. Qual. 47—48 Mk, 4. Qual. 37—39 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: l.Qual. 81—83Pfg., Lebendgewicht 49-51 Pf., 2. Qual. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 45—48 Plg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 58—60Pfg., Schale: l.Qual. 72—74, 2 Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Plg.: Schweine 1. Qual. 65—Plg., Lebendgew. 52.50 Pfg., 2. Qual. 64 Pfg., Lebendgewicht 51—00 Plg., 3. Qual. 58—60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut. kein Ueberstand. Sp^lpla« der verrinigten Frankfurter Stadttheater. OvernhanS. Dienstag den 4. Avril*): „Don Juan." Mittwoch den 5. Avril, abends halb 7 Uhr: „Lohengrin" Donnerstag den 6. Avril: „Hans Heilingn Freitag den 7. April, abends bala 3 Uhr: „Bas Schwalbennest/ Samstag den 8. Avril: „Der Prophet/ Sonntag den 9. Avril, nachmittaas halb 4 Uhr: „Zar und Zimmermann/ Abends 7 Uhr: „Der Maskenball/ Montag den 10. April geschlossen. SchaiifviervanS. Dienstag den 4. Avril: „Der Veilchenfresser/ Mittwoch den 5. April: „Die alte Geschichte." Donnerstag den 6. April: „Wallensteins Laaer/ Hieranl: „Die Piccolomini/ Freitag den 7. ^lpril: „Die Journalisten." Samstaa den 8. April: „Leimath/ Sonntaa den 9. April, nachmittaas halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg/ Abends 7 Uhr: „Der Veilchenlresser." Montag den 10. April: „Der Kanadier." Vorher: „Die Tochter der Semiramis/ Dienstag den 11. April: Zum ersten Male: „Die große Leiden- schalt/ Vorher: Zum ersten Male: „Das Fest des St. Matern/ •) Anlang, wenn nicht anders bemerkt, abend? imt 7 Uhr. Neber „Städtefanierung und Landwirtschaft" sprach dieser Tage in der Dctschen Gesellschaft für öffenttiche Gessindheitspsscge' Prof. Dr. Backhaus,, der noch bis zum 1. Avril Direktor irr Berliner Nieselgüter ist. Die Frage ber Städtcsanienmg ist bis ietzt. so führte er, aus durch daS Zusammenwirken des Mediziners und des Ingenieurs gefördert worden. Daaeam ist die landwirtschaftliche Verwertung der städtischen Abfallstoffe heute noch verhältnismäßig unvollkommen. Nur etwa 10 Prozent dieser Stoffe werden ausgenutzt. Durch rationelle Einrichtungen dürfte e? gelingen, diesen Prozentsatz auf 20 bis 30 zu erhöhen. Allerdings müssen sich die landwirtschaftlichen 5^sichtsvuntte den htzgi-mifchen unterordn-n. und die Hvaicne hat die große Sttcstspage: Kanalisation oder Abfuhr? zu gunsten der ersteren entschieden. Seit Einführung der Kanalisation ist in Berlin die Gesamt st erblichkeit auf ein D r i t t e \, die Kindersterblichkeit a u f die Hälfte und die T v p hu S st e r b l i chk e i t mif ein Sechstel zurückgegangen. D^s weit-ren verdi-mt das Svstem der Rieselfelder, wie es in Berlin besteht, vor dem der Kläranlagen hvaienisch den Vorzug: höchstens kann eS — wie in Pari? — noch ergänzt werden durch daZ System her „inttrmitti-rcnden Bodenfiltratian". Die Verwertung der städtischen Abfallstoffe bietet der Landwirtschaft durchaus anormale Ansgaben, deren Lösung noch keineswegs voll-nd-t ist. Die erste Schwierigkeit ist die Erwerbung geeigneten Landes. Fr-ilich gestattet die neirre Technik Rieselfelder auch i'n größerer Entfernung von den Städttn an- zuleoen. Dann kommt die Herrichtung des Landes, die ss'ir jede anzubauende Pflonzenart iteir Probleme chemischer und vhvftkalisck'- terfmHeber Art bietet. DaS Land verschlammt sehr ltt-bt: tierische und pslanzliessc Parasiten finden sich ein: stets besteht die Gefahr der Verunlrantt'no. Hinzu kommt in wirtschaftlicher Hinsicht das Vorurteil der Konsumenten gegen aNe Pradufte der Rieselfelder. Ties Vorurteil gilt es ebenso zu überwinden, wie das der privaten Landwirte zur Mitarbeit bei der Verwertung her städtischen Abwässer. Die Lukrttivität ist für die verschiedenen Kulturpslanzcn sehr verschieden: wäbrend Roggen nur mit 200 Mark Verlust pro Hektar gebaut werden kann, liefert Weißkohl für dieselbe Fläche einen'Reinerttag von 400 Mark. Die Gemüse sind überhaupt am lukrattvsten. In zweiter Linie kommt Gras. Rüben und Kartoffeln gedeihen nicht so gatt. Dagegen werden wieder Futter-Mais, Senf und Wicken mit Erfolg angebaut. Hopfen und Tab"'? von Rieselfelbern werden immer unter dem Vorurteil der Bevölkerung zu leiden haben. Prof Backhaus versicherte allerdings, daß bre Berliner „Riesel-Zigarren" gar nicht so schlecht seien. Obst ge- deiht ausgezeichnet, imd es war sehr klug von der Berliner Kommunalverwaltimg. daß sie in weitsichtiger Weise oroße Obst- pfantagen v wiegt hat. Gerste und Haler, aus Rieselfeldern gebaut enthalten 20 bis 30 Prozent Eiweiß mehr, als dieselben 'Getrttdcarten in der sonstigen L-^udwirtschgft, eignen sick somit als Pferdefutter ausgezeichnet. Watz das Gras anlangt io wurden pro Morgen Erträge von 300 bis 500 Z'ntner erzielt: man machte jährlich ftcbs Schnitte von üvvigster Beschaffenheit ^rShalb wird auch in England auf Rieselfeldern ganz überwiegend Gras gebaut. Der Vorttagende zeigte getrocknetes Gras dieser Art vor eine Konserve, die alle Qualitäten eine? Kraftssltters hat: ferner Briauetts, die aus dem Schlick der Felder bergestellt worden sind WaS da9 aus den Städten abfließende Wasser anlangt so kann es verwertet werden zur Feldbewäfsernng, zu motorischen Zwecken lTurbinen) sowie zur Fischzucht in Teick>en. In sozialer Beziehung ist die Landwirtschaft auf städtischen Rieselfeldern besonders insofern von Bedeutung, als sie durch Massenproduktion der ärmeren Bevölkerung ein gutes, billiges Gemüse bietet und dadurch ihren — heute ganz geringen — Gemüsekonsiim hebt. An Obst haben die Berliner Rieselfelder im letzten Ialp: etwa 12 000 Znitner auf den Markt gebrackst. Die KuhssiMassgeschäft und ■-EKeto-Muiig zur gefälligen Erinnerung. Für vorschriftsmäßige Arbeit wird J> Hankel, 5kartoffelhcmdlung,^Schloßgaffe 6. Ärmliches LieiiPsöcheii für 4 Wochen zur Aushilfe gesucht. 1758________Süd-Anlage 23 II. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Gebäude im Rechnungsjahr 1904/05 ausgeführten Arbeiten und Lieferungen find bei Meldung der Nichtberücksichtigirng dis längstens deu L Mai dS. IS. in doppelter 'Ausfertigung bei uns einzureichen. Gießen, deu 1. AprU 1905. Städtisches Hochbauamt. 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