■ idjtatq. HOT d. ;f)t, soll du seelbach zu« t der Gast« (i hin vft* Die im Termin Entfernung Lohra 80 460 anuar 1905. ffi'" 51 1 D0f )dn 128 r Moll, ,12. los. ni/rtno®61?. | der*^ utf- W** Kaisers cheönrtstaa. Gießen, 27. Jan. 1905. Ter Geburtstag des deutschen Kaisers wird heute in allen deutschen Gauen begangen, vom Fels zum Meer. Wir denken heute der traurigen Zeit, da ein Dichter dem Volke zurufen konnte: Was habt ihr denn nocb Großes, Allgemeines, Welch' Band, das cuct) als Volk znsanimenschließt, Seit ihr das Kaiserszepter brechen ließt? Wir denken der düsteren Tage, da Deutschland ein geographischer Begriff war und seine Stimme im Konzert der Mächte verhallte; da die deutsche Einheit nur in den Herzen der „Ideologen" und „Demagogen" wohnte, die in die Kerker und Kasematten geschickt wurden; da ein russischer Zar die deutschen Monarchen wie seine georgischen oder mingrelischen Fürsten, als seine Unterknäse, betrachten und die Annahme der Kaiserkrone durch einen Hohenzoller o ls Kriegsgrund bezeichnen konnte. Wir blicken zurück in die Vergangenheit, nach Warschau und Olmütz, wo vor 55 Kahren, nach eigenem Geständnis eines deutschen Diplo- rmten, „wir in Gala geohrfeigt wurden", wo sich Preußen von Rußland und Oesterreich demütig den Fuß aus den Wacken setzen ließ; wir sehen in Paris einen preußischen Minister in den Vorzimmern des Kongresses aus seine Zulassung warten; wir sehen, wie ein romantischer König aus dem Throne des Grafen Friedrich sich nur den Beruf zuschreibt, dem Habsburger das goldene Waschbecken zu halten — und ohne Ueberhebung, aber mit Befriedigung empfinden wir, daß diese Zeit hinter uns liegt, weit hinter uns. Tas deutsche Volk mißbilligt vielmehr die übertriebene Eourtoisie seines heutigen obersten Staatsmannes nach allen Seiten hin, weil es sich seinen ebenbürtigen Platz unter den Mächten durch seine Taten errungen, erkämpft hat. An diesen Taten hat das deutsche Heer, das Volk in Waffen, hervorgegangen aus allen Schichten des Vaterlandes, ohne Unterschied des Standes, des Stammes, des Bekenntnisses, den größten Anteil. Dessen ist sich Kaiser Wilhelm II. bewußt, und er ist stolz auf sein Heer, das die stärkste Landmacht der Erde repräsentiert. Er hat aber auch, als der erste seines Volkes, erkannt, daß der Ausbau der deutschen Flotte der imposanten Entwicklung der industriellen Interessen des deutschen Volkes, die heute wie ein Netz den Erdball umspannen, folgen müsse. Nie auch itur einen Augenblick hat er gezeigt, daß er seine Macht 511 Wasser und zu Lande anders an zu wenden je gesonnen xft, als zur Sicherung der fleißigen Arbeit, die in allen Erwerbszweigen das wirtschaftlich vollsaftige deutsche Volk leistet, zur Sicherung der Fürsorge, die er selber, seinem wie allen anderen Völkern der Erde voran, den deutschen Arbeitern mit seinen 1890er Erlassen, trotz diesem und jenem, anzugedeihen ernsthafter bedacht ist, als seine zum 'Zeil immer noch zu tief in Bureaukratismus steckende Beamtenschaft. "Tie Verfassung des Reiches gibt eigentlich, dem Kaiser r Kslkg Tokio, 26. Jan. (Reuter.) Aus der Höhe von Hokkaido wurde gestern abend das österreichische Dampfschiff „Burma" mit einer Ladung Kohlen von Cardiff nach Wladiwostock unterwegs von den Japanern beschlagnahm t. Petersburg, 26. Jan. Die Petersburger Telepraphew Agentur meldet aus Tschansjamatun von heute. Auf der ganzen Front herrscht Ruhe, nur auf dem rechten Flügel hörte man aus weiter Ferne dumpfe Salven. Petersburg, 26. Jan. In diplomatischen Kreisen geht das Gerücht, General Griepenberg, Kommandant der 2. Armee in der Mandschurei habe eine empfindliche Niederlage erlitten. Petersburg, 26. Jan. Ein amtlicher Bericht Kuro- patkins an den Zaren gibt die Verluste des Generals Gießen, den 24. Januar 1905. Betr.: Herbstübungen 1904. Das KraßberMliche Kreisamt Gr eßen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Falls Ihre Gemeinde noch Ansprüche für Leistungen zu erheben hat, welche während der letzten Herbstübungen für die Militärverwaltung stattfanden, wollen Sie bis längstens Ende dieses Monats berichten. Ist ein Bericht bis zum 1. Februar ds. Js. nicht ein# gegangen, so wird angenommen, daß Ansprüche nicht mehr zu erheben sind. Tr. Breidert. Erstes Blatt. Freitag 27. Januar 180^ 155. Jahrgang ve-ugspret»; monatlich 7b Pv, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- ll Zweigstelle* monatlich 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeigen üt die T< 26r*nnnxer s vomrUtaqs U'-üt« Zc 'envrers: vk-n i.2 auswärts '9 l'j. 2 evantwortl'ca fine den poltt. und cU e< r. Teil P. Wittko, für »Stadt und Land" und „Gerichts; aatt: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Metzener Anreiz w General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 28 Erscheint tSgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Weckte! mit dem Kesfischen Landwirt sie Giehener Familien' blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Univerf.'Buck-u.Stem» bruderei. R. Lange. Redaktion, Grvedittim und Druckerer: Echnlstratze 7. Adreffe für Depeschen: «u-eiger Gießen. FeriisprechanIcklußAr 51 J Deutsches flieidh sioltt",' n C- wflT^ ,^br tn ^H5 HtliM mih Gießen, den 28. Januar 1905. Zu Kaisers Geburtstag hoben heute alle öffentlichen und viele Privatgebaude ge- flaggt. Gestern abend war der übliche Zapfenstreich und Serenade vor der Wohnung des Regimentskommandeurs, Obersten v. Grävenitz, und beute früh um 7 Uhr ertönte wiederum die Regimentsmusik, die damit für die Burger einen Weckruf veranstaltete. Im vereinigten Zivil- und Militärgottesdienst in der Stadtkirche, der heute vormittag um 10 Uhr stattfand und wozu die Fahnenkompanie mit klingendem Spiel durch die Strafen gezogen war, predigte i Pfarrer Schwabe; er legte als Text Jesaia 40, 31 seiner Predigt zu Grunde, die mit dem Thema „Vorwärts mit Gott" darzulegen suchte, wie unser Volk auf allen Gebieten vorwärts schreiten muffe und wie der wahre Fortschritt nur m dem lebenskräftigen Glauben an Gott möglich sei. Nach dem Gottesdienst fand unter großer Beteiligung von Zu- I schauern Parade des Regiments auf Oswaldsgarten statt, wobei Oberst v. Grävenitz eine Ansprache hielt. Heute abend sind Mannschaftsfeiern. Die Schulen veranstalteten ebenfalls die üblichen Feiern, und bei dem Festmahl, das im Gesell- ichaftshaus stattfand, hielt der Rektor der Landesuniversität, I Geheimrat Pros. Dr. Voss ins folgende Ansprache: Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Profeffor Martin besprach in der Versammlung am 24. d. Mts. die Kopfformen der Haussäuger, welche — so wird uns berichtet — bei der z. T. weiten gegenseitigen Entfernung der letzteren im zoologischen System in ihrer verschiedenen Ernährungsart sehr bedeutende sind. An reichlichem Schadelmaterial er» käuterte Pros. M. die z. T. sicheren, z. T. mutmaßlichen Beziehungen, welche zwischen der biologischen und physiologischen Beanspruchung der einzelnen Kopsteile und ihrer besonderen Formung bei den verschiedenen Haussäugerarten bestehen. Besonders beachtenswert waren die Mitteilungen über die verschiedene Ausdehnung der Lufthöhlen, welche teils die Kieferknochen, teils die Knochen des Gehirnschädels durchsetzen, i Die Bedeutung dieser Höhlen besteht hauptsächlich in der Ermöglichung umfangreicher und fester Knochenlager für die Zahn- und Hornwurzeln bei gleichzeitiger Erreichung größter Leichtigkeit der Skelettkonstruktion, z. T. auch im Schutze des Gehirns. Ihre Gestaltung im einzelnen ist sowohl aus die Art der Ernährung und die Entwickelung deS Gebisses, als auch aus die Kampfesweise der Tiere mit ihren Kopswaffen und die Form der letzteren zurückzusühren. Vor- gandensein wie Nichtoorhandensein von Hörnern hat wie auch die Art ihres Gebrauches einen wesentlichen Einfluß auf die Formbildung des ganzen Kopfskeletts. •* 3um Besten deS Theaterneubaues ist für Montag den 13. Februar die Aufführung eines Theaterstückes geplant, zu der sich unter der Aegide des Theater- oereins mehrere erste Kräfte des Frankfurter Schauspielhauses mit der Direktion des Stadttheaters verbunden haben. Damit sich das theaterliebende Publikum diesen genußreichen Abend freihalten kann, sei schon jetzt darauf hingewiesen. •* Demonstration der russischen ©tuRenten in Darmstadt. Die zahlreichen in Darmstadt zum Besuch der Technischen Hochschule weilenden russischen Studenten veranstalteten gestern mittag eine große Demonstration. Sie zogen in einer Stärke von ungefähr 3 50 Mann durch die Rheinstraße und dann durch die weiteren Straßen nach dem Palais des russischen Gesandten, Fürsten Kouda- scheff; dort angelangt, begab sich eine größere Abordnung in die Wohnung des Gesandten und überreichte ihm, der offenbar sehr überrascht war, eine Adresse, in welcher gegen die Haltung der russischen Regierung bei den jüngsten Petersburger Vorkommnissen Protest erhoben wird. — Die Franks. Ztg. weiß dazu nocl) folgendes zu berichten: Ter Sekretär von ^oubensky veranlaßte das Erscheinen des Fürsten. Der Gesandte trat vor die Versammlung, aus deren Mitte und m deren Auftrag ein Redner in länger Ansprache ll^gen den Krieg, gegen die russische Autokratie und die Verbrechen von Petersburg auf das Schärfste protektierte. Er drückte das Gekühl der Solidarität der Studenten mit den Kämpfern für die Freiheit des Volkes aus und schloß mit dem Rufe: „Es lebe das befreite Rußland: Nieder mit dem Absolutismus!" An dieser Stelle unterbrach der Gesandte den Redner mit den Worten: „Das letzte dürfte ich ! nicht mehr hören", ging dann aber auf die Ausführungen 1 des Sprechers ein, indem er die ausständigen Arbeiter als ^von ihren Führern irregeleitet" bezeichnete, aber den letzten , Sonntag einen Tag des Unglücks und der Trauer für ganz > Rußland nannte. In aller Ruhe zogen darauf die Studenten- > icharen wieder durch die Stadt zurück. Ansichtsp astkartenfreunde seien auf folgendes , aufmerksam gemacht. Im Auslande sind seit einiger Zeit l vielfach Ansichtspostkarten beliebt, deren Adreßseite in zwo er für nötig befunden, Abänderungen zu treffen. Gleichzeitig wurde eine Eingabe des Grafen Erich zur LiPPe-WeißenfelS zu- rückgestellt bis zur nächsten lÄtzungsperiode Dep Staatsminister erftörte dann im höchsten Auftrag den Landtag für vertagt. .Stuttgart, 26. Jan. Wie wir dem soeben ausgegebenen zweiten Heft des Etats entnehmen, erfordert die württernbergische Zivilliste einen jährlichen Baraufwand von 1 800000 Mark wozu noch-224 898 Mark in Naturalien kommen. Ter Aufwand für das Staatsministerium und den Geheimen Rat beziffert sich auf 67 040 Mark vro Jahr. Aer cSdtiÖ •3V?’ßunö 6er Piirgtrmeistck im CöroB-itrjOfllum K ssen tiertc. ftn dem feiten1, treuen Rufammcnhalten der Dreibund- märfite Ibürfcn wir mich in Zukunft mit vollem Recht die I>Eersk Garantie des Friedens erblicken, und dos politische Band, , oaö diese Mächte muMingt, ist durch die Erneuerung des wirt- s ch a s t l i rfi e n B-rndeS weiter ergnnst und gestärkt, denn nach- Kent Deutschland und Oesterreich schon vor längerer Zeit ihren ungestörten Handelsverkehr mit Italien durch Msck'luß neuer Verträge gesichert hatten ist es jetzt nach ernster Arbeit Ölungen, die wirtschaftliche Differenzen zwischen Deutschland und Ccffccr_ reich durch gegenseitiges bundesfreundliches Entgegenkommen aus dem Wege zu räumen und einen Vertrag assuichttcßcn, der oen Güteraustausch der beiden eng verbündeten Reiche für ^ue längere Reihe von Jabren regelt und die für eine gedeihllche Entwicklung der versHxnen Produktionszweige wichtige Stabuttat imcuft. . am Redner schloß mit einem Hoch auf den Senior Budapest, 26. Jan. Infolge der heute Ktflndenden Reichsrats wählen herrscht sehr bewegte-» Leben. Trotz aller VorsiMsmaßregeln ist es zu Exzess e_it gekommen. Lin regierungsfreundlielLr Wässer wurde von den X. pPosiNovellen derartig mißhandelt, daß er ins Krankenbans gebucht werden mußte. Ein Wagen, in welchem mirnstereelle Wc^r asien, wurde überfallen, irr Kutsch-er vom Bock gerissen und d ur ch - ge prügelt. Auch aus der Provinz werden zahlreiche Wahl- erzesse gemeldet. NeberaK mußte Militär die Ruhe wieder ber- stellen. In dem siebeubürgischen Badeorte Berszök wurde das Badeetablissemeut in Brand gesteckt und sw geäschert, weil der Besitzer für den Regierungskandidaten agitiert hatte. Bisher sind 116 W a h l e r g e b n i s s e bekannt. G'wahlt wurden- 51 Liberale, 40 Koffitth-^rtn, 13 Dissidenten, 6 Volks- hnrtci. 2 Banssi und 2 Wilde. » abgesagt. t , — Die Kaiserin hat sich nack Potsdam an das Krankenlager des Prinzen Eitel Friedrich begeben. — Tas heute mittag über das Befinden des Prinzen Eitel Friedrich ausgegebene Bulletin lautet: Der Tag ist bisher gut verlaufen. Ter Prinz hustete weniger und schlief zeitweise. Temperatur 39,1. _ — Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Oester- reich-llngam ist gestern abend hier deutscherseits durch die Staats-1 fefretäre des Innern und des Aeußern, Graf Posadowskt) und Frhm. v. Richthofen, von österreichisch-ungarischer Seite durch den Botschafter v. Szogpenp-Marich unterzeichnet worden. Detmold, 26. Jan. Tie Sitzung des Landtags wurde heute eröffnet. Der Präsident verlas die Eingabe des Grafen I Erich zur Lippe-Weißenfels, der den Landtag bittet, beide Vor-1 lagen der Regierung betreffend die Regentschaft und bte, Thron-1 folge abzulehnen, da durch deren Annahme her Weißenfelser Linie I die Behandlung ihrer Ansprüche auf den Thron erschwert werde. I Ter Landtag beschäftigte sich daraus mit der Vorlage der Regierung betreffend die Regentschaft und die Thronfolgefrage. Die Begründung dieser Vorlage gab Staatsminister Gevekot, der hauptsächlich betonte, daß die Regierung jbre Auf-1 gäbe darin erblicke, die int vorigen Herbste geschaffene Spannung zwischen der Volksvertretung und der Regierung zu beseitigen. Nach V/oftünbiger Beratung, in welcher Staatsminister Gevekot erklärte, daß der Grafreaent Leopold seine Regentschaft bis zur Fällung des Schiedsspruches als interimistisch betrachte, und daß infolgedessen gesetzliche Bestimmungen nicht getroffen werden, erfolgt die Kommissionsberatung in nicht öffentlicher Sitzung. — Nach längeren Kornrnissionsverhandlungen wurde heute nachmittag die Sitzung des Landtags wieder eröffnet. Die 93or» läge 1, betreffend die Fortführung der Regentschaft, durch Grafen Leopold bis zur Fällung des Schiedsspruches, wurde sodann nach einem kurzen Referat des Abg. Schemmel, als Berichterstatter der Kommission, in drei Lesungen angenommen. Die Beschlußfassung über die zweite Vorlage, in welcher der Landtag ersucht wird, den zu ertoartenben Schiedsspruch als maßgebend für die Thronfolge in Lippe anzuerkennen, wurde ausgesetzt, da der Landtag zu einer Einigung mit dem Staatsministerium nicht kommen konnte. Ter Berichterstatter erklärte ferner, daß der Landtag zwar mit der Tendenz der Vorlage durchaus einverstanden sei. aber über einzelne Bestimmungen habe PnliMtie OrfliififdiniL Tie Kornh'äuser vor dem preußischen Abgeordnetenhanse. Landwirts ckaftsetat wurde am Donnerstag tm j Dteuft Abgeordnetenhaus« weittr beraten. .BL./'« - tungsausschusse" für em m B er l in > e d kornlaaerhaus hegt ein Anttag dcv rlog. BI eil 'M. Lg. vor, in welchem die Regierung ersucht wird, die ^fch^tsberichte her aus Staatsmitteln subventionierten Kornhausgmoistnschaf en vorzulegen. Abg. Blell begründet fernen Antrag^ Es bandle sich bei her9 Errichttmg von KomHäusern nni Staatsgeldn, .^shalb fordere seine Partei die eingehendste Rechenschaft über di« Verwendung der Gelder. Das finanzielle Ergebnis der Komhauscr gebe immer mehr zurück, in den letzten Jabren hatten eine Anzahl mit Unterbilanz gearbeitet. Durch die Koruhauwr werde der Handel geschädigt und die Landwirtschaft habe Verluste erlitten. Minister v. Podbielski gibt zu, daß die großen Korn Häuser sich nicht bewährt haben, wohl, aber können die kleinen Genossenschaften segensreich für die kleinen Besitzer wirken Tor Minister bittet um Ablehnung des Antrags Blell. Durch die darin spezialisierten Angaben wurde der Konkurrenz eine vollständige Einsicht m die Bücher dw Koruhausgcnosien- schaften gewahrt werden. Nachdem der -^6- 'gaschender J\3tr sich gegen den Antrag ausgesprochen und Abg. Blell ihn nodimab befürwortet hatte, wurde der Antrag gegen Die Stimmen der beiden freisinnigen Parteien abgelehnt. hi"lt g.stern vormittag, wie uns aus Frankfurt geschrieben wird, im dorttaen Rechneifaal f'ine 3. Gcneralversa m m - lung ab. Anwesend mar^n 150 Brrgermei^r aus den drei Provinzen Bürgermeister M etzger-Langni führte dm Vorsitz Landtagsabgeordneter Kähler, Bürgermcißer von Langvdm3. macktte zunächst ergänzende Vorschläge zur Tagesordnung. ^ Der 11 Vorsitzende gab darauf bekannt daß der Verband 4a.')_ itglu^r zahle Aus dem Jahresbericht ist hervor.zuheben, daß ^r Vorstand eine umfangreiche Korrc-s'wndenz mit den Kreisbehorden zu erledigen hatte, daß verschi'dene Eingaben gemocht wurden besonders wegen eines Entwurfs d^r Landgemeindeordnung. Abg. Köhler-Langsdorf ermahnte die Kollegen, ibreu^b ei mischen Landtagsabgeordneten.»Feuer unter den L ch wanz zu machen", damit sie die bäuerlichen Interessen mit mehr Energie wahrnohm-m. Aus dem Kassenbericht ergab sich, daß die Einnahmen 421 Mk 67 Psg. betrugen, ausgegeb^n wurden 183 Mk 89 Nfa. Der Mitgliederbeitrag von einer M ark pro Jahr wurde beibehalten. Ter Vorsitz-nde emvfabl„d'raiis die ..Hessische Beamtenzeitung" ?um V'rl'gndsorgan zu wessen. Köbler befürwortete das und schlug vor, d"rch eine Kommisiion den Charakter des Blattes zu prüfen. Köbler brachte ferne bekannte Antipathie gegen die Kr isolätter zum ..usdruck. Man. beschloß, den Vorstand zu beauftragen, mit dem V^rlag^der „Hess Beamtenztg." in Gießen zu verlxmdeln. Als nächster ^ngungSort wurde Offenbach vorgeschlagen, doch fand di scr Vorschlag keine I Gegenliebe. Von Gießen wollte der redegewaltige LangSdorfer I nichts wissen, er schlug wieder das „preußisch, gewordene Frankfurt" vor. Von anderer Seite redete man Mainz das Wort. Mit I großer Majorität akzeptierte man Frankfurt, für Mainz stimmte I -ine kleine Minorität. Verschiedene Anträge waren eingegangen. So die Verlegung des F o r t b i l d u n g s u n t e r r i ch t s von 7—9 Uhr abends. Dann einige Anträge der Bürgermeister des Kreises Gießen, die die Qrtsgerichte und die Forstverwaltung betrafen. Bezüglich der Lrtsgerichte wurde eine gesetzliche Regelung I verlangt und dagegen protestiert, daß ein Notar die Gebühren der Ortsgerichte festsctze. Hierin wünschte man eine Aendmmng. Auch das Vorrecht der Notare, Vermögens-Teilungen und --Schatz- I ungen vorzunehmen, was den Ortsgerich-ten nicht zustehe, wurde als Unrecht empfunden und eine Aenderiing gewünscht, ^ut bie Errichtung eines Nottestamcuts wirrde eine prozentuale Gebühr verlangt, was deshalb nötig sei, da die Ortsgerichtsvorsteher für bHe Testamente haftpflichtig feien. Müller- Roßdorf wünschte, daß die Fortbildungsschulen ganz abgeschasst würden. Köhler weist auf die Mängel dieser Schulen hin, die „nicht nach richtigen pädagogischen Grundsätzen" geleitet wur- I den, auch die Ackerbauschulen genügten nicht. Ein Beschluß wurde | I nicht gefaßt. Betreffs der Anttäge Köhler sMug der Bürger- I meister von Büttelborn eine eingehende Diskussion vor. In Be-1 gründung seines Antrags kam er auf die Landtagsverhältnisse I zu sprechen und meinte, daß die Abgeordneten ans den Städten nicht das richtige Verständnis für die Interessen der ländlichen Bevölkerung hätten. Er betonte in längeren Ausführungen Die I Notwendigkeit der Abänderung der Ortsgerichte im Sinne der I Köhlerschen Ausführungen. Es sprachen noch Metzger-Langen und I der Bürgermeister von Sickenhofen, der betreffs der Ortsgerichte ebenfalls einige Anträge stellte. Tie Anträge wurden mit den I Köhlerschen vereinigt und dem Vorstande zur weiteren Bearbeitung I ü bewirf en. Sie sollen dann dem Landtage als Eingabe zugehen. ' I Köhler sprach darauf über das Forstverwattungsgesetz. Er rügte. I daß die Forstordnung immer noch auf den Verordnungen von 1811 . beruhe. Er erkannte an, daß das Gesetz, obgleich es nicht im le Vor-1 „Judendeutsch" > geschrieben sei, wie die heutigen Gesetze, doch ver- schaft öltet fei. Er wünschte deshalb eine Reform des Forstverwaltungs- • ' gesetzes. Eine Forstordnung müsse existieren, da sonst die Bauern alle Wälder rasieren mürben. Der Wald müsse deshalb vom Staat beauffichtigt werden. Aber die Gemeinde müsse das Recht haben, über das gefällte Holz imb über die Art der Zumessung. Das stehe jetzt nur dem Oberförster zu. Eine Konferenz, der Bürgermeister des Kreises Gießen habe eine Petition in dieser Sache dem Landtage unterbreitet. Köhler verlas sie und empfahl der Versammlung, sie anzunehmen und zu veranlassen, daß den Gemeinden das Recht der Bemessung und Verwertung des Holzes überlassen bliebe. Der Köhlersche Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Versammlung schloß sich also der Petition der Bürgermeister des Gießener Kreises^ an. Die Vorstaudswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, worauf um 2 Uhr die Versammlung geschlossen wurde. NischtsKenko bei beflen lebten Angriff wie fol«t an: Rn Toten 7 Offnere itnb 75 Soldaten; verwundet 52 MN16“ und 257 Soldaten; vermißt werden 21 Soldaten. Paris. 26. Jan. (tzullkommission.) Heute wurde der Fisckier Smith vernommen, der an Bord deS wlcher. boote? .Grane“ verwundet wurde. Smith erzählt, datz die russiseben Schiffe da? Feuer auf die „Grane“ eröffneten und das Boot mit Scheinwerfern beleuchteten. Dann entfernten sie sich. Der SchiffSfübrer und ein Matrose wurden (fetaler Die gesamte Besatzung mit Ausnabme! eine« GiWt. wurde von Geschossen getroffen. Die °Grane_ fanf fünf Minuten, nachdem eine Schaluppe eines anderen Boot die Besatzung aufnahm. Die NuSsag» machte °>nen tieren Eindruck auf die Zuhörer. Der Zeuge Green vom Äscher- boot „Gall“ sagte alsdann aus, datz er seme Suchtung andern mußte, um den russischen Schiffen ans dem T?ege zu gehen. Er sandte eine Schaluppe aus, um die Besatzung der .Grane aufzunehmen. Er habe kein srem d eS Sch,ff g r se h en. Die Russen hätten in einer Entfernung von etwa 60 Yard., geschaffen. Er habe zuerst die „Grane“, deren dichter er» loschen waren, für ein Torpedoboot gehalten, aber er >er von dem Jr-rtum, der dadurch entstanden war, daß dre Scheinwerfer ihn blendeten, zurückgekommen. Als die Beschießung begonnen hatte, hatte die „Grane“ dre Lichter angezündet. Nach derselben waren die Lichter verlöscht. Berlin 26 Jan. Nach kaisierlicker Bestimmung wird morgen Gottesdienst in der Schloßkapelle und Cour im weißen Saale stattfinden. Dagegen sind die große Tafel im königlichen Schlosse und die Gala-Oper ,ür den 27. d. M. und verehren. In biefern Sinne, meine Hl"rren, fordere ich Lre auf, mit mir anzustoßen und aus.zurufen: Se. Majestät Kaiser Wilhelm IL, deutscher Kaiser und König von Prcußen, er lebe hoch, hoch, hoch! •* D ie Branttoilette der künftigen Großherzogin. Ein erfreuliches Zeicken, doß in unserem hessischen Fürstenhause das Bestreben besteht, heimatliche Kunst und Industrie immer mehr zu fördern, ist die uns aus Darnfttadt berichtete Tatsache, daß die Brauttoilette unserer zukünftigen Landesmutter, sowie eine ganze Anzahl weiterer, sehr geschiuack- ooller Reise- und Gesellschafts-Toiletten im Atelier der Frau Hlora Bley, Hoflieserantin in Darmstadt, angefertigt werden. " Der Abg. Noack hat soeben folgende Anfrage gestellt: Welch e Vorkehrungen gedenkt die Großh. Regierung zu treffen gegenüber dem zunehmenden Streben bei (Srrichtuiig von Geschäftshäusern und Umbauten von Wohnhäusern zu Geichäftsbäuseim, die Scharüensteranlagen der Verkatüsräume der. artig in ihren Abmessungen zu steigern, daß vieliach die ganze Fassadeuläuge der Gebäude nur auf eisernen Stützen ruht? Ist sich die Regierung der großen Verantwortimg bewußt, welche sie dilrch Zulassimg solcher Umbauten und Neubauten auf sich ladet, da dlirch dieselbeii im Falle eines Brandes der Ein st n r z derartiger Gebäilde und die Gefährdiing von Gesundheit imb ! Slcherheit zu befürchten ist? Verstößt diese Art der Bau- ausführung nicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen der aüge- rneinen Bauordnung?“ Dec Anfrage ist eine ausführliche Begründung beigefügt. *• Generalversammlung d er Oberhessischen ft* ''n k lnb ®rcbe6or in"1'1'« f . öoni • ; Pmtsch-Äüdwkliafrlka. Berlin, 26. Ian. (Amtlich). Nach einer Meldung Generali Trothas vom 26. Januar überfiel der Leutnant der! Reserve ^.rotha, am 6. und 8. Januar mehrere Werften der I Nordbethanier bei Blutvuetz und Gorab. Die Far,ner Krüger unb Jonni Annis von den Farmen Naudaus und Gordon I wurden befreit. Der Feind verlor sechs Tote, vier Verwundete, sieben Gewehre mti Munition, 76 Pferde, 487 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh. Ausland. Paris, 26 Jan. Die Gruppe der demokratischen Linken! des Senats wird ssute ihr Bureau wählen. Eine Anzahl Mit^ gliedcr beschloß gesterir m emer Versammlung, E o m b e s a!5 Präsidentschaft s-K au bi baten aufzustellen. Ter frühere Kabinettschef wird wahrscheinlich gewählt werden, da kein Gegenkandidat aufgestellt ist. Wien, 27. Ian. Anläßlich des Geburtstages deS deutschen Kaisers fand hier gestern abend unter dem Ehrenvorsitz des deutschen Bosichasters Grasen Wedel ein Festesten statt. Gras Wedel hielt eme längere Rede. Das Verdienst an der Lokalisierung des ostasi atischen Krieges gebührt dem Dreibund, der sich als mächtiger Friedenshort erwies und erneut die Notwendigkeit seines Bestandes bokumen- Kirf*1 yinbenö^ _ uv? lsaiikler V 1904 oon * y*” - fritM ttfN. In b nidheit unb i der Ban, i der aQge- nbung beihessischen . Professor d. MlS. bie nS berichtet wr letzteren Qhrunqsari material er» glichen Be- vsiologischen : befonberen ti belieben. m über du t teils die durchsetzen, ch in der nlager für Erreichung . auch ini (nen ist |o* rfehmg de» e mit ihren iren. Dor« it wie auch luß auf die eS ist fük eS Theater' 's Theater- ^spielHauseS iben. Ta- enußreiche" wiesen. ( bentenui Desuch t>er den oecan- ian. S-e , burch d-- nach Kouda- Abordnung ihm, beI lcher geger t jflng^ io6f" wird- herich'^' Heinen ausdett" ylnspra^ bie W lierte- * , mit bf iB Olsten gespalten ist, von denen die eine die Adresse, die andere Ine Mitteilung des Absenders an den Empfänger enthalten lall, wäbrend die Rückseite irgend eine Ansicht trägt. Nun ist c§ von Wert zu wissen, daß einige ausländische Postver- mltungen und vom 1. Februar d. Js. ab auch die deutsche Aeichspostverwaltung Postkarten nach diesem Muster für ihren inneren Verkebr zugelassen haben. Im Weltpostver- fc h r aber sind derartige Postkarten bis jetzt allgemein noch nicht zulässig. Die Reichspostverwaltung hat jedoch, einem uns vorliegenden amtlichen Schreiben an einen Leser des ,G'eß. Anz." zufolge, nachgegeben, daß vom 1. Februar ab solche vom Auslande in das Reichspostgebiet eingehende ■horten, welche, wie die erwähnten, nicht genügend, d. h. als « Postkarten statt als Brief, flankiert sind, ohne Erhebung einer z Znschlagsgebübr an die Empfänger ausgehändigt werden. .^Ausgeschlossen von der Beförderung werden derartige Postkarten überhaupt nicht. ♦♦ Aus dem Bureau des Stadttheaters. Angesichts der am nächsten Montag, 30. Januar, hier statt- ; nndenden Premiere von „Anna von Hessen" dürften ' einige Stellen aus einer Recension der Aufführung am L'Kasseler Hoftheater („Kasseler Tageblatt) vom 14. November 1904 von Interesse sein. Es heißt da u. a.: ,,Mit dem zur Feier des 400jährigen Geburtstages Philipps bes Grosz mutig en zur Aufführung gebrachten tragischen Spiel „Anna von Hessen" von Theodor Birt hat das Repertoire unserer Schauspiele eine wertvolle Bereicherung erfahren. Nichts hatte passender für diesen Iubeltag des hessischen Volkes gewählt werden können. Doch sei gleich hmevo-rgeho^en, daß das Drama keineswegs als Fesffviel geschrieben ist. daß es weit über die Bedeutung eines solchen hinausgeht. Es ist eine regelrechte Tragödie, die gewiß bcuemb in dem Repertoire unserer Bühne bleiben wird und tote „Ter Prinz von Homburg" nicht bloß in Berlin gespielt wird, loird „Anna von Hessen" gewiß auch außerhalb Kassels, außerhalb Hessens genügend Interesse erwecken und mit dem besten Erfolg aufgesührt werden.--Tie Frage, ob die Akte spannend firib, ist auf das entschiedenste zu bejahen. — Meisterhaft be- >nudelt der Dichter die Sprache. Sie ist knapp und lebendig, frisch imb natürlich und trägt ganz das Kolorit des 16. Jahrhunderts. Alles das verleiht dem Drama einen hohen künstlerischen Wert. Bei dem Tiefstand der modernen Dramatik, bei der immer mehr zunehmenden Krankhaftigkeit des Geschmacks muß eine ge- iynde Eigenart und Gestalt'-ngskrast offenbarende Erscheinung wie die Birts mit Freuden begrüßt werden." sd. Darmstadt, 26. Jan. Die morgen auf dem Marienplatze stattfindende große Parade wird der Größte rzog selbst abnehmen. Der Großherzog hat seine Steife nach Berlin wegen der Erkrankung des Prinzen Eitel /siriedrich aufgegeben. Nachmittags 2 Uhr findet im Weißen Saale des Residenzschlosses zu Ehren des Kaisers s^alatafel statt, zu welcher ca. 40 Personen, darunter die Vertreter der Diplomatie, sowie die Spitzen der Staats-, Zivil- und Militärbehörden, zusammen ca. 40 Personen, gelinden sind. — Wie aus bestimmter Quelle verlautet, wird d>ie Stadt Mainz dem Großherzog ein von Professor ».Kaulbach gemaltes Bildnis seiner zukünftigen Gemahlin als Hochzeisgeschenk überreichen. w. Worms, 26. Jan. In den Lederwerken von Dörr u. Reinhart wurde heute auf Veranlassung der l Firma eine Sammlung für die streikenden Bergarbeiter im Ruhrgebiet vorgenommen. Der sich ergebende Betrag von 2 000 M k. wurde an den Oberbürger- • meister von Bochum abgesandt. Auf Wunsch der Firma wird die Verteilung der Summe ohne Rücksicht auf das politische ober religiöse Bekenntnis der Bedürftigen vorgenommen werden. Vermischtes. * Berlin, 27. Febr. Bei der Rückkehr des Königin- Elisabeth-Regimentes in die Kaserne fuhr gestern abend mit voller Wucht ein Arbeitsfuhrwerk in die vorder Musik herziehende dichte Menschenmenge; 5 Personen wurden schwer verletzt. • Tabor i. Böhmen, 26. Ian. Von dem heute nachmittag 1.30 Uhr von Prag abgegangenen Schnellzug sind zwischen Sudomeric und Ehotowin infolge Schienenbruchs die letzten 4 Personenwagen entgleist. 1 Reisender wurde schwer und 10 leicht verletzt. Unter den leicht Verletzten befindet sich ein Kaufmann Richter aus Dresden. Newyork, 26. Jan. Wenigstens 8 Personen sind in der Stadt infolge des letzten Schneesturms itmgekommen. Diese brachen entweder erstarrt vor Kälte oder vollständig erschöpft infolge der Anstrengungen, mit denen sie versuchten, durch das Schneetreiben in den Straßen einen Weg zu bahnen, zusammen. Die Leichenbegängnisse wurden in ganz Newyork aufgeschoben. Eine Anzahl von Schiffsbrüchen werden von der Küste den Neuenglandstaaten gemeldet, bei denen Menschen nicht umkamen.________________ ~ Kerichtslääl. Dessau, 26. Jem. In dem Aufruhrprozeß hat der Kriegsherr die Gnadengesuche der vom Magdeburger Oberkriegsgericht zu je iy2 Jahren verurteilten Soldaten Günther und Vogt abgelehnt. Göttingen, 26. Jan. Mit einer Skandalaffäre in Clausthal, die ein P i st 0 l e n d u e l l im Gefolge hatte, beschäftigte sich die hiesige Strafkammer. Der Bergakademiker Otto Pütter und der Diplom-Ingenieur Friedrich Wittelsbach aus Berlin hatten sich, der eine wegen Zweikampfs, der andere wegen Kartelltragens, zu verantworten. In Clausthal, wo beide studierten, entstand ein Gerücht, nach welchem zwischen einem oder mehreren Studenten und einer von einem Dozenten der Bergakademie in die Gesellschaft eingeführten Dame intime Beziehungen beständen. Infolge der hierdurch entstandenen Komplikationen brach der Geh. Bergrat Köhler den gesellschaftlichen Verkehr mit Pütter durch eine schriftliche Mitteilung ab, in der er ihm eröffnete, er (Pütter) brauche auf eine Erwiderung seines Grußes nicht mehr zu rechnen. Der Sohn des Geheimrats erklärte sich mit seinem Vater solidarisch, indem er sich dessen^ Er- llärung anschloß. Pütter hat daraufhin den Bergassessor Köhler auf Pistolen gefordert und zwar fungierte Wittelsbach als Kartellträger Es wurde ein Pistolenduell auf 10 Schritte Distanz bei dreimaligem Kugelwechsel festgesetzt, jedoch milderte der Ehrenrat die Bedingungen auf 15 Schritte bei einmaligem Kugelwechsel. Das Duell verlief unblutig. Entgegen dem Anträge des Staatsanwalts, der auf 3 Monate Festung lautete, erkannte das Gericht gegen Pütter auf 4 Monate Festungshaft, Wittelsbach erhielt 3 Tage Festung. Bergassefsor Köhler ist als Reserveoffizier vom Kriegsgericht bereits ru 3 Monatpn Festungshaft verurteilt worden. llcuclte Mewunnen. R. B. Darmstadt, 27. Jan. (Eigener Draht- bericht.) Die Feier des kaiserlichen Geburtstages fand heute in üblicher Weise statt. Die Stadt ist festlich geschmückt. Dem Zapfenstreich sämtlicher Militärkapellen gestern abend folgte heute früh Weckruf, um 10 llhn Festgottesdienst und um 12 Uhr Parade der ganzen Garnison auf dem Marienplatz. Der Großherzog nahm selbst die Parade ab. Er erschien, umgeben von einer glänzenden Suite, darunter Prinz Ludwig von Battenberg, und wurde vom Divisionskommandeur Grafen Kanitz empfangen, der auch die Parade kommandierte. Die Festansprache hielt der Tivisionskonnnandeur Frhr. v. Gall, worauf KanonendoNnch und Ehrensalut und die Nationalhymne ertönten. Heute nachmittag ist Festessen beim Großherzog und im ,Less.' Saale". Abends sind die üblichen Mmmschgfts- und Vereins« feste. Dow Bergarbeiterftreik. Dortmund, 27. Jan. Auf einer Zeche bei BaroH kam es zwischen der Verwaltung und den Steigern zu einentij Konfl rlt, weil die Steiger sich, weigerten, anzufahrenj und Kohlen zu hauen., Es scheint also, als ob sich der, Streik auch auf die Steiger ausdehnt. Besonders ist das Sie.gerland sehr starck vom Streik betroffen.. Dort liegen fast alle Eisenwerke still, in einzelner« Werken können die Betriebe nur in beschranktem Maße auf* recht erhalten werden. Vollständig still liegen auA dflü westfälischen Stahlwerke in Ehrendorf bei Bochum. Die Vorgänge in Rrrfiland. Petersburg, 27. Jan. Der gar soll dem Groß« fürsten Wladimir seinen Dank für dieUnterwersnng des Ausstandes in Petersburg ausgedrückt haben. Ferner verlautet, der Zar habe eine Arbeiter-Deputation zu sich befohlen, weit ihm von einer hochstehenden Persönlichkeit mitgeteilt worden war, daß die Bewegung sich nichts gegen die Person des Zaren, sondern gegen die Verwaltung^ richtet. Petersburg, 27. Jan. Auf dem JekaterinoZlaw* Platze fand eine Kundgebung der Ausständigen statt. Die, Menge durchzog die Straßen und griff die Polizei an, wo-i bei ein P 0 lizist durch einen Revolverschuß getötet wurde^ Es mußten Truppen requiriert werden, um die Kundgeber zu zerstreuen. Petersburg, 27. Jan. Wie aus Riga gemeldet wird, hatte ein Zusammenstoß zwischen Arbeitern beri Konsnetsow-Fabrik und der Polizei ein schreckliches Re-! sultat. Die Arbeiter wollten über die eiserne Brücke marschieren, aber der Weg war durch Polizeitruppen abgesperrt. Die Streikenden versuchten Stand zu halten, worauf die Truppen feuerten. Mehrere Salven wurden auf die dicht gedrängte Menge abgegeben. Viele wurden getötet und verwundet. Die Arbeiter flohen in wilder Panik. Telephonischer Kursbericht. F finktart a. H 3Va% Reiobsanleihe . . 102 15 !p/i do. » , . 90.00 8V,% Konsole . . . . 102.00 30/n do......90.00 3V2% Hessen .... 100.00 3Ve% Oberhessen . . . 99.70 4% Oesterr. Goldrente . . 101.70 4ll6% Oesterr. Silberrente 100.60 4% Un^ar. Goldrente, . . 100.00 40/0 Italien. Rente . . . 105.00 4tli% Portugieser » . . 65.00 30/ Portugiesen. .... 64.60 1% C. Türken . » . . —.— Türkenlose ...... 129.80 40/q Griech. Monopol .-AnL 51.20 4l/»% äueserg Argentiner —.— 27. Januar. 3% Mexikaner .... 33 30 Chinesen , . . 92.35} Electric. 8cbackert . . . 141 00| Nordd. Lloyd . . . . 109.50i Kreditaktien . . . . . 211 80 Diskonto-Kommandit. . . 193.00 Darmstädter Bank . . . 143.00 Dresdener Bank .... 159.10j Berliner Handelsges. . . 164 75, Oesterr. Staatsbahn . . « 138.00' Lombarden ..... 17.40 Gotthardbahn . . . . . 192.50 Lanrahütte...... 257.80 Bochum ....... 240.70 Harpener......214.50 Staatsschatzscheine . . . —■ Tendenz: fest. Die Ziehung III. Klaffe der 5. Hessisch - Thüringischen Staatslotterie findet am 2. und 3. Februar d. 3- statt. Die Interessenten werden aus die rechtzeitige Loserueueruu^ aufmerksam gemacht. bs”/^ 0460 Lang-Göns, den 26. Januar 1905. Die Beerdigung findet Samstag den 28. Januar, nachmittags 3’/4 Uhr, statt. Im Damen der trauernden Kinterölieveuen: Philipp Frey. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine innigst geliebte Gattin, unsere liebe Mutter, Tochter, Schwester uud Schwägerin WM Frau Katharina Frey geb. Weber heute früh 1/23 Uhr im 31. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Mo W 'M M- M KrMhch-VttsteMW. Samstag den 4. Februar l. I., vormittags 10 Uhr, gelangt im hiesigen alten Schulsaal das im Gemeindewald Wissenbach, Distrikten Weidefeld, Eibertshain, Rainchen, Hardt und Grebeborn geschlagene Nutzholz, bestehend aus: 15 Eichenstämme mit 7,98 fm 172 Kiefern „ „ 48,46 „ 453 Fichten „ „ 190,28 „ 46 Eichen-Stangen 1. Kl. 50 , , 2. Kl. 35 435 245 240 17 Nm. Schichtnutzholz (Scheit) 141 „ „ (Knüppel) Eichen-Stangen 3. Kl. Fichten- „ 1. Kl. w n 2. Kl. V , 3. Kl. } 2,20 Mir. lang zur öffentlichen Versteigerung. Auszüge können aus vorherige Bestellung Förster Tillmann zu Forsthaus Wissenbach im Empfang genommen werden. Wissenbach tDill), 26. Januar 1905. Der Bürgermeister: Weimar. durch Herrn Termine in v-Vl W V'G ■v Y/». AV.W, im ■ r i - DM MM Gebrauchter, tadellos funktiouierender Darracq 12 HP. 2 Cylinder, preiswert zu verkaufen. 496 Wilhelm Hamel, Bleichstr. 7. Holz - Versteigerung im Licher Stadtwald. Donnerstag den 2. Fevruar, vormittags 10 Nhv< beginnend, sollen im Licher Stadtwald in den Distrikten Rehtränksberg, Langebuchen, Dickestell, Eisenkaute und Unterer- speierlingskops versteigert werden: 232,7 Rm. Buchen-, 102,2 Eichen-, 12 Fichten-Scheiter 126,9 „ „ 7^» 2490 Stück » Anfang und 120,5 , 263 5675 Zusammenkunft 23 r Knüppel 118 „ Stöcke 1920 , Wellen Rehtränksberg, an der) B”/t Straße Lich—Hattenrod. Lich, den 25. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Lich. Heller.___________ _ Holz-Berftergerung. Dienstag den 31. Januar 1905 werden versteigert aus Distrikt Range 5, Odenberg 1b, 2 und 3 und Hörnes 8: Schetter Rmtr.: Buche 263 I. Klasse, 22 II. Klasse, Eiche 1, Birnbaum 1; Knüppel Rmtr.: Buche 191 I. Klasse, 1 II. Klasse, Eiche 4, Erle 2^ Fichte 8; Reiser Rmtr.: Buche 368, Eiche 4; Stöcke Rmtr.: Buchen 75 I. Klasse, 6 II. Klasse, Fichte 12. Das meiste Holz fitzt nicht weit von der Straße Appenborn—^ Weitershain. . Zusammenkunft vormittags 11% lU)t aus der KrersstraßH Appenborn—Weitershain am Eingang in Distrikt Höntes. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Leyerer-Odenhausen. \ Londorf, den 25. Januar 1905. B”/1' Freiherrliche Oberlörsterei Rabenau. __________________ Nicola us._________ Holzversteigernng im Gemeindewald Altenkirchen, Montag den 30 ct* Eichenstamm I. Klasse 3,09 Fstm. Eichenstämme II. Klasse 9,49 r u IIL und IV. Klasse 153,29 , Eichenstangen 0,69 w Buchenstämmc ITT. Klasse 10,64 , Birken- und Erlen-Stämme 0,55 w Zusammenkunft um 10Vs Uhr beim Vorsteher, Beginn der Versteigerung im Walde um 11 Uhr. Hohensolms, den 21. Jan. 1905. Der Bürgermeister. \ H n tt e l. Freibank. Rittdfleifch flO Pfg. B”/‘ Feinen Himbeersaft ä Flasche Mark 1.25, emvfichtt Adolf Löcher, Herborn. Zn haben bei Fritz Schreiner, Gießen, Lindenvlaiz 4. 391 PeterSdnrgor GMuijschllljk haltbarstes, ba-ee »ikügstrS Fabrikat, empfiehlt btrhgfi 133 Friedrich Magnus. Wcidengajje KL Giessener Konzert-'Verein F. Ben», Fr. Schubert H. Wolf C. M. v. Weber Srltrrflmrg 19. Aug. Kilbinger 477 dlugust Roll. Wer übernimmt 498 v'/l Seifenpu^er Lehrling " ^741 b V 2 Hng. Br. Klh Muermieten SltWWjW NWÄWVM Fr. Liszt L. Brassin Fr Chopin Joh. Seb. Bach L. van Beethoven wozu freundlichst einlabet 492 kontoch 1 oroie ein 04öl| (sin Krautet» iud)i stelle als Hiiiberfräulein ober Stütze hier ober auswärts durch Frau Hütteubcrger, Seltersweg 67. Ausführende: Frau Emilie Herzog, Königl. Kammersängerin (Berlin) Herr Dr. Otto Neitzel, Pianist (Cöln) Hch. Arnold II. Nhanstr. 42. Martlstraß- 28. (Gin Laufmädcheu gejucht [495 Slephcmnraße 32, UI. ^roßh. Bürgermeisterei Geilshausen Wagner. formen werben gestellt. Firma muB lauten wie Antrag- Eintrittskarten für Nichtmitglieder zu Mk. 3.—, Sperrsitz ■— -1 3.50 sind in der Musikalienhandlung von oaciA 4*44 v« ...Ja i. L i t ö Programm 1 a) Du bist die Ruh’, op. 59 No. 3 b) Klärchens Lied, Nachlass Lief. 30 . e) Erster Verlust, op. 5 No. 4 . . d) Die Sterne, op. 96 No. 1 . . e) An die Nachtigall, op. 98 No. 1 2. a) Toccata....... b) Sonate, op. 31 No. 2 in D-moll . . 8. a) Der Knabe und das Immlein (Möricke) b) Frühling über’s Jahr (Goethe) . e) Elfenlied (Möricke»..... d) Frage und Antwort (Möricke) . e) Nimmersatte Liebe (Möricke) , , 4. a) „Feux fullets“, Etüde . b) Au clair de la lune . c) Ballade, op. 23 in G-moll . . . ' 5. Lieder im Volkston a.1 Heimlicher Liebe Pein, op. 64 No. 3 b) Arme Minnesänger, op. 25 No 3 c) Liebesgruss aus der Ferne, op. 64 No. 6 d) Schwäbisches Tanzlied 4-ZnnmerwoMung möglichst parterre, per 1. Mai zu mieten gejucht. Off. mit Prcisang. unt. 0466 an die Exp. b. Bl. erb. Sonntag: den 5. Februar 1905, abends 51/« Uhr im grossen Saale des Gesellschafts-Vereins Sechstes Dritter Künstler-Abend eilt junges Fräulein aus guter Familie, das sich im Kochen und Servieren ausbilden will, in em klemes Hotel (Familienanschluß) Offerten unter Nr. 464 an die Expedition d. Bl. 1 Streng reell! | § Möbel jeglicher Art 8 komplette Betten < liefert frachtfrei direkt an 2 yrwate, ohne Zwischen- Z Händler, große, leistungs- X sahlge, süddeutsche Möbelfabrik: unt. koulantesten Bedinge 2 ungen und strengster Tis- X fretton a. Ratenzahlungen X ohne Erhöhung der wirk- X uch billigen und reellen X Fabrikpreise. Langjährige X Garantie für Solidität. X Offerten unter hv26/l an X bie Expedition d. Bl. Zum 7. 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Knüppel, 10 Rm N", .Nadelholz liegt in den Distrikten Judenkirch- in hen 'a' Eichenwald 14a, das übrige Holz « den Dsttnkten Jungserannenwald 3a, c, Siembusch 13a b .SM81eiberg.C £efd’enroötb 14a- «Emdewald Krofdorf, den 25. Januar 1905. ßary -> ■■ ___________________________Der Bürgermeister. B»u-«. Nntzholzverkauf. ao u?r°‘Uter®rt,69 De“ 2- Februar d. 3., vormittags von 1 nU68^torf ^,mr,9nteteffentenroalb SU Bellnhausen 08 Stuck Elchenstamme von 4—9 Mir. Länae und ^0 39 Ctm. Durchmesser, 3) 14 Stück Eichen-Schnittholzstämme von 4—8 Mtr. Länae .».« «leinkinderschute. £ im Saal der kommen und gehen. Um 4 ^"nen 3" jeder Zeit Haltung statt mit Gesang Slnfnrnl 6emeinsame Unterhaltende Bücher und Spiele lln^' ^r3Qblung. Gute, unter- I-. SchmMschmch garantiert rem, p. Psd. 52 Pfg., 1 la Bienenhonig garantiert rein, p. Pfd. 1,00 Mk. empfiehlt 505 O ÖL®S» § I 2 Herren suchen billigen Lehrmädchen gemcht! Privat-Mitiagstisch. I Henriette Lehmann, Seltersweg 30. Off, u. 0459 an die Erv. d. Bl. 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