Samstag 26. August 1905 155. Jahrgang Erstes Matt. Die Heutige Mummer umfaßt 14 Seiten. Die IricdensunLeröandlungen I treffend die Insel Sachalin und die Kriegsentschädigung, ein Ultimatum. London, 25. Aug. Nach einer Meldung der „Mor> ning Post'" aus Portsmouth soll Japan 120 Millionen Pfund Stert, als Friedenspreis fordern und Rußland bereit sein, 50 Millionen zu zahlen. — Die „Times" berichtet aus PortSmouth, wie sie aus guter japanischer Quelle vernehme, sei Japans letzter Vorschlag, be- Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Aug. Die Nachrichten über eine angeblich geplante neue Sprachenverordnung für Schlesien, welche unter den Deutschen Schlesiens große Erregung hervorgerufen habe, sind, wie amtlich erklärt wird, darauf zurückzuführen, daß eine Beschwerde tsch e ch i s ch e r Advokaten über den Sprachengebrauch bei den schlesischen Gerichten diesen vom Justizministerium zur Aeußerung übergeben worden ist. Dieser Vorgang entspreche den amtlichen Gepflogenheiten bei der Behandlung aller ähnlichen Eingaben. Budapest, 26. Aug. „Magyar Remzet" veröffentlicht einen Artikel, in dem es heißt: Da die Koalition völlig unnachgiebig auf der Forderung der ungarischen Kommando spräche verharrt, die die Krone nicht zu billigen vermag, wäre es fruchtlos, in neue Verhandlungen mit der Koalition emzutreten; es muß vielmehr eine direkte Verständigung zwischen der Krone und der Nation mit Ausschaltung der Koalition gesucht werden, indem die Aufmerksamkeit der Nation auf die Lösung wichtiger sozialer und wirtschaftlicher Probleme gelenkt wird, die nur darum verzögert wurde, weil sich die Koalition in die verhältnismäßig unbedeutende Detailfrage der Kommandosprache verrannte. Zum Rücktritt LeutweiuS. Die „Hamburger Nachrichten" erhalten aus Berlin an= | cheinend inspirierte Mitteilungen über den Rücktritt Leut- meins. Dieser sei aus rein militärischen Gründen erfolgt, ißeutroein hätte, obgleich keine nennenswerte Beeinträchtigung seiner Felddienstfähigkeit Vorlage, keine anderweitige Verwendung im Heere gefunden, weil er bei seinem Eintreffen in Berlin aus seinem Wunsch, unter günstigeren Verhältnissen in den alten Wirkungskreis wieder zurückzukehren, zu wenig ein Hehl gemacht und sich nachdrücklich „zur Verfügung" gestellt habe, waS nach Lage der Verhältnisse und nach der ihm gewordenen Behandlung für unsoldatisch angesehen wurde. Daß Generalmajor Leutwein sehr geneigt war, auf seinen alten Posten zurückzukehren, hatte er gleich bei seiner Landung auch zu Ihrem Hamburger Korrespondenten geäußert. Wenn Generalleutnant v. Trotha eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber gelegentlichen Eingriffen des Reichskanzlers an den Tag gelegt habe, so wird dies von der gleichen Informationsquelle damit erklärt, daß Trotha mit der Neberzengung Trier verlassen habe, er unterstehe nur dem Kaiser und dem Chef deS Generalstabs. Die Opposition, welche sich in Berlin gegen das System Trotha geltend mache, habe keine Spitze gegen seine Person. — Wie die „Täaliche Rundschau" mitteilt, wird sich Maior von Schleinitz, der nach dein Gouverneur älteste Osstper der Schntztrnope für Ostafrika, nach Massanah begeben, um dort 800 Sudanesen für die Schutztruvoe a n z uw e r b e n. — Mit dem nächsten Ostafrika-Tamvfer, der am 3. September ab- qehen wird, werden sich sämtliche zur Zeit in Deutschland auf Urlaub befindliche Offiziere, Älerzle und Unteroffiziere der Schntztrnope nach Ostafrika zurückbegeben. Deutsches Reich. Cronberg, 25. Aug. Der Kaiser ist heute nach» mittag 31/* Uhr nach Wilhelms höhe abgereist. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland sowie Prinz unb Prinzessin Friedrich Karl von Hessen geleiteten ihn zum Bahnhof. Zur Fleifchverteuerung. Wiesbaden, 25. Aug. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung kam ein Antrag zur Beratung: „Den Magistrat zu ersuchen, bei der Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß durch Oeffnung der Grenzen für die Fleischeinfuhr der vorhandenen Fleisch- not gesteuert werde." Der Antrag wurde angenommen. Hanau, 24. Ang. Im Stadtverordneten- Kollegium erklärte Oberbürgermeister Dr. Gebeschus anläßlich der Flcischnot, es sei wegen Beschaffung billiger Fische mit einer Fischgroßhandlung in Geestemünde Unterhandlungen eingeleitet, um hier einen dauernden Fischmarkt einzurichten. Ulm, 24. Aug. Die bürgerlichen Kollegien konstatierten auch hier Fleischteuerung. Beschlüßen wurde, die württemb. Regierung aufzufordern, für eine Oeffnung der Grenze und Ermäßigung des Zollsatzes auf Vieh einzutreten. Würzburg, 25. Ang. Der Magistrat beschloß, in einer Petition an die Staatsregierung um Oeffnung der Grenzen für Schlachtvieh und Schweine beim Bundesrat vorstellig zu werden. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger y ** Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sietzen Dom Kolonialamt. Man schreibt uns aus Berlin: . Geht Kvlonialdirettor St übel oder bleibt er im Amt? Vorläufig wird nach unseren Erkundigungen Herr Stübel nicht demissionieren Gesundheitsrücksichten kämen auch 'nicht in Betracht, denn dem Kvlonialdirektor ist augenscheinlich die Erholung, obschon ie keine vollständige war, gut bekommen. Die ,,^_ages-Ztg. kann es sich nicht versagen, heute abend einen Angriff auf den nationalliberalen Abg. Dr. Paasche zu richten, der in „ber Presse als Nachfolger Stübels genannt worden ist. Man wurde nur eine zweite, aber nicht verbesserte Auflage der in keiner freundlichen Erinnerung stehenden , Aera Bnchka" Iprbeifuhmi. Unnötige Aufregung! Soviel uns bekannt, hat der Abg. Paasche gar keine Neigung, ein so undankbares und nach allen Setten hin abhängiges Amt zu ubeniebmeu. 9U, 200 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Stein- druckeret. R. Lange. Redaktion, Grpebttio* und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Krrnsprech ans chlußNrchl. Bezugspreis: monatlich7b Pf., viertel- fährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadl und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Yicht für Iußgänger. Nus Berlin erhalten wir folgende Klagen unseres Mitarbeiters, der sich nur in außergewöhnlichen Fallen mit der Berichterstattung über unpolitische Dinge befaßt. Es muß also schon ziemlich schlimm sein! Es sind^MecM' Zeiten für Fußgänger. Die Fahrenden, sind 6te Stärkeren und üben ihr Herrenrecht aus. Wer die Richtigkeit dieser Auffassung prüfen will, braucht sich, wenn er nach Berlin kommt, nur einmal auf ein Weilchen auf dem Potstemer Platz aufzuhalten. Oder vielmehr, er muß sich dort aufhalten, so kostbar seine Zeit sein mag, so dringend das Geschäft, das ihn zur Eile treibt. Da kann der gezwungene Beobachter inne werden, daß die Straße im Grunde nur für die Fahrer da ist, und daß der Fußgänger der Geduldete ist, der nnt vollem Einsatz seiner Person sich durch die Reihen, rasch aufeinander folgender elektrischer Straßenwagen hindurchwindet — alle mit einer knochenbrechenden „Schutzvorrichtung" ausgerüstet- durchs Drosch- ken, aus feder Himmelsrichtung kommend und die unwahrscheinlichsten Wendungen ausftihrend. vorbei an klirrenden und dröhnenden Lastftihrwerken, fast gestreift von dahinsausenden Zwei- und Drei-Rädern, betäubt von dem Geknatter eines, sinnreich konstruierten Motorrades und zu hastiger Aufmerksamkeit erweckt durch das kategorisch freie Bahn verlangende Automobil. Das Automobil ist der wildeste Feind des Fnß- düngers. Ehe er recht inne geworden, von woher der aus die Nerven fallende Ton des Hornes kommt, rast es wie eine steuerlose Lokomotive, groß, übermächtig daher und ist verschwunden, ehe man zur Besinnung gelangt. Die von t^n Technikern prophezeite Aussicht, daß in absehbarer Zett das Pferd eine fremde Erscheinung in den Straßen bilden, und nur Mit mechanischer Kraft bewegte Gefährte vorhanden sein würden, ist geeignet, melancholisch zu stimmen. Jeder Tag bringt eine bunte Reihe von schweren Aütomobilunfällen. Woran dabei die schuld liegt,, das kann nur selten aufgeklärt werden. Die Wagen^smd Meisterwerke der Konstruktion, die Fahrer verstehen ihre Apache glanzend — nur das Publikum ist, abgesehen von den nicht seltenen Gelegenheiten, wo die Automobilisten sich selbst exekutieren, so unerhört einfaltig und strafbar nachlässig, sich überfahren zu lassen. Das von den Dichtern gepriesene Wandern auf der Landstraße, „der Sonne entgegen", ist vollends kerne „Lusr mehr. Jeden Augenblick muß der Dahinschreitende gewärtigen, vor einem hundert Kilometer-Kraftwagen eine verzweifelte Flucht m den Chausseegraben zu versuchen — wenn nicht etwa auch dahin durch ein heimtückisches Verhängnis das Ungetüm nachfolgt Gottlob, daß es noch etliche ganz schmale, steile Bergpfade gibt, cuf die das Automobil nicht hinauf kann - doch wer weiß, ob Nicht die nimmer rastende Technik auch diese Schwiernftett überwindet lieber die Gefahren deS Kraftwagens ist blusig genug m Miseren Parlamenten gesprochen worden. Die Derttettr der Regierung haben nicht versäumt, sogenannteCrllär- ungen abzugeben. An strengen landespolizeilichen Derordnungen ist denn auch kein Mangel. Nur: DieNürnberger hängen keinen, sie hätten ihn zuvor. Ten Automobilisten festtustellen der m dem Schnelligkeits-Koller, für den die Wissenschaft auch bereits einen Namen gefunden hat, so unb soviel Verletzte auf ber greife gelassen hat, das gehört zu den Dingen, die. selten puffern Die Schnelligkeit spottet aller Poli.zeiverorb- n u n g e n. Von der zwangsweisen Eriifthrung eEs Schnells keitsmessers, der Übertretungen nachträglich zu konstatieren er nwglicht, hört man nichts mehr. . Die offiziösen „BeTl. Pol. Nachr/( Endigen ein Reichsgesetz an, das „die ungeheuer wichtige und .brennende Frage der Haftpflicht des Kraftwagenbesitzers befriedigend löM vS frage sick, ob die Haftpflicht verschärft werden foll. ^ne naive Frage? Natürlich muß sie verschärft werden, in starMer^wirk ungsvollster Weise, und wenn zugegeben wird- daß der Gegen stand der Erwägung „ungeheuer wichtig und brennend ist, dann muß man sich wundern, daß so ^0^ viel Zett vergeht von der Erkenntnis bis zur Blenderung unhaltbarer Zustande. Volitische Tagesschau. Deutsch-englisches. Merlei Andeutungen über den Norderneyer Besuch U deutschen Botschafters in London beim Neichskcmzler enthalt ^e Abendausgabe des „Berl. Tagebl." vom 25 d. M.. ^nam soll Fürst Bülow die „berechnete Unhoflichkeitt der Auskunft des Privatsekretärs König Eduards, die behauptete Zusammenkunft der Herrscher sei eine „Ente", sehr ernst auffassin währ^id der Kaiser den Vorgang melw von der bumoristi chen oe te genommen haben soll. Wir glauben demgegenüber, so ffreibt unler Berliner Mitarbeiter, feststellen zu können, daß dieser „Vorgang nirgends tragisch genommen worden ist. Deswegen hat Gras Metternich sicher nicht nach Norderney zu reifen brauchen. Portsmouth, 24. Aug. Die russischen Delegierten übermittelten heute eine lanac Mitteilung des Präsidenten Roosevelt nach Peterhof, die Unterstaatssekretär P e i r c e ihnen heute morgen überreichte. Es ist darin zweifellos eine Skizzierung der letzten Vorschläge des Präsidenten Roosevelt enthalten, der, wie geglaubt wird, die letzte Auf- orderung zu einer Verständigung bildet, die von beiden Parteien zugestanden ist. Die Frage des Preises, den Ruß" land bezahlen soll, um die nördliche Hälfte von Sachalin zu behalten, soll darnach durch den Schiedsspruch eines dazu bestellten Ausschusses entschieden werden. Portsmouth, 25. Aug. (Reuter.) Obgleich die Audienz des amerikanischen Botschafters in Petersbu^, Lengerke- Me her, beim K a i s e r v o n R u ß l a n d nicht den gewünschten Erfolg gehabt, hat sie doch die Tür zu weiteren Verhandlungen offen gelassen. Präsident Roosevelt hat, kurz nachdem er den Bericht über die Audienz erhalten, nochmals durch Witte einen Appell an den Kaiser gerichtet. Der Hauptgrund dafür, daß der Kaiser sich weigerte, ein Kompromiß anzunehmen, scheint der zu. ein, daß Japan eine bestimmte Summe als Kaufgeld iir den nördlichen Teil Sachalins verlangt hat. Hätte Japan den Betrag für die spätere Abmachung offen gelassen, so würde der Vorschlag zweifellos annehmbarer gewesen sein. Es kann aus guter Quelle berichtet werden, daß die Meinungsverschiedenheit inbezug auf die von Roos^ velt und auf das von Japan vorgeschlagene Kompromiß gerade auf diesen Punkt zurückzuführen ist. — Wie verlautet, bemüht sich Roosevelt jetzt, die Zuftimmung des russischen Kaisers zu dem Vorschläge Japans mit der Abänderung zu erreichen, daß der Betrag später durch ein Schiedsgericht ober auf andere Weise festgesetzt werden soll. Man glaubt, daß Japan das vorgeschlagene Zugeständnis machen wird. Dieser Glaube stützt sich auf die: Mitteilung einer höchst kompetenten japanischen Persönlichkeit, die erklärte, Japans am Mittwoch gemachter Vorschlag stelle noch nicht das unreduzierbare Minimum bar; Japan nehme keine drohende Haltung an, denn das sei nicht der Weg, den Frieden zu erlangen. ' Portsmouth, 25. Aug. (Reuter.) Hier wird ter« sichert, daß, wenn die Bevollmächtigten in der Zwischenzeit entscheidende Instruktionen ihrer Regierungen nicht erhalten haben, die morgige Konferenz bis Montag oder Dienstag vertagt wird. Tokio, 25. Aua. (Reuter.) Ministerpräsident Graf Katsura und der Vizeminister des Aeußern C h i n b a begaben sich nach Empfang einer Kabeldepesche von Baron Komura zu dem Präsidenten des Geheimen Rates Mar- guis Ito, mit dem sie eine längere Unterredung hatten. Man glaubt, daß wichtige Entscheidungen bevorstehen. Katsura erhalt täglich Rimberte von Briefen und Depeschen, in denen der dringende Wunsch ausgesprochen wird, die Friedensbedingungen auf der ursprüngslichj vorgeschlagenen Grundlage aufrecht zu erhalten. Heber einen neuen deutsch-französischen Zwischenfall wird der „F.Z." berichtet: „Nach einer ernsthaften belgischen Quelle soll die preußische Regierung dem Congrös pour l'extension de la lan gue fran'ch teder SeuliChlanb bestand %ei gut' feMet 25inlet' :g bedeuler {nter, Hft-*5 ‘Äiö I ‘»J® I ?W.»L t M- SHS ÄS uct§ .» feil' Äcizen^stcr; I ÖrVie Lust, ■4»n3 ^SurtfirF’^g .kMlltschgjt. i§. Nach dem Uck- int Jmi zeigt jetzt me. Gefördert Ivim i 9,34 MU T. in M 1,42 MU r ., an Vwundhd .78 Will. T. tfdjlanb nnt 1 Vereins Deut* Uex ^tru? in i euPMg (btt Zahlen M 1905 insgesamt >11} auf Gießereiroh. , "598342 (542284) Stahl- intb Spiegel' [en entfielen. Gegen Erzeugung wn rund e Eisensorten auger ft die Zmahme der us 12000 T.). ^- nunmehr die seM «mit die vorjährige ist 200000 Tomen Velephonüschea* Kursbericht. Krrginal-Araljimefdttnsien. B. R. Darmstadt, 26. Aug. Sommersemesters Au aust ffloctz des Am Schluß Kandidaten des des die Hoffnung au?, das; diese 9Intmort so daß Frankreich nicht zu Mitteln der Gewalt auf der an- Deutschen Apothekervereins beschloß, inallen Staaten des Deutschen Reiches den Erlaß einer gleichmäßigen Apotheken betriebsordnung anzuregen. London, 26. August. Der Korrespondent des „Daily Telegraph" in Portsntouth behauptet mit Bestimmtheit, daß die Konferenz heute abgebrochen werde und daß der Krieg seinen Fortgang nehme. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voransstchtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 27. August 1905: Temperatur wenig verändert, wolkig, nur geringe Niederschläge, später wieder aufheiternd. Keine Aussicht auf stärkere Regenfälle. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. haben 20 „Ternps" drückt auSiallen werde, greifen brauche. B u d a p e st, Kaiser in Ischl Gießen die Prüfung bestanden. Darunter sind 4 mit der Rote „ausgezeichnet, 5 mit der Note „gut" und 11 mit der Note „genügend". Es befinden sich laut „D. Ztg." unter den Examinanden nur 5 Neuphilologen, eine Zahl, die dem fortwährend steigenden Bedürfnis keinesfalls entspricht. Genau die Hälfte sind auf humanistischen Gymnasien, 9 Realgymnasien vorgebildet, einer hatte das Reifezeugnis Oberrealschule, nachdem er vorher dem Volksschulfach gehört hatte. Breslau, 26. Aug. Die Hauptversammlung Familien Nachrichten. Verlobte: Lucie Huber, Steinfurth, Heinrich Steinhäuser, Butzbach. Reisen. Ratgeber bei der Auswahl von Landaufenthalt und Sommerfrischen. Gerade noch zur rechten Zeit ist ein Nachschlagebuch, enthaltend u. a. ausführliche Angaben über geeignete und emvfehlenswerte Unterknnftsstellen für Jedermann im O denw al d, PfäIzerwald und den Vogesen, Schwarzwald, der Schweiz u. a. crscl-ienen. Das Büchlein enthält Notizen über die Page de- betreffenden Ortes, über die .flöhe der Fahrkosten, über die Pensionspreise bei längerem und kürzerem ‘.'.'ufcnt. halt, über die Art der Mahlzeiten, über besondere Vergünstigungen, über Badegelegenheit, über das Vorhandensein von Gärten, über die Nähe von Wald usw. nsw. Bei Frankoeinsendung von 30 Psg. ist er von der „AuS> kunstsstelle für Landaufenthalt" Mannheim L 6, 4 zu beziehen Der Verband Deutsäier Ostseebäder, Berlin NW. 7., Neustädtische Kirchstr. 15, Eingang Dorotheenstr., versendet seinen Führer durch die Ostseebäder 1905, welcher genaue Beschreibungen über die dem Verbände ongebörenden 69 Ostseebäder, 8 Sanatorien und Badevereine sowie ausführliche Fahrpläne von 7 RHetzereien enthält, zum Preise von 30 Psg. TaS Buch, 54 Seiten stark, mit einer Uebersicl'tskarte, verschiedenen Page, vlänen und zahlreichen Illustrationen versehen, gibt Auskunft über Aufenthalt und Kosten Kurtaxe, Pogis, Verpflegung) in den Bädern und erleichtert dadurch die Wahl eines Bades. Rechts und links der Eisenbahn. Nene Führer auf den Hauptbahnen im Deutschen Reiche. Von dieser im Vorjahr im Verlag von Justus Perthes erschienenen allseitig freudig begrüßten Serie neuartiger Reiseführer sind jetzt zwei weitere Hefte erschienen: „Frank- surt —Köln —Düsseldorf" und „Düsseldorf—Köln— Frankfurt" lrechtSrhein'sch). Diese Reiseführer verfolgen den Zweck, die so häufig als langweilig emvfnndenc Eisenbahnkahrt auf angenehme und doch belehrende Weise zu verkürzen. Berücksichtigen doch die alten Reisehandbücher mir die Reiseziel e der großen Menge der Ecsenhahnfabrer dagegen nur nebenbei die Reisewege. Hier letzen die „Recl'ts und links".Führer ein, die an der Hand einer genauen Karte des Schienenwegs und seines SeitengeläntzeS in unterhaltender Form, aber auf ernster wissenschaftlicher Grimtzlciae vor dem geistigen Auge des Reisenden een anschauliches Bild der durchfahrenen Gegend entrollen. WaS immer die durchfahrene Gegend für Erinnerungen an die Vergangenheit bietet, was sie an bemerkenswerten Werken menfrfi. liehen Schaffens aufweist, alles das meldet gewisienhaft der Führer. So gewinnt die Pondschast rechts und links der Eisenbahn frisches Peben und spricht zum Beschauer in hunderterleiAeußerungen von heute und vergangenen Zeiten. Herausgeber dieser Eisenbahnführer ist der Prof. Paul PangbanS. Die „Rechts und links"°Fuhrer sind in allen Buchhandlungen käuflich. (DaS einzelne Heft mit zwei Karten kostet 50 Psg.) höheren Lehramts vor der PrufungskomMission 26. Aug. Baron Fejervary schltia dem ausschließlich verfassungsmäßige Maßregeln vrsyer vorliegenden Drusch crgebnisseenttauschten vielfach. Bei Sominerhalmsrüchten zeigten sich die ungünstigen Wittcrungseinflüsse in noch größerem Maße als bei der Winterung. Hafer ist unter Niederschlägen stark zwciwuchrig geworden. Die K'irner- und Stroherträgc lassen vielfach zu wünschen übrig. Kartoffeln sind infolge der feuchtwarmen Witterung üppig ins Kraut geschossen und haben gut angcsctzt, fangen aber bereits unter der Nässe zu leiden an. Klee und Luzerne z-eigcn kräftiges Wachstum , sie dürften überwiegend befriedigende Erträge liefern, auch der Graswilchs der Wiesen zeigt meistens erfreuliche Besserung und läßt ziemlich reiche Grirmmeternte erhoffen. Eine Ausnahme machen die meisten süddeutschen Staaten, wo trockene Wiesen mancherorts völlig ausgebrannt sind. VermlfditeSe * Berlin, 25. Aug. Nach einem am 15. August in in Apia aufgegebenen Telegram,n ist nach einer längeren Periode erhöhter Erdbebentätigkeit hinter Matautu auf der Nordseite der Insel Savaii ein neuer Vulkan entstanden. Gefahr scheint vorläufig nicht vorhanden. Die einheimische Bevölkerung zeigt keine Panik. • Hamburg, 25. Aug. Bei der Hinrichtung des Schlächters Mainau handelt es sich nicht um einen Justizmord, da dem Enthaupteten der Mord an einer anderen Prostituierten nachgewiesen war. * Chemnitz, 25. Aug. Tie zweite erzgebirgische G a r t c n ba u-A n s stel l u n a wurde am F-reitag mittags um 12 Uhr hier eröffnet. Als Vorsitzender des Ausschusses der Ausstellung hielt Gartenbaudirektvr Werner die Begrüßungsrede. Hieran knüpfte sich eine Rede, des Oberbürgermeisters Dr. Beck, der seiner Genugtuung über das rastlose Vorwärtsschreiten der Gartenbaukunst unter Leitung des Gartenbaudirektors Werner Ausdruck gab. Der Oberbürgermeister schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Protektor der Ausstellung, den König Friedrich August von Sachsen. Es wurde dann ein Rundgang durch die Ausstellungsräume angetreten, die fast einen Komplex von 20000 Quadratmeter inne haben. Das Ausstellungsgebände gewährte von der Haupthalle aus gesehen einen prächtigen Anblick. Einen hervorragenden Anblick gewährte die Kvniferenhalle, der auch 'bet Ehrenpreis des Königs ein herrlicher Tafelaufsatz aus Meißener Porzellan zufiel. Nachmittags 5 Uhr 23 Min. traf auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof der König von seiner viertägigen Huldigunasreise aus dem Vogtland hier ein. Er fuhr direkt nach dem Ausstellungs- gebaude und alsdarm nach einstündiger Besichtigung zum Bahnhof zur Weiterfahrt nach Dresden. "Kleine Tages chronik. In Köln erschoß der ledige Schuhmachermeister Kraft einen Straßenbahnbeamten. Der Schuhmacher unterhielt mit der Frau des Getöteten ein unerlaubtes Verhältnis. Der Täter wurde verhallet. — Der siebenundvierzig-- jährige Portier der Tierarzneischule in Bukarest tötete in Liebeswahn die sechzehnjährige Tochter des Direktors. Freund der Hansfranen «Ä2S Seifenpnlver, Marke Schwan, vielfach genannt. Man erzielt damit blendend weiße Wäsche unter Schonung der Stoffe. — Ueberall zu haben. ss28/a Paris, 26. Auq. Gegenüber der Meldung einzelner Blätter, nach denen die französische Negierung bereits beschlossen habe, einen Punkt an der marokkanischen Küste zu besetzen oder militärische Maßregeln zu ergreifen, hebt der „Temps" heute hervor, daß bis jetzt kein derartiger Beschluß gefaßt worden ist. Die Antwort bc5 Sultans aus Taillandiers letzte Aufforderung zur Freilassung und Entschädigung des Algeriers Bumzian el Miliani wird nicht vor dem 28. oder 30. August bekannt sein. Ter Verantwortlich für d'" a-'s^r" Couverts mit §irma billigst vrübl'sche Universitätr-Druäerei. Sieben. zur Lösung der Krise vor, n. a die Einführung deS allgemeinen Wahlrechts, wodurch bei den Neuwahlen die Koalition besiegt werden könnte. Petersburg, 26. Aug. Das Finanzministerium gibt bekannt, daß der am 26. Januar 1903 bestätigte Zolltarif mit allen Nachträgen am 1. März 1906 in Kraft tritt. Warschau, 26. August. In den Vosnauskischen Fabrikanstalten in Lodz sind 4500 Arbeiter in den Au?stand getreten, weil ihre Forderungen nach Lohnerhöhung von der Direktion abgelehnt wurden. Oysterbay, 25. Aug. P>äsident Roosevelt begab sich heute nachmittag auf das Unterseeboot „Plunger" und verblieb während mehrerer Tauchmanöver, von denen eines 50 Minuten dauerte, an Bord. Frankfurt a, All., 26. August 1905. 3*/.% ReichHanlelhe . 100 85 8\ Mexikaner . . —— 3'1 do. . . . 89 85 1*'o Chinesen , . 96‘70 3*^0/ Konsole . . . 101.00 Electric. . ' in der angenehmen Lage, meinen werten Gästen einen angenehmen, lieblichen Aufenthalt zuzusichern. Ich werde, wie seit langen Jahren, den- ' , selben prompte und aufmerksame Bedienung zuwenden. — Zimmer von Mk. 1.—, 1.50 und Mk. 2.—. < ’ 1 Mit der Hoffnung, auch diesmal in meinem Unternehmen unterstützt zu werden zeichne Hochachtungsvoll KaH Rühl. > Keröst-MerdemarKt in Gießen. Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei dem am Mittwoch, dem 6. September d. IS., stattftndenden Pferdemarkt eine Pferdeschau mit Prämiierung abzuhalten und zwar speziell für im Privatbefitz befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein-, zwei- oder vierspännig auch im Geschirr vorgeführt werden. Die Prämiierung beginnt vormittags IP/g Uhr, die Vorführung und Preisverteilung vormittags 121/« Ühr in dem hierfür vorgesehenen PrämiierungSring. Während der Vorführung Konzert der hiesigen Feuerwehrkapelle. Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung. Anmeldungen haben bis zum Montag, dem 4. September ds. IS. bei Herrn Angust Schwan, Weinhändler in Gießen zu erfolgen. Pferdebesttzer laden wir zur Beteilignug ergeben ft ein. Gießen, den 25. August 1905. bm/8 Die städtische Pferdemarkt-Kommisfion: Jean Kirch. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Ausführung von Gossenpflasterungen in Watzenborn und Steinberg im Kostenbeträge von ca. 550 Mk. soll im Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Offerten sind bis Donnerstag den 31. Äugust d. I. an Großh. Bürgermeisterei Watzenborn einzureichen, woselbst auch der Voranschlag einzusehen ist. 4423 Gießen, den 25. August 1905. I. A.: Rohrer __________________Kreisstraßenmeister.___________________ Saalbau „Sur Linde“ Lollar, ssssssss Sonntag, den 27. Angust Kirchweihfest wozu fteundlichst einladet 05591 Gottlieb Ernst. Sonntag, den 27. und Montag, den 28. Angust Kirchwcih-Fcst zu [05580 Großen-Buseck wozu etgebenft einladet Heinrich Bruck, „Zum kühlen Grund“. E- Sonntag, de« 27. und Montag, den 28. August 1905 Kirchweihfest wozu etgebenft einladen 05593 Die Wirte: Friedr. Weinrich, L. Hieran, „Zur Traube“. „Zum Schwanen“. Grossen-Buseck Sonntag, den 27. und Montag, den 28. Angust Kirchweihfest wozu freundlichst einladet 05603 Heinrich Grösser, Gastwirt. ISeneSorf a. d. Lahn. Sonntag, den 27. und Montag, den 28. Angust Kirchweih-Fest wozu etgebenft einladet 4416 H. Hörr, zum grünen Grund. 20 Minuten von der Haltestelle Dutenhofen. Zum Klein-Lindener Kirchimh-Fcst Sonntag den 27. und Morrtag den 28. August empfehle meineLokalitäten und lade zum Besuche etgebenft em. prima Speifen nnd Getränke. Grosser Saal. Drei gedeckte Hallos = Gartenwirtschaft ------- Hochachttmgsvoll 4415 Fritz Krüger Gasthaus zur Deutschen Eiche. Versteigerung. Montag den 28. August, nachmittags 3'/. Nhr, sollen dahier Walltorsrraße 6 (Darmst. Haus) Haus- und Küchengeräte aller Art. 5 Mille Zigarren. 4 Warenschränke, ein Warenregal, eine Nähmaschine, ein Fahrrad, verschiedene Schuhwaren, 1 Break, drei Pferde, zwei große Bilder, 10 Stämme Eichenholz, zwei Anzüge darunter ein schwarzer Frackanzug u. v. A. gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet teilweise bestimmt statt. 4438 Gießen, den 26. August 1905. Seipel, Gerichtsvollzieher. AMchigerüng. Donnerstag den 31. Aug., vorm. 8 Uhr, anfangend soll das Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder-Bessingen und Ober-Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. 4430 Lich, den 25. August 1905. Büchsenschütz. Die beliebten Eis» Pferde- I fiQQ LStück Mk. 1.— LUvG Zieliiing 7. 8eptomber sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschälten zu haben. 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