155* Jahrgang Erstes Blatt General-Anzelger Königs von Rumänien begiebt sich der Kaisers. Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein am 27. Mai nach Kuestendsche, um der Schiffstaufe des neuen rumänischen Schnelldampfers „Rumänien", sowie der Einweihung des soeben durch den Kabeldampfer „d. Podbielski" gelegten Kabels Kon st antinopel — Kue st endsche beizuwohnen. Von Rumänien aus tritt der Kaisers. Botschafter einen Urlaub von zwei Monaten an, während dessen Dauer der Botschaftsrat Freiherr v. Bodmann die Geschäfte führen wird. Acer und D otlc. Stuttgart, 25. 9)?oi. Nach kurzem Leiden ist dem .Schwäbischen Merkur" zufolge der Venera! der Jwamerie z. D. von Woelckeru, von 1890 bis 1805 konunandiercnder General des württembergischen Armeekorps, im Alter von 75 Jahren ge- storben. . ...________ Die Verhältnisse haben sich geändert. Die Erkenntnis, daß die jungen Heranwachsenden Landwirte nicht allein mit den Fäusten zu arbeiten haben, sondern auch mit dem Kopfe, das; die jungen Leute mehr lernen müssen, um ihrer wenn auch kleinen Gutswirtschaft mit besserem Erfolge vorstehen zu können, bricht sich unter unseren Landwirten in der Provinz immer mehr Bahn. Der Bau zahlreicher Nebenbahnen erleichterte cs den jungen Leuten, die Ackerbauschulen zu besuchen, da sie meist nicht genötigt sind, am Orte der Schule zu nächtigen. Sie können vielfach am Spätnachmittag heimkehren und bleiben» so während ihrer freien Stunden in der elterlichen Obhut. Die Ausgaben für den Besuch der Ackerbauschule sind unter solchen Umständen bedeutend geringer. — Die bessere Einsicht der Eltern und die Erleichterungen durch die Verkehrsmittel haben zur Folge gehabt, daß die Ackerbauschulen gut besticht sind und daß die Ackerbauschule in Friedberg überfüllt ist, derartig überfüllt, das; der Unterricht darunter leiden muß. Unter diesen Umständen ist bie Negierung nunmehr geneigt, den Wünschen des Kreises Gießen in dieser Beziehung Rechnung zu tragen. Man hatte angenommen, die Stadt Gießen würdr die Ackerbauschute mit besonderer Freude in ihren Mauern behaglich und gut unterbringen wollen und zu dem Zweck Gebäude re. zur Verfügung stellen. Die Väter der Stadt scheinen aber eben mit eigenen Angelegenheiten so beschäftigt zu sein, daß sie nicht geneigt sind, für ein Institut, wie daS einer Ackerbauschule, irgend welche Opfer zu bringen. Um so eifriger bemühen sich um die zu errichtende Ackerbauschule die Städte Lich, Hungen und Grünberg. Alle drei erklären sich bereit, die notwendigen Räumlichkeiten, Wasser, Heizung, Licht, unentgeltlich zu stellen. Die Negierung würde die Landwirtschaftslehrer anstellen und besolden, der Kreis die Verwaltungskosten voraussichtlich in Zukunft übernehmen. Bis dieser Beschluß des Kreistages herbeigeführt ist, tritt der landwirtschaftliche Bezirksvercin in die Bresche mit seinen für diesen Fall sorgsam seit Jahren angehäuften Schätzen. Eine Kommission prüft die Verhältnisse in den ge-, nannten Landstädtchen, ein Vertreter der Negierung wird sich übet die örtlichen Verhältnisse gleichfalls ein Urteil verschaffen imd in einigen Wochen wird die Entscheidung fallen, in welcher der genannten Städte die Landwirtssöhne des Kreises Gießen im Spätherbste zusammenströmen sollen, um sich die theoretischen Kenntnisse anzueigncn, ohne die der Landwirt heute nicht mehr mit ausreichendem Erfolge seiner Wirtschaft vorstehen kann. Mit dieser Maßnahme allein begnügt sich aber der landwirtschaftliche Vezirksverem Gießen nicht. Seine Fürsorge erstreckt sich nicht allein auf die Söhne dec Landwirte, auch die Töchter der Landwirte sollen mehr lernen, damit sie im besten Sinne ihren künftigen Männern Gehilfinnen sein können. Es gibt ein altes Bauernsprichwort, welches besagt, daß eine unverständige Hausfrau oft mehr in der Schürze hinaustrage, als der Mann mit dem Viergespann hereinzufahren vermöge. Dies Sprichwort bewährt sich oft im Leben. Wir haben ja nun schon seit Jahren eine HauS- haltungßschule in Lindheim, in dec junge Mädchen lernen sollen, einen kleinbäuerlichen Haushalt ordentlich zu führen. Aber wie wenig Schülerinnen können dort ausgebildet werden? Und in wie seltenen Fällen können die Mütter, welche einen kleinbäuerlichen Haushalt zu führen haben, bte selbst schwer zu arbeiten haben, ihre Heranwachsenden Töchter für Monate entbehren, um sie in einer Haushaltungsschul^ ausbilden zu lassen? Alls dieser Erkenntnis hetaus ist man im Kreise Wetzlar schon vor fünf Jahren aus den Gedanken gekommen, auf die Dörfer hinauszugehen, um dort sogenannte wandernde Haushaltungskurse unter der Leitung einer lüchtigcn Lehrerin abzuhalten. Ein Kursus bauert sieben Wochen. Tas gefaulte Kücheninventar beschafft der Kreis. Allch übernimmt er den Transport dieser fliegenden Küche von Ort zll Ort. Die Teilnehmerinnen an benx Kursus werden abwechselnd mit Waschen, Flicken, Stopfen, Kochen beschäftigt, m dell Zwischenzeiten empfangen sie theoretischen Unterricht in der Behandlung von Kranken, Verunglückten, sie lernen Verbände anlegen bei Knochenbrüchen, Verbrennungen und sonstigen plötzlich eintretenden Unfällen, bei denen in der Regel der Arzt erst nach Stunden zur Stelle sein kann. Eine Anzahl Mitglieder des Kreisausschusses des Kreises Gießen haben der Schlußprüfung eines solchen Haushaltung-- kursllS in Ehringshausen im Kreise Wetzlar auf Einladung durch den Landrat Dr. Sartorius angewohnt und berichten Erstaunliches über die Erfolge eines solchen fieben» wöchigen Kursus. Richt allein, daß die jungen Mädchen unter tüchtiger Leitung in sieben Wochen meist gut kochen lernen, sie lernen alich glit einkaufen und das Eingekauste sehr wirtschaftlich verwerten. Sie stopfen und flicken und legen Verbände an trotz der bestausgebildeten Krankenschwester, sie kochen Krankensuppen und wissen gute Ratschläge zu geben. Und das alles hat den weiteren Erfolg, daß diese in den wandernden Kochschulen ausgebildeten jungen Mädchen sehr begehrt sind und wie ein Blitz unter die Haube kommen. So berichteten die Gewährsmänner. Es ist ein bißchen viel für lieben Wochen. Aber wenn nur ein Teil von alledem zu- lrisft, so ist dec Erfolg dieser wandernden Kochschulen doch ein recht großer. Und wie will man allen den jungen Mädchen, die heutzutage nicht selten alles andere können, nur nicht ordentlich kochen, anders beikommen? Wie viele junge Heneralversamnitunfl des landrv» ZZeznksvereins Gießen. (Original-Artikel des „Gießener Anzeigers") Die Generalversammlung des landw. Bezirksvereins Gießen fand am Dienstag, den 23. Mai, nachmittags im Safe Ebel unter dem Vorsitz des Direktors des Vereins Geheimrat Dr. Breidert statt. Tie Versammlung war stark besucht; die Bürgermeister des Kreises waren wohl fast ohne Ausnahme erschienen, da sich an die Versammlung des landwirtschaftlichen Vereins eine Bürgermeister-Versammlung des Kreises anschtoß. Zur Verhandlung im landwirtschaftlichen Verein kam neben geschäftlichen Mitteilungen in der Hauptsache zur Sprache die Errichtung einer Ackerbauschule im Kreise Gießen. Schon vor Jahren hat man diese Maßnahme gewünscht. Da aber die übrigen Ackerbauschulen in Oberhessen: Alsfeld, Büdingen, Friedberg kaum ausreichend besucht waren, ein zwingendes Bedürfnis nach einer vierten Ackerbauschule nicht zu begründen war, außerdem die Regierung in jener Zeit abgeneigt war, sich weitere finanzletle Opfer aufzuerlegen, trat der Wunsch, im Kreise Gießen eine vierte 'Ackerbauschule zu errichten, nur ganz schüchtern hervor. Nr. 123 außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem vesflschen Landwirt bie Siehener Familien. Wärter viermal in der Woche be,gelegt. RotatwnSdruck tu 93er- lag bet Brühl 'lchen Unwerf.-Buch-u. Steindrucke«!. 8L Lange. Redaktion, Ervedttüm tmb Druckerei: G-ulftsatze 1. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FkrnsprtchonichlußNr 51. Der Hnea. Eine Seeschlacht? Gestern abend schon erhielten wir folgendes.Telegramm, ohne daß bis zur Stunde weitere Nachrichten eingelaufen sind. Vielleicht ist das Gerücht nur durch die zweite Meldung, die wir, gleichfalls aus Manila datiert, hier abdrucken, entstanden. Tie erste Meldung lautet: Manila, 25. Mai. (Meuter.) Ein unbestätigtes Gerücht besagt, die Flotten seien im Süden von Formosa zusammen- gestoßen und die Japaner seien geschlagen worden. Manila, 25. Mai. (Reuter.) Nach einer amtlichen Depesche aus Vigan (Luzon) wurden am 2 0. M a i über 5 0 K r i e g s s ch i f f e an der Ostküste der B a t a n i n s e l n (liegen südlich von Formosa. D. Red.) nordöstlich steuernd, gesehen. Es wird angenommen, daß es russische waren. Der Gesundheitszustand NoshestwenSkis. Einem Mitarbeiter des „Ruß" gegenüber erklärte der Verweser des russischen Marineministeriums, Avellan, die beunruhigender: Mitteilungen über den Gesundheitszustand des 'Admirals Roschdjest- w e n s k t seien mit großer Vorsicht aufzunehmen. In einen Berichten teile er mit, er s'lhle sich besonders infolge eines Nierenleidens ermüdet, doch habe sich sein Befinden seit dem Antritt der Fahrt nicht verschlimmert. Admiral Fi'lkersahm sei jedoch krank. Roschdjest- wenski stehe wie bisher an der Spitze des Geschwaders und führe es zuversichtlich seinem Ziele zu. . Die Ernennung eines neuen Kommandierenden der Flotte im Stillen Ozean sei zu erwarten gewesen, da er nur Ehef seines Geschwaders sei. Admiral Avellan sprach ferner die Ueber- zeuauna aus, zwischen Noscbdjestwenski und Birilew werde kein Antagonismus auskommen. Eine Seeschlacht sei bald zu erwarten. Noschdjestwensli verfüge über viele Mittel, die Japaner zur Schlacht zu zwingen. Tas Unglück von Port Arthur werde sich nicht wiederholen. Vieles von diesen Musterungen ist wohl auch „mit großer Vorsicht" aufzunehmen. Linewitsch meldet dem Kaiser in einem Telegramm vom 24. d. M.: Am 22. Mai griffen unsere Abteilungen das Dorf Nan- t s ch e n d z y und die feindlichen Stellungen auf dem linken Ufer des Kaohe, südlich von Schandaohe, an. Nach einem andauernden Gewehrfeuer wurde Nanlschendzy von den Japanern verlassen, die mehr als 10 Tote und Verwundete hatten. Eine russische Abteilung griff ferner die Japaner in ihren Stellungen südlich von Schandaohe an und ticr* trieb sie aus einer Ortschaft vor dieser Stellung. Kuß'and in §furm und Drang- Warschau, 21. Mai. (Pelersb. Telegr.-Ag.) Die Schlägereien dchnien sich auch auf andn--Straßen ans und dauerten lüs Mitternacht. 20 Sterb en de wur^n m Kranken Häm cr acbracht. Tie Zahl brr Verwundeten ist nach nicht bekannt. Tie S^'lägereien sind dad'^ck) entstand^, daß bAr bessere Teil b-er scheu B.'vb.'crung bn-5 arbei'.'.scheue si''di'che GesmdÄ, durch das sie f"'l>lte, aiiSrothm waslte., Marschau, 25. Mai. ie Plünderung dauert fort. Die Juden, die sich zusamw"nr^t^u'l, »cr^rten die öffentlichem Hä'ussr. * bdn denen hrcif:' schon geplündert wurden. Die Spaßen, in den-u diese fünfer liegen, finh mit V-ttstdern, zerrissenen Klchderstücken und HauZPeröt bedeckt. Nach dm Feststellungen der Nettunas'atian wurdm heute über vierzig Personen schwer b e y wn,ndet und innrere getötet. Freitag 2G. Mai 1905 monatlich 76 otertiU [abrheb Mk. 8.20. durch Abhole- u. 3metflfleUen monatlich 65 Pf.; durch diePost Alk.2.— menet« jährl. auSschl. Bestell^. Annahme van Anzelc» it die X* utr»-amtier 8 do'mittig® m) 'Ulte ^sc 'ennreiS: aufwärts 3’j. antroorti,cä fj'ht den poltt und (J u Teil. P. Witiko; für .Stadt und Land'' und „Gerichlssaal": August Goetz, für den Anzeigenteil. £>an§ Beck- Re Kl?. Berlin, 25. Mai. Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung je einem zweiten Nachtragsetat zum Neichs- hanshaltsetat und die Schutzgebiete für 1905 zu. — Die Hochschulen Berlins haben ihre Betei- /igung an der Spalierbildung bei dem E in z u g e der Herzogin Eeeilie heute einstimmig zurück- genommen Sie haben dies damit begründet, daß die Tracht der Chargierten nach dem stundenlangen Verweilen im Spnlier so gelitten haben dürfte, daß sie darauf zu dem Kommers und dem F a ck e l z u g , die bekanntlich gleichfalls von der Studenten- schast geplant sind, nicht mehr erscheinen könnten. An die Stelle der Hochschulen, die vor der Universität hätten Ausstellung nehmen sollen, werden die Kadetten kommen, deren Teilnahme an der Spalierbildung der Kaiser ohnehin gewünscht hatte. — Für die Hochzeitsreise des Kronprinzen soll der Kaiser, mie ans Potsdam gemeldet wird, die „Hohen- zollern" zur Verfügung gestellt haben, auf der das junge Paar eine mehrwöchige Reise von Kiel aus unternehmen sott, um bann erst das Marmorpakais zu beziehen. Der kleine Kreuzer ,Berlin" wird angeblich der „Hohenzollern" als Begleitschiff beigegeben werden. Altona, 25. Mai. Prinz Heinrich von Preußen ist zum Besuch der landwirtschaftlichen Ausstellung eingetroffen. Hagen, 25. Mai. Der Abg. Müller-Sa ga n erklärte in einer Versammlung, zur Zeit hindere ein Augenleiden den Abgeordneten Eugen Richter selbst zu lesen und zu schreiben. Es ist aber unrichtig, daß er an Zucker, Rieren- oder anderen konstitutionellen Leiden erkrankt ist. Es sei zu hoffen, daß Richter sich im Herbst wieder an den parlamentarischen Arbeiten beteiligen iverde. Stuttgart, 25. Mai. Aus Anlaß der bevorstehenden Tagung d's'Deutschen Flottenvereins sind die Aiit- gliedec des Präsidiums bereits hier cingctroffen, desgleichen der Präsident bc§ Flottenvereins Fürst zu Salm-Horstmar. Heute abend findet Hoftafel in der Spiegelgalerie des Kgl. Schlosses statt, zu der die schon erschienenen Gäste und die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses des württembergischen Landesoereins Einladungen erhalten haben. München, 25. Mai. In den Räumen des bayerischen Landwirtschaftsrats sand eine einleitende Beratung der Delegation statt, die vom Reichsamt des Innern für die in Rom zusammentretende Konferenz von Landwirten und Negierungsvertretern abgeordnet ist, die über das Projekt eines internationalen landwirtschaftlichen Instituts beraten wird. Unter den Delegierten befinden sich Niinisterlal- birektor Dr. Thiel-Berlin, Prinz Schönaich-Carolath auf Saabor Landesökonomierat Winkelmann-Münster, Geh. Ne- (Vmmqsrat H°°s-D°nnst°dt, Beft.. Dtfonomwrot eteifler. Sachsen und Dr. Roesicke, d-r Vorsitzende des Bandes der Landwirte. Die Herren werden die Reise nach Nom tm Laufe des Tages fortsetzen. __ ------ Arrskinrd. Paris 25 Mai. Die Deputiertenkammec genehmigte -ent- einen Kredit von 17 000 Fres. für die BMlignne, des Ministeriums für den öffentlichen N>üerr,cht und die schönen Künste an der Ansstellnne, in Muncyen. Stockholm, 25. Mai. Durch freiwillig- Beteiligung /vurden heute morgen die Hanptstrabcn der Waiailadt einiger- mähen gereinigt. Eine stark- Polizc.adte,l,ing war kommandiert; die Ordniing ist ungestört. T,e Mortzenbiatter veröffentlichen -in von 12 Delegierten verschiedener Hoch- schulen unterzeichnetes Schreiben, in welchem gc^en ba^ . u - treten ber Studenten in dem Arbeiterkonslilt protestiert wird. Ein sozialdemokratischer Studentenverem proielliert ebenialL. Konstantinovel. 25. Mai. Auf eine Einladung des 5)te Leutige Kummer nmsaßt 10 Seiten. Jas Kaiserpaar in Wiesvaden. Wiesbaden, 26. Mai. Das Befinden der Kaiserin ist andauernd günstig. Bulletins werden daher nicht mehr ausgegeben. Gestern vormittag unternahm die Kaiserin eine Ausfahrt nach dem Nabengrund. Der Kaiser unternahm gestern morgen einen Ausritt imd hörte vormittags die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus imb des Chefs des Militärkabinetts Grasen Hülseu-Häseler. Gestern nachmittag kurz vor 4 Uhr machte das K>aiser- M,ar bei schönem Wetter eine Spazierfahrt, deren Ziel wiederum, wie am Tage zuvor, der Schloßpark in Biebrich war. Der Kaiser mit den Herren seines Gefolges fuhr per Automobil, die Kaiserin im geschlossenen Wagen. Gegen 5 Uhr traf Ihre Majestät wieder in Wiesbaden ein: der Kaiser, welcher noch einige Zeit im Parke verweilt hatte, kehrte etwa eine halbe Stunde später zurück. Gestern abend begab sich der Kaiser zur Vorstellung „Der Vcttel- student" ins Königl. Theater. Ueber die Mreise des Kaiserpaares sind noch keine definitiven Dispositionen getroffen, jedoch verlautet, daß sie heute abend um 8 Uhr erfolgen wird. Dieser Termin der M- reise ist umso wahrscheinlicher, als der Kaiser beabsichtigen soll, der morgen (Samstag) in Charlottenburg stattfindenden Feier des 200jährigen Bestehens der Stadt und der gleichzeitig damit verbundenen Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals beiz-uwohiien. Mädchen, besonders in der Umgebung Gießens, wachsen heran und heiraten, die ihren Mann wohl gut kennen, aber nicht Iben Kochtopf? Sie sind von ihrer Konfirmation an in die Fabrik gegangen. WaS kann anS dem Haushalt werden, den sie nicht zu leiten verstehen? Haben nicht alle die, welche die Arbeiterinnen im jugendlichen Alter für die Fabrikarbeit anwerben und sie der Familie entziehen, die Verpflichtung, den Schäden, die das kommende Geschlecht trifft, vorbeugend entgegenzuwirken? Die wandernde Kochschule hat sich im Kreise Wetzlar seit fünf Jahren bewährt, sie wird sich auch im Kreise Gießen unter Wichtiger Leitung auf dem Lande bewähren. Sie ist noch wichtiger für die Fabrikbevölkerung. Der landwirtschaftliche Bezirksverein beschließt einstimmig, eine wandernde Kochschule i n 8 Leben zu rufen. Die Kosten übernimmt vorläufig die Vereinskasse. Die kinb«« wirtschaftliche Versammlung wurde damit geschlossen.________ H?arlannntaris,Ses. Berlin, 25. Mai. Wuf der Tagesordnung der Bud- tzetkommission des Reichstages steht das Mili- tärpensionsgefetz. Die §§ 19 bis 21 betr. das Verfahren bei der Pensionierung werden ohne wesentliche Mn- derung angenommen. Bei den §§ 22 bis 26, Erlöschen und Ruhen des Rechts auf bett Bezug der Pensionsgebührnisse, erklärt Generalmajor v. Ballet des Barres, eine gesetzliche Regelung der Zivilversorgung sei unmöglich, da die 'nötige Zahl an Stellen nicht verfügbar sei und auch die betreffenden Offiziere häufig nicht mehr die erforderliche 'Elastizität besäßen. Etwas anderes ließe sich nicht tun, 'als die Pensionsverhältnisse in wohlwollender Weise zu regeln. Prinz Ärenberg (Ztr.) bringt eine Resolution ein, verabschiedete Offiziere im Feldjägerkorps unterzu- brinsten, das eine zweckwidrige, kostspielige und veraltete Institution sei. Rach längerer Diskussion 'wird die Sitzung -aus Freitag vertagt. Berlin, 25. Mai. Die Maß- und Gewichtskom- /inission des Reichstags setzte die Beratung der §§ 15' und 16 fort. Geheimrat Jäger, Vertreter der preußischen Regierung, erklärte, die Regierung beabsichtige, die Einrichtungsgegenstände der bisherigen GemeindeaichungSämter, soweit sie brauchbar sind, zu übernehmen. Alle Gemcmdc-Ätch- meister, die zum Eintritt in den Staatsdienst bereit und nicht alt sind, sollen als staatlich Mchmeister angestetlt werden. I Nur für den auf diese Weise nicht gedeckten Bedarf an Aich- meistern sei eine Anstellung von Oberseuerwcrkern beabsichtigt. Engelen, Hug, Bargmann, Wamhoff, Osel und Wallenborn beantragen, eventuell § 16 folgendermaßen zu fassen: Der Landes- Gesetzgebung bleibt die Bestimmung Vorbehalten, ob die Aich- -ämter staatliche Behörden oder Gemeindeanstalten seien. Die Errichtung gemeinschaftlicher Aichbehörden für mehrere Bundes- staaten kann durch Vereinbarung der Landesbehördcn erfolgen. ^Stolle (Soz.) beantragt: Gemeinden, welche bin Inkrafttreten des Gesetzes, ein eigenes Aichamt besitzen, behalten cs bei, solange sie nicht die Uebernahme auf den Staat beantragen. Gegenüber ,Engelen, Hug und Wamhoff, hie nachdrücklichst für Beibehaltung der Gemeindeaichämter eintreten, führt Staatssekretär Graf P o - ,sadowskv aus: Das Rnchsrecht gehe vor das Landrecht: jedes Gesetz greife mehr oder weniger in die bisherigen Rechte em. .'Die Wirkung der Mahl- und Schlacht steuer fei auch von weitgehenden finanziellen Folgen für viele Städte, ohne daß eine (Hit- Schädigung der letzteren eintrete. Ministerialdirektor v. I onaniere s hob hervor, wolle man nicht die Bestimmung des 14, daß die Einnahmen aus den Gebühren die Kosten nicht übersteigen dürfen, illusorisch machen, so müsse man eine staatliche 'Regelung wählen. Was sei denn der ernstgemeinte Grund für 'Beibehaltung der Gemeinden ichämter, wenn die Einnahmcsiage -ausscheide. Der badische Bundesrats-Bevollmächtigte Freiherr von Bodmann weist darauf hin, daß man die größeren Städte garnjcht zwingen könne, die angrenzenden Landbezirke in den Bereich ihres Aichbezirkcs cinzuziehen. Es würden deshalb alle Bezirke, die wenig Einnahmen hätten, also die schlechten Bezirke, dem Staate verblstben. — Nnch^" Sienna moraen. Aus Stadt und KauÄ. Gießen, 26. Mai 1905. *' Das'3. Bataillon unseres hiesigen Regime nts ist gestern abend von den Uebungen auf dem Griesheimer Schießplatz wieder hierher zurückgekchrt. Heute abend folgt das 2. Bataillon und morgen abend kehrt auch das 1. Bataillon wieder hierher zurück. ** Warnung. In mehreren süddeutschen Städten hat in letzter Zeit ein angeblicher Franzisko Cavallaro Betrügereien verübt, indem er mit Südfrücktchändlern Verträge aus Lieferung von Or"na°n, Citronen nsw. c.bsck'lnssi sodann gefälschte Schif'vachsicheine v^ze-iot" r.nb sich die ziemlich h-.h^n Fracht- f'ofien gebm ließ. Der Betrüger ist etwa 32 Jahre alt, von großer schlanker Figur, hat schwarzes Haar und schwarzen Schnurrbart, spricht mehrere Svrachm und tritt nur sehr gewandt auf. Vor bem Betrüger wird gewarnt. ** Gestohlen wurde vorgestern aus einer Hofraithe in der oberen Bahnhofstraße ein Knaben-Fahrrad. ** Der Schneider st rcik scheint nun doch bald zu Ende zu gehen. Die Strcitführung der Gehilfen hat den hiesigen Arbeitgebern mitgetcilt, daß die Streikenden ein- gefehen hätten, auf dem Wege d"s Ausstandes nichts erreichen zu können, und daß es der Wunsch der Gehilfen fei, den ihnen von den Arbeitgebern präsentierten Taris aus dem Gewerbegericht sestznlegen. Die Streikenden hatten sich, nachdem die hiesigen Schneidereien erklärt hatten, auf Verhandlungen nicht eingchen zu können und die Gehilfen deswegen an die Arbeitgeberz«entrale in München verweisen zu müssen, sich dorthin gewandt, worauf ihnen der Bescheid wurde, daß man nur bei bedingungsloser Wiederaufnahme der Arbeit bereit fei, zu verhandeln. Ein Termin beim hiesigen Gewerbegericht ist zur Stunde noch nicht festgesetzter wird aber wohl bald bestimmt werden können. Es besteht also die ziemlich sichere und hoch erfreuliche Aussicht, daß der für beide Teile sowie auch das Publikum schädliche Ausstand, der nun schon 9 Wochen gedauert hat, endlich aufhört. ** Der König der Belgier weilte gestern kurze Zeit hier. Er traf mit dem Schnellzug um 1.07 Uhr von Ems hier ein. Rur von einem Adjutanten begleitet, begab er sich ins .Hotel Großherzoq, um dort zu dinieren. Um 2.17 Uhr reiste der König nach Bad-Nauheim, wo er einen zwei Stunden währenden Besuch bei dem amerikanijckum Staatssekretär des Aeußcrn Hay int Hotel „Kaiserhos" machte. *• Zirkus Alihoff hat gestern abend auf Oswalds- garten seine Vorstellungen eröffnet. Ter Zirkus war voll besetzt und das Publikum nobm die interessanten und sehr sehenswerten Darbietungen mit lebhaftem Beifall entgegen. Wir werden, da heute unser Raum beschränkt ist, morgen über die Darbietungen ausführlich berichten. R. B. Darmstadt, 25. Mai. Der Berichterstatter des Sonderausschusses für die Gemeindesteuerreform, Abg. Dr. Gut fleisch, ist zurzeit eifrig mit der Fertigstellung des Berichtes über die Ausschußberatungen beschäftigt, eine Aufgabe, die im Hinblick auf die umfangreiche Gesetzesmaterie und die darüber herrschenden großen Meinungsverschiedenheiten nicht geringe Schwierigkeiten darbietet. Der Referent gedenkt aber bis zum Ablauf dieser Woche mit der Arbeit fertig zu werden. Ter Sonderausschuß ist deshalb für Dienstag den 30. Mai zu einer Sitzung zusammenberufen worden, um den dann druckfertigen Ausschußbericht endgiltig zu genehmigen. Dieser gelangt alsdann noch zu den Psingst- ferien rechtzeitig in die Hände der Kammermitglieder, damit diese Zeit und Muße haben, sich vor der Plenarberatung eingehend mit der Regierungsvorlage und den Ausschußanträgen dazu zu beschäftigen. Darmstadt, 26. Mai. Die „D. Ztg." teilt mit, daß Prof. N o a ck wegen der „dem Inhalt nach unbegründeten, der Form nach ungehörigen und beleidigenden Eingabe" an das Ministerium sich disziplinarisch zu verantworten haben werde. Hanau, 24. Mai. Die Königin-Witwe Mar- gueritha von Italien traf gestern nachmittag aus Frankfurt a. M. im Automobil hier ein; sie stattete dem Herzog von Urach, dem Kommandeur des hier garnisonie- renben Thüringer Utanenregiments Nr. 6, einen Besuch ab und fuhr dann nach München weiter. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Gemeinnützige Verein in Hungen pflegt Beratungen, welche die Errichtung einer Badeanstalt mit Erbauung der Wasserleitung bezwecken. vermischtes. • Charlotten bürg, 25. Mai. Kommerzienrat Direktor Max Steinthal machte der Stadt Charlottenburg aus Anlaß der Zweihundertjahrfeier einen Betrag von 100000 M k. zum Geschenk. Die Summe ist zur Errichtung von Waldschulen bestimmt. * Neustadt a. d. H., 25. Mai. Der beule früh kurz nach 5 Uhr von Speyer abgegangene, mit 40 Arbeitern besetzte Materialzug der im Bau befindlichen Kleinbahn Speyer-Geinsheim-Neustadt ist kurz vor der Station Schwegenheim entgleist. Die Maschine und fünf Wagen sprangen aus dem Geleise und schoben sich übereinander. Die Mehrzahl der Arbeiter rettete sich durch Abspringen. Tot ist der Wagenwärter Gruber aus Ludwigshafen, der Zugführerdienste leistete. Schwer verletzt ist der Arbeiter Mergen- thaler aus Speyer. Mehrere Arbeiter sind leichter verletzt. Die Ursache des Unglücks soll, wie der „Pfälzische Kurier" meldet, ein Schienenbruch sein. Ein Hilfszug mit Personal ist aus Speyer zur Unglücksstätte abgegangen. "Straßburg, 25. Mai. Ein grauenhafter Raubmord wurde gestern in Sentzi ch bei Diedenhofen an der 70jährigen Witwe Spiedt durch ihren Neffen Johann Trapp verübt. Trapp schnitt seiner Tante mit einem Küchenmesser den Hals durch, warf die Leiche in einen im Keller befindlichen Brunnen und nahm hierauf eine in der Spiedtschen Wohnung ausbewahrte Summe von 1000 Mk. an sich. Als das Verbrechen entdeckt wurde, sprang der Mörder in den Brunnen und versuchte den Deckel von innen zuzumachen. Er wurde jedoch entdeckt und gefangen genommen. Bei seiner Festnahme wurde ihm durch die Bewohner des Städtchens so übel mitgespielt, daß er aus mehreren Wunden blutete. Tas geraubte Geld wurde bei ihm vorgefuudcn. ^Landwirtschaft. Berlin, 25. Mai. Saaten st and im deutschen Reiche Mitte Mai: (1 sehr gilt, 2 gut, 3 mittel, 4 gering, 5 sehr gering.) Winterweizen 2,4; Sommerweizen 2,4; Wintersvelz 2; Winterroggen 2,6; Sommerroggen 2,3; Sommergerste 2,3: Haier 2,4; Klee 2,8; Luzerne 2,4; Bewässerungswiesen 2,1; andere Wiesen 2,5. Die wegen der Auswinterung usw. umgepflügte Fläche beträgt in Proz. der Anbaufläche der betreffenden Frucht: Winterweizen 2,3 ; Winterspelz 0,1 ; Winterroggen 0,5; Klee 5,7; Luzerne 1,2. — In den Bemerkungen heißt es: Durch das naßkalte Wetter im Avril wurde die Frühjarsbestellung sehr verzögert. Die kühle Maiwitterung wirkte stark hemmend aui das Wachstum der Saaten nnb Futtergewächse, dach weisen alle Berichtssrüchte mit einziger Ausnahme des Klees, sür das Reich gegenüber dem zwölfjährigen Durchschnitt eine aünstigere Mai--Saatenstandsnote auf. Von tierischen und pflanzlichen Schädlingen werden besonders Engerlinge, Trahtwürmer, Maden, Frittfliegen und Hederich erwähnt, während die Mäuse bis aui unwesentliche Reste verschwunden 311 fein scheinen. Weizen und Spelz haben unter der ungünstiger Frühjahrswitterung verhältniß- Nläßig wenig gelitten, dagegeic wurden die Roggensaaten vielsach im Wachstum zurückgehalten und stellten sich stellenweise dünn. Die Sommersaaten sind infolge später Bestellung erst zum Teil aui- gelauien und meist noch wenig entwickelt; immerhin findet ihr augenblicklicher Stand größtenteils günstige Beurteilung. Die Kartoffeln rüctrcn zur Zeit der Berichterstattung zum größten Teile noch nicht auigegangen, vielsach auch noch nicht vollständig ausgelegt. Klee und Luzrrne haben nur geringe oder keine Fortschritte gemacht. Der Stand der Wiesen hat sich trotz der unireundlichen Witterung im allgemeinen etwas gebessert, ivenn auch der Graswuchs vielfach noch sehr zu wünschen übrig läßt. _______ Kandr< rrvd VaN'rsnnrfschäft. Berliner Börse vom 25. Mai 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/. Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit .... —209.50 Deutsche Bank . . . 237.30 237.40 Darmstädter Bank . . 140.75 140.50 Bochumer Guß . . . 242.70 241.90 Harpen er Bergbau . . 212.50 212.25 Tendenz: Ruhig. Erz-Kuxe. Fernie. Angebot 3400, Nachfrage 3325. Ausbeuten und Zubußen, 1903: 225; 1904: 300. Märkte. ke. Frankiurt a. M., 25. Mai. ^Orig.-Telegr. de? „Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 708 Kälber, 92 Schafe u. Hämmel, 277 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Pfg., 2. Qual. 80—84 Pig., Lebendgewicht 49-51 Pfg., Schlachtgewicht 62—66 Pig. Schaie 1. Qualität Schlachtgewicht 72—74 Pfg., 2. Qualität 64—66 Pfg. Schweine 1. Qualität 69- 00 Pfg., Lebendgewicht 54.00 Pfg., 2. Qual. 68—00 Pig., Lebendgewicht 53—00 Big., 3. Qualität 62—64 Big., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geichäit bei Schweinen gut, lein Uebcrstand; bei Kälbern und Schafen mittelmäßig, kein lleberstaud. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 27. Mai 1905: Heiter, wärmer, auch nachts. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Hriqmal-Draljtnn'syttnqen. Berlin, 26. Mai. Dem „Bert. Tagbl.^ zufolge soll ein Kompromiß über die Berggesetznovelle zwischen den Freikonservativen, Nationalliberaten und bem Zentrum auf Grundlage des geheimen Wahlrechts zu den Arbeiterausschüssen und Annahme eines nationalliberalen Antrags, betreffend die Agitation für die Mitglieder des Aussch'.'.sses geschlossen sein. Schanghai, 26. Mai. Sieben Kreuzer der freiwilligen Flotte ankerten nach dem Dunkelwerden außerhalb von Wusung, ohne die üblichen Signale zu geben. Die Ankunft der Schiffe rief eine beträchtliche lieber* raschung hervor, obgleich große Vorräte für die russische Flotte schon seit langer Zeit hier lagern. Teüe{p!wmscher E^fisrsbericht» a. jTU., 3V2% Huichbanloihc . . 101.60 3°/i do. ... 90.45 BV.o/o KonRola .... 101.55 S«/o do......90.25 3Vtn/o Heßoon .... 100.15 31/, % Oberhessen . . . —.— 4 % Oesfei r. Go'dronto . . 101.90 4i/r % Ooslerr. b ilberrento . 101.25 Untrar. <"• oldronto . . 99.95 4° Itabon. Rente . . . 106.45 4 % Porhv'ioflFr I . . . 66.90 3°/ :’orfn h ■•■idi- i V Anglist Goetz. unübertroffene Qualitätscigarre, keine Ausstattung nur Qualität, empfiehlt 4«. C. Volk, Grünbergerstr. 4, Giessen. 1901 Heute morgen verschied nach langem Leiden Br. Hsiaclwig Setladsa Oberlehrer Das Giessen, den 25. Mai 1905. v"/. Ls In seiner beinahe 14 jährigen Tätigkeit Kollege, den Schillern als ein überaus in Ehren bleiben. n < -M ’ . n j /- » - * . /-• •'' * - * an unserer Schule hat er sich den Lehrern allezeit als ein liebenswürdiger, zuverlässiger gewissenhafter, treuer und wohlwollender Lehrer erwiesen. Sein Andenken wird bei uns Lehrerkollegium des Realgymnasiums und der Realschule. In dessen Namen: Geh. Schulrat Dr. Rausch, Direktor. Betr.: At sch Mb baß in bief fahrt: 3 Pfingsten: Mindestruhe Arbeiter (§ finden habe stellen an t werden dür Gieß Unter Ve die Aedienur diejemM hm iation beteik Montag den 'wiederum ei vorgeuommei Gußa Tie Henselstraße "ochmals öff Arbeit D'enitstunde, geböte auf Äüorqeno 8 Wochen. Gießen h . Die- ßriedhof fc ossentlich ÜCi o. dtrbei ^-'enstslunde ?'"vorqesch, 3 Gieße Tie r Me,i Bedllr borm. ii n !SL-"> ®ie6=n N ?eii6 Feine Feine W-M SM F M M 1 Meuten unb Zu- (bericht Rmv1 bem Wtlroerben buchen Signale zu deküMiche Heber* le sür die russische Setter-ienft. a für Zamstag, den tterfdrte. . «645 .13600 .W . M . 18W . 140.60 . 15390 . 16910 14290 . 1560 . 189.00 267.20 , 242.70 MN. agbl' zufolge soll ^Novelle zwischen {liberalen und icn ®al)[rc(f)t§ zu nationalliberalen ! Mitglieder des ncr . - eeen . • • ■Uckort . . rd . • • >r Bank . « Bank . • - aode’s^B . aaotbahu, - •’W- ba Mich '""dm 708 Röiber • l.Qunl. 87-90 $f„ *5*. Lebendgewicht crfiafe 1. Qualität ^-66 Psg. Schweim 4.00 Pfg., 2. EhM 3. Qualität 62-64 bei Schweim» gut, !n mittelmäßig, fein reT6 % tattuiifl 1,llV Quajgoi • • ‘ ' 21290 ‘ 100.45 ’lieine • • ==5r^5f(ni!t WG izielle Schlussiuße.^ einq^Äen $ . SW ^ie i2 4|d . Vin. L-tzft ?"°>m w">ng ■/'"Sflet (i|, .""ter. 'Origen $nS*nie >«d Sb bitS'^r, bis ?llt,TU"ilierS,"nb ’0 erst .oiinn. ^teilun? tztihr 'Münd .ENoch Qele^ 1,nbIifhen üRi inacf|t '•»«ft;; gssr ^ultrie, Gießen.) • ^chl'ikkurse. 209.50 237.40 140.50 241.90 212.25 sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen 2853 Die Beerdigung findet statt: Sonntag den 28. d. Mts., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des alten Friedhofs aus. Giessen, Hanau, Mainz, den 26. Mai 1905. (Walltorstrasse 12) Fran Henriette Baer, geb. Bamberger Todes-Anzeige. Hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass gestern abend $9 Uhr unsere unvergessliche Gattin, Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Telegramm! Telegramm! Bringe Samstag ans den Brand eine große Sendung neues Gemüse -um Verkauf, offeriere: Prima Spargel 55 Pfg., feinsten Blumenkohl, große Menge Salatgnrken von 25 Pfg. an, große Wirsing und Kohl- raben, prima Schrrabelerbscn per P'd. 30 V'g., junge Schnittbohnen, neue gelbe Rüben, Spinat per Psd. 10 Pfg., großer Kopfsalat Stück 5 Pfg., neue Malta-Kartoffeln 10 Vfd. 1,30 Mk., nene Zwiebeln 10 Psd. 85 Pfg., Kirschen per Psd. 30 Pfg. Rettich, Radieschen und alle sonstigen Gemüse. Mache meine geehrten Abnehmer darauf aufmerksam, daß nur prima frische Ware zum Verkauf kommt. Hochachtungsvoll 03556 Frau Hammel, Große Mühlgasse 6. Mecum. Prtio»i Oamen-Wäsehe an 2855 zur auf von i.@ö Mk von i-35 Mk Feine Oamenhossn Feine UBachtjackeo 3 Wochen. Gießeit, den 24. Mai 1905. Städtisches Tiefbauamr. Braubach. Städtisches Hochbauaint. Gerbet. 3 Wochen. . Gießen, den 24 Mat 1905. Städtisches Tiesbauamt. Braubach. vorgenommen wird. Greßen, den 25. Mai 1905. Großhcrzogliche ' »iirgermeifterei Gießen. M, Kania — gegenüber der Stadtkirche. — Derg öung von Anstreicher-Aröerten. Die Arbeiten für die Erneuermrg des Anstrichs der öffentlichen Bedürsnisbäuschen sollen SamStag, den 3. Juni d. I., vorm. 11 Nhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der ^ienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 -ur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis -um vorgenannten Zeitpunkt an uns einzuretchen. — Zuschlagssrtst Vergebung von Weißbinderarbeit. Die zur Herstellung des äußeren Verputzes am früher Plank'schen Harüe Bahnhofstraße 20 erforderliche Wcißb in verarbeit soll Mittwoch den 31. Mai d. I., vorm. 11 Uhr, Kekanntmachmlg. Betr.: Ausnahmetage für den Ladenschluß und die Be- schäftigungSzeit in offenen Verkaufsstellen. Wir bringen hiermit zur Kenntnisnahme der Jntereffenten, daß in diesem Jahr an einem Wochentag vor Himmelfahrt: 31. Mai und an zwei Wochentagen vor Pfingsten: 9. nnd 10. Juni, die Vorschriften über die Mmdestruhezeit und Mittagspause der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter (§ 139 c der Gewerbeordnung) keine Anwendung zu finden haben und die Läden, sowie die offenen Verkaufsstellen an diesen Tagen bis 10 Uhr abends offen gehalten werden dürfen. Gießen, den 24. Mai 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung. Die Arbeiten zur Erweiterung der Drainage am neuen Friedhof sollen Samstag, den 3. Juni d. I., vorm. IO1/, Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeit-sbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienstslunden auf unserem Amtszimmer -ur Einsicht auf. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das bei uns erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. B-7s Gießen, den 24. Mai 1905. Städtisches Tieibauamt. Braubach. Verdingung. Die Pflaster- und Chaufsicrarbeiten für den Ausbau der Henselstraße sollen Samstag, den 3. Juni d. I., vorm. 10 Uhr nochmals öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststtlnden bei uns attf Zimmer Nr. 6 -ur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der ebendaselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist öffentlich vergebeit werden. Arbeitsbeschreibung uub Bedingungen liegen bei uns ..... Einsicht offen. Angebote Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis -tim genannten Zeitpunkt an uns einzureicheu. — Zuschlagsfrist 14 Tage. B26/s Gießen, den 25. Mai 1905. an. an. Milch Milch Liter 16 Pfg. bei (n9589) Viehhändler Baer. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf tlnsere früheren Bekamitmachungen, die Bedienung der Rückstanvcrfchlüsse betreffend, machen wir diejenigen Hausbesitzer, welche ihre Grundstücke an die Neukanali- satiori bereits angeschlossen haben, darauf aufmerksam, daß von Montag den 29. bis einschließlich Mittwoch den 31. Mai d. I. -wiederum eine Spülung sämtlicher städtischer Straßenkanäle habe sehr billig eingekauft und verkaufe solange vorrätig: Feine von 95 Piy In unser Handels-Register Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Buderus'sche Eisenwerke Wetzlar, Zweignieder- laffung Lollar, eingetragen: Betriebsdirektor Otto Weber zu Lollar ist zum stellvertretenden Vorstandsmitglied ernannt; er ist berechtigt, in Gemeinschaft mit einem anderen stellvertretenden Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen die Gesellschaft zu vertreten und gültig zu zeichnen. August Schoenwerk, Wilhelm Kirchner, Gustav Winkelmann, alle zu Lollar, ist Gesamtprokura erteilt. Dieselben sind berechtigt, je zu zweien oder jeder allein in Gemeinschaft mit einem anderen stellvertretenden Vorstandsmitglied oder Prokuristen rechtsgültig zu zeichnen. Gießen, den 24. Mai 1905. Großherzogliches Amtsgericht. TamstW öen 2?. Mai S.J., nachmittags 2 Nhr, werden im Bieker'scheu Saale versteigert: 1 Sofa, 1 Vertikow 6^ Stühle, 1 Ausziehtisch, ein Spiegel und 1 Regulator. [2858 Geißler, Forderungen an den Nachlaß des verstorbenenRentnersErnst Balser in Gießen sind bis zum 15. Juni d. I. unter Vorlage spezifizierter Rechnung bei dem unterzeichneten Testamentsvollstrecker einzureichen. Gießen, den 20. Mai 1905. 2857 Jean Kirch. Casseler Schirm-Fabrik Th. Biädde & Go., Giessen, Settersweg 2 empfehlen S oiiiaexi-Scliirme in großer Auswahl vom Billigsten bis zum Besten. in Seide und Halbseide. Toä®geSsteM-S©laig,me ^en-Scliirme für Damen, Herren und Kinder (Kleines Logis zu Denn. [03477 vV Katharinengaffe 10. tf Gewinn 1 1 u Statt besonderer Anzeige. 03561 0 zeigen hocherfreut an Louis Rosenthal und Frau Paula ii geb. Katz. Alicestr. 22 a. 8 H 2592 wird erteilt. Seug, Bahnhofstraße 49, JL einen 2849 ycttrrtir nge/t I 23 2418 Hfl, Kann, gegenüber der Stadtkirche. 3 .Zimmer 55 te: 8 Uhr. 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(03569 Schreibinasciiiiieu- Unterricht Sägespäne werden abgegeben 03554 Sägewerk Hammstraße 27. Kcliannlmachung. Bktr.: Ausführung der Gewerbeordnung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß auf Grund des Ortsstatuts vom 27. Juni 1892 am 28. Mai und 4. Juni, als den zwei Sonntagen vor Pfingsten, die BeschästigungLzeit der Handlungsgehilfen rc. und die Verkaufszeit für das gesamte HandelLgewerbe biS 7 Uhr abends ausgedehnt werden kann. Gießen, den 24. Mai 1905. Groszy. Polizeiamt Gießen. Herberg. Wohnung, 6-7 Zimmer, nut und ohne Pferdestall zu vermiet. 1087_______ Ludwigvplatz 5^ meinem neuerbauten Hause Stephanstraße ist der 2. und 3. Stock, 6—7 Zimmer mit Bad, 4. Stock 4 Zimmer, per 1. August 1905 zu vermieten. 2724 Näh. Frankfurter Str. 62, II. In memen Häusern Hillebrand» straße ist eme 2-, 8- u. 4°Zimmer° wohnung zu vermieten. 2852 9täh. frankfurter Str. 62, 11. Schöne 3—4 Zimmerwohnung, 2. Stock, der Neuzeit entsprechend eingeritotetet, p. 1. Juni zu verm. Ü404J Näh. 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