155. Jahrg. Nr. SS HfM *# «»M>W W «ümtinaS. E^, ^Me«» werd« btm «njtVv *rr*M «d^entlut D» k igg^ tzt» * «Zchet» «wratttch «tarn'»! Donnerstag, 26. Januar 1605 AokManKd«^ A«d SStartay -a ümoeritaflataturteetL 8L Ls»y«, Gtitzm ttctafttmi ttspehtttfl* tu iDnttfrotii fördert. So lange der Brief also mcbi wieder aufgefunbcn wird kann ich nur der Vermutung Ausdruck geben, daß wahrschein l ick „In Jnowrazlaw unbekannt" und nicht „Jnowrazlaw in Posen unbekannt" darauf gestanden hat. Ich mutz aber nochmals solche ft alle für ungehörig und vollständig undenkbar erklären. u>ir können Sie nur bitten, uns solche Sachen vorzulegen Wenn jemand aber sagt, er besitze den betreffenden Bries nicht wehr dann ist auch keine Aufklärung möglich. Sie haben dann auch rem Recht, sich bei uns zu beklagen. Wir befinden uns völlig auf dem Nechtsboden. Die Sendungen, die wir, befördern, müssen so beschaffen sein. daß . wir wissen, wohin sie geschickt werden sollen Wir müssen den Empfänger kennen. Wenn wir Briefe bekommen mit fremdländischen Aufschriften, und es befindet sich an dem be. kreffenden Ort kein Mann, Der dieser Sprache kundig ist, ,o müssen wir den Brief an einen anderen Ort senden, wo Die Auftckrttl übersetzt wird. Dies erfordert natürlich Zeit. Wir bekommen doch Aufschriften in allen möglichen „Sprachen um können doch nicht verlangen. daß stch an allen Orten Dolmetscher dieser verschiedenen sprachen Nnden wUen. (Zuruf: ..Aber in der polnischen!) Aba, das Polnsiche ist also die Weltsprache, die jeder verstehen muß! (Heiterkeit.) ;tie Polen haben auch feine Veranlassung, von einer Verletzung be« JötttT’ geheimnisles zu sprechen. Wenn wir den Empfänger nicht, ermitteln können, so sind wir doch gezwungen, den Bries au oftt^r. Staatssekretär Kraetke: Wenn manö hört, könnts lettlick klingen. Von der Rednertribüne machen sich solche Sachen wohl sehr hübsch, aber in Wirklichkeit liegen die Dinge doch etwas anders Der Herr Vorredner behauptete, daß er tausende von Briefen be käme, die alle durch die Uebersetznngsstelle müßten, wodurch ihre Beförderung bedeutend verzögert würde. Da läßt, Herr v., Ehla- powski seiner Phantasie doch einefi etwas au freien Lauf. In Posen gehen täglich 280 000 Briefe ein, von Denen nur 200 an die Uebersetzungsstelle gelangen. Wenn wirklich sämtliche Briefe des Vorredners zur Uebersetzungsstelle wandern, so ist das doch nur ein Zeichen dafür, wie sorgfältig die Post arbeitet. (Heiterkeit. Sie werden es nie erreichen, daß wir Ihnen zuliebe unsere bewährten Grundsätze aufgeben. Wir tun, was wir im Interesse des Dienstes und des Publikums für nötig halten. Sie müssen doch selbst einsehen, daß Sie uns mit Ihren polnischen Aufsclzriften viel unnütze Arbeit machen. Wenn in dem einen Falle eine falsche Uebersetzung gegeben ist, so kann dies doch nur daher kommen, daß im Lexikon dis amtlich gegebene Uebersetzung stand. Die Ueber- setzer können sich doch nichts aus den Fingern saugen. Was nun den Fall aus Hohensalza anlangt, so muß ich bemerken, daß, wenn er wirklich vorgekommen wäre, ich ihn lächerlich finden müßte. Ich habe, nachdem ich in der Zeitung diesen Fall las, Erhebungen anstellen lassen, und da hat sich herausgestellt, daß der betreffende Redakteur behauptete, den Brief nicht wiederfinden zu können. Auch der Briefträger kann sich nicht entsinnen, einen solchen Brief abgegeben zu haben. Im übrigen muß ich bemerken, daß noch täglich ^^Aby Eickhoff lfr. Vp.'l stimmt dem Abg. Rocren in Sachen der B^'andlmm volni'cber Briete vollständig zu. Ich wäre dem Staatssekretär dankbar, wenn er uns imtreilen würde, wann wieder Anwärter für den höheren Postdienst angenommen werden. Jetzt herrscht in weiten Kreisen eine ..stroße Unsicherheft die ein Wort des Staatssekretärs beseitigen wurde Viele Klanen sind uns wieder aus Veamtenkreisen zugegangen, auch auv Südwestmrika. Deshalb begrüße ich auch die ZentrmnSresoluiion, die eine Statistik über die Postverhältnisse in den deutichen Schutzgebieten und im Auslande verlangt. Wir werden der Resolution zustimmen. Die Stellenzulage sollte man am besten beseitigen, da sie eine Quelle fortwährender- Unzufriedenheit ist. Wenn die Finanzlage es irgend gestattet, müssen wir di" Verba tuisse ,der Unterbeamten verbessern, namentlich müssen wir die Landorieftrager den Stadtbriefträgern gleichstellen. Ferner mutzte man den Te- legrapheiiarbeirern den Beamtencharakter verleihen. Bezüglich Der tM umstrittenen Position zur Unterstützung von in Not geratenen Postbeamwn i: Posen stehen wir auf genau demselben ablehnenden Standpunkte wie im Vorjahre bei der Ostmarkenzulage, dagegen ^grüßen wir freudig die in Aussicht gestellte Erhöhung des Woh- werden. . . , ... n Berlin aber mit 100 000 Anschlüssen 180 Mk. bezahlen müßte. Sodann beschwert sichRedner darüber, daß seitens derOberpostdireklwn in Metz den katholischen Blattern die amtlichen Annoncen entzogen ieien. Die amtlichen Annoncen müßten den Blättern aller Parteien übergeben werden. Auf weitere Beschwerden des Redners erwidert Staatssekretär Kractke davon, daß in den hohenzollernschen Landesteilen die gesetzlichen Feiertage nicht immer gehalten wurden, sei ibm nichts bekannt. Er werde jedoch den Fall untersuchen. Er sei auch dagegen, daß es von (eiten der Postdirektoren Postbeamten, die zu Stadtverordneten gewählt seien, unmöglich gemacht . werde, die Stadtverordnetenversammlungen zu besuchen. Allerdings könne man nickt verlangen, daß der Postdienst nach den Stadtverordnetenversammlungen eingerichtet werde. Die ^bmoncen ter Post würden den Blättern zugeteilt, die von den Orttsbehorden benutzt würden. Politiiche Gesichtspunkte spielten dabei nicht mit. ÜnterstaaiSsekretär Sydow erklärt, daß die Reichstelegraphenverwaltung der Resolution, den Arbeitsnachweisen billigere Gebühren zu gewähren, sympathisch gegenüberstehe. EsmUßte zu diesem Zwecke allerdings die Fernsprechgebuhrenordnung geändert werden, und ferner würde dies weitgehende Komequenzen für andere Wohltätigkeitsveranstaltungen haben. Am besten Ware es daher, wenn man die Zeit für billige. Abonnements, die setzt von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens sestgesetzt sei, biS 8 Uhr oerlänqcre. Die? könnte auf administrativem Wege geschehen Die Telephongebühren auf dem Lande seien teuer, denn die Leitungen auf dem Lande seien weit langer aI8 m den Städten und verursachten weit größere Anlagekosten. Hierauf vertagt das Haus die weitere Beratung auf Donnerstag 1 Uhr. um ihn dem Absender wieder zuzustellen. Abg. Noercn (Ztr.): Ich bitte Öen etaat^efretar, dieser Art Germanisierung wie sie von einzelnen Postbehorden bei^)estellung polnischer Briefe getrieben wird, ein Ende zu machen. Sie Ist ad- folut ungesetzlich Nach der Postordnung bat die Pog alle Bricu zu bestellen, be* denen der Adressat zweifellos zu ermitteln ist, gleichviel, m welchei Sprache die Adressen abgefaßt sind wenn mir die Identität fcststcht. Tie Postverwaltung soll gch doch nicht öie großen Svmpatbien verscherzen, die sie gerade wegen ihrer -prompt» heft und Exaktheit genießt, mit der sie ihren Dienst versiebt, ohne auf Parteistellung oder Nationalität Rücksicht zu nehmen^ |ei- ber habt es eleb. daß Briefe an den Erchisckof Dr von Ltablewski in dem Landsitz Kröben nicht bestellt wurden, weil „Adressat nicht zu ermitteln Kröben ist ein Ort von 1000—-1500 Einwohnern, und „Dr. v. Stablewski" stand deutlich auf der Adresse (Hort, hört!) aber weil das Wort „Erzbischof" auf Polngch stand, war der Adressat n'cht zu ermitteln 1 (Hört, hört!) Mit derartigen Kindereien bekämpft man nicht das Polentum. Gewiß wird auch auf polnischer Sette der Postdienst erschwert durch abnchttiche Er-- sebwerung bei Ermittelung infolge der Anwendung der polnttchen Sprache. Aber das sind dann auch Kindereien, die man am besten ignoriert: dam sterben ne von selbst ab. Die ganze „Ueberietzungs- stelle" sollte man abschaffen. Sie hat keinen Zweck Man kann schon die Adre«aten ermitteln, trenn man keine anderen Zwecke verfolgt, als nin postalische. So ist z B ein Brief mit polnndtcr Aufschrift an 'ic Uebersetzungsstelle gegangen. Nachher ist em Brief an dieselbe Adresse mit hebräischer Briefaufschrift ohne weiteres bestellt worden. (Heiterkeit.) , . e Redner verläßt sodann das Polestigebiet und acht auf daS^aiige' mein postalische über. Er wünscht vor allem Ausdehnung der sonn' tagsruhe. Es macht ihm einen sonderbaren Eindruck, wenn cne Postwagen aw: Kirchieit auf den Straßen herumrasscln. .Tonnen denn die Pakete nicht evensogiit am Montag bestellt werden/ Am Sonntag ob'nd sollte der Schalterdienst unbedingt eingeschrantt werden. Redner läßt sich sodann über das jetzige Sb st em der tpg gehobenen St.llen aus, das er ziemlich abfällig beurteilt, er wünscht keineswegs die Absclrnffung der gehobenen Lttellen überhaupt, sondern, daß di- Beamten dem Dienstalter nach in die geflohenen Stellen au fr i'- i. rc-~ Staatssekretär 5t: :c: In Berlin ist bereits mit kwer Einschränkung d'-s Paketdienstes am Sonntage begonnen worden. Wahrend der Kirchenzeit wird überhaupt nicht bestellt, sondern vis 10 Uhr muß die Bestell'ma beendet fein. Durch bic)e Aenderung wird erreicht, daß am Sonntag nicht soviele Pakete au^zetragen werden wie an Wochentaaen. Das Publikum hat Zett, lick an den Zustand zu gewöhnen. 9lck hoffe, daß noch größere Eimchrantungen eintreten fonnefi, aber die Sacke bebarf eingehender Prüfung, und wird fick immer nach den örtlichen Verhältnisse^rickten mubem Eine Einfck-änftmg deS Schalterdienstes am Sonntage wurde , gerade den kl-"'nen freuten, den Dienstmädchen usw. unangenehm sein die wochentags feine Zeit haben, ihre Sachen auf die Post zu nungsgeldzuschusseS für die Unterbeamten, wünschen jedoch, daß sie auch den mittlerer Beamtenkategorien zugute kommt. Auch wir gönnen den Postbeamten eine ausreichende Sonntagsruhe, aber so weit wie das Zentrum genen wir dabei nicht. Der Verkehr darf darunter nicbi leiden, den Geldverkehr darf man am Sonntage nicht aniebränfer, ebensowenig den Paketverkehr. Darunter würden mhlreiche tzndustrien leiden. Denken Sie nur an die Thüringische Vuritindustrie. ebner wünscht dann noch eine Ermäßigung der ■ Postanweisungsgebühr für Beträgt von 5 bis 10 Mark, ein einheitliches Paketporto für Pakete von 5 bis 10 Kilo, eine Haftpflicht der Post bei unrichtig telegraphierten Depeschen, eine bessere Be- üellung von Briefen auf Schiffen, die im Hafen liegen, eine Vermehr mm der Postnwrken-Automaten, Herabsetzung des Portos sur Weltpostkarten von 10 auf 8 Pfennige, und eine Herabsetzung der •IBertrmrtomfv für Drucksachen und Warenproben. Abg. Böckler (Antis.) Am besten wäre eS, wenn man die Heber* setzungsitelle in Posen absckaffte, denn ick sehe in ihr nur ein Entgegenkommen gegen die Polen. Wenn die Adressen nicht zu Jefew und, müssen sie eben nicht befördert werden. Bedauerlich ist eS, oaß die Ostmarken Zulage für die Postbeamten nicht bewilligt ist, während die preußl'chen Beamten sie bekommen. Dadurch werden die Postbeamten zu Beamten zweiter Klasse degradiert. Die Oft» markenzulage muß daher unverkürzt und unwiderruflich bewilligt 1 Uhr. Tas Haus ist schwach besetzt. Am Vundesratstisch: Kraeike u..a. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Post etats. Titel „Gehalt des Staatssekretärs". Abg. Dr. von Chlapowo-EhlnpowSki (Poleft Wir sehen uns 6u& in diesem Jahre gezwungen, eine Reihe von Klagen über dw Post vorzubringen. Wenn ein Postoer Walter, der der polnischen Sprache mächtig ist, Briefe mit polniicken Äldressen erhalt, so muf; er sie an die Uebersetzungsstelle einsenden, und von tort geht es weiter zur Oberpostdirektion. Das ist doch höchst unnötig. Wa» bann die Verdeutschung polnischer Namen in deutsche anlangt, wie Jnowrazlaw in Hohensalza, so muß jeder anerkennen, daß man hier viel zu weit geht. Ein Fall ist bemerkenswert. Ein Pawt mit Drucksachen wird nach Jnowrazlaw in Polen gcianvt. ?ommt aber zurück mit der Bemerkung, daß ein Jnowrarlaw m Vosen unbekannt sei. Das Paket ist aber versehen mit dem Stempel „Jnowrazlaw". Aus Versehen hatte man einen allen Stempel gegriffen. (Große Heiterkeit.) Auch sonst Wender man die tollsten Chikanen an. Redner führt eine Reihe von Fallen an und l-.gr ein dickes Paket mit Briesen auf den Tisch des Hames nieder, welche nickt befördert wurden, weil sie mit polnischen Namen geschrieben waren. Wie die Orte zur Zeit heißen sollen, weiß oft niemand. Wenn der Kriegsminister des Innern (groye Heiterkeit) einen polnischen Namen ändert, dann muß die Post sofortsick fügen, und sie kennt die alten Namen nicht mehr. Selbst das Won „Prälat" sieht man für polnisch an. So wurde aus Polen ein Paket an den Landtagsabgeordneten Prälaten Dr. Srvckel geiandt. Dem Mädchen, welches das Paket auf die Post schaffte, sagte der Beamte, er könne das Paket nicht abnehmen, da auf der Beglett- adresse „Prälat" stände. Das Wort kenne er nickt. Als man nun „Prälat" misstrick und das Wort „Propst" darüber ftüneb. erklärte der Beamte, jetzt fönen er das Paket erst recht nicht nehmen, denn ein Wort sei durchgestrichen. (Heiterkeit.) In einem anderen Falle wurde ein Brief nicht befördert, da Kompagnie durch Eo. gekürzt war. (Heiterkeit.) Postkarten mit der richtigen Frankatur von 5 Pi. mürben mit 15 Pf. Strafporto belegt, weil es NnstchlS' Torten mit Bildern aus der polnischen Geschichte waren. . Eme Karte aus Warschau ließ man sogar so lange lagern, bis der Adressat verstorben war. Angesichts all solcher Fälle kann man vielfach von orientalischer Willkür sprechen. Wie steht es nun mtt der „Uebersetzungsstelle", richtiger „Verzögerungsstelle genannt? Ein Bries dauerte vor 2000 Jahren von Rom nach der Dalmattni- schcn Küste per Pferdepost 8 Tage. Ebenso lange Zeit braucht ein Brief heutzutage von Ostrowo nach Posen, welcher die Heben setzungsstelle passieren muß. In einem Falle, als auf ein Paket geschrieben wurde, Paket mit Zigaretten, wurde dies übersetzt „Zigaretten aus Papier". Ein ftanzösischeS Sprückwort sagt wohl von den Kosaken, daß sie Talglichter äßen, aber daß wir Papier, zigaretten rauchen, wird uns wohl niemand zumuten. (Heiterkett.l Die im vorigen $abre abgelehnte Ostmarkenzulage für die Post' beamten scheint in diesem Jahre unter einer anderen Ueberschrift wieder eingeschmuggelt zu sein, setzt heißt es unter Titel 3na und k' „Zu Unterstützungen für in Not geratene Beamte." Aber im Grunde genommen scheint das derselbe Titel zu fein., Wegen dieier vielen Ehikanen. welche die polnische Bevölkerung bei der Beförde« rung ihrer Postsachen über sich ergehen lassen muß. benutzen die Polen die Post auch nur so wenig als möglich. So nimmt die Zahl der polnischen Neujahrskarten von Jahr zu Jahr ab, unb damit gehen natürlich auch die Einnahmen zurück, was der^Poit doch sicher nicht angenehm sein kann. Ich werde alle angeführten Briefe auf den Tisck deS Hanfes niederlegen, und bin bereit, die von mir gemachten Ausführungen gegen jedermann zu verteidigen. Komische Tagesschau. Ucber bcu Verein deutscher Studenten, der biefer Tage gclegcnUich dcö ÄcjuchS dcö K r v n p r i n z e n auf feinem KormncrS auch politisch gewertet würbe, totib ^Ti^Vcreine deutscher Studenten sind au3 konservativen und antiswütischcu Ströuiuugen erwacl/en: bicfelbe W-lle die cmsi Oie „Vor! hier Bcwoguna" cmporhvb, trug auch fie ans -and. lonialverwaltung, 4G500 Mk. für die Verirc.ltung b.3 y^u.,2- hecrcS, 510 000 Mk. für die b..r. ,<7o..- und 4ccirv; maiimia genclmngt. Tcuu ord-entuMN Ciat |ur ^uD.ui.cLiium werden^ die Titel Ziviivcrwaltung, ÜDlonialdicn^Lulage und Pen- ion.cn genehmigt, ebenso weitere Titel und Kapitel. — Die Z.nlrmnösraktion des preußfluM AbgcoronctenhauieL brachte einen Antrag ein, die Regierung, zu ersuchen, josort eure Lommisjimi unter Zuziehung von muidestens ? Diitgttedern oev AbgeoronetenhauseS zur U n t c r f u ch u n g o c r A r b e itcrvc r- bältnisse int 5kohlenbcrgbau emzusetzen und aus Grund des C-rgebnifses einen Gesetzentwurf zur Bcsettigung der sestge-- stclltcn AiißstänLe schleunigst einzubrmgcn. ^arlümcutarisches. B erlitt, 25. Jan. Die Budgetkommisslon des Reichstages beriet über die Forderung zur Veschleunigung des Baues der Otavibahn bis Omaruru von 1 750UOO^Jjiari. KoloniaDirektor Dr. Stübel erklärte gegenüber Müller-Sagan, es handle sich hier lediglich um eine aus militärischen Gründen notwendige Beschleunigung der Bahn, die ohnedies und zwar aus privaten Aeitteln gebaut werde. Schließlich wurde nach An- nchme deS An ragS Bachem die Forderung bewilligt. Einnahmen werden ebenfalls genehmigt. Die einzelne!'. Titel wcrdr.i nach kurzer Debatte genehmigt. Im Gesetz selbst wird nach Antrag (Siern und dem Zusatzantrag die auf § 3 bezügliche Aenocrmrg mit großer Mehrheit angenommen. Dadurch wird dem Reichskanzler für die bereits geleisteten Ausgaben ^.ndemnität erteilt. Bei der Beratung des Etats sur die Expedition in das f üd w e st a f r i ka n i f che Schu tz- gebiet für 1905 lverden zunächst die Ausgaben anläßli.ch, des Emgeboren-enaufstandes von 4 5 Millionen M k. bewilligt, eben io wettere Titel. Bei Titel 5 werden für Bagger statt der «-forderten 800 000 Mk. nur 600 000 Mk. bewilligt. Schließlich wird der g a n z e E t a t b e m i 11 i g t. Bei dem außerordentlichen Etat werden die Forderungen von 4G 708 610 Mk. für die Ko- :y -n ‘ nach dem f bilingschen “ciC-^'V/l r.r'.ch'rS dirponierl nlG heute. Zu sorgen, daß eL qV C'itiue ^ifertreu gesinnt za sein und ,ybi5niy.rdi|a) jaiL> pprase" schien der damaligen akadeniischen Jugend, cm ]o natur- W -ib-A. daß sich Tausmd- b«°UwiUig unter otc D-lnen dcS B T St. fwiitni, die an sich nicht bie ncnttgfte SeWfluns Mim antifemitis'^n und wnservativcn Parteimann hatten, verr iSffÄato bat am vorigen Donner tao bowezttÄ Ä s bic alten B. L. St.et in den flammt« »u m et ft auf der Linken siitzen. Die Klage A »vm Standpunkt bei Mcrni von Liebermann nut zu beteajtigt. ollgans keine var bis in bie »weite Witte seines Sie,erendarmts..attrr Stti" des SB. D. Lt-.SLerlW. v-limuth v. Gerlach w« es noch bü vor wenigen Jahren: Vr'edr^ch ^aum^-n« ist heute nod) alter Vcrr von Leipzig und Di. . anr brcchcr war eS biS zu dem Tgc, wo Parteikkretariat mtt dem foslaldemottatstchen w>l■ ES. 2?Ä M VVCn^cr abhacken ließen, als haß sie einem Antisemiten, Bündln- e7er Konservativen ihre Stimme gaben. Schon uns persönlich sind eine gaiize Reihe solclxr bekannt, und znurr aus so ziemlich allen Fakultäten: Juristen und Philologen, und namentlich auch Thco- lognr, die vielfach ilbemrfcbcnb sreimütia-soziale Auffassungen zeigen. Zn ben Führen: der ActivitaS gehören freilich alle diese Männer nicht, imb daher kommt es wohl anch, daß die offiziellen Veranstaltungen der Vereine Deutscher Studenten, zumal die des Berliner, zumeist einen so wenig erfreulichen Ebarasicr tragen Daher kommt es weiter, daß, obschon alte V. D. Gst.er langst in Hülle und Fülle sowohl bei den Parteien der Linke::, w:e unter ben unpolitisch gewordenen kühlen Skeptikern sitzen, wir auf diese:: Kommersen seit bald dreißig Jahren immer wieder dieselben, war für einen sehr einseitigen Geschmack erträglichen Reber: hören. , _ Aber man soll sie und ihre Wirkung anch nicht uoericnatzen. Wie viele von den jungen Mensche::, die am Donnerstag nach dem 10. bis 15. Schoppen anerkannt schlechten Dünnbieres den Herren b. Liebermann und CVrirf Neventlow und Diedersch Hahn, dem Kilometerredner, zuiubelten, werden wohl in zehn ins Zwanzig Jahrennoch einen Bündler oder einen Antisemiten wählen mögen. Also, wie gesagt, man soll nickst allzu nervös se:u und derlei Rede-Orgien nicht überschätzen. deutsches Neickr. Berlin, 25. Jan. Wegen Erkrank ung des Prinzen Litel Friedrich von Preußen an Lungenentzün-- düng sagte der Kaiser jede Feier seineö O^e- burtsfestes am 27. Januar ab und ließ alle hohen Gaste telegraphisch ersuchen, ihre freundlichst beabsichtigte Herreise crufzugeben. Es fallen svwohl die Tafel im Kgl. Schlosse am 26. Januar abends, wie der Gottesdienst in der Schloß kapelle, die Tafel und die Galaoper am 27. Januar aus. Heute abend wurde folgender ärztlicher Bericht aus- gegeben: Bisher ist der Unterlappen der linken Lunge befallen. Die heutige Temperatur ist 39,5 bis 39,7, Puls- freguenz 120 bis 128, Nahrungsaufnahme mangelhaft, subjektives Befinden befriedigend. — Ueber eine Kundgebung des Kaisers Wilhelm für einen Lehrer seiner Mutter wird aus' London berichtet: Der deutsche Botschafter Gras Wolff- Metternich hat an Tr. Eorbould, den Sohn des verstorbenen Malers Eorbould, welcher der Lehrer der Kaiserin Friedrich war, ein Schreiben gerichtet, in welchem er ihn davon in Kenntnis setzte, daß der Deutsche Kaiser ihn beantragt habe, auf seines Vaters Grab einen Kranz mit folgender Inschrift niederzulegen: ,,Dem Gedächtnis Edward Henry Eorbonlds, des Lehrers imd Freundes meiner Mutter, welche immer in Ausdrücken lwchster Bewunderung von ihm sprach. Einige seiner Werke waren mir in früheren Tagen vertraut und schmücken noch mein Heim. Wilhelm." — Der bevorstehende Besuch des Fürsten Ferdinand von Bulgarien in Berlin wird in Zusammenhang gebracht einerseits mit dem Abschluß eines deu t schon lgarischen Handelsvertrages und andererseits mit einem Heirats-Projekt. Wie es heißt, besteht der Plan, den seit dem 10. Januar 1899 verwitweten bulgarischen Herrscher mit einer deutschen Prinzessin wieder zu vermählen. — Der Dank des Großherzogs von Sachsen- Weimar für die zahlreichen Beileidsbezeugungen anläßlich des Todes seiner Gemahlin findet seinen Dusdruch in einem Tankerlaß des Fürsten. Es heißt in dem Erlaß u. a.: „D a s Liebste, was ich auf Erden besaß, hat der unerbittliche Tob mir jählings entrissen. In der Blüte der Jahre ist mir die Gefährtin, die das Glück meines Lebens war, genommen worden, die, mit den reichsten Gaben des Geistes und des Herzens ausgestattet, bestimmt zu sein schien, eine ihrer unvergeßlick-en Vorgängerinnen würdige Landesmutter zu werden. Unsäglich groß ist der Schmerz, in den ihr Hinscheiden mich versenkt hat. Möge im Lande zugleich 'mein erneutes Gelöbnis kund werden, daß ich für alle Zukunft meine schönste Aufgabe darin erblicken toerbe, mich dem Wohle meiner Untertanen mit der hingehenden Liebe zu widmen, die den Ueberlieferungen meines Hauses und nicht mürber der Sinnesart meiner in Gott ruhenden Gemahlin entspricht." Wie aus Weimar gemeldet wird, ist der Großherzog am Dienstag von Weimar nach der Wartburg abgereist, wo er längere Zeit in vollständiger Zurückgezogenheit verbringen wird. — 2 9 03 O r d e u sind auf dem diesjährigen Ordensseste in Berlin vom Kaiser verliehen worden, und zwar der Rote Adlerorden in seinen verschiedenen Abstufungen 1101- mal, darunter der Rote Adlerorden 4. Klasse allein 918mal, der Kronenorden in seinen Abstufungen 700mal, darunter der Kronenorden 3. Klasse 303mal, und der 4. Klasse 217- mal, der Kgl. Hausorden von HohenzoAern 39mal, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens 120mal und das Allgemeine Ehrenzeichen 943mal. Im ganzen sind diesmal 45 Orden mehr verliehen worden als berm Ordensfest im Jahre 1904. Potsdam, 25. Jan. Ter Kaiser traf heute aus dem hiesigen Bahnhofe ein und begab sich nach dem Exerzier- Hause, wo er der Besichtigung der Rekruten der Leibkompagnie, der 2., 5. und 9. Kompagnie des ersten Garde-Regiments zu Fuß, beiwohnte. Rach Schluß der Besichtigung wurden auch die anderen Kompagnien herangezogen und es fand ein Parademarsch des ganzen Regiments statt. Gegen 11 Uhr begab sich der Kaiser zu Fuß nach dem Reg:mentshause und nahm fwrt cm dem Frühstück des Oflizterkorps teil. Rach dem Frühstücke kehrte der Kaiser nach^Berlin zurück. ,. D etmold, 25. Jan. Heute mittag fand im Schlosse die feierliche Eröffnung des Landtages statt. Der Regent verlas dabei nachstehende Thronrede: ,,Meine hochgeehrten Herren? Tie Einb-rufung des Land- tages rrn gegenwärtigen Zeitpunkte ist ein außerordentlicher Akt, beomgt durch das Ihnen schon bekannte schmerzliche Ereignis^ das dem ~anbe nicht mir seinen Fürsten, sondern in dem erlauchten n« Men männlichen Sproß der alten Linie des altehrwurd-igen Geiamtbanses der Grafen und edlen Herren zur ?^wer lastete das verfloss-me Jahr auf meinem ’ nÄ UNt ernster Trauer b-ginnt das mite Jahr le?"en Kreislauf Umsomehr ist es ein Mahnruf und Weckruf t^alle, welche durch ihre Stellung und durch ihr Amt auserkoren WJx' 0)e Landes zu lenken und Zu leiten, daß sie S"' ^irsorg- für ba§ Wohl drs Lmd's, für dre äußere — ohlfahrt und den inneren Frieden des Landes genügen. Daran erinnere ich Sie in bi-'fe* Stunde wo wir zum erstenmale in gesetzlicher, feierlicher Weise b-n Landtag des Fürstentums hier begriißen: erneuern wir das Gelöbnis alle uns übertragenen Rechte, alle uns übertragenen Pflie^en auszuüben und zu vollzsthm in versassmgsmaßig^ Waging d?r Mrefsm innert Landes als Einzelstaat wie als Mitglied d^s araüen Deutschen Reiches. Wir leben der großen und gewissen Zuversicht daß Sie, hochgeehrte Herren, unsere hierauf gerichteten Bestrebungen im selben Sinne und> mit gleichem Eifer wärmstens unterstützen Für b:eie außerorbmtliche Sitzungsperiode werden Ihnen nur zwei Vorlagen unterbreitet, ihrem Wesen nach miteinander verwandt in ihrer Bedeutung bestimmt, für Gegenwart und Zukunft die Grundst'ine von Recht und Sicherheit in d?m Verfassungsleben zu biloen, die geordnete Entwickelung aller Verhältnisse herbei- zufübceii und namentlich für die notwendige Ruhe und Eintracht der Bevölkerung im Lande zu sorgen. Und so mögen <5ie denn hochgeehrte Herren, in die Beratungen ein treten mit Ernst nnd frohem Mute, und aus Ihren Verhandlungen erwachse dauernder Segen für unser geliebtes Land?" Kiel, 25. Jan. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen begaben sich heute uachmittag uach Berlin. Schwerin, 25. Jan. Prinz Heinrich, der Gemahl der Königin Wilhelmine von Holland, erlitt, hier dnrch einen Sturz beim Schlittschuhlaufen eine Ver letzung des Hinterkopfes und mußte das Bett auf3 suchen. Stuttgart, 25. Jau. Tie Kammer hat den Entwurf betr. die Gehaltsaufbesserung der Volks- schullehrer an eine Kommission verwiegen, aber gleich- zeiitg ausgesprochen, daß die Uebernahme der den Gemeinden Angewiesenen Kosten der Ausbesserung für die unständigen Lehrer dnrch den Staat augezeigt sei. Zur Gell alt saufbesser ung der Geistlichen verlangt der Etat des Kultusdepartements insgesamt jährlich 4.'0 000' Mark Davon fallen 300 000 M. auf die evangelischen und 150 000 Mk. ans die katholischen Geistlichen. Auf evangelischer Seite sollen die vierjährigen VorrückungsfristenE auf dreijährige herabgesetzt werden. Ferner soll zu deu Tienstzulagen der Dekane und Pfarrer eine weitere Gehaltsstufe vou 300 Mk. hinzutreten. Aus katholischer Seite werdeu ebenfalls die Vorrücku.ngssristen atigefüllt und außerdem soll für die Pfarrer eine iv-citcrc G^hal's'ufe von 300 Mk., für die Kaplane ein' Web-' Kon ‘Xlß Mk rin^^^'nt werden. Ausland. Paris, 25. Jan. Tie Mitglieder des neuen Kabinetts haben gestern den Wortlaut der ministeriellen Er- tlärnng veröffentlicht, welche am Frei'ag vor dem Parlament verlesen werden wird. Tie Minister haben verzichtet, die im Programm E ombes ausgesührten Reformen durch zu setzen, namentlich die Einkommensteuer, die zweijährige T i e n st z e i t, Arbeiter-Alters ' kasseu und die Trennung von Kirche und Staat. Betreffs der Angebereien wird in der Erklärung die Absicht der Regierung ausgedrückt, sich nicht durch den nationalistischen Erpressungs-Feldzug gegen Zivil und Militär beeinflussen zu lassen. Ter Kriegs Minister hat beschlossen den in der Angeberei verwickelten General Peigne seines- Kommandos zu entheben.______________________________ «Alt6 pNilU lind £rt»ö. Gießen, den 26. Januar 1905. " Prof Dr. Moritz. Untern: 21. Januar ist bev o. Professor Dr. meb. Friedrich Moritz in Greifswald zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität Gießen, insbesondere für das Fach der inneren Medizin und Direktor der medizinischen Klinik mit Wirkung vom 1. April 1905 ernannt worden. Er tritt an Stell e des verstorbenen Geheimrats Riegel. Moritz wirkt seit 15 Jahren als akademischer Lehrer. Ans Mainz gebürtig (1861), studierte Moritz zunächst ein Semester Jura iu Bonn und ging hierauf, seiner ursprünglichen Neigung r'olgenb, zum Studium der Nledizin über, welchem er auf den Universitäten Würzburg, Berlin und München oblag. An der letztgenannten Hochschule erlangte er an: 28. Juli 1885 auf Grund der Dissertation: ^Beiträge zur Lehre von den Exsudaten und Transsudaten^ die Doktorwürde. 1886 wurde er approbiert. Drei Jahre später ernannte ihn Ziemßeu zu seinem Assistenten an der Niunchener medizinischen Klinik. Am 26. März 1890 wurde er in der Münchener medizinischen Fakultät als Privatdozent aiifgenommen. Seine Habilitationsschrift: „lieber die kupferoxydrebu,zierenden Substanzen des Harns unter physiologischen und pathologischen Verhältnissen, mit spezieller Berücksichtigung des Nachiverses und der Bestimmung geringer Mengen von Traubenzucker, sowie der Frage seines Vorhandenseins im normalen Harn" wurde von der Fakultät so glänzend ancifannt, daß er im Juni 1892, also schon nach zweijährlgein Wirken als Privatdozent, zuni außerordentlichen Professor ernannt und ihm die Leitung der medizinischen Poliklinik übertragen wurde. Gleichzeitig wurde ihm die Verpflichtung, regelmäßige Vorlesiingen über die Geschichte der Medizin abzuhalten, auferlegt. 9ltn 10. April 1902 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor der speziellen Pathologie und Therapie und Direktor der medizinischen Klinik in Greifswald als Nachfolger von Pro- r'effor Dr. Ludolf Krehl, der an Stelle v. Liebenneister's nach Tübingen übersiedelte. Seine Arbeiten bewegen sich hauptsächlich auf dem Gebiete der Harnchemie, des Stoffwechsels, der Magenphysiologie und der Nöntgenuntersnchnng. Die meisten Publikationen erschienen in dem von ihm redigierten „deutschen Archiv für klinische Medizin". Hervorgehoben sei sein Werk „Grundzüge der Krankenernährung" (1898). ** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t e r §. Die Proben zu „Anna von Hessen", mitFrl. Rottrnann als Gast in der Titelrolle, sind in vollem Gange. Das Stuck hat vor Kurzem an: Hoftheater in Kassel mit glänzendem Erfolge seine Uraufführung erlebt nnd eine größere Reihe von Aufführungen hindiirch große Anziehungskraft erwiesen. Für die Aufführung an ter hiesigen Bühne hat die Direktion besondere Lluswendungen an Kostuulen nnd Dekorationen gemacht und die sorgfältige Vorbereitung in zahlreichen Proben läßt mit Sicherheit eine abgerundete Darstellung des wirkungs- reichen, auch litterarisch wertvollen Stückes erwarten. Za bl- reiche Anmeldungen zur Premiöre, auch von auswärts, liegen bereits vor. ** Briefformat. Die ordnungsmäßige Bearbeituna und pünktliche Besoraung der Briefe wird der Post durch die übergroße Verschiedenheit der Vrii fforniate, durch die llu- gleichwäßigkeit itn Auskleben der Freimarken und durch die oft geringe Uebersicktlichkeit der Aufschrift in lästiger Weise erschwert. Im cinenen Interesse benutze man daher nur rechteckige Briefumschläge mittlerer Größe — die geeignetste Form ist 15 Ztm. lang und 12 Ztm. breit — klebe die Marke iu die rechte obere Ecke, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ibn. Wer seine Briefumschläge mit einen: Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen Harfen Strich für die Angabe der Besliliiiniingspostanstalt unten rechts mit vordrucken. r. G ambach, 25. Jan. Am Samstag hielt der hiesige Turnverein seine ordentliche Generalverfamnilulig ab. Zu Vorstandsmitgliedern wurden gewählt: Joh. Buß 1. Vorf., Otto Melcher 2. Vorf., H. .Heß 1. Schriftw., H. Ringel 2. Schriftw., Reinh. Klein 1. Tnrnw., Jakob Biiß 2. Turnw., Hch. Karl Metzaer, Kaffew., Karl Zöller, Zengw., Wilh. Melcher nnd Konr. Stahl Beisitzer. Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 149 gegen 115 im Vorjahr. Der Verein wird demnächst bem „Gan Hessen" bei- treten. Es wurde eine Gesangsriege gegründet, die eine ansehnliche Mitgliederzahl zu verzeichnen hat. HZ Groß-Felda, 25. Jan. Die hiesige Apotheke wurde von ihrem Besitzer Gerber an Herrn Trumpheller nu5 Friedberg für 65 000 Mk. verkauft. Der jetzige Besitzer hatte sie vor acht Jahren für 60 000 Mk. erstanden. Worms, 22. Jan. Die 3. Generalversammlung beS katholischen Stnbienvereins für Hessen (Lllbertiis Magnus-Verein) fand heilte hier vor vielen Hiinberten ans Worms imb Umqcqcnb stritt. Der Rechenschqflsbericht des Herrn Professor Scholl and Mqinz ergab das böchsterfreiiliche Resiiltat, baß etwa 1200 Mitglieder im verflossenen Jahre 5000 Mk. für 19 Studenten mit durchschnittlich 300 Mk. llnterstützilng spendeten. Donikapitiilar Prof. Dr. Selbst hielt einen Vortrag über das vielumstrittene Theina: Wisfenschafi und Offenbarung. S) 11 ■ 41 c - u s Hessen u n d den Nachbarstaaten. In Albach hielt der Gesanaverein „Eintracht" am vergangenen Sonntag dem 24. d. Mts. im Saale des Gastwirts Lauer eine Abenbunterhaltung mit darauffolqcnbem Ball ab. Zahlreiche Besucher aus ben Nachbarorten Steinbach und Annerob hatten sich einqefitnben. — In Ober-Ohmen erhängte sich am Dienstag ein 40jähriger lediger Mann. Der Beweggrund zur Tat ist nnbefnnnt. Derwijcbtei. • Schneest ü r rn e und Ve rkehrsstöril ngen in Amerik a. Aus Neivyork wird vorn 25. b. M. gemelbet: Ein Schneesturm brachte einen gewaltigen Temperaturfall, so >aß Schneeschaufler bie Arbeit verließen. Der Fahroerkehr ist größtenteils eingestellt. Der Schnee liegt stellenweise 15 Fuß hoch. Die Vorstäbte sind vollstänbig abqeschnitten. Es ist sogar unmöglich, von ber Geschastsqeqenb raxh ber oberen Stabt zu kommen, außer brrrch bie Tunnelbahn. Manche Bahnzuge sinb im Schnee stecken geblieben. In ben östlichen Staaten Herrscht kaltes Wetter mit blizzarbartigen ScHneestürinen, bie ben Verkehr Hinbern. An ber atlantischen Küste von Jacksonville bis Eastport, ferner in New-Orleans nnb Galveston wurden Sturmzeichen ausgestellt. Mehrere Dampfer von Europa sind hier überfällig. Man nimmt an, daß sie bei Sandy Hoof warten, bis der die Einfahrt erschwerende Sturm vorüber ist. Der Sturm wehte die Mauer der Kivsbay - Brauerei nm, wo ein Brand entstanden war. Die Mauer begriib zwölf Feuerwehrleute unter ihren Trümmern. Kleine Tageschronik. Vier junge Leute, Hanbwerfs- gesellen aus Basedow, brachen auf bem Malchiner See beim Eisläufen aus bem Wege nach ber Zuckerfabrif Dahrnen burch die dünne Eisdecke. Alle vier ertranken, da sie einander an- .iciant hciHcu._________________________________________________________________ 5tnnft unb !e nfrfiaft. Berlin, 24. Janiiar. Vrofessar Rudolf Siernerinq, einer der bedeutendsten deutschen Bild bauer ist gestern im Alter von 70 Jahren nn ben Folgen einer Limgen-Entzünbunq nach längerem Krankenlager gestorben. Siernering, ein geborener Oft- vreuße, war der Schöpfer des Nalionalbenkmals in Leipzig. — Ein Plagiat Leoncav al los? Tin: „Bcrl. Lokal- Anz." bescherte kürzlich feinen Abonnenten eine „Träumerei" von R. Leon'-avallo. Wie nun Tr. Friedrich Sviro (Rom^ nach- roeist, soll dieses Stück von Anfang bis zu Ende ein Plagiat r*Kor, wie Spiro b^banvtet, eine „Karikatur" des wunderschönen Melodramas aus Bizets „Arlesienne" (Rr. 19, Mittelsatz) sein, das als Ad?-:ietto für gedampfte Streichinstrumente in die erste Suite aus Stücken jener Tbeatermusik Eingang gefunden hat. Sviro glaubt an zwei Möglichkeiten: Entweder habe Lconcavallo als er seine „Träumerei" schrieb, von Bizet geträumt, oder er habe sicks bequem gemacht und das delikate Original in etwas klov.jge ^ornten umgegossen. Daß er es nicht gekannt habe, sei unmöglich. P'Nvi-isiiäts-Naäirichten. — Regierungsrat Prof. Tr. Phil. Johann Justus Rein in Bonn feiert am 27. Januar seinen 70. Geburtstag. Der aus- aetc-iebnete G-ogiaph wirkt s"it 29 Jahren als akademischer Lehrer. Gebaren 1835 z-u Rauhenheim a. M. im Großh. Hessen als Sohn eines Landwrits, absolvierte Rein die Realschule zu Gießen, studierte von 1854 an unserer Landesuniversität Mathematik und Raturwissenschaften und promovierte 1861 in Rostock zum Dr. Phil. Von 1856—68 war er Lehrer ber Mathematik und Naturwissenschaften am Sck>eib-Geissowschen Institut zu Frankfurt a. M., folgte dann einem Ruse an die Ritter- und Domschule zu Reval in Esthland, bestand 1859 an ber Universität Dorpat das Examen Pro fakiiltate bocendi. Von Sommer 1861 lüs Herbst 1863 lebte er im Hause des Generals Sir Herrp Ord, des damaligen Gouverneurs der Bermuda-Inseln, um dessen Sohn auf das Examen brr Royal Engineers vorzubereiten. Nach einer kurzen Reise durch Nordamerika kehrte Nein nach Frankfurt a M. zurück, wurde Lehrer an bej höheren Oiewerbeschule für Chemie, Mathematik unb Englisch, dann 1867 Oberlehrer der Naturwissenschaften au der Musterschule unb zweimal Direktor der Lancken bergischen Naturforschenden Gesellschaft zu Frankfurt a. M. 1874 unb 1875 befand sich Rein im Auftrage der preußischen Regierung m Japan, vornehmlich um das Kunstgewerbe zu studieren und darüber zu berichten. Nach seiner Rückkehr wurde er ordentlicher Professor an der Universität Marburg (1876 bis 1883 , bann kam er in gleicher Eigenschaft nach Bonn, wo er bis jetzt tätig ist.___ Kirchliche 2» nchrrch 1 en. Evangelische Gemeinde. Sh der Stadtkirche. ... orettnq, ben 27. Januar, vormittaq-s 10 Uhr: Vereinigter 2'v:l- !'nd Militargottesbienst zur Feier des Geburtstages &v. ..lajeftat des Kaisers. —________ Pfarrer S ch iv a b e. Israelitische NeligionHgemeinde. AoH' sbirit 1 in brr Ävnogog? ( hüdanCnge). m r. ^9P,^ag, den 28. Januar 1905. Vorabend o Uhr. Alorqens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. ~ ( Schristerklärnng. Sabbatbansgang 6.00 Uhr. Israelitische »ieliaionsgesellschast. lotter,bienfl. Sabbathfeier am 28. Januar 1905. ivrcitaq abend: 4 45 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. eametag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathansqang 6.00 Uhr. Wochengottesbienst: morgens 7.00, abenbs 4.30. ________ WundII Nasen Sckmttpiou nnd Erkkältüna be- nirhf inft s • ~ hanbclt man erfolg reich nur mit dem Nicht wttenben, IN -Luven Hf xirMe.LrxK^^v.l- • 2 ä 50 Pfg. erhältlichen Y 1101111g IJ 001'111, J ■ "Sen in ■ flemclbet; Mtiichll, so I -^rfebr Mellenweise I 'mitten, M !'öi) bet [unnelbabn. l* In ben nNrbattiqen atlantischen 'W-0rlean8 , Echtere nimmt an, rt er* Mauer entilanben unter ihren fe$f- fmnben fe H >llbertuz S «II! "‘f'tutifc men qA.' L 3f)o ''ndden fe FS'mit Qu§ den ’n^hmben, hstaq Cln p Tat ist r v ps. bcmbwerks* > See beim atmen durch einanber an* emerinq, 7i im Mer nbitnti nach borener Cft- leivxq. ,&iL SofcV , Träumer ti" Aom^ nach- ein Tlagki mdcrschönen ttelsatz) fein, in bit erste •ninbttt bat L'onravallo nt, ober et il in etms it habe, fei Z Nein in Ter aus- ftfCT Lehrer. Hessen als -alfM ru M Mathe- . in RoM mtothemati' ,'r jjU Frank* > ToniM ität TorB [ bis Herbst rb. des da- । >nhn ans tinftfrfö urt a > llhevne, irfftw dn «rnirt«.®' rrni6il®n' r5? i" l'«' lehr AoNN, tvo -N'reiniat^ ft)||1 langes cflbe. IA O Ci s s e «n d“? US © © CD E w ex >b <5 P R$> CD P r-r a «— E £: o o p p P- Ä CD 6^ Bä p p C 'P' 6? ’sSe ÄQ “C3 2 e c o S± P 4» e oi E S-® . VD lED E O p2 XD • c Q '2 SS r- S c Z CJ P Q 55 G> C L 3 jS CQ 8? E -o VD „ s isa s bj — c Sf g -g^J P P- " »E 3 E c-.'-' *e CJ «2 ’S - crP" 3 tu ti£2. Tu s-i s p iSD. c” E CD e CO p < " £< •“*—äo ec; ■ © QJ® 0^ .♦ I s CD P ß s c Q jO t: p 05 E C O-P kO 3 S tu «■* ^eo V >■ -r' $ ___________________________________________________________________________________________• W Giessen. Für Installateure jetzt 95 Psg. . 1.35 M. jetzt 45 Pjg. . 60 . . 75 . Gießen, den 26. Januar 1905. Der evanq. Gesamtkirchenvorstand. I. V.: D. Schlosser. Anstands-Anterröcke Serie I Wert bis 1.75, jetzt Stück 1.25 Pfg. 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Fs., nachmittags 3 Uhr, aus sechs Jahre, auf hiesigem Gemeindehaus öffentlich ver- pacht^ werden. Der Jagdbezirk ist ein sehr schön gelegener und hat immer einen reichen Bestand an Rehwild, Hasen, unb Hühner, auch grenzt derselbe direkt an die Zahnstation Obbornhofen—Bellersheim. Großh» Bürgermeisterei Obbornhofen. ________ Leschhorn. Ei« Rcstbestaud Normalwäsche Serie I Wert bis 1.75 Mk., jetzt 95 Pfg. „ II Wert bis 2.50 Mk., jetzt 1.45 Mk. „ m Wert bis 8.- Mk., jetzt 1.90 „ Barchentwäsche Herren- und Frauen-Hemden Bin Nkstdkiiaiid Handschuhe Serie I Farbige und schwarze Trikot-Handschuhe, Wert Paar 35 Psg., jetzt gO Pfg. Serie n Bnntsarbige halbwollene Handschuhe, Wert Paar 50 Pfg^ jetzt 25 Pfg. Serie m Rcinwoll., gestrickte Handschuhe, Wert Paar 85 Pfg., jetzt 45 Pfg. Serie IV Druckknops-Trikothaudschuhe, Wert Paar bis 60 Pfg., jetzt 32 Pfg. Serie V Druckknopf-Trikothandschnhe, Wert Paar bis 90 Pfg., jetzt 40 Pfg. Serie VI Gestrickte Kinder-Handschuhe Wert 35, 45, . 1O o- oc 65, 85 Pig., letzt 18, 25, 35, 45 , Danksagung. Für die zahlreichen Beweise der Liebe und Teilnahme cm dem schmerzlichen Verluste unserer in Gott ruhenden, unvergeßlichen Gattin und Mutter Am Elisabethe Grosshaus sowie für die so zahlreichen Blumenspenden sagen wir allen unfern herzlichsten Dank. Besonders aber danken wir Herrn Pfarrer Schlosser für die trostreichen Worte, die er beim Hinscheiden unserer Sieben gesprochen hat. Familie H. Grotzhaus. Gießen, Kesselbach, den 26. Januar 1905. (0453 Die Kirchenrechnung der evangelische« Gesamt- gemeinde für das Rechnungsjahr 1903 liegt vom 27. Jan. bis zum 3. Marz im MarthäuSpsarrhause, Kirchstraße 1, zu jedermanns Einsicht offen. Ein Rcstbestaud Damen-Hansschnrzen 120 cm breit, Wert 1 Mk., jetzt 68 Pfg. Imi-NMschiiM verschied. Muster, jetzt 12 Pfg. Korsett-Schoner Wirt bis 50 Psg., jetzt Stück *8 Pfg. KopsetSs Wert b« 3.— Mk., jetzt Stück 95 Pfg. Strickwolle Wert Pfd. 4.00 Mk., jetzt Pfd. 2.25 Mk. Weiße Damenkemden Wert bis L90 Mk., jetzt Stuck L15 Mk. Freitag, Samstag, Sonntag. Man berfänmc nicht, die günstige Kaufgclcgenheit, welche sich bietet, wahrznaehmen. — Nachstehende Rcstbestände offeriere so lange der Vorrat reicht: a28/. ®te Büchergestelle, teils als solche und teils als Schreinerholz verwendbar; das Holzwerk der Bücher, sa-lgalene (ca. 1100 lfd. m Vierkantholz, 53 qm Bohlenbelag, 2 Holztreppen); eine gröi-ere Zahl Stell, und Anlegeleitern; einige alte Möbelstücke, Gasrohre re. Besichtigung kann Freitag, den 27. ds. Mts. von 2—4 'Uhr erfolgen. Gießen den 25. Januar 1905. Gr°bh. Baubehörde für die UniversitätS-Neub-nsten, Gieffen. ._________ ____________Becker. ____________8-', General-Agentur* einer alten deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaft für den Negierungsbezirk Wiesbaden nnd dre Pravm; Obeihesien ist an einen rührigen, erprobten und selbsttätigen ?vachmann nonn» hohe feste Bezüge per sofort oder später 9 ge0en zu vergeben. Herren mit guten Beziehungen in besseren Kreisen wollen nort Offerten unter I. B. 9736 an Rudolf Moste, Berlin SW ein reuhru. *uA Grosses Lager Hausentwässerungsartikeln „System Geiger“ anerkannt vorzügliche Konstruktion, solideste, mustergiltige Ausführung. Lieferant sämtlicher Entwässerung*-Artikel für Schlachthöfe, Metzgereien, Kasernen, Schulen, Spitäler, Fabriken uud sonstige Anlagen. Rofsink kästen nach dem von der Stadt für die Strassen - Kanalisation verwendeten Modell, l'ettl&nge, Hanssinkk asten, Regenrohr-Sink kästen, Syphons, Schachtabdeckungen, Hochwasserabschlüsse u. s. w. Man verlange illustrierte Preisliste. 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