155, Jahrgang Erstes Blatt. Neöer das Attentat auf den türkischen Sultan Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. weg 9 nie me /ossgasse I? ,d Ainierstieftl Dolitrsche Tagesschau. Mehrheit zu erlangen. N Gthulstrotze 1. Kbrefie Mr Deoescheru «uzetger Aießea. Aernspr?chan>chluß 9?r 61. blättern. Wir verschonen unsere Leser mit derartigen beklagenswerten Niedrigkeiten. N MUltL ) sondern iw W-wW mw. In der sozialdemokratischen Partei macht sich die Nähe des Jenaer Parteitages bereits bemerklich, nicht zum wenigsten in der schärseren Tonart, die in der gesamten sozialdemokratischen Preße, auch bei uns in Hessen, bei allen möglichen und unmöglichcu Gelegenheiten angeschlagen wird und die sich recht komisch gegenüber der Behauptung ausnimmt, mit der vor wenigen Wochen der „Vorwärts" auftrat, daß nämlich die Sozialdemokraten allmählich ihre Gegner zu besieren Sitten erzogen hätten. Das Verhalten der Partei bei den bayerischen Wahlen zeugte ebensowenig von I politischer Sittlichkeit wie die Tonart, in der sich neuerdings Kautsky und der „Vorwärts" in ihren erregten Auseinandcr- seHungen gesielen, oder die Form, in der der sonst doch als so „vornehm" geltende Herr v. Vollmar sich in militärischen Dingen erging. In der bürgerlichen Presse der letzten Tage wimmelte es von Stilblüten aus bayerischen Sozialisten- UsUtische Wochenschau. Gießen, 24. Juli 1905. Kaiser Wilhelm befand sich in der vergangenen «aren 04813 In England entrüsteten sich manche Leute darüber, daß ein deutsches Syndikat große Kochlenfelder in Wales ankaufte, und das gab dann wieder Anlaß zu mancherlei Hetzen und Verdächtrgnngen. Die Aufklärung, die die Sache inzwischen gefunden hat, wonach nämlich hinter dem Syndikat auch Angehörige anderer Nationen | und vor allem Engländer selber stecken, hat wesentlich zur raschen Beruhigung beigetraiien, ebenso die Versicherung vom Ministertische aus, daß durch diesen Erwerb der britischen Marine keinerlei Nachteil oder Gefahr drohe. Es fielen auch manche recht hämische Bemerkungen über die verkauften Felder, sodaß es beinahe so aussah, als ser Engiland froh. Geringwertiges zu bedeutendem Preise losgc- schlagen zu haben. Möglich aber ist's auch, das; das Parlament durch solche Worte den eigenen Äerger verbergen und die Volksstimmung beruhigen wollte. — Die Regierung hat übrigens in den letzten Tagen ganz unvermutet und infolge zufälliger Umstände eine Niederlage er- Montag A4. Juli 1905 monatlich 76 Vi, trtetttfc jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen /aWk T'W monatlich 65 Pf.; durch A N diePostMk.8.—viertel- A Kti W jährl. auLschl. Bestellg. ' 4 [jä V?\ Annahme von Anzei>r« OL. it die ir 'S voanittaqS 4 'llne. ,;,rsnvretS:^S2P^ airlroättl t-ÄMZ. Generur-Anzeiger mmä Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen MW Nv. 171 etieelet außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger „erden im Wechsel mit dem veisischen Landwirt die Siebener gamllien- Mitte? viermal in bet Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Der- lag der Brühl'schen üntvers.-Buch-u. Stein- brudetei. 8t Sangs. verhaftet. Zum Bombenattentat schreibt die „Nordd. Mlg. Mit lebhafter Befriedigung wurde in Deutschland die Kunde ausgenommen, bafe es der Vorsehung gefallen hat, das für dM Frieden Europas werwolle Leben des -L-ultans in ernster Gefahr zu beschirmen, oder durch seine imponierende Haltung gegenüber der revolutionären Tat vor aller Welt bewiesen hat, datz er terroristischen Einflüsterungen nickt zugäugsich^pr^^^^^^^ cerern . Unter den fachfischen Antisemiten : LLNger.^ endlich Frieden mach^ • , wnHmio synromin" kstbrt I ^abren bestanden Reibungen zwrschan dem Blatte und und den Krieg fortsetzen antwortete die russ. I ' , g lhäusliLe Zwistigkeiten zu einer SLanbalaffäre aufgebausM^ I demoralisiert sei. 4’ liegen heute folgende ausführlicheren Meldungen vor: Der Sultan hatte eben das Gebet in der Moschee beende^ die aufmarschiert en Truppen waren abgezogen mtb der Summ «n Begriff, nach dem Palais zurückzukchren, als plötzlich eme erd- bebenartige Erderschüttcrung mit großem Getöse erfolgte. Durch den Luftdruck wurden alle Fenster m dn Moschee und in den Nebengebäuden zertrümmert. Dw Mosck^e tmrrbe innen und außen beschädigt. Der östreichisch^ungarische Botschafter Freiherr v. C ali e e, Legationsrat Otto, der dent s ch e und der italienische Botschafter, sowie em amerikanischer Legationssekretär wohnten der Selamlikfcrer ber Es herrschte große Aufregung und allgemeine Verwirrung. Erst eiMge Minuten nach der Erplosion wurde festgestellt, datz sie auf dem gegenüber der Mosckne befindlichen Platze erfolgt war, m eurer Entfernung von etwa 200 Schritt von der Stelle an der sich der Sultan befand. Nach Konstatierung des Tatbestandes durch die Polizei und, nackdem die Toten und Verwundeten. fortgetragen waren, begab sich der Sultan in Begleitung fernes ©dW Burhan Eddin, umgeben von seinem Gefolge nach dem Palais zurück. Der Botschafter Calice begrüßte den Sultan beim Passieren des diplomatischen Korps. Der Sultan gab durch Zeichen zu verstehen, daß sowohl et, <3X3 ferne Umgebung unverletzt geblieben seien. Während der Explosion und der darauf folgenden allgemeinen Verwirrung bewahrte der Sultan völlige Geistesgegenwart und zeigte eine ausgezeichnete Haltung I Auf der Explosionsstelle war der Bvden aufgennchlt und mit Trümmern von zerbrochenen Wagen und Pferdekadavern bedectt. Ein gußeisernes Stück der geschleuderten Bombe und der Grift, der wahrscheinlich zum Werfen der Bombe hatte dienen wllnr, wurden gesunden. Offenbar ist die Explosw-n- vorzeitig erfolgt. Durch die Explosion wurde außer emer östreichischen jungen Dame, die leicht verwundet wurde, kem fremder Untertan verwundet oder getötet. Die Za hl der T o tensoll 22 betragen, darunter 1 Offizier und 3 Soldaten. Vervnmdet sind 30 Personen. Bon dem Gefolge W Sultans wurde nur der Erzieher des Prinzen eehm, Baha-Bay, ge töte t. Ettva 70 Wagen- und Reitpferde wurden getötet oder verletzt. 25 für die Selamlik-Feier gemietete Wagen fehlen. Es A eme strenge Untersuchung eingelertet, die der Kriegsmmlster fuhrt Zahlreiche Personen wurden verhaftet, doch komtte infolge zufälliger Umstände eine Niederlage er- der Urheber nicht festgestellt werden Wahrschein- litten Bei der fatalen irischen Frage kam es dazu, indem l ich wurde er bei der ExsKoswn getötet. (äerMfte, ”0.(9 äT"onT«ti™«ÄrÄÄr Antrag der —r^moder Jung, setzung des irischen Budgets mit einer winzi^n Mehrheit '^robc ordnet an. daß die bei der Explosion Getöteten angenommen wurde. Der Ministerp ^ident Balfoirr toa^ begraben und die Verwundeten, die in das Jildishospitah über den Ausfall dieser Mstimmung, die feine ^^01= fiebTn^t wurden, nicht entlassen werden, bevor ihre Jdentttat genossen zu verhindern gesucht batten, derart bestürzt, daß und die UMersuckmng beendet ist. er sich außerstande sab, eine Erklärung abzugeben. Die "Freiher v. Calice, der nack der Explosion ^vorn -L-ultan m »VS m AW- englische Blatter wollen auch -nähren haben, das! Bal- Sanver-nen nsw Glück, four die Entscheidung von einem Plebiszit der^unionistiscyen i .pbepefd-fn zu. Das Ansehen des Sultans bei der Be- Partei abhängig machen werde. Nur wenn ihm durch eine tz^^rung hat außerordentlich gewonnen Der Zu-- solche genügende Unterstützung .gesichert wäre, wurde er tritt .um Selarnlik dürfte in Zukunft den Fremden gäMich den abgelehnten Budgetposten nochmals Vorbringen und verboten werden. Es wird befürchtet, daß Me türttsche Gehmm- nach dessen Annahme im Amte verbleiben. Sämtliche Re- polizei, deren Wirken jetzt s^wn das offcnkftche Leben m hohem kr7st?kch'-?sZ,l7tEr't1ä Ä privat- ^LsPrL°7°b ein°LL° schwach.- Äw S .b«- M HeTbefÄX roetataWritat.«!;jWfi«M: 5 ’ WC k-^Pa^irr „Eclair" aus Konstautinopcl berichtet SMWM--'SWLWSYW In Rußland wird allem^Mschein nach das ^oZ Su^an beschlossen und der Dater durch dcvs LoS immer größer. IM Vordergründe stehen die Erörterungen ^stim m t worden sein. über den „Verfassungsentlvurf" Bulygins, der sich ^mer über Wien aus Konstantinopel gemeldet wird, hat mehr als ein reines Zerrbild erweist und der zurzeit m Polizei in der Nähe der Hauptstadt bei einem 'Armenier Moskau auf dem Kongreß b^Semstwo-und^ eineHaussuchung vorgenommen und bei dieser Gelegenheit treter arg zerpflückt und verdammt wird. Die Autorität der Zeuge Dynamitbomben gefunden. Der Armenier wurden , Behörden geht dabei, weil diese die zunehmende „Bewegung I ' . . u > fürchten, immer mehr in die Brüche. Was man m Rußland noch vor Jahresfrist für unmöglich gehalten hat, geschieht jetzt: der besagte Moskauer Kongreß tagt trotz behördlichen Verbots und Einspruchs, und die Teilnehmer beweisen in ihrem Auftreten so viel Mut und Starke, daß man die Hoffnung auf eine friedliche Revolution ber besonneneren Reformfreunbe hegen darf. Herr v. Witte hat seinen Herrn unb Kaiser inmitten ber Nöte unb Drangsale auf Befchl verlassen und ist als Friedensapostel nach Paris preist, um sich von dort aus nach Amerika zu begeben und mit den Vertretern Japans Woche hoch oben in den nördlichsten schwedsichen Gewäsiern, I im bottnischen Meerbusen, dem äußersten Teile der Ostsee. Am Samstag aber hat er die Buchten von Nyland und Hernoesand verlaßen und ist an Bord ber Hohenzollern nach Wisby, der bedeutendsten Hafenstadt auf der schwedischen Insel Gotland, in See gegangen. Gotland ist den großen Hafen der russischen Flotte benachbart, und die Meldung von einer Ostseefahrt deS Zaren wird jetzt von verschiedenen Seiten bestätigt. Dadurch gewinnt das Gerücht von einer bevorstehenden Zweikaiserbegegnung neue Nahrung. Es wird sogar schon gemeldet, daß des Zaren Gefolge auf See aus 200 Personen bestehen wird und daß zwei Jachten des Marinedepartements die Zarenjacht ^Polarstern" als Begleitschiffe eskortteren werden. Die Zarenreise sei auf vier Tage berechnet. Die PeterSb. offiziöse Telegr.-Agentur will freilich von einer solchen Reise noch nichts wißen, trotzdem aber behauptet sich daS Gerücht von dem Zusammentreffen der beiden Kaiser sowohl in Paris wie in Berlin. Möglich ist eS ja, daß ber Zar die Absicht hat ober gehabt hat, mit Kaiser Wilhelm zusammenzutreffen, aber über die Ausführung dieser Absicht läßt sich wohl bei ber gegenwärtigen Unsicher-1 heit aller Verhältnisse in Rußland vorher nichts Bestimmtes^ sagen. Es verlautete übrigens vor einiger Zeit, daß Kaffer Wilhelm in direktem brieflichem Verkehr mit dem Zaren zu einem baldigen Friedensschluß geraten habe. Heute kommt die offiziöse Meldung aus Petersburg, daß der Zar am Sonntag nach Finland abgereist ist. .Von Fin- land nach Gotland ist die Entfernung nur gering. Der deutsche Kronprinz macht zurzeit mit seiner jungen Frau auch eine Ostseefahrt und ist bei dieser Gelegenheit mit dem dänischen KönigShause in Beziehungen getreten, dem in k^zem der Kaiser selber ebenfalls einen Besuch abstatten will. Am meisten besprochen wurde in der vergangenen Woche das Urteil im Bückeburger Mein eidSpr ozeß. Die Art und Weise der Zeugenvernehmungen und Zeugenbehand- lung wurde aus Anlaß des Falles Meyer-Ruhstrat unter bte , kritische Lupe genommen. Gleichzeitig kam daS Spielunwesen ber Beamtenschaft in Oldenburg wieder zu breiter Erörterung. Von einzelnen Seiten wurde zwar der Versuch unternommen, jene diskreditierte Beamtenschaft mit dem Hinweis darauf weißzubrennen, daß auch anderweitig viel haiardiert werde. Derartige verlegene Beschönigungsversuche sind aber natürlich nur dazu angetan, das Vertrauen breiter Bürgerkreffe gegen ganze Gesellschafisgruppen ohne genügenden Grund zu vermindern. Verfehlungen Einzelner in einzelnen Orten geben selbstverständlich niemandem ein Recht zu verallgemeinernden Anschuldigungen. Die Annahme, daß nach diesem Prozeß Herr Ruhstrat, der großh. oldenburgische Justiz- und Kultusminister, zurücktreten werde, hat sich nicht erfüllt. Ob aber nach alledem sein Ansehen im oldenburgffchen Lande nicht stark erschüttert ist, erscheint doch kaum mehr zwenelhaft. Man fragt sich, ob im Anschluß an die früheren Ruh,trat- prozeße nicht eigentlich schon längst von den maßgebendsten Stellen aus etwas hätte geschehen müßen, um diesen Skandal aus ber Welt zu schaffen. Es. ist nur neues Wasser auf die Mühle berer, die es auf die Vernichtung aller Staatsautorität abgesehen haben, wenn Manner m derattiger Stellung von Rechts wegen monate- und jahrelang so durch den Mund ber Leute gezogen werben wie m diesem Falle unb wenn vorläufig noch kein End- davon abzufth-n .st, ob es damit bald anders wird. Gegenüber der Meldimg, M Redakteure Schweynert und Biermann in -.lden- bürg hätten ihren Verteidiger mit der Wiederaufnahme ihrer Ruhstrat-Prozesse beauftragt, erklärt übriges Rechts- Anwalt Sprenger, ihm fei -'s Verteiler n.chts da- "°"Di-^bay^'rischen LandtagSwahlen sind beendet. Der bumor in der Tragikomödie ist, daß dabei die Sozial. kem°k?aten eigentlich am schlechtesten abgeschnitten haben da sie trotz der nominellen Zentrumshitse nur em n ein-iaen Sitz mehr ergattern konnten. Diesen Reinsall geben sie aber bei Leibe nicht zu, schimpfen vielmehr m dem bekannten Mebrinalchen Sauherdenton auf jeden, der diese schlichte Wahr- £** ".SVK g,*EÄ^g|S5srsr,s.-i«............. ste ävä’säs.*“- - •*-* ........... iW - SÄ'... Lpih>ren Versuch machen, in den Stadtverwaltungen zu ver- jffiE&NSS. S. «Ä=' H geblieben'°und°°man^7echmt nÄ Möglichkeit, daß er ^oes km unt etwa bei der Vorlage übe- die Verstaatlichung tages kommt, etm dann die Regierung nut ^in-m n°uen Appell an das Land wendet, um so ein- andere 3418 lasse. a»ai ylflrf90.- Sorte w A- , ’ V r nauciab^ to 1°W billig , SDllnA foie schwer schädigend auf die ganze Partei etntoirfen muß. Das Blatt schließt den betreffenden Artikel: Unter dem Leitwort: deutschnational und evangelisch allewege! gehen wir hoffnungssreudig der Zukunst entgegen und glauben, damit unseren Lesern besser zu dienen, als sie in sklavischer Unterwürfigkeit unter die wechselnden Weisheiten eines herrschsüchtigen Parteiführers, der es sertiggebracht hat, seine eigene Partei von jetzt ab in Sachsen mundtot zu machen." Spionierende Dienstmädchen sind die neueste Spezialität in Frankreich. Aus Paris wird telegraphiert: Der aus Anlaß der Spionageangelegcnheit kürzlich verhaftete Soldat Besse hat ein vollständiges Geständnis abgelegt. Der Harrptschuldigc wäre danach der flüchtige Soldat Pelissier. Die Schriftstücke, die die Mobilisierung des 15. Armeekorps betreffen, seien für 400 000 Francs an Italien verkauft worden. Der Kriegs Minister hat die Korpskommandeure beauftragt, ihren Offizieren zu empfehlen, daß sie sich vor den Machenschaften gewisser ausländischen Dienstvermittelungsburcaus in acht nehmen möchten. Diese Bureaus beschäftigen sich mit der Anstellung ausländischer Dienstmädchen in den Familien französischer Offiziere, wobei hervorgehoben werde, die Lohnfrage sei nebensächlich. Die Korpskommandanten sollten überdies eine vertrauliche Untersuchung über diejenigen Offiziere einleiten, in deren Häusern ausländische Dienstmädchen dienten, und gleichzeitig bereu Nationalität sowie das Bureau feststellen, durch dessen Vermittelung sie angestellt worden seien. — Es wird einer dreijährigen Arbeit bedürfen, um diesen nunmehr unbrauchbaren Mobilisierungsplan umzugestalten. Besse wird Mitte August in Marseille vor dem Kriegsgericht erscheinen. Are vm chirurgische Weteririärklirrik in Hießen. Die neue Anstalt ist, wie wir berichteten, am Mittwoch it^t Gebrauch genommen und sogleich in ihren Einrichtungen zur Aufnahme und Heilung kranker Tiere eifrig benutzt worden. Schon am Eröffnungstag hat Prof. Dr. Pfeiffer mit seinen beiden Assistenten eine größere Operation, die Beseitigung einer starken Brustbeule an einem Pferde, in dem neuen Operationssaal vorgenommen. Zahlreiche Patienten sind bereits in den Stallungen untergebracht. Prof. Dr. Pfeiffer hielt an die Studierenden bei der Eröffnung folgende Ansprache: Meine Herren! Es handelt sich heute nicht um eine offizielle Weihe der neuen Klinik, aber: „Zum Werke, das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein ernstes Wort." Wenn ich Sie als Hörer und mich als Ihren Lehrer nach unserer Tradi- dition zu einer Gemeinschaft zusammcnfasse, so darf ich sagen: Nicht nur ich, sondern w i r stehen heute vor einem Ereignis, und zwar einem besonders ftcudigen Ereignis. Die neue Klinik öffnet uns ihre Pforten, und die Räume, die der emsige Fleiß und die arbeitsgewohnte Hand der Bauleute geschaffen haben, werden fortan unserer wissenschaftlichen Arbeit und unserm, wie ich hoffe, unermüdlichen Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis als schöner Rahmen dienen. Der alte Spimch „Kleider machen Leute" gilt auch hier, demi es wird gewiß manchen geben, der jetzt unsere gemeinsame Arbeit in dieser Klinik mit ganz anderen Augen ansieht als früher, wo nur zu leicht der äußere Eindruck der Klinik Maßstab für ihre Leistungsfähigkeit gelten konnte. Wie verfehlt eine solche Anschauung ist, brauche ich vor einem fo urteilsfähigen Kreise nicht weiter zu erörtern. Aber jch "kann hinzufiigen, daß in der Tat Veterinär-Mediziner, welche ihr Studium in Gießen fortsetzen wollten, beim Anblick unserer alten Gebäude auf die Immatrikulation Bericht leisteten. Mit um so größerer Befriedigung habe ich wahrgenommen, daß wir am Studenten keinen Mangel haben, welchen bic Wissenschaft höher stand, als das alte Haus, in dem sie gereicht wurde. Diesen sage ich heute meinen herzlichen und aufrichtigen Dcnck. Wir haben ,chrüben" manches gelitten, Sie und üb, aber wir haben, einig in wissenschaftlichem Streben, alle durch die äußeren Verhältnisse gegebenen Widerwärtigkeiten zwar nicht gern, doch geduldig getragen in dem Gedanken an das Nahen des heuttgen Tages. Nun ist er da, und das Einzugsgeläute tönet uns zu: „Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus." Ja meine Herren, das war's, was im§ gefehlt hat. Die Räume wuchsen nicht mit uns und der (Ärtwicklung unserer schönen Wissenschaft. Kaum 40 Jahre ist es her, daß die jetzt von uns v e r l a s s e n e K l i n i k fiir wenige Studenten erbaut wurde. Matt darf annehmen, daß der damalige Neubau allen Anforderungen seiner Zeit gerecht geworden ist. Er bot Raum für eine Patientenzahl, welche sogar die Zahl der Hörer ungefähr um das Doppelte überragte. Die Stallhygiene hatte eine für den damaligen Stand der Wissenschaft ausreichende Berücksichtigung erfahren. Die Anfänge zum Ausbau und der weiteren Entwicklung von Laboratorien und anderen wissenschaftlichen Arbeitsräumen waren gelegt. Und nun alles veraltet, alles unzureichend, alles zu klein, kurz ein Musterbeispiel, wie jetzt eine Klinik nicht beschaffen sein soll. Nun, meine Herren, das können wir der alten Klinik und ihren Erbauern nicht zur Last legen. Die alte Klinik hatte sich überlebt durch den ungeheuren Fortschritt unserer Wissenschaft in den letzten Dezennien und konnte den Anforderungen jetzt nicht mehr genügen. So sehen wir denn die neue Klinik aus den Verhältnissen herausgeboren als ein schönes Zeichen der Entwicklung unserer Wissenschaft. Für Gießen bildet die Eröffnung dieser Klinik einen Markstein in der Entwicklung der Veterinär-Medizin an der Universität. Dieser Bau im Vergleich mit anderen Uni- versitätsbauten zeigt jedermann die Anerkennung und Gleichberechtigung unserer noch jungen Wissenschaft an der Universität. Wir können nur den Wunsch haben: Weiter in dem betretenen Gleise! Gießen hat nun wieder eine schöne, gemeinnützigen Zwecken dienende Anstalt mehr. Mehr als nur die Unterstützung der praktischen Ausnützung unserer Haus- und Nutztiere dürfen wir aus der Errichtung einer solchen Klinik ableiten. Das große, imposante Bauwerk da draußen an der Frankfurterstraße ist für die Tierwelt erbaut wprden, deren kranken und hilfebedürftigen Vertretern unser Mitgefühl, unsere Fürsorge und Hilfe in der gleichen Weise zu teil werden soll wie den Menschen. Wenn auch die praktischen Heilversuche in der Veterinärmedizin weniger weit gehen als in der Schwesterwissenschaft, der Medizin, wenn auch in einzelnen Fällen die Tötung schwerkranker Tiere als am zweckmäßigsten erachtet und vorgeschlagen wird, so steht darum die tierärztliche Wissenschaft in ihrem Ansehen nicht minder hoch. Das Objekt dieser Disziplin ist so dankbar und wichtig, wie das aller anderen Wissenschaften, und ein krankes Tier zu heilen erfordert gleich große Kenntnis und gleiche Geschicklichkeit wie die Heilung kranker Menschen. Unternehmen wir nun einen Gang durch die neue Klinik, ttm ihre Einrichtungen zu besichtigen. Wir betreten von Süden her das Gebäude durch den Haupteingang und befinden uns iin Vorbereitungsoder Verbandsraum. Ueber diesem und den anderen Mittelräumen liegen im höheren Stockwerk Räume für Verwaltung, Wohnungen 2C., die noch nicht fertiggestellt sind. In den beiden Flügeln aber rechts und links befinden sich, wie schon von außen wahrzunehmen ist, die Stallungen. Im Vorbereitunasraum, in welchem sich besonders zahlreiche Spülvorrichtungen befinden, werden alle Vockehrungen für die Operationen getroffen, die in dem durch eine Schiebetür davon getrennten Operationssaal stattfinden. Wir bemerken zunächst den Operationstisch für Pferde und Rinder, der am Boden liegt, durch Winden aufgerichtet und in den nebenan liegenden Saal gefahren werden kann. Die Tiere werden entweder auf den Tisch niedergelegt oder an die aufrecht stehende Platte zweckmäßig angeschnürt, die dann uingeklapvt wird. Als Unterlagen für die Patienten werden Matten benutzt. Der geräumige, Helle Operationssaal selbst ist nach neuestem Muster eingerichtet. Sein Licht erhält er teils durch ein Glasdach, teils durch die Fenster. Der Operationstisch kann nach allen Seiten gedreht werden, sodaß die Aerzte bequem Hand anlegen können. Es stehen in dem Raum noch ein fahrbarer Operationstisch für kleine Haustiere, Jn- strumentenschränke, ein fahrbarer Jnstrumententisch sowie ein fahrbares Gestell mit Desinfektionsflaschen. Außerdem sind Warm- und Kaltwasserbehälter mit flüssiger Seife vorhanden. Rings um den Operationstisch, der in der Mitte steht, erheben sich amphitheatralisch die Zuschauerbänke. Der mit elektrischem Licht und Zentralheizung versehene Raum, dessen Fenster nach Norden gerichtet sind, ist, worauf natürlich besonderes Gewicht gelegt werden mußte, sehr leicht und gründlich zu reinigen. Die Ecken und Kanten am Boden sind aus- gerundet, die Wände sind bis etwa Manneshöhe ausgeplättet und der Terrazzoboden hat einen muldenförmigen Abfluß. Auch für Ventilation ist genügend Sorge getragen. Nebenan im Westflügel liegt ein Raum für Verbandstoffe u. dergl., in welchem später auch ein Röntgenapparat aufgestellt werden soll, und diesem gegenüber ein Aufenthaltszimmer für die Studenten. Auf dem Gange befinden sich überall Waschbecken. Gehen wir im Westflügel weiter, so kommen wir noch in eine Geschirr- kammer und danach in die Stallungen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Anstalt hat Platz für 3 3 große Haustiere. Im Südteil des Westflügels liegen 4 Boxen und 5 Einzelstände für Pferde. Auch die Stallungen haben elektrisches Licht und geeignete Ventilation. Die Futterraufen und Anbindezügel sind so eingerichtet, daß die Tiere sich nicht verletzen können. In den 4 Boxen kann durch Einlegen von Querbäumen für 8 Pferde Platz geschaffen werden. Üeberall bemerkt man kleine Glasbehälter, worin die Krankengeschichten, Berichte über den Verlauf der Krankheiten, von außen sichtbar werden. Hervorzuheben ist das Prinzip der getrennten Stallungen, so daß also bei ansteckenden Krankheiten die betr. Tiere abgesondert werden können. In jedem Flügel des Baues befindet sich eine Futtcr- kam mer, an deren Decke vom Speicher aus Heu und Stroh abgeworfen wird. Im Nordteil des Westflügels sind 6 Einzelstände für Pferde mit eiternden Wunden. Hier, wie auch drüben, befinden sich an den Decken Ringe für Hängegurte, mit denen durch Flaschenzüge die Tiere in die Schwebe gebracht werden können, um den Tieren das Stehen zu erleichtern. Wir begeben uns wieder in die Mittelräume, sehen das schwarze Brett für Anschläge, einen kleinen Raum, worin ein Sterilisations- und ein Messerkochapparat heiße Dämpfe verbreiten, gegenüber die Aborte für die Studierenden, ferner ein Wartezimmer für Supplikanten und ein Raum für die Kasse undRezeptabgabe, worin sich auch ein Telephon befindet. In der Nordabteilung des Ostflügels betreten wir wieder sechs Einzelstände. Hier sehen wir auch an der Wand einen Hydrothermoregulator zur örtlichen Ueberwarmung von Körperteilen der Tiere, wobei die Temperatur des Wassers nach Bedürfnis genau geregelt werden kann. Im Ostflügel ist auch ein Raum für ein Versuchspferd, das bei den 33 großen Haustieren, die in der Anstalt Platz haben, nicht mitgezählt ist. Dann passieren wir zwei einander gegenüberliegende Boxen für Hengste, die Stallung für Rindvieh und einen Am bulantenraum. Damit sind wir mit der Besichtigung der Parterreräume zu Ende. Wir treten durch das Hauptportal wieder heraus, sehen links das Vorlesungs- und Verwaltungsgebäude, welches noch nicht fertiggestellt ist, und weiter, nach der Frankfurter Straße zu, die normale und die pathologische Anatomie. Vor uns liegt ein Platz zur Vorführung der zu untersuchenden Pferde. Die zur Klinik gehörenden Hun desta ll un gen sind erst im Bau begriffen, dagegen ist die Lehrschmiede bereits fertig. Das Dach des schmucken Häuschens ist rundum vorgebaut und mit Pfosten gestützt, zur Arbeit im Freien. Drinnen sehen wir den Schmiederaum, ferner den Aufenthaltsort und Aufbewahrungsort für Geräte und dergl., und einen Raum für Abhaltung von Hufübungen. Im oberen Stockwerk befindet sich die Wohnung des Lehrschmiedes. Das Haus steht in unmittelbarer Nähe der Eisenbahngleise; vielleicht wird später einmal ein Anschluß der Klinik an die Bahn vorgenommen. Die Zugangsstraße zu der neuen Anstalt von der Frankfurterstraße aus befindet sich vorderhand noch im „Rohbau". Möge der Neubau als eine Stätte ernsten wissenschaftlichen Strebens und Schaffens der Veterinärmedizin in Gießen zum Segen gereichen und ihren regen Entwickelungsgang weiterhin fördern helfen. Die Gaszentrale in Laubach. Wir erhalten aus Laubach folgende Zuschrift, die sich auf die jüngst in unserem Blatte veröffentlichten kritischen Betrachtungen von Rechtsanwalt Raab aus Gießen beziehen und eine Entgegnung darauf bedeuten, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. So wohlmeinend diese Betrachtungen an sich gemeint sein mochten, lautet die Zuschrift, so sind doch die vielfachen Irrtümer, die diese Betrachtungen einschließeu, geeignet, die besungene Einigung der beteiligten Gemeinden zur Ermöglichung der Einfühnmg einer modernen Beleuchtungsart zu gefährden und die beteiligten Gemeinden wieder um den erhofften zeitgemäßen Fortschritt zu bringen. Dem Herrn Verfasser ist doch wohl auch bekannt, daß wir hier auf dem Lande uns schon seit langen Jahren bemüht haben, auch für uns eine zeitgemäße, zentrale Beleuchtung zu sichern. Unsere früheren Bemühungen hatten den Erfolg unter Leitung einer damals bedeutenden Elektrizitäts-Gesellschaft ^Kummer- Dresden) annähernd dieselbe Gruppe zusammenzuschweißen, wie heute, für die Durchführung eines Elektrizitätswerkes mit einer sog. Ueberlaudzentrale. Damals schon wurde eifrigst nach dem vom Verfaffer angezogenen großen Wasserreichtum am Vogelsberggesucht, ohne aber einen solchen zu entdecke u. "Gin gewisser Wasserreichtum ist ja wohl vorhanden, aber eben bei weitem nicht hinreichend, um auch nur den Betrieb für eine bescheidene elektrische Heberlandzentrale zu ermöglichen; beim schon bei nur 10 000 Lampen mit je 16 Kerzen Lichtstärke, die damals nieberft als zur Reute notwendig erschienen, sind rund 1000 Pferdekräste inkl. der notwendigen Reserve erforderlich. Bei 10 Meter Gefälle wären zur Erzeugung dieser 100l> Pferdekräste aber 10000 Liter Wasser per Sekunde erforber- lich, also ein Wasserquantum, das am Vogelsberg nicht z u erhalten ist, am wenigsten aber konzentriert auf ein Ge- fälle von 10 Meter in einem Fluß- oder Bachbett. Die Anlage von Talsperren setzt aber neben einem entsprechend großen Niederschlagsgebiet, das die Meteorwasser diesem zuführt, auch eine entsprechende Konfiguration des Gebirges voraus, die ermöglicht, mit verhältnismäßig geringen Kosten pro Kubikmeter Fassungs- raum, eine ausgedehnte Talschlucht am Unterlauf eines oder mehrerer entsprechenden Flüffe oder Bäche mit billigem Oedland abzuschließen und in einen Stausee mit vielen Tausend Kubikmeter zu verwandeln. Auch diese Verhältnisse treffen am Vogelsberg re. in feinem Falle zu. Genügend große, billige Wasserkräfte sind uns somit versag, und Ausnützung kleiner Wasserkräfte sind nach Anlage und Betrieb für diesen Zweck zu teuer, damit fallen alle weiteren Ausnützungs- perlpektionen von selbst. Für die frühere Elektrizitätsgruppe war daher zum Betrieb Dampfkraft unter Verwendung unserer billigen Braunkohlen in Rechnung gestellt. Plötzlich aber kam der große Rückschlag in der Elektrizitätsbranche. Die weitaus meisten Elektrizitäts-Zentralen ergaben feine Betriebsrenten, arbeiteten vielmehr mit beträchtlichen Verlusten. Die Eleftrizitätssirmen, die derartige Konzessionen auf Konzessionen erworben und betrieben hatten, verloren schweres Geld und eine Reihe derselben hörte überhaupt auf zu existieren. Damit mußten auch wir unser schönes Elektrizitätsprojekt mit Ueberland-Zentrale zu Grabe tragen. Der Traum war schön, aber bitter das Erwachen. Ein Glück aber für die beteiligten Gemeinden war es, daß diese nicht selbst die Sache in der Hand hatten, bezw. daß die Anlage nicht auf Kosten der Gemeinden durchgeführt wurde; denn statt der vom Verfaffer erwähnten Einnahmequelle im Gemeindehaushalt würde die Anlage eine dauernde hohe Belastung im Gemeindehaushalt bilden, eine derartige Belastung können aber unsere hier in Frage kommenden Agrargemeinden nicht dauernd ertragen. Sind aber die Verhältnisse inzwischen nicht andere geworden? Nein, wie die Erfahrungen lehren, nicht! Die meisten Gemeinden und darunter selbst Großbetriebe, wie die der Stadt Frankfurt a. M., haben an ihren Elektrizitätswerken noch keine finanziellen Erfolge, sondern vielmehr fortgesetzt Einbußen erlitten, die schließlich diese Gemeinden ertragen können, nicht aber so unsere Agrargemeinden. Es finden sich heute für Durchführung der Versorgung unserer Gruppe mit Elektrizität feine Elektrizitätsfirma oder Gesellschaft, die es wagt, diese auf eigene Rechnung zu unternehmen. Warum wohl? Weil für diese Anlage unter Umständen wohl eine Rente herausgerechnet, aber nicht herausgewirtschaftet werden kann. Dafür sollen nun die vereinigten Landgemeinden mit dem Geldbeutel unserer Steuerzahler einspringen. Nein, dafür danken wir doch bestens. Für derartige Ratschläge fehlt un§ in der Tat das Verständnis und noch mehr aber unseren Steuerzahlern der unerschöpfliche Geldbeutel. Wir haben hier außen auf dem Lande auch selbständig denken gelernt. Wir haben, weil sich dort jeder selbst der Nächste ist, alle Faktoren reiflich überlegt; denn es handelt sich doch in allererster Linie um.unseren Geldbeutel. Wir haben unseren Eleftrizitäts- traum ausgeträumt und haben unbeeinflußt mit offenen Augen geprüft und erwogen. Dadurch sanden wir, daß in dem Kvnknrrenzkampfe zwischen Elcktrizitäts- und Steinkohlengasbelenchtung, letztere mit der Erfindung des Auerglnhlichtes die Palme des Sieges davongetragen hat. Durch diese epochemachende Erfindung neben den wesentlichen Verbesserungen an Oefen und Apparaten wurde das Steinkohlengas das billigste Beleuchtungsmit- tel, um ca. 40. Prozent billiger als Petroleuri- beleuchtung. Diese Billigkeit neben seinen sonstigen teilen und Annehmlichkeiten, die denjenigen der Elektrizität wenig nachgeben, sichert dem Gaslicht die allgemeine Einführung; denn auch der sog. kleine Mann kann noch wirtschaftliche Vorteile hierbei genießen, während sich die Ausgaben für elektrisches Licht auch der sog. mittlere Mann versagen muß, wie die Tatsachen der Lichtvechnungcn an anderen Orten beweist. Zum Kochen und Heizen kann bis auf 'wohl ferne Zukunft die Elektrizität nur dort in Betracht kommen, wo das Geld keine Rolle spielt, während zum Kochen sich Gas nachweislich eher billiger als teurer stellt wie Steinkohlenherdheizung. Als Mvtorkraft eignet sich der Gasmotor bekanntlich ausgezeichnet. Seine Anschaffungskosten sind allerdings höher als die der Elekttomotoren ohne deren Anhängsel, wie Schaltbvctt, Sicherungen, Anlasser, Elektrizitätszähler usw.? aber der Betrieb ist um die Hälfte billiger und diese dauernden Bettiebsausgabeu fallen doch mehr in Betracht. Also auch nach allen diesen Richttmgen ist daS Stein« kohlengas wirtschaftlich der Elektrizität überlegen. Bescheiden, wie wir nun einmal draußen auf dem Lande sind, begnügen wir uns mit dem was wir zu unserem Vorteil erreichen können, insbesondere, wenn wir dabei bewiesene reellere Werte eiutauschen. Mit Utopien können wir nicht beleuchten, noch kochen und heizen, noch Motore betreiben. Wir sind daher vorsichtig und haben ein Kopfzerbrechen nicht gescheut. Wir wissen ganz gut, daß vie Konzession für die zentrale Beleuchtungsanlage von der Gesellschaft nicht toegen der schönen Lage unserer Gemeinden am Vogelsberg, in der Wetterau usw. erworben wurde, sondern daß diese die Konzession nur nimmt, weil sie sich eine sichere Rente nicht nur herausrechnet, fonbern auch herauswirtschaften wird. Wir könnten also hier mit weniger Gefahr die Sache selbst auf unsere Rechnung durchführen, als dieses bei einer Elektrizitätsanlage der Fall wäre. Wir wissen aber auch, daß eine derartige Anlage in erster Linie einer ausgezeichneten Organisatton bedarf um eine Rente heraus zu wirtschaften. Ist alles klipp und llar und im besten Trab, so haben sich die Gemeinden das Recht des Rückkaufs nach 5, 10 usw. Jahren gesichert, loobei die Bewertungen, Verrechnungen usw. alles genaucftenS festgelegt sind. Eine friedliche Scheidung ist somit viel näher gelegen als ein Streit. Aber auch für Mein- unasverschiedenheiten ist Vorsorge getroffen. Ein fachmännisches Schiedsgericht mit dem jeweiligen Kreisrat als Obmann wird nach Rechtem ohne Grund zu entscheiden verstehen. (Schluß folgt.) * Der Kronprinz und die dänische Bäuerin. Bei dem jetzigen Aufenthalt des deutschen Kronprinzenpaares in den dänischen Gewäffern hatte, wie wir berichteten, der Kronprinz in der Nähe von Aarhus, einem von seinem Schwager, dem Prinzen Christian von Dänemark, befehligten Exerzieren beigewohnt. Nach Beendigung der Hebung trat der Kronprinz im Automobil die Rückfahrt nach Marselisburg an. Auf der Landstraße kam dem langsam fahrenden Automobil ein Bauernwagen entgegen, dessen Pferd vor dem großen roten Kraftwagen scheute. Vergebens suchte die alte Bäuerin auf dem Kutschersitz das Pferd zu zügeln. Es riß sich los, während der Wagen mit einem Schwung in einen Graben geschleudert wurde. Der Kronprinz ließ sogleich halten und der klagenden Alten, die leichte Beschädigungen an den Händen und am Kopf erhalten hatte, von einem seiner Chauffeure 20 Kronen reichen. Nachdem ein anderer Chauffeur glücklich das Pferd eingefangen hatte, setzte der Kronprinz die Fahrt fort mit der an dre Wohin®? »U "n QuftSl nLK roe"6*'meä^; 's*!’M« n ft'Mettl’»iil Mtat. S'n -echeud n Je Z">v >«hq, 2» «^ ,r*, bi, '*“»'<». n$"bi,”i=kr5Sih*. ■ UnJttünif ,5U* üä‘W. 2 -’S* L«' L ääS * : A-"/ K? m bkstmA to> felr* M versteh- M i e,i«, *• lt oo« - *Ks“nbi?"5 (nto«1"’1 m W «0*. '*S5irgiW gen W* L Md i* J%Ss b * > -* K--S . 218.00 . 239.00 . 144.60 . 252.50 239.00 144.50 252.25 217.62 Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Nuiverfttäts-Yachrichteu. Berlin, 22. Juli. Der Verband deutscher Hoch- schulen ist heute Vormittag in C-Harlottenburg zusammengetreten, um sich mit dem jüngsten Vorgehen des preußischen K u l t u s - Ministeriums gegen die S t u d e n t e n - Ll u s s ch ü s s e zu beschästigen. Erschienen find Delegierte von Stuttgart, Lharlottenburg, Hannöver, Jena. Rostock, Danzig, Göttingen und Berlin. (Universität und Berg-Akademie). (Tägl. Rundschau) Würzburg, 22. Juli. Zum R ck tor der Universität wurde Professor Eovcrie, Zoologe, gewählt. _ Bochumer Guß . Harpener Bergbau . . Tendenz: Ziemlich fest. Schellhaas dahier. — 9. Helene Müller, geb. Weber, 49 Jahr« alt, Ehefrau des Landgerichtsrats i. P. Wilhelm Muller dah,er. - Martin Dietz, 78 Jahre alt, Rentner dahier. — /0- Gustav Wilke, 19 Jahre alt, Wagner dahier. — Heinrich Bechthold, 37 Jahre alt, Kutscher dahier. — 16. Peter Richard Urmersbach, 2 Mte. alt, Sohn des Gastwirts Johann Richard Urmersbach dahier. — 17. Magdalene Schimpf, geb. Müller, 74 Jahre alt, ohne Berus, dahier. — 18. Konrad Jung, 72 Jahre alt, Kaufmann, dahier. Frau gerichteten Aufforderung, Schadenersatzansprüche für den Wagen rc. beim deutschen Konsul in Aarhus geltend zu machen. * Prinzessin Luise von Koburg sandte dem „®erL Tagebl." folgende Erklärung: Auf meine Bedingung, nur durch einen anständigen Advokaden Ausgleichanträge entgegennehmen zu wollen, wurde die Ehescheidungsklage des Prinzen Philipp von Koburg gegen mich, noch ehe dieselbe mir zugestellt war, in der „N. Fr. Pr." veröffentlicht. Der Kritik dieses Vorgehens mich enthaltend, möchte ich betonen, daß ich bisher jeden persönlichen Angriff gegen den Prinzen Philipp von Koburg vermieden habe. Wenn ich nun durch die Veröffentlichung einer so gearteten Scheidungsklage, welche von Unwahrheiten, Verdrehungen und Entstellungen strotzt, zu meiner Verteidigung gezwungen bin, alle Rücksicht fallen zu lassen und dadurch eine entartete Ehe der Oeffent- lichkeit vorgeführt wird, sei hiermit festgestellt, daß ich den Anlaß hierzu nicht gegeben habe, sondern herausgefordert worden bin. * Automobil-Unfälle. In Al ost (Belgien) zannte ein Automobil infolge eines Steuerdefektes in eine Gruppe junger Mädchen eines Pensionats. Einem Mädchen wurden beide Beine abgefahren und es starb bald darauf, vier andere wurden schwer verletzt. Der Lenker des Automobils, das zertrümmert wurde, konnte sich durch Abspringen in Sicherheit bringen. — Ein Motor- rennen in Brighton (England) wurde durch einen ernsten Zwischenfall gestört. Der Rennfahrer Brown und der Chauffeur Edge hatten einen Ausflug gemacht. Als der Wagen einem Passanten ausweichen wollte, schlug das Gefährt um. Edge wurde dabei getötet, während Brown einen Beinbruch erlitt. * Die Explosion auf dem amerikanischen Kanonenboot. Aus San-Diego (Kalifornien) wird noch gemeldet: Bei der Explosion gab es 39 Tote und 80 Verletzte. 15 Personen werden noch vermißt. Die Katastrophe ist angeblich eine Folge von Keffelexplosionen, obwohl der Chefingenieur der Marine erklärt, diese hätten nicht eine so furchtbare Gewalt entwickeln können, daß das ganze Schiff zum Wrack wurde und die Seeleute weit in bas Meer geschleudert wurden. Etwa 250 Mann waren an Bord, als die Explosionen erfolgten. Die Offiziere waren auf dem Deck verstreut, sodaß nur einer getötet wurde, während die Mannschaft größtenteils unter Deck war. Von den Verletzten dürften viele sterben. Die Kessel waren amtlich als reparaturbedürftig bezeichnet, indessen erklären Fachmänner, daß die Explosion der Kessel nie eine solche Katastrophe verursachen konnte. * KleineTageschronik. Bei einer mit zwei Kameraden unternommenen Tour auf dem Blümlisalphorn (Schweiz) stürzte am Freitag der Gymnasiast v. Muralt aus Bern ennge 100 Meter a b und wurde am Samstag von einer zur Rettung ausgefandten Expedition als L e i ch e gefunden. - Auf dem Gu Alt-Z arnkow in Hinterpommern, erdol ch t em der Nacht auf Samstag em Schweizer in einem Awall von Geistesstörung den Gutsbesitzer Harlofs befielt Frau und zwei Kinder. — In Wil- h e 1 m 5 h a i e n ist gegen den Hauptmann Schering, zuletzt bei dem Marine-Expeditionskorps in Südwestafrika ein gerichtliches Verfahren eingeleitet worden wegen einiger V e r g e h e n tm jiidwe stafrlkanischen Feldzuge. - In O st e n b e ereignete sich auf dem deutschenTorpedoboot, welches die dort zu einem Rennen erschienene beutfche Kaiser-Yacht „Meteor" borthin begleitet fiat, ein ernster Unfall. Währenb bie Offiziere den Besuchern bie Handhabung der Geschütze erklärten, entlud sich eines derselben aus noch nicht aufgeklärter Ursache, wobei ein Geschoß einem deutschen Kellner einen Arm ab riß. ßüö den StkndkSMitareslflrru der Stadt Gießen. Aufgebote. Juli 7. Richard Dahmer, Metzger in Herbstein, mit Karoline Christine Finke dahier. — Tr. Franz Anton Johann Bitte!, Gerichtsassesfor in Darmstadt, mit Nanny Prinz dahier. — 9. Friedrich Wilhelm Gebhardt, Kunstschlosser dahier, mit Helene Auguste Bender hierjelbst. — 10. Dr. Ernst Heinrich Wilhelm August Vogt, Privatdozent dahier, mit Anna Klara Emilie Thekla Höhlbaum hierselbst. — Maximilian Rosenthal, Kaufmann dahier, mit Johanna Kanter in Gelsenkirchen. — 13. Wilhelm Johann Karl Alfred Deiker, Kaufmann in Düsseldorf, nut Elisabeth Wilhelmine Friederike Viktoria Dörr dahier. — 14. Adolf Louis Trümpert, Gerlchtsassessor in Butzbach, mit Auguste Margarete Ida Hedwig Köhler dahier. — 15. Karl Ludwig Emil Friedrich Traber, Gerichtsassesfor dahier, mit Wilhelmine Sophie Emilie Schneider in Lauterbach. - 18. Ludwig Steinhäuser, Kaufmann dahier, mit Elsa Seuling hierselbst. — 19. Adam Hohmeter, Schneider dahier, mit Karoline Busch hierselbst. Eheschließungen. Juli 8. Ferdinand Stennstiel, Kaufmann dahier, nut Elise Enders hierselbst. — Wilhelm Ulrich, Bäcker dahier, nut Luise Friederike Appel in Londorf. — 12. Karl Beaury, Floßmeister m Kastel, nut Johanna Margarete Wormsbächer dahier. —15. Karl Ludwig Philipp Ziegler, Kaufmann in Höchst a. 2Jc. nut Jmalte Luise Mecke dahier. — 19. Franz Bauer, Brauer dahier, nut Eliabethe Koch hierselbst. - 20. Johannes Philipp Duchardt, Metzgermeister in Alsfeld, mit Lina Feußer dahier. Geborene. Juni 30. Tein Taglöhner Otto Rausch ein Sohn. — Juli 2. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Gelsebach eine -sachter Emilie Margarete Luise. — Dem Metzgermeister Heinrich Decker ein Sohn. — 4. Dem Kaufmann Gustav Stein ein Sohn Friedrich. — 7. /^em Küfer Heinrich Philipp Sommerkorn ein Sohn. — 8. Dem Eisen- bahnwerkstättearbeiter Franz Henn eine Tochter. — 9. Dem Hilfs- bremser Ludwig Arnold ein Sohn Erich Willy Hans. — 11. Dem Schlosser Johann Friedrich Urban ein Sohn. - Dem Eisendreher Karl Martin Schäfer ein Sohn Karl. - Dem Privatdozenten Dr. Hans Köppe ein Sohn. — 12. Dem Kaufmann Emil Geismar em Sohn Karl August Emil. - 13. Dem Schneider Heinrich Martin Gerdes ein Sohn Heinrich Karl. — Dem Kaufmann Theodor Vaudel ein Sohn Wilhelm Ulrich. — Dem Techn. Eisenbahnpraktikanten Albert Berthold Mohne eine Tochter. - 10. Dem Fuhrknecht August Kratz ein Sohn Heinrich. - 13. Tem Kans- mann Johannes Lüsters ein Sohn Hans August Ludwig. — 14. Dem Tapezier Ludwig Offenbacher eine Tochter Karoline. — Dem Taglöhner Heinrich Pitz ein Sohn Heinrich Adolf. - 16. L.em Kaufmann Ernst Müller II. ein Sohn Helmut Ernst Karl. — 17. Dem Tapezier Friedrich Julius Böhling eme Tochter Johanna. — 20. Dem Universitätsprofessor Dr. Samuel Adalbert Eck em Tochter Lilly. Gestorbene. Juli 8. Minna Schlüter, geb. Möhl, 54 Jahre alt, Ehefrau des Kaufmanns Karl Schlüter dahier. - Elisabethe Schellhaas geb. Leonhard, 79 Jahre alt, Witwe des Materialverwalters Jakob Die Ammen stnd eine Plage für bie Kannlie, da sie tm Bewußtsein ihrer Wichtigkeit die Sorge des ganzen Haushaltes für sich beanspruche,i. Die Ernährung der Kinder mit Kufekes Kinder- mehl macht wegen der leichten Zubereitung der Mutter nur geringe Mühe und berührt den übrigen Haushalt garnicht. Dabet ergabt diese Ernährung die günstigsten Resultate, da das Kufeke-Kmdermehl die in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe im richtigen Verhältnisse besitzt, stets gleichmäßig hergestellt wird, hattbar ist und das Körpergewicht des Kindes sehr günstig beeinflußt. Die nut Kufekes Km- dermehl ernährten Kinder werden von -Nagen- und Darmkatarrhen weniger heimgesucht, da es eine leicht verdauliche Nahrung ist, welche im Darm den dort vorhandenen Krankheitskeimen einen schlechten Nährboden darbietet. 88% (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2*/a Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. 206.90 Kerichlsjaal. — Einen Kampf um sein Kind führt der Anstreicher Gustav Herrling, der unter der Anklage eines Vergehens gegeii die, persönliche Freiheit, der Körperverletzung und des schweren Haus-' niedensbruchs vor der dritten Ferienkammer zu Berlin dieser -tage stand. Ter völlig unbescholtene Angeklagte ist seit längeren Jahrew verheiratet. Die Ehe war aus vielen Gründen nicht glücklich. Im vergangenem Jahre kam es zu einer Trennung der Eheleute. Die Frau strengte eine Ehescheidungsklage gegen den Angeklagten an. Tie Ehe wurde geschieden, wobei der Mann als der schuldige Teil in Betracht kam'. Das aus der Ehe stammende Kmd wurde der Frau zugesprochen. Der Angeschuldigte weigerte sich trotzdem auf das energischste, das Kind, ein jetzt siebenjähriges Mädchen, an dem er sehr hing, herauszugeben. Tie geschiedene Frau trachtete gleichfalls, das Kind zu erlangen und versuchte dies nut allen möglichen Mitteln durchzusetzen. Schließlich gelang es ihr, zu ermitteln, daß sich das Mädchen in der Nähe von Potsdam m Pflege befinde. Sie fuhr dort hin und nahm das Kind mit sich. Als dies der Angeklagte erfuhr, setzte er alles daran, um wieder m den Besitz des Kindes zu gelangen. Eines Tages traf er die Frau nut dem Kinde; er stürzte sofort auf das Mädchen zu und versuchte, es seiner Frau zu entreißen. Es kam zu einem heiligen Streit, wobei der Mann die Frau mißhandelte. Nach einiger Zeit erschien der Angeklagte vor der Wohnung der Frau, in der nur das Kmd anwesend war. Er holte einen Schlosser und ließ sich die Wohnuiigstur offnen, um das Kind mit Gewalt zu holen. Inzwischen war durch eme Hausbewohnerin ein Schutzmann herbeigeholt worden, der ihn an der weiteren Ausführung seines Vorhabens hinderte. Vordem hatte er wiederholt gedroht, wenn man ihm das Kind wieder entreißen würde, werde er dieses und dann sich selbst erschießen. Als man ihn nach der Polizeiwache brachte, fand man dort einen scharfgeladenen Revolver bei ihm. — Vor Gericht war der Angeklagte geständig und bat um eine milde Strafe. Der Gerichtshof berück- sichtigie die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten und erkannte deshalb auf eine Gesamtstrafe von nur sechs Wochen Gefängnis. Haiidrl und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 22. Juli 1905. er o <-r Gl cz re rr P: er s H re re-^ <— ShC" w-cm ei ä ".B.3 C9 O ro «-f- S ro P £ HK® UP o o rr er-tS ro 2. <^-r-L CP rt z er S r» " B L L § S LV CT SO r: CP LV CP ar SO CD O —r er 3J p. rt . , er" S rt rt te- isu rt te teu Fm rt et Z PF " te CM _n P p —r- P= rt °* P P rt - rl te ^2,"rt er ® « 3§rr3 ö V» rtWWZ « w - ■ • va o rt rt ° ctm — P. e «7? £ A 3 te — xnCP 2 rt « o °"te? cp y —n te-’^ 5'^-(^"rt2)§P p rt-2, rt 51 P o-rt 3-co S- te 2 xp 2 ssi p er te" te ro te x te rt^vu SßcpS^te^cp «0 te ro" er* 5 2. s K' S CP CO CP te rt rt- Cü Ö^rt rt y te_^ P: 2. js'p rt rt _____ rz- r** rt e: rs öl rs Zum neuen Saalbau — -........ (früher Steins Garten) 1 Montag, den 24, Juli Grosses Koaizer t zum Besten des Invalidendank au«"eführt von der cai/7 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan: 1. Deutscher Schützt ruppen-Marsch. 2 Jubel-Ouvertüre. Weber. 3. In lauschiger Nacht! Walzer. Ziehrer. 4. Prolog a. d. Bajazzo. 5 Richard Wagner: Ouvertüre Tannhäuser. 6. Kaiser-Marsch. Finale a. Bienzi. 8. Fantasie a. d. Op. Der fliegende Holländer. 9. Kriegsmarsch aus der Oper Die Bärenhäuter, Siegfried Wagner. 10. Schatz, Walzer. Strauss. 11. Nauheimer Sprudel, Galopp. Krausse. 12. Militaria! Potpourri. Schreiner. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Philippsgernemde. Sonntag den 30. Juli er. Sommerfest 'Restauration Gambrinusbräu (H. Otto), Frankfurterstr. Von nachmittags 3 Uhr ab: Konzert, Tanz u. Bolks- -elustigung, wie Preisschienen, Kinderspiele re. Um 6 Uhr: Aussteigen eines Riesenluftballons. Abends: Italienische Nacht. 3897 Der Gemeinderat. Mein Bnreau befindet sich jetzt 04863 Liebigftraße Nr. 17» BCIareeiaar, Rechtsanwalt. Chirurgische Velerirär-KH. 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Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzu- reichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 21. Juli 1905. B2% Städtisches Hochbauamt Gerbel. Versteigerung. Dienstag den 25. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere , icf) Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Drehbank, 1 Fahrrad, eine Nähmasch., 11 Fenster, Knaben- Schnürstiefel, Regenschirme, Spazierstöcke, 6 Gänse, 3 Hühner und Möbel aller Art. 3891 Born, Gerichtsvollzieher. AteWkMck abzugeben bei 3893 6. Gottmann, Marbgr. Str. 65. Mittwoch de« 26. Mil. I., nachmittags 2 Uhr, 3898 versteigere ich im Bieker'schen Saale: 10 Mille Zigarren, ein Vertikow, 1 Pseilerschränkchen, 1 Schreibtisch, 1 ovalen Tisch, 1 Spiegel, 1 Sosa, 1 geschliffenes Granatkollier, 1 Armband, ein Medaillon, 1 Theke mit Marmorplatte, 2 Plüschsessel, eine vollständige Laden-Einrichtung für Spez., 1 Metalldrehbank, 1 Fahrrad, 1 Dezimalwage u. v. a. Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. 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Hroßh. AulturiufpeLtlon Hießen. ______Wißmann.______ Zu einem Pferde wird ein ÄX Arbeiten’ bei hohem Lohn aus dauernde Stellung gesucht. [04885 Th. Brück, Möbelfabrik. SauMschchtn ges. I Hotel Kaiserhof. (jüngerer Arbetter ges. [8895' Louis Lotz, Bahnhofftr. 22 Wißet $feri)clneit)t unb mehrere Arbeiter, die schon bei Zement- und Asphaltarbeiten to'iq waren, per sofort gesucht. 04883]_______C. Rübsameu. Ordentlichen HauSburscheu zu einem Pferde sucht [04781 Bäckermeister Engelhardt. SwbnrW In der Nähe von Gießen wird zum 1. Oktober ein Lthtlino für eine ApotW gesucht. Gründliche Ausbildung zugesichert. Schriftl. Meldungen unter 3676 a. d. Gieß. Anz. erb. Gesucht tin WtMs Mädchen für Küche und Haus mit guten Zeugnissen. 3885 Fräulein Will, Liebigstraße 39 Znoktlnifines MVlhen perfekte Köchin zu einzeln. Herrn gesucht. — Schriftl. Meld, unter 04866 an den Gieß. Anz. erbeten. Em älteres, erfahrenes, tüchtiges TOfihrfirtt für $ürf)CHaus ^cuoajeu wird gesucht.]^, E. Ludwig Sack, Walltorstr. 4 fleißiges IicnsloiÄilikn p. sofort gef. Ebelstr. 341 [04869 l Mädchen vom Lande werden geg. entspr. Lohn in Dienst gesucht von Frau Joh. Lenz, Frankfurter Str. 123 QflnfMd frei. [04878 vim||ulil Kirchenplatz 11II Dienstmädchen welches waschen und Hausarbeit Eann, wird gegen hohen Lohn ges. 3818]________Neuenweg 33. Saubere Lauffrau gesucht. 04861 Seltersweg 71, II. für Küche und Hausarbeit zum 1. August gesucht. Frau Minna Küchel, Grunberger Str. 1. \sstn Sanffran M LrnisinWkil gesucht. [3859] Seltersweg 6. 04813] Ein orbentL Dienstmädchen Mitte August gesucht. ______________Seltersweg 44. Ein älteres, tüchtiges [3839 Mädchen, welches in allen Häusl. Arbeiten bewandert u. gute Empfehlungev/ besitzt, wird alsbald gesucht. Lohn. Mk. 20.— eventl. auch höher. Näheres Bahnhofstraße 71. Ein hiesiges Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft sucht p. l.Aug.. oder auch später 1 Lehrmädchen iiiiii 2 tüchtige, lMchekmidige Verkäuferinnen Schriftliche Meldungen unter 3772 an den Gieß. Anz. erbeten. 04741] Tüchtige EntriPPer- tnnen u. Taglöhnertnneu alsbald gesucht. Wicsenstraße 1. <^-apeziergehilfe sucht Stellung. 048941 Näheres Neuenweg 40 Fräulein 8 aus anständiger Familie, welches das Kochen zum 15. August oder 1. September erlernen will, sucht Stellung. Offerten unter R. K. 100 postlagernd Dillenburg erbeten. Ih*i1*d)iefrcncr« Ein Gymnasiast sucht vom gute Pension. Schriftl. Meld. m. Preisangabe unter 04862 a. d. Gieß.Anz. erbeten. Neamtendartehen giebt auf öci tym obzuschl. £eb..Derf„ Ä evtl, ohirr Bfirgfd?. 2>. Acitz, <5en.«2tgL$^ Aeu-Asrnvurg. 78 Celef. 21 fehvrt> getr. Firma). Anerk. streng reell (Hcfpto. A 13 pfg.) NB. Derrn, all. Vers. Sparten w. m. höchst, proa. engag. 3894] Schwarzer Teckel, auf den Namen „Max* hörend, Sonntag nachmittag von Kloster Arnsburg entlaufen. Der Finder wird gebeten, denselben Westanlage 1, I in Gießen abzugeben. Vor Ankauf wird gewarnt. JomknilhtmitKkttcottiom Abzugeben gegen Belohnung 04882 Marburger Straße 13. G. F. F. Dienstag den 25. Juli, abends 8‘/2 Uhr: TT e b u sä, g. B21/t Daö Kommando. N.B. Nach der Uebung wichtige Besprechungen.