Dienstag AS. September 1905 Erstes Blatt. 155« Jahrgang Die heutige Kummer umfaßt 8 Settern e efail- >uchr Iw meine 18Jahre olil w Achter, welche bisher cl neincm Zigarrengejchäjt tötij ilibalb geeignete Stelle. Ejrerten unter G. B. 1000 por agmid Zad-Nanheim. |4W- Welfische Unduldsamkeit. Die starke Intoleranz des Welfentnms zeigt sich in einem wutschnaubenden Artikel des Braunschweigischen Welfenorgans gegen die im Harze errichteten Türme und Denksteine für Bismarck und M oltke. DaS Blatt spricht von „Turmseuche" und „Denkmalswut" und es sagt: „Wo man das Deutschtum in General- und Erbpacht ge- nommen hat, muß man einen Bismarckturm wie in Lauterberg oder eine Moltkewarte wie in Sangerhausen haben . . . Ebenso sollte man sich die V e r h u n z u n g d e s G e b i r g e s durch Gc- denkta'eln verbitten . . . Im Harz wimmelt es von Bismarck- e r i >r n e r u n g e n, die sich teiliveise widerwärtig, aber immer ohne jede Begründung uns a u f d r ä n g e n." Millionen von Deutschen dürften der Ansicht sein, daß Bistnarckerinnerungen doch wohl eine gewisse Begründung haben. DaS Welfenorgan' aber begnügt sich nicht mit einer Polemik gegen die Bismarck- und Moltkedenkmäler, sondern eS fordert verblümt zu ihrer Demolierung auf, indem c3 schreibt: „Hinaus mit Denkmälern, die das Empfinden von Tausenden und Abertausenden beleidigen . . . Der Harz wird nicht nur von den hannoverschen Nationalliberalen besucht!" Da die Denkmäler nicht von selber laufen können und da natürlich auch Diejenigen, die sie errichtet haben, nicht daran denken, sie wieder fortzunehmen, so kann in den Worten des Blattes nur eine Aufforderung an seine Gesinnungsgenossen liegen, die Denkmäler gewaltsam zu entfernen! Politische Wochenschau. Ungewisse Handelsverträge. Berlin, 25. Sept. Die handelspolitische Abteilung deS Auswärtigen Amtes ist schon aus zeitlichen Gründen außer stände, bis zum Termin des Inkrafttretens des Zolltarifs Handelsvertragsverhandlungen mit all den Staaten erfolgreich durchzuführen, deren bestehende Verträge zu diesem Termin ihre Giltigkeit verlieren. Die zurzeit meistbegünstigten Staaten werden wohl fast ausnahmslos vom 1. März 1906 ab den deutschen autonomen Tarif gegen sich in Anwendung sehen. Auf die geringe Aussicht, mit den Vereinigten Staaten zu einem Tarifvertrag zu gelangen, ist wiederholt hingewiesen worden. Aehnlich scheint es mit Argentinien zu stehen. Dieser Freistaat hat zwar seiner andauernd steigenden Ausfuhr wegen einigen Anlaß, seine Handelsbeziehungen zu Deutschland auf der Grundlage des Vertragstarifs zu regeln, und und er hat auch zu diesem Zweck einen Unterhändler nach Deutschland entsandt, doch man ist offenbar noch sehr weit entfernt von dem angestrebten Ziel. Den Nivalen Deutschlands im Handel mit Argentinien, England und Nordamerika, ist neuerdings ein Dritter an die Seite getreten: Frankreich, das bedeutende Kapitalien in argentinische Unternehmungen steckt und dadurch seiner Exportindustrie das Absatzgebiet erweitert. Deutschland dürfte in nicht ferner Zeit als Lieferant für Argentinien von Frankreich überflügelt werden, wie denn letzteres schon jetzt aus Argentinien mehr Waren bezieht, als Deutschland. Gewiß liegt eS auch im Interesse Deutschlands, daß ein Handels- vertrag mit Argentinien zu stände kommt, aber dieser Freistaat müßte sich, damit zum wenigsten Gegenseitigkeit erreicht wird, zu weitgehenden Konzessionen an seinen Partner verstehen, und ob er dazu bereit sein wird, will im Hinblick auf die „Werbung" Frankreichs um Argentinien zweifelhaft erscheinen. Vom Standpunkt Deutschlands erscheint es deshalb zweckmäßig, daß der mit Argentinien bestehende Meist- begünstigungsoertrag gekündigt wird, wenn die Aussicht auf Verständigung über einen Tarifvertrag bis zum 1. Marz n. I. sich nicht wesentlich bestem sollte. Deutschland würoe sich selbst schädigen, wenn es einem Staat die Meistbegünstigung weiter gewähren wollte, den als Absatzgebiet die deutschen Exporteure nur mit Mühe im früheren Umfange zu erhalten vermögen. Aussilche YeuigLetten. Ter „Slowo", das Organ Wittes, läßt sich über die zukünftige auswärtige Politik Rußlands folgendermaßen aus: Rußlands Einfluß in Ostasien habe zwar gelitten, es totrbc aber seine ganzen Kräfte anspannen, um diese Einbuße wieder wett zu machen. Das Blatt glaubt, Rußland werde zu diesem Zweck Angebote Englands undFrankreichs erhalten, da jede dieser berden Nationen Rußland zum Freunde gegen die andere haben yezrrgSpret»r monatlich 75 Psi, viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Psi; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den poltt. und allgem. Teil: P. Mittko: für „Stadt und Land" und „Gerichtsjaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- Md Anzetzeblatt für dell Breis Metzen Nr. 22« Erscheint täglich außer Sonntags. Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien' -lütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buck-u.Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul ft ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Frrnsvrechanschluß Nr. 51. Mädchen Sw Die Krisis in Ungarn, die je schlimmer und aussichtsloser wird, je langer sie wahrt, giebt auch an den maßgebenden Stellen in Berlin zu Besorgnissen Anlaß. Es versteht sich wohl von selbst, daß es nicht gleichgiltig sein kann, wie sich die Dinge in einem verbündeten Staate entwickeln, in dem der Ruf Revolution laut ertönt. Ebenso geht das Schicksal des noch unerledigten Handelsvertrages natürlich Deutschland nahe an. Doch wäre es falsch, irgend welchen Versuch einer Einmischung von Berlin aus zu vermuten. In solche inneren Wirren mischt sich unsere Diplomatie ebensowenig ein, wie dies Ruß» land gegenüber der Fall ist. Immerhin erscheint eS bemerkenswert, daß die „Nordd. Allg. Ztg." die Schuld an der Nicht- lösimg der ungarischen Krisis der Budapester Koalition bei- mißt. Die Verhandlungen seien, so schreibt das offiziöse Organ, an der ablehnenden Haltung der Oppositionsführer gescheitert. Das wird man in Budapest schwerlich gelten lassen. Auch wir sind der Meinung, daß Wien nicht ohne Mitschuld an dem Ausgange ist. Die verblüffend kurze Art des Empfanges der Oppositionsführer durch Kaiser Franz Josef mußte mit der vollen Kraft der Enttäuschung wirken. Jetzt dürfte immer noch der einzige AuSweg das Zugeständnis des allgemeinen Wahlrechts sein, durch das die trotzigen ungarischen Ariitokraten aus dem Satte! gehoben werden würden. Denn in der Armeefrage will Kaiser Franz Josef keinen Schritt weitergehen. Wiener und Budapester Privatdepeschen stellen als wahrscheinlich hm, daß Minister K r istoffy statt FejeroaryS mit der Neubildung des Kabinetts und der Durchführung des Wahlrechts betrau werden würde. Kristoffy hat bekanntlich s. Zt., jedenfalls mit Billigung von Wien anS, die Wablreform angekundigt, er hat auch nicht so viel Gegnerschaft wie Fejeroary. Der große Fehler ist gemacht worden, daß man einen Minister eine so außerordentlich volkstümliche Reform verheißen ließ, um dann nachträglich den Bedenken Raum zu geben und die Verheißung zu annullieren. Ein derartiges Hm--und Her- schwanken der Regierung ist gefährlich in kritischen Zeiten. Vor dem Klublokal der Kossuthpartel fanden übrigens gestern abend, wie aus Budapest gemeldet wird, Demonstrationen statt. Es wurden Reden gehalten, auf welche Kossuth, Graf Apponyi und der demokratische Abg. Vazsonyi antworteten. Wahrend der Rede des letzteren kamen etwa 300 Sozialisten unter stürmischen Rufen nach dem allgemeinen Wahlrecht an, so daß Vazsonyi seine Rede nicht beenden konnte Kurz darauf kamen aber etwa 1000 Stiidenten in geschlossenen Reihen, so daß die Sozialisten eingcschlossen waren. Es entstand eine große Rauferei. Viele wurden blutig geschlagen und ein Polizist wurde verwundet. Nach dem Kriege. Daily Telegraph meldet aus Tokio, China habe Rußlands und Japan notifiziert, daß es nicht einverstanden sein könne mit der N ä u m un g s fr ist, welche für die M and- churei im F-riedensbertrage festtesctzt worden sei. Fernen bestreitet China Japan das Recht, Militärposten längs der Eisenbahn aufzustellen. , ZTS. _ Tas Echo de Paris berichtet aus Petersburg: DieIapaner beschlagnahmten den Dampfer Doniara, der den Baron Brugden, den Vorsitzenden des Handelsverbandes für Kamtschatka, an Bord Tratte. Tie Beschlagnahme erfolgte ut der Nähe der Behrings-Inseln. Tie Japaner besetzten erner die Commandeur-Jnseln, wo sie die japanische O^^ondm!er Blätter versichern, die englische Flotte werde Anfang Oktober in Tokio einen Besuch abstatten, falls bis dahin der Friede unterzeichnet sei. , m , An der Börse zu Tokio weisen festverzinsliche Werte wesentliche Kurssteigerungen auf infolge von Kausen fu» ausländische Rechnung. ,,, r , Es steht zu erwarten, daß der russische Kreuzer v i k" um Mitte Oktober gehoben wird. $ aii8. ,«!t 18 : Flucht. -2U.1 Schweden und Dorwegen. Tic schwedischen und die norwegischen Delegierten einigten sich in Karlstad über folgenden Entwurf zu einem Uebereinkommen zwischen den beiden Reichen: a) betreffend Verweisung von Streitigkeiten an em Schiedsgericht. Tie Reiche verpflichten sich, an den Schiedsger'ichtshof int Haag diejenigen Streitigkeiten zu verweisen, die nicht die Unabhängigkeit, Integrität und vitale Interessen beider Länder berühren. Sollten die beiden Reiche nicht darüber einig werden können, ob ein entstehenden Streit vitale Interessen eines Landes berührt, wird diese Frage der Entscheidung des Schiedsgerichts unterworfen.. Das Uebereinkommen soll zehn Jahre vom Tage der Unterzeichnung an gelten und für den gleichen Zeitraum verlängert werden, ivenn nicht von einer Sette mindestens zwei Jahre vor Ausgang der zehnjährigen Periode gekündigt wird, v) Betreffend eine neutrale Zone, Nie^ev-i legung der Befestigungen usw. Auf beiden Setten! des südlichen Teiles der Grenze zwischen beiden Reichen wird eine neutrale Zone von 15 Kilometer Breite auf jeder Seite errichtet. In die neutrale Zone sind die Inseln und Schären eingeschlossen aber nicht Teile des Meeres selbst mit seinen Buchten, die innerhalb der Grenzlinie der! Zone fallen. Befestigungen, Kriegshäfen und für das Heerf bestimmte Vorratsniederlagen dürfen nicht beibehalten obey solche neu innerhalb der neutralen Zone angelegt werden. Diese Bestimmungen gelten jedoch nicht für den Fall, daß dtt Reiche einander gegen einen gemeinsamen Feind beiq stehen; auch sind sie, wenn eines der Reiche mit einen dritten Macht in Krieg verwickelt wird, nicht bindend fürl dieses Reich hinsichtlich seines ZonengeVietes oder für das! andere Reich, soweit die Behauptung seiner Neutralität in Frage kommt. Auf der Grundlage dieser Bestimmungen sollen Befestigungen, welche sich innerhalb der Zone 6cn finden, niedergelegt werden, nämlich die norwegischen Be^ festigungsgruppcn Frederiksten mit dem Fort Gyldenloevv, Overbiergetvedcn, Helnrkollen, Oerje mit Kroksund, sowie Urskog (Vingsrud). Die genannten Befestigungen sollen innerhalb eines Zeitraumes von acht Monaten als solche unbrauchbar gemacht werden. Die Kontrolle über die Durchführung der Maßregeln soll durch eine aus drei aus4 ländischen Offizieren bestehende Kommission ausgeübt werden. Schweden und Norwegen wählen je einen dieser drei Offiztere, die beiden so Gewählten wählen einen dritten Offizier. Tie Kongsvinger Bcfestigungsgruppe darf nichts erweitert werden. Die Punkte c, d und e geben nähere Besttmmungen über die Weidgercchtsame der Lcchpen, den, Transitverkehr zwischen beiden Ländern tntb die Benutzung der gemeinschaftlichen Wasserwerke. Betreffend die Art und Weise, wie die Union aufgelöst werden soll, sind die Delegierten über folgenden Vorschlag einig geworden 2 Dem Reichstage jedes Reiches wird ein Antrag auf Billigung des oben berichteten Entwurfes zu einem Uebereinkommen unter Voraussetzung der Gegenseitigkeit vvrgelegt, sodatz das Uebereinkommen gelten soll, nachdem Schweden Nor^ wegen als einen von der Union mit Schweden losgelösten Staat anerkannt hat. Wenn dieser Entwurf von den Reichstagen beider Länder gebilligt ist, wird unter der Bedingung, daß das Uebereinkommen unterzeichnet ist, der schwedische Reichstag ersucht, schwedischerseits die Reichsakte aufzuheben und den König zu ermächtigen, Norwegen anzuerkennen. Nachdem die Anerkennung erfolgt ist, werden die Verträge in Uebereinstimmung mit dem Beschluß der Reichstage unterzeichnet. Nach der Unterzeichnung der Verträge notifiziert Schweden sobald wie möglich die fremden ,„m°> >mdI Uem'euageicha't StR«« ®*|| " (jfijii a. d. Ließ. Änz- {IL ; NranlheilWlber eine Kleine Jag cfl.250ha W und Feld) >»»-. 5»^ m? an den Qjieb-jm.—- —ZTZim OÜtenieO Einige Aaer ionbtauiet un j -Ei möchte. Der „Slowo" meint, die beste Politik für Rußland ei die, sich von beiden Nationen fern zu halten. In Moskau wurde am Montag eine Versammlung von Vertretern der Städte und Semstwos der inneren Provinzen, sowie Vertretern Polens und der littauischen Provinzen eröffnet. Die Ermächtigung zu dieser Versammlung war vom Minister des Innern unter der Bedingung gegeben worden, daß eine vom Generalgouverneur Moskaus bestimmte Persönlichkeit an diesen Versammlungen teilnehme. Diese Person ist der Chef der Kanzlet des Gouverneurs. Unter der Zahl der anderen Bedingungen, unter denen diese Versammlung stattfinden darf, sind noch vlgende zu erwähnen: Tie Sitzung ist nicht öffentlich, dec Präsident der Versammlung darf das Programm nicht abändern und er darf keine nationalistischen Ausbrüche ge-i ’tatteit, ebensowenig wie aufrührerische Ausrufe. Tie Rigasche Kreispolizei setzte auf die Ermittlung des Mörders des Pastors Schilling in Ni tau eine; hohe Belohnung aus. Parteitag der freisinnigen Jo kspartci. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) X Wiesbaden, 25. Sept. Die Beratung begann heute mit dem Referat des 'Abg. Kopsch über seinen Antrag betr. Welt-und Kolonialpolitik. Ma. Eickhoff meinte, daß man nicht so ohne weiteres von der Hand weisen könne, was man heutzutage unter Weltpolitik versiehe angesichts der auf dem Melttheater eingetretenen Veränderungen, zumal in der auswärtigen Politik die politischen Interessen immer mehr gegen die wirtschaftlichen zurücktreten. Zu einer vernünftigen Meltpolitik gehört auch eine vernünftige Kolonial- politik. Glauben Sie, daß sich der Reichstag für einen Oerkaus der Kolonien entscheiden würde? Das täte ntcht einmal eine freisinnige Regierung, wenn sie am Ruder wäre. Für den Redner unterliegt es keinem Zweifel, daß wenigstens ein Teil unserer Kolonien später einmal einen wirtschaftlichen Wert zeigen wird. Der 'Assessorismus und Militarismus dürfte in der Kolonialwirtschast ausgespielt haben. Darum sollte die Partet in der Zukunft alle solche Forderungen, wie die letzte Kamerunbahnvorlage, nach reiflicher Prüfung unterstützen. Schon während der Rede Eickhoffs ertönten heftige Schlußrufe. Der Antrag Kopsch aelangte nach mehreren Reden in folgender (abgeänderter) Fassung zur Annahme: Ter Parteitag spricht sich angesichts der von unserer Partei stets befürchtetest Mißerfolge, die sich nicht nur in un- geheueren Gcldopfern, sondern auch in sclMeren und schmerzlichen Verlusten an Menschenleben äußern, gegen die Fortsetzung und Erweiterung des bisherigen Systems der Kiolonial Politik aus. Er erachtet es mich ntcht als Aufgabe des Reiches, durch Subventionen oder Gara n- tien in den SchutzgÄüeten Cisenbahnbauten zu ermöglichen, für welche die wirtschaftlichen Voraussetzungen noch nicht vorhanden sind. , „ ., _ . , „ Einen Antrag Dr. Müller -Sn g a n über dte R e t ch s- finanzreform begründete Abg. Dr. Wi einer. Nach lebhafter Debatte wurde beschlossen: Ter Parteitag spricht sich gegen jede Erhöhung der Besteuerung von Tabak und Bier aus, verlangt daher vor jeder weiteren Inanspruchnahme der Steuerzahler eine gründliche Reform der Dranntweiubestruerung, insbesondere durch völlige Beseitigung der Liebesgabe, bei der VerbranchSabgabe für Branntwein und durch Aufhebung der Maischraumsteuer wie der Drenn- steuer. Ter Parteitag spricht sick dahin aus, daß für den Fall der Uebertragimg der Besteuerung von Erbschaften von den Einzelstaaten auf das Reich die Erbschaftssteuer progressiv nach dem entfernten Grade der Verwandtschaft und der Höhe des Nachlasses zu gestalten ist, und überreicht den bett. Anttag Müller-Sagan der Reichstagsftaktiou zur weiteren Erwägung. Abg. Ablaß referiert über Anträge betr. Beibehaltung de r Sch Würger ichte und Reform der Schöffengerichte. Diese Anträge werden angenommen, ebenso ein Antrag, der sich gegen den Zeugniszwaing der Redakteure ausspricht. Weiter gelangte ein Anttag Miemer betr. Personentarifreform zur Annahme, mit einer Ergänzung, nach der (im Effekt) alle Personenzüge in Schnellzüge verwandelt werden foffen. Debattelos angenommen werden ein Antrag bett, die Pensionsversicherung der Privatangestellten, ferner (vorbehaltlich redaktioneller Aenderung) die Anttäge über das K o alition sr ech t der 'Arbeiter und die Hebunx des Handwerks. Im Schlußwort betonte der Vorsitzende Mg. Reinh. Schmidt, daß die erfolgreiche Tätigkeit des Parttitags nur in der Einigkeit begründet liege. Er schloß den Parteitag mit einem Ho h auf die freis. Volkspartei. pÄÄSfc » 8.1. Oü. eot. »äS !2UMi-enr.(8riinberqetiLg Jvs ÄWtz! lyfc Wodftraüe 12,2, Gtj 6m jüngeres ttavis ' Tienstmädchet t klemeren Ha»sha'.t gejucht vabnhWrche 38, 2 , i317| Ordkutliches Mdchm ß uche und Haushalt gejucht wui W. ihiir|ig, ceitei'sipg j cudje p, jofort ein oröemied Ndajen für halbe 2^ und eine Putzfrau k Kontor- und HejcMwiiw -860 Fr. Teibri. sum baldigen Eintritt eine ttz! moiohlene Laussm ’iudn. WWW Mächte über seine Anerkennung Norwegens als eines von der Union mit Schweden losgelöst'n Staates. Jedes Reich richtet hierauf an die fremden Mächte das Ersuchen, an- zucrkennen, daß die Gemeinschaft zwischen Schweden und Norwegen hinsichtlich der Rechte nnd Pflichten gemäß jener Verträge aufgehört haben, sodaß ein Reich nicht länger die Verantwortung für die Erfüllung von Verpflichtungen hat, welche auf dem anderer, Reiche ruhen. Deutsches Reich. Nominten, 25. Sept. Rn dem gestrigen Gottesdienst in derHubertuSkapelle nahmen der Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise und da? Gefolge teil. Nach der Frühstückstafel unternahmen die Majestäten eine Fahrt nach Königshöhe. Berlin, 25. Sept. König Alfons von Spanien wird am 6. November in Berlin eintreffen, von wo er sieh nach Wien begeben wird. — Reichskanzler Fürst Bülow ist hier eingetroffen, um m einigen wichtigen Angelegenheiten persönliche Entscheidungen zu treffen. Wie die „Post" hört, wird es sich dabei in erster Linie um Fragen der Kolonialpolitik handeln, wozu dann auch die Reichsfinanzreformpläne treten dürften. Da die zeitweilige Rückkehr des Reichskanzlers seit langem vorgesehen war und die Vorbereitung der seiner Entscheidung zu unterbreitenden Angelegenheiten also möglichst abgeschlossen wurden, steht zu erwarten, daß Bülow nur kurze Zeit in Berlin weilen wird. * — Die Gerüchte über eine Erschütterung der Stellung des Chefs deS Militärkabinets Grafen Hülsen- Häfeler erhalten sich. In der Armee will man wissen, daß als Ursache die langsamen Fortschritte bei der Unterdrückung des Aufstandes in Deutsch-Südwest- a frika anzusehen seien. Graf Hülsen-Häseler hat seiner Zeit die Entsendung des Generals von Trotha entgegen anderweitigen Vorschlägen des Reichskanzlers beim Kaiser durchgesetzt. (Vgl. den heutigen besonderen Trotha-Artikel.) — Prof. Dr. Paasche ist am 12. d. Mts. in Tanga eingctroffen. Er wird zunächst die Usambara-Plantagen besichtigen und dann nach Dar es Salaam weiter reisen. land selbst in den höchsten Kreisen hege, sei gänzlich unbegründet. England wünsche mit Deutschland friedlich und freundschaftlich zu leben. Die unfreundlichen Gefühle der deutschen Regierung gegenüber England seien auf Unkenntnis der wahren Thatsachen zu setzen. Paris, 25. Sept. Der Gouverneur von Französisch-Kongo, Gcntil, wird schwerer Grausamkeiten gegen Eingeborene und verschiedener Amtsvergehen beschuldigt. — Der Deputierte und frühere französische Kriegsminister Cavaignac ist hier gestorben. (DerVerstorbene war Kriegsminister zu Ende der Dreyfus-Affäre 1898 nnb sein konsequentester Verfolger. Er war 1853 geboren als Sohn eines Generals und wurde Ingenieur.) Thonon-le§-Bains (Frankreich), 25. Sept. Der Ackerbauminister, der den Vorsitz bei einem Bankett anläßlich der landwirtschaftlichen Ausstellung führte, hielt eine Rede, in der er auf die beängstigende Krise hinwies, welche das Land jetzt durchgemacht habe. Er fuhr fort: Ich kann jedoch versichern, daß in dieser Stunde jede Gefahr beseitigt ist. Indessen wollen wir nicht vergessen, daß um i n Frieden zu arbeiten, Frankreich eine starke aufrichtige Armee haben muß. Konstantinopel, 24. Sept. Die Bombenfunde in Pera haben zahlreiche Verhaftungen von Armeniern und Haussuchungen zur Folge. — Prinz Max von Sachsen ist unter dem Inkognito eines Barons Wettin, begleitet von einem syrischen katholischen Priester, hierangekommen. Der Prinz liegt ausschließlich religiösen Studien ob. Peking, 25. Sept. Bei dem gegen die Reformkommission gerichteten Bombenattentat wurden 4 niedere chinesische Beamte getötet und über 20 andere Personen verwundet. Der Führer der Reformkommission, Prinz Tsaitche ist leicht verletzt. Das Attentat gab Veranlassung, Maßnahmen zum Schutze der Regierungs- und Hofmitglieder zu treffen; die Negierungsgebäude und Bahnhöfe werden ebenfalls scharf bewacht. Heldenbergen—Altenstadt. Dagegen werden neu eingerichtet eine Landpostfahrt von Affenheim nach Stammheim über Bön. stadt und eine solche von Langenbergheim nach Lindheim. Auch die Landpostfahrten nach Büches, Düdelsheim, Kaichei! und Eckartshausen werden nach Inbetriebnahme der neuen I ßinic Veränderungen erfahren. So bieten die Verkehrsstraßen in der Umgebung von hier und Altenstadt ein vollständig verändertes Bild. Die Strecke Stockheim—Heldenbergen wird jedoch erst dann ihre volle Bedeutung erlangen, wenn sie bis Vllbel fertiggestellt ist und dadurch den Weg mit der Verkehrszentrale Frankfurt a. M. ganz bedeutend verkürzt. R. B. D a r m ft a b t, 25. Sept. Der hessische Landes- verein für innere Mission hielt heute hier inr ' Kaisersaal seine Jahresversammlung ab, nachdem gestern \ obcnb bereits Festgottesdicnst in der Stadtkirche und Fa- I milienabend mit einer Festrede des Pfarrers Kopfermann - aus Caub über „Theodor Fliedner, den Vater der Diakonie" stattgefunden hatte. Heute war zunächst Ausschußsitzung und dann öffentliche Jahresversammlung. Nach dem von Prof. Weimar-Darmstadt gegebenen Jahresbericht zählt der Verband zurzeit 14 Vereine mit 600 Mitgliedern. Die vorjährigen Einnahmen betrugen 6-320 Mk., die Ausgaben 6200 Mark. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils hielt Pfr. Müller-Offenbach einen sehr eingehenden Vortrag über Jünglingsvereine und verwandte Bestrebungen, worüber er eine Reihe von Thesen aufstellte. An der Debatte darüber beteiligte sich besonders Direktor Wurster-Friedberg. fc. Dieburg, 25. Sept. Als sich am Donnerstag abend der Kreisveterinärarzt Friedrich von hier mit seinem Automobil auf der Rückfahrt von Groß-Umstadt befand, platzte unterwegs plötzlich der Benzinbehälter mit i einem furchtbaren Knall und im Nu stand das Vehikel in Flammen und verbrannte bis auf die Eisenteile, nachdem sich die drei Insassen durch Abspringen gerettet hatten. M a i n z, 25. Sept. Ein blutiger U e b e r f a ll ereignete sich in der verflossenen Nacht auf einen Militärs posten. Als gestern abend um 9 Uhr der Posten am Gousenheimer Tor ab gelöst werden sollte, konnte ihn zuerst die Ablösung nicht finden, bis sie ihn auf der Erde bewußtlos in »r Blutlache liegen sah. Er war durch mehrere Stiche verwundet, und seine Verletzungen stellten sich als sehr ernst heraus. Mitglieder der Sanitätskolonne eilten herbei und brachten den jungen Menschen in einer Krankenbahre nach dem Lazarett. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß bei dem überfallenen Soldaten, der dem 87. Jnf.-Regt. angehört, Gewehr und Säbel, sowie eine scharfe Patrone fehlten, die ihm die Attentäter abgenommen haben. Allem Anschein nach sind es Sol- baten, da Zivilisten schwerlich so nahe an den Posten ungehindert herankommen können. Man vermutet, daß sich die Soldaten mit dem Posten unterhalten haben und chn dann plötzlich angriffen. Um sich zu wehren, lud der Posten sein Gewehr mit einer seiner fünf Patronen; doch noch bevor er schießen konnte, war er überwältigt. Das Gewehr und das Seitengewehr sind bis jetzt noch nicht gefunden worden, auch gelang es noch nicht, die Täter zu ermitteln. Der Zustand des Soldaten soll zu ernsten Besorgnissen Veranlassung geben. (M. Tgbl.) )( Alzey, 23. Sept. Die zwölfjährige, für die hiesige Stadt sehr segensreiche Amtszeit des hiesigen Bürgermeisters Dr. Sutor läuft in diesem Jahre ab; die? hat eine Wiederwahl des tüchtigen Bürgermeisters oder eine Neu- j besetzung zur Folge. Die Bürgermeisterstelle ist mit 6000 Mk. dotiert. Von der Bürgermeisterei war eine Erhöhung der Besoldung auf 8000 Mk. beantragt worden, welche aber in geheimer Sitzung derSiadtväter mit 11 gegen 5 Stimmen abgelehnt wurde. In weiten Kreisen wirkt dieses Resultat be- frembenb. Bei einer eventuellen Neubesetzung muß dem neu eintretenden Bürgermeister die Summe von 6000 Mk. nnb dem abtretenden 3000 Mk. jährliche Pension bewilligt werden. Auf den Ausgang der Angelegenheit ist man gespannt. Oppenheim, 25. Sept. Die Nationalliberalen haben Rechtsanwalt Dr. Winkler als Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis Oppenheim-Niederolm (7. rheinhefsifcher Wahlbezirk) aufgestellt. Bisheriger Vertreter ist bekanntlich Weinhänder Molt Han-Mainz (Zentrum). *'■ -!-- ■ !-■■■_!- _'L----■■■■" ....... ... * Kunst und Wissenschaft. Mons, 25. Sept. In dem hier tagenden Kongreß kür K o l o n i a l w i r ts ch a f t sind heute die verschiedenen Bureaus gewählt worden. Ein Antrag betreffend die P o l a r s o r s ch u n cj geht dahin, einen internationalen Verband zu gründen zwecks Studium und Erforschung der Polargegenden. Nordenskföld ist anwesend. Man beschloß unter der Beihilfe-verschiedener Regierungen eine doppelte Expedition nach dem Nord - und Südpol zu veranstalten. Die belgische Regierung wird nächstes Jahr nach Brüssel sämtliche Polarforscher einberufen zwecks Fcst- tellung des Programms zur Ausfahrt, die noch vor drei Jahren erfolgen soll. Venedig, 24. Sept. In Gegenwart des Königs, der Königin, des Ministers Bianchi wurde im Dogenpalast der Internationale Kongreß für bildende Kunst eröffnet. Gerichts saal. R. B. Darmstadt, 25. Sept.. Das hiesige Schwur« gericht begann heute seine diesmal sehr umfangreiche Tagung mit einer Straffache wegen versuchten Totschlags. Der 70 Jahre alte Ludwig Rödge aus Pfungstadt hatte infolge unerquicklicher Faimlienverhältnisse mit feinem verheirateten, bei ihm wohnenden Sohn häufig Famtlienslreitigkeiten. Ms der Sohn dem alten Vater wegen seines unsittlichen Lebenswandels — er ist seit leben Jahren Witwer und besitzt drei uneheliche Kinder — wieder energische Vorhaltungen gemacht hatte, wurde der Vater so erregt, daß er einen scharf geladenen Revolver ergriff untz gegen den Kopf zwei Schüsse abgab. Die Kugeln flogen Ilücklichek- weise vorbei, aber c5 entstand ein wüster Straßenauflauf, wobei die Polizei erschien und den alten Revolverhelden verhaftete. In der heutigen Sitzung behauptete er, nur blinde Schüsse abgegeben zu haben. Man glaubte sihm aber nicht und verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis. Haarsträubende Zustände in einer Bäckerei förderte eine Verhandlung vvr dem Schöffengericht in Düsseldorf gegen den Bäckermeister Nolte zutage. Die Zahl der in der Backstube vorhandenen Kakerlaken und Schwaben werden von einem bisherigen Gesellen „eher aus 2000 als auf 1000A geschätzt, ohne daß Anordnungen zur Vertilgung des Ungeziefers getroffen worden seien. Die mit Rosinen gefüllten Kisten wimmelten von Made n und Würmern. Ein Geselle holte aus einer einzigen Kiste eine Blase Würmer heraus und wies sie dem Meister vor: ein Vertreter des städtischen Nahrungsmittel« Untersuchungsamtes sand in den Vrotresten, die zur Herstellung von „Brotschnittchen^ 'dienen, eine große Zahl kleiner Würmer und toter Motten. In einer Schublade, die zur Aufbewahrung von ebenfalls noch zur Verwendung gelangender Brotreste diente, wurde „eines Tages ein Mäusenest mit fünf Jungen entdeckt: die Mäuse wurden entfernt und die Schublade luie bisher weiter benutzt. Die Schüssel, in der sich die Gesellen iraA Kirche und Schule. — Glciubensbekenntnis eines modernen Theologen ist der Titel einer im Verlag von Tb. Schröter in Leipzig soeben erschienenen Broschüre. Preis 30 Pfg. — Der Verfasser ist ein der neuen Richtung angehörender Theolog. Seine in die Kapitel Gott, Religion- Jesus, Unsterblichkeit. Willensfreiheit, Grundfragen der Ethik. Bessere Menschen, bessere Verhältnisse, Kirche zerfallenden Ansftihrungen werden nickt nur Aussehen bei den Amtsbrüdern beider Konfessionen machen, sondern auch andere Kreise interessieren. — „An d ie Evangelischen des GvvßHerzogtums Hessen" ließ das Großh. Oüerkonsistorinm in Darmstadt ein Flugblatt ins Land hinausgehen, worin folgende Bitte veröffentlicht wird. Der Deutsche evangelische Kirchen-Aussckuß hat sich u. a. die folgenden Ziele gesteckt: 1) Er will die bestehenden Auslandsgenreinden, die Einrichtungen der Seemannsmission nnd zum Schutze der Auswanderer, wo Mittel fehlen, unterstützen, den neu entstehenden Gemeinden ober zu einem geordneten kirchlichen Leben verhelfen, damit überall in der Welt, wo Deutsche wohnen, Kirche und Schule blühen zu Owttes Ehre und zum Heil des deutschen Vaterlandes. 21 Er will die Auslandsgemeinden untereinander und mit der bentfeiren Heimat durch Schaffung einer Diaspora-Presse inniger verbinden, indem er alles pflegt, u>as den Zusammenhang des deutsch-evangelischen Wesens in der Welt fördern kann. 3) Er null sie mit den nötigen Erbauungsschriften und Unterrichtsmitteln versorgen, damit der evangelische Deutsche im Auslonde die (Geistes- und Glaubensgemeinschaft mit und bewahre. (Ein evangelisches Hausbuch fiir die Diaspora ist bereits in Arbeit.) Insbesondere hat er auch für die nächste Zeit die kirchliche Versorgung der deutschen Schutzgebiete und Kolonien, die Pflege der evangelischen Geureindcn und LiebeÄverke in Palästina, die Erbauung und Erhaltung einer deutschen evangelischen Kirche in Rom ins Auge gefaßt. Zu dem allem bedarf er eines Grundstockes von Geldmitteln, der groß genug ist, um durch den Zinsertrag die Fortführung dieser Arbeit zu gewährleisten. Darum trenbet er fick» an olle Evangelischen Deutschlands mit der herzlickx'n Bitte, ihm durch eine möglichst reiche einmalige Gabe die Ausflihrnng seiner die Welt umfassenden Arbeit zu sichern. Das Oberkonsistorium hat in nnserm Lande die Erhebung einer einmaligen Hanslollekte, wie sie für ganz Deutschland geplant ist, nach erhaltener staatlicher Genehmigung in die L>and genommen. Es hofft, keine Fehlbitte zu tun, wenn es die Erwartung ausspricht, daß alle Evangelischen unseres Landes, ein ieder nach seinem Vermögen, eine milde Gabe darreichen werden. — Ein Aufruf, durch den vor kurzem der Deutsche Protest an tenve rein zum Beitritt aufgefordert hat, ist von großem Erfolge gewesen; aus allen Teilen Deutschlands und aus allen Gesellschaftskreisen sind zahlreiche Meldungen eingegangen. Am 10. Oktober wird int Architelteuhause zu Berlin die Sektion 1 des Deutschen Protestantenvereius tagrn. Veratungsgegenstände: 1) Fortsetzung der in der Sitzung in Braunschweig nicht zu Ende geführten Beratung über die protestantische Lehrfreiheit, eingeleitet durch die Herren Stadtftzndikns Weise Berlin und Pastor Baars- Vegesack. 2) Zur Frauensrage: Welche Schritte müssen getan werden, um das Wahlrecht der Frau in der Kirche zu erreichen und um dasselbe vorzubereiten, z. B. durch selbständiges Zusammenarbeiten mit den Gemeindeorganen. (Referenten: Fräulein Helene Lange und .Herr Pastor Gebhardt-Berlin, ) Die Beratungen sind nicht öffentlich. Zur Teilnahme sind alle bei der Sektion eingeschriebenen und andere Mitglieder des Protestantenvereins berechtigt : auch Nicht-Mitgliedern, die Interesse an der Beratung haben, ist der Zutritt gestattet. — Fräulein Magdalene Möller, die Tochter des preuß. .oandelsministers. hat am Gymnasium zu Bielefeld das Abitu- rientenexamen bestanden. Nusjaird. London, 25. Sept. Aus Madrid kommen Meldungen über französische Vorstöße in Marokko von der algerischen Seite. Es bat den Anschein, daß Frankreich mit dem Verlauf der Verhandlungen mit Deutschland wenig zufrieden sei und daß daher die französische Regierung andere Mittel anwenden will, um ihre Macht in Marokko zu befestigen. Die spanischen Zeitungen teilen mit, ein französischer Kaufmann in Oran habe ein größeres Gebiet in Marokko angekauft von Anhängern des Prätendenten. Der Franzose soll beabsichtigen, auf diesem Gebiete eine große Fabrik zu errichten. Andere ähnliche französische Unternehmungen werden gleichfalls geplant. — Die „Morning Post" veröffentlicht einen Leitartikel über die Beziehungen Englands zu Deutschland. Der Artikel weist darauf hin, daß keine Ursachen für irgendwelche Differenzen zwischen den beiden Ländern vorhanden seien. Tie wachsende Versch l im m eru n g in den deutsch-englischen Beziehungen sei daher aufrichtig zu bedauern. DaS Mißtrauen, welches man in Deutsch Die ßhotera. Der preuß. „Staatsanz." meldet: Vom 24. bis 25. Sept, wurden im preußischen Staate zwei choleraverdächtige Er- fraiifmigcn und zwei Todesfälle an Cholera amtlich neu gemeldet. Tie Erkrankungen betreffen die Kreise Dirschau nnd Wirsitz. Die Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 246 Erkrankungen, wovon 85 tödlich verliefen. Ferner wird gemeldet: In dem pommerschen Dorfe Güstow ist bei einer Frau Goldmund Cholera festgestellt worden. Alls Ktiwt und Gießen, 26. September 1905. ** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t er S. ES sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Abonnements zu den alten Bedingungen von heute ab in E^nst ChallierS Musikalienhandlung ausgegeben werden. Der Prospekt für die kommende Spielzeit erscheint morgen. Prospekte können auch jederzeit bei Ernst Challier im Vorverkauf sowie im Theaterbureau, Walltorstr. 73, (gegenüber dem bisherigen Theaterbureau) gratis in Empfang genommen werden. *'Lande§gewerbeverein. Sonntag, den 8. Oktober, wird in Groß-Gerau eine Hauptversammlung der Mitglieder des Gewerbvercins für das Großherzogtum Hessen stattsinden. ** Besitzwechse l. Das Besitztum des Weißbindermeisters Wilh. Seipp im Großen Steinweg ging für 33 000 Mark in den Besitz des Schreinermeistcrs .Heinrich Vollmüller über. — Das Haus zum Rappen in der Malltorstraße wurde für 58 000 Mk. verkauft. ** Ap othekenkonzefsionen. Die Bestimmungen vom Jahre 1885 über die Verleihung oder Wiederverleihung heimgefallener Apothekerkonzefsionen find nach einer Bekanntmachung im Regierungsblatt aufgehoben und durch neue ersetzt worden. Die Verleihung der Konzession für eine neu zu errichtende Apotheke und die Wiederverleihung einer heim- gefallenen, unentgeltlich verliehen gewesenen Apothekenkonzession kann in Zukunft nach Ermessen des Ministeriums des Innern außer an einen Apotheker auch an eine Gc- metnbe ober an einen Kreis erfolgen, wenn biefc barum nachsuchen. Die mit einer Apothekenkonzession beliehene Körperschaft hat bic Apotheke an einen approbierten Apotheker zu verpachten. Unter den Bewerbern wählt das Ministerium bes Innern ben Pächter ber Apotheke nach freiem Ermessen aus. Nach gleicher Qualifikation soll in der Regel berjenige ben Vorzug erhalten, welcher bie Prüfung als Apotheker früher als feine Mitbewerber abgelegt hat. t. Rodheim b. Hungen, 25. Sept. Mit ber gestern unb hellte hier stattfinbenden Kirchweihe war bie Einweihung unserer neuen Orgel verbunben. In dem FestgotteSbienst gestern vormittag hielt Dekan Fischer aus Eicheksborf im Anschluß an ben Altarbienst bie Weiherebe, 'vorauf bie Orgel zum ersten Male vor zahlreich versammelter Gemeinde ihre Töne erschallen ließ. Für den Nachmittag war eine musikalische Feier veranstaltet worben, in ber Orgel- spiel, Kinberchöre lind gemischte Chöre bes hiesigen Kirchen- gesangvereins miteinonber abwechselten. Mit bem Gemeinde- gesang „Nun banket alle Gott" schloß bic wirklich schöne und erhebende Feier. — Das neue, nach jeder Hinsicht prächtige Werk, welches an Stelle der vor 102 Jahren errichteten alten Orgel getreten ist, entflammt ber Firma Förster & Nicolaus in Lich. Die Orgel besitzt 13 selb- stänbige Register, 5 Nebenzüge unb 4 Druckknöpfe. ff Stockheim, 26. Sept. Am 1. Oktober wird die neue Nebenbahn von hier nach Heldenbergen bestimmt eröffnet. 9(n der 16,28 Kilometer langen Strecke liegen die Wetterauer Orte Glaliberg, Enzheim, Lindheim (Haushalt- ungSschule), Lllienfladt (Amtsgericht), Höchst a. d. Nidder unb Eichen. Voraussichtlich werben voll hier Züge um 8.25 vorin., 2.25 unb 6.27 nachm. abgehen. Durch bie Eröffnlmg ber Bahn Stockheim — Helden bergen kommen in Wegfall bic Perfonenposten Stockheim—Alten- flabt, Bübingen—Altenstabt unb Altenstabt—Nieberwöllstabt, sowie bic Lanbbriefträgervosten Assenheiw.—-Altenstabt unb « vo", » Jenaer < Sonnte £>■ -- s - »K: 3» roic Tccke; die W ,*n S8*i*n •km Kcknlde tan Mein ' autunftsftant - J|l(t Sänbet J« (jprcB i« dw Znknr der Wagen ist wie leicht nnlkippen- »Tabakkons Sie ans der Tabi i ^reinigten 'Stadter Ml-den. In dem - L[§ 7689337 207 mhr als im Iah« die Zigarren rauch :o daß Jeder 32 glichen konnte. .41530479 meh rchnupftabak roui Zunahme von 8; Fabrikation von 9 Pfund im Jahre Jahre. Den Tab in den Vereinig' 300 000 Tonnen worden fein. Tk 1905 betrug etn etwa 22145 846 einigten Staaten I riesigen Aiiffchwun Weck der Tobakspi Wd. ' Einfache Unterta, 31"°fo 3M ' *»i: Zigaretten wurden 3 368 212 7 10 brauchen konnte. Portugiesen III rnss.Staatsanl. 1905 . 97.75 land. Elektriz. Lahmeyer Elektriz. Schuckcrt 4% Öesterr. Goldrente. . 41/6 % Oesterr. Silberrente ver- odcr An eine Die Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . 4% 4% 4% 3% 225.2fr 270.501 135.30 141.10 175.00 151.9» 242.601 186.50 257.00 138.20 . 194.50 . 167.80' . 211.60' Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 101.50 101.40 97.10 105.70 69.00 68.60 96.70 95.40 Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen 3°/0 Mexikaner . 4%°/o Chinesen . Aktien Bochum Guss . . Buderus E. W. . wurde Cyankali vorgefunden.— InNimes (Frankreich! verlangten bei Stiergefechten die Zuschauer, nachdem bereits sechs Stiere von beit Toreros gelötet waren, auch noch die Vorführung des Reservetieres. Als die Toreros diesem Wunsche nicht nachkamen, zertrümmerte die Zuschauermengc das gesamte Mobiliar der Arena. Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Gust . Harpener Bergbau Tendeu. . 173.90 . 152.00 . 243.10 . 103.50 . 167.70 Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt. Mülheim a. d. Ruhr, 25. September 1905. Auf dem Kohlenkux en markte entwickelte sich ein lebhaftes Gesckmst in Sieben olaueten, über welche Zechen Verkaufs gerückte an die Harpener Bergbau-Gesellschaft im Umlauf waren. Im übrigen war das Geschäft geringfügig bei wenig veränderten Kürsen. Ilmgesetzt wurd'n ferner Alte Haase, Augusta Viktoria, Dahlhauser Tiefbau, Johann Deimelsberg, König Ludwig und Pvertingssiepen. — Der Ka l i ku x en m a r k t lag zu Anfang der Börse Ziemlich schwach, konnte sich jedoch im weiterem Verlauf erheblich befestigen. Gehandelt wurden Beienrode, Alexanders- ball, Carlsfund, Kaiseroda und Westfalen, die Kurse zeigen gegen Samstag durchweg Erhöhungen auf. Von mittleren und leichten Werten wurden Hansa Silberberg, Hattorf, Sachsen-Weimar und Rotenfelde umgesetzt. — Auf dem Erzkuxenmarkt konnten sich mit Ausnahme von Bauteirberg und Fernie die Kürse nicht ganz behaupten. Gehandelt wurden ferner Callerstollen, tfüfeL baumeruia. Viktovd-, Uv und W.'ldstolln 139.60 54.50 90.60 6850 . 212.10 . 243.10 . 151.90 . 258.20 . 227.50 Ziemlich fest. Io 3-6 3^7o 3-6 3^7o ■W/o Tendenz: befestigt. berliner Börse, 26. Sept., Anfangskurse. Kniverlltäts-Machrichten. — Der Kliniker Professor Tr. F. Müller wurde an die Wiener Universität berufen und übernimmt Nothnagels Lehrkanzel. Meran, 25, Sept. Heute begannen hier die Beratungen des 77. deutschen Naturforscher- und Aerztetages. Doktoren der Volkswirtschaft in der Schweiz. Durch eine neu erlassene Promotionsordnung der rechts- und 'taatswissenschaftlichen Fakultät . der Universität Zürich werden an Stelle deS bisherigen Dactor jnris vublici et rerum cameralium zwei neue Grade geschaffen, nämlich der 6h:nb eines Doktors des öffentlichen Rechtes (Dr. iuris publieff und der eines Doktors der Volkswirtschaft (Tr. oekonomiae wiblicff. Dieser letztere GVrnb ist für die Schweiz neu; von den deutschen Universitäten haben ihn nur die bayrischen. Von den akademischen Studien, die für den genügenden Studienausweis verlangt werden, müssen mindestens zwei Semester auf hie Universität Zürich entfallen. Eine Ausnahme bezüglich des Studienausweises wird gegenüber den Angehörigen des Deutschen Reiches gemacht, die beanspruchen, daß ihnen die Führung des Daktortitels in Preußen gestattet werde. Von diesen Kandidaten wird auf Grund eines besonderen Ueber- einkommens ein mindestens seck's Semester umfassendes Universitätsstudium, ein Reifezeugnis eines deutschen humanistischen Gymnasiums oder gleichwertiges Schweizer Zeugnis verlangt. An dessen Stelle kann auch ein Reifezeugnis einer deutschen neunstufigen höheren Lelwanstalt oder gleichwertiges Schweizer Zeugnis treten. Ohne Zweifel ist durch diese Neuerung die Universität Zürich um einen Anzieh-'nasmmkt reicher geworden. 212.37 243.50 152.20 257.62 226,87 Witte empfing den Besuch des Fürsten Bülow im HotrV Bristol dreiviertel Stunden im Salon. Am Albend toteren der Minister und seine Familie zu Geheimrat v. M e n d e l s-' ohn geladen. Die Ankunft Wittes auf Bahnhof Groß-, ominteu erfolgt heute mittag. Die Fahrt nach bent Iagd^ chloß geschieht im kaiserlichen Automvbil. Vovi. aussichtlich wird der Minister die Nacht im Jagdschloß verbringen. — Der Besuch des hiesigen japanischen Ge>* ckndten in Baden-Baden galt einer Besprechung über eine1«. Handelsvertrag zwi'ffch en Deutschland undi Japan. Kiel, 26. Sept. Aus An g st vor einer bevorstehenden' Operation griff der Torpedo Heizer Brunshagenf im Schiffslazarett des Panzerkreuzers „Prinz Adalbert", den ihn behandelnden Oberstabsarzt Dr. Siebert an. Das Kriegsgericht verurteilte Brunshagcn zu drei Fahren! Gefängnis. Os f e n b u r g, 25. Sevt. Hier fand heute die Lande s'-* Versammlung der Z e -,i t r u m s p a r t e i von B a * den unter dem Vorsitz des Reichstagsabg. Fehrenbach statt. Der Vorsitzende des Zentralkomitees, Geists. Rat Wacker, besprach die politische Lage in Baden Er führte aus, dieselbe Stellung wie zu den Nationalliberalen nehme dasl Zentrum auch dem gesamten Block gegenüber ein. Die Sozialdemokraten könnten die Unterstützung des Zentrums nicht haben. Landgerichtspräsident Zehnder wandte sich gegen den Vorwurf des Volksverrats, den man gegen das Zentrum wegen seiner Stellung zu der Verfassungsreformj erhebe. München, 26. Sevt. Fn Frauenneuharting fand itt der letzten Nacht ein regelrechtes H ab erfe ld t r eib ert statt, an dem sich 60 vermummte Personen beteiligten. Dass Treiben galt dem dortigen Ortsgeistlichen. Petersburg, 26. Sept. Minister Witte soll Delegierter Rußlands auf dem nächsten Haager Friedens«^ . 225.50 . 270.70 . 21.10 . 134.60 . 140.10 141 530 479 mehr als im Vorjahre gedreht. 100.90 89.55 100.95 8950 99.95 . 114.60 . 187.—; . 20.40 . 144.30 . 126.50 Schnupftabak wurden 21 131861 Pfund fabriziert, Zunahme von 847 281 Pfund gegen das Vorjahr. Fabrikation von Rauch- und Kautabak stieg von 328 650 710 Pfund im Jahre 1904 auf 334 489110 im abgelaufenen Jahre. Den Tabakkonsnm nach Gewicht berechnet, dürften in den Vereinigten Staaten im Jahre 1905 so gegen 300 000 Tonnen gleich 300 Millionen Kilogramm vertilgt worden sein. Der Wert des Exports von Tabak im Jahre 1905 betrug etwa 37123 514 Dollars, der des Imports etwa 22 145 846 Dollar?. Die Tabak-Industrie in den Ver- Familien-Uachrichten. Gestorben. Herr Fabrikant Simon Laubenheimer, Darmstadt. — Herr Geora Reit;, Schotten. — Frau Caroline Wolsschmidt, geb. Hupier, Schotten. Geboren. Herrn Enril Dinkelmann und Frau Frieda geb. Ge° rotbwobl. Worms, ein Solm. 148.00. 137.00 275.70 kongresse werden. Petersburg, 26. September. Die Reichsdumct-i wählen wurden auf den 4. Dezember angeordnet. —, Zirka 5000 Einwohner von Sachalin, meistsf Frauen und Kinder, welche von den Japanern aus< gewiesen worden sind, trafen halb verhungert und voll-' tändig erschöpft in Morans? am Amur ein. — Ist Hof-j kreisen wird auf das bestimmteste versichert, daß das' Zarenpaar in diesem Jahre keine Auslandsreise unternehmen wird. M os ka u, 25. Sept. Der Kon greß der SemsttvoK beriet zunächst über d"n Beriaff des Bureaus betreffend die Teilnahme der Semstwomitalieder und der Stadtvertre^ ungen an der Duma. Zwei Redner bestanden auf deut Boykotte der Duma, da die Teilnahme unmoralisch' ei. Tie Mehrzahl der Redner bestand darauf, daß die Duma an dem Kampfe gegen d i e Bureau kratiSj teilnehmen solle, utn im Namen des Volkes Freiheit und Gleichheit zu verlangen. Die Vertreter Volens! hielten Reden, in denen sie bewiesen, daß sie die Intern essen ihrer Distrikte nicht tvahrnehmen könnten, da sie setzt der Rechte beraubt seien, und da die intelligenten Russen von der Duma ferngehalten würden. Nach langer Debatttz wurde folgende Resolution angenommen: Der Kongreß der Semstwodelegierten und der Stabt*' Vertretungen findet, daß btt Duma nach" dem Gesetze vom! 19. August keine Nationch.Versammlung im wahren Sinne, sein würde. IN der Erwägung ferner, daß die Wahlver*' sammlungen, welche einen bedeutenden Teil der sozialen Elemente im Umfange des ganzen Reiches vereinigen werden, diese Zusammenfassung werden fördern und, der Unterstützung der auf Erlangung der politischen Freiheit gerichteten sozialen Bewegung werden dienen können, sv ist aus diesen Gründen für notwendig befunden worden, daß die russischen Bürger, welche das politische Programm, das in den Konferenzen der Semstwos und der Gemeinde- Vertreter aufgestellt worden ist, angenommen haben, in möglichst großer Zahl als geschlossene Gruppe in bie* Duma ein treten zum Zwecke der Erlangung von Garantien für die bürgerliche Freiheit und Gleichheit, wie sie- in den früheren Beschlüssen des Kongresses angegeben worden sind, und zum Zwecke der Gründung einer nationalen Vertretung nach den Grundsätzen, wie sie in deutz Kongresse der Semstwos verkündigt worden sind. Der Kongreß beriet weiter über den Entwurf deA Wahlprogramms und die Wahlkampagne. Riga, 26. S^pt. Hier wurde neuerdings ein Gefängnis^. Wärter und in Dünaburg der Gehilfe des Polizei meisterst ermordet. — Aus den Wenden-Kreisen liegen alarmierende Nachrichten vor. Es finden dort Mordbrennereien und Demolierungen von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden statt. mehr als im Jahre vorher fabriziert. Die Zahl Derjenigen, die Zigarren rauchen, wird mit 24 000000 angenommen, so daß Jeder 320 einheimische Zigarren im Jahre 4%° n Japan. Staatsanleihe 4°6 Conv. Türken von 1903 91.20 einigten Staaten hat in den letzten Jahren andauernd einen riesigen Aufschwung genommen. Im Vorjahre betrug der Wert der Tabaksproduktion 300 000 000 Dollars gleich 1360 Millionen Mark. * Einfache Scheidung. Bei den Negern am oberen Kongo ruft der Vater, der seine Tochter verheiratet, seine Freunde zusammen, nimmt einen Stecken und bricht ihn in so viele Teile, als Zeugen gegenwärtig sind. Jeder von diesen erhält eins davon, das er sorgfältig aufbewahrt. Wollen sieh in der Folge die Eheleute, wie es bei den Wilden auch Vorkommen soll, wieder trennen, so ruft der Vater sämtliche Zeugen zusammen; jeder bringt dann sein Stück Holz mit, und diese Stücke werden sämtlich auf einen Haufen geworfen und verbrannt. Die Scheidung ist dam'.t vollzogen. * Mien Mutz* is't ok nich! Jochen Peesel, ein alter Kötner aus dem Kreise Gifhorn, kam kürzlich, als er seine Verwandten in Celle besuchte, auch in die Stadtkirche. Sein ganz besonderes Interesse nahm da augenscheinlich der Umgang des Klingelbeutels in Anspruch, «Der ihm bis dato gänzlich unbekannt war. Die schöne Einrichtung besteht in seinem Dorfe nicht, weil sie sich nicht rentiert. Er beobachtete nun immer wieder, wie der Küster das seltsame Stoff- gehängsel den Leuten unter die Nas« hielt, und wie die einzelnen Genteindemitglieder mit Kopfschütteln dankend ablehnten. Endlich kam der Mann auch zu ihm, der schon eine Weile unruhig auf der Bank hin- und herrutscht, nun ebenfalls den Kopf schüttelt und dem Geldsammler verlegen zuraunt: „Mien Mütz' is't ok nich!" • Eine vielsagende Warnung vor Kurpfuscherei auf einem — Kirchhof findet sich zu Hameln. Eine Inschrift auf dem Leichensteine zweier Kindergräber vom Jahre 1792 hat nach dem „Sächs. Korrespondenzbl/' folgenden Wortlaut: Wir sind durch eines Vfuschers Hand Zu früh hierher geschicket, Zur Warnung für das ganze Land Und den, der dies erblicket. Sein Leben traue jedermann Nur sich'rer Aerzte Händen an; Geht er dann auch die Todesbahn, Hat er doch seine Pflicht getan. ♦ Kleine Tages chronik. Infolge des anhaltcm en Regens der letzten Wochen ist in E a l ab r i e n die I n (u en za epidemisch ausgebrochen, der zahlreiche Personen M.Opfer gefallen sind. Jufolae eines Ausrufes sind bereits drei Missionen Lire Unterslützunasgelder gezeichnet worden. — In M«pe oc nnqlückte der 17 jährige Arbeiter Duhme aw dem St» Eisenwerke. Ein glühender Draht schlang M) u leinen Hal § , wodurch er so schwer verletzt wurde, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause starb. — QnJib c r ° rstickten im Unterkunftsraum der Polizeiwache mer Auswan derer, zwei Frauen und zwei Kinder,infolgeLeuchtgasveE;^-- stn Fe l leg ar a in der ital. Provinz Reggio Emilia stnzte eine im Bau begriffene Kirche ein. 25 Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. 2 blieben sofort tot, 11 wurden schwer yprfphf _ cvn her Avenu de l' Opera in Pans lochten zwischen Sn>ei6Stta6m(alernen ,w-i »ick- Kaufleute aus !Hw be 3“"«" nnb Parras ein P i sto l e n d u e l l aus. Nach zweimaligem tzngelwechsel griffen Schutzmannschaften ein und :oerhaRieten bie Luellanten. — Ans dem Bahnhose «i Görlitzwurde der 28 fahrige M i 11 e l > ch u l l e h re r H o o se aus Weiswasier und ieine 18 jährige B raut Jenny Gremer verhaltet. Hoose hwte das neugeborene K in d seiner Braut un Wi,draschen Gasthofe m We^ nasser lebe u b in eine Senkgrube geworfen. Tas Mino Das Paar wollte »ach Zürich flüchten. Bei den Verhafteten Vermi^LeA. • Jenaer Stubentenscherze. Ein Studcntenulk wurde am Sonnabend von einigen Musensöhnen in Jena in Szene gesetzt. Durch die Straßen fuhr in den Mittagsstunden, wo der meiste Verkehr ist, die „Himmelsziege", ein mit einem dürren, altersschwachen Gaul bespanntes Nurnpel- wägelchen, auf dem die Studenten, selbstkutschierend, den Marktplatz befuhren. Der Gaul trug eine rote Mütze und eine rote Decke; die im Wagen sitzenden Studenten, selber mit roten Ballonmützen geschmückt, hielten Volksreden, und auf weißem Schilde stand mit roter Schrift: „Expreß in den Zukunftssta at", auf der anderen Seite: „Proletarier aller Länder haltet Ruhe!" Mit der „Himmelsziege" expreß in den Zukunftsstaat — eine gefährliche Fahrt! Denn der Wagen ist wie der Gaul schon altersschwach und kann leicht umkippen. • Tabakkonsum in den Vereinigten Staaten. Wie aus der Tabaks-Statistik des letzten Etatsjahres der Vereinigten Staaten hervorgeht, ist dort richtig „gequalmt" worden. In dem genannten Zeitraum wurden nicht weniger als 7 689 337 207 einheimische Zigarren oder 185 020 437 Arbcitsschluß vom Schmutze zureinrgen pflegten, wurde nachts zum Au stochen der Milch bemitzt. Als em Geselle m her Vmuntcrsuchung über diese Zustände vor her Behörde aus- fnntc, erhielt er von Nolte mit den Worten: -„Solche Leute kann sch nicht brauchen!" seine Entlassung. Tas Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz zu 200 Mark Geldstrafe und ordnete gleichzeitig hie Publikation des Urteils an. Heidelberg, 23. Sept. Eine „Bauernfängerei" eigener Art beschäftigte die Strafkammer. Angeklagt waren Händler Büchner in Neuläßheim und Maurermeister Engel in Mannheim. Ihr Trik bestand darin, daß sie gemeinschaftlich bei Bauern Pferde und Schweine kauften, eine Anzahlung leisteten und die Verkäufer dann um den Nest prellten. Der vermögenslose, schon mehrfach mit Zuchthaus vorbestrafte Büchner trat hierbei als Käufer auf, während Engel die ®elbmittel vorstreckte. Tie Knnfobjekte brachte Engel sodann durch Kauf oder Pfändung an sich, so daß der Verkäufer sich mir an den mittellosen Büchner halten konnte. Gegen Büchner, der z. 3t. eine 3 jähr. Zuchthausstrafe wegen Diebstahls verbüßt, wurde wegen Betrugs, Betruasversuches und Urkundenfälschung auf eine Zusatzstrafe von 2 Jahren, gegen tnigel tvegen Betrugs imd Betrugsversuchs auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten und gegen Heide auf fiinf Jahre Ehrverlust erkannt. vilsevslkllü. 5ifrtagenden Kongreß^ die verschiedenen Burens verband zu «umden JMCicnben. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühS’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 1 (Yriginat-Arai-Imel'dnngen. Berlin, 25. Sept. Reichskanzler Fürst B ü l o to empfing heute abend den französischen Bvtschafter Bihourd zu einer längeren Unterredung. Berlin, 26. Sept. An die Besprechung, dre der Reichskanzler in seinem Palais mit dem Minister von Mitte hatte, nahm auch der deutsche Botschafter in London, Graf Wols-M eitern ich, teil. Minister pon jyt.-n unerQuiif!1^1 -y fr3tie tnfrlfl. i6n, tpcbr.fr1 der («I GW DM MM \ TeSefe^ssche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel' und Industrie, Giessen. Frankfurter IRörse. 26. Sept., 1.15 Uhr. Eschweiler Bergwerk . ------- Gelsenkirchen Bergwerk . 248.50' - ~ ‘ •' 169.2fr ne« „„ L«‘ÄX ,!,n vollst»^ 'S ssw’«' P ’ beifiu r uröt ■oii hieW^anbea ^lunnT heute hiec * Machst-?e?.^iafonJ \ '^resberirf? bon Prof, yr,c,t • ! "bet i,e «hM. 5Ü "*• «W Wh.’ ü'!. toar durch incbmP erletzungen stellten sich aß ^'tt^nität5F°Ionne eilten einer Kranken, eingeleitete Unter.! "Ehen -oldeten, btt Gewehr und Abel, soivi. 'y XW die Attentäter al !chem nach sind cs Lol * 1° nahe an den Posta' Man vermutet, daß ic unterhalten haben und ih h zu lvehren, lud der Posta fünf Patronen; doch not ; er übenvältigt. Das @t- |inb bis jetzt noch nicht gr. !s noch nicht, die Täter zu oldatcn soll zu ernsten de> iM. Tgbl.) ! zwölfjährige, für die hich- eit des hiesigen Bürger- bieiem Jahre a(v iit? hat trgermeifterS oJcrätV icifttifteCe ift mX W\W... t\ XMK WÄ f^höhung dn' worden, welche aber« mit 11 gegen 5 Stimmen ab. sm wirkt dieses Resultat br< i Neubesetzung must dem neu Summe von 6000 Mk. mü jchc Pension bewilligt werba nfjeit ist man gespannt. Tie Nationalliberalen W Kandidat für die Landtag-. .Aiederolm (7. rheinhesM :iqer Lecketcr ist bekannt ^Zentrum). Landwirtschaft. Petersburg, 24. Sept. Der „Handels- und Ind.-Ztq." zufolge ist die Ernte von Oelsa men im europäischen Ruß- lgnd' mittelmäßig. Winter ravs gut, besonders in den südlichen und südwestlichen Gouvernements, F l a ch s s a m e n befriedigend, sedoch ist die Ernte ungleich: in den Gouvernements Woronesch, Kursk und an der unteren Wolga, sowie teilwerse in den südlichen Gouvernements ist sie schlecht, im übrigen befriedigend. Sonne n° b lumens am cn unter Mittelmaß, in den Zentralgouverncments schlecht, in den südlichen kaum befriedigend. Hanfsamen im allgemeinen mittelmäßig, im Zcntralrayon unter Mittelmaß, im Süden und Norden mit. Sport. Fußballspiel in Gießen. Am Sonntag spielte die 1. Mannschaft des Gieße n ev Tu ß b a l l kl u b s 1900 mit der 1. Mannschaft des Fran kfnrtcr Fußballklub ,.Viktoria". Das Spiel endete mit dem Resultat 5:5 Goals. Gießen, d«as in der ersten Hälfte des Spieles mit mir 10 Mann spielte, war m der letzten Hälfte, wo der 11. Mann eingestellt wurde, dem Frank- fiirter Klub überlegen. Märkte. Gießen, 26. Sept. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfq. 2 Stck. 00—00 Vfg., Gänseeicr 15—OO Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Ps.,' Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbfen vr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben vr. Paar 0,80-0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stuck 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 70—00 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pfd. 72—82 Pfg., Ruh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweine- Neisch pr. Pfund 76—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pmnd 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfimd 50—76 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—5,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., 9(epfd per Pfund 10 bis 30 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-60 Pfg., Zwetschen ver Zentner 6—7 Mk., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 0.10 0.15 Mk., Marktzeil 8-2 Uhr. Hungen, 25. Sept. Zum Prämiierungs-Markt waren ca. 1000 Stück Ferkel aufgetrieben. Bei guten Preisen ging der Handel lebhaft, sodaß nur ein Heiner Teil unverkauft blieb. Ter Austrieb an Rindvieh war nicht bei anders stark, doch war sthr gutes Zuchtmaterial vorhanden. Von mehreren Olememden nnrrden Bullen mnorben, und auch sonst wurden viele Kmife abgeschlossen. lL. P.^ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boranssichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, deii 27. September 1905: Vorwiegend heiter und trocken, am -rage mäßig warm, nachts kühl; Morgennebel. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Krieflmsten der Redaktion. iAnonpme Anfragen bleiben unberückfichtigtl. I. L. „ T ent s ch e r'K a is er ", nicht „Kaiser von Deutsch- Kandek nnb Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 25. September 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privnt-Diskont 31/i Prozent. Anfangs- it. Sch lnßkiirse. trl^ Kenester vervollständigter B */s gesucht Braudgaffe 8. 4960 Fr. Tcipel. 3 Zimmer 06383] Schöne 3-Zmimer-W. zu verm. Hinter d. Westanlage 15. 06362 gesucht Sonnenstraße 9. mieten. ->ung. Mädchen v.Lande suchtEl. O 06393] St.-B. Neuen Baue 5. Handlanger [5003 sucht Am Besten g bewährt sich * SJlfWV eifenpulYei' Lüden etc. ssu/e ^3 Schöne Lagerräume, eventl. auch zur Werkstatt geeignet, sofort zu vermieten. 2704 Kinder QC ■ 6 Auskunft parterre. 3953 Grünberger Str. 3a. 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Der Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und die richtige Handhabung des Verschlusses Sorge zu tragen und t|t allein für alle, durch etwaigen Rückstau des Sielwassers hervorge- ruiene Schäden verantwortlich. Die Verschlüsse sind so anzubringen, 'daß sie jederzeit, auch bei Rückstau zugänglich sind und leicht ge- thandhabt werden können. _________________ 4966] 4 - Zmunerwohnung zu vermieten. Grünberg. Str. 27. Bekarmtmachmrg, die Bedienung der Rückstauvcrschlüffe betreffend. Unter Hinweis aus § 18. Absatz 2 der Polizeiverordnung vom 1. Auglist 1904, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation betreffend, welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesitzer, ivelche ihre Grundstücke an die Neukanalisation bereits angeschlosien haben, darauf aufmerksam, daß am Donnerstag, den 28., Freitag, den 29. und Samstag, den 30. September d. 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IS,, nachmittags 8 Uhr, sollen in dem Schulhause Asterweg (Gewerbeschule) zwei Uuterrichtskurse für erziehliche Handarbeit mit je dreistündiger wöchentlicher Unterrichtszeit eingerichtet werden. In dem einen derselben werden die Schüler mit Papparbeiten und m dein anderen mit Kerbschrnttarbeiten und Modellieren in Ton beschäftigt. Zur Beteiligung an dem Unterricht können ältere Schüler der Volksschule sowohl, als auch Schüler der höheren Lehranstalten zugelassen iverden. Für Werkzeuge und Materialien, ivelche den Schulern ivahrend der Unterrichtszeit gestellt werden, sind von jeden: derselben 2 Mark zu entrichten: die Schüler der höheren Lehranstalten haben außerdem noch ein Schulgeld von 4 Biark zu bezahlen. -lumcldnugcn zu dem Unterricht werden zur oben an- gegebeneuZeit in geuauntem Schukhanse cutgegengcuommcn. Gießen, dell 25. September 1905. B3u/b Mecnn, Oberbürgermeister. Hahn, Rektor. Strcbfa-ner jtouditorgehUfe sucht Aniang Oktober Sielte in Gießen oder Umgegend. 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