Donnerstag 25* Mai 1905 Nr. 122 155. Jahrgang Zweites Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen an wie fehr günstig, da sie einen Gegensatz zu den großstädtischen Massenbauten bildet, andererseits bedingt gerade sie die Notwendigkeit von bequemen und raschen VerkebrSmitteln inner- bald der Stadt, wie sie zurzeit größtenteils noch fehlen« Dazu, kommt die lange Streckung der Stadt in nordsüdlicher Richtung, die geradezu großstädtische Entfernungen verursacht. Der Grund dieser einseitigen Ausdehnung in einer Richtung Rotationsdruck und Verlag ba Vrühl'lche» UntDerfltäifibrudetet R. Lange, ©lefeau Redaknon, Expedttion «.Druckerei: Gchulfkr.1, Del. Nr. 6L Lelegr.-31dr. > ©leb«» Vrscheint K-N- mii Ausnahme des Sonntag-, Die ^vietzenn FamtlienblStter" werden d, nt ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hetfljche tauöroltt“ erscheint monatlich einmal Zur Abhilfe kommen in Betracht: 1) Verbesserung der Droschkenverhältnisse, 2) eine elektrische Bahn. In Bezug auf den ersten Punkt ist Gießen zweifellos dies von Einheimischen und Fremden oft auSgedrückt Aie Kießener WerKeKrsverHiritniffe. Von Professor Dr. Sommer-Gießen. Der Bürgerverein in Gießen Hat in dankenswerter Weise die VerkeHrsverhältnisse der Stadt zum Gegen- stand einer öffentlichen Versammlung gemacht. Bei dieser Gelegenheit stelle ich auf Grund einer längeren Beschäftigung mit diesen Fragen die wesentlichen Punkte systematisch zusammen. Es handelt sich um dreierlei: I. Die VerkehrsverHältniffe innerhalb der Stadt. II. Den Verkehr mit der näheren und weiteren Umgebung* III. Die Lage von Gießen an den großen deutschen Verkehrslinien. Zu I. Gießen ist im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl außerordentlich ausgedehnt, was mit der Bauart, dem Einzelstehen der Däuser und den noch vorhandenen alten Gärten zusammenhängt. Ich halte diese Anlage an sich für wird, zurückgeblieben. Es fehlt vor allem ein telephonisch erreichbarer Droschkenhalteplatz im Innern der Stadt (ungefähr an der Schulstraße), um rasch an die weit entfernten Enden der Stadt gelangen zu können. Auch in der Nähe der Kliniken wäre ein solcher sehr wünschenswert. Die telephonisehe Bestellung der Droschken am Bahnhof, die öfter vergriffen und abends nicht mehr vorhanden sind, versagt manchmal auch, incnn welche da sind. Weiterhin ist eine elektrische Bahn, deren Haupt- (inie in nordsüdlicher Richtung läuft und Gießen mit Wieseck und Klein-Linden verbindet, durchaus nötig, woraiif ich schon vor fipben Jahren bei der Behandlung der hiesigen Eisenbabnverbältnisse eingegangen bin. Die Schwierigkeit, daß die oberhessische Eisenbahnlinie die Frankfurterstraße kreuzt und sperrt, bedingt leider eine Ueberführung oder Benutzung des Tunnels an der Ludwigftraße, wenn man nicht das Geleis mit der elektrischen Bahn schneiden will. Bei den Abzweigungen müßte einerseis der Anschluß an die Bieber- tal-Bahn durch die Neustadt, andererseits am besten eine Linie zur Aula im Interesse der Studentenschaft geschaffen werden. Daß das früher entwickelte Eisenbahnprojekt mit Verlegung der oberhessischen Linien nicht auS- geführt worden ist, rächt sich jetzt durch Schwierigkeiten in der Lage der elektrischen Linien ober Kosten bei einer lieber» führung der oberhessischen Bahn. Leider müssen diese Folgen jetzt getragen werden. Das VerkehrShemmnis durch die oberhessischen Eisenbahnlinien ist, der Voraussage entsprechend, immer stärker gewordenx auch im Offen, am Schiffenberger Weg, wo die Bebauung weiterschreitet, wird dies deutlich. Wenn jetzt allein für die Ueberführung der Eisenbahn an dieser Stelle Gießen 200 000 Mk. zahlen soll, so ist ersichtlich, wie nötig die völlige Verlegung der Linien gewesen wäre. Ter eiserne Gürtel nut Absperrung der Stadt von der Lahn und bogen- örmiger Einklemmung durch die oberhessische Bahn wird immer lästiger für die Entwicklung der Stadt, darüber kann uns selbst der schöne Uhrtnrm deS neuen Bahnhofes nicht täuschen. Trotz der im Gange befindlichen vielfachen Aende- rungen und Verbesserungen des Bahnhofes im einzelnen bleibt ür die Stadt im wesentlichen alles beim alten. Eine Haltetelle Gießen-Nord ist immer noch nicht vorhanden. Dabei kommt II. die Verbindung GießenS mit bet näheren und ferneren Umgebung sehr in Betracht. Wieseck, ein Ort von über 3000 Einwohner, ist immer noch ohne Eisenbahnverbindung, besonders mit Gießen. Nach meinem Plane sollte die Strecke von Fulda über Großen-Buseck und Gießen-Nord eingeleitet werden, wodurch gleichzeitig Wieseck die richtige Verbindung nach beiden Seiten und Gießen eine Haltestelle im Norden bekommen hätte, während die Strecke, die den Wald an den Schießständen und den Schiffenberg-t Weg schneidet, weggefallen wäre. Würde die Stadt 200 000 Mk., die jetzt allein für die Ueberführung am Schiffenberger Weg gefordert werden, zu der Verlegung der Linien bieten, so ließe sich jetzt vielleicht wenigstens noch dieser Teil deS Eisenbahn- vrojekteS mit Abzweigung von Rödgen nach Wieseck und Gießen-Nord zur Ausführung bringen. Die sonstigen Pläne, Anlage einer Bahn von Gießen über Wieseck nach Beuern oder Verlegung der Kasseler Strecke über Wieseck nach Gießen, scheinen mir weniger geeignet. Richtig ist es immer noch, Wieseck durch Anschluß nach beiden Seiten (Gießen und Großen-Buseck) in die größere Eisenbahnlinie nach Fulda einzureihen. Außer der Verbindung mit Wieseck kommt auch die mit Heuchelheim und dem Biebertal für Gießen immer mehr in Betracht. Hierbei ist der Mangel der Verbindung zwischen der Biebertal-Balm und dem Hauptbahnhof mit Bedauern zu erwähnen. Die vorhandenen Geleise bis zum Güterbahnhof werden nicht anSgenutzt, weil der nötige An- schluß an den Hauptbahnhof fehlt. Dies ist völlig unzweckmäßig. Es ist daher die Verbindung des HauptbahnhofeS mit dem Geleise der Viebertal-Bahn durch einen Tunnel oder eine Ueberführung anzustreben mit Abgang der Züge inS Biebertal vom Hauptbahnhof und Haltestelle an der jetzigen Station. Neben dieser Lösung wäre eS auch möglich, daS Südende der Stadt, das sich überraschend schnell entwickelt, mit Heuchelheim und dem Biebertal in näheren Zusammenhang zu bringen, indem man in der Fortsetzung der Klinikstraße und der Eisenbahnbrücke die Lahn überbrückt und eine direkte Verbind ungs st raße nach Heuchelheim legt. Dadurch würde der große Umweg, den man jetzt vom Seltersberg nach Heuchelheim und inS Biebertal machen muß, vermieden. Z. B. würden die Kliniken vom Biebertal auS rascher erreichbar werden. Eine solche neue Straße, die auch das rechte Ufer der Lahn mehr zugänglich machen und der Bebauung öffnen würde, muß auf die Dauer kommen, nachdem bie Stadt von der Gegend der jetzigen Lahnbrücke so weit nach Süden gewachsen ist. Durch die Eröffnung deS Geländes rechts dec Lahn würde wohl auch die außerordent- li?gt zum Teil darin, daß Gießen durch den Eisenbahndamm der Lahn in der Entwicklung nach Westen gehemmt ist. ynlitifrlif Taqesschnu. Ein humaner Antrag. Die Verhandlungen der gegenwärtig in Berlin tagenden Kreissynoden bieten diesmal dem kirchlichen Leben manche interessante und was mehr sagen will, beherzigenswerte Anregung. So gelangte ein Antrag zur Erörterung: „die zurzeit für die Beerdigung von Selbstmördern kirchlicherseits bestehenden Beschränkungen aufzuheben". Zwar ist der Antrag gegen sieben Stimmen abgelehnt worden, aber schon die Tatsache, daß er gestellt und ohne Erregung diskutiert wurde, spricht dafür, daß auch auf diesem dunklen und traurigen Gebiete mehr und mehr eine freiere, humanere Auffassung zur Geltung kommt. Auch grundsätzliche Gegner der Mitwirkung von Geistlichen bei Selbstmörderbegräb- nissen verkannten nicht, daß hier eine schemati'che Beurteil' ung nicht am Platze sei. Ein Redner, Propst v. d. Goltz, äußerte: „Ein verführtes Mädchen, das mit dem Kinde unter dem Herzen ins Wasser geht, ist viel besser und steht der Barmherzigkeit Gottes näher als der Verführer in Uniform, der vielleicht nächstes Jahr eine reiche Heirat macht!" Es brauchte indessen nicht gerade auf den Verführer „in Uniform" Bezug genommen zu werden, denn Männer, die einem armen Mädchen die Ehre nehmen und es der Verzweiflung überlassen, sind leider in allen Ständen zu finden, in den unteren wie in den oberen: aber das Beispiel zeigt, wie berechtigt in Fällen dieser Art es ist, dem Zug des Herzens statt einem starren und strengen Prinzip Folge zu geben. Anzengruber hat in feinem „Pfarrer von Kirchfeld" eine erschütternde Szene, die den Geistlichen vor einen ähnlichen Konflikt stellt. Es ist die Szene, wo der Steinklopferhans den Pfarrer Hell anfleht, der innigft- gelicbten Mutter, die sich das Leben genommen, den Segen der Kirche nicht zu verweigern. Mit ergreifender Kraft und lleberzeugung läßt der Dichter den Pfarrer antworten. Er, der Priester, willfahre gerne dieser Bitte und er werde es immer tun — denn nicht dem Toten, sondern den Utber- lebenden treibe die Versagung solcher Tröstung den Stachel ins Herz. Wir hätten die einoringlichen und milden Worte gerne von dem Befürworter des Mittags auf der Kreis- synode vernommen. Aeutsch-Südwestasrika. Berlin, 24. Mai. Amtlich wird au5 Deutsch-Süd- westafrika gemeldet: Hauptmann Siebert gelang es am 19. Mai, unweit Hasuur den Bandenführer Morenga und den Kapitän der Veldschoendräger Hans Hendrik mit 150 Hottentotten nach vierstündigem Gefechte zu schlagen und über die englische Grenze zu werfen, wo sie von der englischen Polizei entwaffnet wurden. Samuel Isaak, dessen Nachzügler zuletzt bei Mukorob unter Artilleriefeuer genommen worden waren, scheint sich nach dem Auob gewandt zu Haber»: dort sanden, in der Gegend von Ko wes, am 16. und 18. Mai verschiedene Gefechte gegen starke Hottentottenbanden statt, in deren Verfolg der Feind nach erheblichen Verlusten unter Zurücklassung von Toten und Gewehren in nordwestlicher Richtung, anscheinend nach dem Nossob, abzog. Der Bethanierhäuptling Cornelius hat seine Flucht in der Richtung nach dem kleinen Karrasberge fortgesetzt, und Major Täubler und Hauptmann v. Koppy haben ihm auf der Verfolgung weiteres Vieh abgenommen. Am 12. Mai gelang es der Ersatzkompagnie la, den Hererokapitän Andreas, der sie vom Nuuibob-Gebirge nach dem Kuisebtal gedrängt hatte, in der Verfolgung etwa bei Hudaot zum Kampf zu stellen und zu schlagen. Die Verfolgung wird von verschiedenen Seiten fortgesetzt. __ ____________ Kirche und Schule. — Die Entlastung der Schuljugend in Würt- fernher g. Dem Kampf gegen die Hausaufgaben, den insbchondere Prof. Dr. Jäger in Stuttgart unter- - '.mimen hat, scheint nun doch wenigstens em teilweiser Er- -väg beschieden zu sein. Die Unterrichtsverwaltung hat sich entschlossen, die Hausaufgaben und zugleich die ganze Einteilung des Stundenplans in den höheren Schulen einer Neuordnung zu unterziehen. Sie kann sich zwar nicht dazu verstehen, die Hausaufgaben ganz abzuschaffen oder wenigstens auf den Memvirstofs zu beschränken, weil sie in schriftlichen Hausaufgaben ein unentbehrliches Mittel er- Klickt, die Schüler an selbständiges wissenschaftliches Arbeiten zu gewöhnen. Mer man denkt an eine gewisse Beschränkung der Hausaufgaben in einzelnen Materien z. B der Mathematik, und an Erleichterungen, namentlich tn den Klassen, wo durch den Hinzutritt zweier neuer Fremdsprachen „eine recht erhebliche Ueberbürdung der jugendlichen Gehirne m besonders wichtigen Lebensjnhren" sich geltend macht Frei bleiben tioit Hausaufgaben soll ein Nachmittag in der Woche, an dem dann Turnspiele gepflegt werden sollen. Man geht hierbei davon aus, baß die freien Nachmittag« als solche, die übrigens durch die Turnspiele nicht eingeschränkt werden sollen, ebensowenig wie die dem eigentlichen Turnen ge- widmete Stundenzahl, noch nicht ^eres auch für die körperlich« Erfrischung gewonnen smd Darum soll von der Schule aus die Bewegung tnt Freren in bestimmte Bahnen geleitet werden. Die Sache wird versuchsweise schon jetzt flir ^einige größere Anstalten ins Werk gesetzt werden Vom kommenden Schuljahr ab so' sie allgemein gemacht und dann auch auf die höheren Mavchenschulen ausgedehnt werden. ------- ----- 2t M.c Der Antrag Mell nach welchem Handelsagenten nicht mehr des Wanbergewerbescheins bedürfen sollen, wird debattelos defmi- «v Amchmigt Antrags v. Treuenfels M, der eine Amderung. b®S 833 des antragt, daß.eine Swadenersabvslicht des °rhaU ters nicht emtritt, wenn der Schaden w rm N seines Berufs nrsacht wurde, das dem Tierhalter zur Ausübung s oder zu seiner Erwerbstätigkeit bient, ober « fernem Unterhalt zu bienen bestimmt ist, und, wenn ^Tierhalter das ^i.r gehörig beaufsichtigt hat, erklärt, sich W Spahn (Ztr.) mit der Tendenz des Antrags einverstanden Staatssekretär Nieder ding cctlart sich für seine lerstn bereit, in eine Wohlwollen de Prüfung der Verhältnisse einzu- 1 treten. Namens der Negierung könne er feine Erklärung ab-- - Abg. Molkenvubr spricht sich scharf gegen den Antrag ans W den reichen Tierhalter auf Kosten von armen Arüpveln entlasten wolle. Abg. v. Treuen fels kkons.) w'ist darauf hm, daß die Tierlmller doch k ineswegs immer reiche Leute seien, beispielsweise die Droschkenkutscher vrb Produktenhändler. W Bargmannsfr. Vp.^ sagt, ferne Partei verkenne nt*t die Härten des § 833 und werde der Resolution zustimmen. Er fordert die Negierung auf, Material Über diese Frage zu sammeln. Zu einer Aendernng des Paraarivbm scheinen ihm aber die bisherigen Unterlagen nicht zu genügen. Abg. Hilbck fnl.) führt Beispiel? an, wo Tiere obne Verschulden der Tierhalter Schaden angerichtet und dadurch bieTier- balter bastbar gemacht haben Das treffe gerade den kleinen Manw Seine Partei werde für den .Kommiss'ansbsschfuß stimmen. Er bittet, dem Anträge des Ma v. Treuenfels die Form einer Resolution zu geben, nach welcher die verbündeten Negierungen möglichst ein Gesetz vorlegen sollen. _ . Abg. Noeren (Ztr.1 legt dar, daß eine Abänderung des 8 833 schon deshalb angezeigt sei, weil in ibm die Verurfach- ungStbcorie herrsche, anstatt die V-'rfchulbungstheori?, die sonst in dem Bürgerlichen Gesetzbuch überall zu Geltung komme. ?Fbg. V o g t - Hall iDd. b. Ldw? befürwortet den KnmmissionS- beschluß und sagt, bie bisherige Regelung des Tierschabens habe der Sozialdemokratie viele Stimmen zugeführt, denn die Be- t reffen en fef öbm die Schuld an der jetzigen Regelung aus die bürgerlichen Parteien. „ ., Llbg. Müller-Meiningen ssr. Vp.) beenfragt. den Reichskanzler au ersuchen, eingehende Erleb'mgen über die bebanweten Härten des § 833 zu veranlassen und bei der Revision des Bürgerlichen Gesetzbuckts auch den § 833 zu amendieren. Abg. Schmidt-Warburg (Ztr.) sprießt sich gegen dm Antrag Müller-Meiningen aus der nur zufällig die erforderliche Zahl von 30 ihn unterstüdenden ?ll>geordueten erhalten stabe. Mg. M olkenbuhr lSoz.s bekämpft nochmals den Antrag. Abg. Böckler (Rfp.l hebt l>ervor, baß gerade der unbemittelte Tierhalter durch die Ersatzpfffcht für einen Schaden, den er nicht verschuldet habe, ruiniert werden könne. W M üller-Meiningen (fr. Vp.) erklärt, die Klagen richteten sich weniger gegen die gesetzlichen Bestimmungen, als gegen bie bezügliche Rechtsprechung. Fange man am Bürgerlichen Gesetzbuch zu ändern an, so müßten auch bie Bestimmungen über die Automobile und über bi; Grimdstücksverkäufe geändert werden. Abg. v. Treuenscls (kons.) entgegnet, es handle sich stier nicht um die Frage der Rechtsprechung, denn die Gerichte könnten auf Grund des § 833 nicht anders entscheiden, als sie Die Resolution Müller-Meiningen wird abgelehnt, die Resolution der Kommission zum Antrag Treuenfels gegen die Stimmen der Freisinnigen und der Sozialdemokraten angenommen. , ... Es folgt die dritte Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend Aenderungen der Zivilprozeßordnung. Abg. Himburg skons.' erflnrt, bie Konservativen oedauerten, daß manche Materien der Rechtsprechung des Reichsgerichts entzogen würden. Da aber die Entlastung des Reichsgerichts dringlich und unumgänglich sei, stimmten sie für den Gesetzentwurf in der Fassung der Kommission. „ ~ Abg. Stadthagen (Soz.) hält seine früheren Ausführungen über den Fall Ring und über bas Verhalten des preußischen Justizministers aufrecht. r _ Mg. Blumenthal (dtsch. Vp.), spricht sich gegen bie Erhöhung der Nevisionssumme aus, bie unsozial sei. Damit schließt bie Generaldebatte und der Gesetzentwurf wird definitiv gegen die Stimmen der Freisinnigen, Polen, Sozialdemokraten, der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Neformpartei angenommen. Es folgen Wahlprüfungcn. , Zunächst wirb die namentliche MstimmunA über die Wahl Barbeck (fr. Vp.) Erlangen, Fürth wiederholt. Bei der früheren Abstimmung über den Antrag auf Giltigkeit war das Haus beschlußunfähig. Die Wahl Barbecks wird heute mit 109 gegen 100 Stimmen bei 17 Stimmen Enthaltung für ungiftig erklärt. lieber die Wahl Brejski (Pole) Thom, Kulm Briesen, welche die Kommission für ungiftig zu erklären beantragt, entspiimt sich eine längere Debatte. Die Wahl wird in einfacher Abstimmung für ungiftig erklärt. , , , , Die Wahl des Mg. Korfanty (Pole) wird in einfacher Abstimmung gegen die Stimmen der Polen, Sozialdemokraten, Freisinnigen und einiger Antisemiten für ungiftig erklärt. Nachdem die Petitionen betreffend die Einsührnng des Befähigungsnachweises für die Handwerker und betreffend die Befugnis zum Halten von Lehrlingen der Negier» ung zur Berücksichtigung überwiesen worden waren, wird ein Vertagungsantrag angenommen. _ rtl , Bei der Feststellung der Tagesordnung beantragt Mg. Gras Hompesch (Ztr.), die Derggesetzanttäge auf die Tagesordnung zu setzen, worüber namentliche Abstimmung beantragt wird. Abg Singer (Soz.), richtet an den Präsidenten die Ditte auf Verlesung der Namen der Antragsteller. Er erhält einen Ordnungsruf, da er den preußischen Landtag die Karrikatur einer Volksvertretung nennt ?fbg Bachem (Ztr.) begründet den Antrag feiner Partei. Mg. Paasche (nf.) spricht sich dagegen aus, vielfach von der Linken unterbrochen. Nach weiterer Geschaftsordnungsdelwtte findet namentliche M- stimmung über den Antrag Hompesch statt, welche die Beschlußunfähigkeit des Hauses ergibt, ba nur 181 Abgeordnete abstimmen. , . _ , c Der Präsident setzt darauf für morgen folgende Tagesordnung fest: Kleinere Vorlngen, Börsengesctznovelle. Schluß 6^ Uhr. Rentner. Görlach, vom Westen (Rhein) über Gießen Telephonischer Kursbericht Frankfurt «. M., 24. Mai. Offizielle Schhisskurse. Staatschatzschein® • ♦ . 100.45 Tendenz : fest. Schluss : schwächer. vom Westen über Gießen und mit Anschluß an die Maintal- Die leidige Gewohnheit bergabwärts die Füße von die Vordergabel zu stellen, im Gefolge gehabt. Ein mancher Radfahrer, beim Fahren den Pedalen zu nehmen und auf hat schon viele schwere Unfälle hiesiger Radfahrer, der den Ungar. Goldronte Italien. Rente , Portugieser I Portugiesen. III Unif. Türken 4% 4 o/„ 4% 3"/ X% Gi« ßahy 3°/n Mexikaner 4Chinesen . Electric, 8 oh ucker t Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonfo-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handolsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden , . Ootthardhahn . . Laurahütte . . Bochum . . . II arpener . Apfe Lützc Apri Birn Bari Tafel Aosii Nh Korst Barl Oetke 31/, % Oberhcssen . . 4% Oesterr. Goldrento . 4V8% Oesterr. Silberrento 1. auf die Verbindung Nach Schlesien; 2. auf die Verbindung Gelnhausen nach Bayern bahn in Lohr. Reiohsanleihe do. Konsole , do. . . Hessen prini fein Die erste beruht wesentlich auf dem Ausbau der Strecke /on Alsfeld nach Hersfeld zum Anschluß an die Thüringerbahn in Bebra und würde eine bedeutende Abkürzung des Weges nach Schlesien gegenüber der jetzigen Strecke über Eassel bedingen. Die zweite würde eine Durchquerung des nordöstlichen Teiles vom Spessart auf einer unbedeutenden Strecke voraussetzen und eine wesentliche Kürzung deZ Weges vom Niederrhein nach Bayern und Oesterreich bewirken. Die Bahn nach Gelnhausen würde dadurch ihren Charakter als Lokalbahn zu Gunsten einer durchlaufenden Linie verlieren. Man wird sagen, daß dies alles Pläne für die Zukunft sind. Es ist aber notwendig, den Blick rechtzeitig auf die größeren Zusammenhänge zu richten, weil sonst immer nur ein momentanes Stück- und Flickwerk entsteht, von dem wir vielfache klägliche Beispiele haben. Wenn Deutschland in seinem Verkehrswesen eine Wirtschaftseinheit bei möglichster Wahrung der territorialen Selbstständigkeit darstellen soll, wird es besonders in der Richtung der größeren Eisenbahnlinien diesem Gedanken Ausdruck geben müßen. Gießen wird dabei als Kreuzungspunkt im Süd- Westen vermöge seiner natürlichen Lage immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Vorstehenden habe ich versucht, die das Verkehrswesen der Stadt betreffenden Punkte systematisch zusammenzustellen. Was davon sich zur Ausführung in absehbarer Zeit eignet, möge den Gegenstand der Ueberlegung in der Bürgerschaft zunächst in der vom Bürgerverein veranstalteten öffentlichen Versammlung bilden. Hoffen wir, daß das, was in Bezug auf die Durchführung des früheren Eisenbahnprojektes leider versäumt worden ist, wenigstens teilweise noch verwirklicht werden kann. 3V2% 3°/o 8V,o/0 W/n . 66 55 . 96 20 . 136 00 . 124.20 . 210 30 . 187.10 . 140.90 . 154.00 . 169 40 . 143 50 . 15 60 . 00.00 . 267.00 . 241.70 . 212 90 Für die Gesamt-Redaktion verantwortlich: i. V. August Goch. I'ürkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4l/a% äussere Argentiner eintreffenden Zug stattfindet. Da dieser Zug auch Anschluß an den von Frankfurt a. M. kommenden Schnellzug hat, so liegt die jetzige Postverbindung umsomehr im Interesse deS Verkehrs. ^.Hirzenhain, 23. Mai. Zu dem bereits gemeldeten Diebstahl ist folgendes noch anzufügen: Der Dieb, ein seit Kurzem bei BuderuS beschäftigter Diener Schub ring, bekam am 6. d. Mts. den Auftrag, nach Gelnhausen zu fahren und dort die Frau Geheimrat Buderus abzuholen; dort traf er jedoch nicht ein. Bei ihrer Rückkunft entdeckte die Frau Geheimrat, daß die Kassette aus einem Schrank verschwunden war. In dieser befanden sich außer dem Schmuck noch eine große Anzahl Papiere (Depositenscheine re.), die der Dieb dem Eigentümer am 8. ds. aus Kassel wieder zurücksandte. Der Verdacht lenkte sich sofort auf den Schubring, umsomehr, als sich in einem zurückgelassenen Rock ein Schmuckstück aus der Kassete vorfand. Der Dieb soll übrigens einen falschen Namen führen. -o- Ortenberg, 23. Mai. S. Erl. der Gras Kuno zu^ Stolberg-R o ß la ist nebst Familie zu längerem Aufenthalt auf dem hiesigen Schlosse eingetroffen. Wie bestimmt verlautet, wird während dieser Zeit I. K. H. die Groß Herzog in zu kurzem Besuch hier erwartet. — Ein hiesiger junger Dachdeckergeselle wurde vor kurzem unter der Beschuldigung, den Inhalt einer Geldbörse und zwei goldene Ringe, die ihm von einem Mädchen in Frankfurt zur Aufbewahrung übergeben worden sein sollen, unterschlagen zu haben, in Untersuchungshaft genommen. Nachdem er hier in Gießen und Frankfurt eine Zeit lang in Haft gesessen, stellte sich bei der Konfrontation mit dem Mädchen heraus, daß er gar nicht der Täter war. Der wirkliche Betrüger hatte sich nur seines Namens bedient. Bad-Nauheim, 23. 9)iat. Der amerikanische Staatssekretär Hay verläßt Ende dieser Woche Bad- Nauheim nach beendigter Kur und begibt sich direkt nach Paris, von wo er nach kurzem Aufenthalt über London nach Amerika zurückkehren wird. Berlin wird er nicht berühren. Sein Leiden, eine geringe Herzerweiterung, ist völlig gehoben. (W. Anz.) Friedberg, 24. Mai. Der Täter, der Ende April Ihre Kgl. Hoheiten den Großherzog und seine Gemahlin, die in einem Automobil nach Lich fuhren, durch einen Steinwurf vom Friedberger Burgberg aus schwer gefährdete, ist nun ermittelt. Es ist ein 14 jähriger Friedberger Realschüler, der Sohn eines staatlichen Angestellten. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft ergab, daß der Täter nicht wissen konnte, wer die Insassen des Automobils seien. Es war also die Tat, ivie der Landesfürst sie sofort richtig kennzeichnete, ein roher Bubenstreich, der aber die verhängnisvollsten Folgen hätte haben können. Eine gewisse Mitschuld an der Tat trägt zweifellos auch die im Publikum herrschende törichte Animosität gegen die Automobile, die unreife Jungen leicht verleitet, solche als vogelfrei anzusehen. Frankfurt, 24. Mai. Die Königin von Italien, die seit Sonntag im Palasthotel Fürstenhof wohnt, fuhr heute mittag im Automobil über Würzburg nach München. Gestern itattete die Königin der Landgräfin von Hessen einen Besuch ab. Graf Lanza, der italienische Botschafter am Berliner Hof, begibt sich nach der Abreise der Königin wieder nach Berlin . 101.65 . 90.45 . 101.60 . 90.25 . 100.15 . 99- . 101 90 . 00.00 . 99.80 . 00.00 . 67.10 . 67.25 . 88.35 . 135.20 54.80 00.00 Haas, Karl, jun., Lahnkalkindustrie. Haas, Nob., Wtw. Habe- nicht, Friedrich, Kaufmann. Haberkorn, Kreisarzt, Stadtverordneter. Hahn, Carl, Schreinermeister. Hahn, Rektor. Hamann, Architekt. Hansen, Professor. Hasse, Tapetenhandlung. Happel, Eisenhandlnng. Haubach, Stadtverordneter. Haubach, Hotelier. Haubach, Wtw. Haubach, Oberpoftpraktikant. Haubach, Fabrikant. Haupt, Bibliotbcksdirektor. Häuser, Buchbindermeister. Hedderich, Pro- lessor, Oberlehrer. Heger, Bandagist. Heppeler u. Meyer, Buchdruckereibesitzer. Heichelheim, Kommerzienrat, Stadtverordneter. Heichelheim, Bankier. Heil, Dan., Rentner. Heimer, Kaufmann. Helfrich, Stadtverordneter. Hell, Hotelier. Helm, Professor. Helm, Weinhändler, Stadtverordneter. Henneberg, Professor. Heß, Direktor, Wwe. Heß, Herm., Kaufmann. Heß, Professor. Heßler, Metzgermeister. Herzberger, Fuhrunternehmer. Herzberger, Kaufmann. Hettler, Konditor. Hill, Postmeister i. P. Heyligenstacdt, Kommerzienrat, Beigeordneter. Hirschhorn, Justizrat. Hirz, Glaser- meister. Hochslä'tter, Heinr., Kaufmann. Hoddes, Dentist. Holzapfel, Dr., Rentner. Hornberger, Wrlh., Kaufmann. Hornberger, Fritz, Kaufmann. Horn, Professor. Horst, Fabrikant. Huhn, Bauunternehmer, Stadtverordneter. (Schluß folgt.) Blau-Weiß-Rot, Stammtisch. Blödner, Kaufmann. Bock, Fabrikant. Borck, Fräulein. Boller, Reisender. Borrmarrn, Eisenhändler. Bostroem, Professor. Boetticher, Professor. Braribach, Stadtbaumeister. Briel, Fräulein. Brück, Goldarbeiter, Stadtverordneter. Brück, Möbelhandlung. Bücking, Rentner. Bücking, Landgerichtsdirektor. Buderus, Rentner. Buderus, Gg., Wtw. Büttner u. Damm, Bauunternehmer. Büttner, Fabrikant. Calker van, Professor. Carlö, Dachdeckermeister. Eballier, Kaufmann. Christel, Hotelier. Clemm, Professor, Oberlehrer. Collin, Professor. Curschmann, Beigeordneter. Datz, Kaufmann, Schwaabs Rachf. Denninghosf, Brauereibesitzer. Derm, Job., Wtw. Demuth, Sekretär a. D. Diehm, Banrat. Dietrich, Oberlehrer. Doering, Rendant. Dornsetff, Fräulein. Dornberger, Apotheker. Drews, Professor. Drude, Professor. Ebel, Dr., Stadtverordneter. Ebel, Gg., Wtw. Eccarius, Kaufmann. Eichbaum, Prof., Wtw. Eichenauer, H., Fabrikant, Stadtverordneter. Eidmann, Bureauvorsteher. Elbs, Professor. Elges, Restaurateur. Elsoffer, Kaufmann. Emmelius, L., Kommerzienrat, Stadtverordneter. Emmelius, H., Rentner. Engelbach, Wtw. Engelhardt, Schneidermeister. Engisch, Obersteuerrat, Wtw. Engisch, Rechtsanwalt. Esch, Direktor. Euler, Ph. IV., Schneidmüller, Stadtverordneter. lich starke und völlig ungesunde Steigerung der Bodenpreise in Gießen etivas aufgehalten werden, die zum Teil dadlirch bedingt ist, daß die Stadt, durch den Eisenbahn- damm von der Lahn abgetrennt, in einseitiger Weise auf die linke Lahnseite beschränkt ist und daher dem „Zug nach Westen" nicht folgen kann. Vorerst erscheint mir eine bessere Verbindung zwischen ?er Biebertal-Bahn und dem Haupt-Bahnhof nötig. Wenn diese sich richtig weiter entwickeln soll, wird man allmählich daran gehen müffen, sie nach Westen über König?berg zu verlängern, später bis man Anschluß an eine Station der Bahn von Gladenbach nach Herborn. Letztere Stad ist der natürliche Endpunkt dieser Bahn, die sich viel rascher entwickeln würde, wenn sie nicht bloße Sackbahn sondern eine Verkehrslinie von Gießen nach Westen bis in das Dilltal wäre. Neben den Verbindungen von Gießen nach Wieseck, Heuchelheim und dem Biebertal würde, wie schon vor kurzem in diesem Blatt von anderer Seite erörtert wurde, eine Linie durch das Kleebachtal vielen Wünschen entsprechen. Prinzipiell halte ich eS für zweckmäßig, von natürlichen Verkehrslinien nicht nur Bruchstücke zu bauen, sondern sie im Zusammenhang als durchlaufende Strecken anzulegen. Wie diese Linie zu gestalten wäre, steht zur weiteren Diskussion. Wir kommen nun zum III. Punkt, Lage Gießens an den großen Verkehrslinien. Glücklicherweise ist diese außerordentlich günstig, so daß die Stadt sehr gute und rasche Verbindungen nach vielen Seiten hat, auch sind die Zug- einrichtungen fortschreitend ergänzt und verbessert worden. Es möge jedoch auf zwei für den größeren Verkehr wichtige Punkte hingewiesen werden: steilen Weg nach Nieder- Ohmen zu fuhr, machte mit seinem Rade das gleiche Manöver. Er verlor die Herrschaft über das Rad, kam zu Fall und brach ein Bein. Durch die gleiche Ursache stürzte ein Radfahrer dieser Tage in Frankfurt und fügte sich schwere Verletzungen zu. Schenkungen für den Hlenöau des Kießener Stndttyeasers. Im Folgenden beginnen wir mit dem Abdruck der Liste derer, welche dem Komitee Schenkungen für den Neubau unseres Stadttheaters zugesagt haben. Die Liste enthält die Namen der Spender in alphabetischer Ordnung. Ausgenommen sind vorläufig nur diejenigen, welche ihre Zusage bereits in schriftlicher Form, durch Einsendung des unterschriebenen Zeichnungsscheins gegeben haben. Die große Zahl derer, welche die Absicht einer Spende zwar ausgesprochen, aber ihre Höhe noch nicht festgesetzt haben, wird in einer später zu veröffentlichenden zweiten Liste-Aufnahme finden. Mit besonderer Befriedigung wird man davon Kenntnis nehmen, daß sich eigentlich alle Stände und Berufszweige beteiligten und daß sogar geborene Gießener, die längst ihren Wohnsitz nicht mehr hier haben, und solche, die nur vorübergehend hier wohnten, die Notwendigkeit eines Theaterncubaues •— und zwar durch Zuwendung erheblicher Summen — anerkannten. Ein so großes Jntereffe an der Förderung der dramatischen Kunst ist unseres Wissens in keiner anderen Stadt von der Bürgerschaft betätigt worden. Möchte das Komitee aber recht bald in der Lage sein, dieser ersten Liste von 442 Spendern eine zweite ähnlich große folgen zu lassen! Denn für einen nicht allein dem Bedürfnis genügenden, sondern auch schönen Bau, der unserer Stadt zur Zierde gereicht, genügt das gesammelte Geld noch lange nicht, und deshalb ergeht an die Vielen, welche in der Lage sind, einen, wenn auch nur kleinen Beitrag zu leisten, die Bitte, ihre Absicht recht bald kundzugeben. In kurzem fällt die Entschließung über den Bauplan, denn in diesem Herbst schon soll mit dem Bau begonnen werden. Jetzt ist es also noch Zeit, durch L-rsvrechen einer Spende auf die Gestaltung des Baues rück- sichtlich seiner Zweckmäßigkeit und Schönheit einzuwirken. Erstes Verzeichnis der Spender des Theaterneubaues. Abermann, Bauunternehmer. Adami, Fabrikant. Allendors, Sekretär. Altenpohl, Fräuleins. Appel, Spenglermetstcr. Arnold, Rechtsanwalt. Asprion, Bierbranereibesitzer. Bach, Kaufmann. Baldensperger, Professor. Balser, E., Kaufmann. Bansa, Ida, Wtw. Barnaß, Fabrikant. BartholomSe, Professor. Baur, Fräulein. Becker, Bauunternehmer. Becker, Lottis, Gärtner. Becker, Carl, Gärtner. Behrens, Professor. Beil, Schremermeister. Bender, L., sen., Fabrikant. Benner, Kaufmann. Berg, Schuhmachermeister. Bergen, O., Direktor. Bergen, Prokurist. Berndt, Hotelier. Bichler, Brauerei- be’fifer. Bieker, Chr., Kaufmann. Biermer, Professor. Biermann, Prosessor. Bingel, Agent. Btrtenstock u. Schneider, Bauunternehmer. Aus Stadt und Land. Gießen, 25. Mai 1905. *"Da§ Großh. Regierungsblatt Nr. 17, aus- gegcben am 23. Mai d. Js., enthält: 1. Bekanntmachung, öie Lösung des Parochialverbandes zwischen der preußischen Filialgemeinde Sichertshausen und der hessischen Gemeinde Trais a. d. Lda. betreffend. 2. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schttldverschreibungen auf den Inhaber betreffend. 3. Prüfungsordnung für die Abhaltung einer Prüfung für Tierzuchtinspektoren an der Großh. LandeS- universität. 4. Bekanntmachung, die Abänderung und Erläuterung der Instruktion für die Großh. KreisgesundheitS- ämter, für die Jmpsärzte und praktischen Aertze, sowie für die Großh. Bürgermeistereien und Vorsteher von Schul- anstalten zur Ausführung des Reichsimpfgesetzes vom 8. April 1874 betreffend. ** Eine Ausweisung. Zu dem von uns aus Butzbach gebrachten Artikel über die Ausweisung einer Frau Orholz aus Hessen wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt, daß eine Verletzung gesetzlicher oder vertragsmäßiger Bestimmungen in keiner Weise vorliegt (Das war auch nicht behauptet worden. D. Red.) und daß der Fall sich anders verhält, als in dem Artikel dargestellt ist. Mit der Heimatgemeinde der Frau Orholz haben, so chreibt man uns, längere Unterhandlungen (seit 15. September v. I.) wegen Gewährung von Unterstützung an Frau Orholz und wegen deren Verbleibens an ihrem seitherigen ölüfenthaltsorte stattgefunden. Die Heimatsgemeinde hat ich aber zu nichts verstanden. Die österreichischen Behörden haben sich sodann nach Prüfung des Sachverhalts bereits im Oktober 1904 zur Uebernahme bereit erklärt. Die Frau Orholz wurde, nachdem trotzdem von hier aus noch weitere Verhandlungen wegen einer Ermöglichung des Verbleibens der Frau Orholz am seitherigen Aufenthaltsorte — jedoch ohne Resultat — stattgesunden hatten, unter dem 15. Januar lausenden Jahres auf- gefordert, sich binnen 4 Wochen in ihre Heimat zurück- zubegeben.unter Zusicherung der erforderlichen Reisemittel, und sie wurde damals schon darauf aufmerksam gemacht, daß ihre zwangsweise Zurückführung er- olgen müsse, wenn sie nicht freiwillig zurückkehre. Daß die Frau sich selbst hier habe ernähren können, ist unrichtig. Die diesseitige Aufenthaltsgemeinde hat seit Mai vorigen Jahres im ganzen 260 Mark für Frau Orholz auf- gewendet und noch im April laufenden Jahres eine Unter» tützung gewährt. Da Frau Orholz trotz der behördlichen Aufforderung nicht in ihre Heimat zurückkehrte, so mußte chließlich leider ihr Rücktransport mit der Eisenbahn seitens >er diesseitigen Behörden angeordnet werden, ein Trans- )ort, den die Behörden auch ihrerseits lieber vermieden )ätten, wie schon daraus hervorgeht, daß darüber Monate lang verhandelt wurde. Vor Anordnung des Rücktransports war überdies bei der 'Aufenthaltsgemeinde wegen der Möglichkeit der Ausführung angefragt und bejahende Antwort erteilt worden. Sollte bei der Ausführung dieses Traus- )ortes nicht mit der nötigen Rücksicht verfahren worden sein, vorüber eine Untersuchung eingeleitet ist, so wird die er» orderliche Remedur eintreten. Daß das Mobiliar der Frau Orholz von den Behörden versteigert worden sei (Der Bericht lautete, daß das Mobiliar „in nächster Zeit" versteigert werden würde. D. Red.), ist unwahr, vielmehr wurde ausdrücklich dessen frachtfreie Zusendung an die österreichische Heimatgemeinde der Frau Orholz angeordnet. §§ Mücke, 24 Mai. Unsere kürzlich gebrachte Mitteilung über den zu späten Anschluß der Post Mücke— Ruppertenrod — Ulrichstein an den letzten von Gießen kommenden Personen zu g ist nicht ohne erfreulichen Erfolg geblieben. Nachdem, durch unseren Artikel veranlaßt, die Erhebungen den Mißstand deS späten PostanschlusseS dargetan hatten, hat die Oberpostdirektion verfügt, daß die Post- oerbtndung nunmehr mit dem um 6.38 Uhr von Gießen hier Fischbach, Kaufmann. Fischer, Koblenhandlnng. Frank, Geschwister. Frees, Hosbuchhändler. Friedberger, Max, Kaufmann. Friedberger, Ntoritz, Kaufmann. Friedel, Wtiv. Fritzsche, Viblio- thekar. Fröhlich, Generalagent. Frontme, Professor. Gabriel, Dr., Apotheker. Gabriel, Fabrikant, Stadtverordneter. Gafsky, Professor in Berlin. Gail, Kommerfienrat. Gail, Fabrikant in Baltimore. Gail, Kommerzienrat, Wtw. Georg, Gärtner. Georgi, Kommerzienrat, Beigeordneter. Georgi, ~ Gemmecker u. Basiert, i. F. Ernst Balser. Geppert, Professor. Gerbet, Stadtbanmeister. Gerbode, Zigarrengeschäst. Lehrer. Graes, Dentist. Groos, Professor. Grünig, Kreisba»«- ausseher. Grünebaum, Möbelhändler. Grünewald, Rechtsanwalt. Grünewald, Bankier. Gutmann, Ingenieur. Günther, Professor. Günther, Chemiker, Professor. Günther, Fabrikant. Gutfleisch, Rechtsanwalt, Stadtverordneter. § Elpenrod, 24. Mai. Kaffee ©sen und die echte dem dv» „Kafleeonkel,“ ist und bleibt der beste Kaffeezusatz. — Kein Cichoricnpräparat kann jemals diese k 9620 13600 124.20 21030 187.10 140.90 154.00 169 40 14350 1560 00.00 267-00 241.70 21290 100.45 gbericht. gridleSohlMk»^ Skier ■ ■ neson . • ;cfackert . >yd - • en • • ' (ommandit. pt ' ßink - • landet [faatobabu, c • ' ' ahn . • • e • * «1 Enschs-, -h. 3*effe b j ?■ tiefen 75 ®6ut6'.ei" 6iiiho[cn. 3,u '«bten entbc»; otl h«f ch'°nk u->'»;* ino„ lnnr ' Der «* «i. fcftc ’n’nltl‘Hl«nöWt ÜrfJ" S°1111 1 Ne rin f',3le H innere ,7C®r«fSiin» 311 '■""Ottern 7°l!°n. Wie de. 3«t I. K. bi. ‘ twartet - Ein i Nm unter der und zwei °°°>7 « Fwnksurt ein sollen, unter» t gknommen. Nach. le Zeit lang in Hast wit dem Mädchen war. Der wirkliche 'ebient. ■r amerikanische dieser Woche M libt sich birrft nach lt über London nach d er nidjt berühren, ung, ist völlig ge» B. 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