Nr. 43 Mittwoch, 22. Februar 1905 155. Jcchrg. Oh «Fteßem, ^reflltnMBttr* w«6« der ySnjeVv oterw «Schentltch detgelegL, De vtzrttt ) tÄ* r§» • fiW« «««Ech «tarnt Gichener Anzeiger P • " -» -» _ .■ M. f». » - - fc.--■»»-«»»■*-- tflflr nlltQ Wl Oxrtx*dhM6rmteet Ä. Os«-s. IHtftefr •btbohtfl«. QpMhtttoo tL^rxirfrrf*? GchuMr.D 1M. ®t. &L va-eLg« Ohftei Grnerai-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen. 'H ulametttarifche Verl'.auöinuqen. Kachdruck ohne Vereiubarusy nicht gsstaLtet. Deutscher Reichstag. 144. Sitzung vom 21. Februar, 1 Uhr< Das Haus ist gut besetzt. Am Bundesratstische: Bei Beginn der Sitzung nur Komtur s s a r e. Auf der Tagesordnung steht zunächst die namentliche Abstimmung über den Antrag, den Toleranzantrag des Zentrums an eine Kommission von 28 Mitgliedern zu ver- weisen. Der Antrag wird mit 161 Stimmen gegen 113 Stimmen angenommen bei einer StimmenthaUung. „ Es folgen Resolutionen bezw. Initiativanträge betr. Errichtung emes Reichsarbeltsamts. Die Abgg. Freiherr Heyl zu Herrnsheim (nl.) und Genossen beantragen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher dre Errichtung eines Reichsarbeitsamts schafft, mit der Maßgabe, daß auf dasselbe die Obliegenheiten und Befugnisse der Kommission . für Arbciterstatistik übergehen, und daß ihm zu gleicher Zahl Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer als ständige Beisitzer angehören. r Die Abgg. v. Chrzanowski (Pole) und Genossen fordern einen Gesetzentwurf, kraft dessen ein R e i ch s arb eit§ a mt, Arbeitsämter und A r b e i t s k a m m e r n geschaffen werden zwecks Erhebungen über die Lohn-, Arbeits- und Lebensverhältnisse des Arbeiterstandes, Kontrolle über die Ausführung der Arbeiterschutzbestimmungen und friedlicher Beilegung der aus dem Arbeitsverhältnis entstehenden Streitigkeiten zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Sozialdemokraten Auer und Gen. haben einen vollstän- bigen Gesetzentwurf von 42 Paragraphen eingebracht, in dem Bestimmungen über Errichtung eines Reichsarbeitsamtes, von Arbeitsämtern, Arbeitskammern und Einigungsämtern vorgesehen sind. Abg. Thiele (Soz.) befürwortet den sozialdemokratischen Gesetzentwurf. Die Forderung nach einem Reichsarbeitsamt und Arbeitskammern ist schon uralt, wir haben sie schon gestellt, als wir noch eine halbe Million Stimmen zählten. Das Zentrum hat uns nie dabei unterstützt. Daß Frhr. von Stumm sich stets dagegen ausgesprochen hat, ist wohl natürlich. Er meinte, Arbeits- kammern würden nur die sozialdemokratischen Gewerkschaften stärken und sprach die Hoffnung aus, daß die Negierung niemals dieser Forderung nachkommen würde. So ist denn der Wunfch der Arbeiter nach einer gesetzlichen Vertretung bisher unerfüllt geblieben. Es ist eine klaffende Lücke in unserer Gesetzgebung, daß die Arbeiter noch immer keine gesetzliche Vertretung haben. Die Regierung ist mitschuldig daran. Wie segensreich hätten Arbeitskammern bei Stteiks wirken können. Der Streik im Ruhrremer hätte sicher nie diese Ausdehnung gewinnen können, wenn wir Arbeitskammern hätten. Nach Annahme unseres Gesetzentwurfs würde die Rechtslosigkeit der Arbeiter in den wirtschaftlichen Kämpfen beseitigt werden, wahrscheinlich nur aus diesem Gunde ist fre Regierung stets dagegen gewesen. In anderen Ländern hat man den Arbeitern schon eine Vertretung gegeben, u. a. in den Vereinigten Staaten, England, Frankreich, Belgien, Schweiz. Wenn alle diese Länder in der einen oder der anderen Weise den Arbettem eine Vertretung gegeben haben, sollte Deutschland, das angeblich allen voran geht, doch auch nicht länger zögern. Wir haben zwar die arbeiterstattstische Kommission, aber ihre Tätigkeit allem genügt nicht, auch ist sie als Vertretung der Arbeiter in keiner Weise anzusehen. Bescheidener als wir in unserem Gesetzentwurf sind, kann man doch nicht fein. Unsere Hauptforderung ist, daß die Einrichtungen für das ganze Reich getroffen werden. Von Preußen ist nichts zu erwarten, bie herrschende Partei dort, die Konservativen, hat bisher mehr über Kalt- und Warmblüterzucht geredet, als über Arbeiterfragen. Daß die Abeiter nicht imstande sind, sich selbst eine Vertretung zu schaffen, kann man heute doch nicht mehr sagen. Keine Klasse jft so reif dazu, wie die Arbeiterklasse. Die Unreife liegt nur auf feiten der Regierung. Hier wäre eine Gelegenheit für die Regierung, zu zeigen, daß sie nicht mehr dem Kapital untertan ist. Graf Poiadowskv fyxt sich mal über den sozialdemokratischen Staat im Staate beschwert. Heute denkt er vielleicht anders. Heute macht der andere Staat im Staate der Regierung Kopfschmerzen. Ha: doch erst kürzlich ein Vertreter dieses Staates einen Minister heruntergekanzelt, tote dieser es nicht einem seiner Beamten gegenüber wagen würde. Heute müssen wir die Regierung an die Durchführung der kaiserlichen Erlasse erinnern. Aber die Regierung fürchtet die Arbeitslammern, weil sie glaubt, daß ihr^ eine flammende Anklage barm erstehen könnte. (Beifall b. d. Soz.) Abg. Patzig (natl.) begründet den Antrag des Abg. Frhrn. von Heyl. Ich glaube nicht, daß der Vorredner mit seiner Begründung der Sache gedient hat, der er dienen will. Wir wünschen zwar auch, daß in Sachen eines Reichsarbeitsamts etwas mehr Dampf darangesetzt würde, aber so schwere Vorwürfe verdient die Regierung doch nicht. Die Regierung hat im Gegenteil in den letzten Jahren sehr viel für die Arbeiter getan. Auch die Tättgkeit der arbettersiatuti- schen Kommission, die in den vielen Drucksachen des Reichstags niedergelegt ist, darf nicht gering angeschlagen werden.. Wir wünschen zwar ein Reichsarbeitsamt, sehen darin aber nur eine Zentralstelle zur Bewältigung aller Arbeiten auf dem Gebiete der Sozial - polittk. Darin entscheiden wir uns sehr von dem Vorredner. Er sagt zwar, er sei sehr bescheiden, aber der Gesetzentwurf der Sozial- oemokraten enthält doch ganz ungeheuerliche Forderungen, u. a. will er das Recht,. Verordnungen zu erlassen, dem Reichsarbeitsamt überlasten, will also mit einem Wort die ganze Tätigkeit des Bundesrats auf diesem Gebiete ausschalten. Daß wir dem nicht zustimmen können, liegt doch auf der Hand. Wir wollen, ein Reichsarbeitsmnt, damit wir eine Stelle haben, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Die arbeiterstatisttsche Kommission genügt , uns nicht, denn diese ist abhängig von dem statistischen Amt und dieses ist wieder von dem Reichsamt des Innern abhängig. Ich bitte Sie, unfern Antrag anzunehmen. (Beifall links.) Abg. Kulerski (Pole) weist auf die ganze moderne Entwickelung hin, die uns Landwirtschaftskammern, Gewerbekammern, Handwerkerkammern gebracht habe. Es sei eine durchaus notwendige Ergänzung dieser organisatorischen Arbeit, wenn sie nicht Stückwerk bleiben solle, daß endlich auch Arbeitskamtoern errichtet würden. Abg. Trimborn (Ztr.): Die Art, wie die Sozialdemokratie die Sozialpolitik betteibt, macht diese Partei in Wirklichkeit zu einem Bleigewicht für die sozialpolitische Arbeit. Auch der Gegenstand der vorliegenden Anträge sei nicht etwa zuerst von den Sozialdemokraten hier angeschnitten worden, sondern vom Zentrum, und es habe diesmal nur deshalb keinen eigenen Antrag eingebracht, weil es den von der Regierung schon angekündigten Gesetzentwurf ab- toarten will. Wir wünschen in den Arbeitskammern eine Vertretung der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, und zwar aller Arbeitnehmer, auch der genügen, also der Privatbeamten, zu sehen. Den sozialdemokratischen Antrag an eine Kommission zu verweisen, hat keinen Zweck, da wir ja gelegentlich des nächstjährigen Gesetzentwurfs ohnehin eine längere Kommistionsberatung des Gegenstandes zu erwarten haben; wir behalten uns aber vor, eventuell in zweiter Lesung für motivierte Tagesordnung zu stimmen. Ein Reichsarbeitsamt haben wir von jeher für notwendig gehalten, und wenn Arbeitskammern errichtet werden, ist es als Zenttale für diese geradezu unentbehrlich. Das Reichsarbeitsamt soll das Reichsamt des Innern entlasten, aber es wird ihm untergeordnet bleiben müssen; ich denke mir seine Stellung etwa wie die des Reichsversicherungsamtes. Wir stimmen jedenfalls dem nattonal- liberalen Anträge zu. Den Antrag der Polen wird man zweckmäßiger Weife der Regierung als Material überweisen. Bei dem sozialdemokratischen Antrag ist das nicht möglich, da er einen vollständigen Gesetzentwurf bildet. . Abg. Pauli (Tonf.) erklärt, daß feine Partei gegen alle drei Anträge fei. Wir glauben nicht, daß diefe Anttäge die Einbringung des von der Regierung versprochenen Gesetzentwurfs beschleunigen werden. Die Anträge, insbesondere der sozialdemokratische, sind überdies geeignet, unsere Produktion zu verteuern und dadurch den Absatz unserer industtiellen Erzeugnisse im Jn- lande und Auslande zu gefährden. (Lachen bei den Soz.) Endlich dient der sozialdemokraüsche Antrag noch besonders dazu, in weiterem Umfange die Arbeiter der Macht der sozialdemokrattschen Führer zu unterwerfen. Wenn der Entwurf der Regierung betr. die Errichtung von Arbeitskammern kommt, werden wir chn wohlwollend prüfen. t v v c , c. Abg. Mugdan (frei). Vp.) wundert sich darüber, day die Sozialdemokraten Arbeitskammern wollen, in denen Arbeitgeber und Arbeiter zusammensitzen, für wett wirksamre würde er eine Vertretung der Arbeiter allein in Arbeiterkammern halten. Er sei sowohl für diese Kammern, zur Not auch für Arbeitskammem, wie audj für ein Reichsarbeitsamt. Der sozialdemokratische Gesetzentwurf aber besitze noch erhebliche Mängel. Was fei z. B. ein Reichsarbeitsrat, sei das etwas wie ein Geheimrat? — oder sind es mehrere Personen, etwa wie der Gefundhettsrat? — Der Ausdruck komme mehrfach in dem Entwurf vor, es fehle aber an jeder Deftnitton. Wenn ein Reichsarbeitsamt gegründet werde, so müßte cs vollkommene Selbständigkeit bekommen und nicht dem Reichsamt des Inneren unterstellt werden. Die Sozialdemokr^ie werde dadurch keineswegs unterstützt, denn die meisten Arbeiter schlössen sich nur deshalb der Sozialdemokratie an, weil sie glcmb- ten, daß sie bei den anderen Parteien keine Unterstützung fand«!. Je mehr notwendige Institutionen man den Arbeitern gewahre, um so mehr grabe man daher der Sozialdemokratie das Wasser ab. Er werde heute schon für den Antrag der Nationalliberalen stimmen. Abg. Raab (Antts.) meint, die ganze Materie schwer ja eigentlich in der Luft, Da ja eine Regierungsvorlage betr. Rectos- fähigkcit der Berufsvereine angelünbigt sei. Erfreulich sei es, daß die Sozialdemokraten heute für Arbeitskammern feien, b. h. Kammern, in denen auch Arbeitgeber vertreten wären, wahrend sie ftüher für reine Arbeiterkammern plaidiert hätten. Hoffentlich würden sich auch die letzten Radikalen auf den Boden einet gesunden Reformbewegung stellen. Er werde heute für den An- traa Hehl stimmen. Der sozialdemokratische Gesetzentwurf, der u. a. auch den Arbeitskammern bas Recht gebe, Gutachten über Gesetzentwürfe zu geben, gehe zu weit. Denn wenn soziakdemo- ttatischc Arbeiter ein Urteil über Handelsverträge geben sollten, würde was schönes herauskommen. Im übrigen seien seine Freunde für eine Weiterentwicklung unserer Sozialpolitik, denn die großen Fortschritte unserer Industrie seien nicht zum geringsten Lett unserer Sozialpolitik zuzuschreiben. Abg. Dr. Pachnicke (freis. Vgg.) meint, man müsse streng unterscheiden, ob man eine sozial -statistische, oder eine sozial- politische Zentrale wolle. Gegen die erstere sei wohl keiner. Die zweite jedoch gebe zu Bedenken Anlaß. Man hätte für diesen Zweck bereits die Gewerbegerichte, und wenn man die Funktionen dieser Gerichte ohne weiteres einem Reichsarbeitsamt übertragen wolle, so könnte die größte Verwirrung eintreten. Redner erklärt, dem Antrag Heyl Zustimmen zu wollen und befürwortet einen An- tiag, die polnische Resolution dem Reichskanzler als Material zn überweisen. Ehe man ein Reichsarbeitsamt schasse, müße man dessen Funktionen und Kompetenz genau regeln, auch bezüglich peS Verkehrs mit den einzelstaatlichen Behörden. Abg. Erzberger (Ztr.) sührt aus, daß die Rede des Abg. Mugdan ihn unangenehm überrascht habe. Man sollte sich über die veränderte Stellung der Sozialdemokraten freuen, anstatt ihnen Vorwürfe zu machen. Der fozialbemokratische Gesetzentwurf biete zu so vielen Bedenken Anlaß, daß man ibm nicht zustimmen könnte, auch als Material könnte man ihn nicht überweisen, da Gesetzentwürfe nicht als Material überwiesen werben könnten. Der Hauptfehler des sozialdemokrattschen Entwurfs sei, daß er alle Arbeiter in eirten Topf werfen wolle, anstatt Organisationen für die einzelnen Berufszweige zu schaffen. Hiermtt schließt die Diskussion. In seinem Schlußwort verteidigt Abg. Bebel nochmals den sozialdemokrattschen Entwurf. Wenn das Zentrum wirNiche Sozialpolitik wolle, müsse es für den Entwurf stimmen, der dann angenommen werde, da Zentrum und Sozialdemokraten die Majorität hätten. Unrichttg sei die Behauptung, daß die Sozialdemokraten ihre Stellung gewechselt hätten, sie hätten niemals einen Antrag gestellt, Arbeilerkammern zu errichten. Abg. Pavig wendet sich in seinem Schlußwort gegen die Behauptung, daß Arbeitskammern den Streik im Ruhrrevier hatten verhindern können. Dies wäre nicht geschehen, da in dem sozialdemokratischen Antrag nichts davon stehe, daß vor den Arbeite tammern ein Verhandlungs zwang bestände. Hierauf wurde der national-liberale Anttag angenommen, der der Polen als Material überwiesen.. Die zweite Lesung des sozialdemokratischen Gesetzentwurfs wird ohne Kommissionsberatung im Plenum stattfinden. Sodann vertagt sich das Haus auf Mittwoch 1 Uhr, (Dritte Beratung der Handelsverträge.) Schluß 6^ Uhr Gießener MMitzealer. Einakteraberrd. Eine bekannte und zumeist ein bischen unbequeme Eigenschaft von uns Menschen ist es, daß wir sterben werden, und zwur ob wir wollen oder nicht. „Es kommt ein Schnitter, der heißt Tod", heißt es schon im alten Volksliede. Dieses wenig exzeptionelle Schick)al, das der alternde Marguis in Blumenthals munterem,von früherenÄluMhrungenher hier schon bekannten und auch schon besprochenen Vers- einakter „Wann wir altern", resigniert zu ahnen und leise zu furchten beginnt, behandelt in so origineller als absurder Weise der zweite, ebenfalls gereimte Einakter des gestrigen Abends. Vor 2 Jahren lernten wir auf unserer Bühne bei einer Theatervereinsvorstellung einen einaktigen Totentanz kennen, „tzevbst" von dem Stuttgarter Hofschauspieler Schwüdd-Häßler. Aehnlich ist die Aschermittwochs- dichiung „T o t e n t -a n z" von Aöarx Möller, der manchem miserer Leser bekannt sein dürfte als poetischer Mitarbeiter der vortrefflichen Velhagen und Klasrngschen Monatshefte. Ein König verblaßt seine Hauptstadt, wert dort die Pest ihren Einzug gehalten hat. Tie Königin aber bleibt zurück Sie teilt die allgemeine Ansicht dre Pest raffe nur die armen Leute dahin. Ihren Gemahl hebt sre ebensowenig wie des albernen Königs Leibpavian, und deshalb freut sie sich seiner Abreise U rw lebt trotz der furchtbar verheerenden Epidemie herrlich und in Freuden. Ber euremMasken- feste, das sie rnbt, erscheint ein gehermnisvoller Gast im Schlosse, ein Domino. Er tanzt mit der Königin, umarmt und küßt sie; es ist der Tod. . Ties einaktige Memento morr fttso etwas wre der ^orso ^iner Tragödie, aber von einem Manne geschaf sen^von merkwürdig undramatisch , künstlerischer Begabung, ^eine niedlichen Kreimer eien irr der genannten Zeltlchvrfr zeugen meist von Geschnrack und feinem, lvenn auch engem Srnn. ’itiefe Mschermittwochi-Komödie" aber nahm sich, wenrgjtens auf unserer kleinen Bühne, höchst — nun sagen wrr mal ganz unverbindlich — seltsam aus. Auf einer großen Brrhne mag ein blendendes dekoratives Trumunddran: das Mastenfest üu Königspalaste mit Tanz, pnd Ges-Mg/. wit der Vorjpregel- ung lukullischer Genüsse und Orgien nach Mt der nach- tiberanischen Eüsarenausschweifüngen, das gefpeniuge Erscheinen des Todes 2C. re., auf das Gruseln liebende Nerven spannend wirken. 'Die Gießener Bühne aber eignet sich zu solchen Theaterextravaganzen ebenso wenig wie unserJozels- aäßchen zum Gordon-Bennet-Rennen. Möllers Komödie mag entstanden sein unter der Einwirkung von Makarts fardenglühendem Gemälde „Die Pest inFlorenz", dem eineRe- miniszenz an das von Boceaeeio geschilderte große Sterben hi der Arnostadt zu Grunde lag. Aoer wie dieses Gemälde von der heißlodernden Lebensenergie des Rubens kauni ein Atom besitzt, so blutlos und leer ist Möllers kleine Dich^ng gegenüber der plastischen Darstellungskunst des genannteu großen italienischen 'tcovellisten. Entsetzlich ermüdend ist die ungeschickte Expositionsszene zwischen Gräfin und Arzt, und, geradezu einschläfernd die dann folgende langx Erzählung des Todes. Was dann kommt, ist teils verblüffende, künstlerisch abstoßende Mache, teils hohles Versgeklingel. Dieses Neimspiel braucht vor allem Glanz und Farben, und zudem Maeterlincksche Bühnensprechkunst. Da ist z. B. m. E. gleich die Eingangserzählung der Gräfin vom königlichen Affen nicht mit tiefer Tragik, sondern mit gemachter, pharisäischer Kläglichkeit vorzutragen; die Rede muß tragttomisch wirken. Herr Sandors aber bot em Prachtstück der Redekunst. Das neue Frl. CHristop Herfen hat eine recht vorteilhafte Bühnenerscheinung. Ihr sehr sympathisches Aeußere hätte wohl durch eine etwas vollkommenere Schrnrnkkunsl noch gewonnen. Ihr Organ ist sehr wohllautend und biegsam. ÜHit diesen äußeren Eigenschaften scheint die Reihe ihrer Vorzüge erschöpft. Bewegungen und Blienenspiel sind noch unfertig, Temperament scheint nicht sonderlich vorhanden zu jein und vor allem vermißt man Innerlichkeit, warmes Empfinden. Indes darf man aus dieser kleinen Partie keine bindenden Schlüsse ziehen. Die Dame scheint viel Fleiß zu besitzen, und mit dem läßt sich gar vieles erreichen. Jedenfalls ist sie unter den Theaterdamen dieses Winters neben Frl. Ruf und Frl. R->ri, die seltsamerweise gar bald allzu sehr in den Hintergrund trat, die erfreulichste Erscheinung. Das Finale des Abends wirkte nach dem „Totentanz" wie befreiend. Es war eine köstliche kleine Komödie, „Der Dieb" von Oetave Mirdeau. Unseren westlichen Nachbarn gilt der stets ein wenig anarchistisch schillernde Monsieur Mirbeau, den ich mir als einen überaus eleganten Pariser Flaneur vorstelle, als Bahnbrecher unter den Modernen. In seiner so beißenden als witzigen und geistvollen Diebes-Satire von amüsanter Frechheit ironisiert er die Theorie der Modernen vom ^Sichausleben". Eine Figur von keckem Humor ist der Gentleman-Einbrecher, der Tags in der feinen Gesellschaft lebt und Nachts in Begleitung seines fashionablen Kammerdieners die Häuser der Reichen auf dem etwas ungewöhnlichen Wege durch Fenster besucht, um der nach seiner Theorie einzig ehrlichen Arbeit in dieser schlechtesten der Welten zu huldigen, dem Diebstahl, während sein Töfftöff an der nächsten Straßenecke wartet. Dieser Meisterdieb stellt den paradoxen Satz aus und „beweist" ihn auch mit der Eleganz eines in der Dialektik der neusloischen Philosophie wohlbewanderten raffinierten Lebenskünstlers, daß der Diebstahl das Ziel jeder menschlichen Tätigkeit bleibe. Und da der Mensch, in welcher bürgerlichen Stellung er sich auch befinden möge, dem Naturgesetz „Du sollst stehlen" doch nicht entrinnen könne, so sei es doch viel anständiger, wenn er, im Gegensatz zu den Aus- übern der meisten anderen Berufe, das Stehlen „offen und ehrlich" treibe, nicht unter allerlei vor der Welt gütigen, gesetzlich geschützten Bemäntelungen, die aber doch jedem schärfer Schauenden offenbar seien. So eignet er sich denn auf dem Wege des Diebstahls an, was ihm „zur Befriedigung seiner materiellen, geistigen und Herzensbedürfnisse notwendig" dünkt; seine „Individualität mußte sich ausleben!" Und schließlich findet der Bestohlene, ein ehemaliger Börsianer, der seine Freude hat an der raffinierten Kunst- und LebenS- kennerschaft und mehr noch an den pikanten Abenteuern seines nächtlichen Gastes wider Willen, dessen Anschauungen gar nicht unübel. Er schickt den in der ersten Bestürzung herbei-^ Kessischer Landtag. N B. Darmstadt, 21. ?Ve!rr. Am Ministertisch: Juüi>rninister Tr. T1 i 11 m a r, Fincmz- tnntiflvr Dr. Guauth, Ministerialrat Tr. Best u. a. Vizepräsident Tr. Schmitt eröffnet bie Sitzung um lOyi Uhr. £«5 Haus setzt die Etatsberatung bei der 9. Hauptabteilung. Ministerium der Justiz, fort. 9ldg. Wolf beklagt, das; so viele junge, nicht bodenständige Assessoren als Rick'ter auf dem Lande Verwendung fänden. Er mache denselben keine Vorwurfe, aber das Ansehm der Justiz werde durch so junge Richter nicht erhöbt. Auch die hauftg vorkommende Vernehmung von Kindern burd). Gendarmen kann Redner nicht giitbeißen, es empfehle sich hierzu vielmehr der Bürgermeister und der Lehrer. . M'g. Molthan richtet an die Regierung die Anfrage, wie weit die schon früher gewünschte Errichtiing von Gerichtsranen Aussicht auf Verwirllichnna habe und wie es mit dem Neubau des Mainzer Iustizgebäudes stehe. . Al'g. Müller- Tarmstadt rügt verfckiebme Miustande im Zustellungswesen, besonders die Unsitte, die Zustellungen offen, anstatt im acfoffenen Umschlag erfolgen zu lassen. Abg. Tt Irenav wünscht, daß die Regierrmg der Beaufsich- chgung und Fürsorge für die Trunksüchtigen größere Aufmerksamkeit zuwenden möge, ebenso der Zwangserziehung Jugendlicher. Auch gegen den Mißstand des immer lästiger und gefahrvoller werdenden Automobilverkehrs sollten strengere Maßregeln getroffen werden. c Justizminister Tr. Tittmar bemerkt zunächst dem ?lbg. Wolf gegenüber, die Regierung habe gerade in Rheinhessen im neuen Etat neue Richter stellen geschaffen, die auch erfreulick"erweise die Zustimmung des Ausschusses fanden. Tie Gendarmen dürften zu Vernehmungen usw. nur ausnahmsweise durch die Staatsanwaltschaft herangezogen werden. Daß die Vorbereitungen für die Errichtung des neuen Mainzer Justizgebäudes nicht schneller gingen, sei zu bedauern: er gebe aber zu bedenken, daß man erst dann mit dem Ban beginnen könne, wenn die sorgfältigste Prüfung aller dabei in Betracht kommenden Verhältnisse zum Abschluß gelangt sei. Besonderer Erwägung bedurfte die Frage der Errichtung großer Kellereien für die Weinbaudomänen. Richt nur die Zustände im Justizgebäude, sondern noch mehr die wirklichen Mißstände im Provinzialarresthaus drängten ebenfalls auf die Errichtung eines Neubaues. Er werde in wenig Monaten Gelegenheit haben, dem .Hause die fertigen Pläne vorzulegen und die erste Baurate anzufordern, was nicht im Anschluß an ben. Etat, sondern sn einer besonderen Vorige geschehen werde. Bezüglich der Ge- rich'tskasse bemerkte er, dal; ein außerordentlicher Neberschuß von Assessoren und Gerichtsschreibern vorhanden sei, und da macke sich eine menschlich ja erftärticbe Bewegung geltend, möglichst viele neue Stellen einznrichten. Tse Regierung könne aber nicht verantworten, behufs Errichtung von Gerichtskassen eine große Anzahl neuer Beomtenstellen zu fdxrffen, die dem Lande viel Geld kosten würden. Es empfehle sick überhaupt,.daß die Befürworter der Gerichtskassen ihre diesbezüglichen Wünsche in einem Antrag zusammenzufassen: es sei ihm immer noch unklar, welche Deauem- lickkeiten und Vorteile für das Publikum man sich von den Gerichtskassen verspreche. Aus der Beschwerde des Abg. Müller über die Zustellungen ersehe er, daß die darüber erlassenen Bestimmungen noch nicht genau befolgt wurden; er werde Veranlassung nehmen, auf genaueste Beobachtung der Zustellungsbedingungen zu dringen. Hinsichtlich der vom Abg. Tr. Frenap angeregten Frage des besseren Schutzes für die Gehilfen der Rechtsanwälte und Notare besonders in betreff der Sonntagsruhe hoffe er, daß von Reichs- Wegen vorgegangen werde; die Regierung werde einen solchen Schritt im Bundesrat gern unterstützen. In Sachen der Trunk- sücbtigen werde das Richtige fein, daß man von Rechswegen den Kreis der DntragsbereLtigten zur Entmündigung von Trinkern erweitere. Bezüglich des Automobilverkehrs glaube er, daß die Zahl der Unglücksfälle im Rückgang begriffen sei. Tas Publikum gewöhne sich mehr und mehr an den Automobils erkehr, ebenso wie an die Radfahrer. Es stehe auch eine anderweitige Regelung von Reickswegen bevor. Sollte diese nid# zur Ausführung kommen, jo würde das Ministerium des Innern aus eine Abänderung der letzigen Bestimmungen Bedacht nehmen. Ministerialrat Tr. Best gibt e ne längere juristisckv-theoretische Tarlegung über das Zwangserziehungswesen. Abg. R e h bemerkt, das; die vorgeschlagcne Abänderung des Stempelsteuergesetzes erhebliche Verbesserungen gegen den bisherign Zustand enthalte, vor allem durch Beseitigung vieler Unklarheiten. Ganz ausreichend seien die Verbesserungen aber nicht, er hoffe, daß im Ausschuß noch weitere Verbesserungen getroffen werden würden. Weiter erörtert Redner die Erbschastsregelung durch die Amtsgerichte. , Abg. Tr. Gutsleisch bespricht als Ausschußreferent kurz die Anregungen der verschiedenen Vorredner. Er habe in der Generaldebatte das Wort nicht ergriffen, um die Etatsdebatten beim einjährigen Etat nicht noch zu verlängern. Tas neue Stempelsteuergesetz werde viel Einhei tlick-keiten und Verbesserungen bringen, wenn es auch nicht alle Mißstände beseitige. Tas Verlangen auf Einführung der Gerichtskassen teile er nicht, er schließe sich mehr der Ausfafsung des Justizministers darüber an. Kapitel 88, Ministerium, Ausgabe 57 320 Mk. wird daraus genehmigt. Ohne Tebatte werden dann von Kap. 89, Gerichte, die Titel 1—7 der Einnahmen genehmigt. Zwei neue Oberlandesgerichtsrate. Bei Titel 1 der Ausgabe, Oberlandesgericht, beantragt der Ausschuß, von beit persönlichen Ausgaben des Titels 1 bei Ziffer 3, Oberlandesgerick.äftslage veranlaßte Stei- gcnnig der Prozesse wieder zurückgehm. 2'er Finanzminister führt zum Beweis seiner Darlegungen ein umfangreiches statistisches Material an und ersucht zum Schluß um Annahme der Negierungsforderung. Abg. Tr. G u t f l e i s ck führt aus. bie früheren Anschauungen im Ausschuß über bie Unzweckmäßigkeit des Negierungsvorschlags seien durck die heutigen Darlegungen des Justizministers noch verstärkt worben. Redner geht dann auf die im Aussckmß geführten umfangreichen Verhandlungen über diese Materie näher ein und bemerkt, daß er über die Begründung der Negierungsforderung im Ausschuß nicht angenehm überrascht war. Nach dieser Begrün- bung hätte ja das Ob erlaub es genickt überhauvt nickt an Arveits- überhäufung zu leiden; auch die angeführte Statistik habe eigentlich nur den Zweck gehabt, barzutun, daß die Vermehrung der Nickterstellen gar nicht nötig sei. Ter Minister hätte vor allem die Mitglieder d"s Oberlandesgerickts selber einmal über die Notwendigkeit der Forderung befragen sollen, man habe das aber nicht getan, weil man dort wohl keine Befürwortung gefunden £5tte. Wenn gesagt werbe, die Mitsckmld an der Verzögerung der Termine liege au den Anwälten, so betone er, baß bieselben nach Möglichkett bestrebt fe;en, bie verschiedenen Terminvertagungen zu vermeiden, auch habe der Vorstand der Anwaltskammer eine Aufforderung in diesem Sinne an die Mitglieder erlassen, die sicherlich eine gute Wirkung ausüben werbe. Redner bedauert schließlich, baß im Ausschuß keine Ein'gung mit der Regierung erfolgt sei. Es liege aber im Interesse der allgemeinen Rechtssicherheit, daß beim Öberlandesgericht bezüglich der Stellenbesetzung kein solches Provisorium geschaffen werbe, wie es der Necsierungsvorschlag zur ^-vge haben würde. Vom Ministertische sei ja selbst mit dem statistischen Material der Nachweis geführt worden, daß eine Berechtigung zur Forderung der beiden Stellen nicht bestehe; er bitte deshalb, dem Ausschußantrag entsprechend die Negierungsforderung abzulehnen. Abg. Tr. Buff erklärt, daß er trotz der umfangreichen Darlegungen des Vorredners sick aus den Standpunkt der Regierung stelle. Es sei sehr zweckmäßig, bie beiden neuen Röte zu bewilligen, da sie eine wesentliche Forderung der Arbeiten des Oberlandesgerickts herbeizuführen geeignet seien. Redner weist in (angern Ausführungen die Berechtigung der Negierungsforderung nach und meint, b:r Vorredner sollte doch schon aus dem einfachen Grunde für die beiden neuen Räte stimmen, um die auch von ihm anerkannten Mißstande beseitigen zu helfen. Tie Forderung abzulehnen, hieße die Mißstände in Permanenz erllären. Ta noch mehrere Redner zum Worte gemeldet sind, wird die Tebatte um IV2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung m-r^m krüb 9 Ubr. Ans ^trtiit und £iv»ö. Gießen, den 22. Februar 1905. ** Personalien. S. K H. der Großherzog haben den Kaplan Joseph Roos zu Darmstadt zum Oberlehrer an dem Seminar für Nolksschullehrermnen zu Darmstadt ernannt. R. B. Darmstadt, 21. Febr. lieber die allgemeine wirtschaftliche Lage im Jahre 1904 urteilt der soeben von der Handelskammer zu Darmstadt herausge- aebene Jahresbericht, daß das abgelaufene Jahr eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Besserung für Deutschlands Handel und Industrie gegenüber den Depressionsiahren. 1900—1902 gebracht habe. Die Zahl der Arbeitsuchenden war geringer, als 1903. Neben einer guten Ernte, welche die Kaufkraft des Inlandes stärkte, waren erhöhte Ein- und Aussuhrziffern, sowie gesteigerte Eisenbahneinnahmen und somit eine weitere Vermehrung der heimischen Arbeit und des inneren Verkehrs zu verzeichnen. Besonders charakteristtsch sei das gewaltige Fortschreiten der wirtschaftlichen Konzentrationsbewegung, deren Wirkung auf unser ganzes Wirtschaftsleben erst in den nächsten Jahren klarer zu erkennen sein werde. So hätten sich in der Industrie besonders elektrische, chemische und vor allem Berg- werksbetriebe zu mächtigen Interessengemeinschaften zusammengeschlossen, ebenso große Banken, von denen einzelne Gruppen mit gewaltigen Kapitalien bereits den überwiegenden Teil des deutschen Geldverkehrs beherrschten. Zahlreiche Industriezweige hatten erhöhte Produktion und vermehrten Absatz, doch ohne neirnenswerte Gewinnsteigerung. Noch stärker als früher wurden nahezu sämtUchei Rohprodukte und Halbfabrikate durch zahlreichere Kartelle tiwwww- bb——e—PBgsjacMaBBg»aMK—isn—M———»i dekorativem Aufputz. Der „Totentanz" dagegen wurde ziemlich lau ausgenommen. P. W. — Richard Strauß, der Komponist b?s am kommenden Sonntag im Gießener Kouzertverein zur Aufführung gelangenden Tonwerkes, wurde 1864 als Sohn des ersten Waldhomisten an der kgl. Oper in München geboren und musikalisch in ausgesprochen klassischer Richtung erzogen. Daher stehen auch seine ersten Kompositionen, das Strrtchauartett op. 2, eine Symphonie in T-moll, eine Ouvertüre in A-moll, eine Suite für 13 Blasinstrumente, ferner eine Violin-, eine Cello- und eine Klaviersonate, das Violinkonzert, bas Waldlwmkonzert, das Klavierquartett op. 13 und vor allem die F-moll-Symphonie vollkommen auf dem Boden der Klassiker, bezw. von bereu Nachfolgern, den Romantikern, b. h. Schumann und Brahms, also auf dem Boden der absoluten Musik. 1885 durck Bülow nach Meiningen gebracht, war Strauß eine Zeit lang Leiter der dortigen Kapelle und lernte Alexander Ritter kennen, der ihn in bas neueste Wesen der Werke von Berlioz und Liszt einführte unb zur Programmmusik bekehrte. Kenn- zeickmend für den Anschauungswechsel ist die 1886 nach einer italienischen Reise entstandene „Symphonische Phantasie" unter dem Titel: „Aus Italien". Nack der Rückkehr von Italien übernahm Strauß die Stellung als dritter Kapellmeister an der Münchener Oper neben Levi unb Fischer. 1889—94 war er Hofkapell- meifter in Weimar. 1894—99 in München, von wo er in gleicher Eigenschaft nach Berlin an die Kgl. Oper übersiedelte. Seine Programmmusik hat er verkörpert in Ton Juan, Tod unb Verklärung, Also sprach Zarathustra, Don Quixote, zuletzt im „Heldenleben" und in der „Sinfonia Tumestica". — Ter weimariscke Landtag bewilligte Mk. 300000 zum Neubau des großherzoglichen Hoftheaters, sodaß jetzl durch Bewilligung detz Großherzogs die erforderliche Slmune gedeckt ist. und Syndikate kontrolliert, woraus strys em weitere? Langens der Preise ergab. Da dränge sich unwillkürlich die Frage auf, wie sich diese Verhältnisse erst nach dem Inkrafttretens der stark schutzzöNncrischen ^Handelsverträge entwickeln werden? Wird nicht der Mehrzahl der in Kartellen und Syndr- katen geeinigten Nohstosfproduzenten durch die für ihre Erzeuanisse erhöhten Zollsätze Gelegenheit geboten werden, ihre Verkaufspreise noch weiter, als bisher, zu steigern? Wie wird sich dann das Verhältnis zwischen den Einkaufs- und Verkaufspreisen unserer deutschen Jndustrienl gestalten? Die stark erhöhten landwirtschaftlichen Schutzzölle werden zweifellos die Lebensmittelpreise in Deutschland steigern und die Aufnahmefähigkeit von Industrie- Produkten im Inland in zahlreichen Fällen vermindere Auch werden die stark erhöhten Schutzzölle der meisten Staaten den Export unserer Jndustrieprodukte mindestens erschweren, in einzelnen Fällen geradezu vernichten. Zum Schluß heißt es in der Uebersicht: Es zeigt sich also die Zukunft unserer Industrie, sowie unseres Handels in einem recht unerfreulichen Lichte, und es ist auch nur ein schwacher Trost darin zp erblicken, daß nunmehr wenigstens für eine Reihe von Jahren, stabile Handelsbeziehungen mit den meisten Kulturstaaten in Aussicht stehen und daß die Meistbegünstigungsverträge beibehalten werden sollen. — Bezüglich der Lage im Handels- kammcrbezirk wird bemerkt, daß eine Anzahl kaufmännischer Geschäfte durch die Kunstausstellung im Sommer beeinflußt wurde und sich namentlich die sich immer kräftiger entwickelnde Möbelindustrie und kunstgewerbliche Erzeugnisse aller Art im „Darmstadter Stil" ütr besten Lichte zeigen konnten. Alles in allem: ein für das Darmstädter Erwerbsleben sehr erfreuliches Resultat! Die meisten Betriebe können auf einen lebhafteren Geschäftsgang bei jedoch leider oft recht gedrückten Preisen zurückblicken. — Kanarienversteigerung. Der Verein „Kanaria Gießen" hält morgen nachmittag um 3 Uhr im Restaurant Felsing. Marktstraße, eine Versteigerung seiner noch nicht verkauften Nachzucht 1904 ab, und den Liebhabern unseres gelben Stubengenossen ist Gelegenheit geboten, auf billige Art in den Besitz eines guten Sängers zu gelangen. Reflektanten können die Vögel schon am Vormittag im genannten Lokal sehen. •• Kaninchenzu ch t. Alis Veranlassung einiger hiellger Züchter fand sieh kürzlich eine größere Anzahl Herren im Restaurant Felsing ein zur Gründung eines Kaninchenzuchtvereins, der denn auch zustande kam und den Namen „Kaninchenzüchter-Klub, Gießen 19 05" erhielt. Frankfurt a. M., 20. Febr. Gestern fand im Stadtwald ein Duell statt zwischen einem 19jährigen Kaufmann unb einem 21jährigen früheren Studenten. Letzterer wurde schwer verletzt. Beide sind Söhne sehr achtbarer Eltern von hier. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Uebereinstimmung mit dem Kreistage hat die Handelskamnwr in Wetzlar abermals die Bedürfnisfrage für Errichtung eines Kaufmannsgerichtes für den Kreis Wetzlar verneint. — In der Samstags-Vorstellung des Opernhauses in Frankfurt wurde eine Besucherin vom Gevatter Storch überrascht. — Ein schwerer Unfall trug sich am Sonntag abend in Ettingshausen zu. Der etwa 52 Jahre alte Landwirt Heinrich Sommer fiel in der Scheune so unglücklich vom Gerüst in die Tenne, daß er bewußtlos weggetragen werden mußte. Der sofort geholte Arzt konstatierte außer inneren Verletzungen den Bruch des Oberschenkels und dreier Rippen. — Ein Riesenschwein schlachtete ein Landwirt inHaingründau. Das Schwein wog über 6 Zentner. Der Kops hatte allein ein Gewicht von 60 Pfund. — Einen tragischen Abschluß sand eine harmlose Spielerei einiger Jungen in Heddernheim. Der 13 Jahre alte Wilhelm Diehl spielte mit einigen Altersgenossen, als der 15 jährige Gelbgießerlehrling Muller hinzutrat und sich an dem fröhlichen Treiben beteiligte. Diehl zog ein Kästchen, in dem sich Ruß befand, aus der Tasche und stäubte es über Müller aus. Dieser, geblendet, schlug mit einem blau emaillierten Kochtöpfchen, das er in der Hand hielt, blindlings um sich und traf dabei Diehl auf den Kopf. Der Junge ging abends, ohne daß man bei ihm eine ernstere Verletzung bemerkte, nach Hause; morgens starb ec an den Folgen des Schlags. Der Täter wurde verhaftet, aber sofort wieder auf freien Fuß gesetzt. — Der Wurst- und Fleischwarenfabrik K. Zahn in Gladenbach wurde auf dem deutschen Schinkenwettbewerb Berlin 1905 die silberne Medaille mit Ebren-Diplom zugesprochen. Sport. — Vorige Woch-e erzählte ein Pariser Blatt, Kaiser Wil^ Helm, ber zum Besuche des diesjährigen Gordon- Bennett- Ren ne ns eingclaben worben sei, habe bescklossen, sich burch seinen Bruber, den Prinzen Heinrich, vertreten zu lassen. Daraufhin erscheint im „Matin" ein langatmiger Protest des Vorsitzenden der franz, elsaß-lothr. Vereine, des durch seinen Chauvinismus unb seine reaktionäre Gesinnung bekannten Herrn Sansboeus. Man barf daran erinnern, daß Der nämliche Herr bereits im Jahre 1900 unnötigerweise dagegen zu protestieren versuchte, daß der deutsche Kaiser die Weltausstellung besuchte. In seinem eigenen Verein sand er damals jedoch einen so lebhaften Widerstand, daß es zu einer förmlichen Prügelei kam und der geplante öffentliche Protest unterbleiben mußte. Paris, 20. Febr. Tie G 0 rd on Bennett-Kommission besckloß, daß das Gordon Bennett-Rennen in diesem Jahre in Frankreich gelaufen wirb, jedoch nach dem bisherigen Reglement unb in einem mindestens 14 tägigen Abstand von dem besonderen internationalen Rennen, das der ftanzvsisthe Automobil- Klub veranstalten wird. Vertteten waren Deutschland durch beit Grafen Sierstorpff und Levin-Stolping, Frankreich durch Baron Zuhlen, durch den Marguis Dion, Cnyff und Vogüö, Oesterreich durck> Karl Fasbender unb den Fürsten Solms-Braunfels, Belgien durch ben Baron Crawhez, Siebekerke und Bourlet, England durchs Orde, die Schweiz durch den Baron Sulzer, Italien durch den Marquis Ferrero-Ventimiglia, bie Vertretung von Amerika hatte Graf Sierstorpff übernommen. Tie beutscken T-elegierten find sehr befriebigt von dem Resultat der Kvmmissionsberatung. Tas T-atum für das Gordon Bennett-Rennen ist noch nicht fest- gesetzt. _ Hardcl und Aerkeßr. 'SoH^wirtfthifl. Eisenwerke Lollar Akt. - Ges. Der OZewinn aus der Fabrikation beträgt für 1904 458898 Mk. (i. V. 446 496). Der Gewinn aus dem Verkauf des Zenientkontillgents 500000 Mk.; zusammen 958 898 Mk. Zu Abschreibungen werden 174 281 Mk. gegen 144504Mk. verwendet. Tie Dividende wird mit 8% wis i. V^voraefcblaaen werden. lrMllO. u 1911 aj t c iu Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, im Markus- faal, Kirchslraße 9, Bckelstunde. 1. Roi iutber. Kap. 14. Pfarrer Schwabe. Grosse Prämien-Verteilung! mit versucht Fabrikant: L Lettermann Elberfeld flabAr ««chon AK ■ ‘M Wt hiesiger l Hmen im ninchenzlicht» den Namen 0 erhielt, d im Stadt- Kaufmann n. Letztem chr achtlm 'ur ih^ t'M JteW? Ein. ?Ä «28 El« * also die fcr?’ und blltfen, daß ®« habile « Ans. bei. ™ b-md-lz. mannifdjet j-b^slußt M-r ent. Mugnifie ^'gm Wer Ex-, meisten He- 9 bei jedoch in .Kanaria 1 Restanraat E) nicht ver- ern unseres aus billige 1 gelangen, ltag im ge. . «il» -Ars "'"""Ms ?Ä in giegle- ^'-iitoE iraun' sä» 2g(f) nB1(1 i und in dem AiS» nals dk Ze- chtes D den s-^iellung ’iuiffrin üom fall trug sch Der etwa fiel in der c, bafj et ort geholte Bruch lreMschrvem s Schwein ein Glicht uh sand eine zdcrnhem. mit eiM itling M eiligte. G- 18 der TG lendet, M'-‘) § er in dn Diehl aus den bei ihm eine rqen§ M « rde verhak __ Vurll- ibach »urbc 05 die silberne i l > E M' jf <.,1151 ___—7^7— ■■ —O kithographiiche Kunit=Hnifalf ZA Carl Kramer, Sieben Steinltra^e 47a, part. s3 Hfelier für künfflerifdie Entwürfe PrivaMiifhographie für merkantil u.Ehromo Hutographle • KartograplHe • Photographie tMess Plakate • Diplome > Etiketten Spezialität: Zigarrenkiitdien»Husltattungen Po Hk arten :: (—) Alle Arbeiten für WiHenfdiaft, Snduitrle, mlf Anfichten IQJ ßandel u. Gewerbe, Behörden u. Vereine 977 und. fertig von Unterzeichneten zur Ausführung übernommen. Dr. Kayser. D18/, <> LWA unö R«mn-Mßrit vS Au«;. Gabriel jr., Giessen B57, I. V.: haltet. Telephon Nr. 84. Kattwerke Abendfier«. hv3A 843 Bahuhoffiratze 44. Bahnhoffiratze 44 Baugeschäft Birkenstock <& Schneider VLutzholz-Bersteigerung. Donnerstag, 2. März 1005, von vormittags 10 Uhr an, versteigern wir im hiesigen Stadtwalde: 11 Eichen-Stämme = 3,71 Fstm., 2 Eschen-Stämme — 0,19 Fstm., 1 Birken-Stamm = 0,09 Fstm., 1 Kirschen- Stamm — 0,10 Fstm., 57 Weißtannen-Stämme----24,28 Fstm., 7 Kiesern-Stämme = 1,68 Fstm., 77 Lärchen-Stämme — 22,14 Fstm., 105 Eichen-Derbstangcn = 5,08 Fstm., 18 Eschen-Derbstangin = 0,97 Fstm., 50 Eichen-Reisstangen = 0,51 Fstm., 25 Eschen-Reisstangen = 0,42 Fstm. Zusammenkunft am Ernst-Ludwig-Garten in der Nähe de§ Stadtwaldes. Bad-Nauheim, 17. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Bad-Nauheim. JllßchMW tritt KllMMll Donnerstag den 24. Februar, nachm. 3 Uhr werden im Westaurant Kelstng, WarKtstraße 32 Kanarienhähne und 25 Weibchen öffentlich meistbietend versteigert. 952 Der Borstand des Vereins „Kanaria". Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kabelverlegungsarbeiten wird die Kaplansgasse von heute an bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Gießen, 22. Februar 1905. Großherzogttweo m izeiarnt Gießen. ______Herberg. ______________ Feinste Bau- und Düngekalke iu Stücken und gemahlen. 511 Prima Hartbrand-Ziegelsteine DNF Ein Oectowtt mit 7 Pfd gut gereinigten Federn gefüllt LIL. 11.50, 14.70, 16.50, 22.— etc. Kissen mit 2 Pfund Federn gefüllt Mk. 3.20, 3.60, 4.40, 6.20 etc. Zusendung nach ausserhalb franko gegen Nachnahme. a*/i Umtausch gegen andere Qualität gestattet. Gebr. Weil Neustadt 10. Giessen. Neustadt 10. Höhne ui> Bromierte NUlheisple zu Gießen. Die Anmeldungen der Mädchen, die von Beginn des konr- menden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Dienstag den 28. Februar, Freitag den 3. und Samstag den 4. März von deut Unterzeichneten zwischen 11 und 1 Uhr in dem Schulhause, SchiUerstraße 8, enlgegengenommen. Vorzulegen sind: Jmpf- und Geburtsschein (Auszug aus dem Standesanusreglster); bei Kindern, die über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung der zweiten Impfung; bei Kindern, die aus einer andern Schule kommen, em Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpfltchtig werden, sind bei der Annreldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1905. B16/a Der Direktor: Dr. Stoeriko. HoLzversteigerung itf der Fürstlichen Obersörsterei Sich. Montag den 27. Februar, von vormittags 10 Uhr an, im Distrikt Langeberg: Knüppel: 7 Rm. Buchen, 2 Rnr. Eichen, 18 Rm. Nadelholz; Stöcke: 1 Rm. Buchen, 51 Rm. Nadelholz; Wellen: 160 Buchen, 2200Weichholz (Forstwellen), 1080Nadelholz. Zusammenkunft auf der neuen Kreisstraße beim Eingang in sen Wald von Mühlsachsen her. _________________________B2% sind stets vorrätig. C- IRöhr & Co Verdingung. Für die FeldbereinigungsgeseUschait Gießen, rechts der Lahn, Gemarkungsteil Heuchelheim, soll aus dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 1. Tas Roden alter Feldwege 10800 qm 2. Tas Herstellen eines Grabens 600 m. Die Verdingungsunterlagen hegen bei der unterzeichneten Behörde zur Emsicht aus. Angebote haben in Prozenten des Kostenanschlages zu eriolgen und find verschlossen, poslfrer und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag deu 25. d. MtS., vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde emzilreichen, woselbst deren Er- össliiliig um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieler' staufilidet. Gießert, den 20. Februar 1905. Großh. Kutturiuspektion Gietzeu. Holzversteigerung. Versteigert werden: . 1. Moutag, 27. Februar l. I., vorm. 101/. Uhr, aus den KomanialwalddistriktenDörrenberg (Bauwald u. Kißnersrotskopi) der Forslwartei Storniels und zwar: Stämme: 1 Eiche 5. Kl. von 23 Etm. Durchm., 5 Mr. Lange = 0,21 Fstm., 37 Fichten 4. Kl. von 20—29 Etm. Durchm., 11—24 Mtr. Länge — 23,47 Fstm., 107 Fichten 5. Kl. unter 20 Etm. Durchm., 8—19 Mtr. Länge — 25,69 Fstm. Nutzknnpvel: 68 Rm. Fichte (3 Mtr. lang); Nutzrerng: 4 Rm. Fichte; Scheiter: 537 Rm. Bilche: Knüppel: 109 Rm. Buche, 19 Rm. Elche, 8 Rm. Erle, 5 Nm. Fichte; Reisig : 737 Rm. Bilche, 60 Rm. Erche; Stöcke: 134 Rm. Buche (grob), 4 Rrn. Eiche, 21 Rm. Fichte. I Tas mit Kalk gespritzte Holz wird nicht versteigert und das wenige im Distrikt Bauwald und Kißnersrotskopf sitzende Holz Nicht vorgezeigt. _ „ . Die Fichtenstämme im Distrikt Dorrenberg liegen an der Himgen—Schotterstraße, desgl. sitzt auch das Bremiholz an und m alleüiächster Nähe derselben. . Beginn der Versteigerurig im Distrikt Dorren berg bet Stamm Nr. 472 (Kreuzung Hungen—Schotterstraße—Gonters- kircher Weg). , ... 2. Dienstag, 28. Februar l. I., vorm. K?/» Uhr, aus oen Domalilallvalüdistriktell Hupp, Eisenkaute und Hailoh der Forslwartei Langd und zwar: Stämme: 9 Eichen von 32—49 Etm. Durchm., 6 10,5 Mtr. Lange — 9,73 Fstm., I 19 Lärchen von 16-27 Etm. Durchm., 14—24 Mtr. Länge ---- 14,02 Fstm., 9 Bilchen von 32-39 Etm. Durchm., 5—7 Mtr. Lange = 4,94 Fstm., 1 Fichte v. 14 Etm. Durchm., 12 Mtr. Länge — 0,18 öJtm. Nutzknüppel: 28 Rm. Eicke (4 Mtr. lang, Wagnerholz; Hutzreisig: 44 Rm. Fichte (in Schichten von 3—7 Mtr. Länge, Bohnenstangen, Gerüststaligen:cJ; Scheiter: 273 9tm. Buche, 2 Rm. Linde- Stammknüppel: 333 Rnr. Bucke, 51 Rm. Eiche (hiervon 35 Rm. ui Schichten von 2, 2,5 und 4 Mtr. Länge), 5 Rrn. Nadel (3 Mlr. lang); Knüppel: 81 Rm.Buche, 46 Rin.Eiche; Knüppel- rcisiq: 94 Rin. Bliche, 81 Rm. Elche; Stammreisig: 542 Rm. Bliche, 160 Rm. Eiche; gewöhnliches Reisig: 427 Rm. Buche; Stöcke: 23 Rm. Bilche (zerkleutert), 56 Rm. Buche (grob), 41 Rm. Eiche. . • . r ... Das mit Kalk gespritzte Holz wird nicht versteigert und das im Eckhardsinahr sitzende Holz nicht vorgezeigt. Die zur Berueigerung konnnenden Elchenstamme smd mtt einem roten f versehen. Sämtliches Holz sitzt an und m nächster Nahe der Hungen- Schotter- und Schotlerstraße. Beginn der Versteigerung im Lappenwiesenschlag. Weitere Auskunft zu 1. erteilt der Großh. Forstwart Jaeob zu Stornsels, zu 2. der Großh. Forstwart Büttner zu Lwigd. Eichelsdors, 18. Febrtlar 1905. Großh. Oberförsterei Eichelsdors, ß»/ ______ Traut wein._____________ Dienstag den 28. Februar d. Fs. werden aus dem Martwald der Gemeinde Lützellinden (Gemarkung Großen- Lmden), Abteilung Rodland, versteigert: Eichen: 5 Stamme von 28 - 36 Etm. Durchm. u. 5—7 Meter Länge — 2,10 Fstm., 12 Rm. Scheit, 117 Rm. Knüppel (hiervon 22 Rm. 2,5 Meter lang), 2670 Wellen und 85 Rm. Stöcke. Buchen: 25 Rm. Knüppel und 200 Wellen. Nadelholz: 4 Stämme von 17—19 Etm. Durchm. und 10—15 Meter Länge = 1,33 Fstm., 3 Rm. Knüppel und 50 Wellen. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr aus der Frankfurter Straße an der Hangschneise» Groß-Rechtenbach, 20. Februar 1905. B52/, Das Bürgermeister-Amt. " MchhoLz-Verkauf flü«tirthd;c ©bvrföilterei Braudoberndorf. 'A.0ttt«a den 6. März, vormittags 10 Uhr, aus dem /katkaule au Cleeberg aus den Forstorten Streitwald und Clecbaum des Schutzbezirks Cleeberg Laukhardt, H-rrnschäl. berg und Gönsroü d°Ä Schutzbezirks Hamborn: Eichen: Sckneide- Bau- und Wertholz = 100 Stamme II.—V. äff mit 99,09 Fstm., Grubenholz = 13 Stamme IV. Kl. - 810 Fstm., 387 Stännue V. Kl. = 72,72 Fstm. unb' 27 Rm. Nutzknüppel, 2,4 Ä!tr. lang. Das Grubenholz wird eventl. nach Distrikten und Sortimenten m emem Lose aus- geboten.___________________________,------2—a ’JItdlMlist Die auf den 27. d. Mts. im Gemeinde.vald zu Wohndach anberaulnte Holzversteigerung wud wegen dem bafelbft stattsindenden Gefechtsschießen des Ins.-Regts. Nr. 168 auf Dounerstag den 2. März verlegt. 970 Wohnbach, am 21. Februar 1905. Fatum, BürgermetsKr. Haos-Aiasehlüsse mit d«n erforderlichen Vor- und Nebenarbeiten wie Anfertigung von Plänen für die Hansentwässerungen nebst den damit in Verbindung stehenden inneren und äusseren Einrichtungen werden fix Mtzklmein Wen. Donnerstag den 23. Februar, abends 8y2 Uhr im Gießener Festsaal, Caf6 Leib: Erste Vcreinsversammlung Tages-Ordnung: Wie stellt sth die Giestener Kürgerslhast km Lheater- dkW. S’Mltw und TheateHrgjkll!? Zu dieser Versammlung sind nicht nur unsere Mitgliedersondern alle Bürger Gießens freundlichst eingeladen. v2u/q Der Vorstand. Fertige Federbetten mit staubfreien, gewaschenen Federn 10 Mk., 12 Mk., 15 Mk., 18 Mk., 21 Mk. uub bester, Kissen 3.30 Mk., 4 Mk., 5.50 Mk., 6.75 Mk., 8 Mk. uub bester EoKeroobiltn slihrkr ui. tkittsjm P,tf- fXl“ P'l@ta1lÄbt”120 15SP. S. 1 " Lanz 20-30 P. S. billigst abzugeben. 1 "Herborner iPumpeMabrik. auch Harmoniums. Monatl. Mietpreise: 2—12 Mk. Jede Reparatur an Pianos und Harmoniums wird in eig. Werkstätte fachgemäss u. vollendet ausgeführt. 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Vortragsfolges 1. Vorspiel und Schluss des HI. Aufzuges aus dem Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ 2. Konzert in Es-dur für Violine und Orchester (Köchel No. 268) . 3. ^Allegro con grazia4 a. d. Symphonie pathdtique, op. 74, für Orchester , < 4. Solostücke für Violine: a) Ldränade mölancolique, op. 26...... । . b) Mazaika 1 1 „Miniatures“, op. 20...... c) Scherzo rustiqne / tz. wTod und Verklärung“, Tondichtung für grosses Orchester, op. 24 . . , K Wagner. । W. A. Mozart P. Tschaikowsky. . . (%s*r Cui. Richard Strauss 4.— sind in der bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Zur Hauptprobe nur im Vorverkauf Mk. 1.—, Schülerkarten 50 Pfg. — Oeffnung des Saales 41/, Uhr. v"/. Flntritt^kflrtPn 2um Konzert für Nichtmitglieder zu Mk. 3.— , Sperrsitz Mk. UUU1 Musikalienhandlung von Ernst Challier (Rudolph’s Nachf.), für Studierende auch Giltigkeit haben blaue, gelbe und rotweisse Karten, ungiltig sind rote Karten. Wilde6rand NZs, n»* ZMolsüe In unser HandelSregtster Abt. A wurde heute bei der Firma L. Schcrrmarm in Gießen eingetragen: Dem Kaufmann Louis Schar- Mann in Gießen ist Prokura erteilt. b */, Die Prokura des Arthur Scharmann ist erloschen. Gießen, 21. Februar 1905. Großherzoaliches Amtsgericht. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. 102 23 2 30 27 28 9 Eichen - Derbstangen mit 0,81 Fstm., 36 Rm. Eichen-Scheüholz, ^22 . Buchen- , Donnerstag de« 23. Februar 1905, vor«. 97, Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Hochwarte und Zollstocks- Wäldchen versteigert: Linden- r Eichen-Knüppelholz, Buchen- , Eichen-Stockholz, - Buchen- w 940 Wellen Eichen-Reisig, 1200 , Buchen- , Tie Zusammenkunft ift ans der Grünbergerstraße an derHappels- wiese. B18/, Gießen, den 18. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I- V.: Eurschmann. Iie HslzierSeizemq vom 16. d. M. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 24. d. M. an bei den Hebe- stellen in Empfang genommen werden. Ueberweisung des Holzes und erster Abfuhrtag Montag den 27. d. M. Gießen, den 21. Febr. 1905. Großh. Oberförsterei Wieseck. Weigand. B”/a D1/, Aschaffenburger Flügel- mi Paiiiolilrit mit Dampfbetrieb, Bahnhofsplatz, Gegründet 1830. Lieferant von f Hans v. Bülow, Fürstlichkeiten u. staatl. Anstalten, mehrfach prämiiert. Direkter Verkauf an Private ohne Zwischenhandel zu Fabrik- Ansnahmepreisen, Teilzahlung, Umtausch. Bei Barzahlung höchster Rabatt, freie Lieferung. 14 Tage Probezeit, 10 Jahre Garantie, illustr. Katalog sofort Auf dem Giessen« MrW Mittwoch de« 22. Februar verkaufe ich von einer Waggou- laduug gute, im Gebrauch bestens bewahrte tiMiliertt HM- nnö KWngmte jeder Art zu dem noch nie dagewesenen billigen Preise das j?sund zu 50 und 60 pf