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Jahrgang Freitag 25. August 1905 Gießener Anzeiger w General-Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien- hlätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Bucb-u. Steindruckerei. 9L Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechansckluß sJ?r. 51. Bezugspreis: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen -»monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokall2Pü. auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Witiko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die lieutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Zur Ilerlchteuerung. Es soll Leute geben, so schreibt unser Berliner Mitarbeiter, die zur Bestreitung ihres Neuigkcitsbedürfnisses ausschließlich auf die „Nordd. ?lllg. Ztg." angewiesen sind. Wackere Beamte schätzen vielleicht nach dem Menst diese keinenfalls aufregende, sondern mild besänftigende Lektüre. Das offiziöse Blatt sorgt dafür, daß möglichst wenig das Idyll stört. Von dem Rumoren der Unzufriedenen darf nichts in die stille Klause des Lesers dringen! Da haben wir die Fleischnot. Allenthalben sind die Blätter gefüllt mit Berichten über Protestkundgebungen, Versammlungen der Innungen, Petitionen, Audienzgesuchen usw. Für die „N. A. Ztg." scheint diese Bewegung nicht vorhanden zu sein, oder aber für überflüssig, um nicht mit dem Zaren zu sagen: für „frech und taktlos" gehalten zu werden. Die Berliner Zeitungen veröffentlichen heute abend eine Er- klärung der Berliner Fleischerinnung an die Einwohnerschaft Berlins, daß eine weitere Steigerung der Fleischpreise unbedingt in kürzester Zeit eintreten müsse, wenn nicht die Reichs- und Staatsbehörden sobald wie möglich die sehr wohl bekannten Maßregeln anordnen — kein Sterbenswörtchen verrät von dieser Mitteilung die „R. A. Ztg", obwohl doch anzunehmen ist, daß dem Negierungsorgan an erster Stelle die Kundgebung übermittelt wurde . . . Fürst Bülow scheint mit Caprivi zu sagen: Eine starke Regierung nruß auch gegen den Strom schwimmen können. Gewiß, mitunter in politischen Dingen. In Magen- fragen ist es ein bedenkliches Unternehmen. Was da der Regierung an freundlichen Gesinnungen verloren geht, durch ein ruhiges Abwarten, das läßt sich kaum wiedergewinnen. Es ist doch höchst sonderbar, daß nur die reinen Agrarier Recht haben sollen mit der Behauptung von der russischen Seuchengefahr, daß sie, wie die „Tagesztg." cs fortgesetzt tut, spöttisch von einem „Fleischnot-Rummel" sprechen — während alle anderen Sachverständigen, die Verbraucher, die Bürgermeister, die Flcischerinnungcn angeblich von ärgstem Irrwahn befangen sind! Da ist es doch einfacher, sich auf die Formel zurückzuziehen: Es ginge wohl, aber es geht nicht. Am 1. April 1906 kann Rußland vertragsgemäß eine Einfuhr von 2500 Schweinen verlangen. Warum geht das jetzt nicht an, wo es nottut, daß das höhere Kontingent zugelassen wird? Ist etwa ebenfalls ourch Vertrag gewährleistet, daß genau vom 1. April ab die russische Seuchengefahr in ein harmloses Stadium tritt? Herr v. Podbielski ist ein vortrefflicher Landwirtschaftsminister. Ihn haben vor den .Handelsverträgen die Konservativen und Agrarier ungerechter und undankbarer Weise oft verkannt. Vom Standpunlt des Ministers für Landwirtschaft man es vielleicht begreiflich sein, daß er sich gegen die „sehr wohl bekannten" Maßregeln zur Wehr setzt; denn anders würde, was ohnehin offenkundig ist, zugegeben, daß die deutsche Landwirtschaft nicht den Bedarf an Schlachtvieh decken kann. Aber der Ministerpräsident Fürst Bülow müßte weiter sehen als der Ressortminister und die politischen Wirkungen ins Auge fassen. Die Verantwortung fällt schließlich auf den Fürsten Bülow. Doch auch die Vertreter konservativer und rein agrarischer Interessen dürften bald inne werden, daß sie sich um manche.Sym- pathie im Mittelstand bringen, wenn sie die Fleischnot- Bewegung als eine künstlich inszenierte, nicht ernsthaft zu nehmende auffassen. Ob auch die „Tagesztg." „lebhaft bedauert" : falls sich der städtische Mittelstand von den „Fleischnotschreiern" ins Schlepptau nehmen lasse — das hält die Bewegung nicht auf. Frankfurt, 24. Aug. Durch Vermittlung der Landratsämter läßt die Regierung, wie die „Frf. Ztg." vernimmt, soeben Erhebungen darüber anstellen, inwieweit die in der Presse lautgewordenen Klagen über Fleischnot Berechtigung haben: insbesondere soll den Gründen über Fleischteuerung in den einzelnen Orten nachgeforscht und über die etwa bis jetzt bereits zutage getretenen Folgen für das Metzgergewerbe berichtet werden. Die Enquete, die vom Landwirtschaftsministerium verfügt ist, wird in Frankfurt durch das Polizeipräsidium in seiner Eigenschaft als landrätliche Behörde angestellt. Es hat zu beschleunigter Berichterstattung nicht nur die ihm untergeordneten Organe veranlaßt, sondern auch den Magistrat als Verwaltungsbehörde des Schlacht- und Vichoks, die Kreistierärzte und die B ü r g e r m e i st e r der Landgemeinden zum Bericht aufgefordert. Ein eigentlicher Fragebogen ist nicht ausgestellt; es handelt sich um generelle Auskünfte. Hanau, 24. Aug. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde der Dringlichkeitsantrag angenommen, den Magistrat nm Mitteilung zu ersuchen, welche Schritte man angesichts der herrschenden Fleisch not zu tun gedenkt. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erklärte, zunächst solle jetzt der Vorstand des hessischen Städtetag es mit der Sache befaßt werden, um von dieser Stelle aus eine Eingabe an die zuständige Stelle zu stände zu bringen. Sollte auf diesem Wege keine Eingabe zu stände kommen, dann will die Stadt Hanau selbst mit einer Eingabe vorgehen und diese den Städten des Städtetages zum Anschluß unterbreiten. Deutsch-Afrika. Kiel, 24. Aug. Die Abfahrtzeit der Ostafrikatruppen ist nochmals geändert worden und endgiltig auf heute abend 11 Uhr 15 Min. festgesetzt worden. Das Offizierkorps und eine Musikkapelle wohnten der Verabschiedung bei. Insgesamt fahren 220 Seesoldaten und Marine-Mannschaften ab. Berlin, 24. Aug. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Reiter Johann Michclt, geb. zu Seppenrade, ftüher Eisenbahnregimcnt Nr. 1, am 21. d. M. bei Kubas vom Brcmsersitz gefallen und überfahren (linker Arm und linkes Bein zerquetscht) am 22. d. M. im Genesungsheim Abbabis infolge des Blutverlustes gestorben. Gefreiter Heinrich Schul, geb. zu Paderborn, früher Dragoneregi- ment Nr. 15, wird seit dem 15. d. M. im Dünengelände bei Hasuur vermißt. Britifch-Südafrika steht wegen deS Todes des OberhauptlingS der BasutoS, Lero-Thodi, vor Unruhen. Die Basutos, die sich zu Tausenden bei Maseru versammelt haben, um an dem Leichenbegängnis des Häuptlings teilzunehmen, sind in lebhaften Streit über die Frage der Nachfolge geraten. Bisher folgte stets der älteste Sohn dem Vater, aber in diesem Falle weigert sich ein großer Teil der Basutos, den ältesten Sohn anzuerkennen, da er wegen seiner brutalen Willkür verhaßt ist. Mehrere Häuptlinge haben sich für jüngere Brüder des verhaßten Thronfolgers entschieden. Tie Basutos können 50 000 außerordentlich tüchtige Kämpfer ins Feld stellen und wenn eS zwischen ihnen gum Kampf kommen sollte, so würde England in der unangenehmen Lage sein, einschreiten zu müssen. In Maseru leben annähernd 200 Europäer, die alle Regierungtzbeamte sind. TaS Leichenbegängnis des verstorbenen Oberhäuptlings wird in feierlichster Weise vollzogen. Der Verstorbene wird nach Basutosilte in hockender Stellung beerdigt. Dicht bei dem Grabe wird eine Hütte errichtet, in der man einen frisch geschlachteten Ochsen aufhängt, damit der Geist des verstorbenen Kriegers davon zehren könne. Nach einiger Zeit wird dieser Ochse von den Stammesmitgliedcrn unter großen Feierlichkeiten verspeist. Lero-Thodi hat während deS südafrikanischen Feldzuges den Engländern einen großen Dienst dadurch erwiesen, daß er die kriegerischen Basutos von der Teilnahme am Kriege zurückhielt, obgleich die Versuchung für die Basutos sehr groß war, da englische Garnisonen an der Grenze ihres Landes vor ihren Augen von den Buren belagert mürben. Deutsche» Ikidfr Saalburg bei Homburg v. d. H., 24. Aug. Der Kaiser traf um 98/4 Uhr hier ein und wurde vom Landrat Dr. Ritter von Marx, dem Geh. Baurat Jacobi und dessen Sohn, Bauinspektor Jacobi empfangen. Nach einem Gange über den Margaretenweg zu den Neuausgrabungen in der Nähe des MithraeumS begaben sich die Herrschaften nach der Saalburg, wo ein vom Konsul Nissen aus Köln gestifteter Gläserfund, bestehend au8 etwa 150 wohlerhaltenen römischen Glasgefäßen besichtigt wurde. Um halb 12 Uhr fuhr der Kaiser mit Begleitung im Automobil von hier nach Homburg. Berlin, 23. Aug. Die sogenannten lokalistischen Gewerkschaften, die die radikalste Richtung unter den sozialdemokr. Arbeitern vertreten, wollen sich jetzt von der Sozialdemokratie lossagcn. Sie haben gestern abend in einer Versammlung beschlossen, ihr Programm, das d. parlamentarischen Kampf ablehnt und die Bildung sozialrevolutionärer Gewerkschaften zur Propagierung des anarchistischen Generalstreiks verlangt, dem Jenaer Parteitag vorzulegen. Wenn der Parteitag das Programm, was ganz sicher ist, verwirft, so will man aus anarchistischen und radikalsozialistischen Elementen eine neue Partei bilden. Referent in der Versammlung war der bekannte Radikale Dr. Friedeberg. Me Bedeutung der lokalistischen Gewerkschaften ist so gering, daß die Absplitterung keinen größeren Umfang annehmen dürfte. Berlin, 24. Aug. Die Abendblätter melden: Ko- lonialdircktor Stübel wurde telegraphisch aus dem Urlaub abberufen. Er übernahm heute die Amtsgeschäfte. — Der Wirkt. Geh. Rat Göring, der unter Caprivi der vielgenannte Leiter der Reichskanzlei und im handcls- fteundlichen Sinne tätig war, ist gestorben. — Der Londoner Vertreter der „Birmingham Post" sagt, zwei vornehme Freunde des Königs versuchen eine Zusammenkunft zwischen König Eduard und Steifer Wilhelm, sowie eine Annäherung Deutschlands und Englands zustande zu bringen. Oppeln, 24. Aug. Bei der heute im zweiten Wahlbezirk des Regierungsbezirks Oppeln stattgehabten Land- tagsersatz wahl wurden insgesamt 446 Stimmen abgegeben, davon erhielt Stadtpfarrer Ab r a m s ki-Oppeln (Zentrum) 262, Stadtrat R e y m a n n-Oppeln (Zentrum) 194 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Danzig, 24. Aug. Zwei Cholera fälle werden aus Culm in Westpreußen gemeldet. Dort ist ein russischer Flößer gestorben, der, wie jetzt amtlich festgestellt worden ist, an Cholera gelitten hat. Ein Zweiter ist ebenfalls daran erkrankt und liegt im dortigen Kcankcnhause. Seiten? der Regierung werden umfassende Maßregeln getroffen. Sämtliche Flößer des betreffenden vor einigen Tagen aus Rußland dort eingetroffenen FloßeS werden auf diesem oder in Culm im Krankenhause interniert und isoliert gehalten. Die Leute, welche den KrankheitSkeim wahrscheinlich schon aus Rußland eingeschleppt hatten, sollen unterwegs grüne Gurken und Weichselwasser genoffen haben. M a r i e n w e rd e r i. P r., 24. Aug. Aus Anlaß der bei Kulm vorgekommenen Cholerafälle tagte heute unter Dem Vorsitz des Regierungspräsidenten eine Konferenz, an der der Geh. Obermeoizinalrat Prof. Dr. Kirchner aus dem Kultusministerium, Prof. Dr. Gaffky, Direktor des Institutes für Infektionskrankheiten in Berlin, und Medizinalrat Dr. v. Hake teilnahmen. Die Konferenz ordnete sofort die erfordert ' -n Sicherheitsmaßregeln an. Zu Besorgnissen liegt kein Grund vor. F r e i b u r g i. Br., 24. Aug. Der bisherige Gouverneur von Deutschsüdwestafrika, Generalmajor Leutwein, ist soeben auch ans seinem Militärverhältnis ausaeschieden, mit Pension verabschiedet und mit der Erlaubnis, die Schutz- truppen-Generals-Uniform ni tragen, unter Verleihung dcS Kronenordcns 2. SUL ä la suite gestellt worden. Er hat einstweilen in Freiburg Wohnung genommen. Ausland. Stockholm, 24. Aug. Im gestrigen Staatsrate erstattete der Justizminister Berg Bericht Über den letzten Stört hingbeschluß und schlug gleichzeitig vor, daß der König dem Staatsrate übertragen wolle, mit der norwegischen Regierung zu dem in dem Schreiben des Reichstages vom 23. Slugufl genannten Zwecke in Verhandlungen einzu- treten, und daß ec die Regierung ermächtige, daß deren Delegierte mit den norwegischerseits auSerwählten Delegierten zusammenträfen. Auf die Aufforderung der übrigen StaatS- ratßmitglieder gab der Kronprinzregent seine Zustimmung zu diesem Vorschläge. London, 24. Aug. ES verlautet nach der ,93off. Ztg.", der Prinz von Wales werde den Kaisermanövern in Homburg im September als Vertreter König Eduards beiwohnen. Shanghai, 24. Aug. Gestern wurden hier sieben Personen' durch den Strang hingerichtet; sie waren beschuldigt, die Rebellen in der Kwangsiprovinz mit Munition und Waffen versehen zu haben. Marokko. Paris, 24. Aug. In dem heute abgehaltenen Minister rate erstattete Ministerpräsident Rouvier Über den Stand der Verhandlungen mit Deuschland hinsichtlich der Marokkokonferenz Bericht und setzte den Rat von der Verhaftung eines algerischen Untertanen auf marokkanischem Gebiete in Kenntnis. Der Ministerrat sprach hierauf einstimmig seine Befriedigung mit den durch Taillandier getroffenen Maßnahmen aus und billigte diejenigen Schritte, die nötigenfalls zur Erreichung einer schnellen und ausreichenden Genugtuung unternommen werden müßten. Paris, 24. Aug. Ministerpräsident Rouvier erteilte dem Gesandten Taillandier die Anweisung, die sofortige Freilassung des verhafteten Algeriers zu verlangen. Falls der Bescheid abschlägig lautet, wird eine militärische Kundgebung vorgenommen werden. Paris, 24. Aug. Falls Marokko eS ablehnt, Frankreich Genugtuung zu geben, würde, abgesehen von einer militärischen Kundgebung, wie die ,Agence Havas" meldet, das gesamte Personal der ftanzösischen Gesandtschaft Marokko verlassen. Die Friedensunterhandlunge«. New-Port, 24. Aug. Nach einem Telegramm der „New Port World" aus Oysterbay erhielt Roosevelt ein Telegramm von 500 Worten von dem amerikanischen Botschafter in Petersburg, v. Lengerke-Meyer, worin dieser über die gestrige dreistündige Audienz beim Kaiser von Rußland berichtet. Obgleich der Inhalt deS Telegramms geheim gehalten wird, ist doch bekannt geworden, daß sich der Präsident der Hoffnung hingibt, daß Friede geschloffen wird. ___________________________________________ Der Krieg zwischen Nvßtand und Japan. Petersburg, 24. Aug. Ein Telegramm des Gene- ralS Linewitsch aus der Umgegend von Hailun- t sch eng vom 23. August meldet: Eine Abteilung von unseren Truppen ging im Tal des Tz inche vor, besetzte, das Dorf Lagutziadzy und schickte Kavallerie nach dem! Westen vor. Eine andere Abteilung ttriet) die Japaner aus Schimiadzy. Eine dritte verjagte die Japaner mit Artilleriefeuer auS einer Stellung südlich von MopehschaiL Gegen die Stellung bei Pulandzy wurden drei Kolonnen geschickt, um die Japaner zu umgehen. Die vertriebene japanische Kompagnie zog sich bis zu einer Stellung bei Sendjen zurück. Ein Gegenangriff der Japaner wurde abgeschlagen. — Aus Stereo wird unter dem 21. August gemeldet, daß die Japaner auf Kiaugoru gu einen Angriff gemacht haben, der aber abgeschlagen wurde. Petersburg, 24. Aug. In Wladiwostok eintreffen be Einwohner aus Korea klagen, wie der ,F. Z." gemeldet wird, über die unmenschliche Behandlung seitens der Japaner und sprechen den Wunsch au5, daß die russische Regierung das japanische Protektorat über Korea nicht bewillige. Alle mit Rußland sympathisierenden Koreaner würden wie Spione gehängt. — Wie au5 Sytjasa vom Kriegsschauplatz gemeldet wird, fand am 19. August südlich von Taulu Gewehrfeuer zwischen einer russischen AufklärungS- patrouille und Chunchusen statt. Auf dem linken Flügel Hal eine japanische Patrouille durch russisches Gewehr- feuer gelitten, sie verlor 15 Verwundete. In der Gegend von Mopeischau sind Chunchusen aufgetaucht. — Es geht das Gerücht, im Rayon Sinminpu sei bei den Japan ern die Cholera ausgebrochen; die Sterblichkeit betrage täglich 40 bis 50 Mann. Kolonialpost. Berlin, 24. Aug. Nach einem Telegramm des Gouvernements von Kiautschou ist das große Schwimmdock in Tsingtau gestern glatt abgelaufen und an der Sßer» senkstelle provisorisch festgemacht worden. Aus Rußland. Warschau, 24. Aug. (Petersb. Tcl.-Ag.) Heber die Stadt und den Bezirk Warschau ist der Kriegszustand verhängt worden. Warschau, 24. Aua. Die Situation auf den Weichsel- bahnen verschlimmert sich. Züge werden überfallen und es wird auf die Maschinisten geschoffcn. Der General- Fabrikstreik ist oufa eb oben. Ans tzwöl und £mte. Gießen, 25. August 1905. " Zur Kaiserparade. Im Publikum ist, wie uns die Verkaufsstelle Schottenfels mitteilt, vielfach die Meinung verbreitet, daß Plätze zur offiziellen Tribüne nicht mehr zu haben seien. Dies entspricht nicht den Tatsachen, vielmehr sind, mit Ausnahme der 3-Mark-Plätze noch Plätze aller Art vorhanden. Die Plätze zu 15 Mk. haben Bedachung, Sitzkissen und Rücklehne. *• Karte für das Kaisermanöver. Reben der vor kurzem herausgegebenen Wegekarte 1 : 300000 hat nunmehr die Kartographische Abteilung der König!, preußischen Landesaufnahme auch die große Ausgabe der Karte für das Kaisermanöoer 1905 in schwarz, Maßstab 1 : 100 000 veröffentlicht. Diese sehr umfangreiche, auf Grund sorgfältiger diesjähriger Erkundungen, durch Zusammendruck der betreffenden Reichskartenblätter hergestellte Manöverkarte bringt einen großen Teil der Rheinprovinz, von Hessen-Raffau und d-s Großherzogtums Hessen zur Darstellung. In Umschlag broschiert kostet die Karte 60 Pfg., postsrei 65 Psg., aufgezogen 1.80 Mk., postfrei 1.90 Mk. r. Eberstadt, 24. Aug. Gestern fiel eine hiesige Frau beim Wasserholen auf ebener Straße so unglücklich, daß sie einen doppelten Knöchelbruch davontrug. (.) Alsfeld, 24. Aug. Der Hessische Hauptverein des evangelischen Bundes für das Großherzogtum Hessen tagt heute und morgen in den Mauern unserer Stadt. Aus diesem Anlaß prangt die Stadt in schönstem Festschmuck. An den Haupteingängen und dem Bahnhofe hat die evangel. Gemeinde im Verein mit dem hiesigen Zweigverein des evangel. Bundes Ehrenpforten errichtet, fast alle Häuser sind mit Fahnen, Guirlanden und Kränzen geschmückt. Im Laufe des Mittags und Nachmittags trafen aus allen Teilen der drei Provinzen zahlreiche Mit- glieder des Bundes ein, darunter besonders viele Geistliche. Als Vertreter des Oberkonsistorimns ist Präsident I). Vuchner- Darmstadt, als Vertreter des deutschen Gesamtvereins Kon- sistorialrat D. Hermens - Magdeburg eingetroffen; die Universität Gießen ist durch Professor Tr. Eck, das Predigerseminar Friedberg durch Profeffor Dr. Wurster vertreten. Im Laufe des Nachmittags statteten die Festgäste den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt Besuche ab, besonders galten diese der altehrwürdigen Walpurgiskirche, die gegenwärtig in der Wiederherstellung begriffen ist. Auch die Dreifaltigkeitskirche, das berühmte Rathaus und das Hochzeitshaus wurden besichtigt. Abends begann in dem Saale zum „Deutschen Kaiser" die Bundesversammlung, an der auch die Vertreter der Behörden teilnahmen. Oberlehrer Lie. Herrmann-Darmstadt hielt einen Vortrag über „D. Tilemann, der Freund Luthers und Reformator der Stadt Alsfeld." w. Bensheim, 24. Aug. Nach einer bei der Ortskrankenkasse vorgenommenen Revision wurde der Rechner der Kasse, M. Adler aus Viernheim, heute vormittag verhaftet. Wie verlautet, werden ihm Urkundenfälschungen und Unterschlagungen in der Höhe von 5000 Mk. zur Last gelegt. — Ter frühere Stadtrechner Haak, gegen welchen ein Verfahren wegen Verbrechens im Amte eingeleitet worden war, wurde von der Ferienstrafkammer Darmstadt frei» gesprochen und die Kosten des Verfahrens wurden der Staatskasse auferlegt, da die angestellten Ermittelungen ergeben haben, daß H. bei der Ausübung der strafbaren Handlungen nicht zurechnungsfähig gewesen ist. Haak ist somit auch pensionsberechtigt. Mainz, 24. Aug. Der Sohn eines hiesigen Kohlenhändlers, der schon sechs Jahre bei der Marine in Kiel dient, wurde vor einigen Tagen benachrichtigt, daß ihm seine Tante, die in Amerika ohne Kinder gestorben war, ihr ganzes über 10 0 000 Mk. betragendes Vermögen vermacht habe. — Heute früh um 5 Uhr hörte der Schreiner Zinkel, als er am Volksbad am Rheine vorüberging, Hilferufe. Er fand nach einigem Suchen an einem der Einzel- bäder eine alte Dame hängen. Es gelang ihm, die Frau atis dem Wasser zu holen und in das Spital zu schaffen. Es ist eine 72jährige Frau, die in Kostheim mit ihrem Sohne, einem auf der Gustavsburg beschäftigten Ingenieur, wohnt. Seit gestern abend um 10 Uhr war sie aus ihrer Wohnung verschwunden. — Ein schon längere Zeit stellenloser und von seiner Frau getrennt lebender Mann suchte gestern abend im Naupelsweg durch Erhängen seinem Leben ein Ende zu machen. Sein Vorhaben wurde jedoch von Mitbewohnern bemerkt und der bereits Bewußtlose von dem Strick abgeschnitten und wieder zur Besinnung gebracht — Ein dritter Selbstmordversuch ereignete sich heute früh in Kastel. Dort schoß sich ein 22 Jahre alter Schreinergehilfe z.veimnl in den Kopf. Ter Manu wurde in das Rochusspital gebracht, wq festgeUellt wurde, daß sein Zustand zwar ernst, ober nicht lebensgefährlich ist. (M. T.) Wiesbaden, 24. Aug. Der Kaiser trifft mit der Kaiserin und seinen Manövergästen am 6. und 7. Sep- tember zum Besuche des hiesigen Hoftheaters ein. Zur Aufführung kommen die beiden Auber'schen Opern „Fra Tiavolo" und „Der schwarze Domino." — Zur Erlangung von Ideen für die Umgestaltung der städtischen Kuranlagen hat der Magistrat einen Wettbewerb ausgeschrieben. Zur Verteilung kommen drei Preise im Betrage von 1200, 1000 und 750 Mk. Außerdem ist der Ankam weiterer Ent- würfe zu je 300 Mk. Vorbehalten. Die Entwürfe müssen bis zum 6. Dezember eingereicht sein. (?• 3-) Hanau, 24. Aug. Die Vcrh a ft n n gen in der Golddiebstahls-Affäre mehren sich. Gestern wurde der Goldarbeiter Heinrich Winkler wegen Hehlerei tn Haft genommen. Winkler besaß früher selbst ein kleines Goldgeschäft und soll damals sich der Goldhehlerei schuldig gemacht haben. — Der seit längerer Zeit wegen mehrfachen Betruges von der Behörde gesuchte Kaufmann Willi Hempel aus Gelnhausen wurde heute vormittag hier von einem Kriminal- schutzmanne verhaftet. ? Fellingshausen, 24. Aug. Auf dem Wege von dem Truppenübungsplätze Senne werden in den nächsten Tagen mehrere Eskadronen des 1. bayerischen Ulanenregiments Kaiser Wilhelm II. aus Bamberg und des 21. bad. Dragoner-Regiments aus Bruchsal, von Gladenbach kommend, hier und in den benachbarten Orten am 4. September Quartier beziehen. Nach Crumbach kommt die 4. Eskadron und hierher die 1. Eskadron zu liegen. — Am nächsten Sonntag findet hier Kirch weihe statt. Wetzlar, 24. Aug. Im Pferdestalle des Schlachthauses wurde heute früh der Schlachthausverwalter Friedrich Frech bewußtlos aufgefunden. Herr Frech hatte das Pferd füttern wollen und blieb dabei länger aus, als es sonst seine Gewohnheit war. Als man nach ihm sab, fand man ihn mit dem Kopfe vornübergebeugt liegen. Kurz nachdem Herr Frech in seine Wohnung verbracht war, verschied er. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Er hat ein Alter von 59 Jahren erreicht. (Wetzl. Anz.) * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In Bellnhausen (bet Fronhausen) begingen der Bürgermeister a. D. Johann Konrad Ruth und dessen Ehefrau, geb. Bingel, am 24. d. M. in voller Gesundheit da? Fest ihrer goldenen Hochzet. Ter Ehemann stehl im 72. und seine Gattin im 68. Lebensjahre. * Dortmund, 24. Aug. Heute nachmittag tonrbett auf einer hiesigen Bahnstrecke d r e i A r b e i t e r, die mit Schienenverlegen beschäftigt waren, von dem Badezug 25 über fahren und so schrecklich .verstümmelt, daß der T o d sofort eintrat. Tie Verunglückten wollten in einem Gleise einem Güterzuge au§- weichen und rannten in dem andern auf den Dndezug. * Trier, 24. Aug. In Hetzerath überfilhr ein Automobil ein Kind: es war sofort tot. Der Fahrer wurde von den Dorfbewohnern verfolgt und festgenommen. * Osnabrück, 24. Aug. ''Amtlich.) Gestern wurde in Kilometer 64,1 der Nebenbahn Bunde-Bassum auf dem Landstraßenübergange von Sulingen nach Barenburg ein einspänniges Fuhrwerk von dem um 8.9 Uhr von Sulingen abgefahrenen Personenzuge Nr. 905 überfahren. Das Pferd wurde sofort getötet und der Wagen vollständig zertrümmert. Der Führer des Fuhrwerk?, Viehhändler Voß aus Sulingen erlitt so schwere Verletzmrgeu, daß er nach einigen Stunden starb. Der Unfall ist dadurch herbeigefiihrt worden, daß der Führer des Wagens die Signale der Lokomotive mit der Dampspfeife und dem Läutewerke nicht beachtete. * Chicago, 24. Aug. Der Frauenmörder Hoch ist zum drittenmale der Vollstreckung des Todesurteils entgangen, indem er die Revision seines Falles von feiten des Obergerichts erwirkte. * Der deutsche Apothekertag, der gegenwärtig in Breslau stattfindet, beschloß, dem Vorstand die Vorarbeiten zur Gründung einer freien Hilssk sie für die Angestellten der Apotheken unter Anerkennung der moralischen Verpflichtung der Chefs zur Leistung eines Drittels der Beiträge aufzutragen und eine Ergänzung des H"ndelsgesehbuchs nach der Richtung durchzusetzen, daß bei Krankheit den dl.vatbekeleven und Assistenten die Rechte der Handlunasaehi^fen zustehen. • Eine Preiskonkurrenz von Artikeln für die Reise und den Aufenthalt in Bädern und Sommerfrischen veranstaltet der Deutsch - Oesterreichische- Schweizerische Fremdenverkehrsverein in M ü nche n. Es werden folgende Gruppen gebildet: 1. Koffer, Reisetaschen, Reisenecessaires, Gegenstände für alpinen Sport rc. 2. Optische Artikel: Ferngläser, Brillen, Pincenez, Barometer, Thermometer, photographische Apparate. 3. Kleidung: Mäntel, Wetterkragen, hygienische Bekleidung rc. 4. Hygienische Artikel: Mineralwasser, Badesalze, Badeapparate und Einrichtungen, Spezialmittel, Apparate rc. 5. Nahrungsmittel im eigentlichen Sinn: Konserven aller Art, Biscuits, Kakes ?c. auch Kochapparate. 6. Genußmittel: Kakao, Schokolade, Tee, Konfitüren, Obstpräparate, Geleös rc. 7. Getränke: Weine Liqueure, Biere, alkoholfreie Getränke rc. 8. Zigarren, Zigarretten, Tabak, Zigarrenspitzen, Pfeifen rc. 9. Haut- und Körperpflege: Seifen, Parfums rc. 10. Reiseandenken aller Art. 11. Kunstgegenständc und solche des Kunst- gewerbes. 12. Literatur: Reisewerke, Unterhaltungslektüre, Prospekte und Broschüren von Kurorten rc. Zur Verteilung gelangen goldene, silberne und bronzen eMedaillen, sowie Anerkennungsschreiben. Als Preisrichter firngieren u. A. zwei Landesgerichtspräsidenten, je ein Oberregierungsrat, Schulrat, Gymnastaldirektor, Oberrealschuldirektor, Chefredakteur, vier Hotelbesitzer rc. Alles Nähere erfährt man auf Anfragen durch das Hauptbureau des genannten, mehr als 1000 Filialbureaus im Deutschen Reich, Österreich und der Schweiz unterhaltenden Vereins, München, Arnulfstraße 26. * Berliner Geschäfts Praxis in unsoliden Geschäften Erbauliche Einblicke in gewisse Geschästs- verhälkniffe gewährte ein Termin vor dem Berliner Kaufmannsgericht. Verklagt war der Inhaber eines großen Damenhutgeschäftes von einer Verkäuferin, die Etehalts- ansprüche von 200 Mk. geltend machte. Der Beklagte behauptete, die Verkäuferin habe die Hüte oft viel zu billig abgegeben und ihm damit erheblichen Schaden zugefügt, nno es ergab sich auch, daß die Verkäuferin Damenhüte im Werte von 14 und 18 Mk. für 5 Mk. verkauft habe. Aber nun kommt die Kehrseite der Medaille: die Verkäuferin betonte dagegen, daß es ihr freigegebcn sei, den Preis zu bestimmen, denn bei Kunden, die bezahlen' konnten, habe sie Hüte im Werte von 5 Mk. auch für 21 Mk. verkauft. Der Vorsitzende des Gerichts konnte bei diesen Darlegungen doch eine deutliche Bemerkung über ein „Hineinlegen" der Kunden nicht unterdrücken. Der Chef behauptete aber, daß den Verkäuferinnen für die Preisbemessung eine Grenze zwischen 8 und 20 Mk. — auch schon ein starkes Stück — gezogen sei. Der Klägerin wurden schließlich 50 Mk. wegen Schädigung des Bek^gt^n abgezogen. Man sieht da wieder einmal, was feste Preise sind. * Ein V e r g n ü g u n g S r e i s e n d e r besonderer Art kehrte unlängst wie in der schweizerischen Presse berichtet wird, in einem Rig'hotcl ein. Es war ein Engländer, der abcndS durchaus verlangte, daß ihm der Hotelier selbst die Stiefel auSzichen solle, so sehr sich auch die Hcstel- angestelltcn bemühten dem Salme Albions diesen Dienst zu leisten. Dieser verlangte immer nachdrücklicher den Hotelier selber, dem schli.ßu.ch auch daS englische Ansinnen mitgeteilt wurde. Er ließ dem Herrn von jenseits des Kanals sagen, er ziehe ihm die Stiefel aus, allein das koste 1000 Franken. Der spleenige Englänoer war es zufrieden und deponierte die Summe, worauf er durch den Hotelier seiner Fußbekleidung entledigt wurde. Auf die Dauer dürfte dem Herrn aus England das Stiefelausziehen auf diese Weise doch etwas teuer kommen. " Ein Ständchen, wie es wohl noch keiner de n t s ch en Zeitung dargebracht wurde, überraschte, io schreiben die Münchner Reuest. Rachr., heute unsere Redaktion. Der Gebirgstrachtenvereiii A l m e n r a u s ch hatte mit seiner Musikkapelle die Zugspitze bestiegen und grüßte uns heute Mittag mit einem sehr schneidigen Marsch durchsTelephon von der höchsten Warte Deutschlands. Hoch erfreut uni) zugleich gerührt horchten wir an allen unseren verfügbaren Hörrohren den wahrhaft fettenen, vorzüglich vernehmbaren Klängen, tief im Herzen erwägend, wie untere lieben Freunde dort oben es so leicht und schön haben, — im Gegegenfatz zu uns hier am Färbergraben .... Besten Tank für die große und seltene Aufmerksamkeit. * Kleine Tageschronik. In Milspe erfranften 15 Personen nach dem Genuß von Schokoladenpudding unter Vergiftungserscheinungen. Die Erkrankten befinden sich verhältnismäßig befriedigend. — In Abbeville tötete ein gewisser Jocee seine Frau und seine Schwiegermutter durch«Hammer- schläge. Der Mörder wurde verhaftet. — In Ranch stürzte in der vergangenen Nacht ein Haus ein. Die Fundamente desselben waren durch die letzten Regengüsse stark unterspült. Zwei Frauen, die unter den Trümmern begraben wurden, konnten gerettet werden. sKerichtslaal. Mainz, 24. Aug. Gestern hatte sich der Restaurateur Eugen IH r i ch von hier, der auf der Insel eine Bodega besitzt, wegen Duldung von Glückspiels zu verantworten. , 9lu§ der Verhandlung ging hervor, daß die Bodega eine Spielhölle ersten Ranges ist. Besonders von Offizieren wurden häufig kleinere Jeus abgehalten, wobei Spielverluste bis über 1000 Alk. entstanden. Besonders die Husarenoffiziere hatten stark aejeut. Aber auch Zivilisten beteiligten sich, so ein R e ch t s a n w a l t a u § 2 a u t e r» bad) und andere aus der „besseren Gesellschaft". Der Buchhalter einer Brauerei, der kürzlich nad) Unterschlagung von 15 000 Mk. flüchtig gegangen, war gleichfalls eifriger Spieler. Der Wirt selbst verlor an bem Rechtsanwalt 1000 Mk., die er noch zu zahlen hat. Es wurde „gepokert" die „lustige Sieben" und „Siebzehn vier" gespielt. Ter Angeklagte wurde zit 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. (A-rff. Ztg.) Landwirtschaft. Saatvermittlungsstelle des hessischen Landwirt s ch a f t § r a t e s. Vom hessischen Landwirtschaftsrat wird uns geschrieben: Nachdem dte Ernte der Getreidearten in fast allen Teilen unseres Landes beendet ist, wird sich mancher Landwirt fragen müssen, ob er, wenn er von den diesjährigen abnormen Witterungsverhältnissen vorerst absieht, von den verschiedensten Getreidearten auch die für seine Verhältnisse passendste Sorte angebaut hat. Ohne Zweifel ist der Einfluß der Witterungs- Verhältnisse auf die Ernteerträge unserer Kulturpflanzen von großer Bedeutung und wohl auch bei regelrechter Vewirtfcbatt- ung der ausschlaggebendste Faktor. Immerhin aber hat es auch der Landwirt in der Hand durch die Auswahl einer für ferne Boden und klimatischen Verhältnisse passende Sorte diesen Einfluß bis zu einem gewissen Grade auszugleichen. Der ungünstige Einfluß ist um so größer, je weniger eine angebaute ^orte akklimatisiert b. h. den vorhandenen Bodenverhältnissen und auch den klimatiscknm Verhältnissen angepaßt ist. Der Landwirt muß es daher mit Freuden begrüßen, wenn ihm die Möglichkeit zum Bezug von Saatgut e rt r a g sr e i ch st e r Sorten gegeben ist, welches von Vflonren abstammt, die seinen Verhältnissen bis zu einem gewissen Grade schon angepaßt sind^ Diese Möglichkeit ist dem Landwirte durch die Errichtung von Saat- b a u st e l l e n des Hessischen Landwirtschafisrats geboten, _bte- über das Land unter Rücksichtnahme auf die verschiedensten Boden- und klimatischen Verhältnisse verteilt sind, und nur die Sorten anbauen und bereit Saatgut zum Verkauf bringen, welche sich unter den gegebenen Verhältnissen als passend und ertragsreich erwiesen haben. Auf diese Weise ist nicht nur den hessischen sondern auch den außerhesi'ischen Landwirten, die unter gleichen ober ähnlichen Boden- und klimatischen Verhältnissen wirtschaften, Gelegenheit geboten, sich mit für feine Verhältnisse passendem Saatgut evtragsreicher Sorten zu versehen. Der Verkauf von Saatgut aus den hessischen SaatbaustelleN wird durch die S a a t v er m i 11 c l u n g s st el l e des hessischen Landwirtschaftsrates zu Darmstadt vermittelt, die gerne bereit ist, Saatliste sowie Körnerproben zur Verfügung zu stellen. — Große Trockenheit in Rheinhessen. Der „W. Ztg." wird ans bem KreiseBingen geschrieben : Die nun seit mehr als 4 Wochen anhaltende Trockenheit beginnt in Rheinhessen furchtbar zn werden. Der Boden ist im Felde bis zu einer Tiefe von 7g Meter vollständig frei von Feuchtigkeit. Rüben- und Kartoffelfelder beginnen zu welken, ehe die Wurzeln ousgereifk sind. Die Weinberge sehen stellenweite schrecklich aus.^ Die Blätter sind gelb und welk; die Trauben klein, nicht allein infolge der Blatrfallkrankheit, sondern hauptsächlich durch die Trockenheit. Der Boden des Feldes ist hart, sodaß die Landwirte das Pflügen einstellen nut ff en. Traurig sieht es auch in den Obstanlagen aus. Die wenigen Aepfel und Birnen, welche noch hingen, fallen ab, sodaß die Besitzer gegenwärtig allenthalben Fallobst anbieten. In einer Reihe von Gemarkungen ist der -weite Klee» und Grasschnitt gleick) Null. Mehrere Gemeinden leiden trotz guter Wasserleitungen ‘ seit 14 Tagen an bedenklichem Wassermangel, sodaß die Bewohner ihren Bedarf stundenweit holen müßen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt Iler .nter dies r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion b-'m Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 24. Aug. Hinsichtlich der Straßen und Verkehrswege ist in unterer Stabt in den letzten Jahren viel cicSdiaffcn worden; naturgemäß aber ist mancher Wunsch noch zu erfüllen. So besteht zwischen Ebel- bezw. der verlängerten Liebigstraße leider noch immer keine direkte Verbindung mit Universität, Gymnasium sowie Realschule. Wer jemals von der Ebelstraße ans nach einer der genannten Anstalten pilgern wollte, der wird die Wahrheit der Worte erfaßt haben: „Du bist mir nah und doch so fern!" Ein koloßaler Umweg, dem Riegelpiad entlang, durch die Ludwigs- straße, ist uuDcrmeiblidi, während es gewiß keine nennenswerten Opfer erforderte, zunächst einen Durchgang durch den 53ahnbainm zu schassen, ähnlich wie im sogenannten „Essig-Gäßchen", um direkt in die Stepbanstraße zu gelangeir. Nicht nur Schüler und Studenten haben ein Interesse hieran, sondern in erster Linie solche, die ihren Beruf ausüben, nicht minder auch die Hausfrauen zur raschererr Besorgung ihrer häuslichen Bedürfnisse. Emer not- ivendigen Verbindung von Stadtteilen kann und wird die (Siien- balntbehörde sich nicht ablehnend gegenüber verhalteit, darum hoffen wir, daß die Stadt dieser zeitgemäßen Fordemitg in Kürze gerecht wird. —X— Gro ßen-Linden, 25. Aug. lieber den Wert einer Mühle und die Vorteile einer Wasserleitung läßt sich allerdings streiten. Der Herr Einsender deS gesttigen Eingesandts gibt ja selbst zu, daß daS Gelände 6000 Mark Wert habe, er vergisst aber, daß die Mahleinrichtung und d's Wasserrad mehr als 6000 Mark kosten. Tie vorhandenen Gebäude sind zu 11 510 Mark bei der Landbranbkasse versichert. Somit kostet die W-sserkrafl selbst nur etwa 4000 Mark, die von Fachleuten höher geschätzt wird. Der Herr Einsender kann sich nach jed-'r Richtting beruhigen, denn ist eS wahr, daß die g nze Bürgerschaft gegen das Projekt ist, dann wird bie, projektierte W sserleitung nicht ausgeführt werden, weil es ja an dem nötigen W sscrzins fehlen wird. Ergibt sich aber bei Ausarbeitung des Projekts durch Techniker die Möglichkeit einer ->5 M ?indeN',- Mtk» | •Ft 's iW’ft He V* i ye I .HÄen Land- irlschaftsrat irirb ■eibcartot m fast f' mancher Land- hri-ren abnormen n verschiedensten Passendste Sorte der MfternnK- itnMmnM von ftu PewÄschast- cbct bat t§ auch t einer für seine Sorte diesen Ein« leichen. Der un» ier eine angebaute Bodenverhältnissen istt ist. Ter Land- enn ihm die Mög- ichster Sorten die seinen Zerlpli- lgepastt sind^ Diese itung von Saat' ratS geboten, die die verschiedenster 1 finb, unb nr Scrfauf bringen, als yaiscnd unü t Ä Ä nur n Landwirten, die matMn DerM- mit für seine Ber- •vrtcn zu versehen, chen Saatbaustellen elle des Wichen [, die gerne bereit ping zu stellen, indessen. Ter cdrieben: Die nun Neuheit beainni Loden ist im sselde ri von seenedtiM. i, ehe die Wurzeln teile schrecklich ans. klein, nicht allem MM durch die -d« di° -Mdwtt- z auch 'n den Lost- welche noch dwgen len,halben W sl her jtoeife »«• n leiben trotz g»ltt iem mtaffenmmgei, holen nnWn. Sw® «men «lus bi S.fl""'«3eus ‘"'Imnbttt. «leut. Aber auch Buchhalter Soon 15000 M 'Der Win selbst ’Ä Mi zahlen hat. 'siebzehn vier' dstrase venirteilt. Crrfi. Zig.) -i! H**S$ gegcnuver 6cn,M.* "n)l|d’ \ireftc W° tej5e Mjemals 'S***” itzt haben- die Ludwig ig. d"ich °^wertea i kene " "A„da'mn mrch.de'' ? i|m direkt fl-®Är unb etu- .ur ^"‘ojnie * 'N ^'saMauen M ch d'.-? Einer no>' ;Ä* : war Ea äs Noch j . )e 5'n et inlere Lichte, "'e Ha tton, enfele l n§ i 'n« chsT " ??'»- ceut 1Jellöl’°n n f)5tr:, ^"Oleich oben $ u* "n B~sr ?Ä! Wasserleitung und genügt die Beteiligung hieran, dann wird die Wasserleitung kommen. Zu den Kosten des Projekts wird der Derr Einsender, der ja offenbar keinen Anschluß nimmt, nichts beitragen, für ihn ff' weiter nichts verloren, als Papier und Porto seines Eingesandts. Im übrigen kokten auch die Gemeindebrunnen Geld, deren Wasser ist aber nach Gutachten des chemischen Untersuchungsamts Gießen meistens gesundheitsschädlich. Leun, Bürgermeister. 9Jicteorofnnifdie Beobachtungen der Station tttießcn. Höchste Temperatur am 24. August ----- 4 20,3" C. Niedrigste . „ 24. = * 6,40 C. - ■ । ——— in — August 1905. Äaroiueter auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 24. 2” 746,5 + 19,9 8,7 50 WNW 2 Bew. Himmel 24. 9« 747,0 + 12,6 8.4 78 - still LllarerHimmel 25. 726 746,9 + 8,5 7,0 86 N 2 Bew. Himmel Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 26. August 1905: Zeitweite heiter, wärmer, auch nachts etwas milder. In tiefen Lagen Morgenuebel. Näheres furch die ßftefteuer Wetterkarte. Arö iterbewcgung. Essen, 24. Aug. Die Einignngsverhandlunaen im Baugewerbe haben zu keiner Einigung geführt. Von den Arbeitgebern wurde erklärt, daß sie bei dem Arbeitgeberbunde dafür eintreten wollten, den Arbeitern in diesem Jahre noch eine Lohnerhöhung zu bewilligen und zwar ab 1. Oktober um 1 Pf. Vro Stunde und vom 1. April n. I. ab u m 2 Pf. pro Stunde. Tie Forderung der Arbeiter, daß Gelsenkirchen und Bochum den übrigen Bezirken vom 1. Avril n. I. ab gleichgestellt werden sollten, stieß dagegen bei den Arbeitgebern auf Schwierigkeiten. Troß lebhafter Debatte wurde über diesen Punkt keine Einigung erzielt. Fn den Kreisen der Arbeitgeber scheint man wenig geneigt, noch weitere Zugeständnisse zu machen. Es ist fraglich, ob die Verhandlungen diesmal Erfolg haben werden. Heute nachmittag 4 Hbr werd-'n bi** V"rbandluna?n fortgesetzt. Sport. Baden-Baden, 24. Ang. Zukunfts-Rennen. Preis 36 000 Mark Erster Weinbergs brauner Hengst ,.Fels", Zweiter M. Eaillault's braune Stute „Melodie", Dritter E. Veil-Picards braune Stute „Pluie b’Dr". M ftitlid r I'fbrrfidt der (MMollr in der Sfnbt stießen 21. Woche. Vom 21.—27. Mai 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 linkl. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 14,84 nach Abzug von 3 Ortsfremden: 9,28 V-o. Kinder 63 starben ein: Zusammen: Erwachsene: im vom Darmtuberkulofe 1 1. LebenSiahr: 2.- 1 — -15. Jahr Bronckütis 2(1) 2(1) — — Brustfellentzündung 1 1 — — Lebensschwäebe 1 —— 1 — Nierenentzündung 1 1 —- — Verunglückung 2(2) — — 2(2) Summa: 8 (3) 5(1) 1 2 (2) Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nack Gießen gebrachte Kranke kommen. Kandel und Merkelir. Volkswirtschaft. Petroleum. Die Tage werden bereits sichtbar kürzer und die Beleuchtungsfrage rückt bei unfern Hausfrauen in den Vordergrund. Was sollen wir brennen, und zwar dort, wo Gas und elektrisches Licht nicht in Frage kommen? Spiritus? Dazu sind, so prächtig es auch brennen mag, die Kartoffel- und Spirituspreise noch immer viel zu hoch. So bleibt denn nur das Petroleum übrig, für das Deutschland allein der bekannten Standard Oil Eompanh, die fast den ganzen Handel monopolisiert hat, Millionen und Abermillionen jährlich zinst. Muß dem aber so sein? Ein Vortrag, den K. Prößdorf-Altenburg jüngst aus dem internationalen Petroleum-Kongreß in Lüttich gehalten hat, belehrt uns eines Besseren. Einst mag das Oel jener Kompagnie, wie es nur den berühmten pennsplvanischen Werken entnommen wurde, das beste der Welt gewesen sein, das ist aber keineswegs mehr der Fall, weil es seit Jahr und Tag nur mit nicht- Pennsvlvanischer Ware gemischt auf dem Marke erscheint. Fast alle in Deutschland gehandelten anderen Petroleumsorten sind durchaus dem amerikanischen Produkt gleichwertig, in Bezug auf Entflammungspunkt, Explosionsffchcrh'st und Leuchtkraft, sogar bedeutend überlegen. Wir haben es also durchaus nickst notig und sollten in volkswirtschaftlich-vaterländischem Interesse uns hüten, weitere Unsummen deutschen Kapitals in die Hände der Standard Oil-Eompany zu spielen. London, 24. Aug. Die Mitglieder des Whitworth- kohlenspndikates besichtigten gestern die Koblenselder m W Hitworth in Sk'dwales. Dabei wurde festgestellt, daß nicht em deutsches Svndlkat, sondern ein aus Deutschen vnh au« anderen Kapitalisten zrftmm-mgesetztes Svndikat diese .^nbren- selber erwarben b~t. Die A'!«heut"ng der (^rnben hemmst s-'fvrt. Familien Nachrichten. Gestorben. Hans Diebel, Butzbach. Schisssnachiichteii. Nord deut scher Sion b. In Gießen vertreten durch Earl L o o S , Kirchenvlatz. Bremen, 22. Aua. 'Ter transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben.Postdampfer „Großer Kurfürst"", Kapitän F. Mentz, vom Norddeutschen Llond in Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in Newnork angekommen. Bremen, 22. Aua. wadron überritt'm wurden. Etwa 20 bayrische und ebenso viel hessische Reiter mit den Pferden bildeten minutenlang einen wüsten Knäuel und boten ein recht kriegerisches Bild dar. Dagegen heißt es weiter, außer einigen Hautabschürfungen seien irgend welche schwereren Verletzungen nicht vorgekommen. — Der Meldung stellt unser Berichterstatter entgegen, daß alle Einzelheiten der gestrigen Mitteilungen von einem Augenzeugen stammten. Daß der Kvmmandeur des 23. Dragoner- Regiments am Fuß leicht verletzt wurde und einen Stich durch den Aermel erhielt, werde bestätigt. Eronberg, 24. Aug. Auf Schloß Friedrichshof fand heute eine Abendtafel zu 22 Gedecken statt, zu welcher unter anderen geladen waren Negierungsprästdent v. Meister mit Gemahlin, Landrat Ritter v. Marr mit Gemahlin, Leibarzt Dr. Spielhagen und Hauptmann Frhr. von Lüttwitz. Der Cron- berger Männergesangverein trug nach aufgehobener Tafel einige Lieder vor. Kiel, 24. Aug. Heute abend 10.30 Uhr versammelte sich auf dem Bahnhofsvorplätze die nach Ostafrika bestimmte Marinefeldkompagnie, bestehmd aus Mannschaften der Matrosen-Division und der Seebctaillone, zusammen 222 Mann und 9 Offiziere. Der stellvertretende Stationschef, Kvntreadmiral Zehe, verabschiedete die Truppen mit einer Ansprache, in der er auch die Abschiedsgrüße des Kaisers und des Prinzen Heinrich übermittelte und mit einem dreifachen Hurra auf den Kaiser schloß. Um 11.30 Pbr f’ibr der Zua noch Triest ab. Hamburg, 25. Aug. Der Tischler Habschals, der Mörder der 1901 in Altona ermordeten Prostituierten W ü b b e, ist verhaftet worden. Die Tat war allgemein dem inzwischen Hingerichteten Schlächter gesellen Meinau zu geschoben worden. Braunschweig, 25. Aug. Die Stadtverordneten beschlossen, die Regien,ng zu ersuchen, im Bundesrate für die sofortige Aufhebung der Viehgrenzsperre einzutreten. Wien, 25.9Utg. Am 28. August wird eine große deutsche Pro test Versammlung in Trovpau einberufen infolge der Meldung, die Regierung wolle eine Sprachenverordnung für Schlesien erlassen, die den Tschechen und Polen Zugeständnisse macht. Herrmann ft abt, 24. Aug. Heute begannen die anläßlich der Jahresversammlung des Gustav Adolf-VereinS statt- finbetiben Festlichkeiten der siebenbürger Sachsen unter großer Beteiligung aus dem ganzen von Sachsen bewohnten Gebiete. Der Gustav dldolf-Verein hielt einen Festgottesdienft ab, bei dem der Rektor der Universität Leipzig, Professor R i e t s ch e l, predigte. Später fand unter Vorsitz des bischöflichen Vikars Friedrich Teutsch eine Festversammluug statt, in deren Verlauf zahlreiche Liebesgaben überreicht wurden, darunter viele für protestantische Gemeinden in der Provinz Posen. Während des nachfolgenden Banketts brachte Teutsch einen Trinffpruch auf den König au8> an den ein Huldigimastelegramm abgesandt wurde. Prof. Riet- schel widmete seinen Trinffpruch den ficbenbürger Sachsen. Am Nachmittag tagt-n her sächsische Aertteverein unb der sächsische Frauenverein. Abends wurde eine Oper aus dem sächsischen fBoIf-’f-'ben aufgeführt. Gleic^citig f >d ein volkstümlicher Vortrags chend des Gustav Adolf-Vereins statt. P ortsmou th, 24. Aua. Tie nississhen Delegierten übermittelten heute eine lange Mitteilung d-s Präsidenten Roose» velt nach Peterhos. die Untcrstaatsfekretä'-e Leiter i km eit heute morgen überreichte. Es ist b :n zweifellos rne Skizzierung bfr letzten Vors^'läge des Pr 'iden^n Roosevi* entboten, der wie. geglaubt wird, die letzte Aufforderung zu emer Verständigung bildet, die von beiden Parteien zugestanden ist. Tie Frage dos Preises, den Rußland bezahlen soll, um die nördliche Hälfte von Sachalin zu behalten, soll damach durch den Schiedsspruch eines dazu bestellten Ausschusses ent» schiebm werden. Tokio, 25. Aug. Der europäische Dampfer „Dara» (out)" rannte in der Meeresstraße bei Moji das japanische T r a u § v o r t s ch , f t „K i n j o M a n i" an, das verwundete unb kranke Soldaten an Bord hatte. Die „Kinjo Maui" sank binnen 3 Minuten. 12 6 Soldaten werden vermißt; sie sind wahrscheinlich ertrunken; 21 wurden gerettet. Telephonischer Kursbericht, Frank 1nt*i n„ M, 25. Augu ■3V«°/o Reiob*anleibe 3°'o Mexik Hier 8"/ flo. 3’',°/ Konsole lOln do 101 85 101.45 97.65 4% 4°/ 4% 3°/ . 267.65 256.00 . 222.60 . 100 45 Ungar. Goldrente haben. Rente Portugieser J Portugiesen. III Unit. Türken . 68 90 68 70 89 70 135 20 55.— . 100 85 . 89.85 . 101 00 . 89.70 . 100.65 Vle°ln Hoflsen . . . 3* t % Oborhr»R«an 4 % Oosterr. GoMrente 4’ 6 % Oesferr. Rilbr-rrente St 1905. 68 80 - 96 70 . 140 50 . 136.30 . 210 50 194 50 . 148 30 . 164 70 . 171 60 . 144.40 . 20.40 •f*/o / Chinesen Electric. Schlickert . Nordd TJoyd . K radifuktien D Rkonto-Komninmlit, Darmstfidfer Bank dresdener Bank . . Ber iner Handel flges Oeflterr. Staatöbahn . Lombarden . . . Gotthardhahn . . . Lanrnhüf te . . . Bochum . . . . 1'a-p“ner . . . Stn atachatzscheine . Türkenloae . , . 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4°.'e äuRsere Argentiner Tendenz: schwächer. Verantwort ich für d aosam^ "■■h Pinn : 9( u g u ft Goetz.. O. ECamänka ------ Nhren, itnö Selbcrwaven — 7 Marktplatz 11 am Kriegerdenkmal Telephon 407. 4656 Über 104 Jahre im deutschen Haushalt eingeführt und beliebt ist Werner Hreuer'r (afft-Surrogat als feinster und billigster Caffe-Zusatz. Millionen Stück Doering's Eulen-Seife finb bis Ende 1904 zum Versand gelangt. 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Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier den zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hieriuit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 24. August 1905. Großherzogliche > ^'-meisteret Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betreffend: Wie oben. Auf die Einwendung mehrerer beteiligter Grundeigentümer Hin hat das Schiedsgericht durch Urteil vom 11. Avril ff. Js. bestimmt, daß eine nochmalige Zuteilung der Gewanne 31, 32, 34 und 35 der Flur XX vorgenommen werden solle. In der Zeit vom 26. August bis einschließlich 9. September ff. Js. liegen als Ergebnis dieser neuen Zuteilung auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. eine Zuteilungskarte, 2. ein Zuteilungsverzeichnis, 3. die Gütergeschosse nebst Zusammenstellung, 4. ein Geidausgleichungsverzeichnis, 5. ein beglaubigter Auszug aus dem Urteil des Schiedsgerichts oont 11. April lf. Js. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet iatt: Montag, den 11. September lf. IS., vorm. von 0 bis 10 Uhr int Gemeindehaus zn Heuchelheim bei Gießeu, wozu ch die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nicht- irscheineuden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen Inb schriftlich abzufasien, zn begründen und auf Papier in Akten- zröße (mindestens */.. Bogen) einzurcichen. Friedberg, den 17. August 1905. B24/, Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: gez. Spam er, Kreisamtinann. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: 1. Bezüglich der Firma Th. Bruck in Gießen: Geschäft ist am 1. Oktober 1904 auf Franz Martin Emil Brück, Möbelfabrikant zu Gießen übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. Die Prokura der Theodor Brück Ehefrau Sophie geb. Euler und des Franz Brück ist erloschen. 2. Die Firma „Musik- und Sängerzeitung für Mitteldeutschland, Druck und Verlag von Albin Klein" in Gießen. b“/8 Gießen, den 17. August 1905. Großher'o^l ches Amtsgericht. Auf der Strecke Gießen-Gelnbausen sind anläßlich ber Trennung des Schrankendienstes von der Bahnbewachung 7 Schrankenwarter» posten mit Invaliden zu besetzen. Die Bewerber müffen ausreichendes Seh- und Hörvermögen, sowie Farbenunterscheiduna?» vermögen befitzen und das für den fraglichen Dienst bedingte Maß körperlicher Rüstigkeit haben. Bei den meisten Poften befindet sich eine geräumige Wärterwohnung mit Stall, kleinem Hausgarten pp., welche den Bewerbern als Mietwohnung gegen Zahlung des ortsüblichen Mietwertes überlaffen wird. Näheres ist bei der unterzeichneten Betriebs-Inspektion zu erfahren. Geeignete Bewerber, welche Eisenbahn- oder überhaupt Staatsinvaliden sind, wollen ihre Bewerbungsgesuche entweder persönlich oder schriftlich portofrei innerhalb 10 Tagen hier vorbringen. Gießen, den 24. August 1905. BI8/e Großherzogliche Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion 2. Wieder eingetroffen: ■53 fbotfrfeine französische »Tafel-Trauben B8 Pld.-Körbchen Mk. 3— Gebrüder Berdux Bahnhofstraße 27 Lindenplatz 12. 4359 Prima neue SptifctaMtln frei inS Hau?, sowie Feinste Fnlnllnrtostcli! empfiehlt 4057 J. Hanekel, Giessen, Schloßgasse 6. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung einer Gosse und eines NohrkanalS im hiesigen Orte erforderlichen Arbeiten u. Lieferungen, nämlich: Rohrlieferung verschiedener Dimensionen, veranschlagt zu Jft 494.— Rohrkegung ...... veranschlagt zu „ 74.— Maurerarbeiten einschl. Materiallieferung , „ , 45__ Pflasterarbeiten „ , , , „ 365.— Chaussierungsarbeiten einschl. „ * B „ 46.— sollen im Submissionswege vergeben werden. Schriftliche Angebote sind bis Dienstag, den 29. August b. Js., nachm. 7 Uhr auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei abzugeben, wo alsdann die Oeffnung der^ selben stattfindet. Der Voranschlag liegt auf dem Bureau der Gr. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Einsicht offen. Heuchelheim, den 24. August 1905. 4407 Großherzogliche Bürgermeisterei. Kreiling. Die Königliche Baugewerkschule •711 (TairnnS) eröffnet da? Winterhalbjahr am 18. Oktober. Programme versendet kostenlos D3/. Die Direktion. hv*/. ü [1 ^J.G.HOVßEN SOHN CRRL,AAO-IEN%. E’i-ospecteyuBs-Va-h'tferflnfaU eilen Ja > HOUBEN’S d iRSHEIZÖFEN rjJIIJ.lIHB I LIMB Bill ... . püsseldoi,f1902 - Gold.WedaiIled'XSv v.silbeme StaatsnTedaills Aachener K 8 Badeöfen Ä vbep 75,000 im Gebravch li®) Konsum-Verein F[’el?j"k Kar'offiln Bilanz am 30, Juni 1905 Aktiva: vM. 10537.16 16530.46 93 4397 Ladt Kür den Aussichtsrat: Karl Orbig, Vorsitzender. Fußböden bei [4253 Emii Fischbach lölal-lmti [3844 No. 28. De» Vorstand. zahlreich erscheinen. Bahnhofstraße 58. 4343 und eine Partie [4303 ist die B18/, Kreiling. Klein-Linden Sleuenrocfl. 4355 Feinstes Walliorstraße 5. 05607 tafc tata- »drtitariBWHj Mainz, 14.-18. 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September, 1905, nachmitt. 3 Uhr: General-Versammlung im „Gambrinus" (Albold), Kirchstraße 11. Tagesordnung: 1) Geschäftsbericht. 2) Kassenbericht, Re- 'visionsbericht, Genehmigung der Jahresrechnung. 3j Verteilung des durch gemeinsamen Einkauf Ersparten. 4) Erwerb von Grund- stücken. 5) Ergänzungswahl des Aufsichtsrates. 6) Etwaige Anträge. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß die Mitglieder i Mmcn AumetgraSvL pr. SPcisekartofsetu, per Ztr. Mk. 2.50, Kaiserkronen, per Ztr. 5188.50 Mx. 3.—, gelbe Salatlartoffeln 705.65 per Ztr. Mk. 4. -, enrpsiehlt 6068^ J- Geisel 4405 86.28 Telephon 23;>. Sonnenstrabe 6. 500.— 61.20 34.— 4827.98 in Glas, Porzellan nnd Steingut. Besoiiders billig eine Partie Gläser »iiii Krüge mit Teckel ?? Zahnschmerz?? Nimm Diol. hv13/? Flüssige Zahnplombe. Nur echt bei: Aug. Noll, Trog, z. rot. Krciiz, Otto Schaaf, Adler- Trog. , Gustav Waller, Trog. UMÄchfK Mitgliederzahl am 30. Ium 1905 . 365 Die Haftsumme beträgt 10980.— Mk. Gießen, im August 1905. sollten ihr Hauptaugenmerk auf eine absolut zuverlässige Bereifung ihrer Wagen richten, denn dadurch wird mancher Schaden und Unfall verhütet Erfahrene Sportleute gebrauchen daher nur gutgehende Wirtschaften zu verkaufen. Näheres Brauerei Haubach, Dillenbilrg. [4401 Passiva: Anteil der Mitglieder Reservewnd Spezial-Reservesond Guthaben d. Lieferanten Noch zu zahl. Unkosten Riiutionen-ftonto Nichterhob. Rückoergüt. „ Zinjeu Reingewinn Mitgliederzahl am 1. Juli 1904 . . 272 2 iircfit Logklhcite» G 05601 Hammstr. 10, Hth. III. 05604[ Umzgsh. galcrh.Kassenschr. bill.z.v.AiäusburgIO,I,Eing.Wetig SRögcn I3 ßarametten sind bei Magenbeschwerden ein vorzügliches Genu-ßmittel und wirken sehr erfrischend. Nur echt in Beuteln ä 10 Pig. bei 4060 Gebrüder Adami ______Mä uS bürg 14.______ Alle Sorten 4119 Frühkartoffeln ebenfalls ist die so sehr beliebte Paulsens Juli eingetroffen und wird zu den denkbar billigsten Preisen abgegeben. 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