Nr. 122 außer Sonntag-, item Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem yesflichen Landwirt die Lietzener LamMen« hiLttri viermal in der Woche betgelegL Notatwnsdruck u. Verlag der Brühl 'lchen Uirwers.-Bucd-u. Stern« bruderet. 8t Bange, Redaktion, &n*btttxm und Druckerei r Gchulfleatze 7. tlbrcfif fÜT Depeichenr Nuzeiger (öle feen. Frrnlvr^chanlchluß Nr 51 (Erstes Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 25. Mai 1905 letzenerAmeigerM " General-Anzeiger v w den poltL und (- ,84t* Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Sichen MW b <®ar * Ky zeigenteil k>anS Beck Ire öeutlge Kummer umfaßt 8 Seiten. politische Tagesschau. Ans dem Reichstage. Man schreibt uns au§ Berlin, 24. Mai: Graf Ballestrem kann mit seinen Getreuen keinen Staat ziebr machen. Der Verlauf der heutigen Sitzung bewies wiederum, daß das Interesse an den Beratungen bei einem großen Teil der Volksvertreter sehr gering ist. Man hält im stolzen Neichstagspalast eben nur (in5, weil es unabweisbare Pflicht ist, die Versammlung wenigstens auf ganz kurze Zeit beschlußfähig zu erhalten, damit vor der großen Sommerpause das aufgearbeitete Material unter Dach und Fach gebracht und an Wahlpräfungen erledigt werden kann, was für die Entscheidung seit langem reif ist. Daß die Präsenzziffer auch heute keine stolze Höhe erreichte, war schon ersichtlich aus einem Intermezzo bei der langwierigen Verhandlung über den Antrag des Abg. v. Treuenfels skons.), betr. die Abänderung des Tierschaden - Haftpflicht-Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Nur weil zufällig noch ein Abgeordneter den Saal betrat, war es der Linken möglich, die für Einbringung eines Amendements erforderliche Unterstützung zusammenzubringen. Erst zu vorgerückter Nachmittagsstunde, als die Doppelmandatare aus dem preuß. Landtag erschienen, wurde es voller im Parket. ES nahte um diese Zeit die Schlußabstimnuing über die Vorlage, betr. Erhöhilng der Revisionssumme beim Reichsgericht, die insofern eine eigenartige parlamentarische Vergangenheit hat, als die Abstinnuung in zweiter Lesung wiederholt ausgesetzt werden mußte wegen Beschlußunfähigkeit. Heute wurde bei diesem Anlaß eine Probe auf die Beschlußfähigkeit nicht gemacht. Abg. Singer (Soz.) begnügte sich mit der Forderung besonderer 9lb- stimmung über die Erhöhung der Revisionssumme. Der erste Namensaufruf fand statt bei der Entscheidung über die Wahl des Abg. Varbeck (frs. Vp.), deren Giltigkeit die Kom- nnssion beantragte. Das Plenum beschloß anders, es kassierte das Mandat des bayerischen Volksparteilers mit 109 gegen 100 Stimmen. Das Zentrum führte diese Entscheidung herbei, offenbar in Erinnerung an das in Bayern mit der Sozialdemokratie vereinbarte Wahlbündnis. Abg. v. Czar- linski (Pole) bemühte sich um die Rückverweisiing der Prüfling der Wahl seines Freundes Brejeski an die Kommission, der beliebte „Tric", einen Sinkenden zu retten. Das Zentrum war aber den Polen diesmal nicht gefällig, folglich ging Herr Brejski den Weg des Herrn Barbeck. Die Reihe der „Gewesenen" beschloß Herr Korfanty, der Häuptling der oberschlesischen Polen, dem daS Zentrum feindselig gegen- 1b ersteht. Aas Kaiserpaar in ISiesvadcn. Wiesbaden, 24. Mai. Der Kaiser besuchte gestern abend die Vorstellung im Königs. Theater und nahm, wie an den Vorabenden, in der Mittelloge des 1. Ranges Platz. Zur Aufführung gelangte „Maurer und Schlosser" von Äuber. Der Kaiser unterhielt sich sichtlich sehr gut und gab wiederholt das Zeichen zum Beifall. Im ersten Zwischenakt empfing der Kaiser Kanzleirat Flindt. Se. Majestät äußerte, er habe gehört, daß Flindt, der einzig hiesige Ueberlebende aus der 1846er Revolutions-Periode sei und daß es ihn interessiere, etwas Näheres, namentlich über den September- Aufstand, die Ermordung des Fürsten Lichnowski und des Generals v. Auerswald zu hören. Rat Flindt hat vor einiger Zeit aus Anlaß unrichtiger Angaben des Parlamentsmitglieds Professor Sepp in München, die im Feuilleton der „Franks. Ztg." veröffentlicht worden und dem „Grenzboten" entnommen waren, in diesem Blatte eine auf eigener Wahr- nehmung beruhende Berichtigung erscheinen lassen. Diese Wahrnehmungen referierte Herr Flindt gestern in Kürze. Auf Wunsch Sr. Majestät wird Herr Flindt heute ein Exemplar seiner in dem „Grenzboten" erschienenen Beschreibung der erwähnten Ereignisse aus dieser denkwürdigen Zeit überreichen. Rat Flindt war im „tollen Jahr" 29 Jahre alt und Präsidialsekretär der Nationalversammlung. Wie verlautet, wird das Kaiserpaar noch einige Tage in unserer Stadt verweilen. Uebcr das Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin wurde zieute früh 11 Uhr folgendes Bulletin ausgegeben: „Schloß Wiesbaden, 24. Mai. Das Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin ist ein andauernd gutes. Ihre Majestät waren gestern außer Bett. Appetit und Schlaf waren gut, Puls und Temperatur normal. Beim Verbandwechsel erwies sich die Wunde als völlig reizlos, gez. Zunker. Riedner." , , , , Gestern nachmittag unternahm die Kaiserin ihre erste Ausfahrt nach dem am Sonntag nachmittag erlittenen Unfall. Die Fahrt gin« nach dem Schloßpark in Biebrich, Auricher zu diesem Zwecke für den gewöhnlichen Verkehr während der Anwesenheit des Kaiserpaares gesperrt war. Kurz vor 4 Uhr verliehen die Mascstäten das Schloß, der Kaiser mit seinen Adjutanten im Automobil, dem zwei weitere Automobile mit Herren des Gefolges sowie sonstiger Begleitung folgten. Ihre Majestät fuhr in einem geschlossenen Wagen, vesscn Fenster verhängt waren, hinter den ?luto- mobilcn her. Gegen 6 */. Uhr traf die Kaiserin wieder in Wiesbaden ein; der Kaiser mit dein Gefolge besichtigte noch die vor kurzen: neu eingeweihte Oranier-Gedächtniskirche und kehrte gegen 5 1/2 Uhr hierher zurück. Später begab sich der Monarch in das Königl. Theater, um der Vorstellung, „Der Familientag" von Kadelburg, beizuwobnen. Studenten als städtische Arbeiter in Stockholm. Stockholm, 24. Mai. Die heutigen Morgenblätter teilen mit, daß eine Anzahl von Studenten der Kommunalverwaltung ihre Unter- stützung während des Ausstandes der städtischen Reinigu ngS arbeit er anboten. In der letzten Nacht führten Studenten die Straßenreinigungsarbeiten aus. Der ehemalige Minister des Aeußeren, Baron v. La ger- he irn, bot seine Vermittelung in dem Baligewerbekousiikt an. In einer von ihm einberufenen Versannnlung der Arbeitgeber lind der Arbeiter einigte man sich dahin, daß neue Verhandlungen ausgenommen werden sollten. Seit heute morgen meldet sich eine Menge Freiwilliger zu den Straßenreinigungs- arbeiten, darunter jüngere und ältere Studenten, Schiffs- kapitäne. auch weibliche Studenten und weibliche Bureau- angestetlte. Einern Studenten, der einen Wasierwagen führte, folgte eine vierhundert Köpfe zählende Volksmenge, die später von der Polizei zerstreut wurde._______________________________ deutsches NeLch. Berlin, 24. Mai. Die Vudgettommission des Reichstages nahm den letzten Teil des § 1t des Pensionsgesetzes an, welcher besagt: Verursacht eine der vorstehend angegebenen Gesundheitsschädigungen ein dauerndes Krankenlager oder Geisteskrankheit, so kann mit Genehmigung der obersten Militärverwaltungsbehörde des Kontingents die Verstünunelungszulage bis zu Mk. 1800.— erhöht werden. — Ferner nahm sie den § 12 — die Kriegs- zulage — und den § 13 — die Alterszulage betreffend — an. In der weiteren Beratung des Pensionsgesetzes wurden die Paragraphen 14—17 angenommen betreffend die Berechnung der Dienstzeit, ferner den § 18 mit zwei kleinen Abänderungen. München, 24. Mai/ Heute nachmittag fand die Taufc des jüngsten SohueS des Prinzen Rupprecht statt. Der Prinz erhielt die Namen Albrecbt Luitpold Ferdinand Michael. Als Taufpate fungierte Prinz Albert von Belgien. In der Kirche vollzog die Handlung Erzbischof Dr. v. Stein. ÄnsSand. Paris, 24. Mai. Die beiden Aerzte, die von der Gerichtsbehörde mit der Untersuchung deS Geisteszustandes der Prinzessin Luise von Koburg betraut waren, erstatteten ihren Bericht, dessen Schlußfolgerungen für die Prinzessin durchweg günstig lauten. Paris, 24. Mai. Der d e u t s cfy e Kaiser hat den besonderen Wunsch geäußert, daß diejenigen Offiziere, die als Vertreter des Präsidenten der Republik zur Hochzeit des Kronprinzen nach Berlin kommen, ermächtigt werden, noch einige Zeit in Deutschland zu bleiben, um militärischen Uebungen beizuwohnen. Selbstverständlich wird dieser Einladung entsprochen werden. Wien, 24. Mai. Der Kaiser empfing heute vormittag 11 Uhr den Grafen Andrassy in Audienz, welche 3/t Stunden währte. Graf Andrassy entwickelte gemäß den letzten Veschlüffen des leitenden Ausschusses daS Programm der Koalition, auf Grund deffen die Kabinettsbildung aus den Reihen der Majorität erfolgen könnte. Die Audienz ergab, daß keine Besserung des gegenseitigen Standpunktes in der Armeefrage eingetreten ist. Die Lage ist unverändert dieselbe, die sie seit Monaten gewesen ist. Graf Andraffy verläßt heute nachmittag 3 Uhr Wien. Er berichtet dem leitenden Ausschuß über den Verlauf der Audienz. Das Kabinett Tisza muß, da über seine Ersetzung bisher kein endgiltiger Beschluß gefaßt worden ist, die interimistische Geschäftsführung noch kurze Zeit fortsetzen. — Der nationalistische Deputierte Conay beabsichtigt eine Interpellation über die Tätigkeit der gerichtlichen Liquidatoren einzubringen, welche sich angeblich bei dem Verkauf von Kongregationsgütern in unerhörter Weise bereichert haben. — Die Deputiertenkammer begann heute vormittag die Beratung des Vorschlages, einen Zoll von 7.50 Fres. auf ausländische Rohseide zu erheben und die Zollfreih eit, welche ost asiatische Seide bisher genießt, aufzuheben. Mehrere Redner verteidigten den Vorschlag als notwendig für die Erhaltung der Seidenindustrie von Lyon. Andere Redner führen aus, daß dieser Vorschlag dem Pariser Handel schaden und den Bruch der Handelsbeziehungen mit der Schweiz und mit Japan herbei- führen würde. Die Weiterberatung deS Vorschlags wurde auf Freitag vertagt. Budapest, 24. Mai. Im Abgeordnetenhaus bringt Kossuth einen Antrag ein betr. die Ausarbeitung eines selbständigen autonomen ungarischen Zolltarifs. Zu diesem Zwecke soll der im Jahre 1903 von dem dcmaligen Handelsminiiter Lang einqereichte autonome Zolltarif für das österreichisch-ungarische Zollgebiet cts Grundlage des selbständigen autonomen ungarischen Zolltarifs genommen werden. Das Hans soll diesen Tarifentwurf sowie seine Motivierung auf Grmnd des gesetzgeberischen Initiativrechtes der Abgeordneten als eiuge- reichteu Gesetzentwurf des Antragstellers betrachten und an; den volkswirtschaftlichen und Finanz'ausschuß mit der' Weisung leiten, daß diese die notwendigen Modifikationen an dem Zolltarife vornehmen mögen, sodaß dieser als selbständiger ungarischer autonomer ZoHtaris den Interessen des Landes entsprechend hergestellt werde. Das 5eaus wird den Antrag in der morgigen Sitzung besprechen. Petersburg, 24. Mai. Zu den Hochzeitsfeierlichkeiten in Berlin begibt sich außer dem Großfürsten Wladimir, der Großfürstin Maria Pawlowna und dem Großfürsten Nikolaus Michailowitsch eine Deputation, bestehend aus dem General der Kavallerie Strukow, dem Fürsten Bjeloselski-Vjeloselski und dem Fürsten Orlow, Oberst im Leibgarde-Preobraschenski-Negiment, ferner eine Deputation des k^einrussischen Dragoner-Regiments, dessen Chef der Kronprinz ist. — Tas M'inisterkomitee sprach sich in seiner gestrigen Sitzung für die Zulassung des Deutschen als Unterrichtssprache in den baltischen Privatmittel» schulen aus. Die Zöglinge dieser Schulen werden, bevor sie die den Msolventen der Mittelschulen zustchenden Rechte erhalten, eine Prüfung in der russischen Sprache zu bestehen haben. Washington, 24. Mai. In Managua wurde am 19. Mai ein Vertrag zwischen England und Nicaragua unterzeichnet, der die Souveränität. Nicaraguas über die M o s q u i t o k ü st e anerkennt imb die Benutzung von San-Fnan-Nic^raai'a als freien Hafen aufhebt. Der S\nt(K. Admiral Birilew, der nach den neuesten Nachrichten znm Kommandeur bet russischen Flotte in Ofiasien anSersehen ist und sich in den nächsten Tagen nach Wladiwostok begeben wird, wurde 1844 geboren. Seine Ausbildung erhielt er im Marinekadettenkorps, daS er 1864 mit dem Range eines Midskipmans absolvierte. Im Jahre 1880 kommandierte Birilew als Kapitänleutnani die Panzerfregatte „Admiral Lasarew". Zum Kapitän zweiten Ranges befördert, erhielt er 1886 das Kommando über einen Minenkreuzer. In der Folge kommandierte Birilew daS Panzerschiff „Sissoi Weliki" und das Panzerschiff „Gangut". Im Jahre 1894 erfolgte die Ernennung zum Kommandeur deS Lehr-^lrtillerie-Geschwaders und des Geschwaders des Mittelländischen Meeres. Vizeadmiral wurde Birilew im Jahre 1901. Javanische Anstrengungen. „Daily Telegraph" meldet tin§ Tokio: Der Bau be\ Eisenbahnstrecke Kirin-Chanchun ist vollendet und eine breite Straße nach Süden angelegt zur Beförderung von Vorräten. Die Eisenbahnverbindung von Dalny nach Mukden ist wiederhergestellt. Die japanische Armee ist verstärkt worden and ist jetzt wieder ebenso stark, wie vor der Schlacht bei Mukden. Eß liegen Anzeichen vor, daß die Russen an der Grenze der Mongolei, ebenso in der Richtung auf Sinminting Tätigkeit entfalten. — Eine sehr erhebliche Kurssteigerung trat gestern im Aktienmärkte ein. Einige Werte erreichten den höchsten Stand seit dem Beginn des Krieges. Tie Eisenbahnverbindung mit Wladiwostok. Wie die Petersb. Telegr.-Ag. mitteilt, ist die Meldung des „Daily Telegraph", daß die Eisenbahn-Verbindung mit Wladiwostok unterbrochen sei, vollkommen unbegründet. Scharmützel in der Mandschurei. Line witsch telegraphiert vom 23. Mai: AIS eine Abteilung am 21. Mai gegen die Station Tschantifu vorrückte, wurde sie von feindlichem Gewehrfeuer aus den Schützengräben auf den Höhen nördlich der Station empfangen. Slls die Abteilung junt Angriff vorging, räumten die Japaner die Schützengräben. Aus Tokio wird amtlich gemeldet: Am Nachmittag des 21. Mai griffen ein Bataillon russische Infanterie und sechs Schwadronen russische Kavallerie die nördliche Anhöhe bei C h i n y a n g p a o , 10 Meilen nördlich von Weiyuanpaomen, an, wurde aber zurückgeschlagen. Am Morgen des 22. Mai gingen ein Bataillon Infanterie und drei Abteilungen Kavallerie auf der Straße von Kirin- Taolu gegen Ehienchent zu vor. Eine Kompagnie Infanterie erreichte eine Anhöhe westlich von diesem Dorfe. Wir trieben beide Abteilungen zurück. Die feindliche Kavallerie auf dem rechten Ufer des Liaho begann sich am Morgen des 22. Mai zurückzuziehen. Nachmittags 5 Uhr stand der Feind südlich von Talun, 17 Meilen westlich von Fakumen. Im übrigen ist die Lage mit Ausnahme kleiner Zusammenstöße unverändert. Zur Neutralität der Franzosen. Saigon, 24. Mai. (Agence Havas.) Es sind strenge Bestimmungen erlassen worden, welche die Ablieferung von Kohle innerhalb der Kolonialgewässer verbieten. (Vermutlich haben die Russen genug Kohlen eingenommen. D. Red.l Nene Kriegsanleihen? Aus Berlin schreibt man uns: An der Berliner Börse erhalten sich aller Deßreitnng zum Trotz die Gerüchte von neuen Anleihen d'r Kridhrenden. Mit einer japanischen Anleihe wurde die Deutsche Bank in Verbindung gebracht, und man wußte sogar im Kreise angeblich Eingeweihter mitzuteilen, daß die Aufgabe von Bestellungen an die deutsche Industrie zur Bedingung gemacht worden sei. Wir erfahren, daß Anleiheverhandlnngen dieser Art el^nsowenig im Werke sind wie mit der russischen Regierung. Wir geben aber dies Dement: mit dem Vorbehalt „für jetzt". Denn eine grundsätzliche Abneigung, an einer japanischen Anleihe sich zu beteiligen, besteht in der Berliner Großsinanz keineswegs- auch hat Japan längst sein Augenmerk aus den deutschen Marckt gerichtet Es kann also geschehen, daß in etlichen Mochten» das Ereignis dock eintritt. fcte ncuc russische Unleihe Betrifft so vernimmt Mc „Voss. Ztg^.", Baß vornehmlich französische nnd wohl auch belgische Finanzleute in diesem Anleiliegeschäft tätig sind, das übrigens ^itEanßeroewödnlblü^^ wird. Wuß'and in Sturm und Drang. Baku, 24. Mai. Heute nachmittag 3 Uhr wurde Gouverneur Fürst Nakaschidze durch eine Bombe getötet, ebenso ein Kosakenoffizier, der zufällig vorbeiging; der K.utscher wurde verwundet. Warschau, 24. Mai. Heute abend fand in einigen Straßen in der Nähe der Marschalkowskastraße eine blutige Schlägerei zwischen jüdischen Arbeitern und arbeitsscheuem Gesindel statt, wobei durch Schüsse und Messerstiche einige Personen getötet und mehrere verwundet wurden. Warschau, 24. Mai. Heute nacht schleuderte ein Unbekannter eine Bombe gegen den auf einer Veranda sitzenden Polizeiches von Sidlce und verwundete ihn schwer; drei andere Personen wurden leichter verwundet. Der Bombenwerfer entkam. Aom Hcwerkschaftskongkkß in Köln. Köln, 24. Mai. (Privattelegramm.) Der Kongreß der freien Gewerkschaften Deutschlands beschäftigte sich heute vormittag mit der Genossenschaftsfrage. Abg. v. Elm- K'öln führte aus: Die Arbeiter, die lange Zeit Gegner der Genossenschaften waren, haben schon seit einigen Jahrzehnten die Notwendigkeit eingesehen, sich auch genossenschaftlich zu organisieren. Sie bilden in den Konsumvereinen die große Mehrheit. Die Konsumvereine in Deutschland zählen eine Million Mitglieder; sie haben einen Umsatz von 250 Millionen Mark unb verteilen jährlich 20 Millionen Mark Dividende. Sie seien aus dem besten Wege, eine wirtschaftliche Macht zu bilden. Arg zu tadeln fei jedoch, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Angestellten und Arbeiter in den Konsumvereinen oftmals viel zu wünschen übrig ließen. Die Arbeiter hätten eine politische und eine wirtschaftliche Waffe; angesichts der sich immer mehr zusvitzenden wirtschaftlichen Gegensätze sei es dringend notwendig, daß den zwei Waffen noch eine dritte, die gewerkschaftliche, hinzugefügt werde. Die wirtschaftlichen Kämpfe würden es erforderlich machen, daß die Arbeiter auch Produktiv- und Einkaufgenossen- schäften, ähnlich wie in Großbritannien, errichteten; dazu würden die Arbeiter schon durch die aus Anlaß des Zoll- tarises ins Ungemessene sich steigernden Lebensmittelpreise gezwungen werden. Gegenüber der Macht der Arbeitgeberverbände, der Kartelle und der Syndikate sei es erforderlich, daß die Arbeiter ihre Waffen vermehrten, um der Uebermacht des Kapitals mit Erfolg zu begegnen. In der Besprechung wurden die Konsumvereine mehrfach als dividendenquetschend bezeichnet; die Konsumvereinsleiter, die soweit nicht einmal warenkundig seien, richteten ihr Augenmerk auf die Erzielung möglichst hoher Dividenden, sie ignorierten die gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise, nähmen mit Vorliebe Unorganisierte, drückten die Löhne und Gehälter und kauften in Fabriken, die entweder nur in Zuchthäusern oder in Gefängnissen arbeiten ließen, und verkümmerten das Koalitionsrecht. Der Vertreter der großen Eint aufs genossen schäft der Kon- /umvereine, Lorenz- Hamburg, erkennt das Vorhandensein von Mißständen an. Die Konsumvereine müßten aber das Wohl ihrer Mitglieder im Auge haben; es sei zu hoffen, daß diese Erörterung bessere Zustände herbeiführcn werde. Darauf wurden die Verhandlungen unterbrochen. In der Nachmittagssitzung wandte sich Abg. v. Elm gegen die den Konsumvereinen gemachten Vorwürfe. Es sei unmöglich, lediglich dem gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise Angestellte und Arbeiter zu entnehmen, da alsdann die Konsumvereine nicht immer das geeignete Personal erhalten dürften. Es sei auch nicht angängig, gewerkschaftliche Tarife und Forderungen allgemeinen Charakters ohne weiteres anzuerkennen. Es entstehe doch auch die Frage, ob die Konsurn- vereine in der Lage seien, diese Forderungen zu erfüllen. In Hamburg habe eine Gewerkschaft an einen Konsumverein eine Forderung gestellt, die diesem 10 000 Mk. kostete. Man ersehe daraus, daß auch Gewerkschaften unvernünftige Forderungen stellen könnten. (Langanhaltender Lärm. Rufe: Schluß! Das lassen wir uns ja nicht einmal von unseren Gegnern gefallen!) Ich halte das vollständig aufrecht. Es steht fest, daß in den Konsumvereinen die besten Löhne und Arbeitsbedingungen herrschen. Wer wolle, daß sich die Konsumvereine zu einer Macht ausbilden, dürfe ihnen keine Schwierigkeiten bereiten. Der Vorsitzende, Abg. Lewin, forderte v. Elm auf, den Ausdruck zurückzunehmen, v. Elm bemerkte jedoch, daß er nichts zurückzunehmen habe. Es sei selbstverständlich, daß er nicht habe sagen wollen, die Gewerkschaften stellten unberechtigte Forderungen, er habe nur von einer bestimmten Gewerkschaft gesprochen. Der Antrag, nur die Gewerkschastsarbeitsnachweise zu berücksichtigen, wurde abgelehnt, dagegen der Antrag, „Gewerkschaftstarife und Forderungen allgemeinen Charakters sind anzustreben" angenommen. Darauf gelangt ein sehr langer Antrag v. Elms, in dem sich der Kongreß im Interesse des Proletariats für die Fortentwicklung des Genossenschaftswesens ausspricht, einstimmig zur Annahme. Es wurden darauf Beschlüsse gefaßt, die sich auf die Organisation der Genossenschaftskartelle beziehen. Um b rei- Berlin spricht sich hierauf für Arbeitskammern aus. Darauf wurde nach 7 Uhr die Verhandlung auf morgen vertagt. Vermischtes» * Berlin, 24. Mai. Nach dem „V. T." schwebt gegen 0ie 71jährige Mutter eines angesehenen Generaldirektors aus Berlin, die ein Vermögen von einer Million erbte, und deren als Dr. jur. in Berlin lebenden jüngsten Sohn ein Strafverfahren wegen Betruges. Dieser Sohn verlor durch verschiedene gewagte Spekulationen große Summen und wußte wiederholt f°ine Mutter zu bewegen, für beträchtliche Beträge Bürgschaft ru leisten. Beide werden beschuldigt, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Geldmänner zur Hergabe von Beträgen von 30—100 000 Mk. bewegt zu haben. 0/cgcn die betaate Dame ist außerdem ein Verfahren eingeleitet worden mit per Beschuldigung, einen großen Teil ihres Vermögens beiseite geschafft zu haben, um sich ihren eingegangenen Verpflichtungen zu entziehen. Die Frau wurde am 22. d. M. purcy Kriminalbeamte verhaftet, nach erfolgter Fcst- Vellung aber einstweilen wieder freigelassen. • ’®ie Toilettensrage der B erliner Ehren - ungfrauen, die das Kronprinzenpaar bei seinem Einzug begrüßen, ist jetzt entschieden. Man hatte zunächst weiße Reformkleider mit bauschigen Puffärmeln als Empfangstracht ausersehen; davon ist man jetzt aber aus ästhetischen Gründen abgekommen. Wie nun ^ndgiltig beschlossen ist, werden die Ehrenjungsrauen in Gretchenkostümen mit Rosenkränzen im Haar das kronprinzliche Paar begrüßen. * Lahore, 24. Mai. Bei einem Gewitter in Mandi wurden bei dem letzten Erdbeben von den Geflüchteten gebaute Hütten vom Blitze getroffen und 23Personen getötet. Unter den Truppen in Rawalpindi ist die Pest ausgebrochen. Bisher wurden drei Fälle sestgestellt. * E i n Kultusminister gegen den Kultus. Aus Paris, 23. Mai, wird geschrieben: Der Akademiker Marquis Costa de Beauregard erzählt int „Gaulois", was kürzlich dem Kultusminister Bienvenu-Martin in seinem kleinen savoyischen Heimatsdorfe widerfuhr. Er hatte während der Osterferien die Stätten seiner Kindheit wieder ausgesucht und war dort als der „Pariser", der es zu etwas gebracht hat, Don seinen Mitbürgern mit Freudenfchüssen und dann in einem mit Mpenrosen geschmückten Saale der Mairie gefeiert worden. Hier hielt er den versammelten Honoratioren einen Vortrag über die Notwendigkeit und Schönheit der Trennung der Kirchen vom Staate, die das Glück der Savoyarden vervollständigen werde. Sie hörten ilnn topfnickend zu und ließen es an Beifall nicht fehlen. Da tönte plötzlich in die Rede des Ministers hinein der helle Schall einer Kirchenglocke, d'e zur Vesper rief. Einer der Zuhörer um den anderen stand auf und verzog fick), bis zuletzt nur noch der Matte im Schmucke seiner dreifarbigen Schärpe im Saale blieb. Nachdem er mehrmals die Farbe gewechselt, stand er ebenfalls auf und sagte: „Bitte sehr um Verzeihung, Herr Bienvenu, ja sehr um Verzeihung, aber ich muß wirklich gehen, denn ich bin Vorsänger in der Kirche!" * Der Kampf gegen dasDuell inSpanien wurde angeregt durch Baron d'Albi, der im Februar v. I. einen Aufruf verbreitete, für den er gegen 200 Unterschriften angesehener Persönlichkeiten aller Parteirichtungen gesammelt hatte. Eine im März abgehaltene große Versammlung in Barcelona gestaltete sich zu einer glänzenden Kundgebung Zustimmungen waren von dem Ministerpräsidenten v. Villaverde und anderen Ministern eingetroffen, desgleichen von mehreren Generälen. Nunmehr zählt die Liga in Barcelona an 700 Mitglieder: auch der Rektor der Universität mit 40 Professoren sowie zahlreiche hohe Offiziere haben sich an geschlossen. Im April wurde in Tortosa l Katalonien) ein Zweigkomitee gegründet, und jetzt folgen die meisten Städte Kataloniens diesem Beispiele nach. Auch in Kastilien, Aragonien und Astnrien sowie in Madrid ist die Bewegung in vollem Fluß. Eine besonders bemerkenswerte Erscheinung' ist die Beteiligung zahlreicher im aktiven Dienst' stehenden Offiziere. Der Marquis d'Heredia ist durch die Annahme des Ehrenvorsitzes der spanischen Liga an die Spitze der Bewegung getreten. * Eine nationale Blinden konferenz tagte zu Beginn dieser Woche in Tokio. Aus dem ganzen Reick>e waren Blinde gekommen, um an den Beratungen teilzunehmen. Es wurde beschlossen, eine Eingabe an das Parlament zu machen, daß das Recht des Massierens und der Nadelkuren den Blinden allein Vorbehalten bleibe. Eine Interpellation in gleichem Sinne war bereits während der vorigen Parlamentssession eingebracht, doch nicht zur Besprechung gelangt. Massieren, Nadelstecken und Moxa setzen sind bekanntlich die drei Kardinal- Heilmittel der Japaner. Die Moxakur, d. i. das Verbrennen eines aus getrockneten Kräutern hergestellten Pulvers, auf der bloßen Haut, wird auch als Strafmittel bei unartigen Kindern angewendet. Es gibt wohl keinen Japaner, sei er männlichen oder weiblichen Geschleckes, der nicht irgendwo am Körper das runde Brandmal einer Moxa hätte. • Maikäfersuppe. Ein Leser schreibt der „Tägl. Ndsch.": Von Maikäfersuppe haben viele schon etwas gehört, aber nur wenige haben sie gegessen. Man sagt zwar, daß sie in Süddeutschland auf Speisekarten zu finden sei, mir ist es aber nicht gelungen, diese viel gerühmte Suppe mal zu kosten. Da machte ich kurzen Prozeß. Fing ein Dutzend Maikäfer und mit der Scheere schnipp, schnipp, schnapp, schnitt ich Bein und Flügel ab, nachdem die Käfer vorher in kochendem Wasser getötet worden waren. Dann wurden diese einige Minuten in Butter gedünstet, etwas Mehl angerührt, ein Liter kochendes Wasser angegossen und nach Zugabe des nötigen Salzes eine Stunde gekocht. Durch ein feines Sieb geseiht, ist die Suppe fertig. 12 Käfer genügen für fünf, und 20 für 10—12 Personen. Diese vorzügliche Suppe erinnert im Geschmack an seine Krebs-, sowie Kerbel- und Neizkernsuppe. Wer eine gute Hausfrau hat, dem bereite diese zur Probe diese Suppe, koste auch das erstemal, dann lasse man die Kinder und selbst die Dienstboten folgen; beim drittenmal schwärmt alles davon. Selbst Gästen kann man die Suppe vorsetzen; verrät man ihnen die Herkunft nicht, dann äußern sie sicher ihren ungeteilten Beifall. Schon Reuter sagt: „Wat de Bur nich kennt, da fret hei nich" —aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier, erstmal die anfängliche Scheu überwunden, freut er sich dann über seinen Mut. Also erst probieren und dann urteilen! Der Maikäfer ist ein so reinliches Tier, der nur das zarteste Laub frißt. Ihre Aufbewahrung ist einfach: man dörrt die Käfer nach dem Ab- töten in der Bratröhre und hebt sie in verschlossenen Glaskrausen auf oder legt sie in Butter int Weckschen Apparat ein. Als Bolksnahrungsmittel eingesührt, würde der Maikäfer aufhören gefürchtet zu sein! • Der Kaffee hat seltsame Wandlungen durchzumachen. Wie wir dieses Getränk in den Caf^S genießen, entspricht es den Anforderungen Tatleyrands, der behauptet hat: Kaffee müsse heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel sein. Das erste Cafö in Berlin wurde 1714 von einem Neger Namens Olivier im Königlichen Waschhause am Lustgarten mit Erlaubnis und Begünstigung des Königs Friedrich Wilhelm J. angelegt, der seinen Offizieren damit Gelegenheit verschaffen wollte, sich in der Nähe des Paradeplatzes (des Lustgartens) von den An'lengungen des Dienstes erholen zu können. Sogar das zum Brennen des Kaffees nötige Holz, zwölf Haufen jährlich, überließ er den: Neger unentgeltlich. Daß Kaffeehaus, Casä Royal genannt, blieb an jenem Orte bis 1747, in welchem Jahre es wegen des beginnenden Dombaus nach der Akademie „Unter den Lmdertt verlegt wurde. Hier bestand es, bis im Jahre 1765 der Akademiedirektor Lesueur seine Beseitigung durchsetzte. "Ist öfteres Baden unanständig? Mit dieser Frage wird sich, wie die „Voss. Zig." schreibt, demnächst das Gericht zu beschäftigen haben. Eine Hauswirtin in Halensee hat einer ihrer Mieterinnen, in deren Wohnung ihrer Ansicht nach zu viel Wasser verbraucht wird, darüber Vorwürfe gemacht und hinzugefügt: „Anständige Damen baden nicht alle Tage." Die Mieterin hat wegen dieses Zusatzes die Beleidigungsklage angestrengt. • Kleine Tageschronik. In dem Dorfe Neuhof (Pommern) vernichtete ein Feuer 33 Wohnhäuser. Es herrscht großes Elend. Die Entstehung des Brandes ist unbekannt. Aus Stadt und Land. Gießen, 25. Mai 1905 * * Der kalte Mai. Iw vorigen Jahr hatten wir um diese Zeit Pfingsten. Jetzt können wir noch ein gutes Stück warten, und das Maienlaub, das schimmernd grüne, könnte sich bis zum lieblichen Fest schon erheblich dunkler gefärbt haben, wenn nicht Maikühle und Mailüfterl dafür sorgten, daß das grüne Blätterkteid länger als sonst in seiner ganzen Frische andauert. So wird auch von dem Flieder, aus dem die Pfingststräuße gewunden werden, uns gewiß noch manche Spende zu den Feiertagen beschert werden, und der Spargel, der auch zum Feste auf allen Speisekarten prangt, wird noch in Fülle vorhanden sein. Voriges Jahr, in dem wochenlangen Sonnenschein, räumte der Himmel meist ziemlich hastig mit dem Blütenflor auf, und später die große/Dürre auch mit dem Wasser. Ist die Kühle jetzt also günstig für die frische Vegetation, so hat sie doch die Maienfahrten erheblich beschränkt. Früh hinaus ins Grün zur frohen Wanderung oder Fahrt, das ist in der schönsten Jahreszeit immer die Losung gewesen, sie ist auch 1905 nicht verhallt. Aber wenn in der Frühe ein Lüstchen weht, das die Finger frieren läßt, dann werden doch unwillkürlich stille Gedanken an das warme Bett wach, und es wird länger überlegt, bevor von neuem eine Maienfahrt angetreten wird. Und dabei sind es nicht mehr vier Wochen bis zum längsten Tag im Jahr und bis zu Johanni, von wo es wieder langsam abwärts geht. ** Zum Schneider streik teilt man uns mit, daß die kürzlich an dieser Stelle veröffentlichte Tabelle über die Arbeitslöhne der Schneider, die uns von der Streik-, leitung zugegangen war, unrichtig sei. Wie wir uns in der Tat überzeugten, entsprechen die Angaben in der Tabelle über die seither bezahlten Löhne keineswegs dem alten Tarif, der bis zum Eintritt des Streiks Giltigkeit hatte. Wenn in einzelnen Geschäften seither schon über den Tarif bezahlt worden war, so war dies mehr durch Konkurrenzunternehmungen herbeigcführt worden als durch die Forderungen der Arbeiter "selbst. Der Tarif hatte aber im allgemeinen durchaus Giltigkeit. Zudem sind die Zahlen willkürlich angesetzt worden und ohne Berücksichtigung der Lohnsätze für Extraarbeiten an Großstücken, deren Hinzurechnung die Löhne der einzeln bezeichneten Stücke, wie Rock, Hose usw., oft erheblich steigern. Die Gehilfen haben, so teilt man uns mit, die Zahlen ausgesucht, die ihnen am besten passen und kein objektives Bild über die seither bezahlten, geforderten und zugebilligten 'Arbeitslöhne mitgeteilt. Daß die ganze Streiksache eine Macht frage ist, bleibt wahr, und die Arbeitgeber waren der Ansicht, daß es angebracht sei, darzutun, daß man seitens' der Gehilfen nicht willkürlich diktieren könne. •* Diebstahl. Mittels Erbrechens einer Lagerbudk wurde in der Nacht vom 23. auf 24. lf. Mts. ein zwei- räderiger Stoßkarren gestohlen. Der Karren ist grün gestrichen und trägt die Aufschrift „Gebr. Decceectt. **EineDri:cksachen-undDruckerei-Maschinew Ausstellung findet vom 9.—16. Juli in der Turnhalle in Bad-Nauheim statt. Sie soll den Besuchern die Fortschritte der heutigen Technik vorführen. Aus Oberhessen und vielen Teilen Deutschlands haben bereits bedeutende Firmen ihre Beteiligung zugesagt. Bad-Nauheim, 24. Mai. Herr Schreiner, ehemaliger Ministerpräsident der Kapkolonie, ist hier zur Kur eingetroffen und hat im „Hotel Auguste Victoria^ Wohnung genommen. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Schwalheim sprang der Gastwirt M. in selbstmörderischer Abs'cht in die Wetter. Der zufällig hinzugekommene Maurermeister Pb Hottes von Friedberg und dessen Knecht retteten ihn unter größter Anstrengung vom sicheren Tode. M. war von der Staatsanwaltschaft wegen Sittlichkeitsdelikts vorgeladen worden, was den Anlaß zu her Tat gab. — In H ö ch st a. M. erhängte sich der Landwirt Madrich in seiner Wohnung. — Die ans Anlak des 100 jährigen Todestages Schillers von her Bürgerschaft in Herborn gepflanzte Schillerlinde ist von Bubenhand umgehauen worden. Als' Täter wurden der Bäcker Fritz Bender und der Anstreicher Adolf KNimmel ermittelt und überführt. Beide wurden verhaftet. — In Klein- Gladenbach büßte der Gastwirt Jakob Seibel durch einen Unfall, der ihm bei seinem Fuhrwerk passierte, sem Leben ein. Der Mann war zwischen die Räder und eine Wand geraten und fest an die Wand gepreßt worden. — In Braunfels ertränkte sich der Bureaugeb'fle Hermann Buchholz im Großen Weiher. — Kunst und Wissenschaft. Dresden, 24. Mai. Prof. Stuck-München wurde zum Mitglied der Akademie der bildenden Künste ernannt. München, 24. Mai. Die Hofschauspielerin Amalie Scho euch en, Mitglied des' Wiener Hofburgtheaters,, ist in der vergangerwn Nacht gestorben. Amalie Schönchen, die ein Alter von fast 69 Jahren erreicht hat, gehörte in den Jahreii 1859 bis 1864 als beliebtes Mitglied dem Wiesbadeirer Hoitheater an — Gerhart H auptmann wird E h r e n d o kt o r der Universität Oxford. Diese altehrwürdige Universität will ihm den doctor litterarum honoris causa verleihen. Da rüach den Statuten der Oxforder Hochschule eine solche Verleihung nur Persönlich vollzogen werden kann, so tritt Gerhart Hauptmann in diesen Tagen die Reise nach England an. — Als erste Dame in Preußen hat Frl. Theklü F r e h t a g, die Tochter deS jüngst verstorbenen Senatspräsidenten Freytag, hier die staatliche O b e r l e h r e r p r ü f u n g ntifc Erfolg abgelegt, wodurch sie die Befähigung Mm Unterricht am Gymnasium und Realgymnasium erworben hat. Als Hauptfächer hatte Frl. Freytag Mathematik und Botanik gewählt. Das Interesse an der Botanik hat sie erblich überkommen. Sie ist von ihrer Mutter Seite her eine Enkelin Matthias Jakob Schleidens, des Begründers der pflanzlichen Zellenlehre. — „Die Sturmglocke", ein fünfaktiges' Schauspiel bH Heidelberger Professors Vogler, wurde von den Direktoren Halm und Graul für das Berliner Theater zur Aufführung angenommen. Das Werk geht am 27. d. M. zum ersten Male in Szene. Umverstläts-NaÄrilüten. New-Po rk, 24. Mai. Prinz Heinrich von Preußen nahm die ihm brieflich von der Vereinigung alter deutscher Studenten angebotene E h r e ri m i t g l i e d s ch a f t cm. Landwirtschaft. )( Nidda, 24. Mai. In der vergangenen Nacht war die Temperatur derart niedrig, daß Frühkartoffeln und and Bohnen in den Gärten erfroren sind; auch das junge Laub der besonders am Waldrande stehenden Eichen hat Not gelitten. Den Obstbäumen, die nunmehr ansgeblüht haben, dürfte der Nachtfrost keinen Schaden gebracht haben. 0 Friedberg, 24. Mai. In der vergangenen Nacht traten in der Umgebung Nachtfröste ein, welche in den Gärten und Feldern großen Schaden anrichteten. So sind in der hiesigen Gemarkung sämtliche Frühgemüse, Bohnen, Gurken usw. erfroren. Auch die frühgesteckten Kartoffeln haben großen Schaden erlitten. Trotzdem das Obst schon abgeblüht hat, ist auch daran ein aroßer Schaden zu erwarten. Insbesondere glaubt man, das; die Frühckirschenernte total vernichtet ist, was für unsere .Gegend von großem Nachteil ist. Arbeiterbewegung. Butzbach, 24. Mai. Mit dem nächsten Montag treten die hiesigen organisierten Schreiner in den A u s st a n d, nachdem die vor acht Tagen den Arbeitgebern gestellten Forderungen in einer gestrigen unter dem Vorsitz des ßcrrn CH. Langbein stattgehabten gemeinschaftlichen Sitzung gänzlich äbgelehnt worden seien. Die von den Gehilfen gemachten Bedingungen bestehen aus: 2 Pfg. Aufschlag pro Stunde Arbeitslohn, 1 Stunde Arbeitszeitkürzung an Samstagen und 10 Prozent Aufschlag auf lieberstunden. Die Zimmergeschäfte und mehrere größere auswärtige Schreinereien haben die Forderungen bereits bewilligt, während die hiesigen Meister, wie oben angeführt, einen ablehnenden Standpunkt einnehmen. (B. Z.) Dresden, 24. Mai. Der Arbeitgeberverband der Dresdener Zigarettenindustrie, der 24 Fabrikbetriebe umfaßt, wird Samstag allen Arbeitern kündigen, die nicht erklären, aus dem Tabakarbeiterverband auszuscheiden. M a dri d, 23. Mai. JnVacacaldo beiVilbao, wo sich seit einigen Tagen Differenzen zwischen Hausbisi'zern und Mietern ergaben und Unruhen drohten, ist heute der Generalstreik ausgebrochen. Der Eisenbahn- und Trambahnverkehr ist eingestellt. Große Truppenmengen sind aufgeboten. Die. Obrigkeit hat ibue Befugnis dnn Milit"r^"uv"rnnir übertragen. Kcrichlsiaat. Dresden, 23. Mai. Schuldirektor Pilz von der Dresdener Ki n d e r b " s s «> r n n a s * r 1 c T t ,,M"rienhaf" wurde vom Schwurgerichts liegen SiMichkeitsverbrechens, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Erfurt, 23. Mai. Wegen Zweikampfs mit Pistolen wurde heute von der hiesigen Strafkammer der frühere Hauptmann v. Eckartsberg aus Stralsund zu 2i/2 Jahren Festung verurteilt. Der Angeklagte hatte am 22. F"bruar 1904 hier im Steigerwald bei einem Duell einem Stabsarzt in den linken Oberarm und ins Kinn geschossen. Aachen, 23. Mai. Ine hiesige Strafkammer verurteilte den Studenten Simon aus Aachen und den Vergal'ademiker A u e aus Freiberg wegen Zweikampfes zu je drei Monaten Gefängnis. Die beiden hatten eine Destlmmungsmensur mit krummen Säbeln ausqefochten und warm beide vergesst norden. Kandel und Kerbel r. AoLäswirlschaft, Erz - Kuxe. F e r n i e. Angebot 3400, Nachfrage 3325. Ausbeuten und Zubußen, 1603: 225: 1904: 300. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 24. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e b Marktpreise. Zum Verkaufe standen: 24 Ochsen, 0 aus Oesterreich 2 Bullen, 00 aus Oesterreich, 65 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 0 Kälber, 0 Schafe u. Hammel, 0 Schweine. Bezahlt wurde für 100Psd.Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 72 bis 74 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk., 3. Qual. 60-64 Alk.; Bullen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 00—00: Kühe 1. Qualität 68-70 Mk., 2. Qual. 60-62 Mk„ 3. Qual. 50—52 Mk., 4. Qual. 42-44 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 83—85 Pfg., Lebendgewicht 49—51 Pfg., 2. Qualität 77—82 Pfg., Lebendgewicht 46-48 Pfg., Schlachtgew. 60—60 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 72—75 Pfg., 2. Qual. 66—70 Pfg. Geschäft: mittelmäßig, Ueberstand bedeutend. Limburg a. b. L., 24. Mai. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weiten 15.30 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.00, Gerste 00.00 Mk., Hastr 7.75 Alk. Santbaser 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. iUötfiiUii'TlffbrrfitW brr Mrsfälir iiidaZiadtss-iesin 11. Woche. Vom 12. bis 18. März 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 linkt. 1600 Mann Militär^ Sterblichkeitsziffer: 22,28 nach Abzug von 5 Ortsfremden: 13,0 n/cr- Kinder Es starben an: Zusaniliien: Erivachsene: im yom 1. LebenSiahr: 2.-15. Jahr Lungentuberkulose 1(1) 1(1) — — Leukämie 1 1 — —— Lilngeiientzündung 2(1) 1 (1) — 1 Krebs 3 (1) 3 (1) — — Gehiriileiden 1(1) 1 (1) — — Schlagstuss 1 1 — -— Gesäßerkalkimg 3 M 3 ll) — •— Cunime 12 5) 11 <5) — 1 An nu: Die in Klammern gelebten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nad) Gießen gebrachte Kranke kommen. kirchliche Nachrichten. Israelitische F'eligiottsgesellschaft. ^olfer-btenfl. Sabbat h^eier nm 27. M a i 1905. Frestag abend 7.50. Samstag vormittag 8.00. Nachmittags 4.00. Sabbathausgang 9.15. — Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 9.15 Ilbr. Giessener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in 5)cffelt für Freitag, den 26. Mai 1905: Zunächst hetter, später wolkig und stellemveise Gewitter, erheblich wäriner. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. rdriginal-DeMm lömißcn. Offenbach a. M., 25. Mai. Heute morgen entstand in dem Anwesen der Lohnkuts hcrei der Witwe Hufnagel ein großer Brand. Da8 H n8 sowie die Nebengebäude wurden zusammen von 25 Familien bewohnt. Bei dem Brand sind ;wei Frauen und drei Kinder sowie drei Pferde u m g e k o m m e n- Ern F e u e r w c h r m a n n wurde schwer verletzt. Marburg, 25. Mai. Geheimrat Prof. Schmidt, Direktor vom pharmakologisch-chemischen Institut, hat die alle zwei Jahre verliehene H a n b u ry - M e d a i l l e mit einem Preis von 1000 Mark bekommen. Hamburg, 24. Mai. Tie Bürgerschaft begann die Beratting der Scnatsvorlage betreffend die Aendernng des Wahlrechts zur Bürgerschaft. Die Bürgerschaftsmitglieder sind fast vollzählig erschienen. Die für das Publikum' bestimniten Tribünen sind dicht besetzt. Nachdem Senats^ O'Swald die Vorlage begründet hat und mehrere Redner für, andere gegen die Vorlage gesprochen hatten, wurde die Weiterberatung auf Montag vertagt. Für die General- dislussion sind noch 17 Redner eingeschrieben. München, 25. Mai. Die Tragödin Clara Ziegler ist schwer erkrankt. K a isers l au t ern, 25. Mai. Die „Pfalz. Pr.^ meldet: Auf der im Bau befindlichen Kleinbahn Speyer-Geilsheim entgleiste heute morgen 6 Uhr ein Materialzug. Wie bis jetzt festgestellt, sind vier Personen getötet worden. London, 25. Mai. Aus Tokio wird gemeldet! Wie hier bekannt geworden ist, unternimmt der russische Hansa- Kreuzer Granoboi Fahrten außerhalb des HafenS von Wladiwostok und befindet sich auch jetzt außerhalb. Demselben Blatt wird über Shanghai berichtet, daß mehr als 2 0 große und kleine Dampfer in Port Arthur bereits wieder flott gemacht sind, und man glaubt, daß alle Kriegsschiffe, auch die Sewastopol, wieder gebrauchsfähig gemacht weroen könnten. Madrid, 25. Mai. Die Eisenbahnarbeiter der Linie Madrid-Saragossa und Madrid-Alikante sind infolge Herabsetzung der Löbne in den Ausstand getreten. Warschau, 24. Ästai. Die Schlägereien dehnten ''ich auch aus andere Straßen aus und dauerten bis Mitternacht. Zwanzia Sterbende wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Zahl der Verwundeten ist noch nicht bekannt. Die Schlägereien sind dadurch entstanden, daß der bessere Teil der jüdischen Bevölkerung das arbeitsscheue jüdische Gesindel, durch das sie sich kompromittiert fühlte, ausrotten wollte. Newyork, 24. Mai. Einem Telegramm au? Canton in Ohw zufolge stellte die Canton-State-Bank ihre Zahlungen ein. Ferner meldet ein Telegramm aus Luxington in Oklahoma die Zahlungsein st ellung der dortigen First a tiona l bank. Columbus (Ohio), 24. Mai. Der Kriegssekretär Ta ft gab heute in einer Rede, die er hier im republikanischen Konvent hielt, seinem Vertrauen Ausdruck, daß der Kongreß der Forderung des Volkes nach staatlicher Regelung des Eisenbahnwesens Folge geben werde. Wenn die Einnahmen ferner ein Defizit aufweisen sollten, so führte Redner weiter aus, so müßte dem durch anderweite Festsetzung der Einfuhrzölle oder durch Aendernng des Steuersystems, begegnet werden. In beiden Fällen müffe aber die Regierung bestrebt sein, dafür zu sorgen, daß der Handel so wenig wie möglich beunruhigt werde. Todes-Anzeige, ucte7//j 7 _ 7'. Grossherzogi. Oberlehrer Dr Giessen (Bismarckstrasse 32), 25. Mai 1905. Die Beerdigung findet Sonntag den 28. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 2848 L w. MM/st st -7 - Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen um 8x/2 Uhr meinen lieben, guten Mann, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, den " rv Säsw S W nach langen, mit grosser Geduld ertragenen Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Im Hamen der trauernden Hinterbliebenen: EBisabeih SeSiösi, geb. Bross. Danksagung sagen innigsten Dank 2833 Die trauernden Hinterbliebenen. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Gatten, Vaters, Sohnes, Bruders und Schwagers Herr« Lehm Kiedrich Tmr M 1 I I I I WWWWWWMMl Allgm. Hess. BtiMten-AMlisse Jam-ialit. Die II. Mitglreder-Bersammlnttg findet am 18. Juni d. I., vormittags 11 Uhr im Restaurant ,Kaifersaal" zu Darmstadt, Grafenstraße 18, statt, wozu wir unsere verehrlichen Mitglieder ganz ergebenst einladen. Tagesordnung:!. Geschäftsbericht, Abhör der Jahres- rechnung, Bilanz. 2. Wahl des Vorstandes und Revisors. 3. Festsetzung der Besoldungen und Vergütungen. 4. Satzungsänderung: a) Antrag: in § 21 Satz 1 die Worte „und in den Kreisblättern" zu streichen; b) Antrag auf Aenderung deS § 19: „Einführung der Delegiertenversammlung an Stelle der Mitgliederversammlung,,. 5. Verschiedenes. Darmstadt, den 22. Mai 1905. D26/ß Der Vorstand Jmroth, Groß. Geh. Oberbaurat, II. Vorsitzender. Verdingung. Der Abbruch des Güterschuppens und verschiedener Nebengebäude, Wiederaufbau des Güterschuppens, Erbauung eines neuen Wirtschaftsgebäudes und die Verlängerung der Laderampe auf Bahnhof Lich sollen zusammen im Wege des schriftlichen Angebots öffentlich verdungen werden. Die Zeichnungen und Verdingungs- uitterlageu liegen im Bureau der unterzeichneten Betriebsinspektion zur Einsicht aus; die letzteren können atlch von hier au§ gegen 1,00 Alk. in bar bezogen werden. Tie Angebote sind postfrei, verschloffeit und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermine, Montag, den 5. Juni d. I., vorm. 11 Uhr hierher einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wocbell. Gießen, den 24. Mai 1905. B25/6 Grossherzogliche Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion 2. Vergebung. Das für 1905 im Justizgeba'ude zu Gießen erforderliche Heizungsmaterial, als Tannenscheitholz, Buchenpriigel, Nuß- und Anthrazitkohlen I. Qualität soll im Verdingungsweg beschafft werden. Verschlossene Angebote können bis zum Eröffnungstermin Freitag, den 9. Juni l. I., früh 11 Uhr im Zimmer No. 33 des Jllstizgebästides niedergelegt werden. Die Vergebung erfolgt imter den in Anlage A zu dein Ministerialerlass, betr. das Verdingungswesen, enthaltenen allgemeinen und den dahier aufgestetlten besoiidereii Bedingungen, welche dahier offen liegeii bezw. kostenfrei erhältlich sind. Letztere dürsten eine ßieferiuiq auswärtiger Bewerber erschweren. Nähere Auskuiift erteilt and) der Gr. Hausmeister Goßmann. Der Zuschlag bleibt 10 Tage vorbehalten. B25/, Gießen, den 24. Mai 1905. Der Grobherzogliche Landgerichts-Sekretär: ________________________Löwe r._______________ Haus-Abbruch Mein Geschäftshaus, Schulstraße 4, soll auf Abbriich verkauft werden. Näheres durch Architekt Hamann, Bergstr. 11. Angebote sind bei demselben längstens bis 2. Juni d. Js., abends 6 Uhr einzureichen. Alex. Salomon. 03688, K 83/04 Donnerstag den 29. Jnnil905, nachmittags 3l/? 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K 6/05 Donnerstag de»29.Juni199S, nachmittags 3 Uhr, iverden die vor dem Namen der August Wallenfels Witwe Erben stebendenParzellen derGemarkung Gießen B ,5/5 1/1200 — 272 qm Grabgarten hinter der Kirche, 1/1202 — 784 qm Hofraite daselbst, l/12031/to — 204 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. Mai 1905. Großh. Ortsgericht Gießen. ________Gros._________ K 45/05 Donnerstag den 29.Jnnil90S, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Andreas Schildheiier in Gießen stehenden Parzellen der Gemarkiing Gießen 1/49,3 — 222 qm Hoiraite in der Steffansinark, 1/49,7 — 110 qm Grabgarten daselbst B’% öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, deii 24. Mai 1905. Großh. Ort«aericht Gießen. _________Gros._________ Fische, Geflügel, Koilscrm, DcMcssen in anerk. nur aller?. Qiialität bei C. G. Kleinheit», Nahnhofftr. 59. Tclephoii 66. 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