Freitag 15. Dezember 1905 Viertes Blatt. Nr. 295 155. Jahrgang Schmer Aiyetzer HQehtf tigltd) mit Ausnahme deS EonntagS. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. fällig, daß 1 unb So- 17. Dezember, abend? 7*/, Uhr: Vereinigung Liebigstiaße. 9: 5» «ieszen, Sslterswes 20 6338 IDt Wnadjts/Rusitcllung 6276 Brüder Schmidt in Giessen Sclttrswcg 83 Scltmwcg 83 Jteuvergoldungcn fowie Rtno . iczen alter Bilder preiswert __ fe „Gleftener FamlNenblätler" werden dem ^lizeiger ptermol wöchentlich beigelegL Der ^ißsch« tanbrolrf* erlchetnt monatlich einmal. Redaktion, Exveditton u. Druckerei Dchulstr.^ Tel. Nr. 5L Tel«gr..übr. i Anzeiger tiefem. gemäßigten und entnervlen Liberalismus" zustande komrnrn )ürfte. Das wäre recht bedauerlich. Aber man muß zugkstehem: der Vorwurf des Optimismus, den der „Vorwärts" Hrn. Kulemann macht, ist leider niast ganz unberechtigt Im übrigen enthält die st'.Uemaunsche Schrift Beachtenswertes in dem Teile, welcher sich gegen national- zu jammern. Wir er» ,mer die entsprechenden Aber eine bedauerliche üch ziehen und zwar .. u. Der alte Verband mären. ES nützt nichts, hinteiL. warten auch nicht, daß die Untern Konsequenzen auS der Wahl ziehe». Folge wird dieser WablauSfall ndü, voraussichtlich schon in der nächsten Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. praktifdjer Scltzcnkc Hl Kunfthandlimg Vcrgoldcrd Btld*reinrahmunge-6erchaft l^eriiütslnal. Bautzen, 18. Dezbr. Nach dreitägiger Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht wurde heute der GlaSmacbermeiU« Lhnfe aus Kamenz, welcher in der Nacht zum 81. August sei«» Fran, seine vier Kinder und seine Schwiegermutter ermordet hotte, fum Tode und wegen BrandsMUmr zu 5 fahren Zuchthaus verurteilt. Rotationsdruck unb Verlag hei Brühl'lche» UnwersilätSdruckerei. R. Lange, ©teb* hat nach dieser Machtprobe kaum m. jr einen Anlaß, sich zurückzuhalten, und was daraus folgt, kann man üch an den fünf Fingern abzählen. Die Lage wai -i den letzten Wochen schon ziemlich prekär, und wenn man fi ; auch bisher ängst- lich gehütet hat, die DiSkuiüon Über den Streik in den Vordergrund zu stellen, so ist eS nicht .mbefannt, daß die Mehrheit der Bergarbeiter diesem Eedaist n mehr nachhängt als gut ist. Die Niederlage, welche die Arbeiter im Früb- sahr erlitten haben, die Enttäuschungen ü! ?r den Ausfall des Berggesetzes und das neuerliche Verhallen der Unternehmer den Arbeitern gegenüber haben eine Stimmung gezeitigt, die letzt in den Wahlen zum Ausdruck gekomm. n ist. WaS wird folgen? Wird die sozialistische Tendenz . cS alten Verein? üch darin zeigen, daß Re die angehäufle Erbitterung durch das Ventil eines neuen G e n e r a l st r e i. S abziehen läßt oder doch den Versuch dazu macht? Mau muß es abwarten, aber daS darf heute schon gesagt werden: die Gefahr ist groß, größer, als man b'Sher geglaubt ha. Wenn eS den besonneneren Elementen nicht gelingt, bie Massen zu de» schwichtigen, dann steht neue« Unheil, neuer Kampf, neues Elend unmittelbar bevor. Hofft ullich kommt eS nicht zum äußersten! hausbaltungsmatoinCTi • Service • beflecke Srouc fluswatil •> Solide Preist •«,1b.;!* Ah, ah, ah, der Winter der ist bi! So üngen die Kinder, und wer nicht aus dem Kalender) wüßte, daß sie recht haben, der müßte an der Unmenge der Erkältungen, der Katarrhe und Husten merken, daß des Jahres schlimmste Zeit gekommen ist. Da soll denn daran erinnert werden, daß in dieser Jahreszeit Fay's^ ächte Sodener Mineral-Pastillen der beste Freimd der Menschheit sind, da Re Erkältungserscheinungen wirksam bekämpfen und als Vorbeugungsmittel millionenfach erprobt sind. Man kauft sie für 85 Pfg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogen und Mineralwasierhandlunge«. hv^g Volitischc Tagesschau. Die Berggewerbegerichtßwahlen irt Nnhr-tblet haben einen bedeutenden Sieg bfS sozialdemokratischen alten Verbandes gebracht, der die weitaus größte Zahl von Mandaten errungen hat. Ueberrafchen kann dieses Nesultat keineswegs. 'Die Politik, die seitens der Unternehmer den Arbeitern gegenüber zur Anwendung ge» bracht wurde, hat die Leute ja iu -ieses Lager treiben müssen; es wäre verwunderlich, wenn die U-ahlen anders auSg fallen 5^ (inasd ascbiii scbiiic“ tieldki und seiner AM- 3n der Aohanneoltrche. vormittags 9* ', 11 br: Pfarrafsiflent Sattler Vormittags 11 Uhr: KindcrgotteSdienst für die Johanne-» gemeinde. Pfarrassistent Sattler. Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Krau«. EhristbescheerungSfeier für die Kleinkinder-Bewahr« a n st a l t. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte unb heilige? Abendmahl für die Luka? gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer erbeten. SamStag, den 23. Dezember, nachmittags 3'.', Uhr, Weihnacht-- feier für die Kinder auS dem Kindergottesdienst der Johannrs» gemeinde. Sonntag, den 24. Dezember, nachmittags 8 Uhr, Weihnacht-» feier für die Kinder auS dein Kindergottesdienst der Lukas- qemeinbe. Am 1. Weihnachtsfeiertaq nach allen Gottesdiensten KollekU. für die Kleinkinder-Beivahranstalt. Am 2. Weibnachtsfeiertag Beichte und heilige? fllbendmahl fftt die Lukas» und Jobannesgemeinde im VorinittagSgottesdien^ Anmeldung vorher bei den» P'arrer der Gemeinde erbeten. An denifelben Tage besondere Kollekte für die Armen. Die Mitglieder unserer Gemeinde bitten wir, uns auch für die kommeuden Weihnachten zum Besten unfern Armen und Kranken freundliche Gaben zukommen laßen zu wollen. Die Unterzeichneten und alle anderen Mitglieder der Kirchenvor- ftände nehmen nern solche Gaben an; auch durch die Gemeinde» schwestem können sie r ermittelt werden. Dagegen werden 81» Meldungen zum Empfang von Gaben nicht gewünscht. Die Kirchenvorstände der vier Gemeinden. Dr. Naumann. I). Schlosser. Euler. Schwabe. S-W niPr‘Sp^' / ■Etage Herrn i Sbcbhi,^ Sonntag den 1 <. ^.ezeinver, uuenuy < ,, uqi . ocicuiihmum der konsirmierten männlichen Jugend im Konsirmandensaale^ Samstag, den 16. Dezember 1905. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit gfe. hl. Beicht. Samstag nachmittag und Sonntag früh wird ein frtmbn Priester Beicht hören. Sonntag, den 17. Dezember 1905. 3. Advents-Sonntag. Vormittags von 6' , Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil, flomnumta» , um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße. Militärgottesdienst mit Predigt. , um 9*/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 4'/, Uhr: Sakramentalifche Bruderfchafts-Andachr. Nach der Andacht ist in der alten Kirche die Ehristbescheruxg an arme Kinder. ÄS b«te und g^.. esen und er ist auc. tes Spiel, die nt± • ^gendem Inte/-» nker-Steinbaukasit- la* er ist der einzig 'lanmäßig ergänzl. Kanter und wertvr :iid undabertauset,<; obend ausgesprocl- nicht täusche1 tige Nachahmung« kauf genau auf der1 i ohne Anker al, » kauf der beliebten ckenkaslen,« schönsten B nicken r. ' nur Brückenkastenr ge Ergänzung zum.1 let werden können er das Interessante ta. und hübsche AbbiL aben enthält, wonai eeigneten Kasten che auS und nimmt seinen Anfang wieder am DienStag, den 2. anuar. Am 1 Weihnachtsfeiertag wird im Hauptgottc. ,->ienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Marlu gemeinde gemeinsam gehalten werden. ttiiumimgs Verkauf in ydnuiueu ** Der vorgerückten Saifon wegen verlaufen wir Pelz-Stola und Boas zu jedem annehmbaren Preise. A. Holterhoff Söhne zialdemokratic gerade von solchen Leuten befördert werde, die in der seßteren ihren DodfUnd saßen RH Winterkur für am SQdabbang dea Taunus. Behag- B-Agti äct, er-^-c-u bw lieh eingerichtete, kleine Anstalt BfKt (bis 80 PuUenten). ventrale Heizung VM. (S '«9 tMS» ffl Q| und Beleuchtung, geheizte Liege- M LS ga< M X2 Bria fig gj halle und Comdore Sorgsame E *«e tfctil ■ « *30' 8S M BeliandlouK und Verpflegung. DKttkuren. (Depend.uicü für Minderbemittelte) Prospekte franko. Or- Sclialze-Knhleys*. Hervenarzt. dfäsidrA Sanatorium Hofhelm im Taunus. t Kaltwas? ischer^ । bring«1 vierte Zhnjjtf ,S vorhandcn und ein^ Liberalismus uuD Soziald mok atie. Ter cmck als Politur woHIb. kannte Braunschweiger ntHanalliberale LandgerickstArat Kulcmann hat eine Bro- sitir« „Die Lage des Liberalismus" erscheinen L-!ln., in welcher er sich ausgiebig auch mit der Sozial- bCTJuratie beschäftigt. Die Drpschüre gir^"lt in dem Wunsche, bi rroti aller Schwierigkeiten der Gedanke einer An - □ibtruna aller liberalen (Gruppen Fortschritte ■d’ttt und daß bie Arbeiterbewegung ihren s o - zialldemokratischen Charakter verlieren nrrbe. sobald erst bi** osirgerl rt' n Parteien sich entschlossener ib so^iaNiberalen Bahnen betvegen würben. 1 ie aus bie Entwicklung ber Sozialbemo- fliotii e bezüglichen Ausführungen der Kulemannschen ♦6hn'rt faßt ber „Vorwärts" wie folgt zusammen: Str. Kulemkmn geht von ber Voraussetzung aus, baß bie ?s"sse der sozialbemokrgtisckien Wähler von ben sozialbemokrati |(?tn «Gruiibanschauungen sehr wenig burckdrungen sei. Ter , i.iü'emvkratische AMrich sei nur äußerer Firniß, ber das lienfrt Wesen bet Arbeiterbewegung nicht benihre. Würbe z. B Uzmi. eine Abstimmung darüber vorgenommen werden, ob diel frrrrf’ifrhc Staetssorm brrf* die rew'blikrniscl>e erseht werden h'/!e, 'so nriirben nidyt 10 Prozent mit Ja stimmen. Der Mate- r i'- nis der Sozialdenwkr-tic erfnrc sich einf'ch daraus, daß .» !«reiten Massen die Ansichten der höheren Klassen wie alt' fiber schernehmen, wenn jene sie nicht mehr tragen mögen." Skrlbst die sv'.i ldemokratist^n Dl' oretiker verträten die Forder !ocr Verstaatlichung der Produktionsmittel durchaus nicht ■ieTimit; es sei olfo auch hier eine ?lussöhnung ber Hnföta iiiingen ber Arbeiterklasse mit denen des BlSear n I i 8 m u 8 sehr wohl möglich. fliilcmnnn legt der Soz..ldemokralie auch nahe, die ■in-'r Annäherung zwischen Liberalismus und Sozialdomo- äten * enlgegmtstehenden Hindernisse zu beseitigen, die sich L her Stellung zur Monarchie und zur Religion ■iräb’-n. Es sei um so törichter von der Sozialdemokratie, Di'ii ’ie ihr Schiff mit bie»em Ballast befrachte, weil die Punrij', um die es sich hier handele, mit den Arbeiter- LTlrdifen nicht das aNergerin"ste zu tun hätten, sondern nioflcm beträfen, über die r an verschiedener Ansicht sein dmi'• deren Beantwortung ab r mit der sozialen Stellung gcr h men Berührungspunkt habe. 2ter „Vorwärts" bezeichnet Kulemann angesichts dieser ten Darlegungen als „unverwüstlichen Optimisten", Btfirn sozialliberale Anschauungen betten des Pastors D. Wcuinann glichen, wie ein Ei dem andern. Alles, was . Ihli»ann glaube, habe auch Naumann viele Jahre lang . glaubt, bis ihm die Erfahrung bewiesen habe, daß ihm i xxJ «rohre Wesen der sozialdemokrattschen Ben>egung ein Buch • mit sieben Siegeln geblieben war. Kulemann befinde sich im ; ".rrnmn über die tiefste Seelenflimmung und Weltanschauung i )wr deutschen Arbeiterklasse Die „tiefste Seclenstimmung i mb Weltanschauung" der Sozialdemokratie, welche der , rk.-nvärts" mit der „deutschen Aibeiterrlasse" identifizteren u bütrfen glaubt, wird dann wte folgt gezeichnet: DnS deutsche Proletariat ist durch und durch ei ,!im anarchisch, weil es demokretisch ist, cd ist mote- , chistiiich und ausgesprockien kirckenfeindlich, loeil cs begnticn ]>ic d-'ß alle Ideologien nur die bestehende ^(itiffhc und w;mle .- rsmschaftssarm widerspiegeln. Es ist endlich auch kmscauent lkldiwistisch. weil cs weiß, d.-ß nur durch eine völlige Beseittg- i rr i>3 Privateigentums an den Prvdul. wnSmitteln die betr- f äratc soziale Ungleichheit und Ungerecht gleit beseitigt werden I 'm Nur diese Tatsache vermag ja auch den Herrn Naumann ä' skhr verblüffenden und ärgernden Umstand zu erklären, daß revisionistischen Bestrebungen von den Partn- :aKn mit wachsender Majorität z u r ü ck g e w i c s e n und Der- mit worden sind, trotbnn cS unter den intellektuellen Rrctfcn .'Vision smus nickst .m Attlstinacru ycs hlt I>nL 'Dieses Slanbensbekenntnis laßt leider an Deutlichkeit irifctj zu wünschen übrig. Ter „Vorwvirts" sagt weiter: Sni sich auch feerr KilUmann uöllig über den Eharakter tt: n-.cbernen Arbciterbewemmg täusche so halte er (ber ,^rfcärt8") seine Hoffnungen auf E i n i g un g des .Ädecalismus keineswegs für au ssrch t s l o s st:: mit Lder Einschränkung, bau die Einigung nicht au kx: Grundlage eines entschied men, sondt rn eines „austerst Carl Ludwig Leib KiMbrtra»« , Ctk|’bOn * Crosses Lager in gerahmten und ungerahmten Bildern GefcbinadtvolU 6inrahmung'be gestern den st, stünde gesehen ml gclef./e Stbörbe gen bi ran ibn für toa m.'iri Mi 9rffet irw. daß die ih tLrovti aeLochcn fr im-rrn Desser strshm, iti^'t gegenüber eine Werden bringt Ned i ®. K merun, 2omür Img'borene gleite I legen einen L'auptm » »i den Cingeborena mi sei eine Emgcb Ec, cn einen Pfc I vm-^bipe Derf6nin I k-'-'ue tot gepn'ign , Itbrrr -ählt noch ei - M'rung verlan dcr Veomtm fi »vn-de. I71.m entlassen!m l Winner Zeit, 0(5 | JJ; 9f»wntt Morde K’J'U’ H'S Politik ; mlonialleiter Erd Aff die strae JlD-'ällen von t Werden wir S solche Dorkor I "^gtionsrat Tiefer M -inrnreichen 1 T^^rbtn. M w-ede ÄbcJid!in h» 1 kt die V ; .’™ M h sri1«"-," । » , ■ . a 'S hnrf A k ;. .'s leitens U r7.cFroten nicht , ^^Ktenvere ■>n1latQt De WD > ä« »R MsZ haben sowie ein grosser Bahnhofstrasse Ecke Neustadt 2 1 Capes Lodenjoppen Anzüge werden vor Schluss der Saison die noch vorrätigen Herren- und Men-Paletots ffiutbMendes Kräßi^n^smte y \ Empfohlen von Autoritäten / \ Wohlschmeckend,appetitanregend U a\ leicht verdaulich. ' &