Nr. Erstes Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch 35. Januar 1905 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilieo« Üatttr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Der- lag der Brühl'ichen Univers.-Buch-u. Stein- druckerei. 9L Lange. Redaktion, Ervedrtion und Druckerei: Schulstratze 7. Adresie für Deveschen: Anzeiger Gieße». HernsprecbanlchlußNr 51. vezugSprei-r monatlich 75'M, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—v'iettel- jährl. ausfchl. Bestellst. Annahme von Anzeigen ir die Tc rsrnnnnrer 's vo-rnittaqS 41 -chr. Zc'^envreiS: ok-u!2Pf^ anSwärts?9 3*j. ^ßrantwor^L'ch für den poltL und cu,e..r. Teil: P. Wittto: für »Stadt und ßanb" und „Gerichtsfaatt: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. .gemessen zu heben, befahl jedoch derr der kaiserlichen Familie, einigen Mi- Die Ereignisse in Hlußland. normal. Wilna, 24. Jan. Die Stadt ist ruhig. Kowno, 24. Jan. liehen hiesigen Fabriken Arbeit niedergelegt. Die Die hiesigen Arbeiter sind ausständig. Gestern haben die Arbeiter in sämt- und in den Eisenbahnwettstätten die Salven strecken überall die fliehen dc Menge nieder, und unter der Füsilade sucht man die Toten undi Verwundeten auf. Die Soldaten fielen auf die Köpfe und die Opfer sind furchtbar verstümmelt. Eine Frau fällt neben mir nieder, etwas weiter gleite ich aus; ich sehe ein acht-" jähriges Kind, das kein menschliches Antlitz mehr hat. Seine Mutter weint vor der Leiche kniend. Ich beende hier meinen Bericht; ich bin wie gebrochen von dem unerhörten Schauspiel solcher Metzeleien. Der Zar. Aus Petersburg erhält die „Deutsche Tagesztg."^ folgende Mitteilung, die sie allerdings auf ihre Zuverlässigfort. Verhaftungen! «a,ns Arbeiterkreisen sind noch richt vorge- ( kommen. Die Führer der Arbeiterbewegung befinden sich auf 1 freiem Fuße. Wassiliew, der als Verterter einer Ab- ■ teilung des Arbeiterklubs Gapon am Sonntag begleitete, rft ; getötet worden. Drei Gehilfen Gapons sind verwundet. Gapon hält sich versteckt. t , Die Arbeiter der großen Kesselfabrik von Var: hatten heute die Arbeit ausgenommen. Darauf drangen die Arbeiter von den Elektrizitätswerken in die Fabrik ein und Merlan gl en unter Androhung von Gewalt die Einstellungcher Arbeit. Die Fabrik stellte darauf die Arbeit ein. Der Arbeiterklub ist auf Anordnung des Stadthauptmanns aufgehoben worden. Der Redakteur der Zeitung „Prawo", I e s s e n , ist v e r h a f t e t worden. Heute nacht wurden ferner Professor Karejeff, die Schriftsteller Pesch e ch o n o f f und A n r e n s k v und die Stadtverordneten Rechtsanwälte Kredin und Schnitnikof, verhaftet. Auch der Dichter Maxim Gorki ist verhaftet worden! Die K o s a k e n verfolgen eine Menge Arbeiter und schlagen mit den Säbeln auf sie ein. Einige Arbeiter wurden verwundet Auf dem Rewsky-Prospekt und den anliegenden Straßen ist die Haltung des Publikums unruhig. Alle Fenster der Erdgeschosse sind durch Bretter verschlossen. Die Vorstadt Simonow, die fast nur von Arbeitern bewohnt ist, ist ruhig. Die, Arbeiter sammeln sich in Gruppen, verursachen aber keine Ruhestörungen. Die Arbeit auf der Zentralstation der Belgischen Elektrischen Gesellschaft wurde eingestellt Die Gesellschaft hat die meisten Beleuchtungsabonnenten Derlandwirtschaftliche Kongreß, der vom.29 Jan. bis zum 5. Februar stattfinden sollte, wurde .vorn Landwrttschasts- mimster bis auf weiteres abgesagt Ferner liegen folgende Nachrichten aus den Provinzen vor: , , . Moskau, 24. Jan. Um mittag näherte sich nn Haufen Arbeiter anderer Fabriken der Fabrik von Hoppen, um die A r - beits ein st ellun g zu erzwingen. Die Arbeiter drangen mit Gewalt in die Fabrik ein und nötigten die Arbeiter m Einstellung der Arbeit. Diese Fabrik besänftigt 500 Mann Gleiü)- zeitig ist in dem ganzen Umkreise an der Danilowstraße in den Fabriken von Jaguot, Schustow, Hievartowstt,uud Lictster- mann, sowie in anderen Fabriken die Arbeit eingestellt worden. Bis heute mittag 12 Uhr betrug hier die Zahl der A u s ständigen 10 000 Mann. Die Stimmung in den Arbeiterkretten war heute morgen stark erregt, gegen abend aber ist sie ruhi g er geworden Eine größere typographische Anstalt, welche vier Zeitungen druckt, hofft, sich mit den Arbeitern einigen und dann sofort die Arbeit beginnen zu können. Die Bäcker, Kutscyer und Dienstboten verhalten sich ruhig. In einer Vorstadt Moskau^ sammelten sich im Laufe des Nachmittags kleine Arbeitergruppen an Im Zentrum und in der Kremlstadt herrscht vorläufig Ruhe Tie Haltung des Publikums und der Gang der Geschäfte ist Bekanntmachung. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen Kaisers bleibt Freitag bett 27. ds. Mts. unsere Kasse geschlossen. Gießen, den 25. Januar 1905. Großherzogliche Bezirkskasse L Hansult. Arbeiter der Fabriken Tillmanns stellten heute morgen die Arbnt ein. Sie verlangen Abänderung einiger in der Fabrik bestellenden Bestimmungen sowie Lohnerhöhung Die Antwort auf ihre Forderungen wurde von den Arbeitern nicht abgewartet. Unter dem Drucke der Arbeiter der Fabriken Tillmans stellten auch nach und nach die Arbeiter aller anderen Fabriken die Arbeit ein. Heute abend wurden alle Laden geschlossen Ruhestörungen seitens der Arbeiter sind Nicht vor- Sckanntmachung. Aus Anlaß der Feier des Geburtstage? Sr. Majestät des Kaisers bleibt das Ortsqericht Gießen Freitag bett 27. Januar geschlossen. Gießen, den 25. Januar 1905. Großherzogliches OrtSgericht Gießen. Gros. gekommen. ( £ . Radom (Polen), 24. Jan. Die Stadt befindet nw m einer Lage, die dem Belagerungszustand gleicht. Militärpatrouillen mit scharf geladenem Gewehr. Gendarmen und Polizisten mit blanker Waffe durchziehen die Straßen und versuchen zusammen- gerottcte Reservisten, Arbeiter und Sozialisten durch Salven aus- einanderzutreiben, die in die Menge abgegeben werden. Tas Volk schießt seinerseits ebenfalls auf Militär und Polizei Drei Offiziere wurden erschossen. Verschiedene Baulichkeiten sind durch Dynamit in die Luft gesprengt worden. Ueber das Niedermeheln Wehrloser am Sonntag in Petersburg meldet ein Berichterstatter des „Matin" noch folgende Einzelheiten: Um P/2 Uhr nachmittags befinde ich mich in der Mitte einiger friedlicher Passanten, welche die Demon- tranten erwarten. Plötzlich läßt ohne eine Provokation ein Kapitän der Garde zu Pferde eine Eskadron gegen uns los, die alles n i e d e r s ä b e l t. Ich stelle ir V. längs dem Gitter des Alexander-Gartens auf, um den Ereignissen zuzuschauen ohne Gefahr vor den beständigen Kavallerie-Angriffen. Die Uhr der Admiralität schlägt zwei. An dieser Stelle herrscht tiefste Stille. Plötzlich. ertönt im Garten das Geknatter einer starken Füsilade. Die Soldaten des Regiments Preobraschenski) schießen ohne jede vorherige Ankündigung wie bei einem Massare- Spiel auf die unglücklichen Menschen, die dort zusammen gedrängt sind; mehrere Hundert Personen fallen Es gibt mehr als 150 Tote, fast alles sind Kinder, Frauen und junge Leute. Es ist entsetzlich. Das Blut rinnt überall. Vis drei Uhr hatte es in den dichtbevölkerten Stadtteilen kein Blutvergießen gegeben, aber in anderen Vorstädten schießen die Truppen und säbeln alles nieder Man sagt, der Vater Gapon sei verwundet worden, als er mit dem Kruzifix in der Hand vor den Arbeitern der Puttlow-Werke in die Stadt zog. Um fünf Uhr wird die Menge von allen Seiten gehetzt, abgeschnitten und zurückgeworfeu. DaS Volk fluchtet entsetzt. Frauen und geängstigte Kinder gleiten aus und erheben sich wieder, um wieder zu fallen. In diesem Augenblick ertönt ein scharftr Kommandoruf, und die Opfer fallen- massenb-aft. Die Niederwerfung ist furchtbar. - U n r u h e u 7at es eigentlich n o ch, k a u m g e g e b e n; alle Manifestanten sind unbewaffnet und haben keine einzige Drohung ausaestoßen. Mau kann sich von diesem scheußlichen Schauspiel nicht abwenden und sieht Leute weinen, wahrend sie einigen gutherzigen Leuten helfen, unter dem teilnahmslosen Ailge der Offiziere die unglücklichen Opfer auf die Schlitten zu heben/.Ich erreiche danu W a s s i l - O st r o w | Ucbcrall befinden sich Mtciluuaeu von Kosaken. Die treibend"? Aus dem Newski-Prospe'tt in Petersburg hat nach privaten Berichten die Infanterie gestern etliche. 20 Arbeiter erschossen. Es ist festzu stellen, daß die Soldaten meist in die Luft g-esch offen haben, woraus es sich erklärt, daß sämtliche Bogenlampen zertrümmert sind. Einer offiziellen Angabe zufolge hat es Astern nichtsdestoweniger von morgens 8 bis abends 128 Tote und 380 Verwundete gegeben. Tie heutigen offiziösen Nachrichten aus Petersburg lauten: Petersburg, 24. Jan. Die in den Kassen der Ar. beite- vorhandenen Mittel sind unbedeutend; nur die Narvasthe Abteilung des Arbeiterklubs, die nächste an der Putilow- fabrik, hat in ihrer Kasse 15 000 Rubel. Den Bedürftigen werden nur ganz begrenzte Summen ausbezahlt. Die gebildeten Stände setzen btc Sammlung von Mitteln für die Verletzten Im Ton ernster Mißbilligung bemerkt die „Nordd. Mg. Ztg." zu den Ereignissen in Rußland — die Ueberschrift lautet: Die Arbeiterbewegung in Rußland — folgendes: ,,Es werden von einzelnen Z-eituugsberichterstattern und namentlich von gewissen ausländischen Agenturen offensichtlich übertreibende Meldungen verbreitet." Daß in der ungeheuren Erregung, die mehr oder weniger sich auch dem beobachtenden Journalisten mitteilt, einzelne unrichttge oder nicht ganz genaue Nachrichten verbreitet werden, mag zugegeben werden. Von U.ebertreibung ilt (wer- solange nicht zu.sprechen, als die offiziellen russischen Meldungen „offensichtlich" darauf ausgehen, die Wahrheit zu verschweigen. Wagte doch der erste offizielle Bericht aus Petersburg von dem Blutsonntag zu behaupten: „Ewige Verwundungen sind vorgekommeu 1" Kühneres von Wahrheitsverdrehung und Vertuschung konnte kaum geleistet werden. Wie kommt es denn, daß in den hauptsächlichen Tatsachen die fianzäsischen und die englischen Berichte vollkommen übereinstimmen mit den von den deutschen Korrespondenten gelieferten? Beispielsweise hatte der Petersburger Mitarbeiter des „Bei?!. Tagebl." die Zahl der Getöteten auf zweitausend angegeben. Heute depeschiert der Petersburger Berichterstatter des . Pariser „Journal", der dieselbe Zahl meldete: „Ich halte die Ziffer von 2000 Toten ausiecht." Man erfährt bei dieser Gelegenheit noch, daß zahlreiche Kinder^ die auf die B äume des Alexandergartens sich geflüchtet hatten, von dort ,,w i e Spatzen" herabgeschossen wurden. Kann denn aus Rußland überhaupt etwas berichtet werden, das von vornherein dem Verdacht der Unwahrscheinlichkeit gegen sich hat? Es ist dort schlechterdings alles möglich. Hätte die Presse nicht dort ihre Privatkorrespondenten und wäre sie aus die von der Zensur zurechtgestutzten Telegramme angewiesen, so würde ein ganz unrichttges Bild sich ergeben.. Die Zeitungen sind eine wichtige Quelle für die Geschichte. Wer es aber etwa unternähme, nach den Schilderungen und Darlegungen Geschichte zu schreiben, wie sie von den russischen Preßbehörden in die Welt gesetzt werden, der würde sich einer argen Geschichtsfälschung schuldig machen und schwerlich irgendwo Glauben finden. Es ist bezeichnend, daß selbst in dem , Berl. Lokalanz.", der häufig zu deutschen offiziösen Ki'ndgebungen benutzt wird, und dem von Ministern wiederholt öffentlich Lob gespendet wurde, die Zustände in Rußland in den dunkelsten Farben — wie sie eben sind — gemalt werden. Sind auch die von dieser Seite herrührenden Meldungen „offensichtlich über- Ein kaiserlicher Erlaß an den dirigierenden Senat führt aus: Tie Ereignisse der letzten Tage in Petersburg haben gezeigt, daß es notwendig ist, außerordentliche, den Zeitunr- '"tänden entsprechende Maßregeln zur Aufrechterhaltung der; Staatsordnung und der öffentlichen Sicherheit zu ergrerfen. Deshalb haben wir für nöttg erachtet, das Amt eines Petersburger Generalgouverneurs cmf der Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen über die Gou- vernementschess und der nachfolgenden Regeln zu errichtens 1. Dem Petersburger Generalgouverneur werden Stadt uns Gouvernement Petersburg untergeordnet. 3. In den Fragen! betteffend die Aufrechterhaltung der Staatsordnung undi der öffentlichen Sicherheit werden dem Generalgouverneur; alle lokalen Zivilbehörden und die Lehranstalten aller Ressorts unterstellt. 3. Der Generalgoiwerneur besitzt das Recht, nach Uebereinkunst mit dem Minister des Innern, die im Artikel 140 des Zensurstatuts angegebenen Maßregeln! zu e rgreisen. 4. Abgesehen von dem Rechte, nach Maßgabe) des Gesetzes obligatorische Verfügungen über den verschärften Schutz zu treffen, hat der Generalgouverneur das Rechts obligatorische Verfügungen zu treffen über Gegenstände de- tteffend die öffentliche Ruhe und Ordnung seiues gebietes unter Festsetzung von Strafen und des Zerfahrens in Fällen von Ueberttetungen solcher Verfügungen gemäß den Artikeln 15 und 16 des Gesetzes über den verschärften Schutz, wobei der Generalgouverneur mit der Erledigung dieser Sachen den Gouverneur und den Stadthauptmmm; von Petersburg, die ihm untergeben sind, beauftragen raun. 5. Der Generalgouverneur hat das Recht, zur Unterstützung der Zivilbehörden Militär herbeizurufen, sobald er e§ für nötig erachtet, und nach seinem Gutdünken die Waffengattung, die Anzahl und die Heeresteile zu besttmmen, welche sodlinn feinen Befehlen Erflehen. 6. Dem Öeneralgou- berneur unterstehen in feinem Amtsbezirke btc Peter?. Immer Gendarmeriebertvaltung, die Eiseribahngeiwarmen und in polizeilicher idinsicht alle Behörden und Amtspersonen in der zu Eisenbalchzweckett expropriierten Zone. 7. Dem Gencralgouverneur sind in polizeilicher Hinsicht alle Kronsfabriken und Werkstätten in seinem Amtsbezirke unterstellt. 8. Me Rechte des Ministers des Innern bezüglich der Bestätigung im Amte von Mitgliedern der Kommunalbehörden und der Semsttvo im Bereiche der Hauptstadt und des Gouvernements gehen an den Generalgouverneur über. 9. Dem G^eneralgouvernenr steht daS Recht zu, einzelnen Persönlichkeiten den Aufenthalt in seinem AmtS.- bezirkc zu verbieten. . Ter Stadthauptmann ^Generalleutnant Fulk in wuroe . vom Kaiser ja.us sein Gesuch v c rab s chic de t imttr ve- lassung in seiner Stelle als Generaladjutant bev Kattcrs. Ter „Standard" meldet aus Libau, die kaiserliche Jacht „Standard" werde dort erwartet, um den Zareu mit seiner Familie n a ch Kopenhagen 311 bringen. „Daily Telegraph" meldet aus Petersburg vom L3.: . ES hat sich ein ?l n S s ch n ß v 0 n L i b e r al e n gebildet, der sich als die provisorische Regierung Rußlands bezeichnet. Der Ausschuß erklärt, cs würden die Zinsen • aller bisher abgeMojzcnen Anleihen bc^lt Norden. ab£R, kett nicht prüfen kann: Obwohl der Zar die Besttmmung desKartätschenschusses wohl richttg erfaßt hat, beherrschte er sich zunächst, soweit es ihm möglich lvar, und schien dem Vorfall keine allz-s> große Bedeutung beigemessen zu haben, befahl jedoch bett meisten Mitgliedern der kaiserlichen Familie, einigen Ministern und Geistlichen, sich im Anitschkow-Palais bei der Kaiserin-Witwe z-u versammeln. Dort augelangt, forderte der Kaiser Nikolaus die Anwesenden plötzlich auf, angesichts de. heiligen Bilder mis Liebe zum Vaterlande und im Nmnen der Menschttchkelt bte Wahrheit über die unverkennbare Bewegung im russischen Volke zu lüsten. Beiiw Sprechen war der Zar furchtbar aufgeregt. Seine Gesichtszüge verzeiwten sich und bald sank er fast ohnmächtig in den Sessel zu ruck. Dieser Vorgang übte auf die Anwesenden einen ttesen Eindruck aus. Großfürst Wladimir suchte den Zaren zu beruhigen, in dem er die Hilfe des Metropoliten Antonius in Anspruch nahm. Auch 'die Kaiserin-Witwe tat ihr mo<£ lichstes. Nach, kurzer Zeit erholte sich der Zar, bat ;edoch noch einmal, man möge ihm alles, alles erzählen und nichts verschweigen, da ihn die Ungewißheit sehr peinige. Die Beratungen fanden jedoch nur kurz^ Zeit statt, da matt sich dahin einigte, sofort die genauesten Mitteilungen über die Ereignisse der letzten Tage und über den zufälligen^ Kartätschcnschuß einzuholen und dann -aut Samstag oder Sonntag in Zarskoje-Selo über weitere Schritte zu beratert. Auch wußte man den Zaren zu überreden, Zarskoje-L>eio nicht zu verlassen, da die ausständischen Arbeiter ut Petersburg leicht zu Uebergrifsen schreiten könnten. Trotzdem der Justizminister und der Minist^ des, Innern von der u-nter der Führung des Priesters Gapon organisierten Bewegunig und den Forderungen der ^.rbetteu genau unterrichtet waren, wurde dem Zaren darüber auch n i ch t e in W 0 r t g e sa g t, und die Arbetterdemonsttatrow in einem ganz anderen Lichte geschildert. Dkkanntmachnng. Betr.: Rotlaufseuche zu Holzheim. Nachdem festgestellt ist, daß unter dem Schweinebestand Les Joh. Gg. Bingel zu Holzheim der Rotlauf erloschen ist, werden die angeordneten Sperrmaßregeln hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Januar 1905, Großherzoa'' .5 Krtt^amt Gießen. __I. V.: Hecbler.__ Bekanntmachung. Zur Feier de§ Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers findet am Freitag, den 27. l. MA, vormittags, Parade auf Oswaldsgarten statt. Dieser Platz wird daher an genanntem Tag von vormittags 10 Uhr ab für jeden Verkehr gesperrt werden. Gießen, den 17. Januar 1905. Großherzoglio-eo 'iwrizeiamt Gießen. Herberg. 8492, Süd von von von von von ein Mann be- bem Eingang Polizeibeamter entkommen. am Boulevard 15 273, 15 221, 13 403, 13 385, 26 615. Mann Mann stü tzung zu teil werde unb zu verlangen, daß eine nationale BerqarbeiterversammlunG einberufen werde, um für wertere Geldunterstützung zu sorgen. deutsches Neickr. .-23 e.rl i n, 24. Ian. Ter Kaiser besuchte gestern abend die Militärische Gesellschaft, wo .Hauptmann Ianp vom Großen Gc- ueralftob über die Schlacht bei Hochkirch sprach. .Heute unternahm der Kaiser den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, sprach ber dem Neichskmrzler vor, hörte im kgl. Schlosse den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts und empfing den Admiral von Öotfeenborn. Am Nachmittag bejuchte Sc. Majestät daL Atelier des Bildhauers Eauer. — ^-as Abgeordnetenhaus bat heute den Landwirt- ckiaftsetat weiter beraten und den Titel Minister bewilligt, ebenso den des Kapitels Besoldungen. P . Magdeburg, 24. Jan. Der der Reichstagsersatz- wähl in C a l b e - A s ch e r s l e b e n erhielt Placke (natl.) 19 435 und Albrecht (Soz.) 21 730 Stimmen. Letterer ist somit gewählt. „ ... Stuttgart, 24. Jan. Die württembergische Z iv i l l i st e erfordert einen jährlichen Baraufwand von 1 800 000 Mr, wozu noch 224 898 Mk. in Naturalien kommen. Die Staatsschuld beläuft fick, unter Ciirrechnung der für Zwecke der Derkehrsanstalten aufzunehmcnden Anlehen im Betrage von 36 Millionen, Ende 1905 auf 553 665 475 Mk., Ende 1906 auf ^^070 Mk. Vertragsm"ßig werden getilgt 1905: 3 229 775 Mk, 1906: 3 348 500 Mk., d. h. ein wenig mehr als die gesetzlich beftrmrnten 0.6 Proz. Für Pensionen werden verausgabt: 1905: 4 145 700 Mark, 1906: 4 316 300 Mk., der Aufwand für das Staats- m i n i ft e r i u m und den Geheimen Rat beziffert sich auf 67 040 Mark pro Jahr. Dom Ae'garöciteranskand. Von der Belegschaft in 18 Bergrevieren des Oberbergamtsbezirks Dortmund waren am Dienstag angefahren: Im Bergrevier .Hamm 332 Mann von 1266, im Revier Dortmund I 2972 von 14 031, Dortmund II 5477 von 18 640, Dortmund III 3843 von 16 817, Recklinghcuffen- Ost 2878 von 14 992, Recklinghausen-West 1734 von 14 026, Danach sind im ganzen angefahren 4 7 6 05 von 243263. Mithin fehlten 195658 Witten 2953 von 10 949, Hattingen 149 von bochiim 7757 von 9595, Nordbochiun 3166 Herne 2767 von 16 387, Gelsenkirchen 2438 Wattenscheid 3494 von 15 648, Öftesten 2244 Weitesten 2723 von 16 512, Südcsten 2333 Werden 434 von 2011 und Oberhausen 4543 Ans nnö £(P*fo. Gießen, den 25. Januar 1905. ** Pers onalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Walther aus Hochweisel eine Lehrerstelle an der Gemcindeschule zu Hochweisel, dem Schulamtsaspiranten Lehr aus Dietzenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schwickartshausen im Kreise Büdingen. — In den Ruhestand wurde versetzt die Gesangenaufseherin am Provinzial- arreftbaus in Darmstadt, Gertrude Roos, geborene Schäfer, aus ihr Rachsuchen unter Anerkennung ihrer treuen Dienste. " Das Programm zu den Vermählungsfeierlichkeiten am Darmstädter Hofe ist nach der ^Darmstädter Ztg." folgendes: Am 31 Januar nachmittags 4 Uhr trifft das Brautpaar mit den Angehörigen der Braut ein? te werden durch den Oberbürgermeister begrüßt. Abends findet in der Stadt Illumination statt. Am Abend deZ 1. Februar wird ein Hoffest im Residenzschloß abgebalien. Am Vormittag des 2. Februar wird der Kaiser eintceffen, dem militärischer Empfang (großen Empfang hat sich der Kaiser verbeten) zu Teil wird. Mittags 12 Uhr wird in der Hofkirche die Trauung durch Prälat D. Walz vollzogen werden. Rach der Trauung findet Galatasel im Kaisersaal des Residenzschlosses statt. Später begeben sich die Neuvermählten nach Schloß Romrod. **Huddei st überführt! Von der hiesigen Staatsanwaltschaft wurde uns heute eine Mitteilung, wonach nunmehr der Beweis mit Sicherheit erbracht ist, daß Hudde tatsächlich der Mörder des Heldenberger Pfarrers Thöbes ist. Man hat nämlich die geraubte goldene Remontoir- Ankeruhr 30 299 aufgesunden, die Hudde nach seiner blutigen Tat verpfändet hat. Die Pfandbriefe, die er bei seiner Verhaftung bei si.ch trug, haben ihn verraten! Es wurde festgestellt, daß der Verbrecher schon am 17. November, 6 Tage nach dem M»orü, die erwähnte Uhr des Pfarrers' Thöbes in Köln bei einem Althändler und Pfandvermittler Namens Himioben auf einen Pfandschein Nr. 39 581 versetzt hat. Am 15. Dezember, als er nach dem Norather Dieb- stahl wieder im Besitz von Geldmitteln war, löste er die Uhr wieder ein. Am 21. Dezember brauchte Hudde wieder! Geld, und wiederum wanderte die Uhr ins Pfandhaus diesmal in die Hände der Pfandvermittlerin Witwe Anton Danz in Köln, von der er 16 Mk. in Empfang nahm, gegen . 2 Mk. Vermittlungsgebühr, die er der Frau noch schuldet. Diesen Handel schloß er unter dem Namen Hüttemarck ab, wie aus dem Pfandschein hervorgeht, dem auch die genaue Adresse der Vermittlerin, Krummer Büchel 14, zu entnehmen war. Die hiesige Staatsanwaltschaft hat sogleich, am 18. Januar nach Köln geschrieben und heute die Uhr empfangen. Der Verbrecher, der übrigens auch Kleider re. versetzt hat, leugnete seither hartnäckig. Bei den Vernehmungen verlegte er sstcht auf dreisten Schwindel, der aber sofort von der Behörde als solcher erkannt werden mußte. Siubbc behauptete nämlich u. a., während des ganzen Monats November nur in Luxemburg sich aufgehalten zu haben, während man die bestimmten Beweise in Händen hat, daß er häufig, während dieser Zeit sich in der Rheingegend herumgetrieben hat. Es ist verwunderlich, daß der sonst nicht eigentlich beschränkt zu nennende Bursche augati, in Luxemburg sich aufgehalten zu haben, während er von diesem Lande nicht das geringste zu bekunden wußte. In Neulich wollte er gewesen sein, gab aber auf die Frage darüber, was das für eine Stadt sei, so ausweichende und unrichtige Antwort, daß die Lüge sofort offenbar war. Re- mich spielte aber in den Verbrecherplänen des Hudde doch steht nämlich fest, daß bei dem Norather ~teß ,1(11)1. d'n Hudde in Gemeinschaftm't trm ; f er g^nannt'n ^altcr verübt hat, den er aber noch immer leugnet, Walter oie_ ^emertuug machte, in Remich fei „auch etwas zu machen" und daß tu dieser Stadt jemand für spätere Taten von den« Raubmörder schriftlich vorgemerkt Würbe! Hudde ist bisher von dem, was mau über ihn ermittelt hat, noch nicht in Kenntnis fcb fc$t worden. Wenn man ihm nun all die Be- weise, die mau gegen ihn in Händen hat, demnächst vor- 9?.' — und d'as soll nach unseren Informationen wahr- icyeinllch heute oder morgen geschehen — wird er sich hofsentttch zu einem Geständnis bewegen la sen. Ein Zweifel daran, daß er der Täter ist, besteht nicht mehr. Am ^--nnstag hat die hiesige Untersuchungsbehörde in Hclden- bergeu erneut sestzustellen vermocht, daß Hudde am Mordtag mit ^Bestimmtheit am Tatort gesehen worden ist. L* Gründung des Bürgervereins Gießen. ™ 9oRn9m Versammlung im Neuen Saalbau hatten sich lea. 150—200 Perionen eingcfunbcn. Lehrer Valentin Müller alle Anleiheir, die fron1 der kaiserlichen Regierung nach dem 22. Januar auf genommen werden sollten, wurden nicht^anerkannt werben, da keine Nation augenblicklich ber russischen Regierung eine Anleihe gewähren könne, ohne AU wissen^ daß das Bürgertum und die Regierimg augenblicklich über die Lösung der Frage kämpften, wer wirklich die Nation repräsentiere. Die Stimmung im Nuslande. Wer Krieg. Tschisu, 24. Jan. Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein Flüchtling, ber'auS Port Arthur mit einem Dampfer hier angekommen ist, hat eine Abschrift von Stössels letzter Proklamation an die Besatzung, datiert vom 2. Januar, gebracht. Die Proklamation wirft einen Rückblick auf die glorreichen Leistungen der Besatzung; sie weist darauf hin," wie die Einschließung durch die Japaner langsam, aber unwiderstehlich enger geworden sei, so daß ein weiterer Widerstand Mord gewesen wäre. „Es ist nicht schwer, für sein Land zu sterben", heißt es in der Proklamation weiter, „aber ich muß mutig genug sein, die Festung zu übergeben, die ihr Werk getan hat. Es ist keine Flotte mehr da, die geschützt werden muß. Eine große Armee derJapaner ist vernichtet und dadurch außer Stande gesetzt worden, gegen Kuropackin zu kämpfen." Nach einem Bericht aus dem japanischen Hauptguartier bei Hsienchang vertrieben die Japaner am Montaa russische Kavallerie in Stärke von ungefähr einer Eskadron nordwestlich von Weistzaku aus ihrer Stellung und besetzten diese, wobei sie einige Pferde und Waffen erbeuteten. Eine andere japanische Abteilung schlug die Russen bei Chancheng. Die Verluste auf Seite ber Ruffen sind über 20 Tote und Verwundete. Die Japaner nahmen 5 Mann gefangen und erbeuteten Pferde und Waffen. Majunga, 24. Ian. Admiral Roshestwensky erklärte in einer Unterredung, er wisse sehr wohl, daß fich japanische Schiffe in seiner Nachbarschaft aufhalten, er habe selbst bei ber Fahrt an ber Ostküste von Madagaskar vier Schiffe bemerkt, die vermutlich japanische waren. Er glaube aber nicht, daß Admiral Togo den Fehler begehen würde, ihn so weit von feiner Operationsbasis entfernt anzugreifen. Roshestwensky sagte ferner, er erwarte binnen kurzer Zeit die Division Petrowosky. Die aus 45 Schiffen bestehende russische Flotte ist vor Noostne verankert. Sie wird von zahlreichen Kohlenschiffen begleitet. — Fünf russische Matrosen find am Sonnenstich gestorben. Seit vier Tagen find starke Negenfälle eingetreten. Der sanitäre Zustand der Flotte ist ausgezeichnet. Pokohama, 24. Jan. Ein englischer Untertan von portugiefischer Abstammung, namens Collins, der in Japan wohnt, wurde zu 11 Jahren Zwangsarbeit wegen Verrats militärischer Geheimnisse an Rußland bestraft. London, 24. Jan. Heute morgen wurde vbachtet, wie er eine große Meffingplatte von zur r u s s i s cb e n Botschaft l o s r i ß. Ein Nahm ihn seft, doch gelang es dem Mann, zu Paris, 24. Jan. In einem Kaffeehau,e _... Saint-Michel versammelten sich heute vormittag etwa hundert Russen, um eine Kundgebung zu veranstalten. Es brach zwischen ihnen ein Streit unb sie mußten von der Polizei aus- einandergebracht tverben. _ . _u. Rom, 24. Jan. Die Zeitungen find voll von >^ntervlews Mit Bioernson und riffsischen hier leben dm Journa iften, die ihren Abscheu gegen die gewaltsame Unterdrückung der BolkS- bewegung in Rutzland auSdrücken. Die „Tribuna uberschrecht ihren Leitartikel mit „Schande" und sagt, das Volk brauche keine Rücksichten zu nehmen, wie die Regierungen, und könne der, Entrüstung vollen Ailsdrnck geben. Der Gemeinderat von Pavia und die sozialiftischen Vereine in vielen anderen Städten erließen Protestresolutionen. Die sozial-stische Fraktion forb-rt die Regierung durch eine Jntervellation auf, den Dolmetsch der Gefühle des Volkes zu machen. , Triest, 24. Jan. Die Hungen sozialdemokratischen Arbeiter veranstalteten gestern abend vor dem russischen Konsulat eine Demonstration. Sie riefen: „Nieder mit dem Zaren, nieder Mit her Tvrannei. hoch das ruftisme Proletariat!" Tie Polizei schritt ein und nahm mehrere Verhaftungen vor. Wien, 24. Jan. Gestern abend fand hier,eine große sozial- b-emorratische Arbeiterversammlung statt welche schließlich von dem Regierungsvertreter aufgelöst wurde weil die Redner die russische Regienmg heftig angriffen und das revolutionäre Proletariat hoch leben ließen. Brüssel, 24. Jan. Geilem fand vor der hiesigen russischen Botschaft eine große Kundgebung statt, welche von jugendlichen Sozialisten organisiert war. Die Teilnehmer riefen: „Mörder, Nieder mit der Autokratie, Nieder mit dem Zaren!" Die Polizei schritt ein unb zerstreute die Demonstranten. Ausland. Wien, 24. Jan. Das Abgeordnetenhaus ist heutt mieb^r zusammengetreten. Nach Erledigung der Formalien ergreift Ministerpräsident Gautsch 1>as Wort: Hätten sich die Parteien des Ha"ses wieder zur grnvinfanrm Tätigkeit zusammengefunben, dann scheine auch die Voraussetzunc; gegeben zu Jein, um die Lösung jen"s aröstten Problems der öiterrttchischen Politik. Minde- 'tens anzubahnen, von welcher allein die dauem^de Gesundung der innerpolitischen Sage erwartet werden könne, nämlich die Annäherung und Verständigung zwischen, dem d e u t- ch e n und dem tschechischen Volksstamme. Die Regierung 'lebt dem deutschen und dem tschechischen Volksstamme wie allen Nationen des Vaterlandes mit vollster Unparteilichkeit und Wür- tigung ihrer Individualität und der berechtigten Jntereffen ihres Volkstums gegenüber. Der Ministerpräsident sagt weitgehendste Förderung b^r Jrdnftrie, des Handels und der Landwirtschaft >itens der Regierung zu, kündigt die demnächftige Einbringung einer Gewerbenovelle an, versichert, daß die Regierung allen Angelegenheiten der arb itenben Bevölkerung eine wirksame Förderung angedeihen lassen werde, und schließt mit ber Bitte, eine geregelte, ruchtbringende Tätigkeit im Hause herbeizuführen. Sofia, 24. Jan. Eine griechisch-türkische Bande führte au), dem Dorse Mspinzi im Bezirk von Dairan (Wilajet Saloniki- 26 Bauern heraus und gab auf diese einige Gewehrsalven ab. 12 Bauern fielen tot nieder. gegen 195 071 am gestrigen Tage, b. i. eine Zunahme der Ausständigen um 587 Mann. Der ^Rhein.-Westf. Ztg.". zufolge wurde am Mittwoch bei Zeche ^Concordia" em mit Koksaufladen in der Nach! beschäftigter Arbeitswilliger mit zwei Kugeln im 1 Kopfe tot aufqefunden. 9(m Mittwoch fanden in Effen wieder zwei große Bergarbeiter - Versammllmgen statt, in ! denen eine starke Begeisterung herrschte. Die Rede des Frei- l Herrn v. Heyl tin Reichstage wurde besprochen, und die un- ( erwartete Unterstützung der Bergarbeiterfache von dieser Seite * machte einen besonderen Eindruck. Die Rtthe und Ordnung wurde sonst nirgends gestört. Der Vorsitzende des Kohlensyndikats und Generaldirektor /er Gelsenkirchener Bergwerksgefellschaft, Geh. Rat Kirdorf, hat gegenüber einem Korrespondenten der ,F. Z." erklärt, daß die 14 von den Delegierten der Arbeiter dem Syndikat unterbreiteten Forderungen gänzlich unannehmbar und Verhandlungen darüber aussichtslos sind. Die Koksvorräte des Syndikats reichen noch vier Wochen, die Kohlen» Vorräte sind freilich geringer. Der Korrespondent gewann aus der Unterredung die Ueberzeugung, daß Grundlagen für irgend welche Friedensverhandlungen gegenwärtig nicht bestehen und daher das Ende des großen sozialen Kampfes gar nicht abzusehen ist. Welche Schädigungen der deutschen Industrie durch die Stockung der Kohlenlieferungen entstehen, darüber kann man sich noch gar fein Bild machen. Nicht nur, daß ein Eisenwerk nach dem andern gezwungen ist, die Arbeit zu reduziren oder ganz einzustellen, auch die Zement- und Textilindustrie des Rheinlandes ist bereits stark in Mitleidenschaft gezogen. Man darf wirklich gespannt sein, wie lange dieser Zustand anhalten kann, da jeder Tag Millionen Verluste mit sich bringt. dlach der „Köln. Volksztg." übersandte Kardinal Kopp an die Geschäftsstelle dieses Blatt-s 3000 Mk. für bie notleidenden Bergleute im Ruhrkohlenbezirk. . Arbeiter ber wegen Kohlenmangels stillgetegten westfälischen Stahlwerke in Bochum hielten eine Versammlung ab, in welcher eine Kommission über eine Unterredung mit Generaldirektor Kayser berichtete; danach erklärte dieser, daß, wenn inzwischen genug belgische Kohle eintreffe, vielleicht Dienstag der Betrieb zeitweilig wieder ausgenommen werden könnte. ^>n Berlin beschäftigten sich mit dem Ausstande im Atuhrrevier 27 in allen Stadtteilen von Berlin und in einigen Vororten abgehaltene sozialdemokratische Volksversammlungen, in denen eine Resolution gefaßt wurde, welche die Haltung der Zechenbesitzer verurteilt und den Ausständigen Unterstützung verspricht, sowie ein schleunigst zu erlassendes Reichsberggesetz verlangt. In parlamentarischen Kreisen gilt der Rücktritt Lstoellers nach Beendigung des Streiks als sicher. Der Streik im belgischen Kohlengebiet des Borinage breitet sich auch aus. Sowohl in Wasmes als in Flenu Produit haben die Kohlenbergwerksarbeiter den Ausstand erklärt. Die Zahl der Feiernden beträgt jetzt etwa zwei tausend. In Glasgow nahm eine Privatversammlung der schottischen Bergarbeiter-Vereinigung den Äntrag an, den Ausständigen in Westfalen ihre Sympathie ans- zudrücken. Die schottischen Mitglieder der englischen Vereinigung wurden beauftragt, daraus zu dringen, daß den deutschen Bergarbeitern nur jede mögliche Geldunter- Valilische Tagesschau. R. Berlin, 24. Januar. Wer ist schuld? In parlamentarischen Kreisen werden bereits Befürchtungen laut, daß der Etat nicht rechtzeitig vor dem 1. April fertig gestellt werden könne. Die Vermutung ist begründet. Seit 14 Tagen bereits beschäftigt sich die Budgetkommission mit dem R a chtra gsetat für Südwest - afrifa, ohne daß die Erledigung dieses Etats nahegerückt erschiene. Sonst ist die zweite Hälfte des Januar von der Kommission verwendet worden zur Aufarbeitung von Ab- chnitten des Hauptetats, die jetzt noch in weitem Felde steht. Dem Reichstag kann man es nicht verdenken, wenn er die Forderiingen für Südwestafrika auf das gründlichste prüft. Andererseits muß an die Regierung der Vorwurf gerichtet werden, daß sie einen Teil der Forderungen durchaus unzureichend begründet hat, wodurch der Fortgang der Beratung sich verzögert Der Reichstag hätte um 4 Wochen 'ruher oder bereits im Sommer zu einer Sondertagung einberufen werden sollen. So fällt die Verantwortung für die nicht rechtzeitige Fertigstellung des Etats allein auf die Regierimg. Was sonst noch an gesetzgeberischem Material erledigt werden wird, dürfte bescheiden sein trotz des späten Termins des Oster- und Pfingstfestes. Es ist vielmehr gerade deshalb die Wahrscheinlichkeit gering, daß die Volksvertreter geneigt fein werden, nach Pfingsten die Arbeit nochmals aufzunehmen. Verstaatlichung der Hibernia. Der preußische Landtag hat nunmehr cruch in dritter Lesung die Hibernia-Vorlage der Negierung angenommen. Seit der ersten Bekanntgabe des Verstaattichungsplanes ist nunmehr ein halbes Jahr dahingeflossen und der Kamp' zwischen Staatsgewalt und Unternehmermacht mar an wechselvollen Ereignissen reich. Aus dem usprünglichen Ver- staatlichungsantrag ist schließlich nichts anderes als eine Beteiligung des Staates an dem Bergwerksunternehmen geworden. Ter Staat wird Großaktionär der 5sibernia und seinen Einfluß als solcher wird er nach Maßgabe seiner Kräfte geltend zu machen suchen, soweit er das eb"n imstande ist. Man glaubt, daß es ihm schließlich doch noch gelingen wird, nach und nacfylric einfache M^jorttät in der Hibernia sich zu verschaj en. damit Sitz und St'mme in der Verwaltung unb (Oluf tiefem Wege auch im Kohlensynditat. Fürst Ferdinand von Bulgarien wird am Donnerstag Vormittag in Berlin eintreffen unb mit militärischen Ehren empfangen werden. Der Fürst nimmt im kaiserlichen Schloß Wohnung und verbleibt nach den bisher getroffenen Dispositionen bis zum 29. Januar in Berlin, üßie das B.-T. aus bester Quelle hört, hat der Besuch des Fürsten beim Kaiser einen hochpolitischen Hintergrund. Unfec Berliner Korrespondent versichert dagegen, daß nach seinen Erkundigungen der Besuch mit der hohen Politik, mit der Balkanpolitik, nichts zu tun habe. Die Einladung be§ Fürsten dürfte bei der Anwesenheit des Kaisers in Koburg vor einigen Wochen erfolgt fein. tft fah ' ktctei Ahmten um die 'M mindb- wjunbunq umlich die ’S d-iit- ■Mgimmg : ">« allen «nd Vür- rfncn ihres to>SkfiMe Anbringung I allen oöibcrung ie geregelte, führte aui t, calonifi) rsalven ab. f'Ä ^0% 5.145 700 ^taats- °U! 6704Q fffflcfl MTW c 1905. Schulamt?« cUe an der inten Lehr beschule zu den Ruhe- Provinzial« ne Schäfer, len Dienste, ählunqs- der,Darm« rtaq§ 4 Uhr Braut ein; jt Abendr Abend bei abgehoben. einttt^-n, .1 sich bet wird in der z vollzogen n Kaisersaal die Reuver- ;en Staats- iß, wonach daß budde ers Thöbes liemontoir- ier blutigen bei seiner Es wurde November, Pfarrers ^dvemittler ) 581 versetzt -ather W löste er bie »udde nnedek Pfandhaus ^twe Anton nahm, E ioä ittemarck ®- aiitft bie ge- ichel l4- $ i bat stgl^ nite bie UP di Mer-Ö - SetneW bet aber Arbeit ago* ganz" ■< s^haltcn u 9 in Sande" L^w»; SiJ d°ß der iuB-^ ' -oorat^ Mchen jtffl * Ljshec Aichst , u. Schlußkurie. Märkte. 31/-) Hessen 1% 0. Türken I. 500 VI. 140 II. 650 111. 345 IV. 140 V. 50 10190 89.80 101.95 89.70 100.10 99.70 101.90 104.80 64.40 64.15 129.60 50.30 Aniangs» . 210.90 . 234.25 . 140.75 . 235.00 . 209.25 Ziemlich lest. . 236.40 . 210.00 ■ 3% W/n Mainsand, Basalt-Kleinschlag, BasaltgrnS, NsakieS (Grubenkies), Laurenburger PochkieS, 3®/0 Mexikaner . . 4f/«9/o Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . l Kreditaktien ♦ . . Diskonto-Konitnandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Lombarden ♦ . • Gotthardbahn « • • Lanrahütte . . . Bochum • • « » ♦ Harpener . . . Staatsschatzscheine . 210.10 234.20 141.10 235.62 210.00 Telephonischer Kursbericht. F »nkfnrt a. LS- 25. Januar. . 33.10! . 92.00 i . 137 30; . 108.80! . 210 301 . 190.00 . 141.80 . 157.70 . 163.30 . 137.70 . 17.30 . 193.00 . 256.00 Geschenkt bekommt eveber eine hübsche Damen- ober Herren-Remontorr-Uhr, welch^ 400 Umhüllungen der beliebten Gwth'S gemahlenen Kernsers den Fabrikanten I. Gioth, Hanau, emsendet. hv ordnung gebeten wird. (Siehe Inserat.) ** Äus dem Bureau des Stadttheaters. Es dürfte allgemeines Interesse erregen, daß Theodor Birts vaterländisches Schauspiel „Anna von Hessen" am nächsten Sonntag den 29. Januar an unserer Bühne herauskommen wird. In der Festwoche, in der die Vermählung unseres Großherzogs stattfindet, darf diese Premiöre ein aktuelles Interesse beanspruchen, und sie wird auch gewissermaßen einen festlichen Charakter tragen. Für die Titelrolle ist Frl. Rottmann vom Frankfurter Stadttheater gewonnen worden. c. Beienheim (Wetterau), 23. Jan. Gestern wurde der hiesige Einwohner Johannes Gräf II. auf der Straße Dorheim-Beienheim von seinem Fuhrwerk überfahren. Er wollte sein Pferd, welches scheute, anhalten und kam dabei so unglücklich zu Fall, daß ihm das Vorderrad des beladenen Wagens über die Brust ging. Der Tod trat sofort ein. Wehlar, 24. Jan. Gestern nachmittag ertranken die beiden Kinder des Anstreichers Mohr von hier beim Ueberlchreiten der Lahn auf dem Heimwege vom Eislauf. Obschon polizeilich mehrfach vor dem Betreten des Lahneises gewarnt worden war, haben die unglücklichen Kinder, zwei Mädchen im Alter von 16 und 13 Jahren, die Unvorsichtigkeit begangen, um auf kürzerem Wege nach Hause zu gelangen, die Lahn zu überschreiten, und sind dabei, obschon sofort mehrfach Rettungsversuche gemacht wurden, elendiglich umgekommen. Die ältere Schwester konnte bald hernach herausgefischt werden; doch waren sofort angestellte Rettungsversuche vergeblich; die Leiche der jüngeren Schwester konnte heute erst geborgen werden. Die Aufregung über diesen Vorfall und das Mitleid mit dem armen Vater sind allgemein. JJl Ul 14t-. . —. . fc Frankfurt a. M., 25. Ian. Mrig.-Telegr. des ,Gieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 1244 Schweine. Schweine: 1. Qualität 59-60 Mg. Lebendgewicht 47-00 W o Qual 58—00 PW., Lebendgewicht 46-00 UStg., o. Uttaurai 52—54 Big., ^Lebendgewicht 00—00 Psg. Geschäft gedruckt, Ueber- vermachtes. • Mutterliebe. Ueber einen tragischen Vorfall wird dem .Neuen Wiener Tagebl." aus Belgrad berichtet: AuS dem serbischen Dorfe Alexandrovac gingen zwei Frauen mit ihren Kindern, einem zehnjährigen Knaben un einem sünfzehnjährigen Mädchen, in ein benachbartes Dor um dort einen Besuch zu machen. , Infolge schlechten Wetters kamen sie aber nur langsam vorwärts und so überraschte sie die Dunkelheit. Als Sturmwind und Schneegestöber los- brachen, verirrten sich die Frauen und waren nun den Unbilden des Wetters ausgesetzt. In dieser 31ot gaben nun Untersuchung eingeleitet. London, 25. Ian. Ein Telegramm au? Petersburg berichtet, daß der russische Thronfolger schwer er- krankt sei. Er leide an Lungenentzündung und sein Zuftanv gebe Anlaß zu ernsten Besorgnissen. Die Zarin hat aus London zwei Krankenschwestern zur Pflege des kranken Prüfen 31/ o/o Konsole do. KirckliLc a <6 r i beiterschaft faßte einmütig rine Resolutwn, tn sie den P t ßiiraer Arbeitern ihre Sympathie auslpricyl Paris, 25 Jaii. „Newyork Äerald" meldet aus Petersburg? Äe^n abend kam es zu neuen Unruhen wobe^ I Truvvien gegen das Volk schossen. Kavallerie trieb die Menge, znrü^und gL?einen Pardon. Seitens der Aufltändiich^N! wurden Dynamitbomben gegen i> a S JK tl itar getoorfen, XÄ^enÄer*beschloß feine LouzessiE zu machen und Repressiv-Maßrezeln zu treffen. . .. nahm. , , vi ** Der Maschinenbauer-Gesangverein brachte seinem Ehrenmitgliede, dem Bureauvorsteher Schiffnie, der gestern seinen 50. Geburtstag feierte, ein Ständchen. *» Abhaltung der Viehmärkte. Auf eine Verfügung des Großh. Ministeriums haben die hessischen Kreis- ämter den Handel mit Vieh im Um herziehen und die Abhaltung der Viehmärkte, zunächst bis zmn 1. März l. Is. «erboten und gleichzeitig den Landwirten anempfohlen, den Viehhändleni und Metzgern das Betreten ihrer Stallungen nicht zu gestatten. Daraus hat die Kommission zur Erhaltung der Viehmärkte, die seiner Zeit aus je zwei Vertretern des Verkehrsoereins, der Bäckerinnung, des Gastwirte-, Detaillisten-, -Ortsgewerbe- und Stallbesitzervereins sich gebildet hat, unter Zuziehung des Stadtv. Kirch eine Petition an das Ministe- rium in Umlauf gesetzt, worin uni die Aushebung der Ver- Die russische Bewegungen. Petersburg, 25. Jan. General Trepow bat bereits sein Amt ^getretem Er ist entschlossen, mit aller Strenge aemm die Führer der Nrbeiterbewegmrg vorzugehen, welche durch Terr^mus die Arbeitswilligen aushetzen und davon ab- ae?alten hätten, mit den Arbei'gebern Vereinbarungen zu treffen Die Verhaftung Iiertiorragenber Persönlichkeiten ist auf $ 1 e5ß e°t°e r SUb u r^,“ 25.5 Sam S« Kvlpino, das von! MNtär „m-inneft in floß, da die Arbeiter den Versuch machten, d" Nikchaibahn zu zerstörei,. viel Blut Im Arbeiterauzstand cLint ein Umschwung ein getreten zu snn. Der Frnan^- m i n ist e r empfing eine kleine Arbsiterdeputatlon und warnte sie vor Politischen Fordcuumgen, machte ihr die L^e klar und ^?svrach einige Besserungen der Lebensbedmgnngm der ylrbeittr In b-cii Putilowwerken hat sich der größte Teil der Arbeiter' bereit aHärt, heute die Arbeit aufzimehmen, ebenso Eis^nbohMEkstüttenarbeiter. Es dürfte eme Reihe ent- s.ulicher ANentate folgest als Rache für. die N.ederlage Tatsache, daß heute alle .Herausgeber und Elnsredakteure der hiesigen Zeitungen dem Fürsten Mirski eme WSvWK.EWAÜ'SLL CI Vo-nVon* 25C Man. Der „Siondm-d" meldet nu? Odesso hnm 24 b in ben südlichen Judustriermtren herrscht das Streitfie&er. (Sine Anzahl Arbeiter verkündete ut Odessa. der Angebote ftattfinbet. Bad-Nauheim, den 23. Januar 1005. _ U (1 Dr. Weder, ^orjlaflefios. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (Bürgern,eistereigebäude) Zimmer Nr. 14* Der Arbeitsnachweis hat bit Aufgabe, zwischen ^b^tgeb«n xxvb Arbeitnehmern («rdeiteru »ealich^ Ar^ Dienstboten mrtz Lehrltugeu) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 btö 1 Uhr und von 8 bi- 8 Uhr geössi«.^ können eingestellt werden: , B18/' 1 kandwirtsch. Kuecht, 1 Viebsiitterer (auswc^ts), 1 Maschmen- frMnner 2 Schreiner 1 Holzdreher, 1 Herrschaitskutfeher (ehligeust°ei>t zur Kcnntnzs waren Von dm beiden zuletzt Genannten wurden ?Ät^ MitteUungm. die die Freude über die Gründung aus- verleien. Nach der Genehmigung der Satzungen, die drücken, berieten, jiuuj Nn^rdeiten des Komitees angenommen in wesentl.cheu nach ^^XSi bei b« « Vertretung oller Ter Vorstand SO. 'ÄS' fc '-st ”M>= M «< <.. . Ä'i wtUSt rizil--. «. ÄÄ Ä Ä S^ächauftage aus die Tagesordnung «s^ So ist denn nun der nützlich« und notwendige Bürger- Spt in der Tat berufen erscheint, zum Wohl der Geiamtbeit^ unserer Stadt wesentlich mitzuwirkm, imter den gün- M getreten. Hoffentlich nimmt bie ffllitj XÄ mehr zu! Der Jahresbeitrag von 1 Mk. ist ^Krieger-Verein chem. Kameraden der Aroßb Hessischen (2 5.) Division zu Berlin. S. K. Hob. Prinz Heinrich von Preutzen empfing am ^.age ke§ Ordensfestes im Königs. Schloß zu Berlin den Vorstand des Vereins eßem. Kameraden der Großh. Hess. s2o.) Division ,u Berlin (Protektor S. K. Hoh. Großherzog Ernst Ludwig), bestehend aus den Herren Kreistierarzt a. D. Dr. Schaffer 11 Bors., Apotheker und Fabrikbesitzer Walter Weiß 2. Vors., Kaufmann Emil Fischbach, 1. Schristfllhrer. Die Herren statteten in der gewährten längeren Audienz S. K. Hoh. den Dank dieses Vereins ab für die Annahme der Ehren- Mitgliedschaft, welche Prinz Heinrich huldvollst entgegen- 3Vb°/0 Reich sanleihe do. Kandel und UerKehr. Nslkswirtschast. Berliner Börse vom 24. Januar 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und^ tiGießen.) VI. 140 „ Quarzit-Meinschlag. Lieferungsbedingungen können auf dem Bureau i s Unterzeichneten, Badchantz IV, eingesehen werden Offerten sind vcrschloffcn und mit entsprechender -lufschnfl oerscheii spätestens bis jtttn 13. Februar d. ». vormittag» 11 Uhr, auf genanntem Büreau abzugibcn, selbst iin Beisein etwa erschienener Submittenten die Ocffnunz Vom Kriege. Washington, 24. Jan. (Reuter.) Der chinesisch- Gesandte übergab dem Staatssekretär Hay bte Chinas auf die russische Beschwerde. Ehrn a erNart, nicht im gering st en von feinerNeutralrtat a6 getotd) enl -u fein ■ das allgemeine Verhalten des Volkes sei friedlich, wie es von den Mächten verlangt würde. Ito der Note hertzh es weiter China sei der Ansicht, daß R u ß l a nb tnme h. rekln Fällen seine Neutralität verletzt W ' ! London, 24 Jan. „Tailh Telegraph" meldet au^ Shanghai von gestern: In den H -c> s p i t a l e rn von P o r ts Arthur befinden sich noch 15000 Ke an ke ; 500 star-- ! b e n seit der Kapitulation. ______________— Submission. ^0[qenbe Materialien kommen durch Großh. Kurvcr waltttNg zur Vergebling I. 500 cbm 3l/2% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 4V.% Oesterr. Silberrente 100.60 4% Unsrer. Goldrente • • 100.00 40/0 Italien. Rente . 4Va% Porto diesen . 80/ Portugiesen. ♦ . tand bedeutend. ______ ______ Familien Nachrichten. Gestorben: Herr Ludwig Ganz, Privatmann, Mainz. Giestener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen.^'.r Donnerstag ben 26. Januar 1905: Zeitweise etwas aufklarend, tm allgememen trocken, ein wenig kälter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. TQrkenlose...... 4®/0 Grieoh. Monopol.-Anl. 411 % äussere Argentiner 45.40 ’ Tendenz: fest. 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