Erstes Blatt. Dienstag 21. März 1905 Ve-»gSpret-r viertel« monatl prozentigen inne ren r u ich Lchulstratze 7« Ubrefie für Depel ehern Anzeiger Gtehen. FerittvrrchanicblußM 51 155. Jahrgang Amtliche Nochricktcn über Viehseuchen. Bei einem Schweine des Schweinehändlers Schnell zu Vadenrod (Kreis Alsfeld) sind fchweinefeuchenverdächtige Erscheinungen festgestellt worden, lieber das Gehöft des Genannten ist die Sperre verhängt. Unter den Schweinen de§ Landwirts Friedrich S ch r ö d e r #i Elbenrod (Kreis Alsfeld) ist die Schwemefeuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist verhängt. Deutsches Reich. Berlin, 20. März. Heute hörte der Kaiser die Vorzüge des Chefs des Zivilkabinetts und des Kultusministers und begab sich mittels Automobils nach Potsdam zur Besichtigung der zweiten Kompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß, welche der Kronprinz führt. — Pariser Zeitungen berichten über das Diner in der französischen Botschaft in Berlin, welchem Kaiser Wilhelm beiwohnte: »Nach dem Diner hatte der Kaiser bis kurz vor Mitternacht eine lange Unterhaltung mit dem Botschafter. Man glaubt, daß Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland dabei besprochen wurden, die sich auf die deutschen Jnteresien in Marokko beziehen und das Zustandekommen eines Einvernehmens in diesem Punkte zwischen den beiden Ländern vermuten lassend In diesem Zusammenhänge verfolgt man den Plan deS Kaisers, einige Stunden aus der Reede von Tanger zu verweilen, in England und Frankreich mit großem Interesse. (Vgl. unsere heutige „Polit. Tagesschau": „Der Kaiser in Tanger.") — Nach der „Welt am Montag" wird seft einigen Lagen das hiesige russische Konsulat dnrch einen Schutzmann bewacht. — Eine öffentliche Anarchisten-Versammlung mit der Tagesordnung: „Die geschichtliche Bedeutung der Märzkämpfe, welche am Sonntag stattfinden sollte, wurde polizeilich verboten. Oldenburg, 19. März. Graf v. Wels bürg, der Sohn des verstorbenen Herzogs Elimar von Oldenburg, eines Stiefbruders des verstorbenen Großherzogs Peter, der bekanntlich Ansprüche auf die Zugehörigkeit zum oldenburgischen Fürstengeschlecht gerichtlich geltend macht, ist aus dem aktiven Militärdienste ausgeschieden. Er ist auf sein Gesuch zu den Reserveoffizieren des Regiments Garde du Corps, bei dem er diente, übergeführt worden. Schwerin, 20. März. Entgegen der Meldung Berliner -Blätter, daß die Großherzogin-Mutter' von Mecklenburg-Schwerin der Hochzeit des Kronprinzen und der Herzogin Cecilie nicht beiwohnen werde, ist festzustellen, daß sich die Großherzogin-Mutter mit der Herzogin Cecilie am 3. Juni nach Berlin begeben wird. Essen a. d. Ruhr, 20. März. Die Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch-wcstfälischen Jn- dustriebezirkes hat in ihrer heutigen Versammlung beschlossen, den Landtag zu bitten, die Berggesetznovelle betreffend die Regelung der Bergarbeiterverhältniffe abzulehnen. In der betreffenden Resolution wird betont, daß die Vereinigung in den Bestimmungen der Novelle eine schwere Gefährdung des gesamten deutschen Wirtschaftslebens und zwar nicht nur der Industrie, sondern auch der gesamten Arbeiterschaft und auch des Handwerks und der Landwirtschaft erblicke; denn es würde die Erhöhung der Förderkosten der Kohle mit Notwendigkeit auch eine Erhöhung der Kohlenpreise mit sich bringen. Endlich werde die Annahme des Gesetzentwurfs zu einer wesentlichen Stärkung der Sozialdemokratie führen. Kcer und K otte. — Der Kronprinz entband den General der Infanterie v. Werder auf seinen Antrag von der Führung der Geschäfte als Vorsitzender des VerwaltungsauSschuffes der Kaiser-Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden und ernannte den General der Infanterie z. D. v. Seeckt zum Vorsitzenden dieses Ausschusses. der Beratungen. . _ Moskau, 20. Marz. In hiesigen Börsenpreisen verlautet auf das bestimmteste, daß die Emission einer fünf- prozentigen inneren russischen Anleihe beschlossene Sache sei und daß dieselbe bereits m den nächsten Tagen zur Durchführung gelangen werde. Der heilige Krieg. Ordens an den Vizekönig von Nanking. Der deutsche Kaiser, so erklärt das Blatt, hat diesem Vize- könig einen Orden verliehen in dw Hoffnung, künftige Dienste von ibm zu erhalten. Es lasse sich nicht leugnen, daß deutsche Macht und deutscher Einfluß in den Pangtse- wovinzen, wo der Einstnß Englands bis zum Jahre 1898 vorherrschend war, wachsen. Es sei höchste Zeit, den zunehmenden deutschen Einfluß enerai'ch tu bekämpfen. Ausland. London, 20. März, Die „Times" erblicken eine atttb errMche Tendenz in der Verleihung eines deutschen Die Errichtung einer elektrischen Zentrale in Reichelsheim i. d. W. (Original-Ari ikel des „Gießener Anzeiger".) H. Reichelsheim (Wetterau), 20. März. Am Sonntag fand im hiesigen Gasthof znr Post eine Versammlung aus den umliegenden Ortschaften statt, in welcher über die Errichtung einer größeren elektrffchen Zentrale in Reichelsheim beraten wurde, deren Kraftübertragung vorläufig auf zehn Kilometer im Umkreis ausgedehnt werden soll. Als Vertreter der Großh. Provinzialdirektion wohnte Kreisamtmann Hechler- Gießen, als Vertreter des Kreisamtcs Friedberg Kreisamtmann Dr. W ö r n e r den Verhandlungen bei: der Vertreter des Kreis- amtes Büdingen wurde in letzter Stunde am Erscheinen verhindert. Ferner waren vom Vorsitzenden als Sachverständige »die Ingenieure Fest (Vertreter der Firma „Allgemeine Elektrizftäts- Gesellschaft Berlin"), Stamm (Vertreter der Firma „Siemens und Schuckert Berlins, Siegel, Dozent der Gewerbeakademre in Friedberg, geladen worden. Das Fürstlich Solms-Brannfelsschi Braunkohlenbergwerk war durch Herrn Heil vertreten. Der Vorsitzende, Apotheker Hempel- Reichelsheim,, eröffnete um drei Uhr die Sitzung imb erläuterte, daß gerade Reichelsheim als Ort der elektrischen Zentrale ausersehen worden sei, weil Reichelsheim einm'eits als Mittelpunkt der in Betracht zu ziehenden Ortschaften anzusehen sei, sodann aber auch, daß prakttsche Gründe hierfür sprächen, da das nur zehn Minuten von Reichelsheim entfernt liegende Fürstlich Solms-Braunfelssche .Braunkohlenbergwerk mittels elektrischer Drahtseilbahn in die Lage versetzt würde, das zur Verwendung gelangende Heizmaterial zur Verfügung zu stellen. , Kreisamtmann Dr. Wörner-Friedberg fragte an,, tit welcher Meise der Dau und der Betrieb des Weickes gedacht sei, woraus durch die anwesenden Unternehmer, die Herren Gordon und Blumenthal mitgeteilt wurde, daß das Unternehmen rein privater Natur sei, von ihnen selbst ins Leben gerufen werden solle, sofern die erforderliche Anzahl Lampen verlangt werden würde. Sollte dies der Fall sein, dann beauftragten s i e eine erstklassige Firma mit dem Bau des Werkes und beabsichtigten alsdann, das Werk auf ihre eigene Rechnung zu führen. Es wurde alsdann über den Pauschaltarif, welcher dem Unternehmen zu Grunde gelegt werden soll, verhandelt, die Vorteile und Nachteile eines solchen gegenüber dem Zählersvstem in eingehende Erwägung gezogen, so daß man auf Grund der von Ingenieur Siege l - Friedberg gegebenen Beispiele M der Ueberzeugung gelangte, daß es überall da, wo es sich um mehr als zehn^Lampen in einem Anwesen handele, zu enipfchlen sei, das Zahcersystem zu verwenden, während bei Anschlüssen unter zehn Lampen der Pauschaltarif vvrgezogen werden müsse. Dieser Punkt war llargeftellt, als Krnsamtmann Dr. Wör» n er-Friedberg das Wort ergriff, um ganz besondere Vorsicht zu empfehlen. Er wies auf das vor mehreren Jahren in Melbach geplante Elektrizitätswerk hin, dessen Bau mit Rücksicht auf die notorische Zahlungsunfähigkeit der Firma unterblieb, und empfahl, bevor auf die Details eingegangen werde- sich erst generell zu einigen und Erhebungen über die Unternehmer anzustellen w r Kreisamtmann Hechler- Gießen war der Ansicht, daß zwar selbstredend Vorsicht geboten sei, daß man aber auch andererseits an dem Vorhaben festhalten solle, zumal das Jntereffe aller Gemeinden an der Verwirllichung des Unternehmens sehr groß sei. Das Werk müsse gebaut werden. Am schnellsten käme man wohl vorwärts, wenn die Unternehmer selbst bei den zuständigen KreiSämter zur Erlangung der Konzession vorstellig werden, deren Erteilung wohl nichts im Wege stehen dürfte, sofern die Zahlungsfähigkeit der Unternehmer als feststehend anerkannt würde und andere Bedenken nicht entstünden. Kreisamtmann Dr. W ö r n e r - Friedberg wies wiederholt dar»- auf An, daß die Gemeinden in keiner bindenden Form sich erklären könnten, sofern sic nicht die Genehmigung des Ministeriums eingeholt hätten. (Die Bürgermeistereien hatten bei den Vor Verhandlungen sich darauf gestützt, nur dann sich 'erlläreu zu können, wenn ihnen die von Kreisamtmann Dr. Wörnev- Friedbcrg angezogenc ministerielle (Genehmigung erteilt würde.) Medizinalrat Dr. S eß CS>O€> €><>€> €300 Lchöver Papagei mit Käfig zu verkaufen. Ztt erfragerr unt 1530 in der Exped. d. Bl. 3-Ztmmenvohnung zu vermiet. 01731 Crednerstraße 36. Wohnung, 6—7 Zimmer, mit unb ohne Pferdestall zu vermiet Zwei Häuser mit Sähen in vorzüglicher Geschäftslage sind preiswert unb unter günstigen Bedingrmgen zu verkaufen. Offerten unter Nr. 01634 an die Exped. ds. Bt -Drilling Cal. 16 Kugel 9,3. 1 fast neues Schrotgewehr Cal. 12. ^Rcpttir-Püvschbüchtc für / Mantelgeschosse ^rlles erstklassiges Suhler Fabrikat. 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