löö, Fayrg Nr. 295 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen :fctoidelung und da ist eß natürlich, daß die wirt* । im Vordergrund stehen. Wenn hnr aber einmal ch, Maschinenfobn!. iitzen verraiS die besten deutschen Festun, Küstrin, Hagen, Stettin ul Das sind leine Meuchelmörder. Mordbcmditen Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen UniverstlälSdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: 8chulktr.7. Tel. Nr. 6L Te1egr.*Ädr. r Anzeiger Stehen. 0'4 Sramm Marktplatz ® gehen zu lasten. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Bebel (Soz.)t Erscheint »glich mit Ausnahme bei Sonntags. 2»ie „Gießener Fa»illenblStter- werden dem Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der .chelflfche Landwirt' erscheint monatlich einmal. Abg. Motl.eln (fteis. vgg.): Daß iit ja ganz ettoert Neues, daß Herr Schlumberger hier , • -i cii-r her demschrn Baniinvollindustrie" gesprochen hol 1 denke, er ist als Vertreter des deutschen Volkes gewählt. «Mi e und Piäzisioiw igebranch schon vo: .AtihmaschiDd eien, Schubmachej- l, NNäschefabnien. tdeln, Oele etc. -W erfüllen. M l )UngelmascbineiL MplohlkN . I 13 P. Ptd, 80 hi erdnxüt II 'qriifl iit mir die Berechtigung seines Mandats, für die Baum» n i iLiiftric zu sprechen, redn zweifelhaft. So ist B die Baum- »oligarnindustrie durchaus einverstanden mit der Zollherabsetzung. kl-shESiW icnen Lchutzvorn. >äl, stets auf Lagt: sohnMS Berlin kommt, dann geht er wohl in» Theater und hinterdrein trinkt er auch wohl eine Flasche Tyampagner — meistens iit cd deutscher Champagner. (Heiterkeit.) Auf dem Lande aber lebt er ganz anders Ich erinnere nur an die klassische Rede deS Fürsten BiSmarck vom 14. Februar 1885. Da sagte er: .Ich freue mich immer, wenn ich aus dem Lande diese braun gebrannten Herren morgenö auf ihr Feld herauSreiten sehe." Glauben Sie, von einem übertriebenen LuxuS kann dort gar nicht die Rede sein. Der Staatssekretär meinte, daß wieder eine Regeneration, wie zu An» fang des 16. und zu Anfang deS 19. Jahrhunderts, startfinden müsse. Ja, in solchen Krisenzeiten leben imr nicht, wtt leben in Zeiten ruhiger Entrost' “ schaftlichen Fragen solche Krise «< ** tr»n.»ü 6 Su-> ^el P. St. 1O| icMsnto Von5Pt™r iblschocoto v°u 20 Ptg, wieder solche Krisen erleben, dann würde das deutsche Volk gerade wieder so opferwillig sein, wie eS 1818 und 1870 war. Wenn man alt wird, neigt man zum PessünmiSmuS, daß tue auch ich, aber was mich immer wieder getröstet hat, das ist die Lage unserer Schutztruppen im Kolonialkrieg. Im großen und ganzen haben sich die Leute nicht au« materiellen Gründen anwerbcn lasten. Nein, aii.wt und drittens ist der Handelsvertrag mit der Schwerz ab» i c < I losten tri rben unter weiteren Zugeständnissen, welche der ein« I nnischim Bauniwollmdustrie die Konkurrenz mit dem AuSlande : He icr erschweren werken. Dagegen hat die Schweiz ihre Textil-Zolle ; UT das Dreifache, von 10 aus 80 Franken erhöht. Nun sollen den p u mächtigeren Engländern, die fünfmal soviel Spindeln besitzen H ti i- wir, ficuiidsdwftshalber die Vorteile der Meistbegünstigung zu ! p iw kommen, das will sagen, die Zugeständnisse, welche ohne irgend tinr Gegenleistung auf dem Textil-Gcbiet der Schweiz gewährt • lrenden sind. Wir Industriellen Haven zwar die Schweizer und die i Ci nlönber Herzlid' gern, solange sie uns leben lassen, solange wir b '-brn können mit Arbeitslöhnen, welche uns erlauben, den zehn- (l bi; n Arbeitstag mit entsprechenden Mehrausgaben einzuführen. 11 d) die jetzt ivon der Regierung aeplnnten Maßnahmen wird die b '. :sche Ba inwvllenindnstrie sich in Zukunft in einer Lage be- . sichen, wie sie schlimmer md't gedacht werden kann. Hier im Hause har eS Pflicht für den Vertreter der betroffenen Industrie, deS« , teilen einen ernsten Mahnruf ertönen zu lasten. UnterstaatSsekretär Dcrmvth: Die Regierung hat getan, WaS in ihren Kräften stand, um i b'i Bauniwollenindustrie zu helfen, indem sie auf feine Garne , t rrn höheren Zoll und auf grobe Garne einen niedrigen Zoll gelegt tu. Mehr konnte die Regierung in diesem Falle nicht tun. schwärme in Aegypten, aber die Schuld daran tragt die bürget» lichc Gesellschaft. Man spricht von dem zunehmenden MaterialiS» muß. Ja, was nützt mir alle schöne Ideologie, wenn ich nicht satt zu esten habe? Den Unternehmern Idealismus predigen ist genau so, als wenn Sie dem Wolf zumuten wollten, cm t'amm, bat vor ihm steht, nicht zu ftcsten. (Sehr gut! bei den Soz.) Gra, Posadowsky bat neulich, mit seinen Worten, bau die Besitzenden nicht genug Opferwilligkeit zeigen, einmal die Wahrheit gesagt. Dafür ist ihm heute von dem GJrafcn Stolberg der Slrieg erklärt. Der preußische Minister Freiherr von Rheinbaben sagte, daß bnfl Einkommen der Arbeiter verhältnismäßig stärker angewachsen sei als daß der Unternehmer. Das trifft doch nur da zu, wo die Arbeitslöhne so hundsmiserabel waren, daß die Unternehmer überhaupt keine Arbeiter mehr bekamen. (Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Dagegen, daß daS Gehalt der Minister von 36 000 auf 50 000 Mark vermehrt wird, hat man nichts einzu- wenden, obwohl daö eine weit stärkere Steigerung des Einkommens ist als die der Arbeiter. Was haben denn die Arbeiter für Rechte? Mehr als eine Million Arbeiter haben in Preußen nicht einen einzigen Kandidaten durchbringerr können. TaS ist doch die vollendete Rechtlosigkeit. ,Widerspruch rechts.) Ich begreife nicht, wie Sie die Stirn haben können, das zu leugnen. sUnruhe rcdjtßJ englische Wahlrecht ist viel besser, als Herr von Hardoift meint, jedenfalls hält das preußische f inen Vergleich damit au8. Wenn in England die Sozialdemokratie sckzwächer ist, als hier, so liegt daß einfach daran, daß in England die Bourgeosie schon seit Jahrzehnten so vernünftig ist, den Wünschen der Arbeiter entgegen» zukommen (Widerspruch rechts.) Luch in der Justiz Ijmidrt bet unS arge Willkür. Wir haben eine sUastenjustiz, weil untere Richter lediglich aus der h.rrschendcn Klaste hervorgehen. Wenn aber nicht mehr Recht gesprochen wird ohne Ansehen der Perion, dann hat der Staat damit seine vornehmste Pflicht verletzt. Die herrschende Klasse versagt überall da, wo sie die besternde Hand anlegen sollie. Daher rühren dann die Äatastrophcii, es sind immer die Regierenden, die die Sd,uld daran tragen. (Widerspruch icduß) Wenn Deutschland nicht andere Wege einschlägl, dann geht es bei unS genau so wie anderwärts. Warum ändern Sie mcht das Wahlrecht in Preußen? Warum bringen Sie nicht darauf, ban es geändert wird, Herr Zrimborn? sAbg. T r i m b oin: Ich habe ja gar nichts gesagt. — Gioße Heiterkeit.) Nach der Annahme des Ministers von Rheinbaben soll ,ch gesagt haben, die be. fipenben lassen leisteten nichts. Das habe ich nicht g sagt und kann es gar nicht gesagt haben, benn mir geboren ja auch zu der besitenden «laste. ,Heiterkeit.) Aber das >,t ja ganz selbs tver- stündlich, daß die wohlhabenden Leute mehr auformgen müssen; und cs lediglich ein trauriges Zeugnis für unsere Gesamtlage, wenn in Preußen von 35 Millionen Menschen 22 Millionen steuerfrei sind, weil sie weniger als 900 Mark Einkommen haben (Sehr riditigl bei den Sozialdemokraten.! Sie srechtS) haben also wahrlich keinen Anlaß, auf Ihre Leistungen stolz zu fern. Im Iah" 1863 batten 4 Proz. all.r Preußen ein Einkommen von mehr al» 3000 felarl, heute sind es 4,45 Proz. Die Enikoinmenste>gerung erstreckt sich nur aus einen sehr kleinen Bruchteil der Bevölkerung. Es sind allein die großen Unternehmer, die an dem toafflicnöen Wohlstände teil halten. Und waS tun sie dafür für den Arbeiter? Sie geben für die Zwecke der Arbeiterversichcrung täglich Jcagß Pfennige aus. Damit, meine ich, hätte man doch keinen Anlaß, zu Freitag, 15. Dezember 1V05 Eichener Anzeiger irr von PorM Gegenüber dem Abg Bastermann, der von der englischen Eifersucht gegen unS sprach, möchte ick hervorheben: Die ganze englische Presse hat c5 einmütig abgeleugnet, daß dort irgendwo Haß ober Eifersucht gegen Deutschland bestehe. England und Deutschland haben so viele gemeinsame Interessen, bah, wenn möglich, ein Friedensbündnis zwischen diesen Ländern geschlossen wer- den sollte. Erst dann w. rde der Friede in Wahrheit baue mb sichert sein. Statt dessen wird bei uns von gewissen Setten fort* dauernd gegen England gehetzt. Mit meiner Rede vor acht Tagen habe ich den Interessen der deutschen Nation mehr genutzt, als der Reichskanzler mit der leinen. (Unruhe rechts.) Der Reichskanzler behauptete, da,der französische Gesandte sich gegenüber dem Sultan von Marokko all Mandatar Europas aufgespielt habe. Ich nehme ja an, bah sich der Reichskanzler bei dieser Aeußerung tn gutem Glauben be- funden hat, aber in der französischen Preste wird festgestellt, daß eine Note, die dem Gesandten einen entsprechenden Auftrag gab, überhaupt nicht existiert, und der Gesandte selbst bestreitet es auch, je als Mandatar Europas gegenüber dem Sultan aufgetreten zu sein. (Bewegung.) Die Reise des Kaisers nach Marmko war verfehlt. Unter Bismarck wäre sie unterblieben oder Bismarck wäre gegangen; auch Caprivi und Hohenlohe hätten diese Rest« nie zugelasjen. Wenn die Situation im Sommer so gefährlich war, so lag die Schuld an unserer auswärtigen Politik, und darum muffen wir Front machen gegen eine solche Politik. Nach meiner Uederzeugung wäre es der schönste Tag für die Menschheit, wenn wir endlich zu einem internationalen Parlament kämen, wo die D-rtteter aller Kulturnationen berieten, wie Streitfragen und Konflikte der Völker zu entscheiden sind. Im fron- Mischen Senat hat d'Estournellcs bie Notwendigkeit einer internationalen Verständigung über Flottenrüstungen betont. Und Chamberlain hat am 28. Juli 1903 erklärt: „Wenn die grogen Seemächte ihre Rüsttmgen vermindern wollten, sind wir bereit, un» mit ihnen zu verständigen!" Und die englische Regierung hat auch in der Tat für dieses und daß folgende Jahr ihr Flottenbudget ver- mrnbertl (Abg. Gamp : Wie hoch muß das gewesen femll) DaS könnten auch wir ohne Schaden timl (Gelächter.) Sier yieid)§* fander hat mir vorgeworfen, ich ergriffe Partei fürs Ausland gegen Deutschland. Ich bestreite entschieden, daß in meinen Reden hier im Reichstag und in der Versammlung in Konstanz em Satz enthalten ist, der so zu deuten wäre. Wir sind der Meunnig, daß allerdings auch in der auswärtigen.Politik die Völker nicht mehr wie Hammelherben geführt und verschachert werden können. Der Reichskanzler sagte: die auswärtige Polttik werde nicht in Der Hasenheide gemacht I Ja, das wissen wir auch. Aber wir lanen uns das Recht nicht nehmen, un5 auch um die auswärtige Politik des Reiches zu kümmern. Wenn Sie das VaterlandSverrat nennen wollen, meinetwegen. Aber Sie (nach rechts) sollten nut solch einem Dort vorsichtig sein. Im nächsten Jahre können Lie das hundertjährige Jubiläum eines noch nie dagewesenen Vateriaiids- verra.'S feiern; da haben die träger des ältesten preußischen AdelS die besten deutschen Festungen Magdeburg, Spandau, Erfurt, Küsttin, Hagen, Stettin usw. ebne Schwertstreich dem Femde !'über da -" Anwachwn"der Sozialdemokratie gar nicht zu wundem überlasten, lUnruhe.) Energisch Vettvabmng einlegen mutz ich I durchaus richtig, daß die Sozialdemokratie in Deutichland gegen die Art, tote Furst^Dulow üoer^dte ruf,ischen Fcecheitskampfer j sich, wie Herr Bastermann sagt, vermehrt wie die Heuschrecken- gesprochen hat. C Gerade die gewaltige Steigerung der parlamentarifchen Arbeiten beugst st deutlich, wie noht enbig die Genahrung von Diäten ist. In allen nnchtigen Fragen hilft man sich durch «lende Kom- promist'e, eine klare Politik ist nirgends bemerkbar. Der Abg. Gröber meinte, durch Gewährung von Diäten würde man auch wirkliche Arbeitervertreter bekommen, die jetzigen sogenannten Ar- beitemertreter seien keine eigentlichen Arbeiter. Ganz richtigI Aber auch wenn wir Diäten haben, iverden Arbeiter ein Mandat nicht autüben können, sie nveben sofort aus der Arbeit entlasten werden. lSehr richtigl) Dabei ist es ganz gleuchgültig, welcher Partei sie angehören. Ich erinnere nur an den verstorbenen Ltötzel, ich erinnere an den jetzigen Paradearbeiter des Zentrums, nerrn Gisberts. Der Ztollege Gröber hat gestern mit Recht über die Behandlung der Eingeborenen in unseren Kolonien geklagt. Würde es mit den schwäbischen Bauern so gemacht, wie cö mit den Eingeborenen in den Kolonien gemacht wird, dann bekämen wir schon morgen wieder einen neuen Bauernkrieg wie im 16. Jahrhundert. Gntfrfjicbcne Verwahrung muß ich. entlegen gegen die Stellung, die Fürst Bülow gegen baß Urteil meiner Freunde über die deutsche Kolonialpolitik genommen hat. Es ist unS niemals eingefallen, den Männern, die Leben und Gesundheit in Afttka geopfert haben, irgendwie zu nahe zu treten. Jeder einzelne er- kennt an, nxis für Opfer diese Leute bringen, wie sie unter Ent- behrungen der mannigfachsten Art ihr Leben in die Schanze schlagen. Aber daß kann uns nicht hindern, Mißgriffe zu krtti- fieren. Und ein solcher Mißgriff war zweifellos der Erlaß von Trotha. Keine Aufklärung ist unS bisher über das bekannte Tele- gramm geworden. In der Budgetkommission ist mitgeteilt, baß daS Telegramm nicht an den Reichskanzler, [onbern an den Elzes beß Generalstabs gegangen ist. Ich erwarte, haß bet Reichskanzler diese Erklärung hier im Hause wiederholt. Daß wir mit unserer Kolonialpolitik gründlich reingefallen sind, ist klar, baß beweist auch wieder baß Weihnachtsgeschenk, baß unß bie Regierung tn Form beß vierten Nachtragsetats beschert hat. Ich fürchte, bah eß damit noch nicht abgetan ist, unb daß wir noch in dieser Sestton einen fünften Nachtraasetat bekommen. (Sehr wahr! bei den Soz.) Ici' wundere mich, daß das Zentrum der Kolonialpolittk so gleichgültig gegenüber steht, statt die Forderungen rundweg abzulchnen, wie es in der ^Kölnischen Volkszeitung" empfohlen ist. Aber es zeigt sich hier wieder, daß selblt die angesehensten Organe des Zentrums von der ReichStagsftaktion desavouiert werden. Daß Zentrum hat einmal A gejagt, es muß daß ganze Alphabet hersagen. Das Zentrum spielt sich alß Arbeiterfreunb auf, aber im preußischen Landtage hat eß bie Annahme der arbeiterfeindlichen Berggesetznovelle nicht verhindert (Sehr wahrl bei den Soz.), tm Gegenteil, der Abg. Geißler hat ausdrücklich unter Zustimmung seiner Freunde erklärt, eß müsse verhindert werden, daß bie Berg- gcictgcbung Sache des Reiches wird. (Hörtl hört! bei den soz.) Es ist von den vielen von den Arbeitern verlorenen Lohnkämpfen die Rede gewesen. Daß so viele Kämpfe verloren gehen, kommt daher, daß bie Unternehmer — ich stelle baß mit Bebauern fest — wett bester organisiert find, alß die Arbeiter. Sie klagen immer die Arbeiter an, der Arbeiter ist immer der Sündenbock, der an- gefangen hat! (Widerspruch rechts.) Den Arbeitern werfen Sie vor, baß sie mit Unorganisierten nicht zusammen arbeiten wollen, aber was tun bie Unternehmer? Sie erklären denen, tue sich nicht organisieren, den gesellschaftlichen Boykott, sie berroeigern ihnen sogar die Lieferung von Rohmaterialien, um sie wirtschaft- ljch zu schäbigen. (Sehr wahr! bei den Soz.) Die Unternehmer dürfen gegen ihre Kollegen den schwersten Druck ausüben, ohne baß Sie etwas dagegen haben, aber wenn bie Arbeiter gegen andere Arbeiter einen moralischen Druck auvüben, dann schrett man nach Strafgesetzen, dann folgen harte Bestrafungen. Das ist das zweierlei Recht, was totr m Deutichland haben, (sehr richtigI bei den Soz.) Die Arbeiter haben noch niemals Unschuldige brotlos gemacht, während die Unternehmer durch ihre Aussperrungen fortgesetzt Unschuldige auf» Pftaster werten Ich erinnere nur an die Textilarbeitcraußsperrung und an den Kamps 1 . , < . . c».....nnr ntrflt all mlindern. i- Ich will hier keine Flottenrede halten. Von der Notw-ndig- •i iJ 3 !tit bei Flottei.verniehrung ist der größte Teil beß Volkes ohnehin rpn 31161 all 'ugt. Ich habe nur daß Wort ergriffen, um den neulichen 4VU LiSfiibrungcn des Staatssekretärs Grafen Posadowskt) entgegen» jntreten. Ich trete 'hm nur ungern entgegen, weil mir seine S rchen Verdienste sehr wohl bekannt sind, aber persönliche Rück- , nOen dürfen hier nicht maßgebend sein. Der Staatssekretär hat die i-^eressante Frage erörtert, wie e8 i trupnic, daß gerade in Deutschland die Sozialdemokratie eine so rr.fibe Entwicklung genommen habe. Er faßte: das käme einmal .’m der rapiden Entwicklung unserer Industrie. Darin bin ich mit itm einig. Dann sagte er weiter: vielleicht auch daher, weil wir D» manche kleinen Gesichtspunkte aus dein Polizeistaat himiber- , iiommen baben. Mag fein. Aber darauf haben wir keinen Ein- iiuf;. ES wäre bann Sache der Staatsverwaltung, bie Zopfe ab» pischneiden. Der Staatssekretär hat dann ferner darauf bin# ; wiesen, daß bie Lebenshaltung der besitzenden taffen in dem 11 ten Jahrzehnt so sebr in d'e Höhe gegangen fei. Das ist richtig, it.r auch die Lebenshaltung der Arbeitet hat sich gehoben, unb lojir noch weit mehr. Die Löhne der gewerblichen und der Land» ö'^itcr find ectz.blich gestiegen. Dann meinte der Staatssekretär, rir dem wachsenden Wohlstand habe die Opferwilligkeit der beenden Klasien nicht gleichen Schritt gehalten. Ich bedauere, daß >:• Staatssekretär diese Rebe nicht vor der Rede deß preußischen sinanzrninisters gehalten hat. Sie hätte keine bessere Wider» .(-.mg finden können, alß durch bie Rede beß Flnanzm'nftterß. Ii.se Rede hat aus dem Grunde bleibenden Wert, weil sic nicht II !?-inungen, sondern Tatsachen gibt. Dann sagte der Staats» Ircetär, in den besitzenden Mafien herrsche ebenso wie in der so» WsoDemokratie ein materialistischer Geist, der Geist matetialifftscher ] k niBiudit. lSehr riditigl bei den Sozialdemokraten ) Sie rufen .Sehr richtig!", aber ich kann mich davon nicht überzeugen, ich Ifrcge wich, wie der Staatssekretär zu dieser pefirmistischcn Aus» jufiung gelangt i't. Audi ich bin kein Optimist mehr, auch ich bin Her getor-ri, r n "gehen, um dem Rutschen Volke den Idealismus abzusprechen. Ich kann mir diese ieuifecrung nur so erklären, daß er Anstoß nimmt an dem über» ttebenen Luruö, der unß ab und zu entgegentritt. Wenn wir die Mittel verweigerten, sich gegen einen ungerechten Angriff zu verteidigen. Da wurde sofort von sozialdemokratischer Seite bi? Legende und Verleumdung in Umlauf gesetzt, der Krieg sei burdj Bismarck angezcttelt. worden, eine Legende, die auch nachher innrer wieder von den Sozialdemokraten ausAeschlachtet wurde. Wo fi? dazu Gelegenheit hatte, hat sich die Sozialdemokratie immer auj die Seite der Gegner gestellt. Wie steht e5 denn mit jener Aeuße, rung, die der Führer der deutschen Sozialdemokratie in Amsterdam getan haben soll (Zuruf von den Soz.: Soll!). eS würde ihm nifi unangenehm fein, wenn Deutschland auf dieselbe Weise zur Re. publik käme, wie Frankreich 1870. (Hört! Hört!) Wenn diese Aeußerung wirklich gefallen ist, wenn der Führer der deutschen Sozialdemokratie wirklich meint daß er cs gern sehen würde, daß Deutschland eine Niederlage erlitte, eine furch«, bare Niederlage, bloß, weil dann die Sozialdemokratie glaubt, daß so ihr Parteiintereste gefördert wird, so fehlen mir wiederum die Worte, um eine solche Auffastu, "weise richtig zu dttra!- letzteren. (Lebhafter Beifall.) Di deutsche Sozialdemokratie ist fortgesetzt bestrebt, Deutschland dem Auslande verhaßt zu machen. Während der Marokkokrise ist die Sozialdemokratie ir dieser Beziehung so weit gegangen, daß zwar nicht daS leiienh Blatt, wohl aber die vielgelesene „Leipziger Volkszeitung" einer Artikel brachte, in welchem zuversichtlich dem Vertrauen Ausdruck gegeben wurde, daß Frankreich bis zum äußersten gehen wurd: (Hört! hört!) In einer Korrespondenz hießt es: es bestehe nicht der geringste Zweifel, daß der britischen Flotte die enormen Hilfsquellen des britischen Reiches zur Verfügung stehen werden: & werde eines der schönsten Ziele für die britischen Kreuzer sein, den deutschen Handel mehr und mehr zu verjagen. (Hört! Hör:!/ Hinzu komme noch, daß Deutschland vollkommen isoliert sei. Mehr als einmal habe ich in französischen Blättern gcltfc, sind nur die schwarzen Banden, die im Dienste der Regierung dort vie Metzeleien verüben! Und dann: denken Sie doch an Stambulowl lieber die unerhörtesten Grenzverletzungen der rustischen Re- grerung regt man sich in der Wilhelmstraße nicht auf. Dagegen, wenn der Regicrungsrat Martin feiner wissenschaftlichen lieber- zeugung entsprechend den russischen Staatsbankerott voraussagt, um die deutschen Geldgeber zu warnen, dann tvird die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gegen ihn mobil gemacht. Hat die russische Negierung noch ein Anrecht daraus, als eine zivilisierte Macht angesehen zu hrrben? Auch ietzt noch, nachdem sie durch ihre schwarzen Banden in Odessa im Lause eines Monat' 8590 Menschen hat ausplündern, 300 ermorden (Hört, hört!), 2278 verwunden lassen? Der deutsche Arbeiter folgt nicht blindlings Eingebungen von Hö5e:er Stelle Das lasten Sie sich gesagt fein: er verlangt unter allen Umständen sein Menschenrecht, das er sich weder im Innern, neck' im Acußern irgendwie verkümmern läßt. Die Zeiten der Ka- binettspolitik sind unwiderruflich dahin. Lernen Sie endlich den Geist der neuen Zeit begreifen! (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Während der Rede des Abg. Bebel war Abg. S t a d t h a g c n (Soz.) auf einem Sofa in der Ecke des Saales fest cinpcfcfilafcn. Dort wunde er vom Abg. Mugdan kfreis. Vp.) entdeckt, der auch andere Abgeordnete auf diese seltsame Wirkung der Rede Bebels auf einen Parteiaenosten aufmerksam machte. Durch Zu- ’ rufe wurde schließlich Abg. Stadthagen geweckt, worauf er sich schlaftrunken auf seinen Platz bepab und zum ruhig weiter redenden Abg. Bebel schuldvoll emporsah. ' . ’ (Lachen bei den Soz. Sehr wahr! rechts' Was die Sozialdemokratie in Wirklichkeit will, ist, das deutsch« Volk zum Vorspann ihrer internationalen Pläne zu machen. Und während in dieser Weise die deutsche Sozialdemokratie jemüht ist überall Mißtrauen gegen uns zu säen und uns nach außen diskreditieren, während das ofstzicllste aller sozialdemokratisch.^ Organe erklärt, die Sozialdemokratie mißbillige nicht mir nicht bc‘n Krieg, sondern sie mißbillige nicht einmal den Angri >:krieg, verweigert die deutsche Sozialdemokratie dem Lande die Mittel, deren es zu seiner Verteidigung bedarf. Und während des vergangenen Sommers verglich unter dem Beifall der gesamten fozialdemo- kratischon Presse daS bekannte süddeutsche Organ, die ..Münchener Post" den Heldentod auf dem Schlachtfelde, den ein Theodor Körner gestorben ist, den Tod, den heute noch mancher deutsche Soldat m Afrika stirbt, mit dem Tode deS Schweins, daS der Metzger ab. schlachtet. (Große Unruhe und Pfuirufe rechts. — Rule bei den Soz.: Ist nicht wahr! Ist gefälscht!) Reichskanzler Fürst Bülow: Aus den Ausführungen deS Vorredners will ich nur zwei Punkte hcrausgreifeit. Der Vorredner hat erklärt, daß die deutsche Sozialdemokratie die besten Beziehungen zu England anstrebe. Iw erwidere mit der Gegenfrage, warum denn die deutsche Sozialdemokratie fortgesetzt bestrebt ist, in England das Mißtrauen gegen uns zu erregen? DaS hat der Herr Vorredner bestreiten wollen. Er hat gemeint, die deutsche Sozialdemokratie und die deutsche sozialdemokratische Presse stgnalisicre nur die zwischen Deutschland und England bestehende Spannung, trage aber nicht zu dieser Spannung bei. Ich bestreite das auf daS allerentschiedcnste. Daß wir England gegenüber keine aggressiven Pläne verfolgen, habe ich hundertmal gesagt. Ich habe hundertmal gesagt, daß es Unsinn ist, uns solche Pläne unterzuschieben. Diese unrichtigen, biete falschen Behauptungen werden fortgesetzt von der sozialdemokraii- schen Presse wiederholt. Tas leitende Blatt der Sozialdemokratte, der „Vorwärts", brachte am 12. August, gerade in dem Augen, blick, wo der Besuch der englischen Flotte in der Ostsee weniger bei uns als auch auf den Grenzen eine gewisse Erregung hcrvor- gerufen hatte, einen Artikel, in dem es wörtlich hieß: „Eins erscheint ganz sicher und niest erfunden, am AuS- aange des vorigen IabreS war Deutschland im Begriff, England den Krieg zu erklären." (Hört! hört! rechts.) Das ist eine Lüge! (Hört! hört! rechts.) Weiter heißt es in dem Artikel: ..Daß tatsächlich die Flotte damals mobil gemacht worden ''. Bei uns herrschen im großen ganzen Verhältnisse. Verschonen Sic uns mit solchen 9e wnire Mißstände in ben Kolonien li gen zuerst an der KoloniolveNva , und den Beamten. Ans die vielen Klagen, die ich gegen u - Beamten zu erheben Hobe, werde ich bei der zweiten Leinng Z kommen. Heute will ich nur tragen: Ist eö wahr, ban cm a' 1 f DiSoplinarweae entlassener Beamter, Dr. Karl Peters, wie en Reichsdienst treten soll? DaS wäre dock ungclicucta • lcblt an einem Kolonialprogramm. Dr. Siuebcl bat am unter den Fehlern seiner Vorgänger zu leiden g " se ii- Hauplardeit war, die Fehler, btt diese gemacht batten, gut zu tiwdtn. So wie e4 bisher gegangen ML 'aim iueiter gehen. Zuerst fort mit dem .'lok>nüi।*^uteauir• - So imirbc ein Holelban nicht genehmigt, wett ber ‘ nicht allen Vorsthnften eines preußitchen Gesetzes von • in eme > Gill olS quch 111 x*a -er W 50 5^ und W, wie der« srfuta i°'°« aßt” J'jft überha” ;ln unsctt- il I“ 9 lauft»- ü-; ntott . for&ent SS I Scomte u hCftofrifafif"” riat die ein'ubrung l| Atenlcis-enundb LLwarztn:..^' smd wir Kolonien gegert'i hibeStat Rotter »Tinen »ur ^eI... Vudgttlommchw LtimlltinenDru 1 ctrbe Verletzung o jftflt der Kanter Bji'iifiien Streit ijri sondem •' münon etwas falsck --Emission nichts u hafe ich die)' traten zwei t.xöft bebe: Hieben ,jh'lnifd)en öollöze n’l mit der i uikbar r’iuftenebattion tun xie .Üiorbbcut j mit der Wahrheit u kleichSknnzlerS kann ßkbl'chon daraus hi bejiimmung festgefetz einer Frist von 3 S erfolgt sein. In ,wb jallS der Neick Gacantie-Borlage r ist doch bann enthc WaS meine Be bexeidmete in der reine Privatarbeit, reine Privatarbeit süaung gestellt fu Eitzung bt$ Karne unter welchen Be' zugunsten bei na Die Bedingungen seine SuSIogen l! Aktien franlo Dali, k brr Vrtltor b tttigkit, für bie er w nid)t unter 60 OC wirb auf50000ME find nicht in Abrede des Protokolls. Wem hat, io hat eS inbite übernommen. ES verwendet worden reine Privatarbeit, langen, dem Protolo Jtan komme mir nid ttchts davon gewicht psmmerzienratS Sen; len Standpunkt ftel ►’f’en zu wollen. ein Irrtum im Nifl ich. daß Komme gezahlt hat, dc n Summe aus stii ^ Syndikat sich f, Men mußten, ha N V1!1 W nDn? (ibn Webern wird wc AderDriMfienbe «d halte mich nicht anderen y-Men fünf Bedin «amlich die dntt« reuen Gefellschc $ meine, die V- die Yertrc 5; DorauSsetznr ‘äs* M behandelt? richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ausdrücklich fügt er hinzu, daß ebenso wenig wie die Sozialdemokratie sich für jeden Krieg, sei cs auch ein Verteidigungskrieg, begeistere, ebenso wenig auch jede Teilnahme an einem Kriege von ihr verurteilt werde, etwa mit der Motivierung, die Sozialdemokratie wolle Frieden zwischen allen Völkern. (Hört, hört!) DaS ist eine hübsche Illustration zu der Resofutton des sozialdemokratischen Parteitages zu Jena, worin die Sozialdemokratie für sich das Monopol der FriedcnSarbett und ber Friedensliebe in Anspruch nahm. Ich will hier öffentlich vor dem Lande feststellen, daß das nickt gntrrfft. Auch fcr Vorredner hat ja ausdrücklich erklärt, daß nicht einmal jeder Angriffskrieg zu verurteilen sei. Die Unterscheidung ztoischen Angriffs- unv Verteidigungskrieg sei in den meisten Fällen zweifelhtrft, die Sozialdemokrarie könne sehr Wohl in die Lage kommen, einen Angriffskrieg zu billigen. (Hört, hört!) $m Jahre 1848 haben Marx und Engels einen beurftt)en Angriffskrieg gegen Rußland für notwendig geyaltcn. Später hast.n sic sich bemüht, England zum Vorgehen gegen Rußland aufzustackieln. „Dürfen wir sic wegen dieses AufstaehelnS tadeln?" fragt Kautskv, imd er antwortet: „Sickler nicht!" KautSkp hätte hinzufügen können, daß c5 von feinem Standpunkt au3 ganz begreiflich war, trenn beispielsweise im vorigen Ianre die deutsche sozialdemokratische Presse sich solche Mühe gab, England zum kriegerischen Vorgehen gegen Rußland zu ermutigen, daß eS ganz in ber Ordnung war, daq die deutsche sozialdemokratische Presse, als und einige Schiffe genommen, aber vollständige (Genugtuung gegeben war, alles in Bewegung gesetzt hatte, um uns in einen Krieg mit Rußland zu bringen, der durchaus nicht den Interessen des deutschen Volkes entspräche, aber ber Sozialdemokratie in ihren Kram patzte. Die sozialdcmokrattsche Presse war konsequent, sie bcwegre sich im Rahmen der sozialdemokratischen Doktrin und Traditton. Aber warum bestritt denn ber Führer der Sozialdemokratie im vorigen Jahre, daß die Sozialdemokratte bemüht ist, unsere Beziehungen zu Rußland möglichst zu verschlechtern? Darum leugnete er mir gegenüber damals die Tatsache, die sein freund fittutlfh ganz offen t ? Ich gestehe, daß wich >r9 einiger- weflrn ffrfSMj w.ed't ge$eu36t Veickick'rtm-cn v»n Fübrern ber daß diese Enthüllungen ihrem Kern nach wahr sein mutzten. Dolche Pläne paßten vollkommen in die Sitimtion. England erkannte eben die Absickst eines künftigen Eingriffes SenifctilanbS . .... ___ auf die englische Wettmachtstellung. Welchen Zweck sollten denn! Wahrheit und Iv'rklichleit ist: auch sonst die ungehcucr wachsenden deutschen Flortenrüsttinaen Irungen der Sozialdemokraren DaS mag eine nette diplomatische Welt fein, in der solche Tinge debattiert werden. (Heiterkeit.) Wenn die Stimmung 1 zwisckcn England und Deutschland nicht so ist, wie sie nach der Ansicht der verständigen Leute sein sollte, so ist das wesentlich darauf zurnckzuführen, daß cS in jedem dieser Länder Leute gibt, die dem anderen Lande Absichten, Pläne, Tendenzen unterschieben, • an welche die Mehrheit der verständigen Leute in dem anderen Lande gar nickt denkt. (Sehr richtig!) Es ist ebenso falsch, wenn bei uns manche Leute behaupten, Deutschland könne sich nur im Gegensätze zu England entwickeln, wie es unrichtig ist, wenn manche Engländer annebmen, daß eine Schädigung Deutschlands für England ein Vorteil wäre. Die Dahnen beider Länder laufen an und für sich gar nicht gegeneinander. Wenn aber so viele Engländer an die böien Absichten Deutschlands glauben, so ist das zweifellos auch zurückzuführen auf die. Agitation der Sozialdemokratie, beständig ihr eigenes Land als Störenfried hinzustellen. (Sehr wahr! rechts.) Die Sozialdemokratie fjat erklärt, daß an der Stimmung gegen uns in England unsere Dcltpolink schuld sei. Die oft haoe ich gesagt, daß wir unter „Wcltpelittk" nichts anderes verständen, als daß wir auf dem Gebiet deS Handels, der Industrie und der Schiffahrt dieselbe Be- rcditiguiig erlangen, wie alle anderen Länder, und daß wir mit aller Welt auf dem Fuß der Gleichberechtigung stehen wollen. Wenn unsere Weltvolittk oft falsch aufgelegt wird, so können wir unS dafür bei der Sozialdemokratie bedanken, die dieselbe fortwährend falsch au5legt und interpretiert. Auch heute ist tot. ber von sozialdcinokratifckcr Seite angedcutet toorben, daß unsere Verteidigungsmaßnahmen zur See die Schuld tragen an bem im Auslande gegen uns herrschenden Mißtrauen. Der '.edanke, als ob wir irgendtoie darauf onsgingen, die cnglisck^c ^eeherrschaft zu zerstören, ist einfach lächerlich. Unsere See ustungen halten sich in viel bcsckieidcnercn Grenzen als die manch.r anderen Länder und speziell als die englifäjen Schon deshalb, von tausend anderen Gründ:n abgesehen, ist nicht daran zu glauben, daß wir unsere Flotte gegen England brauchen. Wir wollen niemand angreifen. Wir wollen auch England nicht angreifen. Aber wir to 0 I len s 0 stark sein, daß wir einen unberechtigten Angriff des Auslandes mit Ehren z u . ü ck weisen können. Nun hat der Vorredner auch gemeint, ich hätte mit Unrecht gegen ihn den Vottvurf erhoben, daß er und seine Partei auf bem Gebiete der auswärtigen Politik sich in Widerspruch setze mit den wirklichen, den nationalen Interessen bc5 Landes. Er hat sich und die Sozialdeinokratic von dem Vorwürfe reinigen wollen, daß |ie eine Politik treib, n, bie den wahren deutschen Interessen wider- sprecke. Tas Alpha und Omega jeder richtig geleiteten auswärtigen Politik ist, daß die alleinige Richtschnur das nationale, das eigene Interesse bildet. (Sehr toalji!) In diametralem Gegensatz hierzu ordnet bie Sozialdemokratte grundsätzlich und mit Bewußtsein bie Interessen für ben yrteben und die Sicherheit des eigenen Landes ihren desrruttlven und utopischen Parteitendenzen und Parteiintercsscn unter. (Lebhafte Zustimmung. — Widerspruch bei den Soz.) Gegenüber dem Widerspruch, der sich von jener Seite des HauseS regt, will ich eine kurze programmatische Erklärung verlesen, die der Parteiphilosoph Ihrer Richtung, der aulbentiscke Interpret dcS Toamas von Marx, Karl KautSkl), während dieses Sommers erlassen hat. Da hieß eS: _ „Individuum wie Nation sind dem internationalen Eman- ttpatton-.'cimpf deS Proletariats unterziiordnen, und wo bie bc» fonberen Interessen in Gegensatz zu dem Emanzipalionskampf treten da hat daS nationale hinter bem internationalen Interesse zurückzutreten." (Hört! Hört!) Und weiter heißt eS: „Ter kapitalistisch benfenbe Nationalist mag sagen: wright or wrong. niv coxintry. Recht ober Unrecht, ich stehe auf der Seite meines Vaterlandes! Der Sozlaldcmotrat muß erkennen können, wann das besondere Interesse einer Nation seinem eigenen Interesse, dem des EmanzipationSkampfes dcS Proletariats, in den Weg tritt und dementsprechend handeln." (Hört! Hort!) Kauisky belegt das mit^Beispielen und weist u. a. darauf hin, daß bie Sozialdemokrarie während des deuttch-ftanzösi- scken Krieges Den Ansprüchen des eigenen Landes cntgcgengctrcten märe, weil sie im Widerspruch gestanden hätten mit ben Interessen der Sozi«lbcmokratte. Nach biefnn Grundsatz müsse sieb die Sozial- dcmokratte auch gegenüber den UnabhänaigkettSbestrcoungen aller Völker richten und die UnabhängigkeitSbestrebungen der Bulgaren bekämpfen, obwohl biefelben den deutschen Interessen durchaus nicht Autoibtrlaufen. Dagegen betrete sie die Wiederherstellung Polens, Die ja nur auf deutsche Kosten erfolgen kann, und daS eine wie daS andere, weil daS Interesse bet internationalen Sozialdemokratte eS verlangt. Auf die Frage, wer denn nun im einzelnen Falle |u entscheiden haben soll, ob daS Interesse de» eigenen Lande» maßgebmd fein soll oder daS internationale revolutionäre Interesse der Sozialdemokratie, auf diese Frage hat allerdings Äautih) ebenso w nig eine Antwort g/funben, wie der Vorredner, tayeaen läßt flaut65) gar feinen Zweifel darüber, dwß, w:e e» ja auch der Vorredner in seiner neulichen Rede angedeutet hat, die denrsche Sozialdemokratte da» Vat rlanb nur dann verteidige, wenn eS der S 0 z i a l d e m 0 - , kcatie in ihren Parteikram paßt. Es heißt wörtlich bei KautSkb: „Wenn dagegen für die Sozialdemokratie da» Vaterland der Güter höchstes nicht ist, wenn dessen Interessen untergeordnet sind denen deS allgemeinen proletarischen EmatrzipationSkainpses, bann kann eine Verteidigung auch nicht unter all n Umständen Pflicht ber Sozialdemokratie sein, sondern nur dann, wenn daS patriotische Interesse mit den proletarischen Interessen oberjnit . denen d'r allgemeinen Entwickelung zusammenfällt." (Sehr Im Februar schrieb er: „Je eifriger Deutschland seine Flottenrüstungen desto naher rückt die Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes mit England, das ja gar nichts anderes annehmen kann, als daß die kolossalen Marinerüsttmgen gegen England gerichtet sind." Dazu bemerke ich: Erstens sind bie deutschen Flottenrüstungen nickt kolossal (Heiterkeit); der Führer ber Sozialdemokratie hat selbst zuaegeben, daß sie relativ mäßig sind. Und zweitens^ ES ist unwahr, daß diese Flottenrüsttingen irgendwie einen aggressiven Charakter gegen England tragen. (Beifall.) Der Vorredner hat neulich gesagt: die englischen Sozialdemolraten hätten niemals irgendwie Deutschland gegenüber feindliche Absichten funbgegeben. Ich würde mich freuen, wenn e3 fo wäre. Im Frühjahr aber erklärte einer der Führer der englischen Sozialdemokratte, Mr. Hynd- man, in seinem Blatte, der „Iustice" — c5 war Milte März, also Sin willkommenes Weihnachts-Geschenk- Lande pch die Rechtspflege in unseren Kolonien. an wünschen läfet Den Aufstand c) r jenes Beamten auSübtcn. Ich erkläre jedoch ausdrücklich, ich kein Miiglied der nationallideralcn Partei in ihrem jetzigen gestifteten ärztlichen Waisenkasse durch akZbaidige Ein-- Hebung einer Liste der Adressen aller ihnen bekannten Arzt- nntwen und ärztlichen Bollwaisen zu unterstützen. Wrr crrullen gern die Bitte des Direktoriums, diese Aufforderung m unserem Blatte weiterzugeben und zweistdr nicht, daß manche Leser und Leserinnen unserer Zeitung sich an dieser Adreffensammlung und Zusendung beteiligen werden. damit gemeint habe, viel zu Herichtsjaar. fc. £> a n a u, 14. Dez. Vor der hiesigen S t r a f f a m m e r war ein L o t t e r i e k o l l e k t e u r aus Offenbach wegen Lotterieveraehens angctlagt, weit er ein h e j j l j ch »t h u r i n g l - sch es Loos nach Bad Orv geschickt hatte. Er entschuldigte sich damit, daß er geglaubt habe, Bad Orb liege un Eroicherzog- tum Hessen und nicht im - Auslande. Die Entschuldigung leuchtete dem Gericht cm, und es erkannte aui tzreisprechun g. (xrjurt, 14. Tez. Tas Kriegsgericht der 38. Twliion verurteilte wegen Vergehens im Amte, begangen durch unwahre B u ch f ü h r li n g 'für den Unterhalt eines dritten, nicht etats- mäß»gen Oberst - Pferdes, den Oberst und Kommandeur AM in £ : in derK.Ztg. geschrieben „innerhalb sollte die Vorlegung des Vertrages In Togo entspann sich ein Streit, ob ein Bureauvorsieber ■einem Assessor ergebenst oder gehorsamst sagen müßte. 'i :erkcit > Ein scherz erzählt von einem Ansiedler, der die Beamten „Muster obre Bert" für 10 Pf. nach Hause schicken tte. Auch über die Gesellschaften wird viel geklagt. y wird der Batanga. Firm.i nachgeiagt. daß sie die Dör'er sldere und die Weiber raube. Wenn alle uniere Beamten i mären wie der Gouverneur von Oftasrika. so würde manche? rS fein. Ein Fehler ist cS, daß unsere Kolonialverwaltung nicht teu Klagen sofort nachgeht. Auf eine Anzahl von schweren Anichul- mgen ist überhaupt keine Diöziplinarunteriuchung erfolgt, z. B. im ; je Belwer und anderen. Redner führt eine Anzahl von Fällen In unserer Kotonialvertvallung scheint eS nach dem - h zu gehen: Die kleinen Diebe hängt man, die großen Ü1 man laufen. Es ist Pflicht eineS Volksvertreters s! an ein solches System vorzugeben. Ich bin kein Freund vom sickiragSetat Wenn aber der Tchatzse'retür in einem Nachtrags- rrt Mittel fordern wollte, um die Sesiel in der Kolonialver- trltiung aufzupolstern, damit sich neue Beamte darauf setzen ßrroten, so würde ich die? in drei Lesungen in einem Tage be- ttfrigcii. Ich habe früher davon gesprochen, daß liberale $cr eiführer eine Protektionswirtschaft zu Gunsten dieses ■ iÄMi m ilet r'W' des 96. Jnsanlerte-Ncgiinenls, von - c n o p, zu v Monaten Gefängnis und . i e n st e ii t l a s s n n g. Oberstallmeiste/ Nichaclis erhielt 4 Monate Gefängnis und Amtsentfetzung.^ kieisiSkanzlerS kann nicht in den Händen des Herrn Erzberger fein, dies grbtbchon daraus hervor, daß in dem Schreiben überhaupt keine Frtst- bef: r nmung festgesetzt ist. Ich hatte in derK.Ztg. geschrieben „innerhalb tipetr Frist von 3 Monaten" sollte die Vprlegung des Vertrages erfaßt sein. In dem amtlichen Schreiben heißt e-3 aber ,)es falls der Reichstag in der jetzigen Tagung die geplante Arnntie-Vorlage nicht bewilligen sollte". Also eine Fristbestinimung Kuntt und ZS^en-chajt. — Man fdyreibt aus Frankfurt a. M.:, Mit einem sensationellen äußeren Erfolge hat sich ^Ern ^illy fcef dng, eine geborene F-rankfurtenn und zur jcü am Jcunv ki Stadttheater, als Carmen hier vorgeftettt. .Dars man muh rJT vergesst, bk ein gut Teil. Lokawatriottsmus bei den l-vihcnden BeifalMmidgebungen mtt unt^lics^sv bleckt doch M6 ffenug als Anerkennung einer xt> |Mwu meid'ten sich namentlich die 2Xin:cn Sltim.g, öürt^*ann 'ZTrchsHger, sowie die Herren Bauer, D.gelmanu, Bayr- ' “-SluÄtinunb nri-b beratet: .Sie. 3-rao= unserer I Sinsen StabttOeateTFLeitung IM -m- sch-r-U- Luumg ■ jgfc&üm. Xie T heut erd cputation hat nämlicy gesrern bin Oder- t ,-u, Hjofim ä •! 5 s- ■ 'Ä fft I”un 11C‘n **;.** *&;; dkN> " «---7^,1-«-' »en«1” ii Lstafrika haben nicht die Zauberer verursacht. Tic Hauvnchuld |kög: die Einführung des ArbeitSzwanges. Die Leute müssen Zwangs- grtcilen leisten undbekommcn dafür l»—1 Pf.pr.Tag. Deshalb sagen die Lwwarzen: Früher waren wir Sklaven der Araber und der Indier. Lieh'. sind wir Sklaven der weißen Regierung. Der Reichstag hat ter Kolonien gegenüber nie geknausert, fast alles, was der hohe ZkuaveSrat gefordert hat, ist bewilligt. EtatSübcrschreittingcn fonrnen nur bei den Kolonien vor. Verschiedene Summen, die die Budgctkommisstou im Vorjahr gestrichen hat, sichen jetzt im itcl im kleinen Druck als „bereits verausgabt". Dos ist doch eine orvKe Verletzung des Budgetrechls des Reichstags. Bei der greif e der Kamerunbahn handelt eö sich nicht um einen ' piisinlichen Streit zwischen mir und der Kolonialverwal» turg sondern nur um die Frage, ist der Budget-Kom« müuon etwas falsches gesagt worden Fest steht, daß man der Kommission nichts über die Landkonzcsfioncn gesagt hat. Ausfuhr- hi habe ich diesen Punkt in der „Köln VolkSztg.* erörtert. Teir traten zwei amtliche Darstellungen entgegen, die einen höchst bedenklichen Mangel an Wahrheitsliebe verraten. Der .filmischen VoltSzeitung^ kann man keinen Vorwurf machen, sie ilt mit der denkbar größten Vorsicht vorgegangen, wie es nur eine । Flut erredaktion tun kann. Die „Norddeutsche Allgemeine ^eitung* geht kehr leichtfertig mit iber Wahrheit um. So schreibt sie: DaS amtliche Schreiben des Ji|t koch darin enthalten. I®a8 meine Behmiptung über das Buch von Rcnä betrifft, so hie ebnete in der Kommission der Kolonialdirellor daS Buch als Klni Privatarbeit. Dem gegenüber bleibe ich dabei, daß eS keine 'rein- Privatarbeit ist. weil 'Reichsmittel indirekt dafür zur Vereinig gestellt sind. Am 17. Februar 1905 fand nämlich eine Bigiing de« Kamerun-Eisenbahn-SyndikatS statt, um zu beraten, unter welchen Bedingungen daS Syndikat auf seine Vorkonzession jngnnften deS neu zu gründenden BankenkonsortiurnS verzichtet. Sie!Bedingungen waren: 1. DaS Syndikat erhält als Ersatz für Hm Auslagen 120 000 Mk. in bar, 2. eS erhält 860 000 Mk. ffltinn franko Valuta, 3. eö erhält drei Stellen im AufstchtSrat, i her Direktor deS Syndikats erhält als Honorar für feine Ntfgkeit, für die er früher kein Honorar erhalten hat, eine Summe von wicht unter 50 OOO Mk. 5. Der Druckkostenbeitrag für das Buch mitt auf 50 OOO Mk. bemessen. (Hört! hört!) Diese fünf Bedingungen Üab inicht in Abrede zu stellen. Sie finden sich auch in den Akten lei Protokolls. Wenn nun das Reich die ZinSgarantie übernommen tat. io hat eS indirekt doch auch die Zinsgarantie für die 5O0O Mk. übernommen. ES sind also indirekt Reichsmittel für das Buch Mir endet morden und es handelt sich nicht mehr um eine reine Privatarbeit. Anwesend waren während der Verhand« i lung-em, dem Protokoll zufolge, die Direktoren Stiibel und Hell.vig. JJlor komme mir nicht mil dem Einwand, daß die Kolonialavteilung lütte davon gewußt habe, denn ich habe einen Brief des Geheimen fomenersienral-3 Lenz, auö welchem hervorgeht, daß man sich auf fc* Standpunkt stellen kann, von diefen Abmachungen nichts hjfft rt zu wollen. Das halte ich für viel bedenklicher, liii ein Irrtum im offiziellen Proto toll ist ausgeschlossen. Wohl fctiL ich, daß Kommerzienrat Lenz die 5000 Mk. ans seiner Privat- taltte gezahlt hat. daS hat er mir selbst mitgetcilt. Aber er hat üe «Summe au5 seiner Privattasche nur deshalb bezahlt, weil lae Syndikat sich sagte: nachdem wir auf unsere Konzession mieten mußten, haben mit keine Veranlassung, zu zahlen Ich nette meitcr fragen, ob die dritte Seite auch die 120000 fiait und daS übrige Geld au5 eigener Tasche bezahlt hat. such alledem rnird rnohl niemand mehr in Abrede stellen können, stß der Druckkostenbeitrag tatsächlich gezahlt ist. Aber dieser rönflt hätte mich nicht veranlaßt, vorzugehen, wenn mchl noch st vier anderen Bedingungen des Syndikats hinzukamen. Von diesen fünf Bedingungen ist unS in der Kommission nur die tire» nämlich die dritte, genannt morden, daß das Kamerun,ynvikat a her neuen Gesellschaft drei AufsichtSratSsitze erhalten solle. Ich meine, die Vertreter deS Volkes muffen die volle Wahr- icit über die Verträge der Regierungen erfahren. DaS ist ,ii erste Voraussetzung für ein gedeihliches 8ufammenart>ertcn. WaS unS die RcgierungSvertreter sagen, daS mußte so fest stehen, Sie Gottes Wort in der heiligen Schrift. (Lachen links) libe mich für verpflichtet gehalten, diese Zachen hier vor- >i >i iiigen Wie bat man mich dafür in der nuttclpartcilimen Mie behandelt? Wtau ist loroeit gegangen, mir die parlamentarische Ehrenhaftigkeit abzusprechen. ja in einem Artikel hat man mich sogar als einen Ahlwarbt II. bezeichnet. Wie mir mitgetcilt ist. stehen die Herren der nat onallibcralen Frakiion diesen Angriffen und diesem Artikel vollständig fern und mißbilligen ihn ausdrücklich. Ich bin insbesondere Herrn Dr. Bötlger dafür dankbar, daß er gegen diese Art de« Kampfes Widerspruch erhoben hat. Natürlich mögen diese Dinge für gemisie Kreise etwas Unangenehmes haben, aber ich sehe nicht meine Aufgabe als Volksvertreter darin, hier nur Angenehmes zu sagen. Ich (lebe nicht auf dem Standpunkt, daß mir unsere Kolonien anfgeden sollen. Aber wir müffen eine Reorganisation unserer ganzen Verwaltung von Grund auf verlangen. Vor allem eine größere Förderung be« MissionswesenS, sodann, daß nur die besten Elemente für den Kolo, ialdienst verwandt werden, dritten« eine reinliche Scheidung zwischen Justiz und Verwaltung iu den Kolonieen und endlich Sicherstellung der Rechte der Eingeborenen, die heute vollständig rechtlos sind. Letzteres muß jogar der Angelpunkt der ganzen Reform werden. regisicur der Oper Äiois ^osmonn zum Direktor ab September 1907 auf fünf Jahre gewählt. Er h-.tt eine Pacht von jcchrlich 10 000 Mark an die Stadt zu zahlen und außerdem zwei Drittel des über 20000 Mark hiwausgehenden Ueberschusses an »ie abzuführen. — In den ärztlichen Blättern werden zur Zett die deutschen A^rzte vvm Drrevorttnn der BerficherurvgÄasfe für die Aerztc Staatssekretär Frhr. v. Richthosen (sehr schwer verständlich): Herr Erzberger hat eine Reibe von Anklagen gegen die Kolonialverwaltung erhoben. Auf die einzelnen fvällc kann ich heute hier keine Auskunft geben. DaS wird schon von feiten der Kolonialabteilling geschehen. Aber einige Punkte berühren ja auch meine Perlon, und auf diese will icti antworten. Herr Erzverger hat gesagt, ich hätte ihm vor« geworfen, daß er etwas Unrichtiges hier im Parlameni getagt habe. DaS ist nicht der Fall. Ich habe im (Gegenteil die betreffende Aeußerung noch konfirmiert. Was die Betriebskosten betrifft, fo stecken doch in den Erträgen der Bahn natürlich auch sämtliche Transporte der Regierung. Würden diese bezahlt, fo wäre ein sehr hoher Uebcrschuß erzielt. Wäre die Mole von Swakopmund nicht gebaut morden, so würden wir an Booten, die untergegangen find, und anderen Waren mehr verlieren, als die ganze Mole gekostet hat. Einer der Beamten, auf den sich der Abgeordnete Erzberger bezieht, ist uns als Querulant bekannt. Eine große Schlvierig- kett liegt darin, daß der Reichskanzler keinen verantwortlichen Vertreter für die Kol iaiücnvaltung hat. DaS ist ein großer Mißstand, dem abzuhelfen wir Sie bitten möchten. Budgetüberschreiiungen lassen sich nicht vermeiden, denn eö handelt sich oft um Gegenden, wo efl sehr f»mer ist, bestimmte Aufstellungen zu niachen, mo uns vielfach nicht einmal ein Telegraph zur Verfügung steht. Wir mcrdcn verfuckieii müssen, die Kolonien, sobald sie etwas kräftiger werden, zu einer Art von Selbständigkeit, von Selbstverwaltung heianzuziehen. Aber so leicht ist die Sache nicht. England hat heute noch Schwierigkeiten mit den Eingeborenen in Australien. Herr Erzberger bat gewünscht, wir sollten nur den besten TypuS deS Beamten nach den Kolonien schicken. Ja, glauben Sie denn, wir haben eine fo große Auswahl? Von denen, die sich melden, wählen wir ja die besten auS und verlangen tadelloses Vorleben. Mer wie der Mann nachher in den Tropen wird, dafür können wir nicht garantieren. Im großen und ganzen haben wir eine ganz ausgezeichnete Beamtenschaft dort. Herr Erzberger hat ein vernichtende? Urteil über die Kolonial- vcrwaltung gefällt. Und doch gibt eS keine Behörde, die eine solche Arbeitslast auf sich hat. Bei einzelnen Beamten bat ein vollständiges Zusammenbrechen ihrer physischen Kräfte stattgefunden. DaS Urteil des Herrn Erzberger ist daher nicht im geringsten gerechtfertigt. Auf die Kamerunbahnsrage meide ich bei der vorgerückten Stunde nicht zurückkommen.^(Beifall.) Präsident Gras Ballcstrem teilt mit, daß ein Antrag auf Vertagung eingelaufen ift Geh. LegationSrat Dr. Helft'crich: ES würde mir wirklich schwer werden, au5 diesem Hause zu gehen, ohne auf die Angriffe, wie sie hier gefallen find, zu antworten. Wenn solche Angriffe vor der ganzen Natton erhoben werden, so sollte man sie nicht erst für 24 Stunden ins Land hinausgehen lassen. Unter solchen Umständen bitte ich, noch 15 biS 20 Minuten sich gedulden zu wollen, um mir die Abwehr zu ermöglichen. (Zusttmmung.) Der Mg. Erzberger hat die Kolonialverwaltung in Der unerhörtesten Weise angegriffen. Sein Angriff kann sich nur auf bestimmte Personen beziehen, auf Herrn Dr. St übel und auf mich. Sein Angriff ging dahin, daß dem Reichstage unrichtige Angaben gemacht worden feien. Herr Erzberger hat heute zugegeben, daß ein Irrtum oder Mißverständnis vorliegen könnte. Demgegenüber möchte ich ftslstellen, daß Der Passus in Dem betr. Artikel lautet: „Wie die Verwaltung mit dem Reichstag umspringt, Dafür ist ein neuer Beweis, daß ganz unrichtige Angaben gemacht morden sind." Da mird auch kein Mensch behaupten können, daß noch die Möglich- kett eines Mißverständnisses vorliegt. Es mird vielmehr gesagt, die Kolonialixrwaltimg habe die Absicht gehabt. Den Reichstag hinter Behörde richtet, bann wirb er sich nicht wundern können, wenn man ihn entsprechend behandelt. In der ^Kölnischen Volkszeitung" hat Herr Erzberger es so bargenellt, al? ob bic Verwalkung daS Snndikat in Der schmählichst n Weise behandelt und an die Wand gedrückt habe. Heute macht er un? einen Vorwurf daraus, daß mir dem SvNdikat Hunden-, taufende in den Rachen geworfen hätten. Da« Buch von Renö, von dem Herr Dr. Smebel m der Kommission erklärt balle, c3 fei eine reine Privatarbeit, sott au5 Re'chSmirwln direkt ober indirekt befahlt sein. (9bg. Erzberger ruft: Unterstützt!) Der Bor- wurf ist ungered)tfertigt. . Ebenso unrichtig ift, daß Die Kolonialverwaltung die Störte!» turabzüge erhalten haben soll. Auch das Bankenkonsornum, Da8 die Finanzierung übernommen bat, hat uns gleich erklärt, daß ein Beitrag zu den Druckkosten nicht geleistet werde. Später haben mir allerdings die Erfahrung gewacht, daß der Geb. Kommerzienrat Lenz privatim zugesagt habe, einen Beittag zu leisten. Er bat erklärt, daß ihm diese Bediiianiig vom Syndikat geirnssermaßen auferlegt sei. Aber er hat mir gegenüber extra betont, er habe die Summe auS seiner Tasckie bezahlt, er habe sich dafür nicht gedeckt, eS sei seine reine und persönliche Angelegenheit. Für die Behauptung. daß Herr Lenz sich gedeckt habe, ist auch nicht oer Schein eine« BcrneiseS erbracht. Wenn ohne unser Wißen und ohne unser Zutun eine Privatperson einen Beitrag zu Den Truckkosten eine«. BucheS liefert, so wird daS Buch dadurch doch nicht eine amtliche Arbeit. (Sefjr richtig!) , .Herr Erzberger hat gesagt, in der Budgetkomtnißion sei feiten« Der Regierung erklärt morden, über die Verleihung deS Bergrechtes fei mit dem alten Syndikat verbandelt morden. Natürlich, nachdem das alte Konfortiinn auf Schwierigkeiten bei der Finanzierung stieß, trat bic Frage an unS heran, ob nicht durch die Verleihung von Rechten die Finanzierung ermöglicht merden könnte. Ich hecke wahrheitsgemäß Die Auskunft gegeben, daß, nachdem daS Sion» fortium infolge deS Geldmangels und infolge der Zurückhaltung des deutschen Kapitals gegenüber Kolonialunternehmungen auf Schwierigkeiten gestoßen war, derartige Verhandlungen ftattfanden; sie dauerten länger als ein volles Jahr. Der Stolonialbirefior sagte, eine Landkonzesfion sei ihm unsympathisch, aber wenn sich dadurch der Bau der Bahn erreichen lasse, so sei er bereit, nackizu- geben. WaS Die Bergrechte betrifft, so ist eS i)od)_ ganz selbst« verständlich, daß, wenn sich dadurch die Bahn ermöglichen läßt, sich niemand mehr freuen wird, als bic Kolonialverwaltung. Auch Herr Ren6 mürbe von diesen Verhandlungen unterrichtet. Wtt haben unS die denkbar größte Mühe gegeben, die Finanzierung ohne Den Reichstag zu ermöglichen. Aber cs stellte sich heraus, daß da« nicht ging. Wir haben versucht, die Interessen deS Reichstags so mabrzunchmen, wie cö irgend möglich war. lieber eine partielle Beteiligung des Reiches harte die Berliner Handelsgesellschaft mit sich reden lassen, und auch Herr Lenz war damit einverstanden, '.’lbcr die Vorschläge der Gesellschaft waren so, daß mir unS sagten, auf dieser Grundlage können mir die Sache nicht vor den Reichstag bringen. ES ift mir übrigen« recht fchmer geworden, die Bedingungen zu erzielen, die mir schließlich bei den Verhandlungen erreicht haben. ES ist mir gelungen, bic ReichSgarantie auf 3 Prozent herabzusetzen. Die Herren erklärten mir, menn sie ein Geschäft auf dieser BasiS eingingen, fo geschähe eS nur deshalb, meil sie von Kamerun eine gute Meinung hätten. Nun habe allerdings daS Syndikat sich mit dem Bankkönfortium in Verbindung gesetzt, aber das maren private Verhandlungen, in die mir un» nicht cingemifcht haben. ES haben am 17. Februar 1905 zwei verschiedene Sitzungen ftattgefunben, eine Syndikatssitzung, bei der nicht ein einziger Beamter der Kolonialverwaltung zugegen war, und sodann eine Konferenz zwischen Kolonialabteilung und Syndikat. Wir haben un5 damit einverstanden erklärt, daß dem Syndikat die Aufwendungen ersetzt wurden, die e8 im Dienste der Sache gehabt' hat. Diesen Ersatz zu verlangen, war da» gute Recht de« Syndikats (Zuruf: Nein!), und e» mar ganz naturgemäß, daß diese Kosten mit den Baukosten verrechnet murden. (Vereinzelter Widerspruch.) So haben wir e» , ja auch bei der ostafrikanlschen Bahn gemacht. Run bat Herr ; Erzberger für bic Behauptung, daß mir unverantwortlich i mären für die Verhandlungen Mischen dem Syndikat und dem i Konsortium, auf das Protokoll vermiesen. Ich muß errtären, diese» Protokoll ist ein apokryphes Dokument. Es ist mir erst vor menigen Tagen bekannt geworden, und eS stellt den Sachverhalt unrichtig bar. . DaS hätte Herr Erzberger aber wissen müssen, beim Herr Geheim- - rat Lenz hat eS ja ihm brieflich mitgetcilt, daß daS Protokoll den schlachtet hmtbe.' t Mldemokatie i^' S ^nn mit jtrttL ?nnnOltatie in hrärb? Ocielbe Weiß Hort! Hört,/-' nnen ist, wenn be > »•H N er Erläge erlitte, eine - sozialdemoliati! b- lo.lehlen mir t.- 'jiueife richtig ju ^emiche Soziait,-. ■ ■ii Auslande vnk die SozialdeMkr' 'ß zwar nicht det pZig-r Vollszeitur;' s l> dem Vertrauen L rn äußersten gehen: t kießt es: es best- l Flotte die enormes iügung stehen weida ne britischen Äreux u verjagen. (Höttl s volllomnen isolier:' inzwischen Blättern p ßider lärne, die @tr )en. Alle französische HossnuWn aus die b ich im Auslände sozie! iedigung, nicht ft® t. In der Bezieh^ mawen sHeiterleils, :~ Stellung Teutschland;: lohatxt wird, fii'u' bei ,cmn es denn bmmn, -zeittg naijm für t demsche äojialbtmoho: iber uns M gerade sw. und der .rrms' ine :arie auf das ttb'üttitfc können in Lode'erdm sHeiterkeit und W® seinem Bureau streu? wenn ein Angestellte: ngen will. lHciterlen [ixmofratic gelänge, ’, das Heft in die Han? t unserer Grenzprov^ Ästchen, wie in den^ ß Tummelplatz pn- zwischen sranziM, n. leugne nch. ehnlichfcit tnbetst» itiSmus und W. reundlichen ftgl Wer ein tt*-; ccit stanzöstschkn t * schwachen. •S8». $ar«M= Wk> >h» Äv «äS mit (ir?r* ** u2CUl btWä 5 sehr L von^- . mcinen£|T^I' 3 über, R 18 LU "ungerechten W uldmokratischer £ Ä der Krieg?. daS Lickst zu führen. Ms jener Artikel anonym in der „Kölnischen Volkszeitung erschien, hat der Kolonialdirektor sofon ein Telegramm an die Zeitung geschickt, des Inhalts: „Die einzigen Vertreter der Kolonialverwaltung, bic in der Kommiflion anwesend waren, waren ich selbst und der Geheime Legationsrat Dr. Helfferich. Ich bitte um genaue Angabe Dc5 Materials, um mir weitere Schritte zu ermöglidicn." Der Kolonialbirekwr hat selbstverständlich erwartet, daß ber betreffende Herr, Der diesen Artikel geschrieben hat, von ber Zeitung aufgeforbert werben würde, mit seinem Material sich an die Kolonialverwaltung zu wenden und dort nähere Auskunft zu verlangen. Hatte Herr Erzberger das damals getan, so hätte er selbstverständlich jede gewünschte Auskunft erhalten, er hätte Einblick in die Akten nehmen und sich Dann überzeugen können, daß seine Behauptungen unrichtig sind, bah das Material, worauf er sie gründete, zum Teil unrichtig und vor allem ganz außerordentlich lückenhaft ist. Ich habe zunächst allerdings nicht geglaubt, daß Herr Erzberger hinter diesen Angriffen steht. Er kann sich daher nicht darüber wundern, daß wir ihn so scharf angelasscu haben 2Bc. it ein Neichsrags-AbgeorDnerer unter das Volt Der Journalisten geht und anonyme Angriffe ßegen eine i Sachverhalt nicht richtig darstelle. Sämtliche Vorwürfe deS Abg. Erzberger find also widerlegt. Ich nehme an, daß diese ganze Angelegenheit damit erledigt ist, und spreche nur mein Bedauern darüber auS, daß eine solche Diskussion überhaupt möglich mar. Die Zetten sind für unsere Kolonialvermalttmg zu ernst und zu schwer, als daß fo viel Zeit und Nervenkraft auf eine solche, Angelegenheit verschwendet werden könnte. Im Jntereffe de« Ansehens unserer Beamtenschaft habe ich die Geduld deS, HeiuseS aber noch in Anspruch nehmen müssen, da ich solche An- flagen nicht unerwidert lassen konnte. (Lebhafter Beifall.) y Hierauf vertagt sich DaS HauS. Persönlich bemerkt Abg. von Karborff: Der Abg. Bebel warf mir vor, ich hätte mich 1869 für da« gleiche Wahlrecht auch fiir den Landtag ausgesprochen. Damals hatte die satanische Agitation der Sozialdemokraten nicht eingesetzt. Ueberhanpt habe ich damals nur gesagt, zwei große Körperschaften, könnten mit einem fo verschiedenen Wahlrecht nicht nebeneinander bestehen. Das LandtagSwahlrecht müßte sich daher Dem ReichstagS- wahlrecht annähern. , * Abg. Gamp (Reichsp.) schlägt vor, auch die südwestafrikanifche Bahn auf die LageSordmm-> au setzen. DaS Haus stimmt dem zu. Nächste Sitzung: Freitag elf Uhr: Sübwestafrikanische Bahn Kubub—Liideritzvilcht und Fortsetzung Der EtatSberatung. I Schluß Uhr. (8efd)macfDolle gieuhrtten für tzerbst u. ®*tnier Grove Auswahl in allen Preislagen. Umtausch gestaltet! 5657| 1 Buttenwleser, Seltersweg 83 -beru Gewerbebank ’Oüikcn Telephe« Bahnhofstraße 30 Kunfth w«nrMhn We&MeWsWfflisah. -re« 6346 und Sonntag, 17. Dezember statt am Samstag insbesondere die Eltern und Angehörigen der Schäle 6363 mann, rinnen, Buxe au! meine frtrma gu achte»! Reede eanlatue Dedtennng! Vestchtlgnng ahne Raufgroangl «mbernngen he Hanse gratis. Meine Waren tragen beutlid) den DerfaufSpreiS in Zahlen. in Damen- Jockels Gewcrbcbarrk zu Gießen cimictr ge r (Scnoflei fduift iibt unbtschr. H f-psl cht. während der üblichen Geschäftsstunden an unserer Kasse in Empfang genommen werden. Giessen, Kreuzplatz 5 „ Lindenplatz 5 juni Besuche freundlichst eingeladen. HaydarbeitWule doh Frl. SauDmufln. Die Auö,:cllung der Weihnachts-Handarbeiten ftndet Die am 1. Januar 1906 fälligen Zinsen der bei unserer Dank angelegten Spareinlagen können bereits vom Herren-Konfektion Anzüge, PaletotS, Lodenjoppen, Hosen. Knaben-Anzüge, PaletotS, Phjacks, Capes Anfertigung nach TIob. Bonbons, Margarine, Oel und Adriaglut. —- Für den Weihnachtsbaum: == Tannenbaum • Mischung das Pfund 50, 60 und 80 Pfg. Schokoladefiguren per Stück 5 und 10 Pfg. 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