General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für Len Kreis Sietzen en des Ministerpräsidenten als inhaltlos. Er warf dem zur als Rotationsdruck und Verlag der Veli HI Ich« UnwersitätSdruckerel. N. Sange, Dletzr» Redaktton. Expedition u. Druckerei: Schulstr.I, Tel. Nr. 5L Letegr.-Adr, 4 Anzeige, Giehe» Hin Koch auf den deutschen Kaiser im österreichischen Parlament. Vertretung nicht verantwortlich ist. Ein solches cäsaristisches Armeesystem verträgt sich nicht mit der inneren Freiheit einer Nation." Das Ideal der Sozialdemokratie sei „eine Volkswehr mit demokratischem Aufbau und mit modernem Recht, die das Werk der all- der eine nur geringe Bildung besitzt. Die größten Soldaten- r r "" r;"<*----'kanntermaßen die „alten Leute", die leider Veut?eher Reich. Kiel, 23. Junr. Au Der heungeu Regatta nahm der Kaiser auf dem „Meteor" teil. Oente abend fand an Bord der „Hohenzollern" beim Kaiser ein Diner statt. Der Kaiser befahl zum Herbst die Formierung zweier Geschwader der aktiven Schlachtslotte von je 8 Linienschiffen mit 5 Flaggoffizieren. Es treten- die Schlachtschiffe Preußen, Hessen, Kurfürst Friedrich Wilhelm hinzu. Der Panzerkreuzer Prinz Heinrich wird durch den Panzerpreis !" Nach Beendigung der ersten Lesung des Budgetprovr- foriums wird der Dringlicbkeitsantrag Schönerer auf Auflösung der Gemeinschaft mit Ungarn verhandelt. Nach Befürwortung durch Schönerer und den Sozialisten Resel erklärt Ministerpräsident Gautsch, die R e g i e r u n g könne sich meritorisch an der gegenwärtigen Debatte nicht beteiligen. Bei der Abstimmung ergibt sich Beschlußunfähigkeit des Hauses. Der Präsident muß die Sitzung schließen Für die Dringlichkeit stimmten die Mdeutschen, Sozialisten, deutsche Volkspartei und Fortschrittspartei. Die Alldeutschen sind über den Schluß der Sitzung entrüstet 3b machen großer: Lärm. Schönerer ruft: „Das ist -gekartet, schämt Euch!" Jro schreit: „Ehen zssuth!" und singt dabei krächzend die Bolkshymne. gemeinen geistigen und körperlichen Volkserziehung nur vollendet, indem sie allen jungen, waffenfähigen Männern die letzte Ausbildung für den Kriegsfall gibt." Um tüchtige Soldaten zu bekommen, solle man neben der rationellen Förderung der körperlichen Tüchtigkeit der Heranwachsenden Jugend besonders deren geistige Ausbildung durch naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Unterricht betreiben. David beweist durch diese Briefe wieder, daß er ein Mann von umfassender Bildung ist und, wenn er Lust hat, auch die Fähigkeit zeigen kann, auf Ansichten der Gegner gerecht und leidenschaftslos einzugehen. Einzelheiten seiner Ausführungen sind allerdings sehr anfechtbar. Jedenfalls bat der gegenwärtige oberste Kriegsherr noch nichts unternommen, das zu der Kritik, die David an unserem Armeesystem übt, Anlaß geben könnte. Wenn David ferner bemängelt, daß der Einjährige viel schneller militärischer Vorgesetzter wird als der Sohn des Minderbemittelten, der zwei oder drei Jahre dienen muß, so scheint uns das gerade im Interesse der Mannschaft zu liegen; t der junge Mann, der über eine gewisse Bildung verfügt, z. B. der, der ein akademisches Studium hinter, sich melle corpus academicum: „An seinem heutigen 70. Geburtstage erfülle ihn vor allem die Empfindung tiefster Dankbarkeit gegen die göttiidye Vorsehung, die ihn und die Seinigen — abgesehen von einer allerdings höchst schmerzlichen Heimsuchung — bis dahin , gnädig geführt habe. Wenn er die größere zweite Hälfte seines Lebens in der ihm lieb gewordenen Stellung auf dem durck feine drei Vorgänger Hundeshagen, Karl und Gustav Heher berühmt g<> wordenen Lehrstuhle der Forstwissenschaft an der hiesigen Universität verbrachte habe und lobenden Anerbietungen von auswärtigen Hochschulen nicht gefolgt sei, so erkläre sich das' einmal durch die nahen und herzlichen Beziehungen zu seinen früheren Schülern, die jetzt den größten Teil der amtlichen Stellen tnt Lande — teilweise bi3 zum Ministerium hinauf — inne hätten; dann aus dem wahrhaft kollegialen Zusammenhalten der hiesigen Vrofessorenschaft und endlich aus dem Umstande, daß er hier der großen philosophischen Fakultät angehöre, in der seiner Ueberzeugung nam für das Studium der Forstwissenschaft der richtige Platz gegeben sei. Er danke allen Erschienenen herzlich für ihre guten Wünsche und gebe zugleich bekannt, daß er der seinerzeit von ihm begründeten Hundeshagen-Stiftung am heutigen Tage die Summe von 1000 Mark zugewendet habe." Mehrfache Blum endenden, zahlreiche Briefe und Telegramme — darunter auch ein solches vom Großh. Ministerium des Innern — legten Zeugnis ab von der auf weite Kreise sich erstreckenden Anerkennung der Verdienste deß greisen belehrten. Ganz besonders erfreut war er aber durch eine Ovation, die ihm am Vormittag durch seine Zuhörer im Auditorium bereitet worden war. — Auch die Studierenden der Forstwissenschaft brachten ihrem verehrten Lehrer eine Huldigung dar. Am Vormittag zu Beginn der Vorlesung überreichten sie ihm im festlich geschmückten Hörsaal ein Bild (Kupferstich) als Zeichen ihrer Dankbarkeit und Verehrung. In ihrem Namen sprach cand. lorest. Blumenau etwa folgendes: „Es sei eine große Freude für die Schüler des Jubilars, ihm heute ihre Huldigung Vorbringen zu dürfen. In so hohem Alter noch vollständig in seinem Berufe aufzugehen, das fei fürwahr etwas Großes und eine besondere Gnade, und voll Dankbarkeit gedächten die ehemaligen und jetzigen Schüler dcS Herrn Geheimrat Heß dessen, was er für die Wissenschaft durch Wort und Schrift bisher geleistet habe. Dabei sei es ihm gelungen, sich die Liebe seiner Schüler zu gewinnen, denn immer habe er im Verkehr mit der Jugend selbst ein noch jugendliches Herz ihr entgegcngebracbt. Und im letzten Grunde fei es stets das Z'el aller feiner Tätigkeit gewesen, für das Gedeihen deS Waldes zu wirken, der für uns alle, einerlei, ob wir dem forstlichen Beruf angehören oder nicht, von so großer Bedmtung sei. Die Ansprache endigte mit dem Wunsche, daß der Jubilar^noch recht lange Zeit in ungeschwächter Kraft und Frische zum eegen aller weiterwirken möge." Hierauf dankte Geheimerat Heß für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Wenn er jetzt über seine langjährige Lehrtätigkeit zurückblicke, so sei eS ihm die größte Freude, zu sehen, wie seine Arbeit auch reiche Früchte getragen hätte. Denn im Verkehr mit früheren Schülern habe er oft Gelegenheit gehabt zu der Beobachtung, daß sie in der Praxis ihre Tätigkeit gemäß den Grundsätzen ausübten, die er einst in sie gepflanzt habe. Auch gereiche es ihm zur Freude, daß einige seiner Schüler wieder wie er für die akademische Lehrtätigkeit gewonnen worden seien. Und auch weiterhin sei es sein Wunsch, solange er dazu die Kraft habe, in dieser Weise weiterzuwirken. — Die Zinsen der HundeShagen-Stiftung sollen für Studierende der Forstwissenschaft als Unterstützung zu Studienreisen, Doktorarbeiten u. dgl. verwandt werden, sobald das nötige Kapital angesammelt worden ist. ** Eine neue Regierungsvorlage betrifft den Entwurf eines Gesetzes, welches das Spielen in außer- hessischen Lotterien regelt. * • Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hat Dienstag den 27. d. MtS., abends 8 Uhr, im Hörsaal deS Zoologischen Instituts eine Sitzung, wobei Privatdozent Dr. Groß über die Mendelschen Vererbungsgesetze und die moderne Zellforschung sprechen wird. Gäste sind dazu willkommen. * • Gemälde-AuSstellung. Wir wollen nicht unterlaßen, unsere Kunstfreunde darauf aufmerksam zu machen, daß die zurzeit im AuSstellungslokal hängenden Bilder nur noch acht Tage ausgestellt bleiben. Vom 4. Juli ab wird eine : SonderauSstellung moderner deutscher Exlibris im ' Kunstverein veranstaltet. • • Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Olwertur« > z. Op. Undine von Lortzing. 2. Valse bleue von MargiL. • 3. Finale a. d. Op. Mda von Verdi. 4. Hessischer Präsentiermarsch, komp. von Ludwig YLLI. DoiiTche Tagesschau. Neue fremdländische Gäste. E. Berlin, 23. Juni. Den sich in Lobpreisungen der Reichshauptstadt ergehenden englischen «Niisten werden binnen kurzem französische folgen. Es sind aber nicht Mitglieder von Kam. munalverwaltungen, sondern Landwirte, und während die Engländer vom Rhein her kamen, werden die Franzosen über Süddeutschland den Kurs nehmen. Es ist in Deutschland noch in bester Erinnerung, dass bei der Hoch- Wasserkatastrophe des Jahres 1903, unter der besonders die Landwirtschaft zu leiden hatte, auch Präsident Loubet einen ansehnlichen Betrag zur Linderung der Not übersandte, ob- wohl Frankreich selbst eine Mißernte zu verzeichnen hatte. Die Deutsche LandwirtschaftSgcsellschaft wird denn auch vor. nehmlich der französischen Gäste sich annehmen. Man geht wohl nicht fehl in der Vermutung, daß in diesem Besuch der französischen Landwirte di- Annäherung zum Ausdruck kommt die das Projekt des König? von Italien, ein intern ahona (e § Institut für Agrarstatistik zu be- gründen, bei den Landwirten der verschiedenen Staaten in die Wege geleitet hat. * Sozialdemokratie und H-eresversassung. Fn der Zeitschrift „Die neue Gesellschaft" setzt Dr. Eduard Da v i d j eine sozialdemokratische. Briefe über Vaterlandsliebe" fort und kommt dabei aus die Cd eit unn der Sozialdemokratie zu unser em heuti- aen Seereswesen zu sprechen. Auch die Sozialdemo- kratie^s/ siihrt^er aus,^erkenne die Pflicht der Waterlands- Verteidigung an und erstrebe aus dresim Grunde eme Wch- lmstmacbuna des Volkes. Wenn die Partei heute alle Ausgaben für das Heer ab lehne, so geschehe das E, werl man dem herrschenden System jede Stutze ^sage „^w heutige Armee ist ein gefügiges Werkzeug m der Hand erues ein* zelnen Mannes, auf dessen Person Ne e.Eschworen it, dessen Wünsche ihr G^ey sind, der selbst aber der Volks ausgesprochen. Metz, 23. Statt. Heute nachmittag hielt der König von Sachsen Parade über das sächsische Fuß-Artillerie- Negiment Nr. 12 ab. Nach dem Parademarsch ließ der König das Regiment im offenen Viereck Aufstellung nehmen und hielt eine Ansprache an dasselbe, in der er tn sehr ehrenden Worten seine Anerkennung für die Leistungen des Regiments und die Erwartung aussprach, daß der Geäst, den er heute im Regimente gefunden habe, immer derselbe bleiben werde. Darauf verteilte der König eigenhänoig mehrere Ordensauszeichnungen und nahm mehrere Beförderungen vor. Nach beendeter Parade fuhr der König unter Hoch- und Hurrarufen der Menge zum Frühstück zum Negr- mentskommandeur des 12. Fußartillerieregiments. Koblenz, 23. Juni. Der König genehm: gte das Rücktrittsgesuch des Oberpräsidenten Nasse. Der Tag des Rücktritts ist noch nicht bestimmt. kreuzer Jork ersettz. — Der „Staatsanz." veröffentlicht die in jüugfter Zeit erfolgten Verleihungen des S eh w a r z e n Adlerordens, darunter die an den österreichisch-ungarischen Geh. Rat und Präsidenten des österreichischen Herrenhauses Fürsten Alfred zu Windischgrätz. — Der „Reichsanz." berichtet: Auf Veranlassung des Staatssekretärs des Innern fanden vom 19. bis zum 21. Juni Besprechungen zwischen Vertretern des Weißblechsyn- dikats und der St ahlwerksverbände und der an den Erzeugnissen der Weißblechindustrie und des Stahlwerksverbandes interessierten Kreise, sowie der sonstigen Sachverständigen über die Verhältnisse und die Wirksamkeit der genannten Verbände statt. An den Verhandlungen beteiligte sich eine große Reihe von Sachverständigen. Neben den Vertretern der beteiligten Behörden toaren bei der Besprechung über den Weißblechverband 59, und über die Stahlwerksverbände 94 Sachverständige anwesend. Die stenographischen Berichte über die Verhandlungen werden im „Reichsanz." veröffentlicht. — Die englische Kommission für das Studium städtischer Einrichtungen im Auslände besuchte heute nachmittag Potsdam; am Abend folgte sie mit Damen einer Einladung der Stadt Berlin im Festsaale des Zoologischen Gartens. Anwesend waren die Oberbürgermeister von Berlin und Eharlottenburg, die Minister v. Bethmann-Hollweg, Möller, Dr. Studt usw. Der Oberbürgermeister von Berlin Kirschner sprach die Hoffnung auf dauernde Freundschaft zwischen den beiden großen Schwesternationen aus und schloß mit einem Hoch auf die englischen Gäste. Lord L y v e r d e n dankte für die liebenswürdige von 1813 besichtigen und die damaligen Stellungen der feindlichen Armeen an der Hand von Karten studiert. — 48Offiziere der Berliner Kriegsakademie haben unter Führung des Majors Friedrich vom Großen Generalstabe einen mehrtägigen Ausflug nach Leipzig unternommen Die Herren werden während dieser Zeit das Schlachtfeld besichtigen und die damaligen Stellungen der feindlichen Armeen an der Hand von Karten eingehend studiert. — Die Elberfelder Schiller-„Zensur" (man erinnert sich, daß der Rektor einer kathol. Volksschule, Förster, mehrere Dramen aus den Schillerschen Werken, die unter Schulkinder am 9. Mai entfernt wurden, entfernt hatte. .pädagogisch anstößig") hat nun auch ihre Wirkung r dortigen Stadtverordnetenversammlung gezeigt. Em in der dortigen Stadtverordnetenversammlung gezeigt. Em aus der städtischen Schuldeputation ausscheidendes konservatives und hochkirchliches Mitglied wurde in geheimer Sitzung durch einen liberalen Stadtvater ersetzt. Die beiden ausscheidenden liberalen Mitglieder wurden wiedergewählt. Da die Regelu.ng der Schiller-Afföre, mit Bezug auf die Uebergabe. der vom Schwäbischen Schillerverein gestifteten Werke Schillers an die Kinder einiger Volksschulen, auch nicht erfolgt ist — wie Schulrat Dr. Boodstein mitteilte, hatte er dazu noch keine Zeit —, hat die Versammlung übrigens in der letzten Sitzung in dieser Angelegenheit ihre Mißbilligung des Verfahrens des Schulrats Prüfung der Frage eingesetzten Ausschuß Untätigkeit vor denn und legte dar, daß die von dem ungarischen Abgeordneten- nerfnü_, . — ............ Haus angenommene Resolution Vanffvs, weil sie sich auf hat, wird sich weit seltener dazu verleiten lassen, einen die Verweigerung der Beitragsleistungen zu den gemein* Untergebenen schlecht zu behandeln, als der Vorgesetzte, samen Ausgaben bezieht, rechtswidrig und ungesetzlich sei, der eine nur gerbte,. weil das beide Reichshälften betreffende, von dem Mon-schinder sind anerkanntermaßen die „alten Leute", die leider archen sanktionierte Gesetz nicht durch den einseitigen Be-j nur zu-oft in der brutalsten Weile die R^kritten behandeln. schluß des ungarischen Abgeordnetenh-auses aufgehoben ---"" ""............. werden könne. Da aber beide Häuser des ungarischen Reichstages in unzweideutiger Weise zu der Frage des staatsrechtlichen Verhältnisses beider Reichsteile Stellung genommen hätten, so sei es die Pflicht des österreichischen Parlaments, dies auch zu tun. Deshalb unterbreite er (Redner) einen Dr inglichkeitsantrag, welcher besagt: „Das Ab- ge ordnetenhauS spricht sich für die Aushebung der bestehenden Gemeins amkeit mit Ungarn aus. Die Regierung wird aufgefordert, die entsprechenden Vorarbeiten hierfür zu unternehmen". Der Redner trat endlich für die Aufhebung deS § 14 ein und verlas das alldeutsche Programm, welches in der bundesrechtlich en Angliederung Deutsch-Oesterreichs an dasdeutscheReich gipfelt. Die Alldeutschen seien Verehrer deS großen Germanenkaise rs Wilhelm, der in Marienburg das stolze Wort vom flavischem Ueber- mute gesprochen habe. Kaiser Wilhelm habe große Herrscherziele vor Augen. Mit lauter Stimme ruft Schönerer: „Hoch Wilhelm der Zweite!" und fügt lächelnd bei, das Präsidium werde hoffentlich gegen diese Kundgebungen nicht Einspruch erheben. Er müsse aber bedauern, daß Antt- nationale, Rote und Schwarze im Berliner deutschen Reichstage sitzen und daß dort zersetzende Simplizissimuselemente herrschen. „Wir bleiben treue Bismarck an hänge r", schließt Redner, „und geben kern Fußbreit deutschen Landes Ans Stadl und Land. Gießen, 24. Juni 1905. ** Personalien. Se. Kgl. Hob. der Großherzoq haben den Militäranwärte'- Fuchs zll Darmstadt zum Diener für das Erdgeschoß der Technischen Hochschule zu Darmstadt ernannt. •• Pensionierung. Der Königs. Eisenbahnaffistent Jeremias Wolf ist aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand getreten. ES ronrbe ihm auS diesem Anlaß der Kronenorden 4. Klaffe und die Verdienstmedaille für 40 Dienstjahre verliehen. ** Der 70. Geburtstag des Professors Heß. Unterem gestrigen Bericht über die Geburtstagsfeier des Geh. Hofrats Dr. Heß fügen wir noch folgendes zu: Nachdem auch der Spezialkollege des Jubilars, Geh. Forstrat Prof Dr. Wimmenauer, in kurzen Worten noch den Gefühlen persönlicher Verehrung und Dankbarkeit mit dem Wunsche Ausdruck gegeben hatte, daß beiden noch manches Jahr gemeinsamen Wirkens in altbewährter Freundschaft beschieden sein möge, ergriff Geh. Hosrat Dr. Heß in tiefer Bewegung das Wort zu einer Ansprache an bas versam- Nr. 146 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Samstag 24. Juni 1805 «6gR< mit Huttia6me »es SotmtagS. J . & . .. . .. A. aa. tu« .•le|tn« »amilienbiatter werden dem m til 4g „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MM N I W XJL, [| &L U äk, P’ N.'Ä M, tanöwlrt*1 erscheint monatlich einmal. 4 Wien, 23. Juni. (Abgeordnetenhaus.) In der Beratung des Budgetprovisoriums sprach u. s i s ch e n E i s e u b a h u g e m e i n s ch a f t beliefen sich int Mai aus insgesamt 135025 00J Mk., das sind mehr gegen beit gleichen Monat des Vorjahres 6 215 000 Mk., oder auf ein Kilometer 3988 Mk. (4- 111). Davon entfielen auf den Personen- und Gepäckverkehr 38 423 000 Mk. (— 4 601 000), auf den Güterverkehr 89 041 000 Mk. ("4- 10 732 000 Mk.). In der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres betrugen die Einnahmen 263 863 000 Mk. (4- 13 428 000), oder aus ein Kilometer 7803 Mk. (4- 268). Davon entfielen aus den Personen- imb 6)epäcfuci 78 787 000 Mk. (— 378 000), auf den Güterverkehr 170 151 00 Pik. (8- 13450 000). — Minister von Bud de erklärte einem Redakteur auf De« fragen, er denke nicht daran, die bestehendenden SonntagS- fahrkarten bei der Durchführung der Personentarifresorm zu beseitigen. Alle für bestimmte Wohlfahrtszwecke bestehenden Vergünstigungen, wie Arbeiterwochenkarten, Sonntags- fahrkarten, F e r i e n s o n d e r z ü g e usw. b l e i b e n in dem gleichen Umsange wie bisher und in derselben Art auch bei der erwähnten Nesorrn bestehen. Der Minister habe sich bei den Verhandlungen bezüglich der Tarisgemeinschast der deutschen Eifenbahnverwaltungen ausdrücklich die Beibehaltung dieser Wohlsahrtszwecken dienenden Ausnahmen vorbehalten. Kolonialpost. Sidney, 23. Juni. In dem Westdistrikte Peauhill et» mordeten Eingeborene n eun Weiße. Die Täter wurden! verhaftet. 4‘/8%' Oesleir. Silberrente . 100.75 Tendenz: matt. 3Yi% 3"/o 3V,% 3°/o 3% Mexikaner 4V2n/o Chinesen . Electric. Sobnckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit DarnißtHdtar Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gottbardbahn . . Laurahütte . . Bochum . . . llarpenor . . - Staatschatzscheine . 99.00 00.00 67.10 67.20 87.80 134.80 53.70 00.00 Hessen . . B1/, % Oberhessen . 4% Oestorr. Goldretitö Relohsanleihe do. Konsols . do. . . 101.25 90.20 101.20 90.25 100.40 99.30 101 50 ' 67.50 . 96.55 . 136 00 . 122.00 . 206 90 . 18960 . 140.10 . 155 20 . 168 90 . 14280 . 18.40 4% Ungar. Goldrente , , 4% Italien. ROnH , . . 4% Portugieser I . . . 3°/v Portugiesen. III . . 1$4 Unif. Türken . . « Türkenlose ...... 4% Grioob. Monopol.-Anl. 4l/9% äussere Argentiner . 265.00 . 250.50 . 212 10 . 100.50 Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Zur Lage der deutschen Werkzeugmaschinen- Jndustrie. Im neuesten Geschäftsbericht des Vereins der deutschen Werkzeugmaschinenfabrikation wird über eine Sache geklagt, die das Geschäft schon früher hemmte. Es wird darüber geschrieben: Eine für sämtliche Maschinenfabriken sehr lästige und nachteilige Erscheinung des Geschäftslebens war Die Forderung von Gegenlieferungen, die seitens mehrerer großen Hutten- und Stahlwerke erhoben wurde und großenteils fjeiite noch unverändert erhoben wird. Diese verlangten Gegenlieferungen betrugen zuweilen 40 Prozent des Wertes der Maschinen, abgesehen von den für diese selbst verwandten Rohstoffen. Die großen Hüttenwerke nützten Damit ihre wirtschaftliche Ueberlegenheit in einer Weise aus, die einer gesunden Entwicklung des Werkzeugmaschinenbaues durchaus schädlich sein muß. Es würde sich dringend empfehlen, Mittel und Wege zu finden, um die Maschinenfabriken gegen derartige übermäßige Anforderungen zu schützen, die namentlich bei schlechten Zeiten an sie gestellt werden, aber auch in besseren nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. Auch in Bezug auf die Zahlungsbedingungen erlauben sich manche große Werke immer wieder erhebliche Abweichungen von den gesunden Grundsätzen, die in den Lieferungsbedingungen der Maschinenfabriken und auch seitens unseres Vereins festgelegt sind. Gegen solche willkürlichen Maßnahmen kann nur durch festes Zusammenhalten der davon betroffenen Maschinenfabriken eine Wirkung erzielt werden. Zu einer solchen Annäherung der Fabriken hat sich allerdings im Berichtsjahre keine Gelegenheit geboten, nachdem in der jüngsten Hauptversammlung die Verhandlungen ergeben hatten, daß an die Bildung einer Interessengemeinschaft vorläufig nicht zu denken sei. 3Vsproz. deutscheReichsanleihe. Wir teilten jungst mit, daß die Auflösung des Kvnsortiums für die Begebung dieser Anleihe im Betrag von 330 Mill. Mark stattgefunden habe. Dies ist nach den neuesten Mitteilungen nicht ganz richtig. Es dürfte die vollständige Begebung erst nach dem Quartalstermin, also im Juli, erfolgen. Wenn auch die zur Subskrstttion aufgelegten 300 Mill. Mark und die ferner übernommenen 30 Milt. Mark aus erster Hand begeben sind, so scheint es doch, daß man die seinerzeit im Markte aufgenommenen Stücke erst noch arrsverkaufen will, bevor man zur Auflösung des Konsortiums schreitet. Erwartet wird, daß das Quartalsgeschäfl wieder einen lebhaften Umsatz für alle Staatsanleihen bringen wird und wenn nicht, so wird halt das Konsortium noch weiter bis zu seiner definitiven Auflösung warten. Die russischen Schiffswerften. Es ist schon des öftern Gegenstand der Besprechung gewesen, wie sich nach Beendigung des Krieges die Erneuerung der Flotte usw. gestalten wird. Dabei sind wie üblich die konfusesten Vorschläge in die Oeffent- lichkeit gebracht und geglaubt worden. Wir erinnern nur an das famose Projekt des Hernr Schwab, einstiger Präsident des Stahltrust. Nun wird Nneder aus Newhork telegraphiert, daß bie russischen Schiffswerften vom amerikanischen Stahltrust, erworben oder gepachtet worden seien. So soll laut „Birschewija Wiedo- mosti" die Petersburger staatliche baltische Schiffswerst an den Stahltrust übergehen und dieser hätte die Verpflichtung, jährlich eine gewisse Tonnage an das Marineministerium abzulrefern. Andere Petersbirrger Bettungen aber, wie der „Nrtß", erklären, daß alle diese Nachrichten unbegründet seien, der Plan sei allerdings vor einiger Zeit erwogen, aber wieder aufgegeben worden. Präsident Gary von der United States Steel Corporation lehnt es ab, irgendwie und irgendwelchen Aufschluß zu geben. Märkte. Gießen, 24.Juni. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg. 2 Stck. 00—OO Vsg., Gänseeier 15—OO Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80—0,60Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stiick 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 55—65 Pfg.. Qchfenfieisch vr. Pfund 70—80 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pjd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Kartofieln pr. 100 Kg. 7,50—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00-00 Vig., Kirschen pr. Psd. 80-00 Pfg. Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 7—1 Ubr. r. Alsfeld, 23. Juni. Der diesjährige Pferde- und F 0 h l e n in a r k t findet Montag den 31. Juli hier statt. Im Vorjahre betrug der Atli trieb an Pferden und Fohlen zirka 350 Stück; der diesjährige Austrieb verspricht noch bedeutender zu werden. Mit dem Markte ist eine Verlosung verbunden, bei der 20000 Lose zur Ausgabe gelangen. Der Verkauf der Lose ist im ganzen Großherzogtum Hessen gestattet. w. Frankfurt a. M., 23. Juni. Heu- und Strohs markt. Man notierte: Heu Mk. 3.20 bis Mk. 3.50, Stroh Alk. 2.20 bis 2.60. Alles ver 50 Kilo. Tendenz: fest. Kursbee’icht. Frankfurt a. Mm 23. Juni Offlzielle^S^ilusskurse. Für Haushalh.Kücheistdie condansirfe Alpenmilch Nesfle imenfbehrlich,säuer? nicht, sfefs gebrsuchsferHg als Sahne f.Kaffee&Te K k 3 o^Ch Reisen. Ma» verlange ausdrücklich die Originalmarke „Dr. HommeFs66 Haematogen und lasse sich Nachahmungen nicht aufreden. 07, L&den etc. } 3325 per sofort gesucht. Neustadt 14, p. 04221 WUMMhalt gesucht. Bahnhosstr. 8. 04203 G. Nauheimer. 3086 G. Nauheimer. 3087 I. Happel. mieten. j&me Familienwohnung zuverrn. V, 33501 Ltäheres Asterweg 53. 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Petri IL Danksagung Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Gattin und Mutter Verdingung. In der Zusammenlegungssache von Odenhausen sollen: der Ausbau von etwa 85 700 lsd. m Wegen und 5 000 lsd. in Gräben öffentlich mindestfordernd vergeben werden, einschließlich der in die Wege und Grabenzüge fallenden Brücken, Durchlässe pp. und Lieferung des Materiales. Die Arbeiten gelangen in 3 Losen zum AuSgebot und zwar: Los 1. Der Ausbau sämtlicher Wege und Gräben östlich der Straße von Ruttershausen über Odenhausen nach Fronhausen. Loö 2. Der Ausbau sämtlicher Wege und Graben westlich der Straße Ruttershausen—Odenhausen und südlich de§ Krombacher Weges. Los 3. Der Ausbau sämtlicher Wege und Gräben westlich der Straße Odenhausen—Fronhausen und nördlich de§ Krombacher Weges. Kostenanschlag, Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht offen. Abschriften deS Kostenanschlages und der Bedingungen, sowie Kopien der Bauzeichnungen können gegen Erstattung der Schreib- nnd Zelchengebühren bezogen werden. Auch liegen Abschriften des Kostenanschlages und der Bedingungen bei dem Gemeindevorsteher Euler zu Odenhausen zur Einsicht offen. Termin zur Verdingung ist anberaumt aus Freitag, den 30. Juni 1905, nachmittags 1 Uhr im Gasthause Kreiling zu Odenhaujen. yezugnebmend auf obige Bekanntmachung empfehle ich mich Schrien Publikum zur Aufnahme von Feuer- und HagelvcrficheruugS- ttträgen und bin ich zu jeder über bicjetben gewünscht roeroeuoen Auskunft gerne bereit. #345 Holzheim, im Juni 1905. Wtlscher MmMchms Eiche». Garteustraße 2, Zimmer Nr. 14. (GeschäftSstunden von 8—1 und von 8—6 Uhr.) GS sind zu vermieten: 8 Wohnungen von 1—7 Zimmern, 2 unmöbl. u. 1 möbliertes Zimmer. Z« mieten gesucht: 70 Wohnungen von 1—8 Zimmern. 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Knecht, 1 Schlosser, 2 Wagner, mehrere Schleifer •5er Polierer, Lackierer (auswärts), Maler oder Lackierer, Weißbinder, 1 Schreiner 2 Schuhmacher, Schneider. 2 Glaser, 2 Installateure, jüngere Fabrikarbeiter oder Arbeiterinnen, 1 Verkäuferin, 2 Arbeiter, 1 Hausbursche, 1 Bureaugehilfe, 2 Laussrauen oder Mädchen, 0 Dienstmädchen. Lehrlinge: _ _ 2 Schlosser, 1 Spengler, 1 Mechaniker, 1 Wagenlackierer, 1 Wagner, Schleifer oder Polierer, 1 Buchbinder, 1 Lackierer, 1 Schreiner, 1 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Friseur, 1 Installateur, 1 Kellner. . . ES suchen Arbeit: B“/e „ , 1 Etsendreher, 1 Wäscherm, 1 Fabrikarbeiterin, 2 Lauffrauen, l HauS- oder Bureaudiener, 2 Arbeiter, 1 Strickerin (Privatarbeit). Gksköschsst für Raillr- unö Heillmöe. Maturwtffenschastltche Abteilung) Sitzung Dienstag, den 27. Juni 1005, abends 8 Uhr im Hörsaal des Zoologischen Instituts (Bahnhofstraße 84) Tagesordnung: Herr Privatdocent Groß, Die Mendel'schen Vererbungsgesetze und dre moderne Zellforschung. Gäste willkommen. Der Vorstand. RaßebnM zeiimtkfttrNzs-8kseWch ROM,n HqckkGlM-Schchüichift. Wir bringen hiermit rur öffentlichen Kenntnis, daß wir an Stelle M verstorbenen Gg. H. Zech I. dem Hem Wilhelm Zeiss HL, WggMmeisitr in Holzheim unsere Agentur „Holzheim" übertragen haben. Der Genannte ist zur Aufnahme von BerstcherunaS, Anträgen und zur Entgegennahme von Prämiengeldern für die oben bezeichneten Gesellschaften berechtwt. Offenbach a. M., im Juni 1005.