vir. SO Teneral-Anjeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen. Ziel ansehen kann. die Zeit opfern, nur die Arbeiter oder auch die Arbeitgeber. 155. Jayrg BUHttttantotsrf «afc het ItatottfK Sa«««, feteM, Redattton. Exr>«Eo» a Druckers: Schulst«.^ Ät» 6L &*b66pL»flbt.t tU^dfltt neberechtrgte Auslegung der Arbeüerordnung nn den Tag gelegt und eS unterlassen. Vor- ,Hört! Hört» Es bietet ,a feine Schwierigkeit, btcfe fltofrn Dptim 8m 8 "N Lag.^g«°m^ ° i 11, Frage der Seilfahrt zu losen. Wo eine verlängerte Seilfahrt notig kehrungen zu treffen. - Sozialdemokraten freilich pflegen ist, mutz sie natürlich gemacht werden, es fragt sich nur, wer soll hätte requirieren sollen. Die tz-oziawunolraten fremd) Pfieo nane re«if haben den politischen Charakter ja ausdrücklich dokumentiert durch den bekannten Revers, daß Sozialdemokraten nicbt aufgenommcn werden dürfen. Wenn wir Vie Politik des ZeNtralblatteS der Ge- werkvereinc verfolgen, so sehen wir, wird di" Autorität der Urben- geber in einer Weise herabgewürdigt, daß die natürliche Konsequenz dann auch schließlich ist, daß die Führer selber keine Autorität mehr haben. In England und Amerika sind Gewerkvereine von rem wirtschaftlichen Gesichtspunkten getragen, Das politische Leben wird dort-durch eine Vertikallinie charakterisiert. In Amerika auf der einen Seite die Republikaner, auf der andern tue - ^rnokraten. in England auf der einen die Whigs, auf der andern die ^orirs. In Frankreich und Deutschland ist das nicht der Fall. Da haben wir es mit einer horizontalen Linie zu tun. Tie englischen und amerikanischen Gewerkvereine verfolgen den Grundsatz: der Meinung bin: eine Klarstellung ist unbedingt erforderlich. Die Bestimmungen des Berggesetzes sind nicht klar genug gefaßt, um die Arbeiter in ihren Rechten sicherzustellen. Die KündignngS- bestimmungen im Verein mit den Vorschriften über die Gedingearbeit legen den Arbeitern Verpflichtungen auf. die er im voraus eingeht, und die bewirken, daß das ganze Risiko der Gedingearbeit auf dem Arbeiter ruht, während dem Arbeitgeber volle Freiheit gelassen wird. (Hört! Hört! bei d. Soz.) Die Gesetzgebung weist hier eine große Lücke auf. Namens der großen Mehrheit meiner Freunde erkläre ich, daß wir dringend wünschen, daß das Wage ii nullen möglichst bald ab geschafft wird. (Hört! Hört! und lebhafte Zustimmung.) Es kommt gar nicht darauf an, ob die genullten Magen 3 oder 5 oder wieviel Prozent betragen, es kommt allein darauf an, daß die Arbeiter mit Recht sich durch dieses Wagennullen belästigt und geschädigt fühlen. (Lebhafte Zustimmung.) Ebenso verhält es sich mit der S e i l f a h r t. Auch hier erkläre ich, daß die große Mehrheit meiner Freunde eine übermäßige Ausdehnung der Seilfahrt nicht als eine berechtigte Auslegung der Arbeiterordnung Am Bundesratstisch: Möllern, a. ra . Auf der Tagesordnung steht Die Fortsetzung Der ^^^ung über die s o z i a l d c m o k .r a t i s ch e I n t e r p e l l a t i o n be- itresfend den B e r g a r b e r t e r a u s st a n d. Abg. Brejöki (Pole): Sie fd)auererrcgenbenDie mir heut- aus Petersburg bekommen haben, beweisen deutlich, Daf, man die Arbeiterbewegung nicht mißachten Dart Es ist sehr bedenklich, wenn man, wie es Der Redner Der Konservativen tat, da' Legitimitätsprinzip zu sehr in Den Vordergrund stellt. E_> handelt sich nicht bloß um Die Zeche Bruchstraße. Hwter Herrn Stmne^ steht das Kohlenshndikat mit all feiner Macht. Eenshndikü 1 ist also für den Streik verantwortlich. Denn es hat bisher Herrn Stinnes noch nicht desavouiert. Der Rechtsbruch äuf Bruch- straße war Der letzte Tropfen, der die Erbitterung der Arbeiter zm 1 Uebersvrudeln brachte. Die Arbeiter wollten sich Nicht langer beschimpfen, bespeien und mißhandeln lasten. Ich will den .Kontrakt - bruch der Arbeiter nicht verteidigen, aber letzt war der Generalstreik unvermeidlich, weil Die Notlage groß und allgemein war. Ich komme oft in das Ruhrgebiet und habe Mele Klagen gehört, oft habe ich auch die Opfer des Bergbaus gesehen. Unvergeßlich ist mir der Anblick Der 60 Särge nach Dem großen Unglück nut Zeche Kaiserstuhl. Die Klagen, Die Herr Hue vorgebracht hat sind nicht übertrieben. Ja das Sundenregister der Grubenbesitzer ist noch größer. Vor Gericht ist es festgestellt, Daß m Den Bergwerken Die Arbeiter geprügelt werden, Die Disziplinarsti-afeu inen en ungerecht und willkürlich verteilt. Das Nullen der Wagen bringt die Arbeiter oft um ihren ganzen Lohn, besonders häufig wird es gegen mißliebige Arbeiter angewandt, namentlich gegen solche, die in Der Arbeiterbewegung stehen. Es gibt^ emige Gruben, au Denen es keine Disziplinarstrafen gibt, dies zeigt doch,, daß es mich ohne solche Strafen geht. Herr Schmieding sagte im .Abgeordnetenhaufe, wenn die Arbeiter e§ m den Bergwerken '"clit bester hätten als auf dem Lande, würden ste doch da nicht fmt,ziehen. Aber kein Bergarbeiter schwimmt im Fett, auch haben die Landarbeiter mehr Brot und Milch als Die Bergarbeiter Im Knappschaftswesen bestehen mich viele MißstänDe, namentlich wird über Die Aerzte geklagt. Vor allem aber sucht man die Arbeiter in eme gewisse Hörigkeit zu bringen, ihre politischen Reckste sind jetzt schon illusorisch. Auf den königlichen Gruben haben Die Arbeiter noch w-niger Rechte, deshalb hatten die Grubenbarone ganz recht, als sie der Regierung sagten, sie sollte erst die Verhältnisse auf ilnen eigenen Gruben bestern. Und da spricht man von Der individuellen Freiheit Der Arbeiter itnD der Reichskanzler will die Arbeitswjlligen schützen. Der Arbeiter soll nach Dem Reichskanzler nur so weit frei fein, als er Verrat an seinen Kameraden üben soll, sonst kann er am Hiingertuche nagen. Der Streik geht keineswegs von Den Sozialdemokraten aus, die polnischen Arbeiter sind keine Sozialdemokraten, so lange sie ihre Nationalität wahren, wird das rote Meer sie nicht verschlingen. Meine Fraktion hat wich beauftragt, hier für die Bergarbeiter einzutreten. Wenn die Regieriing nut fest bleibt, wird das Sbndikat nachgeben. Wie mir mitgeteilt wird, haben die Gruben „Freie Vogel" und „Unverhofft" die Forderungen Der Arbeiter bewilligt. Menn das einzelne (MritfrenMiher. tun können, kann das Sbndikat da^ auch Man steife sich uid"ü länger auf den „Kontraktbruch" der Arbeiter. Ter Handelsniinister hat selbst anerkannt, daß auf Zeche Bruchstraßc von Den Unternehmern Köntraktbruch geübt worden sei. dllso kann man dies auch den Arbeitern iiicht verdenken. 'Sorgen wir vielmehr Dafür, daß endlich ihre mehr als berechtigten Wünsche erfüllt- werden. sVeifall.) Abg. Frbr. Hevl z« Herrnsheim fnatL): Meine politnchen Freunde unterscheiden sehr scharf zwischen den einzelnen lokalen Anlasten des Streiks und den allgemeinen Ursachen, die zu Dem Masten streif geführt haben, und Die in den nachträglich aiifgestell.en sozialpolitischen Forderungen der Arbeiter zum Ausdruck gelangt ind. Namens Der großen Mehrheit meiner Freunde habe ich zu erklären, daß wir bereit sind, diese sozialpolitischen Forderungen zu prüfen, und nicht anstehen werden, falls sich ihre Berechtigung herausstellt, nötigenfalls auf gesetzgeberischem Wege an die Regelung dieser Verhältnisse zu gehen (Lebhafte Zustimmung.) Ich bedaure, daß das Jahr 1905 wieder mit einem Kontraktbruch begonnen worden ist, gerade wie das Jahr 1904 in Crimmitschau. Die Arbeiter, Die mit Recht das Verhalten der Unternehmer gerade auf seine Gesetzlichkeit so genau und streng untersuchen, Die ein so feines Verständnis haben für alle fehlerhaften Schritte der Arbeitgeber, müßten ihrerseits mit einem Kontraktbruch doppelt vorsichtig fein. Sie müßten sich der Tragweite eines solchen Kontraktbruches vollständig bewußt fein.. Es ist vielfach hervorgehoben worden, daß es Herrn Hue in seiner so maßvollen Rede nicht gelungen ist, zu beweisen, daß der Kontraktbruch der Arbeiter durch einen vorausgegangenen Kontraktbruch Der Unternehmer hervorgeristen sei. Ich nehme Den Versuch des Kontralt- bruchs auf der Zeche Bruchstratze aus, der auch unsererseits auf das Allerschärtste verurteilt wird. Wenn Herr Hue recht hätte, dann hätte sich die Oberbergbebörde der größten Verfehlung schuldig gemacht. Denn eine solche ungesetzliche Aenderung der Arbeitsordnung zu verhindern, das war ihre Sache. Doch im allgemeinen: Die Bestimmungen des Berggesetzes lassen so viele Zweifel zum Nachteil der Arbeiter frei, daß ich haftef Beifall.) Preußischer Handelsministcr Möller: Der Herr Vorrednee hat eine große Anzahl von Vorschlägen gemacht, wie dem streik beizukommen sei. Er möge mir verzeihen, wenn .ch auf dtese Vorschläge nicht eingehe. Das würde nicht d" Stellung entbrechen, die ich von Anfang an mir vorgenommen hatte, ^ebc Äußerung über die Zulänglichkeit von solchen Vorrchlägen .wurde eme Stellungnahme in diesem Streik bedeuten und das will ich dernne- den wissen. Ich bin jetzt noch der Meimnig, daß man mch. ab irato Gesetze schaffen soll, aber w-mn die Ruhe wiederhergestellt ist, wird man natürlich die Lehren aus den letzfgen Streitigkeiten ziehe,i und dann wird man sehen, wie man Abhilfe und Vorwrge treffen kann. Die Novelle zum Berggesetz wird den Anlaß zu dieser Prüfung geben. , L p . Der Herr Vorredner hat beanstandet, daß ich zu der Kommission bei Gelegenheit der Zechen-Stilllegung keine drbeiter< Vertreter hinzugezogen habe. Ich habe kemerler prinzipielle Abneigung, Arbeiter zu UntersuchungskommiNwueu nut heranzuziehen, aber in diesem Falle konnte ich nicht einsehen, was die Arbeiter nützen könnten. Es handelte sich darum: inwieweit und di Kommunen durch Die Zechenstilllegung geschädigt und ^wieweit kann man Mhilfe fetoffen. Wir haben die Zechenbentzer aus dem Grunde mit herangezogen, um sie zu fragen, inwieweit ne berc seien, Mhilfe zu schaffen und in einer Reihe von Fallen ist es auch gelungen, sie zu Mhilfemaßregeln zu bewegen Bei cmer andern Gelegenheit, in der Frage Der Wurmkrankheit, habe wies nicht unterlassen, die Arbeitervertrcter mit hiNzuzuZieheii, weil sie da von hohem Werte waren, nicht aber bei der Zechenstilllegung. Noch ein kurzes Wort zu Herrn Brejski: Herr Breiski hat ge, sagt, ich hätte anerkannt, daß die Eigentümer der Zeche Bruchstratze Köntraktbruch g^ibt haben. Tas ist mir gar nicht in den Sinn gekommen. Ich habe ledialich dargelegt, wie Die Verhältnisse liegen. Aba Dr. Spahn (Ztr., schwer verstänDlich): Die Zechcnbesiher haben sich ins Unrecht gesetzt. Auf die juristische Frage ob der Kontrakt gebrochen ist. kommt es jetzt, nachdem der Krwg erklärtj r, nicht an. Die Stellung Der preußischen Minister m Dieser Frage ist Die, Daß Der preußische Staat alle Mittel anwenDcn muß, um Diesem Streik ein EnDe zu machen. Der so unabsehbare wirtschaftliche Folgen haben kann. lBeifall.) Nachdem die Bergwerksbescher sich zu einer so großen Organisation vereinigt haben, haben ste kein,^emt Mehr, zu sagen: Wir erkennen Die Arbeiterorganisationen mcht an, wir verhandeln nur mit den einzelnen Arbeitern. Das Stilllegen von Zechen mußte die Arbeiter aufs höchste beunruhigen Der Bergbau- Verein hätte schon längst Arbeiterdeputationen empfangen und ihre Wünsche hören sollen. Damit haste er auch 'M Sinne Kaisers gehandelt, der die Schaffung von Arbeiterausschüssen doch emVfoMcn und den großen Gesellschaften an? Herz gelegt batte, für daS Wohl ihrer Arbeiter nach besten Kräften zu sorgen. Statt desten ivollen Die Arbeitgeber jetzt Den Arbeitern nur hre Macht zeigen. Es ist bedauerlich, daß Das Gesetz über Die Rechtsfähigkeit der Beriissverenie immer noch auf um warten lä st Die Löhne sind im Ruhrrevier seit 1900 heruntergegangen, was die Arbeiter auch unznfrieDen gemacht bat, namentlich ra me BergwerkSgeseN)chafien fast Durchweg sehr hohe Dividenden gegeben haben. Wenn Stinnes den Rcgierimgsvertreterii ge,agt hat cr könne mit seinem Kapital machen, was er loolle,. so beweist,das, Datz in den Kreisen der Bergwerksbesitzer der Geist des Christentum, nicht vorherrscht. Ich stehe auf dein Standpunkt, Daß, wenn ne Grubenbesitzer in ihrer ablehnendem Haltung beharren, wir in -Verbindung mit dem Bundesrat eine Unterfuchuugskoinmisswn em- setzen müssen Die die Verhältnisse eingehend prüft. -Tem Reichskanzler kann ich nur lagen. c5 Ware besser, wem er in seiner Rede nicht von inrierpolitischen Bewegungen ge)proa hätte Wenn Da? KohlensMidikat seine Macht mißbraucht, 10 nutz der Staat eingreifen. Des BergtverkSrecht beruht aus der Mm tung, ein Recht, daS der Staat verliehen hat. Wenn Diel^. • gemißbraucht wird, so muß Der Staat die .Mutung^zurück hmen- Abg Zimmermann (Antis.): Vor einigen Wochen h« oer Staatssekretär von Den Wohltaten Der Assoziation De« ff? sprochen Hier haben wir einen Beweis von dem Kult s ’ . Der Assoziation Dc§ Kapitals! Nur Dem Großkapital ist Der streit sehe auf die Schweiz, wo Die Milizen gegen Dte Streikenden mobilisiert worden sind, unter Zustimmung der in den Verwaltungsbehörden sitzenden Sozialdemokraten. Ter sozialdemokratische Regierungsrat Wullschlaeger hat die Einmischung des Militärs bei dem Maurerstreik in Basel herbeigeführt. Da lobe ich mir doch das Verhalten unserer Negierung und Das große Vertrauen, das sie der Arbeiterschaft entgegenbringt. Tas Verhalten Der Arbeiterschaft rcckstfertigt auch vollauf das Vertrauen der Re- meruna. Gleichwohl meine ich: der Handelsminister war etwas zu optimistisch. Bei Gelegenheit der Interpellation über die Still- legiwg Der Zechen bat Der Reichstag das Verlangen nach einer Enquetekommission über Das Vorgehen des Spndikats geäußert. Die Negierung hat in diese Kommission wohl Behörden und Arbeitgeber, aber nicht einen einzigen Arbeiter hineingenommen, (sehr wahr!) Dann Dari sie sich freilich nicht Darüber wundern, daß fie über die Stimmung der Arbeiter nicht orientiert ist. Tie ganze Mißstimmung Wer Die Politik Des Kohleushndikatö int allgemeinen ist Die Ursache Dcs Streiks Ter. Ches ^es Syn- Dikats hat heute tatsächlich eine größere ffl letntt öM öB Der Hauvelsminister. Früher glaubte wan, das SyuDikat wirte nut, weil es Die Preise nivelliere. Aber seit 1904 ist oas Bestreben bi 3 SwiDikats hervorgetreten, Alleinherrscher auf dem Kohlenmark, zu werden. Wir haben Die beabsichtigte Erwerbung Der Hwerma in SüDDeutschlanD mit FreuDen begrüßt, weil wir Dann einen ersten Schritt sahen, Dem hoffentlich bald weitere folgen werden. (Hort! Hört!) Das Kohlenkontor hat jetzt Den freien Kohle ninarkt voll- stänDig aufgehoben unD beherrscht jetzt auch Den ganzen FEver- kc-hr. Es beeinflußt auch Den ganzen Verkehr Der einzelnen StaDte. Ich habe im Verein mit meinem Freunde Grafen Onola 1900 einen Antrag gestellt, wonach diejenigen Syndikate, die einen monopolistischen Charakter tragen, unter Neichsausncht gestellt werden foven. Tas Kohlenspndikat hat zweifellos eine, monopolistische ^udenz- Jetzt ist Der Moment gekommen, um mit großen sozialpolitischen wird eine Resolution eintet^ be? Inhalts, Daß Die Vergwerksbesitzer und Bergwerksarbeiter vor Die arbciterstatistische Kommission vorgeladen werden louen. Nicht etwa. Damit dort der Streik beigelegt, w^d, sondern damit wir. Der Ncichstag, einen Einblick bekommen tu die Verhaltiiisse. zzn Eng- lanD würDe beim Ausbruch eines solchen Riesenstreiks schon langst eine parlamentarische Kommission eingesetzt worDen sein Dieselbst- stänDig Die Angelegenheiten untersuchte. In Der arbeiterstatistischen Kommission sind ja geraDe Die Parlamentarier vertreten und zwar Die Parlamentarier aller Parteien. Mir toerDcn d'ese Resolution beantragen, Ilm zum Ausdruck zu bnngen, Daß cs sia) hier nicht nur um einen Streik handelt, sondern um ew..nationales Unglücks das Die ganze Bevölkerung Des Reiches aufs he fite berührt. ~1 Untersuchung vor Der arbeiterstatistischeii Kommuston wird dmm hoffentlich Anregung geben zu fruchtbaren Verbesserungen. (Leb- DienStag, Ä4. Januar i»uo Giehener Anzeiger Gewicht. L . y Abzüge Dürfen nur gemacht werden, wemi w und )o vier «e §®5 .2?Ö •£ — g §?ö a s ® ® tu verdanken. Die Mete des rnetcysrcmzterS wird aus die Herren vom Kohlensyndikat keinen Eindruck machen, die Herren sind aus härterem Holze geschnitzt. Ich Zweifle, daß die schonen Ges tz, die der Handelsminister unö in AuSlickt gestellt hat Zustande kommen. Der Handelsminister ist der Verterter de§ Manchestertums im Ministerium, er hat die Nolle des guten Mannes gespielt, der den Brunnen zudeckt, nachdem das Shnb hmemgefallen. . Augen haben sich jetzt auf den Kaiser gerichtet, man hoffte, Satz oer Kaiser durch sein mächtiges Wort den Streik bannen konnte ^r soll sich sogar mit dem Geheimrat Lund über den streik besprochen haben. Nachher aber wurde berichtet, baß tn dem Gespräch nur von drahtloser Telegraphie die Rede war. Vizepräsident Graf Stolberg: Ich bitte den Redner, die Frage, mit wem und über was der Kaiser s'ch unterhalt, nicht m die batte zu ziehen. Abg. Zimmermann sfortfahrcndj: Voii einem Vorgehen dev Staates gegen das Großkapital ist nicht die Rede Die Kohlen- barone scheinen sogar zu fordern, das; die preußische Polizei ihnen Bütteldienste leiste. Die Regierung sagt, sie will neutral vlewen. will sie sich denn die Nasenstüber deS Kohlensyndikatt, fortgesetzt gefallen lassen? Die Negierung muß die Schlasmutze der Neutrali» tat von den Locken ziehen und dem Kohlensyndikat die Zahne zeigen indem sie die Klinke der Gesetzgebung ergreift. (Heiterkeit.) Das Großkapital ist geradezu eine Gefahr, daö sehen wir schon an den Warenhäusern, obwohl die Sozialdemokraten die Warenhäuser um ihre Juden nicht bekämpfen. Da sind wir konsequenter. ~3ol)ui soll es führen, wenn man Minister aus den Kreisen des Groß- kapitals nimmt? Wenn der goldenen Internationale nicht Damme gezogen werden, wird triumphieren die rote. Abg. Bömelburg lSoz.): Auf die Rede des Abg. Dr. Beumer Zarin man nicht viel geben, da er ja von den Unternehmern informiert ist. Die Mitteilung deö Abg. Dr. Beumer über hohe Brotpreise der sozialdemokrattschen Bäckereien ist falsch, es gibt m der ganzen Gegend keine sozialdemokratische Brotbackerei. Die Arbeiter im Wahlkreise Duisburg haben Herrn Dr. Beumer gewählt, aber sie werden sich nach seiner vorgestrigen Rede hüten, ihn zum zweiten Male zu wählen. Die Regierung hat jetzt eine Niederlage erlitten, wie sie wohl niemals eine Regierung erlitten hat. Mer die Regierunb erntet nur das, was sie gesät hat. Die Herren von der rlieiniich-west- fälischen Industrie kennen die Hintertreppenpolitik, oft genug haben sie soziale Reformen hintertrieben. Aller Respekt vor der Regierung im Lande muß ja verloren gehen, wenn sic sich so behandeln läßt. Das Säbelrasseln des Reichskanzlers war überflüssig. Es wäre besser gewesen, wenn der Handelsminister außer den längst bekannten Gesetzen den Achtstundentag für Bergarbeiter und oblll arbeitet und für die großen un£ schweren Gefahren unter tottK sie arbeiten. Wir haben nicht nur ein Herz für ""'^ Arbeiter, sondern für die Arbeiter überhaupt. So weit vorgeschritten sind wir auch (Heiterkeit links), daß wir das Recht der 2Irbett anerkennen. Und wir ziehen daraus auch die nötigen Konsequenzen. Wir haben ein Verständnis für den vierten Stand. Uber der vierte Stand soll sich seiner Pflichten bewußt werden, er soll in dem Arbeitgeber nicht seinen Ausbeuter, sondern den Vermittler der Arbeit sehen. Unter diesem Vorbehalt stehen wir der Bewegung der Bergarbeiter sympathisch gegenüber. Auch ich bin dafür, daß die Fabrik zu einem konstitutionellen Gebilde wird. Aber heute wird sic vielfach zu einem Absolutismus der Arbeiter. (Gelachter bei den Sozialdemokraten.) Die Organisation der Arbeiter wollen wir gern anerkennen, aber sie darf nicht zum Terrorismus führen. Auch den nichtorganisierten Arbeiter muß man respektieren, das ist ein Gebot der Menschlichkeit und Freiheit. Gegen die Auswüchse der Unternehmerorganisation, wie sie hier zu 'Tage getreten sind, soll die Macht des Staates eintreten. Dafür sind auch wir. Desgleichen halten wir die Revision der Berggesetzgebung für dringend geboten. Für eine parlamentarische Enquete können wir uns aber nicht erwärmen, weil darin em Ausdruck des Mißtrauens gegen die Regierung zu sehen ist, die sich hier so wohlwollend gegen die Arbeiter verhalten hat. (Abg. Bebel ruft: Keine Spurl) Herrn Stöcker muß ich doch in einem Punkte widersprechen. Ich habe vor ihm die größte Hochachtung als Mensch und als Organisator. Wenn das Kapital Pflichten auferlegt, so hat die Arbeit auch solche. Die Ordnung der Arbeit ist eine gottgewollte. Von diesem Standpunkt aus wollen wir an die Regelung dieser Sache Herangehen, mit vollem echten Wohlwollen, aber auch mit Gerechtigkeit nach beiden Seiten. Nur so kann der Friede kommen. (Beifall rechts.) Hierauf vertagt sich das Haus. Persönlich bemertt Abg. Dr. Beumer (natl.): Wenn Herr Bömelburg hier festgestellt hat, ich sei zum größten Teil durch Arbeitersttmmen in den Reichstag gewählt worden, so ist mir diese Feststellung sehr angenehm. (Heiterkeit.) Abg. Korsanty (Pole, zur Geschäftsordnung): beschwert sich darüber, daß ihm das Wort abgeschnitten sei. Präsident Graf Ballestrem: Keinem ist das Wort abgeschnitten. Sie können noch immer drankommen. (Heiterkeit.) Nächste Sitzung: Dienstag, 1 Uhr. (Interpellation Büsing, bett, die Verfassung Mecklenburgs.) Schluß 5% Uhr. toendjtslaal. •1 Jcm Das R iT5gcritft beseh "ftigte sich frnit "folgendem Fall. Der Maurer und Brennereileiter Konrad S e i v und der Maurer und Breiineretgehllw D a l l w t v wurden am 12 Juli v. I. vom Landgericht Gießen wegen Zuwiter- Handlung gegen Ls Branntweinsteuergesetz zu Strafe verurteile. Angeklagte Seip fungiert als Brennmeister in ter einer Witwe gehörigen Brennerei. Dallwitz, der ihm dabei als Gehilfe «ur Land ging, stand in einem Abhängiakeitsveryattnis Auihm, Ha er von Haus aus nur Kartofselwauher war. Wahrend ter Vernehmung des Dallwitz nun. der mit feinen Aussagen nicht leate heraus wollte und stockte, mußte. Seip aus Anordnung des Lorsitzeuten dreimal abtreten, da zu befurchten stehe, daß Dallwitz in Gegenwart tes Seip nicht getraue, die Wahrheit zu sagen Seip focht das Urteil mit dem Rechtsmittel ter Rev i fio n Mi und griff zur Rechtfertigung seines Re^smittels diesen Vor- aimg heraus, intern er rügte, daß über fein dreimaliges Mreten- Men ein Gerichtsbeschluß nicht ergangen sei; es sei fomit au; ungesetzliche Weife erfolgt. Ter Reichsanwalt erachtete die Beschwerde für gerechtfertigt, da sich der erste Richter Mit der ständigen Judikatur des Reichsgerichts in Widerspruch setze, wonmh das Mtreten tes Angeklagten während der Vernehmung eines Mitangeklagten oder Zeugen aus dem Sitzungssaale nur erfolgen kann auf Grund eines Gerichtsbeschlusses. Dies ist aber untergebens nicht geschehen, vielmehr beruht die. Abführung des Angeklagten lediglich auf einer spontanen Weiiung des Vorntzenten. Der erste Strafsenat hob entsprechend dem Anträge des Reichs- Qiwalts auf die Revision tes Angeklagten das angefochtene Urteil ihm zu Grunde liegenden tatsächlichen Feststellungen - fite seil'; an mßkM 3. ** , „ Sßirfuiton^11 4 Kiollllsoll- ia es in der ni Mich : Miden Satt-t «geben Ä der Sitoiihmg toii bejonbei51 * Cbttt $)onnet§iaq rou übet Zklegevb halten, und rir Seiten dn Mit in der großen - Evan Vortragsabend bibliolhekar T und ihre Gesc für das prall’ genommen, einige Fragen mehreren Seil werden. Statt man bieqjame H Wabnl baiiti Lich-Gr Ach fand dieser ^enba^nlomite meinten flott Veüeilung von hatte ©rünbero mir 40000 s 45000 Mk. fn nod) 15000 1 Vellingen sollei ieiligten Crte t Wie dringend ithon aus ßtrinqlbauien ( bei Sieben Ves nächsten Stalin’ fann den ^eichöstigima t ^fllbunqtn un " budd tole vielerlei hat und jn den veG W Populär n( ?.,c Milchend l'chen Bevöik, * Sipper „ei*" t«i: IdtitfttJ gart • * gatoriscye iirvctteraus,cyuße uns gevracyr yatte. rLnei genasr wird über Ausschreitungen ter Polizei, wahrend selbst der Bürgermeister von Witten die musterhafte Ordnung der streikenden anerkannt, und dies auch in einer Arbeitcrversammlung zum Ausdruck gebracht hat. Wenn die Bürgermeister alle so wären und pcrionliche Fühlung mit den Arbeitern nähmen, brauchten wir gar keine Polizei. Eine ganz andere Haltung nahm der Bürgermeister von Sortmmii) ein. Er drohte in Anschlägen mit -stichthauS,trafen, gestutzt auf eine Verordnung auS dem Jahre 1846. Grate in Dortmund, wo ein alter, ruhiger Bergarbeiterstand wohnt, waren ,olche Anschläge entbehrlich. Vielleicht fürchtet ter Bürgermeister von Dortmund, ter bekanntlich als Aufsichtsrat 20—30 000 Mark bezieht, daß ihm bei einem langen Streik etwas verloren gehen konnte und fchiagl deshalb nut dem Polizeiknüppel drein. Was Herr von Heyl über die Tätigkeit sozialdemokrarischer Stadträte in der Lchweiz sagte, war nur zum Teil richtig. In St. Gallen war der sozialdemo» kratische Vertreter Scherer gar nicht bei der Beratung anwesend, in Basel hat ter Sozialdemokrat am ersten Tage grade nicht nein gesagt, daß Militär geholt werden sollte, am zweiten aber hat er sich entschieten dagegen ausgesprochen. Man spricht ,o viel von den Aiisschrcitungen der Streikenden, aber auf viclenZechen yar man den Arbeitswilligen Stöcke in die Hand gesteckt, auf der Zecye Kaiserstuhl sind sogar 65 Totschläger mit Bleiklumpen teil Arbeitswilligen gegeben, lRedner zeigt einen solchen TotMager vor.) Ich lege die Waffe auf den Tisch tes Hauses nieder. Wir wnnscheii, daß Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten wird, aber durch folche Mittel geschiehi es nicht. Bisher ist keine erhebliche Unruhe vor- gekommen. Ich hoffe, daß die Regierung cnDIidi Maßnahmen trisft, damit die Sache sobald als^möglich zu einem gedeihlichen Abschluß kommt. (Beifill bei deii Soz.) Abg. von Heydebrandt ffonf.): Die Erklärung des Herrn von Normann ist vielfach mißverstanden worden. Wir haben nicht die Ueberzeugnng gewinnen können, daß die Arbeitgeber Kontraktbruch geübt haben/ Allerdings wird das Stilllegen der Zechen von uns auch nicht gebilligt. Wir wünschen es auch nicht, daß das reine Geldinteresie so in die Erscheinung tritt, daß wichtige nationale Interessen dadurch geschädigt werden. Aber was geschehen ift, rechtfertigt noch nicht den Kontraktbruch der Arbeiter. Bester wäre es vielleicht, wenn Der bergbauliche Verein sich auf Verhandlungen eingelassen hätte, dann wäre dem Streik die Schärfe genommen. Aber gerade in unserer heutigen Zeit muß mnn die Frage deS Rechtes scharf betonen, und die Arbeiter haben sich über bestehende Verträge hinweggesetzt. Auf der anderen Seite sind wir gern bereit, in. wohlwollende Erwägungen einzutreten, wenn die formale Rechtsverletzung beseitigt ist, wenn die Arbeiter zur Arbeit zurück- kehren. Wir baten volles Verständnis für die Lage der Berg- ff'11', km ?*? b'lbki, iwn M man iDQt entfla Z “"' S°S i ? ei" 5 ”Banr olr Mük*»! - - gi *Chh Die Briefe des 01 c n e r a l s v. Kretschmann waren, wie man uns aus Leipzig berichtet, noch einmal Gegenstand einer Reichsgerichtsentscheidung Tie Briefe waren am 2. ^an. vorigen Jahres in ter „Mainzer Volksztg." abgedruckt, nachdem die Tochter des verstorbenen Generals, Frau Lilly Braun, ne veröffentlicht hatte. Der verantwortlich^ Redakteur dieses Blattes, Friedrich D ö l l e r , wurde deshalb am 26. Sept- 1904 vom Landgericht Mainz wegen Beleidigung zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt Es hantelt sich um die angeblichen Plünderungen, um Mord, Raub und Diebstähle, die nach dem Briefe des damaligen Majors im Generalstabe tes 3. Armeekorps an seine Frau, „unsere hessischen Buntesbrüter" in Sens (zwischen Troyes und Fonteinebleau) 1870 ausgeführt haben sollten. Es wurde festgestellt, daß bis zu dem Tage, wo der- Brief geschrieben wurde, in Sens nur ein einziger hessischer Truppenteil gewesen mar, die 2 Kompagnie tes vormaligen Gartejagerbataillons, die mit zwei Eskadrons der littauischen Dragoner zusammen dort em- quartiert und schon am nächsten Tage durch das 9. preußische Jägerbataillon abgelöst wurden Ein hessischer Stabsoffizier (der einen Zivilisten vom Pferde herunter geset-ossen haben sollte, das er dann annektiert habe) war gar nicht in Sens, überhaupt waren nur zivei hessische Offiziere da, der Kompagniefuhrer, Haupmann Balzert und Leutnant Bickel (beide noch am Leben). Aber weder diese noch ihre Mannschaften haben sich das geringste zu schulten kommen lassen; die Offiziere kauften verscyiedenes gegen bar und verbrachten ten Abend im Hotel in der Geielllchaft tes Maire. Die Soldaten 1'"Q a u t und verwies die Saa>e zur mb'." veilen Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurück. sie Alarmquarcieee .‘..Mtenci Krage wurde gegen sie laut. — Xie Krets>s,mannsck>e Beschuldigung die der 9lngctlagtc wiedergabi des Diebstahls, Raubes und Mord'- , an sich gegen eine Mehrheit von Personen, die Steffen, „linier' hessischen Vundesbrüdcr", gerichtet, kann demnach nur auf die damaligen Offiziere und Mannschaften tes hessischen Gartejägerbataillons, 2. Kvmpagme, bezogen werden, bezgl. deren das Urteil feststellt, daß ihnen wahrend ihres Aufenthaltes in Sens nicht das geringste nachgesagt werten könne Durch die Wiedergabe dieser unerweislichen Beschuldigung hat sich der Angeklagte der Beleidigung schuldig gemacht doch fehlte ihm nach ter Annahme der Vorinstanz das Bewußtsein der beleidigenden Natur der Veröffentlichung, da er tn Anschauung tes Autors — eines preußischen Generals — den Inhalt ter Briefe für wahr halten konnte. Aiidererseits mußte aber sttaferschwermd die Schwere der Beleidigung berücksichtigt werten — In seiner Revisioti behauptete ter Angeklagte, eine Beleidigung sei nur anzunehmen, wenn sie in erkennbarer Beziehung zu bestimmten Personen stehe. Hier liege aber offenbar eine Verwechslung mit einem anderen Truppenteil vor, die dem General passiert sei; die Kompagiiie Balzer sei jedenfalls nicht gemeint Auch handle es sich um einen bereits ter Geschichte angehörigen Vorfall. — Die Revision wurde jedoch vom ersten Strafsenat verworfen. Aus dem Urteil ist nicht ersichtlich, daß eine Verwechslung in Frage kommen konnte. Die Feststellung ter Namen ist ans den Dislokations- und Befehlsbüchem leicht zu bewirken, das wüßte auch ter Angeklagte. Es ist auch te- tenkeufrei festgestellt, daß es sich keineswegs um historische Vorkommnisse, sondern um die Verbreitung unwahrer «Ltitsachen nach Analogie ter „Hunnetibriefe" hantelt. Z CO C2 •So •so •So co Cb CO Cb Cb Cb to •Sv C£> Cb Cb 2,6? co 2'' S X 6 ** & Madrid, 21. Jan. In der Nähe der nordspanischen ► > Ifl > t Ker festge, n.e" in den <\t M Ms.sche Vor- Tatsachen in der großen Aula der Universität. **'Evangelischer Arbeiterverein. Im gestrigen Vortragsabend des evangelischen Arbeitervereins sprach Oberbibliothekar Dr. Heuser über Gas- und Acetylenanlagen I Lind ihre Gefahren. Der Vortrag, welcher über Einrichtungen für das praktische Leben orientierte, wurde mit Beifall auf- □enommen. In der anschließenden Besprechung wurden noch Einige Fragen klargestellt. Das Kochen mit Gas konnte von mehreren Seiten für kleinere Haushaltungen sehr empfohlen Werden. Statt der früher gebräuchlichen Gummischläuche soll man biegsame Metallschläuche, die haltbarer sind, vorziehen. •• Bahnbau Li ch — Grünberg. Wegen des Bahn- Laues Lich—Grünberg als Fortsetzung der Strecke Butzbach— Lich fand dieser Tage in Grün berg eine Versammlung des Eisenbahnkomitees und der Bürgermeister der beteiligten Gemeinden statt. Es fand dabei eine Besprechung über bie Verteilung von 45 000 Mk. Obligationen statt. Bekanntlich I hatte Grünberg nach längerem Weigern statt 85 000 Mk. nur 40 000 Mk. übernommen. Die übrig gebliebenen 45 000 Mk. sind noch auf die Orte zu verteilen, Lich soll noch 15 000 Mk., Ettingshausen, Queckborn und Nieder-I Bessingen sollen noch je 10 000 Mk. übernehmen. Die beteiligten Orte erwarten sehnlichst den Beginn des Bahnbaues. Wie dringend nötig den Einwohnern der Bahnanschluß ist, geht schon aus der einen Tatsache hervor, daß z. B. von Ettingshausen ca. 35 Arbeiter auf dem Braunsteinbergwerk bei Gießen Beschäftigung suchen mußten, obwohl sie bis zur nächsten Station eine Stunde zu gehen haben. Eine Bahn kann den beteiligten Orten Verkehr, Industrie und lohnende Beschäftigung bringen, zumal sie reich sind an bedeutenden Waldungen und großen Basalt- und Eisensteinlagern. r V »rffÄri- laanae aus sechs Personen bestehende Köhler- Diese Wahl wurde vom Kre.sausschuß für ung t.g ;tic aus Rache ermordet und dann mit dem Haus “ n,t6t oeretbtflt ""^'verbrannt. Man fand nur die verkohlten Leichen. Getreidepreise in M a n n h e i m Weizen 100 Kg. 18,85 Mk. Roggen 100 „ 14,70 „ lichen und einem preußischen Eisenbahnbeamten?" Antwort:! e Amerikanische Restaurants in Berlin. (Btti „Der katholische Geistliche fürchtet sich vor Hudde; ein ganz neuer Typ von Gasthäusern wird in kurzer Zeit in preußischer Eisenbahnbeamter dagegen fürchtet sich vor Berlin zur Einführung gelangen: die amerikanischen Früh- ' stückskneipen. Ein findiger Newyorker Gastwirt will in Keer und Alotte. — Wie viele Hessen dienen in derMarine? Ändernd genau läßt sich diese Aage beantworten, unb Mar au tanb einer Mitteilung des Rerchsmarmearnts über. die Zahl im ^ahre 1904 aus den einzelnen Bundesstaaten eingestellten Mannschaften. Nach dieser Zusammenstellung find irn ver- lianaenen Jahre e nschließlicy 3 Seekadetten und 6 Schiffs- EM 162 Hessen emgetreten. Da bei der Marine durchweg LJtntrrirrp Dienstzeit besteht, dienen somit bet Annahme gleicher S 1902 unb 1903° ^eit nahezu 500 Landsleute imä in der Marine. Hierzu kommen aber noch die Kapitulanten die 12 Jahre und länger dienen und dauernd in der Manne Äfc Vnn man die Zahl derselben sehr genugzuc 5 rvL i- fit 'J.'Pfatlen. ,t,,fa>n btt Mn ein '"-sich Bebel Ie” Pinilst Renich Stiegt,’i, .'"Mott. ' °°tt m,ch Friede ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben Len Gerichts-Akzessisten Freiherrn von Senarclens- Grancy zum Hofjunker ernannt. ** Vom Gießener Konzertverern wird uns geschrieben: Bei der erfreulichen Teilnahme, die sich für Las in Aussicht gestellte Programm des 2. Orchester-Konzertes am 26. Februar 1905, nachmittags 5i/4 Uhr in der Durnballe (Nordanlage) gezeigt hat, beschloß der Vorstand, an diesem Programme festzuhalten. Es werden also zur Aufführung gelangen: 1. Vorspiel zum 1. und ^chlnß des^ 3.. Auszugs aus R. Wagners Parsrfcrl. 2. Es. Violinkonzert von W. A. Mozart (Solistin Fraulem Helene Ferchland aus Berlin). 3. Alleigro con Grazra a'us der Symphonie pathetique von P. Tschaikowsky, i. Violinsoli. 5. Tod und Verklärung von Richard Strauß. Ta es in der kurzen Zeit nicht mögliche war, unsere Liste bei allen Mitgliedern zirkulieren zu lassen, so wurde ve- fchlossen, damit fortzufahreu und solange bis dies geschehen ist, die Einzeichnung zu dem Vorverkaufspreis von 2.50 Mk. Sperrsitz 3.50 Mk.) zu gestatten. Nach Schluß ber £ifte L^erden Karten nur noch fi'.r 3 Mk. (Sperrsitz 4 Mk.) abgegeben werden. Vor diesem Orchesterkonzert findet nur, noch der Liederabend von Frau Emilie Herzog unter Mitwirkung des Pianisten Otto Neitzel statt, worauf wir besonders Hinweisen. , »• Oberbessischer Geschichtsverein. Nächsten Donnerstag wird Bibliothekar Dr. Fritzsche einen Vortrag über „Gelegenheitsgedichte des 17. und 18. Jahrhunderts" galten, und zwar, in Erwartung eines starken Besuches von Seiten der Mitglieder, ihrer Angehörigen und anderer Gäste, psang nehmen. | sä. Darmstadt, 22. Jan. In dem Schulgebäude' der Gewerbeschule hier, an der Ecke der Karls- und Nieder- Ramstädter Straße, wurde in einer der letzten Nächte ern- gebrochen und aus einem Schrank der Betrag von 45 Mk. entwendet, nachdem der Dieb den Schrank aufgebrochen hatte. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur. — Am Donnerstag abend gegen halb 10 Uhr wurde eine in der Alieeschule wohnende Lehrerin, welche sich nach Hause be- geben wollte und an der Tür schellte, da sie lö.ov—X9.uv, ~ ------ ¥ schlüffel vergeßen hatte, von einem von hmten herberschlerchenden ^arf 14.50—14.75, Gerste (Wetterrmer) Mk. ^-00—18.50, Franken- Menschen überfallen und zu vergewaltigen versucht. Auf t hre ^lder M k. 18,25—18,50, Hafer All. 14.50—15.50, Mms Mk.l-.vO—lX). , lenerpstche Geqenwehr fchlup ihr der Unhold wiederhvlt in dnSWeizenmehto Mk. 26.7^5,. _2. .DuaUtixt Mk. 24.75 Gesicht, fo daß die Dame feit drei Tagen durch die Aufregung i bis Mk. 20.25, unb die Schmerzen krank ist. Der Täter ist im Dunkel der Nacht verschwunden, doch ist die Polizei auf seiner Spur. — Gestern fand bei dem englischen Gesandten Mstr. Herbert ein Ball statt, zu welchem das diplomatische KorpS, Damen und Herren der Hofgesellschaft, sowie zahlreiche Offi- SUb"'Raufet Zugesel. Seit etlichen Jahren besaßt sichren belebtesten Stadtteilen Restaurants eröffnen, in denen bet Tierschußverein zu Wiesbaden mit der Einführung van nach Newyorker Muster jeder Gast zum Bier einen Jm- Zuqeseln und hat bis jetzt etwa 325 Stück abgesetzt. Diese biß gratis erhält. Ein Restaurant dieser Art ist bereits in Tiere eignen sich ganz vorzüglich für kleinere Betriebe, kleinem Umfange m bet (Stögen. grantfurterftrafi* «0^ Gärtnet, Winzet, Milchhänblet, Wäschereibesitzet usw. haben rootben; ba bet Versuch ein günstiges Resultat ergeben hat, den größten Vorteil, wenn sie sich Zugesel anschaffen. Leider will der Unternehmer m den belebteren Stadtteilen bester wird dies noch nicht recht verstanden. Während Frankreich ausgestattete Filialen emtichten, b,e in wenigen Monaten er- etroa 600 000 Esel hat, sind in Deutschland kaum 70 000 Stück öffnet werden sollen Weil durch die Gtatisgewahrung von vorhanden. Daß der Franzose wirtschaftlich leistungsfähiger Frühstück zum B,er der Bierpreis nicht erhöht wird, drohen ist durch den großen Bestand an Eseln, dürste Jedem klar die neuen Restaurants besonders den AutamatenauSschanken sein. Ende März erhält der Tierschntzverein zu Wiesbaden Konkurrenz zu werden. Von demselben Unternehmer werden einen neuen Eseltransport. Bestellungen werden jetzt schon 1 auch billige Volksbars m Berlin eingerichtet werden. D,e angenommen. Genaue Auskunft erfolgt kostenlos. sogenannten American-Drmks, °" ^nen ln dm eleganten . o oo c. ro-1 Spr Hpftrinert Kreis- Bars sehr mel verdient wird, sollen m diesen VolrsvarS zu te^n' 221 s nm November v Js einem billigen Preise ausgeschenkt und dadurch beim Berlmer ansschußsitzung wurde wegen der am 25. Novembereingeführt werden. hier stattgehabten Bürg errn eist erwähl verhandelt. Da- »Madrid 21. Jan. In der Nähe der nordspanischen mals wurde nach lebhafter Agitation und reger Wahl- I - ist ein ^furchtbares Verbrechen verübt beteiligung Johannes Heß XXIV., der Sohn des verstorbenen d 9 5 bcnQi)barten Orte Zetina wurde eine Bürgermeisters Heß, mit 26 Stimmen Mehrheit gewählt, wora-m ^n oem _ > . „ - verschüttet: mehrere Personen büßten das Hvhensvlms-Ltch wird auf dem ßeben ein Vmb verletzt. In verschiedenen Teilen g§egt^ Di? Bewohner "es Solmftr Landes, das teils unter Griechenlands verursachten Platzregen in den letzten Tagen preußischer, teils unter hessischer Oberhoheit steht, haben Mehrfachen Schaden: insbesondere m Sparta, wo der sich aufgemacht, dem Fürsten Ludwig, der weit über feine Eurotas aus den Ufern trat. In anderen Gegenden find die I Zeit hin ausragte, Isehr mildtätig und liberal war, ein | Verbindungen unterbrochen. äußeres Zeichen seiner Verehrung darzubringen. Fürst Lud- —— wig wnrde am 24. Januar 1805 im hiesigen Schlosse A- und Wissenschaft. boren. Er beschafttgte sich, worauf tmr schon Stuttgart, 22. Jan. Heute begeht hier der Philosoph wiesen, in seinen Mußestunden unt wrsienschastltchen ^Qt Professor Dr. Eduard Zeller in erfreulicher Ge- Studien, besonders aber mit theologischen. ZakMrr doch ungeschwächter Frische des Geistes seinen 91. ®e* die Jahrbücher für protestantische Theologie ihn zu ihrem! geschätztesten Mitarbeiter. Theologische Professoren imd Geistliche, einerlei welcher Richtung, Wie Harnack, Stade, Ritschl, Stöcker usw. waren gern gesehene Gaste an dem einfachen Hofe zu Lich. Auch politisch trat der Fürst hervor. So war er LandesmarschaN des rheinischen P^ovinzial- landtags, ferner Präsident des Vereinigten Landtags 1847 in Berlin und Mitglied des preußischen Siaatsrats. Bei Iden Königen Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. stand der Fürst in hohen Ehren. Er wurde von ihnen m wichtigen^ I Fragen öfter zu Rate gezogen. Am 29. Februar 1880 )tarb Fürst Ludwig. Ihm suceedierte sein Neffe, Hurst Hermann, der 1899 verstorbene Vater der Braut des Großherzogs Höchste Schlachtviehpreise "tu Franks u r t a. M. Fleifchpreise in Gießen _____________________________________________ ■ . 1 Ochsen | Kalber 1 Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 70-73 All. */„ Kg. Schlachtgew. 81—83 Pf. -st ^E-''__ V, Kg. 70-80 Pfg. . 70-74 „ */, „ 00 72 , Sprlngmann’s Schuhwarenhaus Giessen, Bahnhofstrasse 58. Würzburg, Markt IO. Aschaffenburg, Landingstr. 9. 1 'X........,'X' ' '■ '■ * ■ ________________________ billigen Preise gewähren wir auf die Sha* gesamten Sdmhwaren noch extra 10°o Rabatt welche direkt an unserer Kasse in Abzug gebracht werden. Springmanns Schuhwaren Räumungs Verkauf bietet Jedermann bei Einkauf seiner Schuhwaren grosse Vorteile. Denn trotz der enorm Oberhcsfischkr Kcschichlsvercin Donnerstag den 26. Januar 1905, abends 8% Uhr, in der großen Aula der Universität: Vertrag des Herrn Bibliothekar Dr. Fritzsche: NkzenheitsgcSilhte dcö 17. uni) 18. Jahrhunderts. Gäste — auch Damen — sind willkommen.____________v19/1 Grosze Aula Ser Universität Mittwoch den 25. Januar 1905, abends 8 Uhr: Vortrag des Herrn Martin Maier, Missionar Der BaSler Missions- geseüschast in China, über: Die gelbe Gefahr. Eintritt frei. — Freiwillige Beiträge werben beim Ausgang dankend angenommen. D14/1 v. Drews. Dr. Ltcvers. D. Schlosser. ernarzer Blasen- und Nierenkranken ist dringende zu empfehlen der Besuch des Kgl. Mineralbades Brückenau, sowie zur Trinkkur das ss18/10 Einen grossen Posten Feine Kgl. Bayr. Mineralbad Brückenau Wernarzer Wasser ist von hervorragender Heil- wlrknng bei harnsaarer Diathese, Gicht, Niere»., Stele-, Gries- u. Blasenleiden, sowie allen übrigen Erkrankungen der Barnorgane. — Die Quelle iet seit Jahrhunderten medizinisch bekannt. Erhältlich In allen Apotheken e. 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Erd- und Maurerarbeiten mit Materiallieferung. 2. Steinhauerarbeiten in Sandstein (16,23 Ebm.) 3. Zimmerarbeiten mit Materiallieferung. 4. Dachdeckerarbeiten 308 qm Ziegeldach, 49,45 qm Schieferbekleidung. 5. Spenglerarbeiten. 6. Glaserarbeiten. 7. Schreinerarbeiten. 8. Treppenarbeiten in Holz (52 Stufen). 9. Schlosserarbeiten. 10. Eisenlieferung. 11. Weißbinderarbeiten. Voranschlag, Zeichnungen und Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten bei unterzeichneter Stelle offen, woselbst auch die Offerten bis zum Freitag den 10. Februar 1905, vormittags 11 Uhr portofrei emgereicht jein müssen. Abschriften werden nicht versandt. Dem Gememderat bleiot eine Zuschlagssrist von 3 Wochen vorbehalten. Staunend billig verkaufe ■ in meinem Inventur- H Räumungs-Ausverkauf I Bach- und Jlustregulierungen, Uferbefestigungen, Wege- und Brückenbauten, Steinbruchsanlagen u. s. w. 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