Erstes Blatt. Samstag 22. Juli 1905 Gießener Anzeiger Genera!-Anzeiger 8.20; durch Amts- mö Mzeigeblatt für ö« Kreis Gschen 155. Jahrgang Kr. 170 ©»fettet nette außer Sonntags. Den, Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Vefstschen Landwirt die Gießrner Kamillen- «Stier viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Vrühl'schen Uarvrrs.-Buch-u. Stern- Drudetti. 8t Bange. Redaktion, Gxvedttüm anb Druckerei; Schurpeatze 7. Adresse Mr Deoeschem «uretger Gtetzea. Fernsvrrcharischlttß Nr. 61. monatlid) 76 Vl^ viertel, jährlich M. ' . Abhole. u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.—viertel« jährt. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeloe« lr bte tr ^r-nmner 'S Do mUtaqB J ' eine. Ze'^rnvreiS: ..qf-uja^L cn'SwLrlA Ät -.öij. Derantwo^il'ch jiif j den polit und cJ -.ei ».’ Teil: P. Wtttko: für »Stadt und finntr und »GerichtSsaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck- Die Heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Zum neuesten Kochschutstreit in Meußen. Wir lesen heute in der „Nordd. allg. Ztg.": In Anletracht der widerspruchsvollen Zeitungsnachrichten Über den Inhalt einer Verfügung, die der Kultusminister an die Technischen Hochschulen in Sachen der studentischen Ausschüsse und Verbände erlassen hat, sind wir in die Lage versetzt, den Wortlaut des nach Danzig gerichteten und den übrigen Technischen Hochschulen mitgeteilten Erlasses nachstehend zu veröffentlichen. »Berlin, den 19. Juli 1905. An den Herrn Oberpräsidenten S« Danzig. Nach den mir vorliegenden Berichten hat sich an der dortigen Technischen Hochschule neuerdings ein studentischer Verband auf nichtkonfessioneller Grundlage gebildet. Gegen derartige Vereinsbildungen von Aufsichtswegcn einzuschreiten, liegt zwar im allgemeinen kein Anlaß vor. Es muß aber vorausgesetzt werden, daß dabei jeder S ch e i n vermieden bleibt, als ob es sich gleich wie bei den Studentenausschüssen um eine organisierte Vertretung der ganzen Studentenschaft handele. Dieser Gesichtspunkt ist in den von dem Senat der Technischen Hochschule genehmigten Satzungen des. dortigen Verbandes schon insofern nicht festgehalten, als den, Vorstande des Verbandes die irreführende Bezeichnung „A u s s ch u \V* beigelegt wird. Es finden sich aber auch sonst noch in den Satzungen verschiedene Benenn,mgen und Wendungen, welche mit der vorbezeichneten, auch von der neulichen Konferenz der Rektoren der Technischen Hochschulen geteilten Auffassung nicht im Einklänge stehe«,. Demnach erscheint eine Neuredaktion der Satzungen erforderlich, die indes mit Rücksicht ans den unmittelbar bevorstehenden Schluß des Sommersemesters bis zum nächsten W i n t e r s em e st er zu vertage«, sein wird. Ew. Exzellenz ersuche ich ergebenst, dem Rektor der dortigen Hochschule vo«, dieser Verfügung gefälligst Kenntnis zu geben." Nach diesem Erlaß hat es den Anschein, als ob es zu einer schärferen Zuspitzung des Streites diesmal nicht zu kommen brauchte. Tas Schreiben des Ministers nennt die neuen Zusammenschlüsse der preußischen Studenten, so- locit sie die katholischen Verbindungen ausschließen, „Vereinsbildungen", und scheint ihnen keine Hindernisse in den Weg legen zu tootten; wenn sie auf die Bezeichnung „Ms- schuß" verzichten. Den Gefallen werden, glauben wir, die Studenten dein Minister gern tun. Denn der Nenne ist Schall und Rauch. Aus Hannover Tommi gleichzeitig die Nachricht, daß Authentischem Vernehmen nach sich der Senat und das Professoren-Kollegium der dortigen technischen Hochschule für die Aufrechterhaltung des bisherigen, die Konfessions-Vereine ausschließenden Studenten- Z u s a m «n e n s ch l u s s e s erklären. Die Taktik des preuß. Kultusininisteriums, die im »Rüdesheimer" ihren Urquell hatte, mit dem man seinerzeit in Berlin die Delegierten zu gefügigen Instrumenten umstimmen wollte, die aber damals erfolglos versucht wurde, scheint aber fortgesetzt werden zu sollen. Der alte Weisheitssatz: »Mit Speck fängt man Mäuse", soll doch noch seine Wirkung tun. In den „Akadem. Blättern" liest man die Mitteilung eines Mitgliedes des Vereins deutscher Studenten, daß er die hohe Auszeichnung, als Gast des Kaisers an einer von der Hamburg-Amerikalinie veranstalteten Nordlandfahrt, zusammen mit zwei S. C.-Mitgliedern und zwei nicht inkorporierten Studenten teilnehmen zu dürfen, in erster Linie „der Güte Sr. Exzellenz des Herrn Ministerialdirektors Dr. Alt ho ff" verdanke. Bekanntlich sind gewisse seinerzeit zurückgewiesene Versuche, einen Teil der Studentenschaft von der Gemeinbürgschast von Eisenach und Weimar abzusplittern, gerade bei«n Kösener S. C. und bei den Vereinen deutscher Studentei, gemacht worden. In den jetzt vorliegenden amtlichen Mitteilungen über die Pfingsttagung des S. C.-Verbandes in Kösen und über de«, „Alteherrentag" in Godesberg liest man den energischen Protest gegen diese Versuche, in Verbindung mit dem freudigen Bekenntnis zu einer nationalen Gesinnung und gegen konservative Engherzigkeit. Sollte«, bei den Vereinen deutscher Studenten, die in Weimar ebenfalls energisch protestierten, gewisse Lockungen neuerdings besser angeschlagen haben? Der Berliner V. D. St. plant einen neuen Ausschuß oder Vorstand der Studentenschaft an der Universität ohne klerikale Beimischung. Das Vorgehen gewisser Greife der „freien" Studentenschaft, die zu ungelegener Zeit mit ihrer Gegnerschaft und manchen an sich vielleicht nicht völlig ungerechtfertigten Beschwerden gegen die Korporationen hervorgetretcn sind, könnte ebenfalls im Sinne solcher Absplitterungsversuche gedeutet werden, wenn wir auch selbstverständlich jeden Zusammenhang zwischen jenen „durch die Güte Seiner Exzellenz" vermittelten „Auszeichnungen" und einer etwa veränderten Stellung einzelner studentischer Kreise von diesen selbst weit abweisen. Die „Kreuzztg." führt jetzt den Vereinen deutscher Sturenten zu Gemüte, daß sie allen Anlaß gehabt hätten, an der Seite der katholischen Verbindungen für christlich-germanisches Studententuin zu kämpfen, statt sich in das Lager der „Freiheitskämpen vom Evangelischen Bunde" ziehen zu lassen. Der christlich - germanische „Reichsbote" aber meint : Wir^bebauvten natürlich nicht, daß diese Liebenswürdigkeit einen nachweisbaren Zusammenhang mit den jetzigen Kämmen be- sb-e nur wird ihr von vielen Studenten bei ihrem einmal erregten Mißtrauen diese Deutung beigelegt werden. Wenn es dahin gekommen ist, so trägt das Verhalten der Behörden selbst daran den stärksten Anteil." Voiitische Tagesschau. Dr. v. Meister. Von dem neuen Regierungspräsidenten in Wiesbaden Dr. v. Meister erzählt man uns: Außenstehende mag die rasche Beförderung des erst am Anfang der Vierziger stehenden Herrn v. Meister überraschen; Eingeweihte wissen längst, daß nicht nur hervorragende persönliche Qualitäten ihm eine schnelle Laufbahn Voraussagen ließen, sondern auch, daß er zu den Männern gehört, die sich des besonderen Vertrauens des Kaisers erfreuen. Das Regiernngspräsidium in Wiesbaden ist nicht nur mit Recht aus mancherlei Gründen eins der begehrtesten im Königreich Preußen, es gilt auch als das Durchgangsstadium zu den höchsten Aemtern. Den Wiesbadenern aber kann man gratuliere,!, daß sie Herrn von Meister zum Präsidenten erhalten. Denn sie bekommen in ihm einen modernen Mann als Berwaltungschef, — einen Mann, der nicht in den engen Grenzen des Bureaukratismus groß geworden ist. Herr v. Meister ist der Sohn eines Frankfurter Großindustriellen, — und diese Tatsache empfiehlt ihn vielleicht am besten. Die Familie, der er entstammt, und deren Spuren in der Pfalz, in Neustadt a. H, münden, gehört zu jenen tüchtigen deutschen Bürgergeschlechtern, die fast in jeder Generation unserem Vaterlande einen Mann stellten, dessen Wirken ihm ehrende Erinnerung noch lange nach dem Wschluß seines Daseins sicherte. Geistliche, Gelehrte, Industrielle, Staatsdieuer gingen aus ihr hervor und wechselndes' Schicksal verpflanzte sie von der Pfatz nach Thüringen, nach .Halle und nach Detmold, nach Hamburg, Bremen und schließlich Frank- ficrt a. M. Des nunmehrigen Regierungspräsidenten Vater, Wilhelm Meister, — wer denkt da nicht an Goethes imsterbliche Romangestalt! — war der Enkel eines weitbekannten Predigers und der Sohn eines Hamburger Kaufmanns. Jahrzehnte lebte er als Chef eines bedeutenden Handlungshauses in Manchester, bis ihn die Gesundheit seiner Gattin, einer Tochter des Malers Jakob Becker, veranlaßte, sich in Frankfurt a. M. niederzulassen. Hier wurde er mit seinem Schwager, dem allzu früh verstorbenen Dr. Lucius (einem Bruder des späteren Lcmdwirtschaftsmini- sters Freiherrn Lucius v. Ballhausens der Begründer der weltberühmten Höchster Farbwerke, die erst „Meister, Lucius u. Co.", dann, nach Eintritt des inzwischen verstorbenen iDr. v. Brüning, „Meister, Luzius und Brüning" hießen und jetzt eine ^Aktiengesellschaft sind. Wilhelm Meister zählte zu den angesehensten und geachtetsten Bürgern Frankfurts und hat 'm Stillen unendlich viel Gutes gestiftet. So trauerte, als er 1895 starb, die Stadt um ihn als einen ihrer Vesten. Im Heim seines Schwiegervaters hatte Wilhelm Meister den damaligen Bundestaggesandten v. Bismarck kennen gelernt, der mit Jakob Becker innig befreundet blieb. Und bis zum Tode des Altreichskanzlers bestanden die herzlichsten Beziehungen zwischen ihm und der Meisterschen Familie. Jil der Billa Meister in Homburg v. d. H. erschien fast in jedem Jahre die Fürstin Bismarck auf einige Zeit als Gast. Wilhelm Meister stand mit den Stumm, Lucius usw. auf der Liste Derer, die Kaiser Friedrich III. bei seinem Regierungsantritt zu adeln sich vorgenommen hatte. Wer er bat, die Auszeichnung erst nach seinem Tode seinen beiden Söhnen zuteil werden zu lassen. Von diesen Söhnen ist der Wiesbadener Regierungspräsident der ältere. Karl Wilhelm von Meister wurde 1863 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Bonn und Berlin. 1886 bestand er in Heidelberg die Doktorprüfung und 1891 mit Auszeichnung die große Staatsprüfung. Er war dann zunächst als Regierungsassessor in Hana u und Höchst beschäftigt und wurde 1893 zum .Landrat in Höchst ernannt 1902 ward er in gleicher Eigenschaft nach Homburg v. d. H. versetzt, — nachdem er 1896 zugleich mit seinem Bruder nobilitiert worden war und von 1898—99 eine Reise um die Welt unternommen hatte. Jüs Ministerium des Innern am 1. Januar 1903 berufen, erhielt er nach wenigen Monaten seine Beförderung zum Geh. Regierungsrat und Vortragenden Rat. In Homburg trat Dr. v. Meister der Kaiserin Friedrich, in der letzten Lebenszeit der hohen Frau, näher. Ihm ist die Schöpfung des Kaiser Friedrich-Krankenhauses in Crou- berg zu danken, und bei seiner Mutter lernte der Kaiser den damaligen Landrat v. Meister kennen und schätzen. 2(ber in Homburg traf diesen auch eins der schmerzlichsten Ereignisse seines Lebens: der durch einen banalen Zufall herbeigeführte tragische Tod seiner ersten Gattin, eines Fräulein Adele Jordan de Rouville aus Frank- firrt a. M. Er schloß dann 1900 eine zweite Ehe mit einer Engländerin, Miß Leila Gard nee Tropmann. Bei dem dieser Verbindung 1903 entsprossenen Sohn standen der Kaiser und der Kronprinz zusammen Pate. Mil den Höchster Farbwerken ist die Familie Meister bis auf den heutigen Tag in engster Beziehung geblieben. Der Gatte der einzigen Schwester des Wiesbadener Regierungspräsidenten, Walter vom Rath, ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Farbwerke, und sein einziger Bruder, Herbert v. Meister, Chemiker von Beruf, gehört deren Direktion an. Erwähnt sei schließlich noch, daß Regierungspräsident Dr. von Meister, früher Reserveoffizier des 13. Husaren- Regiments, jetzt als Rittmeister der Landwehr-Kavallerie geführt wird. Mit einem vorteilhaften Neußern, das ihn junger erscheinen läßt, als er in Wirklichkeit ist, mit weltmännisch sicheren Umgangsformeu, der Kenntnis fremder Sprachen und musterhafter Beherrschung der freien Rede verbindet der neue Regierungspräsident von Wiesbaden große Menschen- und Lebenskenntnis, einen scharfen, schnell auffassenden und verarbeitenden Verstand und einen offenen Sinn für Probleme, die unsere Zeit erfüllen. Er ist gewiß erst am Anfang seines Weges und deshalb war es wohl angebracht, seiner Persönlichkeit und seines Werdeganges hier etwas ausführlicher zu gedenken, als sonst in den Verhältnissen unseres Raumes liegt. Die neue deutsche Auslandsbank. R. Berlin, 21. Juli. Die in Aussicht genommene Gründung einer deutsch» bulgarischen Bank in Sofia läßt keinen Zweifel an dem Zustandekommen des Handelsvertrags zwischen beiden Ländern. In dieser Beziehung werden sich die beteiligten Großbanken zweifellos informiert haben, ehe sie ihre Entschließungen faßten. Daß das politische Moment der angeblich für die nächste Zeit zu erwartenden Proklamierung Bulgariens zum Königreich eine Nolle gespielt hat, ist weniger wahrscheinlich. Abgesehen davon, daß es mit dieser Erhebung wohl noch gute Wege hat, müßte es auch fraglich erscheinen, ob sie für die wirtschaftliche und kommerzielle Entwicklung des Landes durchaus vorteilhaft wäre. In Sofia heißt es zwar stets, ein durch die Erhebung zum Königreich befriedigtes Bulgarien biete bessere Bürgschaft für ein friedfertiges Verhalten. Vielleicht muß aber mit größerer Berechtigung angenommen werden, daß die Gegensätze zwischen Türken, Bulgaren, Serben und Griechen sich verschärfen müßten, wenn Fürst Ferdinand mit der Königswürde ausgestattet wäre. Jedenfalls nimmt es der Sultan nicht ruhig hin, wenn Bulgarien sich seiner Oberherrschaft zu entwinden suchte, gesetzt selbst den Fall, die interessierten Großmächte wären mit solchem Vorgehen einverstanden. Vom geschäftlichen Standpunkt — und die deutsch-bulgarische Bank will auf dem ganzen Balkan Geschäfte machen — erscheint es danach wünschenswert, daß dort politisch der bestehende Zustand erhalten bleibt. Das deutsche Kapital wird sich dann bald das umfangreiche Arbeitsgebiet in „Halbaffen" erschließen. Soweit die Türkei in Betracht kommt, ist durch die „Orient-Bank" und die „Palästina-Bank" vorgearbeitet, so zwar, daß ein Budapester Blatt vor einiger Zeit schrieb, Kleinasien sei wirtschaftlich von den Deutschen okkupiert. Der deutsch-bulgarische Handelsvertrag wird das ©einige tun, den deutschen Export auch nach dem Lande des Fürsten Ferdinand zu steigern, und damit der neuesten deutschen Auslandsbank in Sofia einen kräftigen Rückhalt geben._______________________________________________________ Ein Attentat ans den türkischen Sultan. Wieder ist ein fluchwürdiges Verbrechen verübt worden, das sich gegen das Leben eines europäischen Monarchen richtete, aber zum Glück sein Ziel verfehlte. Doch eine Menge unschuldiger und friedlicher Leute ist ums Leben gekommen, und Soldaten, die da§ Leben des Monarchen zu schützen berufen waren, haben gleichfalls den Tod gefunden^ Der Mordbube selber hat allem Anschein nach sein Verbrechen auf der Stelle durch den Tod gebüßt. Wir erhielten heute nacht folgendes Telegramm, das kurz vor 2 Uhr aufgegeben worden ist: Konstantinopel, 21. Juli. Durch eine Dynamik- bombe, welche auf der Straße vor der Moschee explodierte, als der Sultan nach dem Selamlik die Moschee verließ, find vierzig Personen, Eingeborene und Soldaten, aber keine Fremden, getötet worden. Der Sultan kehrte unverletzt und vollständig ruhig ins Palais zuruck, wo er bald darauf den österreichischen Botschafter empfing. Der Tater ist wahrschein- lich getötet worden. ___________________________________ Km deutsches Keschrvader in Kopenhagen. Kopenhagen, 21. Juli. Das deutsche Geschwader passierte heute morgen 8% Uhy Kronborg. Gegen 10 Uhr verkündete Kanonendonner, daß das Geschwader auf der Rhede eingetroffen war. Tausende von Zuschauern bewunderten das großartige Schauspiel. Rhede und Hafen sind mit Flaggen geschmückt. Das Geschwader besteht aus den Schiffen »Kaiser Wilhelm II.", „Wittelsbach", Zähringen", „Mecklenburg", „Wettin", „Kaiser Wilhelm der Große" und Aviso „Blitz". König Christian empfing um 21/? Uhr im Schlöffe Bornstorff den Großadmiral v. Köster mit dem Stabe des Geschwaders. Bei dec Audienz überreichte der König dem deutschen Admiral den Elefantenorden. Sodann fuhren die Herren ins Schloß Charlottenlund, wo sie vom Kronprinzen, empfangen wurden. Hellte nachmittag wurde für zweihundert deutsche und fünfzig dänische Matrosen im „Tivoli" ein Festessen veranstaltet, bei dem Marinekapitän Hansen einen Trinkspruch auf den deutschen Kaiser und die deutsche Marine ausbrachte. Der deutsche Kapitänleutnant Ackermann brachte ein Hoch auf König Christian und die dänische Marine aus. Nach dem Effen besuchten die Matrosen die Kolonialausstellung. Abends fand bei dem deutschen Gesandten v. Schoen ein Diner statt, an dem teilnahmen: Prinz Waldemar, Großadmiral v. Köster, Vizeadmiral Graf Baudissin, Ministerpräsident Christensen, der Minister des Aeußern Graf Raben- Levetzau, der dänische Vizeadmiral v. Wandel. Der Gesandte v. Schoen brachte cm Hoch auf den König von Dänemark aus, worallf die dänische Nationalhymne gespielt wurde. Prinz Waldemar toastete auf den deutschen Kaisex. Die hauptstädtischen Zeitungen bringen sympathische Be- -grüßungsartikel und bezeichnen das Geschwader als Deutschlands Boten zu einem freundlich gesinnten Nachbarn und als imposantes Zeugnis der persönlichen Wirkungs- fähigkeit Kaiser Wilhelms. Krieg. Die japanische Flotte wird wieder bedrohlich. G o d s i a d a n, 21. Juli. Privatmeldungen der Petersb. Telegv.-Äg. zufolge wurden javanische Kriegsschiffe bei Nikolajewsk in der Nähe der Küste gesichtet. Viele Bewohner von Nikolajewsk und Wladiwostok flüchteten r^ach Chabarowsk. Petersburg, 21. Juli. Linewitsch telegraphiert unter dem 20. Juli: Die Front der Armeen ist unverändert. Ein japanisches Geschwader ist am 17. Juli an der Küste von Korea, von der Mündung des Dnmenflusses bis Kap Linden, erschienen. Ich habe die Meldung empfangen, daß die Mündung des Tumen- slusses von japanischen Kriegsschiffen beschossen worden ist. Zwei japanische Torpedoboote liefen in die Has chkewitschbucht ein, eröffneten Feuer auf das Dorf Ongh-i und versuchten das Biwak einer unserer ^Abteilungen zu beschießen. Unsere Vorposten an der Onghibucht eröffneten Feuer auf die Torpedoboote, welche begannen, unsere Vorposten aus Geschähen zu beschießen und dann die hohe See gewannen. Zur selben Zeit liefen vier Torpedoboote die Kornilow- bucht an und landeten 20 japanische Matrosen, welche unsere Telegraphenlinie beschädigten. Südlich Don Onghi beschossen vier japanische Kreuzer unseren Posten in der Nähe der A n n a b u ch t. Um! 4 Uhr nachmittags vereinigten sich Die japanischen Schiffe und fuhren auf die hohe See hinaus. In der Mandschurei hat nach Tokioer Meldungen die Regenperiode bgonnen. Dadurch sind die Operationen der ganz-en japanischen Manschureiarmee vorläufig eingestellt. Die nasse Jahreszeit schließt aber die Gefahr von Seuchen aus. Der Gesundheitszustand im japanischen Heere ist ausgezeichnet. Die Bori- Bori-Krankheit, die im vorigen Jahre den Sanitätsbehörden viel Sorge machte, tritt in diesem Jahr gar nicht auf. Der Korrespondent der „Nowoje Wremja" in Guntschu- lin meldet dagegen: Mle Telegramme iiber eine angebliche Umzingelung der russischen Armee sind falsch. Im Gegenteil ist die russische Armee damit beschäftigt, den äußerst en linken Flügel der Japaner zu umgehen. Die Japaner selbst befestigen ihre Stellungen im Zentrum, wo sie neue Schanzwerke aufwerfen und Be- lageriingsgeschütze konzentrieren. Die Friedensfrage Pa ris, 21. Juli. Der Präsident des russischen Ministerkomitees Witte ist heute nachmittag hier eingctroffen und von dem russischen Botschafter Nelidow, dem Kabinettschef des Ministerpräsidenten Rouvier, sowie dem zum russ. Botschafter in Madrid ernannten Grafen Cassini empfangen worden. Ms Witte zum Hotel fuhr, ertönten aus dem Publikum am Bahnhofe einige Hochrufe auf Rußland. Petersburg, 21. Juli. Gestern fand im Kaiser- Palast in Peterhof eine Konferenz über die Friedensfrage statt, an der außer den Großfürsten auch der Kriegsminister Rüdiger und der Minister des Auswärtigen Graf Lambsdorff teilnahmen. Die Beschlüsse werden streng geheim gehalten. London, 21. Juli. Der Petersburger Berichterstatter des „Standard" telegraphiert seinem Blatte, daß die russ. Regierung augenblicklich bereit wäre, in den Verlust der Insel Sachalin und in die Bezahlung einer Kriegsentschädigung einzuwiMgen. Man glaubt aber, daß Witte den Auftrag hat, eine Taktik der Verzögerung zu verfolgen, um zu versuchen, wenigstens den Schein besserer Bedingungen zu erlangen. Andererseits sind die Japaner entschlossen, jede Verzögerung zu verhindern. Nachdem die Friedensverhandlungen begonnen haben werden, wird die japanische Regierung ihre Bedingungen kurz und deutlich auseinanderlegen. Die russische Regierung muß sie rasch annehmen oder ablehnen. Eine Politik der Verzögerung wird zwecklos sein, denn die Japaner würden in diesem Falle die Verhandlungen sofort äbbrechen. London, 21. Julü 'Aus Petersburg wird gemeldet: Die Nachricht, daß Friedensverhandlungen mit Japan im Gange sind, hat einen ungünstigen Einfluß auf die russische Armee in der Mandschurei ausgeübt. Die russ. Soldaten begreifen nicht, warum sie noch kämpfen sollen, wenn beide lÄnder den Frieden schließen wollen. Die Sehnsucht der russischen Soldaten nach der Heimat ist außerordentlich groß und die Truppen würden nur sehr ungern an einer neuen Schlacht gegen die Japaner teilnehmen. (Das ist nichts als blöde antienglische Stimmungsmache. D. Red.) Hiusstsche Neuigkeiten. Das neuerdings vom Minister des Innern, Bulygin, «ingereichte Demissionsgesuch wurde vom Zaren nicht angenommen. Heute, als an dem Tage, da seit dem Blutbade vom 22. Januar ein halbes Jahr verflossen ist, arbeitet in Petersburg eine große Anzahl von Fabriken nicht, weil die Arbeiter Seelenmessen für ihre damals gefallenen Kameraden abhalten und Prozessionen veranstalten. In H elsingfo rs ist der Gendarmerie leutnant Kramovensko infolge der Verwundungen, die er bei dem gegen ihn verübten Attentat erlitt, gestorben. In Moskau veranlaßten in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag Arbeiter auf dem Bahnhofe eine revolutionäre Kundgebung. Als der Gendarm Iwanow einen Demonstranten verhaften wollte, erhielt er einen Do lchstich in den Rücken und brach blutüberströmt zusammen. Kameraden des Getroffenen stürzten sich auf den Mörder, schlugen ihn nieder, knebelten ihn und führten ihn ab nach der Hauptwache. Da die Menge sich äußerst drohend verhielt und „Nieder mit der Regierung, es lebe Japan" rief, wurde Militär requiriert. Bei dessen Ankunft wurden die Demonstranten unter strenger militärischer Eskorte aus dem Weichbilde Moskaus entfernt. In einer Vorstadt von Kiew drangen etwa 400 Arbeiter in die Synagoge ein und veranstalteten eine regierungsfeindliche Demonstration. Das in der Synagoge befindliche Publikum suchte die Demonstranten hinauszudrängen. Es kam zu einem blutigen Zusammenstoß. Die Eindringlinge schossen viele Juden über den Haufen. Bald erschienen Kosaken und Gendarmen, die hauptsächlich gegen die Juden vorgingen. In Warschau wurde der Schlosser Okrzeja, der am S4. Juni zum Tode verurteilt worden war, weil er am 26. März im Hofe der Praga'schen Polizeiverwaltung eine Bombe zur Explosion gebracht hatte, durch die sechs Personen verletzt wurden, hingerichtet. Der Mitarbeiter der Odessaer Nowosti, Gorzo Winogradsky wurde wegen seiner liberalen Gesinnung üom General- Gouverneur nach dem Gouvernement Olonetzk verbannt. Das Blatt Slowo, das trotz des Zensurverbotes einige Mitteilungen über den Semstwo-Kongreß veröffentlichte, wurde auf einen Monat suspendiert. Wie man aus Bukarest meldet, macht der Aufenthalt der Matrosen vom Potemkin der rumänischen Regierung ernste Sorge. Russische Spione, darunter auch Frauen, sind nach Rumänien gekommen. Es steht stst, daß ehemalige Potemkin-Matrosen sich auf das russische Stationsschiff begeben haben, wo ihnen von Geheimagenten gefälschte Briefe von ihren Angehörigen eingehändigt wurden, worin schwere Erkrankungen und andere Unglücksfälle mitgeteilt werden, um die Matrosen zur Heimreise zu bestimmen. Die Leiche des von den meuternden Mannschaften des Potemkin ins Meer geworfenen Kommandanten Golikow wurde an der Küste von Epatoria an Land getrieben und zur Beerdigung nach Sewastopol überführt. Keer und Motte. Paris, 21. Juli. Der kürzlich in den Ruhestand getretene Gemral Langlois, früher Mitglied des obersten Kriegsrats, zieht in einem Artikel der Revue Bleue Vergleiche zwischen der Artillerie und den Befestigungen Frankreichs und Deutschlands. Der General kommt zu dem Schluß, daß Frankreich in dieser Hinsicht geaen Deutschland keineswegs zurück ft ehe, ja, daß oie f r a n z ö s. ^Artilleristen ihre Ueberlegenheit in der Handhabung der Schnellfeuergeschütze noch einige Jahre behaupten dürsten. Man möge sich deshalb v>on Ungliickspropbeten nicht einschüchtern lassen und sich vor gefährlichen Illusionen ebenso hüten wie vor Ent- mchigun q, ______________ Mnsland. London, 21. Juli. In der gestrigen Unterhaussitz-' h n g. blieb das Kabinett Balfour bei einer an sich unwichtigen Abstimmung in Bezug auf die irische Administration mit dreiStimmen in der Minderheit. Die aus den Liberalen und den Iren bestehende Mehrheit, die schon seit langer Zeit, gestützt auf ihre Erfolge bei den Nachwahlen, den Sturz des konservativen Kabinetts anftrebt, begrüßte das Ergebnis mit lairtem Jubel: der Premierminister aber ließ es dahingestellt, ob er die übliche Konsequenz aus dem Resultat ziehen und mit dem Kabinett zurücktreten werde, zumal die englischen Parlamentsgewohnheiten die Möglichkeit einer Rücknahme jenes ZufallSbeschlusses bieten. Die heutige sehr erregte Sitzung brachte gleichfalls keine .Klärung. Brüssel, 21. Juli. Ein Tedeum, verbunden mit einem Dankgottesdienst, fand heute morgen in der Kollegialkirche Sanet Gudule statt. Der Kardinalerzbischof von Mecheln empfing den König und die Königsfamilie. Der Erzbischof hielt eine patriotische Ansprache an den König. Der K ö n i g b g n 11 c ber ©■ c i ft* lichkeit für ihre Ergebenheit und erinnerte an den hervorragenden Anteil, den sie bei der Gründung des Vaterlandes genommen habe. Die Mitarbeit der Geistlic^eit sei wertvoll für das Land und für das Staatsoberhaupt, sie habe immer zum besten des Vaterlandes gearbeitet, er werde ihr, solange es Gott, gefällt. Dank wissen. Der König dankte den belgischen Missionaren für die Verbreitung des Evangeliums am Kongo. „Laßt uns am Fuße des Altars niederknieen", sagte der König, „damit Gott Belgien die Fortdauer her Güter gewähre, welche die Nationen stark und glücklich machen." Im weiteren Verlaufe der 75. Jahrfeier der Unabhängigkeit Belgiens fand auf der Place Polaert eine glänzende patriotische Feier statt, welcher auch der König und die königliche Familie beiwohnten. Mordnungen der Bürgergarde, der Armee, der Gemeinden, Provinzen, höheren Verwaltungsbeamten und des diplomatischen Korps, überreichten dem Könige eine Adresse. Der König antwortete mit einer Ansprache, in der er darauf hinwies, daß es ber Taten bedürfe, um das Leben der Völker zu sichern und dem Wunsche Ausdruck gab, daß die 75. Jahrfeier der Unabhängigkeit Belgiens durch die Annahme des den Kammern vorliegenden Projektes für den AusbaudesAntwerpenerHafens gekennzeichnet werde. Das Bankett der mehr als zweitausend Bürgermeister fand in dem Vestibül des Justizpalastes, einer der größten fteinenren Hallen der Welt, statt. Gegen 916enb begann bic Illumination, zu der etwa achtzigtausend lmnte Glühlampen bertoenbet sind. Die Kosten belaufen sich auf nahezu 200 000 Franken. Der König soll im Laekener Palast ein Familiendiner gegeben haben, wobei er sich endgiltig mit seiner Tochter Klementine versöhnt und sie zum Schluß herzlich geküßt habe. Tientsin, 21. Juli. Der Boykott gegen amerikanische Waren hat in Südchina kräftig eingesetzt, im Norden wird er jedoch durch den Generalgouverneur Pouanschikai unterdrückt. Die chinesischen Zeitungen von ganz China sind in ber Sache einig nnb fühlen sich zum erstenmal als eine einheitliche Nation. Darin liegt die große Bebeutung des Boykotts. Aus Stadt und Amrd. Gießen, 22. Juli 1905. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Befördert: zum Rittmeister Frhr. v. Massen b ach, Flügeladjutant Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs von Hessen und bei Rhein; zum Kömpagnieches: Morgenroth, Hauptm. int 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, unter Versetzung in das 2. Niederschles. Jnf.-Regt. Nr. 47: zum überzähl. Hauptmann: Oberlt. Stein im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116. — Versetzt: Riedesel Frhr. zu Eisenbach, Lt. im 1. Grvßy. Hess. Feltmrt.-Reat. Nr. 25, in das 2. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24, Frhr. v. Bülow, Batterie-Chef int 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 25, als Lehrer zur Kriegsschule in Kaffel —Ernannt: Schwerdt- f e g e r, Oberlt. im Großh. Hess. Train-Bat. Nr. 18, zum Ad- lutnnten der 2. Traindirektion. — Aus der Marine scheidet aus: v. G i l s a, Huuptm. vom 3. Stomm-See-Bat. und wird a7s Batterie-Chef im 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Negt. 9?r. 25 an gestellt. — Neu endv rsf, Lt. im Jns.-Leib-Rcgt. Großherzogin (3. Großh. Heften) Nr. 117, auf sein Gesuch zu den Res. Offizieren des Regts. übergeführt. — Im Sanitätskorps: Dr. D o e b l i n, Oberarzt beim Jnst-Leib-Regt. Groß- hprzogin (3. Großh. Hessen) Nr. 117, unter Beförderung zum Stabsarzt, zum Vwm.-Arzt in Diedenhvsen ernannt. — Befördert zum Oberarzt: Ass.-9lrzt Dr. N v e h t e beim 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Rcgt. Nr. 25, zum Stabsarzt: Oberarzt ber Res. Dr. Hpsmann (Gießen). — Der Abschied bewilligt: Stabsarzt ber Landw. 1. Auf geb. Dr. Nicolay (Friedberg), mit der Erlaubnis zum Tragen ber bisherigen Uniform. — Offiziere des Beurlaubten ft andes. Befördert: die Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeister zu Lts. der Res.: Nein (I. Darmstadt), des 5. Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 94 lGroßherzog von Sachsen), D a ch s o l b (I. Darmstadt), des 1. Großh. Hess. Inf. lLeibgarde)-Regts. Nr. 115, Waldeck (I. Darmstadt), des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Weber (I. Darmstadt), des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168, Mäurachs!. Darmstadt), des 2. ftftoßh. Hess. Felb-Art.-Regts. Nr. 61. — Der Abschied bewilligt: Fritz, Oberlt. ber Lmtdw.- Jns. 2. Aufgeb. (Gießen), Kaul, Major und Bat.-Kommandeur int 2. Oberrhein. Jnf.-Regt. Nr. 99, unter Stellung zur Disposition zum Kommandeur des Landw-Bezirks Meschede ernannt. ** Kun st verein. Die beiden Gemälde von Prof. Bantzer „Schwälmer Bauerntanz" und „Hessisches Bauernmädchen" sowie die „Exlibris-Ausstellung" bleiben nur noch morgen, Sonntag, in der Ausstellung. Die Exlivris-Aus- stellung kommt von hier aus nach Dessau und gelangt dort im städtischen Museum zur Ausstellung. ** Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, um V212 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt. 1. Quverture z. Op.: Wenn ich König wäre, Adam. 2. Berlin wie es singt und tanzt! Walzer Thorston. 3. Kriegsmarsch a. d. Op.: Die Bärenhäuter, Siegfried Wagner. 4. Der Rheinströmer, A. M. la. Nr. 4. ** Die Bäckerinnungen des Großherzogtums treffen in den nächsten Tagen in Mainz zusammen, um bei der Gr. Negierung die Aufhebung des Art. 186 des Hessischen Polizeiflrafgesetzbuehes zu beantragen, Nach diesem Artikel ist es der Polizei erlaubt, in den Geschäftsräumen eines Bäckers oder Brotverkäufers das zu leicht befundene Brot zu konfiszieren und den Bäcker überdies in eine Geldstrafe zu nehmen. Die Innungen behaupten, diese Bestimmung stehe im Widerspruch mit der Gewerbeordnung. Eine unangenehme Erfahrung machte dieser Tage ein Zuschneider in Frankfurt. Vor etwa einem halben Jahre lernte er, den dortigen N. Nachr. zufolge, zwei Schwestern kennen, von denen die eine fein Herz in kurzer Zeit gefangen genommen hatte. Das Verhältnis gestaltete sich immer inniger und der Zuschneider, der eine sehr gut bezahlte Stelle inne hatte, machte feiner „Zukünftigen" allerlei Geschenke, um sie noch fester an sich zu fesseln. Goldene Uhr, Kette, Brillantring, Ohrringe und dergleichen hübsche Sachen konnte sie in kurzer Zeit ihr eigen nennen. Nachdem so einige Monate vergangen waren, blieb eines Tages die Schöne weg. Der junge Mann dachte, sie sei vielleicht krank und beschloß, sie am Sonntag zu besuchen. Er begab sich auch in die ihm bekannte Wohnung. Auf das Schellen öffnete die Hauswirtin und erklärte, daß Mariechen, so hieß nämlich die Angebetete des jungen Mannes, ausgezogen sei. Weiteres wußte sie auch nicht. Es blieb ihm also nichts übrig als die Schwester aufzu« suchen. Auf seine Frage nach seiner Braut erhielt er die lakonische und doch sehr bezeichnende Antwort: Die ist in London bei ihrem Manne! Der junge Herr soll dabei ein recht verdutztes Gesicht gemacht haben. Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als den Rückweg anzutreten. Es stellte sich bann heraus, daß das Mariechen eine Frau sei. Ihr Mann hatte eine Stellung auf Probe angenommen, und als die Stellung eine feste wurde, ließ er seine Frau nachkommen. In der Zwischenzeit hatte sich die junge Fr-au damit amüsiert, sich einen Verehrer zuzulegen. Der Geprellte ist aber seine Liebe, Uhr und sonstige Wertgegenstände los. (=) Heuchelheim, 21. Juli. Durch die Feld- bereinigung ist nun die für Heuchelheim seither so unvorteilhafte Verteilung der Gemarkungen von Gießen und Heuchelheim beseitigt worden. Gießens Gemarkung ging nämlich bis an unser Dorf, und die Baulinie nach dieser Seite war dadurch gehemmt. Nun ist durch Tausch unsere Gemarkung bis zum Landwehrgraben erweitert worden, und schon stehen fünf neue Häuser auf dem neu erworbenen Gebiet. Es wird nicht lange dauern, so reichen die Gebäude bis auf bic Straße nach Rodheim. -j- Lich, 22. Juli. Das erste Probeschicßen de?> hiesigen Kriegervereins muß leider ausfallen, da die hierzu erforderliche Genehmigung nicht rechtzeitig eingeholt werden konnte. so. Kelsterbach, 21. Juli. Gestern nacht wurde m der hiesigen Kunstseidefabrik ein Mann mit ein geschlagenem Schädel aufgefunden. Er gab an, von Italienern überfallen worden zu sein. Hoffnungslos liegt er im Frankfurter Krankenhause darnieder. Frankfurt, 21. Juli. Die Stadt hat beschlossen, mit einem Kostenaufwand von etwa l1/2 Million Mark eine Müllverbrennungsanstalt zu errichten und darin bas gesamte Frankfurter Müll durch Feuer zu vernichten. Andere moderne Städte haben freilich erkannt, daß das Müll eine Quelle reichen Nationalvermögens ist, sofern es nur von Haus aus vernunftgemäß ansgesammelt und abgefahren wirb. In vielen Städten Amerikas, B. in New Jork, Philadelphia, Baltimore 2C., ferner in einer Reihe schwedischer Städte, feit neuerer Zeit auch in Potsdam und einem Teil von Charlottenburg müssen die Abfälle in drei verschiedenen Gruppen angesammelt und abgefahren werden, nämlich: 1. Asche und Kehricht, 2. Speisereste, 3. gewerblich verwertbare Abfälle. Das hier täglich abfallende Quantum Speisereste ist ausreichend für die Mästung von mindestens 12000 Schweinen jährlich, entsprechend einem Werte von mindestens 600 000 Mark! Der Wert der der dritten Gruppe angehörenden gewerblichen Abfälle beträgt in Frankfurt mindestens 250 000 Mark. Bei dem Müllverbrennungsprozeß entsteht aber als Endprodukt nur minderwertige Müllasche. Das hier geplante System ber Müllverbrennung muß hiernach als höchst unökonomisch angesehen werden. Wiesbaden, 21. Juli. Ein neuer Fall von Hundetollwut soll heute vormittag auf dem neuen Friedhöfe ftstgestellt worden fein. Dort trieb sich ein kleiner weißer Spitz herrenlos umher, an dem alle Anzeichen der Tollwut bemerkbar waren; er hakte Schaum vor dem Maul und biß in Steine, Bäume usw. Die auf dem Friedhöfe beschäftigten Arbeiter hielten es im Interesse der allgemeinen Sicherheit für angezeigt, das Tier sofort zu töten und die Polizei von dem Vorfall in Kenntnis zu setzen, welche ihrerseits wieder den Departements-Tierarzt mit der Untersuchung des verdächtigen Hundes beauftragte. Sollte sich ber Verdacht bestätigen, so würde die Hunde sperre, die nun seit Mitte Mai dauert nnb schon einmal bis Ende August verlängert wurde, zum zweiten Male, und zwar bis zum 21. Oktober, verlängert werden müssen. ** Kleine Mitteil ungen aus Hessen und b eit N a ch b a rst a a t e n. In Frankfurt a. M. wurde im Haupt- bahnhoi ein internationaler Taschendieb auf frischer Tat in Hait genommen. Er nennt sich Josef Schindler und ist 41 Jahre alt. * Explosion auf einemamerikanischen Kriegs- sich iss. Auf dcm Kanonenboot Bennington der Vereinigten Staaten, das sich gegenwärtig im Hafen von San Diego (Kali- wi-nien) befindet, explodierte ein Kassel. An Bord waren 278 MayA. Nach einer Schätzung 228Mannu<-i7wundeP Gingesandt. zu nähren. Märkte. R S3'/a 7 Zimmer J 3\\ verkaufen MWMWM ZuReparaturen u.Neuanfertiqnng von Matrazen u. Polstermöbeln sowie saub. Tapezieren empfiehlt sich Carlstleh.Westanl. 25,N.]""' Stciustraße 19 ist der 3. Stock, 5 Zimmer, Balkon, Badezimmer, nebst allem Zubehör und Gartenanteil p. sofort oder später zu vermieten. >3713 -lndr. Euler, Steinstr. 11, II. ci e I c n t San-Diego, 22. Juli. (Kalifornien) Nach den letzten Feststellungen bei der Explosion an Bord des „B ennington" wurden 27 Mann getötet und 60 bts 70 Akann verletzt, darunter viele schwer. 3 schöne Uchimer-WchiuiW nebstBad,Balkon,Bleiche,Trocken- baden, Heizgas und elektr. Licht, sind per 1. Olt. zu Perm. >3129 Näh. Weißbinder Schäler, Noonsiraße 36. Durch die Feld« eiheim Zither so un< en von Gießen und is Gemarkung qing Baulinie nach dieser durch Tausch unsere rweitert worden, und neu erworbenen Gereichen die Gebäck verlange ausdrücklich die Originalmarke Vr HoBiKael’s“ Haematogen und. lasse sich Nachahmungen nicht aufreden. Gasthof oder Wirtschaft Platz eqal, suche bei hof). Anz. direkt äu kaufen. Offerten nnt. r T R. 932 an Rudolf Moste, Frankfurt a. M.ss h WstirtW verkamt f 0E .fl.Weber,Schifsenbergerweg24,'o. ungsvertreter aus Kassel teil. Oberlehrer ^r. D elm ka m pf Weilburg sprach über „Feldfutterbau" und Direktor: Dr. yasep. boss-Marburg über „die Bekämpfung der Pflanzenttankhetten Ms Test ort für 1906 wurde Schlüchtern bestimmt. Heute abend treffen der Ober- und der Regierungs'präudent cur Fall vo« । ftlobus- V Putzextract Oailv" In dem städtischen Hanse Aster- tveg 9 ist der untere Stock, bestehend aus 7 Zimmern nebst Zubehör und südlichem weben- haus auf 1. Oktober, au? Wunsch auch früher, zu vermieten. , Näh. bei der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15._______ B' /r. anderer wurde leicht verletzt. Te tmold, 22. Juli. Durch Entschlretzung des Re- aenten erhielt Staatsminister Gevekot die Genehmigung, ui dem Diesseitsprozeß, der am Mittwoch beginnt, Zeuanis abzulegen, jedoch mit der Einschränkung, daß er solche Fragen abzulehnen hat, die das Wohl und das dn» sehen des Reiches oder eines einzelnen Bundesstaates ge '^^Lond on, 22. Juli. Es verlautet, Premierminister Balfour erkürte dem König in seiner heutigen Audienz, er und die übrigen Minister stimmten dahm überein, daß es unter den gegenwärtigen Umstünden ihnen nicht obliege. Teil des Oberdecks vom Bug bis zum Heck ist tveggeristen. i Sag Scksisf neigt nach Steuerbord und wird wahrscheinlich sEn. ; "' --Hi tzeundUnwetter inS Pan i e n.. S e v OUtnetM .0 G rad im Schatten und achtundsunfzig iN der Sonne. — Li eines Unwetters stürzte die Waschanstalt zu Madrid 2.' 36 Flauen wurden verwundet: emige liegen im sterben. * Kleine Tageschronik. Wie die „Rhem.-Wests. Ztg. berichtet stieß man am 21. d. M. aus Zeche „Borussia" be aitzmido'rtmund zwischen der fünften und sechsten Sohle auf eine Nvpe von 10 bis 15 Leichen. Tie Verunglückten wurden hmter bcr Wettertür gesunden, die sie anscheinend mit den Händen zugebalten hatten. - Nach einem von Yap heute eingegangenen tele- a?aphischen Bericht des Landeshauptmanns mJalmt(Marschal- ?u s e l n) hat dort, wie gemeldet, am 30. Ium em O r k a n gemutet. Zast sämtliche Gebäude in Jaluit wurden zerstört. Wahrend sämtliche Weiße gerettet rourben, war die Zahl der ums _cden gekommenen Eingeborenen bis zum 4. ds. auf 8 0 ermittelt irorben — In Berlin wurde mit Anzeichen der G e n t ck st a r r c ser 7 jährige Sohn der Tänzerin Oppermann in die Charilö cin- aelicfert. — In der Kohlenqriibe von Bethune (Nordfrankreich) schon ein Kohlenarbeiter auf den Werln'chrer drei Revolverschw e ab, traf ihn aber nicht, sondern einen Arbeiter, der schwer verletzt wurde. Der Täter wurde verhaftet. — Ein beutfcber ~ouuf t, namens Robert TeichmaniR von Beruf C bemiker ist bei einen Ausflüge auf die V e r t a i n - S v i tz e (Tirol) abgesturzt und Ha schwere Verletzungen an beiden Oberschenkeln und an den Haiwen erlitten. Sein Zustand ist jedoch nicht Hoffnungslos. -ter Oberleutnant Schönfelder vom Infanterieregiment m Döbeln war wegen Schädigung ewiger Juweliere angeklagt worden. Er wurde vom Gericht für „anormal erklärt und der Irrenanstalt in Großschweidnitz überwiesen. — In Taris sand zwischen dein aus der Verbannung zuruckgekehrten Maiee^l labert und dem Redakteur Element vom „Iomna de^ Debats", ein D u e l l statt. Die Veranlagung war em Artikel über die Amnestie. Das Duell verlief unblutig. — In de Chine" wird mitgeteilt, daß in der Umgegend vc-n Pscheng Pscken (China) eine furchtbare Hung ers n o t w"ttt. Mm bcrbenüttelte töten ihre Kinder, um sich von ihrem Fleische Schriftl. Meld, unter 04,82 an den Giestener Anzeiger erbeten. zurück zu tret en. „ t r. r Neapel, 21. Juli. Am Trockendock des hiesigen Hafens ereignete sich ohne erkennbare Ursache, wahrscheinlich infolge bedeutender Bewegungen des Meeresgrundes, em sehr starker Erdrutsch. Die rechte Seite des Docks wurde etwa 200 Meter nach rechts sortbewegt. Der Schaden ist sehr^groß. Friedland i. Böllen, 22. Jstli. Zn Hegend er- Tdio i; der 12jährige Pflegesohn des Waldhegers bernt Spielen mit einem geladenen Gewehr dessen acht)ahrrge Ans Warschau ttnrd bernchdett Dort wurde am Donnerstag rm Vorsaal ^es Hcmses der Polizeigeheimagent Paladrn bon einem Unbe kannten überfallen und durch zwei Revolverschüsse schwer verwundet In der Karlowkowastraße stürzten sich elf Personen auf den Polizisten Bokisch mit Messern, entrissen ihm den Säbel, mißhandelten ihn und ließen ibn mit aus geschlitzt em 23 au cf) und 15 Kopfwunden In einer der beieBteften Straßen wurde eine Bombe geworfen, durch dw MO Schritte im Umkreise sämtliche Scheiben herausgeschleudert wurden. Der Polizeichef und dessen Sohn sowie drer Prwat- personen wurden schwer, eine grö^re Anzahl chiderer Pn> sonen leicht verletzt. Einer der Tater ist getötet, der andere entkam. ;n. Newyork, 22. Juli. Der Chicagoer Streik ist nach 135 Tagen, von denen jeder insgesamt 10 Millionen Dollars an geschäftlichen Verlusten bedeutet, anscheinend end- gütig mit einer Niederlage der Ausständigen bei- neuer aue j Wir. ««f "‘“jUqtmt"1" 'fot! .yelche 'hrcr- | Ueberraschend schnell und gründ- arbeitet das echte Dr. ThomPfous ScifenPulver, Marke itnj Schwan. Dasselbe macht die Wasche blendend weiß, ohne sie anzugreüen, und gibt ihr einen frischen, angenehmen Geruch. — Ueberall zu haben. le (drißüm(-Dral)lmvfdunflnt R B. Darmstadt, 22. Juli. Der Ersten Stände, kämm er ist seitens der Handelskammer WormS eine eingehend motivierte Eingabe übersandt worden, worin eme Anzahl Bedenken der Handelskammer gegen die vom Ab- geordneten hause fertiggestellte Gesetzesvorlage m betreff der Gemeindesteuerreform geltend gemacht wird, be anders bezüglich der Gewerbeftcuervergnlagung, des Verbots dc^ Schuldenabzugs 2c. Die Handelskammer richtet an die Erste Ständekammer das Ersuchen, dem Gesetzentwurf m seiner jetzigen Gestalt die verfassungsmäßige Genehmigung zu ver. WmOktz 10 Parterre-Wohnung, 7 Zimmer p. 1. Oft, ev. srüher zu verm. j31o7 Elegante Wohnung, 2. Etage, 7 Zimmer, Badezimmer, Balkon, Bstichplatz, Trockenboden u. Zubehör per Oktober zu vermieten 3541 Ludwigstratze 29. b/nhic hJ unHF * Älicestraße 22 5--Zimmerwohnung per sofort ober I spater zu vermieten. 37151 Gietzcncr tandwirtschaftlrchLr Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für oonntag, den 23. Juli 1905: Zeitweise wolkig, Gewitter. Temperatur: keine Aenderung. ^„^e§ durch die Gießener Wetterkarte.____________ Der zweite u. 3. Stock, bestehend ans je 5 Zimmern mit Zubehör, im Hause Grünberger Straße 22, ist per 1. Ceptbr. zu verm. [3727 Heinrich Fass. Grünberger Str. 20. 3634s Schöne b-Zinnnenooh'- nung mit allem Zubehör, Garten, Bleichpl. usw. per 1. 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In der Tätigleit des Vogelsberger .Hohenklub--, der früher auf dem hohen Vogelsberg für dessen Erichließung fehr rührig war, scheint neuerdings eine Erschlaffung ein* getreten zu^sein Zwar wird von dem Verein zur Forderung des KeLveriebrs in Darmstadt sehr viel Propaganda für d hessischen Mittelgebirge gemacht: aber die.Einwohner selbst, die am meisten sür^den Frewdenveickehr mtereinert fern sollten, tun am wenigsten etivas für die Erschließung ihrer Gegend Vielfach finhcu wir W"ge mit uralter und infolgedeisen undeutlicher oder aam und g^ verwitterter Markierung, so daß der Touri, öfters fehlen die Aussichtstürme aw dem Taufnein und oer reyeii krtinor c-iiifK •> Die Erbauung der Türme wird von >i0.Hr zu Lügen ^torefff, ihrer Ausgabe gerecht zu werden.^ ^^Berlin, 22. Juli. In einer gestrigen öffentlichen Dersammlunq, in welcher Graf Pückler redete und die pSch aufgelöst wurde, teilte Graf Pückler mit er werde sich in wenigen Monaten in das Privatleben rurückziehen, da ein Erfolg bisher ntcht erzielt worden sei. Das Publikum habe seine Ausführungen ledig, lich zum Gegenstand des Spottes Aentacht. } Gorlin, 22. Juli. Die „Losstsche Zeitung meldet von hier: Durch einen plötzlichen Wmddruck erfolgte der Einsturz eines Giebels am Neubau der Gasanstalt. Ein Maurer wurde verschüttet und tötlich verletzt; em Sport. Gießen, 22. Juli. Am Somnag den 6. August ognnftaltet her Süddeutsche Rennfahrer-Verband auf dem hiesigen Sportplatz bn’ B-i dem hi°MN ÖM-cr. Lamu-Teniiistournier gewann Oberleutnant z. See r a p p aus Wilhelmshafen heute den a i s e r v r e i nut b r A> e«olt n»«!'1 Ä «* *; bis ®nu c:» | «d v*6,5 • Steinstraße 82 zwei 5-Zininier- wohnunaen, Preis I.St. X 500. , II. ©t. X 400—, d. 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Die hiesigen Bauunternehmer, welche sich bisher den Forderungen der m it n n rinnpfretenen Maurer gegenüber ablehnend^ verh üten haben, sodaß der Ausbruch eines Streiks nahe bevorstand, haben ftpsts-rn tur Organisation der Wormser Arbeitgeber für das Baugewerbe Worms" vereinigt und dann beschlossen, mit ber ^olmkoinmissivn der Maurer in Verhandlung zu treten und einen S” SSWfc der »zganitierten A°b°it°r »u dt°s°n B°r- B-i W°i B°uunt-ttn°hm°rn die bisher die Aussperrung nickst vorgenommen.hatten, smd heute aus^Veranlassnng der Organisationen sämtliche Arbeiter bClt Paris^Ä Iuli.^^Jn der Umgegend von Paris verursacht ber Aus st and der Ern t e arbe 11 er große Unruhe und Zwischenfälle. Es mangelt in den meisten Orten an Arbcitern. da die S ch n i 11 e r, die gewöhnlich hierherkamen, m diesem Jahre Unzufriedenheit über die zahlreichen neuen landwirtschaftlichen Maschinen ausgedruckt haben Die Landwirte sind bereit 6Ö Francs Lohn zu gewahren und erklärten die Arbeiter, welche diese Bedingung mcfyt anneljmen, Ä zu wollen Der Ä'riegsminister hat den Beschluß ver- ?agtt betreffet die. Überlassung von Militär für die not^ wendigsten Erntearbeiten. ' Aniversttäts-Machrichien. __Wie uns von zuverlässiger Seite gemeldet wird, hat 4-TOJ. Dr Friedrich Kraus, der Direktor der zweiten medizinisthen Klinik in der Charitee zu Berlin, den an ihn ergangenen Ruf ^ bie ^cr als Nachfolger Nothnagels ftTwreTehnt __ Wie uns aus Halle a. e>. telegraphiert wird, ist Ä?Vrwatdozent für deutsche Sprache und Literatur an der dortigen uSÄ. Dr.phid W « T-rofcifor ernannt worden alt stelle von Prof. >vr. -"noto j” “timÄ Smmacks Leyksttthl on bet Techmschm Hoch- sckmle in Darmstadt übernimmt. bt •x aussall^, öa hi rechtzeitig eingeM estcm nacht wurde in hnn mit einge- -n. Er gab an, do?, i. Hoffnungslos liegt er. tadt beschlossen, /, Million Mark eint emchten und dam teuer zu vernichten, h erkannt, daß w lalvermögens 4 igemäß anfgesamMi bten Amerikas, z. f 2C, ferner in eme? °r ZÄ -uch « W mrg müssm he » r » md W* i d i' , ist auättt^nb Schweinen jährlich Bens 600000 «rf örenbm 950 000 M ’ c.r als Endproduk! fs°° Ln-ulBrctteril>iln!>,'laL"rt, ßötrciii'iliiui Sutat." Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers.__ Simiiicntakr B«l!cn fpnmqfähia, 17 Monat alt, schöner, schwerer Körper, steht zu verkaufen bet Wilhelm Wagner in Atten- Bnseck bei Gießen._______04810 3587] Wohnung von 5 Zimm, mit Badez., Mädchenk., Garten- mit., Trockenb., im 1. Stock, per 1, Okt. zu Perm. 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We angenommen, Heß,er seine Fran alte sich die junge Lerehm zuzulegen, und sonstige Dert- Kerichtslaat- Bückeburg, 21. Juli. Das Landgericht b-st beschlossen, dem tm Ruhsttat-Pvozeß von der «läge.des Memerds] gesprochenen K e l l n e r M e v e r eme En t sch ad t g un S Wr die unschuldig erlittene Untersu chung s ha f t m Hohe de^ vm- ausfickstlich entgangenen Verdienstes zu gewahren. Oldenburg, 21. Juli. Dem Vernehmen nach ist em neuer R u h ft r a t - Pr v z e si wahrschcinlich Die verurteilten Redakteure Bi ermann und Schweyncrt hoben auf ®r.i.w der Zeugenaussagen in Bückeburg ihre Anwälte mit der Einleitung des Wiederaufnahmeverfahrens b.un Land gericht beauftragt. ,, —- eSanbwitf^aft )( Frankenberg, 21. Juli. Nachdem heute vor vierzehn Sagen I)fer das «BerbanbSfeft bet SeucrroeOren für den Reg.- Bezirk Kassel abgehalten wurde, begann heute hier ba§ grotzc landwirtschaftliche Fest, welches mit. der ^. Generalversammlung der Landstnrtschafts'kammer für Kürhessen verbunden ist. An der Generalversammlung nahmen auch Regier | 6* Zimmer \ Schöne 6 Zinimerwohiimig ver- setzimgshalbcr per 1. Oktober zu vermieten. ]04767 ___________Walltorstraße 71 p. 3671] Tllicestraße 26 ist der 3. Stock, 6 Zimmer mit Zubehör, zum 1. Oktober an ruhige Familie zu verniieten._______ Sftanlage, Ke WieseO. schöne 6° Zimmerwohnung mit adern Zubehör und Bleichplatz alsbald zu verniieten. 04742 Die seither von Herrn Justizrat Baist innegehabte W©&mssssg 6 Zimmer mit allem Zubehör ist per 1. Oktober zu vermieten. Emil Kalbfleisch, Reftauratenr __________Ostanlage 9.e617 j 5 Zimmer | Frankfurter Straße 24, I, wegzugshalber steraimiige Wohnung: 8 Zimmer, Bad, Mädchenzimmer, Kamnier, große Loggia, Neuzeit entsprechend eingerichtet, mit großem Garten und Hof sofort zu vermieten.3480 Der zweite Stock, 8 Zimmer u. Zubehör, Älicestraße 12, ist neu Hergerichtet sofort zu vermieten, event. mit Stallung. 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