r. S72 Fünftes Blatt. 155. Jahrgang Samstag 18. November 1905 Erscheint tlglid) mit Ausnahme deS SorrntagS. Die ..Siehrner ^aniNenblätter" werden dem ,An»e'ger n'ermal wöchentlich beigclegl. Der £anöötrr erldjeuu monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lcb« UmDcrffldtSbrucfereL R. Lange. Greben. Redaktion, Expedition u. Druckerei Schulltt.V. Tel. Nr. ÖL Telegr.-Ädr. r Anzeiger Gietzea. General-Anzeiger, Hmts= und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen. raren-GeschUt. Die neue Wurinevorlaqe. SS3 "htsfest •Paletots , Amnilw hopetveis öiotrftn Salti 18, Dcrbamplli: ler * Kotjler. Iicelmtr 4, W »Inen, ttjlmab, slkiichhack-, Rdb« Sfigt nnb 59d}t(b Ilten, Bt|en nnb Itobr, BafPabcH nrooren * KurjB Waflen und Ulu Ter Bundesrat nahm am 16. b. M. die Marinevorlage für 1906 an. Tie Vorlage zerfällt in ^wei Teile, in die " ie Denkschrift Gießener Thealerverein. Klein Dorrit, Luüspiel in 3 Akten von Franz v. Schönthan. Unsere Theatersaison zeitigt, ohne Absicht wohl, auffällige Parallelen. Dem Wiener Auern heim er folgte bald der Wnener Beer-Hofmann und gestern kam der Wiener ■ftmnz v. Schönthan zu Worte. Beer-Hofmann holte seine Mregungen ait§ Enaland, von Shakespeare und Mcassinger, Schönthan schöpfte auS dem üppig spru- bclmben und doch so wenig benutzten Lustquell des unsterblichen Dickens', des erfindungsreichsten und phantasieoollsten biiitischen Nomandichters. — Bor 50 Jahren erschien Dickens' qrc'ßer sozialer Noman .Klein 5)orrit*. Ten Gegensatz zwischen ernster Pfiicht und lächerlichen Scheinpflichten, zwischen ehrlicher Arbeit und oberflächlicher Wichtigtuerei. zwischen ein- factier Tüchtigkeit und glänzender Hohlheit brachte der große englische Humorist in charakteristischen Gestalten und zum ienl meisterhaften Situationen zur Erscheinung. Aber kickens selber schon gelang e§ kaum, die gefti'.schaftlich weit auseinander liegenden Gruppen glücklich mit einander zu ver- Inüpsen, und die Heldin und ihr Liebhaber Mr. Arthur Ulennam sind von einer seltsamen Unwirklichkeit und Schemen- Kantigkeit. Dafür fehlt cs indes nirgends an humorvollen Episoden und ergötzlichen Figuren, die Szenen im MarS- Mseagefängnis gehören zum Packendsten und Lesenswertesten, ma8 Dickens geschrieben hat. Eine alte ästhetische Erfahrung behauptet nun mit Reicht, daß Roman und Drama völlig verschiedenen Gesetzen •unterliegen und daß infolgedessen ein erzählerisch gedachtes 3crf auf der Bühne nie wahres Leben gewinnen kann. Unbekümmert um diese wohlbegründete Anschauung ist das Tie ersten beiden Akte klammern sich wenigstens noch in Aeußerlichkeiten aufs engste an das Tickenssche Vorbild, der dritte Akt aber ist leider ganz Schönthansche schlechte Er- sindung. Mährend der urqroßväterliche Märchenzauber des Originals hier ganz und gar verschwindet, geht es Klein Dorrit genau so wie einer verwunschenen Märchenprinzessin. Em königlicher Prinz ist die gute Fee, und der edelste aller Briten vereint sich mit dem naivsten aller Gefängniskindet zum Lebensbunde. Daß Herr v. Schönthan die Schwanktechnik beherrscht wie wenige gleich niedrig Strebende, daß er zu scherzen versteht mit dem Ernstesten, das haben wir alle gewußt schon sei? dem Erscheinen seines „Raubs der Sabinennnen", da heißt sseit zwanzig Jahren. Darum hat es dieses neuen, schwächeren Beweises wahrlich nicht bedurfte Wenn ein großer Erfolg deS gestrigen Abends trotzdem sesizustellen ist, so ist dieser allein der meisterlichen Darstellung zuzuschreiben. Und zwar ist diese wieder einmal Frankfurt zu danken. Bon dort waren Herr Arthur Bauer und Frl. Poldi Sangora zu uns gekommen, um die beiden rührendsten Personen des Romans, die zugleich die einzigen wirk- {amen Figuren der Dramatisierung sind, zu neuem Leben zu erwecken. Und allein durch dieses ausgezeichneten Frankfurter Paares große Kunst ist die gestrige Aufführung von »Klein Dorrit" in unserem doch wohl in erster Linie der Hebung unb Förberung beS Kunstgeschmackes bienenden Theaterverem genügend gerechtfertigt. Eine der köstlichsten humoristischen Bühnengestalten, die wir hier je gesehen haben, war Herrn Bauers Papa Dorrit. Er zeichnete den Vater von Marshallsea etwa mit den unnachahmlich lebenstreuen Farben und mit der unter Tränen, des Mitgefühls lächelnden Treuherzigkeit, mit der der alte- Wiener Karl Spitzweg seine lieben alten wunderlichen Heiligen, zu zeichnen pflegte. Es war ein Porträt von unübertroffener; Liebenswürdigkeit und zartester Diskretion der Empfindung,^ eine Gestalt wie aus einem alten Geschichtenbuche zur Zeit unserer Großväter, eine Gestalt komponiert aus einer scheinbar unmöglich vereinbaren Dreieinigkeit: Realismus, Phantasie unb Humor. Wie eine Dichtersigur Jean Pauls wirkte sein Dorrit lustig unb wehmütig, spießbürgerlich unb idyllisch: zugleich, als ein Bühnenbild, das sich dem Gedächtnis un-' vergeßlich einprägt. Wie er in feinem wunderlichen grauem Frack und Vatermörder mit dürftigem Greisenhaar, einen neckischen Zug um den Mund und halb weltunkundig, halb verschmitzt mit leichter Geneigtheit zur Minder- begabtheit um sich zwinkerte, bald behäbig würdevoll, bald mit wohlwollender Gönnermiene, fadenscheinig und von der Schule des Lebens gedemütigt, aber doch mehr noch vom Bettelstolz gebläht und die Allüren des einstigen Schwerenöters und Mannes der besseren Vergangenheit nie vergessend, — immer mußte man ihn liebhaben. So drollig die Wunderlichkeiten dieses herzensguten Greises auch sind. kunft Bismarcks unb Jules Favres unter ben Mauern von Paris, in der die beiben Staatsmänner barüber bebat- tierten, ob Paris bombardiert werben solle ober nicht, soll Moltke sich in eine Ecke zurückgezogen unb unverwanbt — „Klein Torrit" gelesen Heden — — ? — So ging denn Herr v. Schönthan frisch-fröhlich an bie Dramatisierung des Dickens^chen Romans, unb unter seiner flinken Theaterschneiberschere warb flugs aus einem kostbaren, eine Unzahl malerischer Falten von würdig steifem Rhythmus werfenden Staatskleide ein recht lächerliches Wachspuppen-G.flitter zur Augenrveide für „kunstlübende" Panoptikum-Enthusiasten. Mit kecker Unternehmungslust nahm er aus der überreichen Fülle Tickensscher Gestalten eine Handvoll ziemli y wahllos heraus und schnitzelte an ihnen so lange herum, bis sie in seinen Wachsf.guren- kasten paßten. Namentlich aber bemühte er sich mit großem Erfolge, ihnen die Seele zu nehmen unb ihre frischen seelenvollen Gesichter mit Schmi.lke und Puder so lange zu bearbeiten, bis sie ihren Vorbildern so ähnlich sahen ttr.e gerupfte Gänse jungen Schwänen. Wie in den meisten seiner Schwänke, schwankt auch hier Herr v. Schönthan zwischen Heiterkeit und Rührung. Tie ergreifenden und stimmungsvollen Reize des Dickens- schen Äuches haben Platz gemacht hohler Sentimentalität und niedriger Possenlustbarkeit. Wie in Beer-Hofmanns „Graf von Charolais" sind die Schulden eines alten Herrn bas Hauptmotiv bes Dickens- scheu Romans und des Schönthanschen Stückes, wie in Sudermanns „Stein unter Steinen" steht em Gefangener im Mittelpunkt der Ereignisse. Der gute alte Torrit sitzt seit einer langen Reihe von Jahren un Londoner Schuldgefängnis. In vollen Zfi gen unb wehmutvollem Stolze genießt ber wunderliche weltfremde Kauz, im Roman eine ungemein rührende, außerordentlich liebenswerte Figur, die kargen Vorzüge eines Toyens der Häftlinge im fledermausig fidelen Gefängnis, bis er — lei Schönthan — in den Besitz riesiger Reichtümer kommt. Die Befreiung hat er feiner un Gefängnis geborenen Tochter Amy, Klein Torrit genannt, zu verdanken. Bei Tickens ist sie eins der zartesten und duftigsten Gebilde der engli' en Nomanliteratur, bei Schon- lchan ein Gemisch aus Unnatur und Zucker: ein Kilo Birch-Pfeifferscher, Grille", 500 Gramm rührseliger Kfti.'kin- dersrubenmoral, 300 Gramm al.fränkffcher Hausmutterchen- art, 100 Gramm Heilsarmeenschwärmertums, 50 Gr. Antt- alkobolistik, übergossen von ein paar Strahlen schimmernden Mondscheins. Während ihr Bruder Tip als Leichtftiß tolle Sprünge macht und ihre Schwester auf den Brettern, b_ie die Welt bedeuten sollten, leichtfüßig als Balleteuse yupst, bezaubert ihr Liebreiz einen wohlsituierten, gesetzten, bei Schönthan zum Krösus geworbenen Lonboner jugendlichen Herrn. Daß dessen Eltern die Urheber des Dorntschen Familienunglücks sind, wird von Schönthan nicht einmal angebeutet. Bei Tickens ist Clennams erster Gefangnisbesuch so hübsch als einfach motiviert, bei Schönthan erscheint er bort als Gast unter höchst roman* tjaften, ungläubigen und ungeschickt er, und en en Umständen. in, @it|i Aas Slsöl Mi- AallS. Gießen, den 18. November. "Personalien. S. K. H. der Großherzog haben' der am 2. November durch die Stadtverordneten-Verfamm- hing zu Alzey vollzogenen Wiederwahl des Dr. Heinrich Sutor zum Bürgermeister der genannten Kreisstadt die Bestätigung erteilt. S. K. H. der Großherzog haben den Amts-« richter bei dem Amtsgericht Reinheim Hans Küchler zum Amtsrichter bei dem AmtSaericht Offenbach und den Gerichts-- eitees Sammel । Velvet leider ieti1 otfacK n.er ^ngjähri^n ba£rer.Ah,.fige zu liefern. wähnten Artikeln batt. „Dcherendrama" immer noch eine Stütze für manche Theater- umernehmungen und für Nachschrrftsteller vom Range Lchönthans. Tie Birch-Pfeifferschen üblen Dramatisierungen alter verstaubter englischer und französischer Ronnane erwecken heute noch bei alten Tanten und solchen, bie* es werden wollen. Gelassen, ebenso wie die greuligen ^üihnenbearbeitungen Ohn et scher u. a. Romane. Angesichts so unausrottbaren schlechten Geschmacks, so sagte sich Herr v. Schönthan in seiner trüben Stoffarmut, die er ja mit weit besseren Wienern von heute teilt, müßte doey wohl ein guter alter Roman des großen Tickens iiuli der Bühne Beifall finden, ein Roman, der in seinen zahllosen Kapiteln doch manche hübsche Spur dramatischen U'Äens besitzt, obendrein, wenn er in eine interessante Zeit, fttora in die Zeit Napoleons I.. verlegt wird und so den Herren unib Tomen der Bühne aparte altmodische Kostüme liefert. Er- lecgte er doch einst in aller Welt erhebliches Auflehen, und krzzählt man sich doch von ihm die Anekdote, daß er in btrn gewaltigen welthiftorrfcycn Drama des Jahres 18 <0 em Röllchen gespielt haben solt. Während der Zusammenweiter angebahnt wurde durch eine Zusammenkunft des Herzogs mit Kaiser Wilhelm II am 29. September 1888 zu Mainau in Baden. Tie schweren Erkrankungen des Königs Wilhelm HI. von den Niederlanden unb Groß- Herzogs von Luxemburg im Jahre 1889 und 1890 riefen den entthronten"Herzog von Nassau zur stellvertretenden Regentschaft nach Lux"»"b: rg. Als im November 1890 König Wilhelm III. von ben Niederlanden starb, folgte ihm nach bem in Holland gültigen salischen Gesetz ftine Tochter Wilhelmine als Königin unter der Vormundschaft ihrer Mutter. Auf den Thron von Luxemburg wurde kraft der Bestimmun- gen des Wiener Kongresses, nach denen mit Aussterben der attonischen Linie der Walranischen Linie die Erbfolge in Luxemburg zustand, der ehemalige Herzog Adolf von Nassau als Großherzog berufen. Dem betagten Fürsten, dem wohl an irdischen Schätzen nichts fehlte — galt er doch neben dem depossidiertm Kurfürsten von Hessen als der reichste Fürst TeutschlandS — mag diese späte Berufung zu abermaliger Regentschaft äußerst wohltuend gewesen sein. Sein Nassauer Land hat er aber auch in ber Feme nicht vergessen, wie dies seine alljährlichen Gnadenerweisungen und Ordensverleihungen an ehemalige Untertanen bezeugten. Doch hat er feine früheren Schlösser, wie das entzückende, neuerdings leider arg verwahrloste zu Weilburg an der Labn, außer Königstein im Taunus, nach 1866 nie mehr betreten. Großherzog von Luxemburg ist jetzt ber bisherige Erb- vrinz Wilhelm, geboten am 22. April 1852 ein nicht ionderlich beliebter Herr, der seinem Pater in vieler Hinsicht ähnlich sein soll. Er ist seit 1883 vermählt mit der portugiesischen Infantin Maria Anna, geboren 1861, und dieser Ehe sind biS jetzt sechs Töchter entsprossen, nämlich die Prinzessinnen Marie, Charlotte, H'lda, Antonia, Elisabeth und Sophie. Tie Erbfolge der Töchter ist früher mehrfach angezweiselt worden, und man hat sogar schon einen Erbfolgekrieg voraussehen wollen, aber nach dem nassau-oramschen Hausgesetz von 1783, das von der Wiener Kongreß-Akte und von allen späteren Verträgen anerkannt wurde, ist etz unzweifelhaft, daß das salische Gesetz in Luxemburg nicht gilt, daß also in Ermangelung eines Sohnes auch die Töchter erbfolgeberechtigt sind. NovellezumFlottenge, . . . zum Marineetat für 1906. Der einzige Paragraph der Novelle lautet: Ter in Paragraph 1 d"s Gest es betreffend die deutsche Flotte vorn 14. Juni 1900 festgesetzte Schif fsbest a n o wird vermehrt: 1. bei der Auslandsflotte um fünf große Kreuzer, 2. bei der Mate- Irialreserve um einen großen Kreuzer. Tie anschließende Begründung verweist auf die schon früher a"stellte Mel^forb^run der Rw'ernng für fv Oll von Yass.'U, ÄioßScrzol, von juztmßurg f. Der älteste europäische Fürst, der frühere Herzog von Dlaffau und seitherige Großherzog von 2nrcmburg, ist, wie em gestriges Telegramm meldete, am Freitag vormittag 11 Uhr auf seinem romantisch gelegenen oberbayr. Schloß • Hohenburg bei Tölz an der Isar gestorben. Was selten einem Irdischen zu teil wird, war dem Verglichenen belieben; er hat sein Leben auf 88 Jahre gebracht unb eine große Spanne Zeitgeschichte gesehen. Adolf Wrihelm Karl Friedrich von Naffau wurde am 24. Fuli 1817 auf dem Schlöffe Biebrich am Rhein als Sohn des Herzogs Wilhelm geboren. Mit 22 Jahren über- nahm er 1839 nach dem plötzlichen Hinscheiden seines Vaters die Regierung. Der Verstorbene war zweimal verheiratet, ersten Riale mit einer russischen Prinzess'ber Tochter öc« Großfürsten Michael, bie er nach kaum einjähriger Ehe verlor, zum zweiten Male mit Adelheib, einer Prinzessin von Archalt-Teffau. Als Herzog von Naffau war ber Verstorbene jebem politischen Fortschritte in seinem Lande abhold. Tatsächliche Mißstände in der Verwaltung führten zu ernst en Lio lköbewegungen im Jahre 1849, die durch verständige Mußpahmen der leitenden Kreise bald beschwichtigt wurden. Tr»tzdem verfolgte die Regierung des Naffauer Landes nach dieser Zeit eine Politik, die auf kirchlichem und politischem Gebiete stets zur Reaktion neigte. Sem Preußenhaß war in weitesten Kreisen bekannt, und wurde selbst von Naffauern bespöttelt. So erzählt man sich, daß er fin"t den von ihm sehr geschätzten bekannten Parlamentarier Juüizrat Braun-Wiesbaden in seiner weltfremden Art ge- fraqt habe, was denn eigentlich „National- 6f»n omie* sei, ein Wort, daS er gor so viel in Zeitungen lese. Nachdem der Gefragte ihn auszuklären versucht hatte, soll tt cm Tone höchster Beruhigung erwidert haben: „So so, ich dachte, daS sei auch so eine preußische Erfindung!* Dieser grimmige Preußengroll und bie enge Liierung llnit Oesterreich brachten bem Herzog von Naffau 1866 den Lei lust seines Thrones. Ter Vertrag vom 22. September 1867 ;mil Preußen gewährleistete bem depossedierten Fürsten neben " idrr Zusprechung wertvoller und schöner Schlöffer, wie Nulbrich, Weilburg, Königstein im TaunuS, eine namhafte WmbungSfnmme. Nach seiner Entthronung begab sich ber Üci.zog auf Reisen nach Paris, der Schweiz unb nach Wien, uni' dann dauernd) seinen Winteraufenthalt in Frankfurt am Main, seine Sommerresidenz in Königstein im Taunus zu nehmen. Turch die Verheiratung feiner Tochter, der nassauischen Prinzessin Hilde, mit bem Vetter bes Kaisers, bem Erbprinzen Friebrich von Baden, fand eine Annäherung b:§ lichajlsauischen Hauses mit den, preußischen Hofe statt, bie Auslandsschifse. Tie bamaligen Gründe bleiben bestehen. Als weiterer Grund tritt bie Notwendigkeit hinzu, im Kriegv außerhalb des Rahmens der Schlachtflotte wenigstens noch ein G'schwader leistungsfähiger Panzerkreuzer zur Verfügung zu haben. Jährlich soll ein Krruzer angefordert werden. Die Kosten pro Kreuzer betragen ettoa 27 Millionen Mark. Tie Gesamtkosten von 165 Millionen verteilen sich aur die Jahre 1906 bis 1915. Der Mehrbedarf an Pers onal, den die Novelle fordert^ beträgt 126 Seeoffiziere, 40 Marine-Ingenieure, 16 Sanitätsoffiziere, 8 Zahlmeister, 5643 Unteroffiziere und Mannschaften Die durch die Vermehrung des Cchifssbestandes herbeigeführte Steigerung der fortdauernden Ausgaben wird auf etwa 20 Millionen geschätzt. Tie anschließende Denkschrift zum Marineetat für 1906 erläutert a) bie großen Etatsforderungen, welche durch das Flottengesetz überhauvt nicht geregelt l'inb (Torpedoboote, Unterseeboote), b) Forderungen, welche im Prinzip zwar b"rch das Flottengesetz geregelt sind (Zahl der Schiffe, Grundsätze für die Personalberechnung), ihre Gestaltung! aber erst durch den Jahresetat finden (Preis der Schiffe, Größe und Personalvermehrung). Aus dem Etat für 1906 ist hervorzuheben: die bisher vorgesehenen 16 Torpedoboots-Tivisionen sollen, auf 2 4 vermehrt werden. Daher werden jäh-rlich nicht 1, sondern 2 Tivisionen gefordert. Für die Erprobung der Unterseeboote werde.-. 5 Millionen jährlich angesetzt. Die Größen abmessun gen der Schiffe und der Torpedoboote müssen nach dm Erfahrungen des japuuischen Krieges gesteigert werden. Es entstehen daher für die Schiffe Mehrkosten gegen bie früheren Anschläge. Ein Linienschiff kostet 30 Millionen, ftüher 25 Mill. Der auf Grunb bes Flottengesetzes und der Novelle auf- gestellte Schiffsbauplan sieht an Neubauten für 1906—1912 jährlich 3 große Schiffe, 2 kleine Kreuzer, 32 Torpedo-, boots-Divisioncn, für 1913—1917 nur 2 große Schiffe und bas übrige vor. Die burt int: arbeiten, (70 cbm), unb 1190ä, »•'* in gezeichnet. Märkte. die als bei den sonst zu- einc Anzahl geschlachtete auch diese fanden willige (M. T.) Im Ha u p t b a h n ho f e einem Fahrkartenschalter Inhalt gestohlen. sie seien eingeschlafen gewesen. Frankfurt, 17. Nov. Schon vor Jahren ist man .hier zu der Erkenntnis gekommen, daß der jetzige Oft- dahnhof den gesteigerten Verkchrsverhültnrsscn nicht mehr genügte, und es waren Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Eisenbahufiskus angcknüpft worden, welche Tic grauenvollen Berichte and Rußland sprechen leider eine sa beredte Sprache, daß es kaum vieler Worte bedarf, um an die CpfcriDillinfeit der gesamten gebildeten Menschheit zu appellieren. Trotze geilräije fiab bereits ein«r,an,ev. «brr writ ertzebllchere ffliltei nässen noch an gebrecht werben, wenn bn, tzerrschenbr Tle-b mr ri*itrrat|ti gtlin^fri werben soll, wir bitten beobold nm weitere nnb reichliche tebri. Jeder der Unterzeichneten ift bereit, Gaden gegen Quittung Empfang zu nehmen. Preise stellten sich etwas günstiger ^getriebenen Kälbern. Auch kamen Kälber aus Holland auf den Markt; Abnehmer. Frank furt a. M., 17.Nov. ivurde in vergangener Nacht aus Aufvuf ;u der fnmilirn irr ermordeten nnb berEn rnffifdjrn Juden. in den Hain, in die Nähe des Gymnasiums, 31t stehen. Mainz, 17. Nov. Schulrat Karl Brilmaycr, der frühere Kreisschulinspektor von Mainz, erlitt vorgestern abend einen Schlaganfall, an dessen Folgen er gestern morgen starb Der Verstorbene war 1843 in Bingen geboren und 1869 zum Priester geweiht worden. 1883 wurde er zum Kreis- Schulinspektor ernannt. — Zum Umbau des Mainzer Stadttheaters hat ein Mitglied der Theaterdeputation den Antrag gestellt, die Mittel au? der Kapp'schcn Erbschaft zu verwenden. Die Theaterdeputation hat diesen Antrag ab- gclehnt, da die Mittel der Kapp'schen Erbschaft für gemein- nützige Zwecke bestimmt sind. — Um der Flcischteuerung zu steuern, sind gestern auf dem Viehmarkt zum ersten Male 60 Kälber auS dem Allgäu eingetroffen; fr: die Erbauung eines neuen Bahnhofes zum Gegenstand hatten. Sie verliefen indessen damals ergebnislos, und erst jetzt ist zwischen Stadt und Fiskus eine bereits von der Stadtverordnetenversammlung sanktionierte vorläufige Vereinbarung zustande gekommen, derzufolge die Stadt das für den Bahnbau benötigte Gelände hergibt, um dafür anderes, dem Fiskus gehöriges Gelände einzutauschcn. 2.er Bahnhof selbst wird weiter nach Osten hinausgerückt, indessen, wie man sagen muß, nicht weit genug, sodaß der gleiche Fehler wie bei der Wahl des Platzes für den^etzrgen Hauptbahnhof gemacht wird, der ein bedeutendes ^.erram, das für die Ausdehnung der Stadt nach Westen hin hatte in Frage kommen können, de" Bebauung mit Häusern entzogen hat. — Tie „alte Börse" am Paulsplatz ist jetzt von der Stadt für 725 000 Mark an gekauft worden und wird wahrscheinlich für städtische Verwaltungszwecke eingerichtet werden. Zurzeit örin t sie an Miete 34,000 Mark ein. — Tie Stadt will die ihr gehörende mit Dampf betriebene Vorortsbahn na-ch Eschersheim in eine elektrisch betriebene umwandeln, hat fier jedoch mit der Gemeindeverwaltung unseres Vorortes über die Frage der Fahrpreise nicht einigen können, sodaß die Verhandlungen vorläufig als gescheitert anzusehen sind. ;cine Kassette mit 2 200 Mark _ £)ic beiden Beamten, die im Schalterraum waren, behaupten, asiesior Karl Wendel aus Groß-Gerau zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Neinheim ernannt. •• Erledigte Lehrer st eile. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge meindc- schule zu Veienheim, KreiS Friedberg. Mit der stelle -ist Organistendienst verbunden. ** Ter Vortrag über den „Städtebau, ein Gemeingut der Bürgerschaft, welchen Geheimer Oberbaurat H 0 f m a n n au 5 Darmstadt im vor Winter dort hielt, hatuicht bloß beiden hesf. Architekten und Ingenieuren, sondern auch in weiten ftreVc” des Publikums das lebhafteste Interesse gefunden. Tie warmherzige, ungezwungene, echt künstlerische Auffassung, zugleich die pietätvolle Würdigung, welche Herr Hofmann, ein Reformator bet hessischen Bau- kunst, dem Städtebau entgegenbringt, dazu der packende Vortrag, hat auf die Zuhörer wahrhaft begeisternd gewirkt. Auf lebhaftes Bitten hat si h nun der Künstler bereit finden lassen, über das gleiche Thema auch in der Provinz -ber- hessen zu sprechen, und zwar am 9. c $em b et, abenbS «Uhr zuBad-N-uhcim Tas Nähere ist aus der Anzeige des Vortrags-Vereins Bab-Nauheim (im Anzeigenteil bieses Blattes) ersichtlich. m Laubach, 17. Nov. Vor einer zahlreichen Versammlung erfolgte heute vormittag im Zeichensaale de§ Gymnasiums die feierliche Einführung des neuen Gym- nasialdirektors Professors Dr. Baur durch Geh. Ober- schulrat Nodnagel. Dieser legte in längerer Ansprache die Pflichten eines Direktors dar; Oberlehrer Prof. Dr. Wetzel l hieß den neuen Vorgesetzten im Namen des Lehrerkollegiums willkommen. In längerer Rede sprach Direktor Professor Dr. Baur über die religiöse, sittliche und vaterländische Erziehung der Jugend. Gesänge dec Schüler eröffneten und schlossen die Feier.--Gynmasialdirektor Dr. Bauer ist als Sohn des verstorbenen Stadtpfarrers B. in Friedberg 1861 geboren, studierte in Gießen und wirkte längere Zeit an den Gymnasien in Büdingen, Gießen und Darmstadt als Ober- lehrer und ist, wie er selbst in feiner Rede anführte, mit den Sitten und Gebräuchen Oberheffens wohlbekannt. — Ter Gemeind erat beschloß in einer Sitzung am letzten Montag den Bau einer städtischen Turnhalle nach einem vorgelegten Plane im Preise von 18 000 Mk. Ohne Vorhalle 'wird der Bau 16 Meter lang, 14 Meter tief; derselbe kommt so geht doch au5 ihm auf feine ganze Umgebung eine bieder- malerisch poetische Traulichkeit über. In seinem Gefängnis- stübchen sitzt er physisch und psychisch eingewoben wie in ein Spinnennetz. Und doch ist diese ganze philiströse Behaglichkeit und gemütliche Komik, die so taufrisch au5 feinen Hellen munteren Augen lacht, von weicher, geradezu üppiger, schmelzender Farbigkeit. Die drastische Mimik seine? Parvenüs im 3. Akte wird uns auch nicht aus dem Gedächtnis schwinden. Von größter darstellerischer Feinheit und zu- gleich erschütternd war er im tragischen Wendemoment. Herrn Bauer als Dorrit zu schauen war ein exquisiter Genuß, ein Genuß für Amateure, ein ganz seltener Leckerbissen für Liikulle der darstellerischen Kunst. Schwieriger und weniger dankbar, aber auch von starker Wirkung ist die Gestaltung von Klein Dorrit. Frl. San- gora hat von feinglieberndem Dühneninstinkt und bestrickender Alimut alles, was die Proteusrolle verlangt, und hatte ebenfalls einen sehr großen Erfolg. Klein Dorrit besitzt zwar im Roman uo h einiges mehr an Gefühlswärme und an blasserer, dem Einsiedlerleben mehr entsprechender Zartheit. Ganz reizend aber war sie doch, wenn man ihre etwas munterere, resolutere, herzhaftere Auffassung als die rechte anerkennt namentlich bei ihren Strafpredigten, in ben Szenen neckischen llebermuts und mehr noch in den kurzen Augenblicken träumerischer Schwärmerei. Ton und Stimmung trifft sie in Momenten der Sehnsucht wie der freudvoll-lieben Erinnerung mit wunderbarer inniger Echtheit. Von unseren heimischen Darstellern ist nichts Besonderes zu berichten, da sie fast ausnahmslos keine nennennswerten Rollen hatten. Die Herren Lüttjohann und Goll waren die besten unter ihnen, beide in Ton und Haltung sympathisch und nicht ganz ohne Noblesse. Frau Bavr- ffammer dagegen mackste aus der rassigen Jndierm eine furiöse Indianerin. TaS Unnahbare, daS die Dame von ungezähltem Milliouenreichtum, in deren Adern doch nur von den Eltern her Sklavenblut fließt, die selber aber doch längst in der vornehmen Welt Londons heimisch ist, der Pauvertö eutgegeuträgt, ersetzte sie durch formlose Brutalität. Zugegeben sei, daß die rechte Mittellinie zwischen Herrentum und Sklaventum, die hier zur Schau kommen soll, nicht ganz leicht zu treffen ist. Ganz und gar versagte Herr Steinmann. Er sollte einen kgl. Prinzen bar* stellen und gab einen kgl. Lakaien. P. D- — lieber Schausp' elerschrullen plaudert der Pariser Journalist und Dükmeuschriftsteller Ernst Blum folgendes aus: Ter Schauspieler BouffS benahm sich auch tm Privatleben komödiantenhaft. Wenn er am Abend euf_ der Bühne einen Greis barzustcllcn hatte, traf man ibn am Tage auf den Kandel und KerKelir. ^oL'isunrtftfiaft. Hamburg, 17. Nov. lieber eine hier neugearünbete Reederei wird mitgeteilt, ba& ihre Flötte, bie zunächst aus zehn Frachtbampfern von 4000 bis 8000 gönnen bestehen soll, jebes Jahr um nettere drei Dampfer vermehrt werben soll. Diese Schiffe sollen jeber dem Schutzverband angehorenben Rcc- berct, wenn sie von außen angegriffen wird, für ben Konkurrenzkampf zu Bedingungen zur Verfügung gestellt werden, welche einer kostenfreien Ueberlafsung gleichlommcn. Solange und soweit diese Schiffe durch biefe ihre vornehmste Aufgabe nicht nt Anspruch genommen sind, werben sie in der allgemeinen pwacht- fahrt beschäftigt, womit man einem in Hamburg bereits leit langem empfundenen Bedürfnis entgegenkommen will. A.a5 für die neue Reederei erforderliche Kapital ift bereits vollständig Die Bildung von Lokalkomitees in allen Städte« ,st erwünscht. Zum Zwecke sicherer und gerechter Verteilunq d« Liebesgaben, auch an die geschädigte nichtiudische Bcvolkeu hat sich das Hilfskomitee mit zuverlässigen Persönlichkeiten * Instituten in Verbindung gesetzt. Majestät Frankfurt a. M., 17. Nov. Im Resibcn ztheater Helten gestern obenb die Schlier feer ihren Gmjug mH her Laube rwurzel von Hartl-Mhl'us. Das <-tuck ist nicht besser und nickst schlechter als viele freier Dorfkomodien. Ge- spielt wurde in der altbekannten Manier, b. b. vorzüglich. Tero- s a 1 als „Lenz" gewann wieder alle Herren und hatte stets btc Lacher auf seiner Seite. Marie Ehrhardt als Bauerm Willi Tirnberger als Bauer füllten ihre Rollen aufs beste aus und auch die übrigen Mitw'rkenben bürrn redlich den alten guten Rus bet bierseer aufs Neue »11 bewahren. Karlsruhe, 17. Nov. Der Direktor des -rmch. General- Lande-archiv-, Geheimrat und Kammerherr Dr. Friedrich »on Weech ist heute im Alter von 68 Jahren sestorbe'fr Weech hat sich durch eine Reihe historischer und biographffcher Werke hervorgetan. Unter anderem erschien von ihn, eine Reche von Arbeiten aus d-r badischen Geschichte sowie eme große Geschichte der Stadt Karlsruhe. Straßen als jungen, gigerlhaft aufgeputzten, frisch rasierten und frisierten Burschen. Sollte er ober einen Iunglmg oder gar einen Jungen spielen, so ging er auf den Boulevards m der Haltung eines lebensmüden Greises, mit gebeugtem Rucken und ich mühsam mit Hilfe eines Stocke? fortbewegend, Rieten. Gr war übrigens nicht der einzige Schauspieler, der das ^tratzen- Publikum in Erstaunen zu setzen liebte. Wenn Ehristian in „M am'zelle Nit 0 uche" seinen famosen Mawr spielte, gmg er fast jeden Abend während einer Pause m Uniform auf die Straße und war ganz glücklich, wenn er von zusalllg vorubergel^n- den Solditen gegrüßt wurde. Eines 9fbcnb5 grüßte ihn em Gemeiner, ein echter Pariser Junge, ganz vonchnfismaßig, blieb bann aber stehen und sagte, nachdem er ihn von oben bis unten betauet batte: „Verzeihung, Herr Ma,°r wenn ,« mich m« irre, sind Sie Herr Christian von den Vanetäs?! _pbnc mit der Wimver zu zucken, erwiderte Christian: ,^agen ^ie in meinem Namen Ihrem Leutnant, daß Sie vier Tage Mittelarrcst haben, weil Sie mich für einen Schauspieler hielten!" Em anderer Künstler. Lassagne, der lange als eine Dühnengröße ersten Ranges galt, svielte eine Frauenrolle in einem „Mam zelle Roie betitelten Stücke. Auch er ging gern ins ein cm K 0 st um _au t die Straße ober in irgend einen Laden und war hocherfreut, wenn die Verkäuferinnen zu ihm sagten: „Noch etwas gefällig, gnädige Frau?" Lassagne war überhaupt cm .Original, bas durch freiwillige, nicht selten aber auch durch unfreiwillige Komik die Zuschauer zum Lachen reizte. Er gehörte zu den besonderen Lieblingen Napoleons HI. Ms der Kaiser emes Abends im Theater war, kam ein .Hofbeamter m Lasiagncs Garderobe und sagte: „Kleiden Sie sich rasch um, ich glaube, dast Maiesrnt Ihnen, ein paar Worte sagen will". In zwei Sekunden hatte Lassagne seine Straßenkleidung angelegt und stand, wie ihm besohlen war, wartend in der Vorhalle, wo der Kaiser vorbeikommen mußte. Napoleon kam, blieb vor Lasiagn- stehen und sagte: Herr Lassagne, Sie haben mich heute wieder sthr zum Luckien gebracht". Lassagne, der so verwirrt war. day er Nickst wußte, WaS er sagen sollte, streckte dem Kaistr fre Hand hm, fre freier lächelnd drückte, und erwiderte treuherzig: „sic mich auch. Die bringende Bitte um gütige Spenden für die fd)rcr heim gesuchten russischen Juden wiederholt das Lokalkomitc« an die Bürgerschaft unserer Stadt. Zum Empfange von Gaben sind bereit: Der Vorstand der israelitischen RcligiottSgemeinde S. Heichelheim, Süd-Anlage 18. Tatz Grotzherzoglichc Provinzialrabbinat Dr. Sander, Landgrafenstraße 8 8"/» und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Frankfurt a. M., November 1905. TaS Hilfskomitee. Charles L. Hattgarten, Miquelstraßc 21, Vorsitzender, Oberluirgeiineister Tr. ?ldickeS, Gniollettstraßc 55, Direktor Dr. S. -ldler, Rechiieigrabenftraße 16, IL, Komnierzicnrat Jean Andrea, Guiolletistraße 64, Fritz Auerbach. Gr. Galliisstraße 18, Stadtrat Jos. Baer, Feldbergstraße 51, InstnS Barni, Obemiainstraße 45 II, Direktor Dr. Bärwald, Schützenstraße 2, Pfarrer F. Battenberg, Jabnftraße 20, Rechtsamoalt Dr. Blau, öoebftraBe 21, Kommerzienrat Cito Braunfels, Gr. Gallusstraße 18, Rabbiner Dr. Breuer, Schützenstraße 14, II., Eduard Cohen, Feuerbachstraße 14. Direktor Theodor Cnrti, Gr. Escheliheimerstraße 37, Plärrer D. Decheut, Niedenau 58, F. Trehfus, Alte stlothhosstraße 8, r . Oberkonsistorialrot Pfarrer v. EhlerS, Bleichstrape 40, LoniS Feist, Zeil 56, Juslizrat Dr. Adolf Fester, Hochstraße 29, Direktor August Fester, Gallusanlage 8, Protestor Dr. May Flesch, Hochstraße 28, Stadtrat Heinrich Flinsch, Mylmsstraße -0, Jnstizrat Dr. Fritz Friedleben, Bockenheimer Anlage 50, Rechtsanwalt Ad. Fuld, Hochstraße 17 Landtagsabgeordneter Carl Fnnck, Holzgraben lo, Jnstizrat Tr. Berthold Geiger, ^chillerstiaße 22, Zahnarzt Emil A. Glogau, Zeil 56, Meier Selig Goldschmidt, Kailerstraße 15, Kommerzienrat Carl Friedrich Henrrch, (Sarluerivcg 60, Bankdirektor Karl Herzberg, Zeil 35, Direktor Z. Hochschild, Junghofftraße 14a, . Lstto Hörth, Tannnsstraße 5, Rabbiner Dr. M. Horovitz, Borneplatz 16, Geh. Jnstizrat Dr. Hnmser, Kl. Hirfchgraben 4^ Sanitätsrat Dr. mcb. Jaffs, Gartnerweg 40, II., Lazarus Klau, Goetstestraße 21, General-Konsul Georg KrebS, Kaiserstraße 18/20, Ernst Ladenburg» Jungbosstraße 14, Direktor Hermann Maier, Kaiierstraße 16, Michael M. Mainz, Börneftraße 52, Hngo Manes, Bockenheimer Landstraße 45, Anton Matti, Sekretär des katholischen Charltas-Verbandü (Frank'nrt a. M.), Seilecktraße 20 . Martin May sen., Darmstädter Landstraße 27, Leovoid Merzbach, Schillerstraße 16, Stadtrat Albert von Metzler, Schaumauckai 61, Prowssor Dr. H. Morf, Klettenbergstrape, 8, Geh. Sanitätsrat Dr. Th. Neuburger, Hochstraße 20, Sam. Neustadt, Neue Mainzerstraße 74 , Landtagsabgeordneter Rudolf Leser, MendelSsohnstraße 56, Moritz N. Oppenheim, Kaiserstraße 81, Benny Lppeuheimer, Neue Man'ier'lvane 63, Kommerzienrat N. Passavant-Gontard, Bockenheimer« landstraße 42, . . __ Lucien Picard, Neue Piainzerstrane 23, Prost Dr L. Pohle, Rektor der Akademie, Oberlmdau 81 Prozessor Dr. theol. Made, Marburg, . Stadtverordneter Tr. Hein-ich Rößler, ^cmlestrape 2o, Dr. med. Elieser Rosenbaum, Hanauer Landstraße 36, ptr, Philipp Schiff, Gärtnerweg 26, ,, Reichstaasabgeordnetcr Wilhelm Schmidt, Gr. Hnschgr. , Henry Seligmann, Gntleusttraße 5, m Rabbiner Dr. Cäsar Selrgmann, Eschenh Anlage 1, III, Leopold Sonnemann, Gr. Echenhemierstraßc 37, Dr. Philipp Stein, Börsenstratze 20, Wilhelm Theodor Stern, Gr. Gallusgape 18, Rechtsanwalt Dr. G. Strobe, Bleidenstraße 6/8, Dr. Karl Sulzbach, Westendstraße 47, F. Thorwart, Westendstraße 44, Geh. RcgierungSrat Bürgermeister Tr. Barrcutrapp, Grüneburgweg 113, Josef Wisloch, Friedberger Anlage 3. Kassierer des Hilfskomitees Herr Sam. Neustadt i. Fa. Gebt, Neustadt, Neue Mamzerstraßc 74 Frankfurt a. M. Die Administration der .Frankfurter Zeitiinq' Gr. Eschenheinierstraße 37, ist ebenfalls bereit Gaben in Empfan, §u nehmen. Gießen, 18. Nov. Marktbericht. Au? heutigem Wochenmarki. kosteten: Butter pr. Pfd. 1.05-1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 8-9 P?g. 2 Stck. 00-00 Psg., Gänseeier 15—OO Ptg., Enteneier 6—7 Pfg., ^aie vr. Stck. 6—8 Pf.,' Käsematte 2Stck. 5—6 Psg. Erblen pr.Liter 21Pig., Linsen pr. Liter32 Pfg., Daubenpr.Paar0,80- 0,90A!k., Hühnerpr.St. 1 00-1,60 9.11 f., Hähne pr. Stuck 0,80—1,80 Dlk., Enten pr. Stuck 1,80—2,20 Alk., (tzänse vr. P?d. 65—70 Psg., CcMenfleifd) pr. P,d. 72-82 Pfg., Kuh- und Rindfleisch vr. Pfund 70-72 Psg., Schwerne- fleisch pr. Pfund 80—90 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70-80 Psg., Hammelfleisch pr. P'mid 50-76 Pfg. Welsche per Psimd -.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—5,50 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 5,00-6,00 Pik., Mtlch per Liter 20 Psg., Aevicl per Pfund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 30-40 Pfg., Birnen per Zentner 8 bi? 10 Mk. Weißkraut 0.07—0.10 Mk. Marktzeit 8—2 Uhr. le. Frankfurt a. M., 17. Nov. Heu- und Stroh- markt. Man notierte: Heu Mk. 3.50 bis Mk. 3.90, eti'ob Mk. 2.50 bis Mk. 2 90. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. Gründer g, 16. Nov. Ter heutige „Kleine Gallus- mar kt" glich seinem Kollegen vom Vorjahre — nach trübseliger, unangenehmer Witterung hatte sich lrocks-nes, helles etter eingestellt und mit ihm die Marktbesucher in großer Zahl- Mit gemischtem Gefühl stehen die Beteiligten dem Ergebnis des Vich- marktes gegenüber — die Muser mit bedenklichem, die Verkäufer mit vergnügtem ob der anhaltenden Teuerung, .iic Prcpe waren so ziemlich die gleichen, wie auf bem CrtobcrmarFt. Von Flcischnot wer nichts zu bemerken, denn der Auttricb blieb hinter dem der Vorgänger des heutigen Niarktes nicht zuruck, er betrug 781 Schweine und 91 Stück Rindvieh Auf dem \n der Stadt abgehaltencn, mit 49 Ständen befetztcn K'ramcr- markte l?errschte bis in die späten NackMittagsstundcn das gewohnte lebheftc Treiben. (Griinb. Anz.)_______________________ Möbelfabrik-Lager Th. Brück gegr. 1858. A eitest es und größtes Geschäft dieser Brauche m Ober- Hessen. 10 Schaufenster, 100 Zimmereinrichtungen. Ecke ^chlon- nahe — Kanzlciberg — Brandplatz gegenüber deni renovierten alten Schl-ß in welchem das Museum des Oberhessischen Geschichtsoerein- sich befindet. 6701 2, ®aMta6e 18 H XL, e'merstraße 37, teW'^tibtuL. n,(f)Äi;n’n fr m,:i "** 6111 9'9« t* «»'"LS ilte5 in allen 613 ' ^leirhstraßc 40, >e 29, e 8, -", :28, W 25, ^'Heimer Anlage j' 'olzgraben 15, illerstlaße 22, atze 15, dch, Gärineriveg 8), e 14a, vj atz 16, diiiraben 4. croeg 40, II., rsiratze 18/20, atze 16, eatze 45, schen Charitas-?tt!c idsuaße 27, l6, mimtiinfni 61, ’trnBf 8, er, öodjftrafet N 74,' S> a\, , oritvak ;outard, M#» ;e 23, ademie, Obetlmbau I der, Steinlesiratze ö nauer Landstraße ö -chmidt, A. Sirschs- J,Gi(fieiif). Anlage V elmerstraße 37, 10 ,ll'u?qaße 18, ibenltrflBC 6/8, 47, ler Tr. »ane- e 3. -am. 91eiNl ’• N a. M rankiurter E ; bereit Gaben m S- «1t bes s'"» “TLz Die beste Quelle 14-- ualhäM Zeit, Geld und Mühe Bpart man, wenn die Wleohe mit Müller’s Palmitin ■ Seifenpulver behandelt wird. 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Goethe sagt da: Weihnachten t) Papierkörben Wäschepuffs Markttaschen Marktkörben Kinderkörbeii Puppenwagen Sportwagen Kinderstühlen Sesseln Leiterwagen empfehle mein große? Lager in Kinderwagen JB1 innen tischen Kl umenst ändern Notenständern Arbeitskörben und -Ständern Re Arten Küchen- u. Haushaltungsartikel in nur guter Qualität zu billigen Preisen. 5931 Mr. ß Carl Müller Mr. g früher KohSermann. „Durch eine unglückliche Diät verdarb ich mir die Kräfte der Verdauung; „bas schwere Merseburger vier verdüsterte mein Gehirn, der Kaffee, der „mir eine ganz eigne triste Stimmung gab, besonders mit Milch „nach Tische genossen, paralysierte meine Eingeweide und „schien ihre Funktionen völlig aufzuh^ben, so daß ich deshalb „große Beängstigung.n empfand, ohne jedoch den Entschluß zu einer „vernünftigeren Lebensart fassen zu können." Die moderne Wissenschaft hat nun den Bohnenkaffee, in vollster Uebereinstimmung mit Goethe und in schärfstem Gegensätze zur landläufigen ZHcinung, speziell als einen gefährlichen Störer der normalen Verdauung festgestellt und nachgewiesen. Wir können also auch hier von Goethes Lebensweisheit lernen, wollen ihn aber selbst in diesem Lalle nur insoweit zum warnenden Beispiele nehmen, als wir allerdings „den Entschluß zu einer vernünftigeren Lebensart fassen." Gine solche vernünftigere Lebensart ist es, anstatt des bedenklichen Bohnenkaffees Kathreiners Walzkaffec zu trinken, der weder unsere Verdauung stört, noch Herz und Nerven angreift, sondern nach dem Urteile der ersten Autoritäten ein durchaus gesundes und angenehmes Getränk abgibt, das überdies noch den würzig-charakteristischen Kaffee- Geschmack besitzt, der ihm durch ein eigenartiges patentiertes Verfahren mitgeteilt wird. Die hiesige Aklldemische Ortsgruppe des Emgel. Buudes lullt am Montag dem 20. Nob., abends 8'/, Uhr im unteren -.aale des (£nfe Ebel ihre erste Versammlung im Wintersemester 1805/6 ab. ES ist ihr gelungen, den hier durch seine Vorträge be- rrits bestbelannten, hochverdienten Erforscher der hessischen Geschichte, Herrn Piarrer D. Dr. lic. Diehl aus Hirschhorn am Neckar ais Redner für diesen Abend zu gewinnen und zwar ivird er über dr.s Thema: Bilder aus der Gegenreformation in Hessen <1624-48) sprechen. Jederniann ist herzlich willkommen, besonders die Mil- ßlheber des hiesigen Zweigvereins. Dl‘/n Eine Partie Kirlderschnrzen mit Stickerei, zum Ausstichen per Stück Mk. 1.— f.n,ie ein großer Posten Handschuhe bedeutend unter Preis. J. Kaan jr. Komplette Zimmereinrichtungen! j I Einzelne Stücke für alle Zwecke! Ausverkauf! Sehr billige Preise! Wilh. Reiber, Seltersweg 38. Für Jäger! Prima Schwarzpulver-Patroue lial. 16 Marke Eichel od.Z-avorito unübertroffene Qualität, vollständig versagesrei, bou heute ab Mk. 5.— per Hirudcrt. 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