General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Gorkis diesem „Keine Worte Rotationsdruck und Verlag bet Brühl Ich« Unwersuätsdruckeret. R. Lange, Gieße». Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr. Tel. Nr. 6L Telegr^Adr. i Anzeiger Hiebe», im Gerichtssaal. Der Prozeß gegen Maxim Gorki Deutsches Reich. Berlin, 19. April. Man meldet aus Giardini auf Sizilien vom heutigen Tage: Der Kaiser hörte heute an Bord der „Hohenzollern"- Vorträge. Die Kaiserin und Prinz Adalbert verließen gegen Abend Taormina und begaben sich an Bord der .Hohenzollern", wo sie Wohnung nahmen. — Ter Kronprinz wird sich morgen nach Schloß Nabensteinfeld bei Schwerin begeben, um in Gesellschaft der Großherzogin-Witwe Marie und seiner Braut, der Herzogin Cecilie, dort das Osterfest zu verbringen. _ Die Gewährung einer besonderen Apanage für den deutschen Kronprinzen durch den Reichstag schlägt die „Nordd. Neichskorr." vor, und sie sucht den Vorschlag folgendermaßen zu begründen: Es bedürfte einer Etnenspende von ein paar laufenden Millionen Gewiß ist unsere Finanzlage für solche Extrafachen die denkbar u n g ü n st i g st e; aber wenn wir nuferen Ministern bockbermie Rnlnncii stiften können, so müssen wir erst recht bereit seimdurch eine großzügige Aktion bie Entwickln ng des deutschen Kronprinzen frei und unabhängig z u gestalten Von der f)lrt dieser Eutwickllmg bangt möglicher- weise Deutschlands Zukunft ab, das darf dabei nicht ner- geffen werden. Das Heil unseres Vaterlandes ober muß uns untec allen Umständen das Opfer von ein paar Millionen wert sein." — Der Reichskanzler hat an die Witwe des verstorbenen ReichSgerichtsprästdenten Gutbrod nachstehendes! Beileidstelegramm gerichtet: „Tie Nachricht von dem Tode ihres Gatten erfaßt mich mit aufrichtigem Schmerze. Mit Ihrem persönlichen Kummer verbindet stch die Trauer weiter Kreise über den Hingang des Mannes, der stch in langjähriger Tätigkeit hervorragende Verdienste um die Pflege des deutschen Rechtes erworben hat. und dem es zuletzt vergönnt wor, als oberster Richter des Reiches Gesetz und Recht mit unbeirrtem Blicke zu wahren. Möge die Anerkennung die dem Verstorbenen in reichem Maße zuteil wird, Ihnen em Trost fein in dem schweren Leid." — Das Landgericht Berlin I hat heute dem Redakteur Stärck infolge einer Beschwerde mitgeteilt, daß die zweite Verhaftung zur Erzwingung des Zeugnisses in Anbetracht' der vorliegenden Sachlage hin zu lässig gewesen sei. — Bei der im Reichsamt des Innern vorbereiteten Umänderung der Bestimmungen für die Sonntagsruhe handelt es sich im wesentlichen darum, die bisherigen, teilweise von einander abweichenden Bundesratsverordnungen über Ausnahmen von den allgemeinen Sonntagsruhe-Bestimmungen in ein möglichst einheitliches System zu bringen und verschiedene, namentlich von der Geschäftswelt unliebsam empfundene Unstimmigkeiten zu beseitigen. mehrerer Minister als Zeugen. Von den Pntilow-Werkeu. Petersburg, 19. April. Etwa 300 Arbeiter der Putilowwerke begaben sich auf den Friedhof nach Wyborg, um dort am Grabe eines jüngst gefallenen Arbeiters eine Messe lesen zu lasten und ein Kreuz aufzustellen. Rach der geistlichen Zeremonie wurden revolutionäre Reden gehalten. Der Geistliche erklärte, daß der Friedhof sich nicht zur politischen Propaganda eigne. Hierauf zogen die Demonstranten vor die Präfektur. Unter den Rufen: „Es lebe die Freiheit, es lebe die Anarchie, nieder mit der Autokratie", wurden rote Fahnen entfaltet. Militär versuchte die Demonstranten auseinanderzutreiben. Die Arbeiter gaben mehrere Re- volverschüsse ab. Die Gendarmerie ging gegen die Menge mit blanker Waffe vor. Es heißt, daß über hundert Arbeiter schwer verletzt seien. Auch spricht man von Toten. Die rote Fahne und die Waffen der Arbeiter wurden von der Gendarmerie und den Truppen beschlagnahmt. Unbekannte Täter brachten auf den Putilow-Werken ein großes Hebewerk zum Einsturz. 5 Arbeiter wurden getötet, 13 schwer verletzt. In den Putilow-Werken wurde aus Anordnung der Negierung die Arbeit wieder ausgenommen. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn: hier in den zugezogenen Fluren XVI bis XXI der Gemarkung Heuchelheim. Samstag den 22. l. Mts., vormittags 9 Uhr, findet die Versteigerung der Mastestücke von dem rubr. Gemarkungsteil statt. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Rathause zu Heuchelheim, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Friedberg, den 18. April 1905. Der Größter'eg'icbe Fe'd^ rff'ngungskommissärr Spam er, Kreisamtmann. Auß'lind in Sturm und Drang. Der Mörder des Großfürsten Sergius vor Gericht. In dem Prozeß gegen den zum Tode durch den Strang verurteilten Mörder des Großfürsten Sergius, Iwan Kolajew, fungierte der oberste Prokuratoc des Kriminal- Departements, Senator Schtschelowitow, als Ankläger. 12 Zeugen wurden vernommen. Kolajew hatte seinen Verteidigern Mandelstamm und Schdanow das Ehrenwort abgenommen, daß sie keine Appellation anmelden und keineBitteumMilderungsgründe vorbringen würden. Dasselbe tat er auch bei seiner Begegnung mit seiner Mutter und Schwester. Nach der Verlesung des Urteils wurden die Türen des Gerichtssaales zwar geöffnet, doch das Publikum nicht zugelassen. Die ganze Gerichtsverhandlung hatte bis dahin bei geschlostenen Türen stattgefunden. Rur die Mutter Kolajews hatte der Verhandlung bis zum Schluß beigewohnt. Seiner Schwester wurde die Erlaubnis nicht erteilt. Kolajew hörte das Urteil vollkommen ruhig an und erklärte, daß er damit durchaus zufrieden sei. Er oll auf den 18. Juni vertagt sein. Der Verteidiger verlangt östentliche Verhandlung sowie das Erscheinen wünsche nur, daß man ihn öffentlich am Hellen Tage richten möge. Die Mutter brach bei Wunsche ihres Sohnes in lautes Schluchzen aus. Kastation und keine Gnade", waren Kolajews letzte such abzustatten. Die Einzelheiten dieser Reise sind noch nicht festgestellt. Die japanischen Anleihen. Tokio, 19. April. (Amtlich.) Die javanische Regierung wird in der nächsten Zeit an die Ausgabe einer inneren Anleihe von 10 0 Millionen Aen schreiten, welche den Rest der Emission von im ganzen 200 Millionen Jen darstellt, bezüglich deren bereits im März Abmachungen mit Bankinstituten erfolgten. Die fünfte innere Anleihe sowie die zuletzt ausgegebene vierte innere Anleihe, desgleichen die in London und in Rewyork unlängst ausgegebene Anleihe von 30 Millionen Pfund Sterling gehören sämtlich zu den Deckungsmitteln für die für das laufende Geschäftsjahr vorgesehenen Kriegsausgaben von 7 80 Millionen Den. Bei der Ausstellung ihres Finanzplanes hatte die Regierung den Zeitvunkt der I auf die Anleihen einlaufenden Ratenzahlungen zu berücksichtigen und diese mit den monatlichen Kriegsausgaben in I Einklang zu bringen. Die äußeren Anleihen bezwecken in erster Linie das Gleichgewicht in der Goldreserve zu erhalten und dadurch den auswärtigen Handel zu fördern, während durch die inneren Anleihen die Kriegskosten aufgebracht werden und eine zu große Ausdehnung der Notenausgabe verhindert wird, welch letztere das Steigen der Preise und eine Verteuerung der Verzinsung sowie der Tilgung der Anleihen zur Folge haben könnte. Die etatsmäßig vom Reichstage festgesetzten Kriegssteuern, die auf über 150 Millionen Pen veranschlagt sind, owie die sonstigen anderen Einnahmen hatten bei der Erhebung bisher vollständig befriedigendes Ergebnis. Neue Hiobsposten aus Südwestafrika. Nach einer Meldung des Generalleutnants v. Trotha cmS Kub mußte Ma'or v. Estorfs die Verfolgung der W i ti b o is 45 Kilometer südöstlich von Kowise Kalk wegen W asseiA mangels aufgeben. Er wird Awadnrb am großen Nosiod befefct halten und vorläufig n a ch G o cb a s z u r ü ck g e h e n. Di« Besetzung von Aminuis wird durch die vierte Kompagnie deS Feldregimentes 1 und eine halbe vierte Batterie aus Gobabis verstärkt. „ „ k In den Karasbergen wurde am 7. April südlich vmr Rurudas eine Pferdewache der Kompagnie des HauptmannS! d'Arresl von einer 200 Mann starken Bande überfallen. Die Kompagnie griff den Gegner an und stürmte nach schwerem siebenstündigen Gefechte seine Stellung. Diesseits 7 Reiter gefallen, 3 verwundet. . Patrouillen ge fechte fanden statt bei Gamda u, 15 Kilometer nordöstlich von Bethanien, bei T s a n n a r o b südlich von Kackriem. Die diesseitigen Verluste betragen em Dfft* zier, ein Ob erv et e ri n är , a ch t Un t ero ffiziere intä Reiter gefallen, fünf Reiter verwundet. Von den im K'omashochland gemeldeten H er er oban^ den l>at ein Teil die Eisenbahn Mischen Windhuk und Okahancha überschritten und sich nach N o r d o st en gewandt. Er ttnrt durch die in Ltjihangwe stehende Kvmpagnie und durch starke Offiziers-. Patrouillen aus Windhuk und Okahandja aufgesucht Em awi derer Teil unter dem Großmann Andreas ist im Tale des Küisw^ Flusses in die Gegend von Tantus gezogen. Ihm folgten doch Norden her eine Etappenkompagnie und eine zusammengestellte Abteilung von 90 Mann mit einer Revolverkanone; von Reho-, both her ist eine Epkatzkompcrgnie über Areb, nördlich vott Nauchas, in Manch gesetzt. _ _ Telegramm aus Windhuk: L eutuan t Adolf D onn er» geb. 1875 zu Würzburg, infolge der im Gefechte bei Groß-NabaS (2. bis 4. Januar) erlittenen Verwundung am 15. April 1905, im Lazarett Kub gestorben. — Im Lazarett Windhuk am' Typhus gestorben: Reiter Emil Danielowski, Gefreites Klemens Bickert. * In Deutschland steht die koloniale Reform auf der TagA ordnung. Da erscheint es angezeigt, aus eine Notwendigkeit hinzuweisen, zu der die Niederländer neuerdings Stellung genommen haben: auf die Frage der Einfuhr alkoholischem Getränke. Bezüglich dieier Einfuhr sind vom Generalgouvev- neur Niederländi'sch-Jndiens eine Reihe verschärfender Beftimm- imgen erlassen worden. Beispielsweise ist der Verkauf vcm Spirin tuosen an Farbige verboten. Nur für Heilzwecke dürfen, ganz geringe Mengen verabfolgt werden, und hierfür ist stets die Erlaubnis des lokalen Verwaltungschess erforderlich. .Die Niederländer sind gute Kaufleute, und sie schätzen sicherlich den Werd der Zollabgaben auf Spirituosen als eigene Einnahmeauelle be«j sonders der ostindischen Kolonien, deren Eingeborenen-Aufstände! dem Mutterlande immer neue Kvsten auferlegen. Wenn (ne Niederländer gleichwohl die Spirituosen-Einsiihr beschränk^,, so tun sie das aus triftigen Gründen, und daß diese, auf der Hand liegenden Gr"nde auch für die Zivilisationsarbert in de« deutschen Kolonien zutreffen, bedarf keiner näheren Darlegung. Was die Niederländer ohne besondere internationale Vereinbar ung verfügten, sollet auch den. Deutschen in dem Bereich ihrer afrikanischen Schutzgebiete möglich sein. Per Krieg. Die feindlichen Flotten. Das große Geheimnis der Standorte der beiden Flotten hn Chinesischen Meere wird noch immer gut bewahrt. Die Frage ist noch immer dieselbe: Wo befinden sich die Kriegführenden? Tie Kabeltelegramme werfen noch immer kein klares Licht auf die Lage. Wenngleich nach den letzten zuverlässigen Nachrichten vom Lloyddampfer „Prinz Heinrich" mit einiger Sicherheit angenommen werden konnte, daß das Gros der russischen Flotte vor sechs Tagen in der Kamranh-Bucht südlich vom Kap Padaran sich ausgehalten habe, und nach der jüngsten Nachricht dies auch noch der Fall zu sein scheint, so würde es doch gewagt sein, hieraus zu schließen, daß der Admiral in diesen Gewässern, die unter französischer Territorialhoheit stehen, sich, für lange Zeit einen festen Stützpunkt zu schaffen beabsichtige. In der englischen Presse tauchen derartige Befürchtungen allerdings auf, mit dem Zusatz, daß es sich darum handeln könne, die Verkehrsader im Chinesischen Meer zu unterbinden, um die Reiszufuhr von Indien nach. Japan zu stören. Die japanische Kreuzerflotte scheint mit Torpedobootzerstörern in ihrer Begleitung eine Bewegung nach den 'Philippinen bis zum Breitengrade von Manila gemacht zu haben, wohl um von dort aus Rekognoszierungen nach der Küste von Cochinchina zu unternehmen. Der „Standard" erfährt aus Singapore vom 18. April: Der Dampfer „Suisang", der die K a m r a n h b a i passierte, sah die Baltische Flotte Kohlen einnehmen. Tas Hospitalschiff „Orel" hat sich wieder der Flotte angeschlossen. Ein französisches Kriegsschiff hielt sich in der Nähe ber Bay auf. — Ein Telegramm aus Manila meldet: Ein japanisches Geschwader, bestehend aus 16 Kreuzern und Torpedobootszerstörern, kreuzt auf der Höhe der Philippinen. Laut Meldungen aus Singapore zerschnitten die Russen das Kabel zwischen Futschau und Tamsui aus Formosa. v Noschdjestwenski soll mehreren ehemaligen d e u t s ch e n T a m p f e r n, die in Hilfskreuzer umgewandelt worden sind, den Auftrag erteilt haben, ben japanischen Handel lahmzulegen und die Städte an der j a p anisch en Küste zu beschießen, die nicht verteidigt sind. Die Kreuzer sind durch ihre Schnelligkeit hierzu imstande. Admiral Togo würde durch diese Taktik . mehrere Kreuzer seiner Flotte zur Verfolgung der feindlichen Hilfskreuzer entsenden müssen. Aus Dschibuti wird gemeldet, daß mehrere Schiffe der russischen Hauptflotte sich dem dritten baltischen Geschwader bei Sokotra angeschlossen haben und von dort nach Tiego Garcia weiterfuhren. In Diego Garcia werden sie die Ankunft des vierten baltischen Geschwaders abwarten, welches in etwa fünf Wochen in Dschibuti eintrifft. In London wird versichert, daß Japan nicht nur wegen Les Aufenthaltes der Flotte Roschdjestwenskis in der Kam- ranhbai offiziell protestiert habe, sondern auch schon im Sinne des englisch-französischen Bundesvertrages die Unter st ützung des englischen auswärtigen Amtes anrufen werde. Japan hätte es natürlich lieber gesehen, wenn der Admiral Noschdjestwenski nach einer fast vierwöchentlichen Reise von Madagaskar in das Chinesische Meer, ausgezehrt an Kohlen, seine Reise unter den ungünstigsten Bedingungen hätte fortsetzen müssen. Mit Saigon im Rücken scheint der Admiral sich keinen schlechten Ankerplatz gewählt zu haben, und zieht Togo, wenn dieser ihn angreifen will, von seinen Stützpunkten ab. Aus der Mandschurei. Petersburg, 19. April. (W. B.) Ein Telegramm des Generals Line witsch von gestern an den Kaiser meldet: Am 14 April morgens nahm der Feind in der Richtung auf Hichimao und auf dem Wege von Sinminpao nach Tachi- chotsu die Offensive aus. Gegen 5 Uhr nachmittags besetzten die Japaner Padiatse und begannen ern Gewchrseuer mit unserer Kavallerie, welche einen Engpaß besetzte/ Der Angriff des Femdes kam alsdann zum Sttll- ftanb. Am 14. d. M. besetzten bte Japaner auch das $Ot 2:0 e'(SB. B.) Amtlich wird bekannt gegeben: Eine japanische Streitmacht ist nach dem 50 Meilen östlich von Hungchmg gelegenen T u n g h u a ab- gerückt und hat diesen Platz am 15. d. M. besetzt. Ter ^etnd bat sich nach Norden zurückgezogen. Auf den anderen Teilen des Kriegsschauplatzes ist keine Aender- ung eingetreten. Russische Rüstungen. London 15 Avril „Daily Chronicle" meldet aus Odessa: 5 Unterseeboote, welche in aller Eile von amerikanischen Technikern in Sewastopol ^^stellt wurden, find zerlegt auf der sibirischen Esienbahn nach Wladiwostok befördert worden. . r. m ; ■ Budapest, 19. April. Die hiesige.Firma Manfred Weiß schloß eine Lieferung von 100 Millionen Patronen mit Rußland ab. Der amerikanische KriegSsekrelar Taft tat sich entschlossen, nach der von ihm geplanten Reise pach ben Philippinen in Tokio einen offiziellen Be- Aus Stadt Md Land. Gießen, 20. April 1905. - Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben dem Pfarrer Heinz zu Klein-Umstadt die evangell Pfarrstelle zu Rieder-Flörsheim, Dekanat WormS, dem Pfarr- assistenten Engel zu Bingen die dort neu errichtete zweite evangelische Pfarrstelle und dem Pfarrassistenten Eckel zu Lampertheim die dort neu errichtete zweite evangel. Psarrstelle übertragen. — Entlassen wurde der Lehrer an der Realschuke und dem Progymnasium zu Bingen Horn auf sein Rach- suchen. — Die Regierungsasscssoren Berres aus Michelstadt und Dörr aus Gießen wurden zu Steuerkontrolleuren ernannt. Ernannt ivurben ferner der Hauptsteueramtsassistent bei dem Hauptsteueramt Mainz Fornoff zum Bezirkskasseassistenten bei der Bezirkskasse Offenbach, der Hauptsteueramtsassistent bei dem Hauptsteueramt Offenbach Lohnes zum Nevisionskontrolleur bei diesem Amte, der HvuptsteueramtS- assistent bei dem Hauptsteueramt Mainz Horn zum RevisionS- kontrolleur bei dem Hauptsteueramt Worms. •• Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bet der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Rr. 5353, Gewinne von je 6000 Mk. auf Nr. 3227 15333 25944 92195, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 24403 54724 67574 74092 75566 89727- (Ohne Gewähr.) ** Di e Vorllntersuchung gegen den Raub» mörder Hudde ist, wie unS mitgeteilt wird, nunmehr geschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft bat die AnklaLi tot. 94 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 20. Aprill905 «rfchevu HetK» -c^^nahm« bei Sonntag«. ? .•*. Z\ -M X /S AA Die „Gießener ^amlllenbiatter* werden dem H ||^a § E jh M fe ff M .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der h W bl JjL -helstlch« Landwirt" erfchetni monatlid) einmal. V w v erhoben, bte gefiütn iH auf Mord, qualifizierten Raub und Diebstahl. Die Anklageschrift ist sehr umfangreich. Der Tag der Schwurgerichtsverhandlung ist, anders lautenden ZeitungSmeldnngen entgegen, noch nicht bestimmt. Die Verhandlung findet voraussichtlich anfangs Juni statt. ** Unverschämter Diebstahl. Einem Uhrmacher in der Bahnhofstraße wurde gestern abend zwischen 9 und 10 Uhr ein vor dem Laden hängender kleiner Schau- kast en abgehängt und des Inhalts beraubt. Für etwa 150 Mk. Uhrketten wurden gestohlen. Der Dieb ist unbekannt. ** Ein Sittlichkeitsverbrechen im Eisenbahnzuge. Gestern wurde hier ein Arbeiter aus Butzbach verhaftet, der beschuldigt ist, eine Frau in dem Eisenbahnzuge zwischen Löhnberg und Wetzlar vergewaltigt zu haben. R. B. Darmstadt, 19. April.. In Gegenwart einer außerordentlich zahlreichen und distinguierten Gesellschaft, neben II. KK. HH. dem Groß Herzog und der G r o sitz e r z o g i n bemerkten wir Staatsministcr Rothe und Fürst Koudascheff mit Gemahlinnen, hielt heute abend Herr Prof. Olbrich einen hochinteressanten Vortrag über das künstlerische Schaffen. Ter Redner legte in fein'inniger Weise dar, wie zum künstlerischen Schaffen vor allem drei Momente erforderlich seien, das Selbgcrschaute, das Erlernte und ein geheimnisvolles Etwas — die Phantasie. Man müsse das Erschaute künstlerisch empfinden, das Empfundene ki'mstlerisch weiterbilden und mit eigener Phantasie neue Kunstgebilde schaffen. Tie geheimnisvolle Kl'ast der Phantasie sei Beginn und Ende jedes künstlerischen Schaffens. Zwei Künste seien imstande, gottähnlich täglich Neues zu erzeugen: Musik und Architektur. Diese Gedanken entwickelte der Redner besonders auf Grund des eigenen Empfindens während seines künstlerischen Werdeganges. Ter Vortrag fand seitens des kunstverständigen Auditoriums den lebhaftesten Beifall. Tas Grosiherzogliche Paar drückte dem Redner durch wiederholten Händedruck Höchstseine wärmste Anerkennung aus. Offenbach, 19. Avril. Durch einen schrecklichen llnglückSsa ll wurde gestern abend das 10jährigeTöchterchen einer kinderreichen Arbeiterfamilie vom Tode ereilt. Der 15jährige Sohn, der in einer hiesigen Portefeuillesabrik beschäftigt ist, hatte sein Schärfmesser mit nach Hause genommen und es frisch geschliffen. Er steckte eS dann in die Seitentasche seines Rockes, den er an die Wand hängte. Als die Eltern, welche Ostereinkäufe gemacht hatten, heimkehrten, wurden sie von den Kindern mit den Rufen: „Habt Ihr uns waS mitgebracht ?* jubelnd umringt. Beim Umherspringen kam das zehnjährige Mädchen zu nahe an den Rock des Bruders; die Spitze des haarscharfen Riesters drang ihm in den Hals und durchschnitt die Schlagader, daß das Blut in weitem Bogen heraussprang. Binnen 3 Minuten hatte sich das unglückliche Mädchen verblutet; der wenige Augenblicke später eintreffende Arzt konnte zum grenzenlosen Jammer der Angehörigen nur feftfteflen, daß der Tod bereits eingetreten war. Alzey, 19. April. Die hiesigen Sozialdemokraten hatten gegen die Wahl des freisinnigen Kohlen- Händlers Karl Ginz, der in der Nachwahl von, 14. Januar zum Stadtverordneten gewählt wurde, Einspruch erhoben mit der Begründung, daß der Gewählte den Wählern Freibier versprochen habe. Vor dem Provinzial- ausschnsse wurde durch Zeugen festgestellt, daß Ginz keiner- lei Wahlbeeinflussung vorgenommen hatte und die Reklamation als unbegründet verworfen. Die Gegenpartei hat sämtliche Kosten des Verfahrens, einschließlich der dem Ginz entstandenen, zu tragen. Erda, 18. April. Ein finsterer Gast hat in den letzten /Lochen unser Dorf heimgesucht, nämlich der Typhus, der um die Weihnachtszeit von heiinkehrenden Arbeitern eingeschleppt wurde, dann sich schleichend fortsetzte und schließlich in einer ganzen Anzahl von Familien auftrat. Sobald es sich zeigte, daß sein Auftreten nicht bloß ein vereinzeltes war, wurde von den Behörden mit gesundheitspolizeilichen Maßregeln vorgegangen: Schließung der offenen Schöpfbrunnen, Isolierung der Kranken zuerst in der Klinik zu Gießen, .bann in dem im Orte selbst eingerichteten Krankenhaus, Des- infeftion durch einen hier stationierten Desinfektor usw. (*) Frankfurt a. M., 19. April. In unseren, un- -ergleichlichen Palmengarten beginnt am nächsten Samstag eine Orchideenschau. Herr Otto Beyrodt, der Arrangeur, wird nicht nur die für den Blumenschnitt geeigneten Sorten zu zeigen in der Lage sein, sondern auch styöne und seltene Varietäten verschiedener Gattungen. So werden von Odontoglossnm etwa 750 blühende Pflanzen zur Ausstellung gebracht werden, 75 Dendrobium in den besten Arten, etwa 160 Cattleya in Schaupflanzen, ferner Oncidinm, Cymbi- dinm, Cypripedinm, Laelia, Phalaenopsis, Van da in großer Zahl und reichhaltiger Auswahl. Die Ausstellung dauert bis 7. Mai einschließlich. Dies ist ermöglicht durch einen weiteren Vorzug der Orchideen, der darin besteht, daß die Blumen von großer Haltbarkeit und seltener Dauer sind. Es ist interestant, zu hören, daß die Blüten eines Dendrobium Dearei an der Pflanze über sechs Monate frisch geblieben sind. * Kleine Mitteilungen, ans Hessen und den Nachbarstaaten. Die Pläne für die Herstellung des Gotteshauses in Großen-Linden sind, wie uns imtgeteilt wird, nicht von Architekt Hofmann angefertigt worden; Herr Hoi,nanu stellt z. Zt. den Dorentwuri für den Umbau der Kirche zu Leih- gestern auf. — Aus der Rhön wird telephoniert, daß heute Nacht neuerdings reichlich Schnee gefallen ist und das Schneien anhält. vermischte». • Berlin, 19. April. Heute wurden der 78jährigen Pfandleiherin und Alttrödlerin El se Krause in ihrem Laden in raubmörderischer Absicht schwere Verletzungen beigebracht. Ein Arzt stellte fest, daß die alte Frau mehrere Schläge über die Stirn erhalten hatte, wodurch die Schädeldecke zertrümmert worden war. Tie von der Polizet sofort angestellten Ermittelungen nach dem Täter waren bisher erfolglos. Die Frau pflegte morgens um 9 Uhr ihren Trödlerladen zu öffnen und eine Dogge, die sie zu ihrer Sicherheit bei sich hatte, auf die Straße zu lassen. Gegen 10 Uhr kam dann gewöhnlich ihr Schwiegersohn, um ihr zu helfen. Der Täter verübte den Ueberfall, bald nachdem der Hund den Laden verlaffen hatte. Er versetzte der Frau mit einem Hammer oder einem Spannagel einen Hieb auf die Stirn, jo daß das rechte Auge aus der Höhle trat und sie rücklings auf einen alten Koffer fiel. Die Geldkastette ist unversehrt. Frau Krause erlangte im Krankenhause vorübergehend daS Bewußtsein und sagte aus, das der Täter ein ihr völlig unbekannter Mensch von etwa 20 Jahren sei. Auf seine Ergreifung hat das Polizeipräsidium eine Belohnung von 1000 Mark auSgesetzt. • Genickstarre. Der „Nordd. Allg. Ztg.* zufolge entsandte der preußische Kultusminister einen pathologischen Anatomen nach Oberschlesien, um in enger Fühlung mit dem Leiter des bakteriologischen Institutes in Beuchen und den Krankenhausärzten zu der wistenschaftlichen Erforschung der übertragbaren Genickstarre durch pathalogtsch- anatomische Untersuchringen möglichst beizutragen. — Eine Frau in Nixdorf bei Berlin war plötzlich erkrankt: die Krankheitserscheinungen nahmen so schnell und heftig zu, daß man die Frau ins Krankenhaus bringen wollte, sie starb aber auf dem Transport. 9ll§ Todesursache wurde ärztlich Genickstarre sestgestellt. Die Medizmalbehörde traf alle Vorbereitungen, um ein Umsichgreifen der Krankheit zu verhindern. — Einer österreichischen Blättermeldung zufolge traf Professor ©hon, der erste Assistent des Hofrats Professor Dr. Weichselbaum in Wien in Troppau, ein. Er wird sich nach den von der Genickstarre infizierten Gegenden Oesterreichisch- Schlesiens begeben, um dort im Auftrage des Ministeriums des Innern Studien über die Entstehungsursache und die Verbreitungsweise der Genickstarre anzustellen. — In München kamen zwei Todesfälle infolge von Genickstarre vor. In zwei weiteren Fällen trat eine Genesung wieder em. — Tie Genickstarre-Epidemie in Galizien ist immer noch in der Ausbreitung begriffen. Bisher sind 128 Fälle in 8 Bezirken amtlich gemeldet worden, von denen 38 tötlich verliefen. 16 Erkrankte sind geheilt. * Tas „Vaterunser" der alten Germanen. Von „Scherrs Germania" zwei Jahrtausende deutschen Lebens (sechste Auflage, vollständig in 50 Lieferungen zu je 30 Pf. Union Deutsche Verlagsgesellsckwft in Stuttgarts sind bis jetzt 15 Lieferungen erschienen. Dem empfehlenswerten Werke entnehmen wir folgende allgemein interessierende Stelle, in bet vom Gotenbifebos lllsilas und seiner ersten Bibelübersetzung die Rede ist: „In Anlehnung an griechische Formen, aber auch mit Berücksichtigung germanischer Runenzüge bat Ulsilas ein gotisches Alphabet und damit das erste germanische Buch, seine gotische Bibel, geschaffen. Er übertrug das Gebet des Herrn aus dem griechischen Urtext folgendermaßen ins Gotische: „Atta unsar thu in himinam. vechnai namo thejn. qimai thiudinassus theins. vairthai vilja theins sve in himina jah ana airthai. hlaif unsaranä thanan sinteinan gif .uns hüimma daga. jah aflet uns thatei skulans sijaima svasve jah veis afletani thaim sknlam unsaräim. ja ni briggais uns in fraistiubnjai ak lauset uns as thamma ubulin. unte theina ist thindangardi ja maths iah vulthus in aivins. amen." ..... Was für Wandlungen hat doch unsere edle Sprache erfahren müssen, seit dem Tage, wo zum ernsteumal eine gotische Mutter dieses Vaterunser ihren Kleinen vorbetet. — „W elirekord" im Sport ist eine Studie von Balduin Groller betitelt, die wir in ,,11 eher Land und Meer'/ finden und b?r wir einige inter flaute Angaben entnehmen. Weltrekords sind in ihrer Art durchweg Superlative und als soül)e gleichwertig, höchstens daß der eine insbesondere bcnt Laien effektvoller, schwieriger und eindrucksvoller erscku'iut als der andere. So wird vielleicht die Vorstellung des Weltrekords im Weitsprung in höherem Maße das Äaunen erwecken, als die des Hochfprungs. T»er Weltrekord im freien Hocksprung mit Anlauf steht aus 197,16 Zentimeter; die Höchstleistung im Hocksprung aus dem Stand ist 182,88 Zentimeter. Tiefe phänomenale Leistung vollsührte Tarby am 11. Juni 1892 in England, derselbe Professional, der auch für den Weit- sprung aus dem Stande mit 3,72 Meter den Weltrekord hält, während 7,39 Meter den Weltrekord im Weitsprung mit Anlauf bezeichnet, natürlich ohne Sprungbrett, das bei einem sportlichen Sprung niemals benutzt wird. Dasselbe überraschende Verhältnis mackN sich bei der -Arbeit mit dem Schwergewicht geltend. Ter Wiener Franz Stöhr stemmte einen .Hantel von '8,2 Kilogramm mit einer Hand einmal in .Habachtstellung. Beinahe am au das doppelte Gewicht, 116 Kilogramm, brachte der junge Russe Georg Hackenscknnidt mit einem Arm zur Hochstrecke. Tas ist ein ganz gewaltiger Untersckned, und doch müssen beide Leistungen, beide Weltr kords als gleickmiertig angesehen werden. Hackenschmidt hat die Niesenlast emporgedrückt und den Körper dabei gebogen. T-er Wiener Wilhelm Türk stemmt beidarmig 136 Kg. einmal, der Münchner Hans Beck drückt 126,5 Kg. in Schlußstellung dreimal und stößt 130,5 Kg. sechsmal hoch; Türk stößt dagegen 160,5 Kg. einmal, 113,5 Kg. siebenmal; Beck 152 Kg zweimal. G. W. Robinson stemmte mit nur einer Hand 45,36 Kg. zwanzigmal und 22,68 Kg. achtzigmal. G. Lurich soll 100 Kg. dreimal und 70 Kg. zwanzigmal einarmig hocb- gestoßen haben. Welcbe Leistung ist die bedeutendste, und wem von diesen Giganten gebührt der Ehrentitel des stärksten Mannes der Welt? Einen sehr kuriosen Rekotd erhielte Kapitän Barclay, ein Engländer, der 1000 Meilen in 1000 aufeinanderfolgenden Stunden, in jeder Stunde eine englische Meile (gleich 1609,3 Meter) ging. Tas Verrückteste leistete ein anderer Engländer namens Gale. Er ging 4000 Viertelmeilen in 4000 aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten von je 10 Minuten. Tas ist Mono- manie. • Vom Zigarettenmädel zur Millionärin. Die bevorstehende Heirat des vielfachen Millionärs Grahant Stokes, eine der angesehensten Persönlichkeiten der Rew- Vorker Gesellschaft, mit Rose Pastor, einer aus Rußland stammenden Jüdin, die zehn Jahre lang Arbeiterin in Zigarettenfabriken war, bildet für ganz Rew-Pork den Gegenstand allgemeinen Interesses. Rose Pastor ist 26 Jahre alt, flammt aus einer armen russischen Familie und kam im Jahre 1882 mit ihren Angehörigen nach London. Dort lebte sie einige Jahre lang in dem ärmlichsten Viertel von London, wo Rose die jüdische Freischule besuchte. Als das Mädchen 12 Jahre alt war, wanderte ihre Familie nach Eleveland (Ohio) aus, wo Rose Zigarettenmacherin wurde. Ihre freie Zeit benutzte das hochbegabte Mädchen dazu, sich fortzubilden. Im Jahre 1902 kam sie nach New-Port, wo ihre poetische Begabung ihr zu einer Stellung bei einer Zeitung verhalf. Trotz der bitteren Armut, in der Rose Pastor ihre Jugend verbrachte, erwarb sie sich eine tiefe Geistes- und Herzensbildung. Sie ist nicht hübsch, aber ihr ernstes Gesicht trägt einen äußerst gewinnenden Ausdrtlck. Graham Stokes, ihren Verlobten, lernte sie in ihrer journa- liltischen Tätigkeit bei einem Interview kennen. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine wanne Freundschaft zwischen beiden, die schließlich zu der Verlobung führte, die jetzt das Hauptgespräeh der aristokratischen Kreise bildet, denen Mrs. Stokes angehört. • Öftermetter. Nach einer Meldung au§ Braunschweig schneit es im Ober harz seit Montag früh ununterbrochen. Bei empfindlichem Nordost beträgt die Temperatur 2 bis 4 Grad. Die Post muß die Schlitten benutzen. Tourilten, die am Freitag vom Torshause nach dem Brocken gingen, verliefen sich und kamen erst nach 9 Stunden an. * Daris, 19. April. Dem „Figaro" zufolge soll zwischen den Generalen Hagron und Percin ein* Degenduell stattsinden, weil Hagron sich weigerte, Percin die Hand zu geben, ehe dessen Rolle in der Auskunstszettelangelegenheit nicht klargestellt sei. finniicl und Verkehr. Volkswirtschaft. Rußlands Finanzlage. In einem längeren Bericht der „F.-Z." ans Petersburg über die Einnahmen und Ausgaben im Staatshaushalt Rußlands für 1904 wird u. a. gesagt, daß nach dem Abschluß die Rentei 1904 einen Barbestand von 119 Mill. Rbl. verfügbar hatte. Dazu trat der Erlös der Berliner 41/2 Pro§. Anleihe vom Januar d. I. mit etwa 210 Mill. Rubel, sodaß 529 Mill. Rbl. für die Kriegsausgaben vorhanden waren. Dennoch sah sich Rußland veranlaßt, schon im März in, Paris über eine neue Anleihe zu verhandeln und als diese ausblieb, sogleich eine innere Anleihe zu begeben. Danach wird es wohl der Wahrheit naher kommen, den monatlichen Kriegsbedarf mit etwa 90—100 Mill. Rbl. anzusetzen, und nicht mit 60 Mill. mbL, wie er in dem Bericht des Staatshaushalts angegeben wird. Dies aber bedeutet, daß ein weiteres Kriegsjahr mindestens noch eine Milliarde verschlingen und die Summe der Kriegsanleihen auf etwa 1500 Mill. Rbl. bringen müßte. Da Rußland die Kriegsgelder nach den letzten Anleihen mit reichlich 5 Proz. verzinsen muß, so bedeutet das eine Belastung des ordentlichen Ausgabenbudgets mit 75—80 Mill. Rbl. jährlich und wenn mau andererseits berücksichtigt, daß diejenigen Faktoren, die für 1904 bereits die ordentlichen Einnahmen unt 14,3 Mill, sinken ließen in 1905 naturgemäß mit erhöhter Intensität wirksam sein müssen. Da zu den ungünstigen Einfluß, den die Unruhen, die Streiks, und die zunehmende politische Erregung aus den Steuereingang ausüben, so erscheint es gewiß nicht zu viel gesagt, daß die weitere Gestaltung der russischen Finanzlage em st beobachtet werden muß. Die russische Flotte und die Börse. Als Ursache der Zurückhaltung, die seit Mitte vergangener Woche an der Börse zu beobachten ist, wird die Furcht vor einem eventuellen Unterliegen Rußlands mit seiner letzten Flotte angegeben. Würde Rußland in diesen neuen, aller Voraussicht nach letzten Ent- s'cheidungskampf auch unterliegen, so hätte eS aufgehört, in Asien noch irgendwie eine Rolle zu spielen; ein weiteres Fortführen des Landkrieges wäre unnütz. Siegt Rußland, so würde Japan mit feinen Friedensbedingungen bescheidener werden. Eine neue russische Niederlage wäre dcr Börse sehr unangenehm, da man nicht mit Unrecht sagt, daß dadurch der ruflische Staatskredit wiederum eine schwere Niederlage erleiden würde, von der die mflischen Staatspapiere sich nur sehr langsam wieder erholen könnten. Bergbau-Gesellschaft Hibernja. Seit einigen Tagen geht das Gerücht, ohne daß es bis jetzt bestimmt dementiert worden wäre, die Hibemia-Gesellschast beabsichtige, die Zecken ,Gras Vlumental" und „Schlägel u. Eisen", die an die staatlichen Grubenselder grenzen, dem Staate zu verkaufen. Hingegen würde die Hibemia-GeseOschaft die Zechen „Moni-Cenis" und „Grak Schwerin" an laufen. * Hibernia-Trust. Jüngst ist im^,,B. T." die Frage aufgeworfen worden, warum der Hibemia-Trust noch immer nicht zur Mobilisierung der Millionen geschritten ist, die durch den Ankauf des größten Teils des Aktienkapitals der Hibernig festgelegt sind. Das Zögern der Hibemia-Bank gäbe bereits zu allerhand Kombinationen Anlaß. Eine vertrauliche Besprechung mit Mitgliedern der Zulassungsstelle habe — so wird erzählt, das Resultat gezeitigt, daß die Zulassung von Obligationen, deren Unterlage die emgesperrten Hibemia-Aktien bilden, nicht genehmigt werden würde. Bereitet auch 'den Banken die Fesselung der Hibemia-Millionen gegenwärtig keine großen Schwierigkeiten^ so sollte man doch annehmen, daß gerade jetzt, in bet Zeit der Geldfülle, wenn es angängig wäre, zur Mobilisierung des Kapitals geschritten würde. «Kerichtslaal. Limoges, 19. Avril. Trotz der gestrigen Befürchtimgen ist der Abend ruhig verlaufen. Ein Arbeiter wurde erschossen. Die Beerdigung desselben fand heute statt. Soweit bis jetzt feststeht, hat das Militär mehr gelitten als die Aus- ständigen. Etwa 50 Offiziere und 100 Soldaten sind durch die Geschosse, die von der Barrikade auf sie geworfen wurden, verletzt worden. Seit gestern treffen neue Truppen- Verstärkungen hier ein. Drei Mitglieder der sozialistischen parlamentarischen Linken sind beauftragt worden, nach Limoges zu reifen, um dort über die letzten Vorgänge eine Untersuchung anzustellen. Die Ereignisse in Limoges tauben gestern in Paris einen Widerhall. Auf der Arbeiterbörse war eine rote Fahne hochgezogen worden mit der Inschrift: Hoch die Bewegung von Limoges! Die Linke des Pariser Gemeinderats beschloß, 5000 Francs für die Streikenden von Limoges zu bewilligen. (he.) Marburg, 19. April. Der bisherige Privatdozent für Pharmakologie und Toxikologie und Assistent am pharmakologischen Institut der Universität Marburg, Dr. med. Otto L 0 e w i ist in gleicher Eigenschaft an die Wiener Universität übergesiedelt. Koblenz, 19. April. Gestern begann vor dem hiesigen Kriegsgericht ein Soldateumißhandlungs-Prozeß großen Stils, zu dem 107 Zeugen geladen sind. Den Anstoß zum Prozeß gaben die Aussagen des im vorigen Jahre zu drei Jahren Zucktbaus und Entfernung aus dem Heere verurteilten Sergeanten Binefeld, wodurch Feldwebel, Sergeanten, Unteroffiziere sowie Offiziere der Mißhandlung beschuldigt wurden. Gegenwärtig ist Anklage gegen 4 Unteroffiziere erhoben. Jungen Rekruten wurden auf Befehl eines Unteroffiziers vo-tt älteren Mannschaften die nackten Körper mit Besen derart bearbeitet, daß einem Rekruten die Haut vom Leibe ging. Die Angeklagten gaben die ihnen zur Last gelegten Vergehungen zu. Während der Verhandlungen stellte sich heraus, daß der Feldwebel alle Leute, welche Mißhandlungen meldeten, abwies, und selbst Mißhandlungen beging. Die Verhandlungen werden drei Tage dauern. Gesundheitsstand und Sterblichkeit im Kreise Gießen im Jahre 1904. Den nachstehenden Berechmrngen der Sterblichkeitsverhaltnist^ in Bezug auf die Einwohnerzahl der 80 den Kreis Gießen bildenden Gemeinden legen wir die für die Jahresmitte von 1904 nach dem früheren Zuwochie geschätzte Bevölkerungszahl von 85 200 zu Grunde und beschränken uns darauf, nur die wichtigsten Daten der Sterblichkeitsstatistik sowie des Auftretens bestimmter Krank- heitsfor,nen zu veröffentlichen. G e st 0 r b e n sind im Kreise Gießen im Jahre 1904 zusammen 1499 Personen ober 17,60 auf 1000 Einwohner. Im Vorjahre 1903 war diese Ziffer etwas höher, 17,78 °/M bei 1597 Todesfällen die entsprechende Zahl für das Großherzogtum vom Jahre 1902 —' die letzte, welche uns zitgänglich ist — war 18,1 °/Oo^ Wi e wir in miserer Veröffentlichung über bte Sterblichkeit in der Stadt ließen die Todesfälle der Ortsfremden — es waren 41 °/0 der Gesamtsumme — als die Sterblichkeilsziffer sehr nachteilig bechiflnffcni) ansgeschaltet haben, so ntüffen wir jetzt auch für den Kreis diejenigen Fälle abziehen, welche in der Kreisstadt gestorben und in dem Kreise Gießen nicht ansässig gewesen sind. 1294^=T100 \ ‘ Berechnet man die Sterblichkeitsquote der Säuglinge tut ersten Lebensjahre getrennt für Kreisstadt und Landbezirk^ so ‘ ergibt sich, daß in der Stadt Gießen nahezu 80 °/w im K^dbezirk nur 17,6 ek Auf diese Weise reduziert sich die Zyhl der Sterbefälle auf 1 29 4 und die Sterbllchkeitsziffer auf 15,19•/„ (im Vorjahre 16,50 %0). Von den Verstorbenen gehörten in die ^Iltersklasse von 0— 1 : 270 = 20,9 %. (20 im Vorjahr) 1-15: 162 = 12,5% (12 _ , 15—60: 399 ----- 30,8 % (30 „ überGO: 453 = 35,7 % (38 „ aller Todesfälle ttuf das Säuglingsalter qefnUen find, auf dem Lande mithin die Säuglingssterblichkeit wesentlich kleiner ist; bte Zahl für das Großherzogtum im Jahre 1902 war 28%. Die Verteilung der Todesfälle auf die einzelnen Iahres- abschnitte war im Berichtsjahre folgende : die größte Zahl fällt in das zweite Vierteljahr, reso. in den Monat Mai, die kleinste in das vierte Quartal und den Monat Oktober. Der Gesundheitsstand im Kreise laßt sich am besten beurteilen nach den Todesfällen, welche auf die einzelnen, der menschlichen Gesundheit gefährlichen Krankheiten entfallen. Zunächst interessieren die ansteckenden, sogen. Jnfektions- krankbeiten. Die Masern sind im Jahre 1904 in verhältnismäßig ge- ringer Verbreitung aufgetreten und haben 3 Sterbefätle (im Vorjahre 12) zur Holge gehabt. Scharlach war in zahlreichen Gemeinden aufgetreten, ausgedehntere Evidemien wurden in Gießen, Grünberg, Lollar, Lich, Muschenheim und Daubringen beobachtet; von den uns ärztlicherseits gemeldeten 320 Erkrankten sind 12 oder 3,7 % gestorben (im Jahre 1903 ebenfalls 3,7 %). Diphtherie brachte 10 Cterbefälle unter 180 uns bekannt gewordenen Erkrankungen oder 5,5 % 15.1), die Krankheit hatte sich zur Epidemie ausgewachsen in Lollar mit zusammen 49 Kranken, und die Namen der befallenen Familien sowie die Beschäftigungsart der Familienväter berechtigt zu dem Schlüsse, daß wesentlich der enge, in leichtsinniger Weise gepflogene Familienverkehr zu der Verbreitung der Seuche beigetragen hat; (die Epidemie dauert in Lollar noch fort und hat im laufenden Jahre schon 24 weitere Personen in 16 Familien ergriffen). An Keuchhusten sind 27 (13) Kinder aeftorben, er war aufgetreten in 10 Gemeinden; 12 der Sterbefälle fallen auf die .Kreisstadt. Erkrankungen an Unterleibstyphus sind uns 5 bekannt geworden, gestorben ist eine Person in Gießen, welche sich in Bad Ems infiziert hatte. An Rose starben 5 Personen, an Syphilis 1. An Wochenbettfieber sind 5 Frauen (5) erlegen. Von nmb 2200 Frauen (unter Ausschluß der in der Frauenklinik Entbundenen) sind 30 oder 1,4% (1,2%) fieberhaft erkrankt und 0,23 % (0,22 %) oder 17 % der Erkrankten gestorben. Alleren, nicht infektiösen Krankheiten des Wochenbettes erlagen außerdem weitere 6 Frauen. Die Tuberkulose, welcher mit Recht seitens der öffentlichen Gesundheitspflege neuerdinas ganz besondere Beachtung zu teil wird, hat im Berichtsjahre 237 Opfer gefordert, davon fallen auf Tuberkulose der Lungen (Lungenschwindsucht) 185, auf Tuberkulose anderer Oraane 52 Todesfälle. Hatten wir oben gefunden, daß die Sterblichkeit der Säuglinge 4uf dem Lande geringer ist als in der Kreisstadt, so tft das Verhältnis bezüglich der Lungenschwindsucht umgekehrt: in den Landgemeinden zusammen sind 24,8, in Gießen 15,2 Personen von 10 000 Emwohnern gestorben; die Ziffer für den ganzen Kreis betragt 21,7 %oo (i. V. 22,9); im Großherzogtum war sie im Jahre 1902: 23,0. Der beobachtete langsame Rückgang der Tuberkulose-Sterblichkeit nimmt hoffentlich seinen regelmäßigen Fortgang; dazu helfen kann nur die auf Grund ärztlicher Erfahrung und Verordnung gestützte Selbsterziehung des Volkes zur Reinlichkeit im allgemeinen, insbesondere zur Selbstisolierung Erkrankter und peinlichster Vernichtung ihrer die Weiterverbreitung der Tuberkulose bedingenden Ausscheidungen. Zur frühzeitigen Erkennung der Krankheit und -zur Heirung der im Anfangsstadium Stehenden sind seitens des Staates, der Berufsgenossenschaften u. s. w. die Mittel vorhanden. Die Zahl der an Lungenentzündung Verstorbenen war ^vas geringer als int Vorjahre, 53 (gegen 59); an anderen entzündlichen Erkrankungen der 'Atmungsorgane starben 140 '(in 1903: 164), an Gehirnschlagfluß 42 (36), an Herzkrankheiten 57 (65k Die Sterblichkeit an Magen- und Darmkatarrhen ist etwas zurückgegangen gegenüber derjenigen im Vorjahre mit 52 Fällen (zumeist Kinder im ersten Lebensjahre) gegen 62 in 1903; an Kinder-A t r o p h t e. die vornehmlich ebenfalls Folge von Darm- fatarrh ist, sind 26 (21), an angeborener Lebensschwäche 51 Kinder gestorben. Bösartige Neubildungen, Krebsgeschwülste, waren 93(73)mal als Todesursache angegeben. Davon kommen 36 auf die Stadt Gießen. An Altersschwäche verstorben haben wir 190 (241) gezählt ; andere bekannte Krankheiten führten in 191 Fällen jum Tode; unbekannt blieb die Todesursache bei 46 23er- ttorbenen. Tötlich verunglückt sind 22 (22), durch Selb st mord endeten 20 (23), durch Mord und tötliche Körperverletzung 4 (4) Personen. Gießen, im März 1905. Großherzogliches Kreisgesundheitsamt. D. H a b e r f o r n. * Kleine Tageschronik. Der 60 jährige Zigeuner Adam Laubinger in Peine wurde verhaftet. Er soll seinenSchwie- gersohn, den Zigeuner Deutsch, vor l’/2 Jahren ermordet haben. Kunst und Wissenschaft. — Eine Düsseldorfer Theater-Akademie wird im Herbst dieses Jahres im Anschluß an das neue „Düsseldorfer Schauspielhaus" ins Leben treten. Dieser Zusammenhang mit einer großen Bühne ist für die Schüler der Mad^mie von größtem Vorteil. Nicht nur Theorie, sondern vor allem Praxis soll ihnen geboten werden. In der Erkenntnis, daß die Entwicklung des Dramas der Schauspielkunst heute ganz verschiedenartige und einander scheinbar ausschließende Ausgaben stellt, hat die Leitung der „Düsseldorfer Theater-Akademie" als Lehrkräfte namhafte Vertreter der alten rednerischen Meisters chule berufen, und die der modernen realistisch-psychologischen. Es soll in dem Schüler zunächst das Gefühl und Bewusstsein des Stils für seine Aufgabe geweckt werden, daß er jeden Dickster in seiner 2(rt auffassen und darstellen lernt; aber darüber hinaus sollen die Wege gezeigt werden, wie eine Verschmelzung der Geaensätze zu einer höheren Einheit möglich ist, entsprechend der 2(rt der neuesten dichterischen Produktion. Neben der Pflege der Rhetorik aber wird die „Düsseldorfer Theater-Medemie" auch die Errungenschaften der Regiekunst, Aesthetik, Literatur. Kunstgeschichte, sowie dramaturgische Fragen zum Gegenstand ihrer pädagogis^en Täti"k"it machen. Denn sie will nickst nur gute Sstrecher und Redner, sondern mich wahre und echte Menschendarsteller heranbilden. Auch für Nickst- schanspieler sollen Sonderkurse eingerichtet werden. Die Schuler müssen sich für zwei Semester verpflichten. Unter den Lehrkräften nennen wir: Iofef Lewinsky, K. K. Hofburg-Schauspieler Luise Dumont, Olga Lewinsky, Gustav Beaurepaire, Dr. Paul Ernst, Dr. Herbert Eulenberg. — In Stuttgart ist am 19. Avril die Witwe des Dichters und Prälaten Karl G e r o k im Mter von 78 Jahren gestorben. — InMadrid ist der berühmte Schriftsteller und Diplomat Inan 23 al er a im Alter von 83 Jahren an einem Gehirnschlag gestorben. Algier, 19. Avril. Der Gouverneur führte heute morgen den Vorsitz bei der Eröffnuna^ssinmg des internationalen Orientalist en - Kongresses. cianhroidftfiaff. Wien, 19. April. Der Saaten st andsbericht des Ackerbauministers nach dem Stande Mitt-' Avril besagt: Der verflossene Winter nahm in den meisten Ländern einen normalen, nicht zu strengen Verlaus. Die Niederschläge in der zweiten Hälfte des März waren den Wintersaaten und der Frühjahrsbestellung sehr förderlich. Der Wettersturz im April hatte eine Unterbrechung der Feldarbeit zur Folge. Die Herbstsaaten überwinterten im großen und ganzen recht günstig und lassen eine gute Entwicklung erhoffen. Der Stand des W"iz"ns ist befriedigend. Der Anbml der Sommersaaten geht fast überall unt"r günstigen Verhältnissen vor sich. Der Stand der Rapsstaten ist wenig befriedigend. Der Klee läßt nur südlich der Donau eine günstige Entwicklung erwarten. Die Frühiahrskartoffeln sind nicht selten erfroren. Der Anbau der Zuckerrüben ist gegenwärtig in den meisten Rübendistrikt^n in vollem Zuge. Die Hopfcnpflanzungen und der Weinstock überwinterten gut. Gicsiener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 21. Avril 1905: Trüb, windig, R e genwetter, anbauemb sehr kühl. Nähere? durch die Gießener Wetterkarte. Familien Nachrichten. Verlobte. Fräulein Anna Lippert, Butzbach, mit Herrn Georg Becker Drauerfchwenb. — Fräulein Elise Naumann, mit Herrn Karl Weber, Romrob. ©rtflinar-Draöfmrnninflcn. sd. Darmstadt, 20. April. S. K. H. der Groß- h erzog ernannte am 19. b. M. den Musikbozenten an der Technischen Hochschule Dr. Philipp Nagel in Darmstadt zum Professor, den prov. Lehrer Friedrich Schmoll in Gießen zum Oberlehrer am Realgymnasium und der Realschule mit Wirkung vom 1. Mai 1905, den Amtsrichter Dr. Gustav Maurer in Butzbach zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg. — Prinz Heinrich von Preußen leistete am Mittwoch einer Einladung des Offizierkorps bc9 Felbart.-Negts. Nr. 25 in bas Kasino Folge. -i- Friedberg, 20. April. Der Polizei ist eß gelungen, ein paar Einbrecher zu v erhaften, die einen Einbruch in das Warenhaus des Kaufmanns DrebeS verübten und Kleider in Frankfurt versetzen wollten. Halle a. d. S., 20. April. Der bekannte Senator Schu lze - Giffh o rn, der Ehrenpräsident des Vereins deutscher Kaufleute, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er ist besonders durch seinen Kampf gegen die Konsumvereine bekannt geworden. Paris, 20. April. In parlamentarischen Kreisen wir^ inbetreff der Marokko-Debatte als besonders be< merkenswert beriwraelwb"n, daß die Redner dagegen Verwahrung eingelegt haben, daß die englische Politik sich Frankreichs gegen Deutschland b ebtenert könnte, sowie d»r zumeist sehr maßvolle, ja entgegen» kommende Ton, welcher gegen Deutschland an* * schlagen wurde. Bezüglich der Stellung Deleassss, dessen Rede sehr kühl aufgenommen wurde, sei es bezeichnend gewesen, daß Rouvier sich veranlaßt sah, das Wort zu ergreifen und die Verantwortlichkeit des gesamten Kabinetts ins Feld zu führen. Paris, 20. April. Die Morgenblätter kommentieren die gestrige Kammerdebatte und erklären fast übereinstimmend^ daß De le ass4 eine Niederlage erlitten habe, welche sein Verbleiben auf seinem Posten unmöglich mache. Rom, 20. April. In der Leitung der sozialistischen Vartei hat bisher die Mäßigung über gewalttätige Ansammlungen gesieat. Wenn keine unva"h<'raeseh'"n-'n Ereignisse eintreten, wird es zum General^eik nicht kommen. Die italienischen Arbeiter Haben keine SvmpatHieen für die Eisenbahner, die sich als privilegierte Klasse, als Aristokraten des Proletariats betrachten. Die Folgen der Eindellung des Frachtenverkebr? machen sich bemerkbar. In Neapel beginnt es an Schlachtvieh ?.n mangeln. Das Hafenlebm ist vollständig erstorben. Die Nahrungspreise steigen. Mailand, 20. April. Hi^r hohen zahlreiche Fabriken nur noch beschränkte Koßlenvorräte, doch werden die Eisenbahnaesellschaften sich mit ihren eigenen Depots ausbrlfen. Unter den Streikenden Herrscht große Entrüstung, weil der republikanische Führer, der Erdevutierte Zavattari, Präsident der B^hng^väckträger, seine Leute in den Dienst der Eisenbahn stellt. " In Genua soll der Streik seinem Ende entgegengehen. Der ^afenverkehr ist schwer geschädigt. Au? Turin wird aemeldet • Tie dortigen Streiken» den senden Emmissäre im Automobil aus, um Propaganda! zu treiben. Warschau, 19. April. In dem Vororte Powonsk) nahmen Polizei und Militär in der Nacht 200 Personen fest. Bei den Verhafteten rourben zahlreiche Revolver ge« funben. Tokio, 19. April. (Reuter.) Obgleich hier keine bireften Nachrichten eingelaufen finb, nimmt man an, daß bte baltische Flotte noch in der Vttcht von Kamranh ober in einem anderen Hafen von Annarn liege und bort die Vereinigung mit dem dritten Geschwader abwarte. Die Meldung, daß Rofbestwensky auf der Höhe von Kamranh kreuze und die neutrale Schiffahrt kontrolliere, erhöht hier die Erregung gegen Frankreich, welches dem Admiral erlaubte, den Hafen von Kamranh als Stützpunkt für feine Operationen zu benutzen. Seitens der japanischen Regierung verlautet nichts über der französischen Reaierung gemachten Vorstellunaen. Die Blätter fordern ein kräftiaeres Vorgehen, Telephonischer Kursbericht, Frankfurt a. M. BVoO/q Reichpanleihe . . 101.60 3V-i do. ... 90.90 3%% Konsole . .. . 101.55 do 90.80 Heepen .... 100.50 3% % Oberheaeen . . . 99.00 4% Oesterr. Go’drente . . 102 20 4%®^ Oesterr. Pilberrente . 101.15 4% linear. Goldrente . . 100.00 41/ Pal en Rente , , . 105 80 4 % Portn£rieR°r I . . . 67.70 3*V portntfipRpn. HI . . 67.70 1 % Unif. Türken . . . 89.00 Türkenloae —.— 4% G riech. Monopol- AnL 51.60 4'/,% äussere Argertiner 45.55 20. April, 2% Uhr Hu/n Mexikaner , . . . 35 58 4 %’’/■ Chinesen .... 9645 Electric. Set ackert . . , 139.50 Nordd. Lloyd . . , . 125.70 Krrditflktien .... 208.70 Diekonto-Kommandit. . . 189.20 Darmstadter Bank . . 143 20 Dresdener Bank .... 157 00 Her’in er Handeleges . .170 70 Oesterr. Staatabahn . . . 141 40 Lombarden 10.90 Gottharibahn 189.00 Lanrahütte .... 276.50 Bochnm ..... 251 90 Harener 218 25 Sta atschatzscheine . . . 100.60 Tendenz: fest. Columbus Cigarre ä S Pfg. unübertroffene Qualitätscigarre, keine Ausstattung nur Qualität, empfiehlt G. C. Volk, ©rünbergerftr. 4, Giessen. 1910 2200 Die Beerdigung findet Freitag den 21. April, nachmittags 31/, Uhr, von der Leichenhalle des alten Friedhofes aus statt Christian Jn^hardLt Carl Jnghardt. nach längerem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, dass unsere liebe, gute Mutter, Grossmutter und Schwester Frau Christian Jughardt Ww. Achtung! Bin von SamStaqmorgen, den 22. d. M., den ganzen Tag dm Lenz'sche« Felsenkeller mit einer großen Sendung ^Igenber Waren zum Verkauf anwesend, wie: 2108 SviNlst, Feldsalat, R 'dieschen, Blumenkohl, Kovssolnt, Zwiebeln, frische und einqem. Gurken, Avfelsinen, Citronen rc. Preise enorm billig Chr. Klein ailö Mü. Photographische Apparate und Bedarfsartikel Dunkelkammer y Photographische Arbeiten Adolf Bieler Marktstrasse 5 1299 Telegramm. Bringe Samstag auf den Brand eine große Menge Blumenkohl, Spinat, Kopfsalat, Feldsalat, feinste Gärtnergurken, Radieschen, Rettig, Spargel, Sellerie, Porree und Zwiebel. Alles ist frisch und wird billig verkauft. 02607 Hochachtungsvoll Frau Hammel Große Mühlgasse 6. Beutsche erslkLSolidana-Fahrrauer J v auf Wunsch Teilzahlung. T «—- Anzahl. 20, 30. 50 M. T Abz. 8—15 M. mon. T Beicherader von Y 64 M. an. Zubehör- t teile spottbillig. T Preisliste gratis und franko. T । J. Jendrosoh & Cbarlottenbarc 5. No. 209 44. hv% Prima Apfelwein empfiehlt 02560 L. Kalkhoi Nacht Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere liebe -Shitlcr, Schwester, Schwieger- mutter und Großmutter Georg Gras Wwe. geb. Balffer heute abend 10 Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die tranernden Hinterbliebenen. Gießen (Wolfstr. 14), den 19. April 1905. 2198 Die Beerdigung findet Samstag den 22 d M., nachmittags 2'/, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Blmnenspenden dankend verbeten. Wirtschafts-Verpachtung. Zu dem am 25. und 26. Juni d. I. stattfindenden 2195 Sängerfest zu Lohra soll die Wirtschaft am 25. d. Mts., vormittags 11 Uhr, in dein Elmshauserlchen Saale Öffentlich vergeben werden. Auch können sich Schießbuden-, und Karusselbesitzer ebendaselbst melden. Der Vorstand. J. Ricker’sche Univ.-Buchhandlung (Ernst Legler) Südanlage 5 Neben dem Gymnasium Bismarckstr. I Grosses Lager von 2193 Schulbüchern GesangMc^eipn Geschenkwerken für die Konfirmation Palmeng*art®n hv”z‘ Frankfurt am Main. M« Orehidec n - Sonder - Anxstellnnj Samstag den 29. April bis Sonntag den 7. Mai 1905. K liegt. bei unserem Rechner O. Meyer, Ludwigftr., von heute ab 8 Tage lang zur Einsicht unserer Mitglieder offen ■" " ' Der Vorstand. Mlltt-Tm-Vcrein Cießcn. Freitag den 21. April findet nachmittags der erste Sommerturngang mit Familie nach Lich statt. Abmarsch um 2 Uhr 15 Min. pünktlich vom Ludwigsplatz aus. Bei ungünstiger Witterung fällt der Tnrngang ent- ailtiq aus. — Wir machen weiter befannt, oaß der Voranschlag für dasVereinsjahr 1905^06 Trohe Am 3. Osterfeiertag, von nachmittags 4 Uhr an: Grosse Tanzmusik Es ladet ergebenst ein Philipp Seipp 02601 Gastwirt. 02429] Alle Mattungen kirnst!. Dünger empfiehlt Ster, Dammstraße 46. 024^0] Hochfeinste» Blütenmehl, prima Kaiserauszug, empfiehlt Mehlhandlg. Sier, Dammftr. 46. Wer Gartcmöbcl kauft, verlange erst Spezial-Offerte von hv*/4 Fritz Mack, Hummelstein-Nürnberg. Konkurrenzlos. Ot? la. TchminWch garantiert rein, p. Pfd. 50 Pfg., la. Bienenhonig garantiert rein, p. Pid. 1,00 Mk. empfiehlt 505 Hch. Arnold il. _________Mattt ftraße 28._________ Wrosen und Snilerfmcn sowie feinste Speisekartosfeln empfiehlt 02608 Fran Hammel, Gr. Mühlgaffe 6. 026171 Gut erhaltener Sportwagen zu verkaufen. Ludwigstraße 29, part. »erkauft,, 2199] Eine Kaute Mist billig zu verkauien. Walltotttt. 44. Mitt verkauft Viehhändler Baer, -Will [025391 Gr. 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