»richt. and. 3% Mexikaner . . P',% Chinesen . . Electric. Sobuckort . Nordd. Lloyd . . Kraditaktien . . . Diikonto-Kommandü. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeleges Oeeterr. Sfaatsbahn. Lombarden . . • Gotthardbahn . . • Lanrahütt® - • • Bochum • • • ‘ Harpener . ■ • • taatachatzscbems • : fest ___. 2er ehemalig? 5> gluckte mit dem Lu-, e, aber nicht gefährliche L. marokkanische Räubü- ächtiatesichallerspe-° von Ceuta. Er setzte die mgt aber für die Ütitfgti! V, Ascgeld. Angesichts dieser w anien den Kreuzers- W mit dem Befehl, to^ ’ 6ario5 Quinta und fit gtfteflt, um gegtb^S t'attoX k xmüchm Äiülleüe, ersHi>^ i Tod seiner Frau. . Hi Pinsk, Gouv. W! ister ein Bombenatter .13 . 21Ü I ,N ,16r . lü . 145 ■ . - .273 . 257. . 226: .100. Septbr Offizielle Schlosste ■ 5i"r * 1der A* Ge^t> ,, Donners^' * bie So„ 9ett. ZztzM iXnb’W" Ä*'Ä' 5 für Sw!jw. ' ”Äi~S ll’cÄ ZsW äs® ««s»* t Ätz' eeM VSb.1 wird aus wj^teisü v" feiner TeF. aur-uiuchen, «J hfi?Ö”crß ^rückzufiA - - b.ute einen längeren W deutsche Untersees gelaufen sei, muh dm MI ' ^eurs gebaut und dah' Ivarnosische Unterseeboot. aus dem franzöUI und an die deutsche Ogiern Verlangt eine eingehende M Nr. LL4 ErReS Blatt. 155. Jahrgang Samstag S3. September 1905 ■ & U i ■ e General-Anzeiger erfreut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Kamillen- llätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'schen Unwers.-Buch-u. Steindruckerei. ÖL Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. tldresse für Develchen: Anzeiger Gießen. FrrniprkchanlchliißNr.51. Bezugspreis: monatlich 7öPf.,oiertel- iährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2.— vierlel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12fßU auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polst, unb allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz-, für den Anzeigenteil: Sans Beck. Ire Heutige Kummer umfaßt 16 Seiten. Farteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. VL Jena, 22. September. Zu der Frage des politischen Massenstreiks, dem 6. Punkte der Tagesordnung, lag eine Resolution vor, die darin gipfelt, daß eines der wichtigsten Kampfmittel zur Abwehr politischer Verbrechen gegen die Sozialdeniokratie gegebenenfalls die umfassendste Anwendung des General- stretks sei. Bebel erörterte die Gründe, weswegen die Frage des politischen Massenstreiks aktuell geworden sei. Eine der Hauptursachen, die diese Frage zur Entscheidung reif machen, liege in dem Wachstum der Partei. Bebel weist auf die verschiedenen Strömungen innerhalb der Partei hin. Man habe gemeint, daß die Erörterung dieser Differenzen in der Oesfent- Iichkeit der Partei nach außen und nach innen geschadet habe. Der Dresdener Porteitag habe die Taktik der Partei aufs neue festgelegt nnd das ist eine historische Tat, die die Geschichte der Partei zu würdigen haben wird. Bulow Hobe liberale Neigungen von seinem Aufenthalt im Auslande mit- gibracht. Er habe sich zu Anfang gesagt, mit der sozialdemokratischen Partei laste sich noch etwas machen. Wenn man sie nut Sammetpfötchen ansaste, werde man wohl einen Teil herüberziehen. Dec Dresdener Parteitag habe diese An- stchten direkt gekreuzt. Bebel verbreitete sich dann über die Stellung der Sozialdemokraten im Reichstage. Der Parteitag nahm nach sehr langer, heftiger Debatte mit allen gegen 10 Stimmen den Antrag Bebel an, gegebenenfalls den politischen Massenstreik vor» zunehmen. Man schreibt uns aus Berlin: Der Verlauf des Parteitags läßt unzweifelhaft erkennen, daß der Einfluß der revisionistischen Richtung in der Partei kaum noch nennenswert ist. Bernstein, der Führer und Haupttheoretiker dieser Richtung, hat noch nie so schlecht abgeschnitten, als diesmal in Jena, wo die nm alten Kampsprinzip festhaltenden Parteimänner sich über die Revisionisten förmlich lustig machten. Im „Vorwärts4 wird ja Herrn Bernstein, der mit seinem eigenen Zeitungs- unternehmen Schiffbruch litt, noch hin und wieder ein Eckchen Papier zur Verfügung gestellt, damit er sich seinen Groll von der Seele schreiben kann. Doch die Abfertigung, die Abg. Ledebor, einer der Redakteure des „Vorwärts4, Herrn Bernstein in Jena zuteil werden ließ, unter heiterer Zustimmung der Versammlung, ebenso die heutige Rede Aebel's, macht es wahrscheinlich, daß der Revisionismus auch im „Vorwärts" nicht lange mehr eine Stätte finden wird, namentlich, wenn die angefeindete „ethisch-ästethische4 Tonart dieses Blattes einer ruppigeren4 weichen sollte. Der Revisionismus, zu dessen Führung und Entwicklung Bernstein z. Zt. eig.-ns au6 England herüberkam, würde bann nur noch in sozialistischen Zeitschriften ein schemenhaftes Wesen treiben. Voiitische Tagesschau. Der Tiroler Bauernstand. Kürzlich fand eine öffentliche Versammlung des Tiroler Bauernbundes statt, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Sillian im Pustertale, Schraffl, Mitglied des Reichsrats. Er war selber Bauer und kennt Land und Leu;.- außerordentlich gut. Die Versammlung, die im Freien stattfand, war, wie ' der „Köln. Volksztg.4 aus Bozen berichtet wird, von 1500 Bauern besucht. Die Redner, alle Bauern, sprachen fließend. Der LandtagSabg. Kienzl, ein Bauer aus dem Sarntale besprach in unverfälschter Bauerntracht die schweren Lasten, die durch Militär und Steuern den Bauern auferlegt sind; er verlangte die zweijährige Dienstzeit und eine vernünftige Finanzreform. Kienzl ist der geborene Volksredner. Seine Sprache ist originell, mit Bildern reich geschmückt, die attsnahmslos dem Bauernlcben entnommen sind. Andere Redner sprachen über Dienstbotennot, Bauernbund und Sozialdemokratie, echten und dummen Bauernstolz, Kunstweingesetz, städtische und ländliche Bodenreform 2C. Der niederösterreichische LandtagSabg. Stotler sprach über die Bauernorganisation und deren Aufgabe. In seinem Schlußworte beantwortete Abg. Schraffl die Frage: Warum organisieren wir uns im Tiroler Bauernbund? mit drastischen Beispielen über Güterzertrümmerung und Wirkung falscher Zollpolitik. Arn eindrucksvollsten warm seine Darlegungen über das Wahl- recht, über die Obstruktion im Reichsrat und die Untätigkeit des Landtages. Die Reden waren stellenweise sehr scharf, und der Aufruf in den Ausdrücken wenig wählerisch; oder es wäre falsch, diese Bauern kurzweg als Revolutionäre ober Sozialdemokraten zu bezeichnen. Alle Redner haben sich ausdrücklich dagegen verwahrt und Abg. Rainer hat den Gegensatz zur Sozialdemokratie dargelegt. Sein Wort: „Wir bleiben katholische, patriotische, deutsche Tirolerbauern,4 klang durch alle Reden durch. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf Pavst und Kaiser. ArMche Yeuigketten. Vom Zaren. Rach Meldungen aus P ii-räbu.rg’ wird das Kaiser- paar mit dem Thronfolger demnächst zu lcktägigem Slufcnt- halt auf dem polnischen Jagdschlösse S pa la eintreffen. Wie ein russ. Blatt aus angeblich gut unterrichteter Quelle erfährt, soll der Zar zu seiner Umgebung folgende Acnßerung gemacht haben: „Ich werde diesen Juden und Advokaten zeigen, was cd heißt, Verrat in Kriegszeiten und während der inneren Unruhen zu begehen." Man fürchtet, diese Aenßerung werde den Behörden neuen Anlaß zu rigorosen Maßnahmen gegen die Bevölkerung geben. In den Kreisen der russischen Botschaft zu Rom verlautet, daß ticr Zar nach erfolgtem Friedensschlnß den Wunsch geäußert habe, den infolge des Krieges verschobenen Gegenbesuch am italienischen Hofe sobald wie möglich abzustatten, und noch im Spätherbste dürfte der Besuch des Zaren in Rom im nächsten Frühjahr mit Bestimmtheit erfolgen. Neue Attentate. In Warschau wurde am Freitag im Sächsischen Garten eine Bombe geworfen, wodurch einige Personen verletzt wurden Sonst mürbe nur geringer Schaden angerichtet Tie Veranlassung zu der Tot ist nicht bekannt Ter Urheber des Bombenanschlags hat selbst Verwundungen davongetragen und ist festgenommen worden. Am Abend des 21. d. M. fand in Wasa (Finnland) im Marienpark eine heftige Dombencxplosion statt., In dem in der Nähe befindlichen Gouvernementsgebäude wurden 55 Fensterscheiben zertrümmert. Die Bombe war anscheinend mit Dynamit gefüllt. Menschen sind nicht verletzt. Ter Täter ist unbekannt. Tie Mordtaten in Nrga und Umgebung nehmen einen bedenklichen Umfang an. Vorgestern wurden auf zwei Direktoren der" dortigen Filiale der Frankfurter Anilin-Fabrik von Lcop. Eassella mehrere Schüsse abgegeben. Ein Kutscher wurde getötet, die Direktoren blieben unverletzt. Die Täter sind entflohen. In der Fabrik wurde seit vier Wochen gestreikt. Seit 8Tagen war die Arbeit wieder aufgenommen: bis auf einige Arbeiter wurden affe Ausständigen wieder eingestellt. Die nickt wieder eingestellten Arbeiter scheinen au5 Rache den Anschlag auf Direktor Goll und Ehemik^r Dr. Schmidt verübt zu haben. — In der Umgebung von Riga wurde ein Ehepaar ermordet n".d ein Ester erschossen. Der erste allgemeinrussische Bauernkongreß. Auf diesem Kongreß waren über 100 Delegierte aus 22 Gouvernements vertreten. Die Versammluna mar unter Mitwirkung der konstitutionell-demokratischen Elemente zustande gekommen. Die Debatten trugen im großen und ganzen daS Gepräge gemäßigt demokratischer Gesinnungen und vereinzelt wurden sozialistische Stimmen hörbar. Die Art und Weise, wie die Vauerndele- gierten sich über die jetzige Lage in Rußland äußerten, ist recht bezeichnend. Acke verurteilten das jetzige bur?ankratische Regime auf das äußerste und zeigten den festen Willen, gegen die Machthaber energisch zu kämpfen. ÄuS den Reden geht metter hervor, daß in zahlreichen Gouvernements sthon seit längerer Zeit Bauernorganisationen vorhanden waren, die von Zeit zu Zeit öffentliche Zusammenkünfte veranstaltet haben, welchen nicht selten mehrere tausend Menschen beiwohnten. Mehrere Redner berichteten über die Lage der Bauern in den Gouvernements, aus welchen sie delegiert waren, wobei sich natürlich ergab, daß diese Lage ä u ß e r st tr o st- los ist Als die ökonomische Ursache für diese Zustände bezeichneten die Delegierten meist den Mangel an Grund und Boden, als politische Ursache da? Vorhandensein einer Unmasse von verschiedenen Behörden, die den Bauern von allen Seiten behindern und die freie Entwicklung seiner Kräfte niederhallen. Ein Redner sprach sich dahingehend aus, daß die Bureaukratie nicht so zu fürchten sei, wie die Großgrundbesitzer, und daß die Verhältnisse noch schlimmer werden würden, wenn diese zur Regierung gelangten. Einige Redner klagten darüber, daß die revolutionären Proklamationen die Person de§ Zaren angriffen ;sie sagten, daß diese Angriffe nicht selten abstoßend auf die Bauernbevölkerung wirken. Trotzdem konstatierten sie die große ausklärende Bedeutung der Flugschriften für den Bauern. Verschiedene Delegierte bezeugten nicht nur Vertrautheit mit der Tagespresse, sondern auch mit der ernsteren wissenschaftlichen sozialpolitischen Literatur. Tie Notwendigkeit der Schulen und Blldungsanstalten wurde allenthalben anerkannt. Man sieht, daß ernste, tiefgreifende Aufklärungs- und Srganisationsbestrebungen unter den Bauern Platz greifen, welche erklärlicherlveise für die russische Entwicklung von großer Wichtigkeit ist. Aus Akademikerkreisen. Kiew, 22 Sept. Eine hier abgehaltene Studentenversammlung beschloß, die Studien wieüer aufzunehmen und die gewährte akademische Freiheit praktisch durchzuführen. — Zum Rektor der hiesigen Universität wurde der liberale Prof. Z i t o w i tz gewählt. Grenzverletzungen. Die Krakauer „Nowa Neforrna" berichtet über eine schwere Grenzverletzung durch russisä)e Grenzwache. In der Nähe des russischen Städtchens Kuzuyeow hätten am Mittwoch abend russische Grenzwachsoldaten Schmuggler, größtenteils österreichische Untertanen, von öfter- reichischem Gebiet auf ein russisches Polizeikommissariat gebracht, wo sie die ganze Nacht zurückgehalten und gefoltert worden seien. Das Blatt fordert die Regierung auf, von der russischen Regierung Genugtuung zu verlangen. Groß-Rominten, 22. Sept. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise mit Gefolge sind beute hier eingetroffen und von dem Landrat des Amtes Goldap, von Berg, empfangen worden. Berlin, 22. Sept. Zu der Fleischteuerung haben nun auch die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin Stellung genommen. Wegen der Höhe der Fleisch- preise beabsichtigen sie vom Standpunkte der Industrie und des Handels Berlins auS bei den Reichs- und Staatsbehörden darauf zu drängen, daß Maßnahmen ergriffen werden, welche die auS der^Fleischnot dem Handel und der Industrie erwachsenden Gefahren zu beseitigen geeignet sind. Oldenburg, 22. Sept. Bei den Landtagswahlen unterlagen in der Stadt Oldenburg die Sozialdemokraten vollständig, ebenso in Stadt Delmenhorst, wo sie bei der vorletzten Wahl wegen des Zwistes zwischen Städtern und Landleuten gesiegt hatten. In Varel siegte die sozialistische Liste. Wiesbaden, 22. Sept. Heute abend fand eine Vorbesprechung der Delegierten zum freis. Parteitage statt. Auf Vorschlag des Zustizrats Alberti-Wiesbaden wurde durch Akklamation Abg. Schm id t-Elberfeld, wie schon auf den näheren Parteitagen, zunächst mit der Leitung der Verhandlungen beauftragt. Zuerst stand die Frage der Geschäfts- ordnung zur Debatte. Eine längere Besprechung rief die Anregung' hervor, auch die Delegierten-Stellvertreter zu den Verhandlungen zuzulassen. Die in dieser Richtung gestellten Anträge wurden in vorläufiger Abstimmung abgelehnt, und die Mehrheit bewies, daß sie gewillt ist, die frühere Geschäftsordnung auch für diesen Parteitag gelten zu lasten. Die endgültige Entscheidung hierüber und über die Frage der Öffentlichkeit wird später getroffen werden. An die Vorbesprechung der Delegierten schloß sich der Empfang und die Begrüßung der Festgäste, wozu auch zahlreiche Damen erschienen waren. Trier, 22. Sept. Abg. Dasbach zog die bekannte Beleidigungsklage nach'ß 175 R.-Str.-G.-B. nach erfolgter Ehrenerklärung seitens deS Schriftstellers Brand zu Charlottenburg und des Redakteurs Schneidt zu Berlin zur ü cf. __ Ausland. London, 22. Sept. Hier werden Klagen laut über die neuesten Stege, welch« die deutsche Industrie über die englische Industrie errungen bat. Tie großen englischen! Schiffswerften versuchten Aufträge für den Bau russischer 'Kriegsschiffe zu bekommen, aber diejenigen Schiffe, bte nicht in Rußland selbst bestellt werden, werden in Deutschland gebaut. Dadurch wandern nach Deutschland viele Millionen Rubel, welche die Engländer gern für sich in Anspruch genommen hätten. Deutschland wird aber, wie es heißt, auch dort Japan auf Ko st en Englands bevorzugt. Japan hat große Bestellungen an Geschützen, Schiffspanzer und anderem! Kriegsmaterial in Deutschland gemacht. Wien, 22. Sept. Tie heutige Reichskonferenz der ö st r e i ch i s ch e n So zialdemokratie befaßte sich nut dem Eingreisen des Ministerpräsidenten v. Gautsch gegen ine Einführung des allgemeinen Stimm rechts in Ungarn. Pernerstorfer beatntragte, ein Manifest an die Arbeiterschaft zu richten, sie möge die Vorgänge im Kronrate nicht vergeben, ferner beantragte er eine Resolution, welche die sozialdemokati- schen Abgeordneten zum energischen und rücksichtslosestes Kampf gegen b n 3 Ministerium Gautsch auffordert. Die Wahl der Mittel wird dem Abgeordnetenverband überlassen. Im selben Sinne sprach Tr. 9ldler. Schärfere Tonart sÄugen die Abgg. DaSzinski und Schuhmaher an, die direkt die Krone und die Dynastie angriffen und stürmischen Beifall fanden. Schieß, lich wurden Manifest und Resolution angenommen. — Der Arbeiterversicherungskongreß befaßte sich heute mit der Frage der intemat. Unfallstatistik. RegierungSrat Kaan schlägt eine Resolution vor, nach welcher der Kongreß mit großem Interesse jene Beschlüsse zur Kenntnis nimmt, die bei der dicssährigen Session des Internationalen Statistischen Instituts in London in der Angelegenheit der Einrichtung einer Jnternatto^ naten Unfallstatistik gefaßt wurden. Ter Kongreß beschließt seinerseits die Einsetzung einer Kommission zum toeiteren Studium der Frage und beauftragt die Kvnrmission, sich mit der vom Internationalen Statistischen Institut eingesetzten Kvmmission inS Einvernehmen zu setzen. Sodann referiert Klein über die Frage der Errichtung einer Internationalen Unfallstatistik auf der Grundlage der Erfahrungen der deutschen Unfallstatistik. h Nach Referaten über den Grad der Unfallsinvalidität nnd über Unfallversicherung, sowie über Berufskrankheiten übernahm Ehrenpräsident Tr. v. Körber den Vorsitz und verkündete, nachdem der Delegierte Magaldi den Kongreß für die nächste Tagung nach Rom eingeladen hatte, daß Rom der Ort für den nächsten Kongreß sein solle. Es folgten die Schlußreden, in denen Geheimrat Tr. Bödicker, Präsident v. Kink und Ehrenpräsident: Dr. v. Korber die Ergebnisse des Kongresses würdigten. Nach einet Rede, in der Paulet-Frankreich den Tank für den den Kongreßmitgliedern zu teil gewordenen Empfang aussprach, wurde; bet Kongreß geschlossen. Konstantinopel, 21. Sept. Täglich finden üb etauS zahlreiche Verhaftungen und Daussuchungen statt, bet welchen eine große Anzahl Druckschriften und Korrespondenzen gesunden wurden. Tieselben sollen das Bestehen einer weitverzweigten Verschwörung erweisen. — Ein Minengang, der unter eine große Ka ferne in Pera führte, soll entdeckt worden sein. Tarin arbeitende Armenier sollen ausgesagt haben, daß auch in Stambnl unter der Moschee „Ajia Sofia" und in Skutari unter der Artille r i e ka s e rn c Minengänge angelegt seien. Tanger, 22. Sept. Ein Passagier der Jacht ;,§>vnor" behauptet, daß Baron von Forelt, unter dem Vorwand, eine Vergnügungsfahrt zu unternehmen, auf seiner Jacht eine bewaffnete Expedition nach der Sahara austüste unter B i l l i g u n g .E n g l a n d s. Zu diesem Zweck befinden sich an Bord der Jacht 3—4000 Wmdchester-Gewehre, Munition und Vorräte. Der Darou hat die Absicht, ehr Sahar areich zu grünben und zählt dabei auf seinen Einfluh auf die englische Regierung. Unterdes wird aus Las Palmas berichtet, daß die Jacht am 18. dort cingetroffen und am 19. nach Teneriffa weiter «gefahren sei. An Vord befanden sich der Baron, die Baronin Eowic der Kbrrcspondent der „Times" in Tanger Harris. Ncwyork, 22. Sept. Die „Newyork Tribüne" meldet aus Washington: Lee, der amerikanische Generalkonsul in Panama, berichtete dem Staatsdepartement, daß der Minister des Acußeren in Panama, de la Guardia bei einem Besuch in Sanjose über ein Einverleibungsabkommen mit Costarica verhandelt habe. Tokio, 22. Sept. (Reuter.) Die Japaner haben nördlich von Sachalin den amerikanischen Dampfer „Barra- couta" aufgebracht. Kolonialpost. London, 22. September. Nachrichten aus dem Somalilande besagen, daß sich eine neue aufrührerische Agitation unter den Esa- und Damikili-Leuten bemerkbar macht. Die französischen Behörden geben sich Mühe, um die Bevölkerung zu beruhigen. Man versucht außerdem den Waffenhandel zu unterbinben. Brüssel, 22. Sept. Die vom Kongo eingetroffenen amtlichen Nachrichten erwähnen nichts von der durch die am Mittwoch mit einem Postdampscr hier eingctroffenen Reisenden berichteten Niedermetzelung von fünf Weißen durch den Sultan von Djabbir. Die Expedition des Hauptmanns Lapaume hat vielmehr die Streitkräfte des Sultans von Djabbir, der sich nach Gapia rettete, in die Flucht geschlagen. Auch die Erhebung des Sultans von Nippe, der tot ist, und die Nachricht von der Desertion der schwarzen Soldaten wird in Abrede gestellt. Tie neueste Südwcftasrikarnschc Totenliste. Amtlich wird gemeldet: Zahlmeister Beyer in der Schutztruppe für Südwestafrika ist am 17. September 1905 in Schöneberg bei Berlin in der Maison de Saute an Lungenentzündung, Gehirnerweichung, zuletzt Herzschwäche, gestorben. '— Ein Telegramm aus Buca in Kamerun meldet: Oberleutnant Martin Sandrock, geboren zu Neumarkt, früher im Infanterieregiment Nr. 154, ist am 21. August 1905 in einem Gefecht schwer verwundet worden und nm 6. September in Massanga seiner Verwundung erlegen. Kcer und Ilotte. — Das Kaisermanöver dieses Jahres hat, wie man lins von fachmännischer Seite schreibt, weder im Inland noch ■rnt Ausland eine sonderlich günstige Kritik erfahren. Noch nie sind so viele, im Ernstfälle einfach u n m ö gl i che „le b en d e Bildet gestellt worden, noch nie waren Anlage und Durchführung der Gesamtidee in so häufigem Widerspruch zur k r i e g e r i s ch e n W a h r s ch e i n l i ch k e i t. Vorläufig liegen die Urteile des Auslandes, soweit sic überhaupt veröffentlicht werden, ja wicht vor. Aber was man sich in militärischen Kreisen über die Ergebnisse des Kaisermanövers erzählt, läuft einstimmig darauf hinaus, daß das Debüt des Generalguartiermcisters von Moltke, der den noch immer an den Folgen eines Unfalles leidenden Chef des Generalstabes der Armee, Grafen Schliessen, vertrat, kein glückliches genannt werden kann. Und es gibt gute Patrioten, die das mit Sorge erfüllt, — mit einer um so lebhafteren Sorge, als die Vorgänge der letzten Wochen und Monate gelehrt haben, auf wie schwachen Füßen im Grunde der vielgerühmte europäische Friede ruht. Es ist ja, trotz aller offiziösen Ableugnungen, nicht mehr ein Wort über die Tatsache zu verlieren, daß Generalleutnant von Moltke dazu ausersehen ist, die Erbschaft des greisen Generalobersten Grafen Schlicffen anzutreten. Es ist aber ebensowenig Geheimnis, daß General v. Moltke zweimal diese ihm bevorstehende Ehre mit der Begründung ablehnte, er fühle sich den mit ihr verbundenen Pflichten seiner Erfahrung und seinem Werdegang nach nicht gewachsen. Erst einem entschiedenen Befehl seines obersten Kriegsherrn gegenüber gab General von Moltke feinen Widerspruch auf. Tie Armee schätzt den General von Moltke als einen tüchtigen Frontführer und pflichttreuen, persönlichen Ehrgeizes entbehrenden Cbarakrer, und man bedauert daher um so lebhafter, ihn als Kandidaten eines Postens zu sehen, der den eigenen Wünschen des Generals ht keiner Weise entspricht. Eine thüringische Staatengemeinschaft? Die „Hildburghausener Dorfztg." erörtert eingehend den Plan einer „Thüringischen Union", einer Wiedervereinigung der durch Erbteilung unter den Zweigen desselben Fürstengeschlechts zersplitterten Territorien zu einem staatsrechtlichen Ganzen, die Uebertragung der Regierung an den jeweilig ' Ae liest en der crbfolgeberechtigten Glieder dieser einzelnen Linien, die Vereinigung der Stimmen der Bevollmächtigten zum Bundesrat nach dem bisherigen Verhältnis, und, soweit erforderlich, die organische Zusammenlegung der betreffenden Neichstagswahlkreise. In Betracht kämen die Einzelstaaten der Erneftiner, sodann die der Schwarzburger, der renßischen und der beiden mecklenburgischen Linien, eventuell alich die beiden lippeschen Lande nach Schlichtung der Erbstreitigkeiten. Hinsichtlich der ernestinischen Staaten werden die Grundlinien folgendermaßen vorgezeichnct: DaS Großherzogtum Sachsen - Weimar - Eisenach, die Herzogtümer Sachsen-Koburg-Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg werden zu einem „Großherzogtum Sachsen-Thüringen" vereinigt, deffen Flächeninhalt sich auf 9344 Quadratkilometer mit über 1 000 000 Einwohnern belaufen, also etwa dem des Großherzog- tuins Hessen gleichkommen würde. 2(u5 den einzelnen Territorien würden, unter entsprechender Zusammenlegung der zahlreichen Enklaven und Exklaven, Regierungsbezirke nach preußischem Muster gebildet, während die Hofhaltungen und Zivillisten der bisherigen Fürsten bestehen bleiben sollen. Das Schwergewicht in der Reform würde in der Vereinheitlichung der Finanzverwaltung und in Konsolidierung der Staatsschulden liegen, und gerade auf diesem Gebiete könnte nach Ansicht des Verfassers außerordentlich viel gewonnen werden. Die Staatshoheit ruht beim Großherzog, der die Negierung vermittelst eines Staatsministeriums und einer auf dem Zweikammersystem beruhenden Landesvertretung führt. Bis zur Verwirklichung solcher Pläne wird freilich wohl noch viel Wasser in der Werra an Hildburghausen vorbei- stießen. Vom ArbeiterversicherurigS-Kongreß. Wien, 21. September. In der heutigen Sitzung gab der Vorsitzende Dr. Bo ed icker zunächst Aufklärung über den gestrigen Zwischenfall, der zu einer vorzeitigen Schließung der Sitzung führte. Hierauf wurde die Debatte über die Vereinfachung der Arbeiteroersicherung fortgesetzt. Auch die heutige Debatte ivar ziemlich lebhaft. Hierauf wurden einige Referate erstattet. Marquis Ferero di Cambian-Turin erstattete Bericht über die italienischen nationalen Versicherungskaffen für die Jnvaliditäts- und Altersversorgung. Elle-Weimar befürwortet die Errichtung von Jnvalidenhäusern. Dr. Schröder-Kassel erörtert die Kapitalsanlage bei den deutschen Landesversicherungsanstalten. Bielefeld-Berlin bespricht das sog. Heilverfahren, Dr. Mugdan-Berlin den Einfluß der Rentenfestsetzung. Sodann wird die Diskussion über die Vereinheitlichung der Arbeiteroersicherung fortgesetzt^_______________________________ Die Kyolcra. Der preuß. „Staatsanz." meldet: Vom 21. September bis 22. September mittags wurden in Preußen neun choleraverdächtige, Erkrankungen, darunter zwei Todesfälle, an Cholera amtlich neu gemeldet. Von Neuerkrankungen kamen auf die Kreise Rastenburg eine, Marienwerder eine, Strasburg zwei, Randow drei, in einem Dorfe bei Stettin, in Posen eine, in Kolmar eine. Die Gesamtzahl der Eholerafälle beträgt bis jetzt 236 Erkrankungen, wovon 80 tödlich endigten. Um die Sicherheit der gesundheitlichen Ueberwachung des Schiffahrts- und Flößereivcrkehrs zu erhöhen, wurden weitere Stromüberwachungsstcllen eingerichtet: an der Memel bei Ragnit und Ruß, an der Gilge bei Lappienen (Ostpr.), an der Oder bei Greifenhagen, nn der Peene bei Wolgast, an der Dievenow bei Wollin (Pomm.). Die Stromüberwachung auf der Spree in ihrem Laufe durch Berlin von Stralau bis Saatwinkel wurde durch Bestellung zweier weiterer Aerzte verstärkt. Ferner wird gemeldet: Auf einem Kahn in Stettin ist ein Kind anscheinend an Cholera verstorben. In Lodz (Polen) sind an der Cholera nur Frauen und Mädchen gestorben. Das hygienische Komitee hat dort 180000 Rubel von der Negierung gefordert, um die Epidemie zu bekämpfen. Aus Stsdi und AauS. Gießen, 23. September. Sprechstunden der Redaktion: 12—1 Uhr mittags, 1/37—1,28 Uhr abends. •* Ein falsches Gerücht. Wir erhielten heute folgende Zuschrift: Verehrlicbe Redaktion des Gießener Anzeigers benachrichtige ich, daß die mich betreffende Veröffentlichung Ihres gestrigen Blattes gänzlich grundlos ist. Gießen, 23. Sept. 1905. Hochachtungsvoll Dr. Entfleisch. Also ist wieder einmal vom bekannten Darmstädter Sensationsnachrichtenburean, deffen Meldungen mitunter freilich nicht nur richtig, sondern auch von Wichtigkeit sind, so daß auch die sensationsfeindliche Presse seiner nicht ganz ent- raten kann, eine falsche Nachricht verbreitet worden, und zwar nicht nur in Gießen, sondern auch in Berlin, Frankfurt, Leipzig, Hannover u. a. O. — AuS bester Quelle wird uns heute von Darmstadt aus folgendes mitgeteilt: „Daß Dr. Gutfleisch ein Handschreiben S. K. H. des Groß Herzogs erhalten habe, wurde hier schon vor mehreren Wochen erzählt und verschiedentlich auch geglaubt: wir können auch weiter verraten, daß Herr Tr. Gutflcisth eine bei Hofe gern gesehene Persönlichkeit ist und schon häufiger vom Großherzog empfangen wurde, wenn auch vielleicht nicht in letzter Zeit. Dieser direkte Verkehr mit dem Landesherrn wird aber auch leicht erklärlich, wenn man weiß, daß Justizrat Dr. Gutfleisch der Necbtsbeistand verschiedener oberhessischer Standes- hcrren ist. _ 2Bir können nur wiederholt versichern, daß sich Herr Staatsminister Rothe zur Zeit der b e st e n Gesundheit erfreut (man kann ihn früh morgens schon um 9 Uhr, behaglich die Zigarre rauchend, die Rheinstratze entlang ins Ministerium gehen sehen) und gar nicht daran denkt, seinen Abschied zu nehmen. lUnsere Bemühungen, gestern noch vor Schluß der Redaktion, also kurz vor 1 Uhr, direkte telephonische Verbindung mit dem Staatsministerium zu erhalten, waren leider erfolglos. D Red.) Andererseits wird uns versichert, daß auch Herr Tr. Gutfleisch, dem schon früher der Eintritt in den Staatsdienst nahe gelegt worden war, keineswegs geneigt sein würde, die enormen Lasten eines solchen Amtes zu übernehmen. Tas vielleicht Interessanteste an den ganzen Rücktrittsgerüchten ist, daß man als den eigentlichen Urheber derselben einen bekannten Zentrumsabgeordneten betrachtet, der sich schon seit Jahren als ein schlecht prophezeiender Ministerstürzer betätigt hat. Derselbe Herr ist auch der parlamentarische spirituS ree tot des „Mainzer Journals". Inwieweit diese Meldungen in Bezug auf die Person des Herrn Dr. Gutfleisch richtig sind, haben wir wiederum leider nicht feststellen können. Herr Dr. G. ist gestern nachmittag zur Teilnahme an der Stadtverordnetensitzung hier gewesen, heute in aller Frühe aber zur Teilnahme am Parteitage der freisinnigen Volkspartei nach Wiesbaden gereist. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer am Realgymnasium, der Obcrrealschule und der höheren Handelsschule zu Mainz Dr. Becker zum Oberlehrer am Realgymnasium zu Darinstadt, den Fachlehrer Becker zu Bingen zum Hauptlchrer an der Baugewerk-und Gewerbeschule zu Bingen ernannt. • * Unsere telep honischen Kursberichte bringen wir von Montag an in ausgedehnterer Weise als seither. Außerdem sind wir von jetzt an in der Lage, täglich die Berliner Anfangskurse vom gleichen Teile aufzunehmen. * * Di e Nebenbahn st reckeStockhausen, Heldenbergen, Windecken wird, wie man uns mitteilt, am 1. Oktober eröffnet werden. * * Jubiläum. Die Firma Kühnhold hier, Ludwigs- straße 55, feiert morgen, Sonntag, ihr 2 5 jähriges Geschäft sjubiläum. ** Blumen Pflege durch Schulkinder. 'Auch in diesem Jahre haben die Schülerinnen der zwei oberen Klassen der Stadtmädchenschule wieder Blumenstöcke zur Pflege erhalten, welche, wie au9 dem Inseratenteile ersicht- licö, morgen, Sonntag, in der Turnhalle der Stadlmädchenschule zur Ausstellung gelangen sollen. Dabei wird, wie in früheren Jollen, auch wieder eine kleine Preisverteilung stattfinden, int)em diejenigen Kinder, welche die bestge- pslegten Pflanzen auf',uweisen haben, einen für die Blu- menpfleae geeigneten Gegenstand als Belohnuna erhalten sollen. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt durch eine kleine F-eicr Sonntagvormittag um 11 Uhr. Da die diesjährige 'Ausstellung noch etwas umfangreicher zu werden verspricht, als die früheren, so seien alle Blumenfreunde auch an dieser Stelle nochmals besonders darauf aufmerksam gemacht. Der Eintritt ist unentgeltlich. w. Nidd a , 22. Sept. Gestern fand zu Bin g enh eim die diesjährige Dekanatsshnode des Dekanats Nidda, statt. Die Predigt hielt Pfr. Werner-Nidda über Matth. 17, 1—9 und behandelte die Verklär ungChri st idamals und jetzt. Die Versammlung der Synodalen fand im Rathaus statt, wo Dekan Fischer die Begrüßungsworte sprach und nach Verlesung des Bescheids des Gr. Ober- konsistoriums auf die vorjährigen Synodalbeschlüsse, sowie nach Vorlage der Rechnung und des Voranschlags für die neue Budgetperiode den Rechenschaftsbericht erstattete., Danach haben sich die früheren Verhältnisse nicht wesentlich geändert. Nachdem noch der Bericht erstattet war über die äußere und innere Mission und über die Tätigkeit des Erziehungsvereins, referierte Pfr. Stotz- Rad- Heim, Kr. Gießen, über das Thema: „Die Erfahrungen der letzten 25 Jahre über Gründung, Leitung und Leistung der Kirchengefangoereine in Hessen und ihren Einfluß auf das kirchliche Leben. Das sehr fleißig gearbeitete, klare Referat fand allgemeinen Anklang. Man verhehlte sich nicht die mannigfachen Schwierigkeiten bei der Gründung von Kirchengefangvereinen, indem manche an dem Namen Anstoß nehmen, daß die bestehenden Gesangvereine keinen Raum lassen für einen neuen Verein, auch das weibliche ®fc= ment in den Vereinen nach der Verheiratung nicht mehr glaubt mittun zu dürfen. -ft Düdelsheim b. Büdingen, 22. Sept. Ein junget Mann namens Böckel stieg gestern in einer Scheuer umher und fiel mehrere Meter hoch herab. Obwohl er Schmerzen hatte, konnte er doch den folgenden Tag umhergehen. Heute morgen fühlte er sich plötzlich unwohl und nach einigen Augenblicken war er verschieden. * Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Schotten feierten am 20. d. M. Schneidermeister Georg Z e n n g e s und Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. — Ein Landwirt in Eimsheim erschlug in einem Anfall von Geistesgestörtheit mit dem Beil seinen ganzen Viehbestand. t9ermifd>tes» • Wolkenbruchartige Regen gehen fortgesetzt in dem von dem Erdbeben betroffenen süditalienischen Gebiet nieder, verwüsten die Felder, dringen in die Zelte und in die Zufluchtshütten und in die beschädigten Häuser. An verschiedenen Orten wurden durch Blitzschläge Menschen getötet oder verletzt und Häuser beschädigt. — In den Schwefelgruben von Caltanisetta auf Sizilien wurde ein starkes Erdbeben verspürt. Die Bevölkerung floh in wilda Panik. Ein heftiges Gewitter, welches ebenfalls von starken Erdstößen begleitet war, vervollständigte die Zerstörung. Mehrere Personen wurden getötet. Es fehlte an jeglicher Hilfe. — Im Gebirge San Raolino auf Sizilien stürzte eine Schwcfelgrube ein und verursachte einen ungeheuren Bergsturz. Ein Dors am Fuße de§ Gebirges wurde vollständig verschüttet. Die Einwohner halten sich unter freiem Himmel auf. Einige wurden verwundet. • Der Deutsche Keglerbund vollendet heuer sein 20. Geschäftsjahr. Das Jahr 1904/05 hatte einen Bestand von 30 Verbänden und 15 Klubs, sowie einzelnen Deutschen in Spanien, Holland, Oesterreich, Rumänien, Aftika rc. mit ca. 8300 Mitgliedern. Die größten Verbände sind die in Hannover und Berlin. Das jüngste Kind deS Deutschen Keglerbundes ist der Verband Wernigerode. In diesem Jahre fanden vier Gau-Kegelfesie statt: Das 6. Sächsisch-Thüringische Gaukegeln in Chemnitz vom 2. bis 5. Juli, daS 7. Nordd. Gaukegeln in Lübeck, auch vom 2. bis 5. Juli, das 7. Mitteldeutsche Gaukegeln in Halberstadt vom 16. bis 20. Juli und das 1. Rhein.-Westf. Gaukegeln in Barmen vom 12. bis 17. August. Das nächste (12.) Deutsche Bundeskegeln sindet Mitte Juli 1906 in Magdeburg statt. Berlin, 22. Sept. Die Verwaltung der Firma Chemisckr Werke vorm. Dr. Heinrich Byck verbreitet über Unregelmäßigkeiten ein Kommunique folgenden Inhalts: „Die in der Aufsichtsratssitzung unter Mitwirkung des neuen Direktors Litthauer provisorisch ausgestellte Bilanz per 30. Juni 1905 ergtrf einen erheblichen« Verlust, welcher in einer Höhe vor 350 000 Mark auf Unrichtigkeiten in der Bewertung der Bestäni» per 30. Juni 1904 zurückzuftihren ist. Die alsbaldige Erstattung der vollen 350000 Mark ist gesichert, so daß den Aktionären hieraus kein Schaden erwächst. Aus dem Geschäftsjahr 1904/05 verbleibt einschließlich von 68 000 Mk. Abschreibungen, ein Verlust von 240 000 Mark, welcher bis auf 30 000 Mark durch den Reservefonds gedeckt ist. Tie ungünstigen Ergebnisse bd letzten Jahres werden aus die Konjunktur und unrichtige Kalkulationen zurückgeführt, doch ordnete der Auffichtsrat eine weiten Prüfung an. Die definitive Bilanz läßt feine wesentlichen Veränderungen erwarten. Siegmund Byck ist aus dem Vorstand aus- geschieden. Kcrichtssaal. Ein böser Faschingsscherz. Während eines Maskenballes in der Turnhalle zu Alzey erlaubte sich der 19 jährige Schreiber Kloos von dort einemMädchen eine große Quantität Juckpulver in den Nacken zu streuen. Dieser schlechte Scherz hatte für das Mädchen, das sich vor Jucken am ganzen. Körper nicht mehr Helsen konnte, derartige Folgen, daß es be- wutzllos zusammenstürzte und in ärztliche Behandlung genommen werden mußte. Der Kloos, der ftüher Schreiber am Kreisamt in Alzey war, hatte sich am dortigen Schöffengericht wegen dieses Streiches zu verantworten. Mit Rücksicht auf seine brutale Tat erhielt er wegen groben Unfugs fünf Tage Haft. Gegen dieses Erkenntnis legte der Kl. Berufung ein, die an der Strafkammer in M a i n z zur Verhandlung kam. Der Angeklagte bestritt, groben Unfug verübt zu haben, nur einen Faschings- schcrz habe er sich erlaubt. Die Strafkammer ließ den „Scherzi nicht gelten, sondern verwarf die eingelegte Berufung als unbegründet, auch hat der „scherzvolle" Angeklagte die Kosten beider Instanzen zu tragen. — Ein Duell a u f dem M i l i t ä r s ch i e ß p l a tz zu G e r m e r s h e i m hatte ein Nachspiel vor dem Kriegsgericht. Der S a ni t ä t s s c r g ea u t S e e nr ü l l c r und der Unteroffizier Diehl vom 2. Trainbataillon wollten am 16. Juli beim Schießen mit einem Zielkarabiner dessen Schußweite und Wirkung erproben. Der Ilnlerosftzier schoß nach einem Vogel, verfehlte aber das Ziel, weshalb er dou dem Sergeanten ansgclacht wurde. Darüber hatte sich der Unteroffizier geärgert und richtete ohne Weiteres seinen Karabiner, in dem sich keine Kugel befand, gegen den Sergeanten. Im selben Moment drückte der Letztere {einen geladenen Karabiner ab. Die Kugel tnang dem Diehl in die Leistengegend und hatte eine dreiwöchentliche DiensUmfähigkeit zur Folge. Durch ftanbge- richkliches Urteil war Diehl wegen unvorfichtlger Waffenbehandlung zu 14 Tagen Mittelarrest verurteilt worden, während Seemüller vom Kriegsgericht der 4. bayr. Division zu Würzburg wegen des gleichen Reales nur zu 5 Tagen Mtttelarrest verurteilt wurde. Gegen das letztere Urteil ergriff der Gerichtsherr Berufung zum Oberkriegsgericht des 2. bayr. Armeekorps mit dem Erfolge, daß Seemuller wegen gefährlicher Körperverletzung mit 14 Tagen Gefängnis bestraft wurde. , 01 Leipz'.A' _ Tie von oer < f jem Privatdozen KeßorDr. Herman Nieliorber^h'b vald ernannt mord Petersburg, eedilät wurde der P früherer Lehrer Nikol Rudolf Bau tricknlieder, der-sa Wh des deuten ist am 2L d. R korben. Der D5te in Thüringen gebar Naturwissenschaften Trieft, seit dem Jal brachte ihm die,im „Zlatorog, eine ,lo hatten die im dara sahrrnden Gesellen", einen großen Leser Liedersammlungen „Sl)ielmamt5tiebeT" minder großen: Er mit Vorliebe alte chen. Mehrere 1 lebten neben sein neue Auslagen. - Wirtin" (Seinen : minder bekannter, (1844 geb.) Brudr i übrige Sonnenberg Karl Adolf Baum - Zum St, äußerst schaffen 5 Frankfurter LiinWr gefunden hat (ogl. i iruchbaren Boden c 'Mdrn, in der übet der V«in dief nicht zu einet Ve Adininisttalivn ei nicht nur im In Samten deutsche zu stände, so besi für Knnstsachen v flirt wirklich ein . . Berlin, 22 ikizitatsbran Ageyalten, bie [ Stunde vor Begi diesen Versammlun jann Qu§gef. Urden in nächster handeln. ‘ . i’Kii Az- "«ren, । ^Er-Nidda^anats fei ftÄiSq ;SÄ Lyren WrMt I 4 der '^rUiMe nid d" und ihre» A °uch dakİ (ei* »t «SÄ'* '" Za9 4tÄ? r°6[ ftÄHb? m" d-mB°il Mffjy i »°u- rl . Mullg derFimaChevus- \1 verbratet über Unreg^L le fotzenden Inhalts. ttÄng des neuen i Silan- ver 30. 5mm W V k sicher in emer hob .. in dn Dem« der BeD l S £ic alsbaldige M°» L s° d°tz den Aktion^ Ans dM öeifio^ w k'ä nein Ubscknelbukt ?Ä”öoW ^iNinflige« fej'H' l " .. r-fiut und unrichtige- > lLc,en llehen fortgesetzt i Wnen süditalienisch,^ cr< Men in die Zelte t e beschädigten Häuser. ? "ch Blitzschläge MeG mr beschädigt. - i tta auf Sizilien wurde : Bevölkerung floh in wil! . welches ebenfalls von staL t odüänbigte die Zecstömid lei. Es fehlte an jeglice!» rlino aus Sizilien stürzte pachte einen ungeheuruW uße de§ Gebirges wurde 1. *r halten sich unter fr^W erwundet. rbund vollendet hm s,ü I l904/05 hatte einen Stfim) I 6S, sowie einzelnen KHm n i, Rumänien, Mr. mii , ißten Serbänbe Ä dir iu || üngflt fiinb nigerode. b’fVm, 2^' Lto h. ^w\\, bas 7. M 2. bis ö. Juli, das 7.» öt vom 16. bis 20. Juli u n in Barmen vom 1'2. V. Deutsche Bundeskegeln fick 1 lrf*HSS \ n erlaubte Jucken mn^ dos lick >»or^ ÖQ^; »•Sg-;S MiE .»JÖ Sei ■■'S—1“ 'SjWä » Kleine Tageschronik. Bei einem gerichtlichen Lokaltermin in A n k l a m, anläßlich eines Grenzreaulierungsvrozesses schoß der Schlößer Rodde auf seine Grenznachbarin Fräulein P a s s o w und verlebte sie tätlich. Er gab sodann auf da? Ehepaar Passoiv zwei weitere Schüsse ab, die jedoch das Ziel veriebltcn, und erschoß sich hierauf selbst. — Bei dem Gute Perstohl bei Neubukow (Mecklenburg! stürzte Oberleutnant v. Stockhausen vom Infanterie-Regiment No. 76, mit seinem Pferde und erlitt einen dopoelten S ch ä d e l b r u ch. — Au? der Station Bischofsheim (Ostpr.) fuhr aus noch nicht aufgeklärter Ursache ein Personenzug in das Ladegleis, aus welchem einige Güterwagen standen. Der erste Wagen wurde aus den Schienen gehoben. Ein Händler aus Allenstein wurde leicht verletzt. — Im Wiener- Stadtbezirke Ottakring erfolgte in der Zelluoidiabrik Seiler eine Explosion, welche das Fabrikgebäude in Flammen setzte. Zwei Personen wurden getötet, drei schwer und sechs leicht verletzt. — In einer Privat-Klinik zu Berlin starb der Arzt Maschin aus Moskau an schwerer Gelbsucht. Der ihn behandelnde Arzt hält es für möglich, daß die Gelbsucht durch den Genuß giftiger Speisen, vielleicht giftiger Pilze hervorgerufen worden ist. Versammlungen abgehalten toerben. Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt. Kniversiläls-Arachrichten. Leipzig, 21. Septsr. Der bekannte Chemiker Professor O st w a l d ist heute zur Abhaltung der vom Kaiser angeregten Austauschvorlesungen nach Cambridge in Amerika abgereift. — Tie von der Akademie der Wissenschaften gu Berlin vollzogene Wahl des Professors der Chemie art der Universität M ü nchen Geh. Rates Dr. Adolf v. Baeyer zum auswärtigen Mitgliede ihrer physikalisch-mathematischen Klasse ist bestätigt worden. — Dem außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu Königsberg i. Pr. Dr. Emil Berthold ist der Charakter als Geheimer Mcdizinalrat verliehen worden. — Dem Privatdozenten der vhilosovhischen und Naturwissenschaft- lichen Fakultät der Universität zu Münster Dr. Max Dehn ist das Prädikat „Professor" beigelegt worden. — Ter Privatdozent Professor Dr. Hermann T r a u b e zu Berlin ist zum außerordentlichen Profesior in der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald ernannt worden. Petersburg, 21. Sept. Zum Rektor der hiesigen Uni- oersität wurde der Professor der Physik Borgmann gewählt, ein früherer Lehrer Nikolaus II. Kunst und Wissenschaft. Rudolf Baumbach t. Der Dichter vieler schöner Stu- ventenlieder, der Sanger manches Liedes, das auch in den'Liederschatz des deutschen Volkes übergegangen ist, Rudolf Baumbach ist am 21. d. M. in Meiningen, wo et als Dofrat lebte, gestorben. Der Dichter wurde am 28. Sept. 1840 zu Kranichfeld in Thüringen geboren, studierte auf verschiedenen Universitäten Naturwissenschaften und lebte, nach längerem Aufenthalte in Triest, seit dem Jahre 1885 in Meiningen. Seinen ersten Erfolg brachte ihm die,im Jahre 1877 erschienene poetische Erzählung: „Zlatorog, eine slovenische Alpensage". Roch größeren Erfolg hatten die im darauffolgenden Jahre erschienenen „Lieder eines fahrenden Gesellen", deren frischer, fröhlicher Humor dem Dichter einen großen Leserkreis zuführte. Es erschienen noch andere Liedersammlungen „Neue Lieder eines fahrenden Gesellen", „Spielmannslieder" usw. Daneben versuchte sich Baumbach mit minder großem Erfolge in der poetischen Erzählung, in der er mit Vorliebe alte volkstümliche Stosse darstellte, nnd im Märchen. Mehrere . Bände seiner Märchen und Erzählungen erlebten neben feinen beliebten Liederfammlungen immer wieder neue, Auflagen. Tas populärste seiner Lieder ist die „Lindenwirtin" (S’einett Tropfen im Becher mehr usw.). Sein nicht minder bekannter, ihm 1896 im Tode vorausgegangener jüngerer < 1844 geb.) Bruder war der freisinnige Parlamentarier und langjährige Sonnenberger Landrat, spätere Danziger Oberbürgermeister Karl Adolf Baumbach. — Zum Streit im Frankfurter Kunstleben. Die äußerst scharfen Verurteilungen, die anläßlich des entbrannten Frankfurter Kunststreites die Administration des StädelschenInstituts gefunden hat (vgl. untere No. 218, 2. Bl.) sind scheinbar doch auf fruchtbaren Boden gefallen. Es hat eine geheime Sitzung stattgefunden, in der über die Vereinigung sämtlicher Frankfurter K u n st i n st i t u t e verhandelt wurde. Der Magistrat, der der Vater dieses großen Gedankens ist, hätte nämlich, wäre nicht zu einer Verständigung geschritten worden, unbedingt der Administration ein Ultimatum stellen müssen. Kommt nun, was nicht nur im Interesse der Frankfurter, sondern im Interesse der gesamten deutschen Kunst sehnlichst zu wünschen ist, eine Einigung zu stände, so besitzt dann Frankfurt den bedeutensten Ankaufsfonds für Kunstsachen von allen europäischen Galerien. Dann ist Frankfurt wirklich ein Weltfaktor auf dem Gebiete der Kilnst. Arbeiterbewegung. Berlin, 22. Sept. Die ausgesperrten Arbeiter der Elek- ivizitätsbranche haben heute mittag zwei Versammlungen .abgehalten, die derart überfüllt waren, daß sie bereits eine (Stunde vor Beginn polizeilich gesperrt werden mußten. In diesen Versammlungen wurde mitgeteilt, daß bis jetzt circa 8000 Mann ausgesperrt seien. Weitere größere Entlassungen '-verden in nächster Zeit erwartet. Es kann sich noch um 2000 Mann handeln. Am Sonntag sollen mehrere Massen-Proteft- Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Japanische Konversion. In London soll man gegenwärtig mit dem Plane umgehen, eine Konvertierung innerer japanischer Anleihen in äußere niedriger verzinsliche herbeizuführen. Eine Mitwirkung deutscher Finanziers soll beabsichtigt sein und sei man bereits in Fühlung mit den Großbanken getreten. In erster Linie mit den Kreisen der Deutsch-Asiatischen Bank. In Berlin soll in dieser Sache schon eine vorberatende Sitzung stattgefunden haben, die aber zu keinem Resultat führte. Auszug aus -rn Stanreermsgrelnsteru der Stsd! bießro. Aufgebote. September. 20. Peter Schäfer, Schriftsetzer dahier, mit Elise Lüllig in Adelsheim. Eheschließungen. September. 16. Gottlieb Geller, Metzger dahier, mit Luise Müller hierfelbst. 16. Albert Merlau, Geschäftsführer dabier, mit Margarete Kempf Hierselbst. 16. August Habicht, Bauschlosser dahier, mit Anna Erna Heyer Hierselbst. 16. August Datz, Kaufmann dahier, mit Elisabeth Schmoll hierfelbst. 16. Franz Gottwald, Handschuhmacher dahier, mit Anna Marie Zins Hierselbst. 21. Hermann Jung, Zioilingenieur in Frankfurt a. M., mit Emma Elisabeth Abel in Holzheim. Geborene. September. 10. Dem Schirrmann Konrad Schomber eine Tochtex, Frieda Marie Johanna. 12. Dem Schmied Louis Töll ein Sohn, Ernst. 17. Dem Gefangenaufseher Heinrich Ludwig Basier eine Tochter. 18. Dem Kaufmann Edaar Borrmann eine Tochter. 20. Dem Fuhrmann Robert Theodor Armann eine Tochter, Ottilie Martha Alice. 20. Dem Schuhmacher Kaspar Döring ein Sohn, Georg Friedrich. Gestorbene. September. 15. Marie Josefa Kunz, geb. Bode, 56 Jahre alt, Ehefrau des Weichenstellers 1. Kl. Jakob Kunz dahier. 18. Heinrich Michael Merz, 73 Jahre alt, Ingenieur dahier. 18. Emma Heil, 7 Monate alt, Tochter des Schneiders Reinhard Heil dahier. 20. Karl Euler, 35 Jahre alt, Landwirt dahier. Kriginak-Aral-tmklsnngen. Berlin, 23. Sept. Die „Rationalztg." schreibt: Die Verhandlungen im Handelsministerium wegen Beteiligung des Staates an der Rheinisch-Westfälischen Bergwerksgesellschaft nehmen einen befriedigenden Verlauf, sodaß ihr Abschluß bereits in den ersten Tagen der nächsten Woche erwartet werden darf. Der Erwerb der Hibernia für den Staat und der Eintritt der fiskalischen Zeche Gladbeck in das Kohlensyndikat dürfte im Zusammenhänge mrt der Regelung der Hüttenzechenfrage gesichert sein. Berlin, 23. Sept. Auf der Radrennbahn in Treptow stürzte der Dauerfahrer Stellbrink beim Training. Er erlitt eine schwere Kopfwunde und einen Bruch beider Arme. — Auf der Radrennbahn Steglitz geriet beim Training ein Motor in Brand. Der Motor- fuhrer erlitt beim Ablenken des Motor? auf den Sand erhebliche Brandwunden an den Händen. Der Rennfahrer Schulze-Zehlendorf kam zu Fall und brach das Schlüsselbein. — Laut „Vorwärts" beträgt die Zahl der ausgesperrten Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft 6 0 00 und bei den Sie- menS-Schuckertwerken 2 5 00. Erfurt, 23. Septernber. Gemäß dem Anträge der in Sachen der Fleischnot gewählten gemischten Kommission beschlossen die Stadtverordneten, unverzüglich an den Reichskanzler und den Landwirtschaftsminister eine vom Magistrat ausgearbeitete Eingabe abzuschicken, die die sofortige Oesfnung der Grenzen fordert. Die Eingabe hebt ausdrücklich hervor, daß dies der Wunsch der gesamten hiesigen Bevölkerung sei. Dresden, 23. Sept. Die 4. Strafkammer hat den Leutnant der Landwehr, Maschinen-Fabrikanten Paul K ü hsel, wegen SittlichkeitSoerbrechen, begangen an 20 Mädchen, zu 2 */z Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Leipzig, 23. Sept. In dem Prozeß gegen den ReichsfiskuS wegen Anrechnung des Probejahres bei dem Besold ungsdien st alter wies das Reichsgericht die Revision des Klägers, Obertelegraphisten Tews-Hamburg, zurück. DaS Landgericht und das Ober» landesgericht in Hamburg hatten bereits die Klage abgewiesen. Bamberg, 23. Sept. Der Kongreß für Denk-, m als pflege sprach sich für die Erhaltung des Königlicherr, Opernhauses in Berlin aus. Daris, 23. Sept. Wie aus Tanger gemeldet wird, wurdg irrt Auftrage des Sultan? die Familie des ehemaligen! K'riegsministers Elmcnebhi verhaftet. Elmcnebhi selbst befindet fick' augenblicklich in Egyvten. — Witte verläßt heute Daris und begibt sich direkt nach Berlin. Wie verlautet, hat Witte zwar hier mit Pariser FinrmcierS und Herrn tfifajcl vom Berliner Hause Mendelswlm konferiert, doch handelt es sich noch nicht um den Abschluß einer Anleihe. Witte äußerte hier wiederholt, daß er fürs erste weder Aussicht noch auch den! Wunsch habe, in Rußland eine leitende Rolle m der inneren Politik zu spielen. Er scheint zunächst die Entwicklung den Tinge abwarten zu wollen und gedenkt den Winter in Nervi zu ber«* bringen. Passau, 22. Sept. Bei dem gestrigen Elsenbayn- unsal zwischen Mitterfels und Wiespoint wurde außer dem Zugführer auch der bayrische Landtags«bg. Echinger verletzt. W a r s ch a u , 23. Sept. Zu dem D o m b e n - A t t e n t a t auf d"s Bankgeschäft Scheresckewski wird gemeldet: Nachdem der Attentäter ins Spital gebracht worden war, antwortete er auf die Frage noch Namen und Wohnort: Ich bin Anarchist und wohne in der ganzen Stadt. Nach dem Bombenwurf feuerte er auf der Flucht drei Revolverschüsse ab, die aber fehl cnngen. Wie konstatiert wurde, war er ein paarmal beim Bankier schere- sckewski gewesen, um eine Beisteuer für soziale Zwecke zu fordern. Infolge des Attentats fanden wieder zahlreiche Judenverhast-i ungen statt. .. ,, Tokio, 22. Sept. (Reuter.', Die Zahl der direkt an den Thron gerichteten Denkschriften von verschiedenen Persönlichkeiten und Körperschaften, in denen der Frie- densdertrag verurteilt und der Kaiser dringend gebeten wird, die Ratifizierung zu verweigern, beträgt setzt über 40. Am bemerkensw.rtesten ist eine Adresse, drei von sechs Professoren der kaiserlichen litti« oerfität unterzeichnet ist. Jetzt wird bekannt, daß entgegen den Versicherungen des Ministerpräsidenten Katsura eine Klausel des Friedensvertrnaes besteht, durch welche Japan sich verpflichtet, die LaperousestraßH nicht zu befestigen. Unter den Kaufleuten macht sich eine Mißstimmung darüber geltend, daß Japan solche Beschränkungen seiner territorialen Freiheit auferlegt werden. Die Konstitutionalisten nehmen nach und nach eine feste oppositionelle Haltung bet; Regierung gegenüber an. Kursbericht 4°/0 fiuesere Argen tiner Tendenz: schwächer. S*/2o/o 3 e I, Sevichtrvsllzie-T. Wie neu wird Jeder 9 m.Bechtcl'» Scklmiar.«akl. R seife gewaschene Stoff jeden R Gewebe?, vorr. i. Pack. z.40H0 bei «ust. «alter, Q Ein prima 16 Monate alter Uns wurde heute eine Tochter geboren. Trier a. d. Mosel, den 22. September 1905. 4955 Emi8 Schsnaü, Hess. Hof. 4898 Der Vorstand Hafer-Mehl. Schönster Au>flugsort! D*°, und franko. [ss'^A Sonntag, den 24. September beginnt am [4763 Tapeten-Reste Gteßcu (4967 (von 5 bis 20 Rosten) 4336 Blockstrasse 2. Bureau Reform. 4074 W Daselbst: 4958 wozu ergebenst einladet Der Besitzer fhuif-(Gernd)c Vereine 5. Oktober d. I. StemsSr&sse -4Ä Große Volks-Belustigung Karussell, Schiessbuden Kraftmesser wozu ergebenst einladet (06276 Philipp Seipp, Trohe. Es 4940 Hotelier Franz Schlich u. Fran Therese, geb. Weber. Raummangels halber gut erh. Bett ».Waschkommode, wie neu, zu verk. West-Aul. 50, p. [4929 steht zum Verkauf bei [06297 Kaufmann Fiedler Dorlar bei Wetzlar. Penaten Crtoe verhindert sicher jedes Wnnd- werden derHaut, Durchlaufen, Schwcitzstttze,HautauSschlägcrc. 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