Nr. 145 Zweites B,E. 155. Jahrgang Mc&etrd StzttH mit Ausnahme des Sonntag-, b W trte Hetzen« LainMenblSNer" werden dem JA /? ^Anzeige, viermal wöchentlich betgelegt. Der MM M (J gl Ej R M H '1\ N vT H »helstlch« Landwirt- erjchevu monatUch einmal v V* W D V M v W* 14 V D W* Xy v Freitag 23. Juni L 905 fRotationSbrud unft Verlag bet VrQ hl Ich« UniDcrfuätöt>ruderet fft Lange. (Btefeak Redattion, ExpedtNon u. Trudetet ScbulfH. t, Tel *Jit. 6L TeleginLldr. i Vlii^etyei <£ufetib General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sieben. «■■ ........ ■-.■■""■ !____!2L1"J»!LE Aie deutsch-franzöflsche Kriegsgefahr. Die Wochenschrift .Europa* (VerlagSges. Europa, Charlottenburg, Niebuhrstr. 1) teilt in ihrem uns beute auf den Redaktionstisch gelegten Heft 23 mit, daß Fürst Bülow kurz nach dem Beginn des Marokko-Konflikts an den Kriegsminister und den Generalstabschef die Frage gerichtet habe, ob Deutschland für den Fall eines Kriege- bereit sei. Wer aufmerksam die deutsche auswärtige Politik der letzten Monate verfolgt hat, dem sagt diese Meldung nichts Neues. Cie mag dementiert werden, weil sie vielleicht nicht ganz genau den Tatsachen entspricht. Aber das unterliegt keinem Zweifel, daß die Leiter unserer auswärtigen Politik mit der Möglichkeit gerechnet haben, daß Deutschlands entschiedenes Auftreten Frankreich gegenüber Folgen haben könnte, bei denen die Mittel der Diplomatie versagen. Ist daraus dem Reichskanzler ein Vorwurf zu machen, wenn er die Konsequenzen des deutschen Protests auf jegliche Eventualität hin erwog? Daraus ergab sich die einfache, logische Notwendigkeit, sich zu überzeugen, daß im Notfall der Arm gerüstet sei. Hören wir, was unser vorzüglich informierter Berliner R.-Ko rrespondent dazu schreibt: „ES ist nicht richtig, was behauptet wird, daß Fürst Bülow den Zusammenbruch Rußlands zu einem Gewaltstreich gegen Frankreich habe aus nutzen und den Marokko-Fall als Vorwand gebrauchen wollen. Wer das behauptet, besitzt von dem wirklichen Stande der Dinge keine Kenntnis. Die Absicht der Ucberrumvelung, sobald Zeit und Gelegenheit günstig, war auf französischer Seite vorhanden. Es war das Ziel des Ehrgeizes des Ministers Delcassö, der alle Vorbereitungen auf das eifrigste betrieb. Hinter diesen schönen Plan Delcassßs war man in Berlin rechtzeitig gekommen, rechtzeitig genug, um dem gänzlich verblüfften .Herrn das Kartenhaus einzustoßen. Deutschland mußte scharf und energisch auftreten, sonst hätte sich 'die deutsch-französische Verbindung eines Tages sehr überraschend und heftig gegen uns gewendet. König Eduard persönlich, das weiß man, w i d e r st r e b t diesem Gedanken. Auf seinen Einfluß ist eS jedenfalls zurückzusühren, daß Delcassö die anfänglich herausfordernd trotzige Haltung im Marokko-Streit vorübergehend mäßigte. Tlber es konnten Verhältnisse kommen, die sich 'stärker erwiesen als die Friedensliebe des Königs. Die Leidenschaft der Nationen konnte den Krieg erzwingen. Wir behaupten: Weit entfernt, daß in Berlin die Absicht obwaltete, eine Störung des Friedens hervorzurufen, war das Ziel unserer Politik vielmehr auf die Erhaltung des Friedens gerichtet. Zu diesem Zweck war es erforderlich, das Feuerchen, das Delcassö zur Mehrung seines Ruhmes angelegt hatte, entschlossen und so vollständig als möglich auszulöschen. Wie, sollten etwa die Leiter der deutschen Politik seelenruhig abwarten, bis Delcassä Holz genug zusammengebracht hatte, den Brand riesengroß zu machen, sollte man auf eine derartige Intimität zwischen Frankreich und England warten, daß man im Ernstfall beide Mächte geschlossen gegen sich hatte? Das wäre ein sehr ungeeignetes Mittel gewesen, die Katastrophe zu verhüten. Wenn die deutsche Politik sich diesen Zeitpunkt aussuchte, Frankreich Farbe bekennen zu lassen, so tat sie das auf Grund genauer Wissenschaft, daß in diesem Augenblick, wie immer die Auseinandersetzung mit Frankreich sich gestaltete, England keine Waffenhilfe leisten würde, und daß auf den Beistand Rußlands, einfach wegen des ostasiatischen Krieges, Frankreich ebensowenig rechnen konnte. Mit einem Wort, es war gelungen, D e l c a s s 6, der sich sehr nahe dem Ziel dünkte, Deutschland isoliert zu haben, sein eigenes Jsoliertsein drastisch vor Augen zu führen. Als trotzdem Del- casse, mit dem Mut der Verzweiflung, im französischen Ministerrat auseinandersetzte, Frankreich brauche einen Krieg mit Deutschland nicht zu scheuen, da wurde Delcassö von den ob dieser Sprache ganz entsetzten und die Schwäche Frankreichs besser kennenden Kollegen an die frische Lust des Privatlebens befördert. Delcassä hatte aus guten Gründen das Geheimnis, an welchen Abgrund leine Politik Frankreich geführt, möglichst lange zu wahren verstanden. Wir waren anfangs Mai in Paris. Dort hatte man keine Ahnung von der Zuspitzung der Situation. Wir sprachen mit Politikern, mit Finanzleuten, mit Militärs, mit sonst sehr unterrichtetem französischen Journalisten — nirgends wurde dem Marokko-Konflikt eine tiefere Bedeutung beigemessen, nirgends sah man eine Gefahr. Erst im Juni, nach dem Sturze Delcasses, erkannte das „Volk der Rentner" mit äußerster Bestürzung, in welcher Krisis es sich befunden hatte. Die Ernüchterung der englisch-französ. Beziehungen herbeigeführt zu haben, das ist der nicht gering zu veranschlagende Erfolg der deutschen Politik. Die Situation stellte England vor die '.mausweichliche Frage, ob es Frankreich beistehen würde, und der Bescheid lautete einmütig, daß Eng- larrd momentan nicht in der Lage sei. Man versteht, daß die inzwischen von englischer Seite reichlich gespendeten guten Ratschläge als wohlfeile Worte in Paris aufgefaßt werden." „Nationalztg.* und „Lokalalanz." bereiten soeben in anscheinend vom Auswärtigen Amt beeinflußten Auslassungen darauf vor, daß die Verständigung über Marokko auf sich warten lasten wird. Al8 gewiß dürfte gelten, schreibt die .Nationalztg.*, daß die weiteren Verbandlungen geraume Zeit in Anspruch nehmen werden. Schärfer präzisiert der ,Lokatanz.* die deutschen Einwendungen gegen die neueste Note Frankreichs: Die zahlreichen Vorrechte, die Frankreich, selbst wenn cS zu einer Konferenz kommen sollte, für sich reserviert sehen will, stimmen wenig überein mit dem durchaus ablehnenden Standpunkt des Sultans von Marokko gegenüber den französischen Neformvorschlägen. Nach einem Tele- grnmm des „Bert. Tagebl.* ist in Paris die optimistische Stimmung, die einen Augenblick lang herrschte, wieder im Schwinden begriffen. Von den verschiedensten Seiten werde die Befürchtung geäußert, daß Deutschland eine Verständigung nicht wünsche. Dies Mißtrauen wird wohl von der Kriegsfurcht eingegeben sein. Rouvier scheint, bei allem guten Willen zur Verständigung, von seinem Vorgänger daß nicht glückliche System übernommen zu haben, präzise Fragen nicht präzis zu beantworten, sondern allerlei Abschweifungen zu machen. Es könnte doch der Moment kommen, da die deutsche Politik den Weg der unmittelbaren Vereinbarung mit dem Sultan von Marokko den komplizierten Auseinandersetzungen mit Frankreich vorzieht. Rouvier, so heißt es, wünscht Zeit zu gewinnen. Deutschland hat nicht die Absicht, Zeit zu verlieren. W. T.-B. meldet heute aus Paris unterm 22. Juni: Die auf Marokko bezügliche Note Frankreichs ist dem deutschen Botschafter geftem abend übergeben worden. In dem ziemlich langen Dokument gibt Ministerpräsident Rouvier, wie verlautet, zunächst einen historischen Ucberblick über die Frage und hebt die ganz besondere Lage hervor, in per sich Frankreich gegenüber Marokko befinde. Rouvier erllärt dann, Frankreich habe sich stets als Anhänger der „offenen T ü r" in Marokko, sowie als Anhänger der I n t e g r i t ä t des marokkanischen Gebietes und der Souveränität des Sultans gezeigt. Bezüglich der geplanten internationalen Konferenz äußert sich der Ministerpräsident weder zu stimmend noch ablehnend. Er stellt in der Note gewissermaßen eine akademische Erörterung an Über die Gründe, die für und gegen eine solche Konferenz sprechen, und Über die Bedingungen, unter denen die Konferenz in den Augen der sranzösischen Regierung eine Daseinsberechtigung hoben würde. Mit dieser Note hat natürlich die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich nicht an Terrain gewonnen. Im französischen Ministerium des Aeußeren ist man, so heißt es, überzeugt, daß wenigstens einer der wichtigsten Differenzpunkte, die bei den Besprechungen Rado- lins und RouvierS zu Tage traten, die, von Frankreich zu seinen Gunsten verlangte Grenz-Regulierung bei Udjida, ohne Einspruch Deutschlands durch direktes Neber- einkommen Frankreichs mit dem Sultan sich werde beseitigen lassen. Im Zusammenhänge damit dürste die Abreise des gegenwärtig in Paris weilenden Juinot Gam- betta nach Fez stehen. Minder einfach liegt nach französischen Anschauungen die Angelegenheit der Schaffung eines Polizetkorps in den Küstenbezirken. Dem „Figaro" zufolge beansprucht Deutschland zwar keineswegs für sich die Teilnahme an der Leitung der öffentlichen Sicherheit, weder in den Küstenbezirken noch in anderen der algerischen Grenze ferner liegenden Distrikten, wolle aber auf der Konferenz befürworten, daß eine andere Macht, etwa Spanien von der allgemeinen Kongreß-Kommission mit dieser Aufgabe zu betrauen sei. Nach einer Berliner Privatmeldung, wonach die Verhandlungen zwischen Nadolin und Rouvier einen glatten Fortgang nehmen und auf das Zustandekommen einer Konferenz hindeuten, bemerkt der der englischen Regierungspartei nahestehende .Daily Graplsic*, England werde sein Verhalten durchaus denEntschlüsten Frankreichs anpassen. Immerhin gehe auS der unverkennbaren antibritischen Spitze der deutschen Aktion hervor, daß Kaiser Wilhelm stch von England feindlichen Ratgebern völlig habe umgarnen lassen. Lord Landsdowne selbst wolle seine Politik demenflvreckend gestalten. Ministerpräsident Rouvier empfing gestern den deut» scheu Botschafter Fürsten Nadolin. » Zur rechten Zeit erscheint fetzt im Verlag von Stephan Geibel in Altenburg ein Reisewerk über Marokko au5 der Feder be8 deutschen FvrschungSreiscudm Rudolf Zabel unter dem Titel „Im muhammcd-anischen Abendlande". Tagebuch einer Reise durch Marokko. Die Durcharbeitung drk Stoffes in den unS vorliegenden drei ersten Lieferungen des Buckes läßt erkennen, daß man es hier mit einem wertvollen Werke zu tun hat. Es erscheint zunächst in 15 Lieferungen zum Preise von 60 Pf. Rudolf Zabel unternahm die Reise nach Fez, bereu Ergebnisse und Erlebnisse er in dem vorliegenden Werke beschreibt, während des ia auch jetzt in Marokko noch nicht völlig niedergeschlagenen Aufstandes wieder rt5 erster Europäer, nachdem diese von ihren Gesandtschaften nach der Küste zurück- berufen worden waren. Er führt den Leser direkt an die Orte, wo sich marokkanisches Leben und Treiben an der Quelle studieren läßt. Dest 1—3 enthalten interessante und sesselnde Schilderungen des Reisenden über feine Ausreise, besonders aber über baß Leben und Treiben in Tanger, jcu*m nördlichem Küstennest Afrikas, in dem die allerverschiedensten Russen und Nationen zusammenkommen. Mit Humor schildert er den Kleinkrieg, der sich seinerzeit in der 1 Umgebung von Tanger absvicltc, die Nochrichtemägerei der französischen und spanischen Joumolisteu, die dorthin geflutet waren, und die Vorbereitungen zu feiner Landreise. Dabei sind auch in diese Kavitel Beobachtungen und Mitteilungen über Land und Leute geschickt eingestreut. .............. ■■■jg 4. Sitzung her Grofch. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. (Schluß.) Gießen, den 16. Juni 1905. 2 Ersatzwahl zur Handelskammer. Auf An» trag der Handelskammer hat das Großh. Ministerium deS Innern verfügt, das; anstelle der verstorbenen Mitglieder A. Katz und E. Balser aus Gießen gemäß § 19 Abs. 5 des Handelskammergefetzes für den Rest der Wahlperioden der Verstorbenen eine Ersatzwahl vorzunehmen ist. Die Ersatzwahl hat unter Zugrundelegung der bei der letzten Ergänz- iing^af/t festgestcllten Liste der Wahlberechtigten stattzufinden. Tie Handelskammer beschloß, die Wahl am Dienstag den 27. d. M. nachmittags 2—6 Uhr im Bureau der Handelskammer vornehmen zu lassen. Derjenige Kandidat gilt für die längste Amtsdauer gewählt, aus den die meisten Stimmen entfallen. Zum Wahlkommissar wurde Herr C. W. Nowack, zu Urkundspersonen bezw. Stellvertreter wurden die Herren Karl Georgi, Adolf Zurbuch und Albert Wallenfels, sämtlich aus Gießen, gewählt. 3. Versagung der Ueberarbeit bei Ve rstoß gegen § 13 7 der Gewerbes rdnung. Nach den hessischen Ansführungsanweisungen zur Gewerbeordnung ist die Genehmigung neuer Anträge auf Ueberarbeit von Arbeiterinnen über 16 Jahren zu versagen, wenn gerichtliche Bestrafimgen wegen Zuwiderhandlungen gegen § 137 der Gewerbeordnung, der Bestimmungen über die Beschäftigungsdauer solcher Arbeiterinnen enthält, oder andere Tatsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, daß in dem Betriebe des Ätntragstellers eine gewissenhafte Beobachtung der gesetzlichen Vorschriften nickt zu erwarten ist. Die Handelskammer zu Qffenbach a. M. teilte mit, daß einer Anzahl industrieller Unternehmungen ihres Bezirkes auf Grund dieser AusführunaSanweisung die Genehmigung zur Beschäftigung von Arbeiterinnen über 16 Jahren über die gesetzlich fcftgelegte Zeit hinaus für immer versagt worden sei. Diese nie verjährende Bestrafung einer BerfehlunA gegen § 137 der Gewerbeordnung sei außerordentlich hart und eS empfehle sich deshalb eine Abänderung jener Verordnung. Die hiesige Handelskammer bat auch bei einer größeren Anzahl industrieller Firmen ihres Bezirks eine entsprechende Umfrage veranstaltet, doch sind ihr derartige Fälle, wie solche in Offenbach vvrgekommen sind, nicht mitgeteilt worden. Es liegt hier jedoch eine ganz außergewöhnliche Härte in den Ausführnngsbestimmungen vor, die auch bei hiesigen Firmen leicht zu ähnlichen Schädigdafür die städtische Behörde ist. Und zwar insofern, als,polizeilichen Vorschriften sind in den meisten Fällen sehr in ihr gerade, wo man in erster Linie Verständnis für die dehnbar. ES ist nicht unrecht gehandelt, wenn durck einen Grundforderungen des Städtebaus voraciSsetzen sollte, eine unverantwortliche Gleichgiltigkeit gegen bau- kün st le rische Fragen antrifft. Mit Recht sagt Professor kleinen unschädlichen Nachlaß auf der einen Seite, int Interesse des StraßcnbildcS auf der anderen Seite etwas Wertvolles erreicht wird, was unter gemeinen Umständen OTtCTEiaeRESTSÄBBESTan Kie SLadrbauveöölden und die moderne Architektur. Von einem hervorragenden Berliner Archi fetten erhalten wir folgende Zuschrift: Die sog. Verhunzung und Verschandelung des städtischen Straßenbildes wird heute in den Hörsälen der Technischen Hochschulen und Bauakademien gebührend kritisiert, trotzdem aber machen sich die in erster Linie Berufenen, nämlich die privaten Bauineister in unseren Städten, zu wenig Gedanken darüber, ob ihre Bauwerke auch den Anforderungen entsprechen, welche der moderne Städtebau und die Kunst- anschanungen unserer zur echten Antike zurückkehrenden Zeit stellen. Wir finden leider immer noch auf den Arbeitstischen der meisten Baubureans unserer mittleren und kleinen Städte zu häufig die oft recht zweifelhaften Schablonen-Vorlagewerke einer langlebigen, heute aber endlich abgelebten Periode, in der mein im Laufe der Jahrhunderte die schöne echte Antike mit immer neuen unpassenden Zutaten versah, vorherrschend Werke, die früher überhaupt das Em und Alles der Baubeflissenen waren. Die besten Werke aber unserer Bauästhetiker und besten Städtebauer sind dort noch gar zu wenig anzutreffen, die dem neuzeitlichen Städtebau so vieles gegeben haben. Immerfort muß man mit Erstaunen die Wahrnehmung machen, daß Bauwerke entstehen, be bei jedem ästhetisch Empfindenden Entsetzen Hervorrufen müssen, namentlich an solchen Stellen, die eine besonders pietätvolle Behandlung verlangen. Wenn man dieser eben gerügten Erscheinung auf den Grund gebt so findet man meistens, daß der eigentlich Verantwortliche Henrici-Aachen hierzu: ^Aus den Bauordnungen und baupolizeilicken Vorschrllten sind alle nur irgend entbehrlicken, den freien Willen des bauenden Bürgers beffbräurbüben Bestimmungen zu entfernen, soweit eS sich nickt. um Konstruklionssickerheit, Feuerstcherheit, Gcsundluüts" vorschristen und Verhinderung der Schädigung sonstiger privater und öffentlicher Interessen haiidelt/ Jedes Zuviel an baupolizeilichen Einzelbestimmungen ist schlimmer als der Mangel an persönlichem Einfluß, den die städtische Behörde nach bester Ncögl'chkeit sowohl auf die Ballmeister wie ans die Bauherren ausüben soll. Zu einer solchen Beeinflussung ist vielfache Gelegenheit gegeben. Sie wird aber nur da vorauSzusetzen sein, wo die städtische Bauverwaltung einer Persönlichkeit untersteht, die gediegenes Kunstwissen und geläuterten Kunstgeschmack besitzt. Weder einem Stümper noch einem Ignoranten wird es gelingen, einen privaten Ballmeister oder Bauherrn dazu zu bewegen von einem greulichen Fafsadenauspntz oder einem sinnlosen, entstellenden Erkeraufbau oder von einer unsinnigen Türmchenaufkleberei abzubringen. Dagegen wird ein Mann von Wissen und Takt sehr wohl int Stande sein, in dieser Richtnng wirken zu können, sei es auch dann und wann unter Gewährung einer kleinen Gegenleistung dadurch, daß hier ober dort von der satzungSmäßigen Strenge der baupolizeilichen Vorschriften etwas nachgelassen wird, foweit der einzelne Fall dies ohne Not zuläßt. Die bau- nicht ermöglicht worden wäre. Wir können mit Beispielen dieser und ähnlicher Art dienen. So ist es jüngst in Magdeburg möglich gewesen, durch das persönliche Eingreifen des Stadtbaurats einen alten köstlichen Giebel zu retten, der heute einem Neubau in der Gegend, wo der Giebel früher stand, kunstmäßig eingefügt ist und bei Nichteingreifcn des Stadtbauamtes vielleicht umgekonlmen wäre, zum Schade» der städtischen Architektur. ' Aus anderen Städten — e« sind nicht immer nur reiche Großstädte — wird berichtet, wie dort die Stadtverwaltung Konkurrenzen veranstaltet, um Fassadenentwürfe von künstlerischem Werte zu erhalten, die in den Besitz derStadt ül'ergehen und im Bedarfsfälle den ausführenden Privatarchitekten unberechnet zur Verfügung gestellt werden Kommt es vor, daß sich ein Architekt mit gröblicher Absicht den Wünschen des guten neuen Geschmackes widersetzt, indem er vielleicht eine hübsche grüne Ecke in bester Lage einer Stadt durch eine» protzigen kahlen Bau auf ewig verhunzt, so bet eine intelligente und mit dem Geschmacke ihrer Zeit fortschreitende Baubehörde Mittel genug in der Hand, ein solches Vorgeben durck strengste Handbabnng der baupolizeilichen Vorschriften gebührend zu vergelten. 'Wer fich über bie Wünsche Einsichtsvoller in rücksichtsloser Weise lsinweg- setzt, der darf sich über eine gleiche Wiedervergeltnng nicht wundern. s o o 2 auf s (9 9 9 cv Ö D C 2 < Ö) V) Z 2 |LL)Cll UlK^LSOOXiüÖ'C wil cs je&t au Der Jett bui im Sinne des Gesetzes sind. 6. Nachdem bte and.rui beuijüjcn DundtzSftaatcn lange genug ein vriiiuicu ^üry-eijJi PrcutZenS im Sinne der Eulenburg- Regelung übernehmen ober alsbald in ihrem Gebiet die Fürsorgeeinrichtungen schassen. . c ,ri a ££ r . Das Wandern, so legte er bar, wird nicht ausznrotten fein, so lange cs noch Arbeitslosigkeit gibt. Aber eingeschränkt und geregelt kann es werden. Das Hauptmittel ist eine möglichst umfassende und zentralisierte Regelung des Arbeitsnachweises unter weitgehender Benutzung des Telephons und der Eisenbahn (mit womöglich herabgesetzten Preisen), Verbindung der Arbeitsnachweisstelle mit einer Wanderarbeitsstätte, und die Forderung eines Ausweises, das; die Wanderer den Arbeitsnachweis in Anspruch genommen, oder doch die Wanderarbeit geleistet haben (Wanderschein). Das alles ist aber nur durchzuführen,. wenn die städtischen Armenverwaltnngen für diejenigen, die sich bei Wanderordnung nicht fügen, eine Obdachlosenverforgung mit strengerer Arbeitsforderung einrichten. Sie ist durchführbar, wenn die Vagabunden in solchem Fall vor die Wahl gestellt werden, sich diesen Forderungen zu fügen oder.dem Amtsgericht wegen Landstreichens überwiesen zu werden. Die staatlichen und städtisüMi Behörden dafür allgemein zu gewinnen, ist die große Aufgabe. Diese soll die Kirche und ihre innere Mission, als Vertreter der Barmherzigkeit Christi, unermüdlich auf sich nehmen. c. „ Welch großen Schwierigkeiten die notwendige Regelung des Wanderwesens tatsächlich begegnet, ergab die weitere Besprechung. Allerdings tonnte Oberregierungsrat Falch aus Württemberg die erfreuliche Erfahrung berichten, daß der dort sehr ausgebaute Arbeitsnachweis das Wandern bereits vermindert habe. Aber für das Gros der Wanderer ist schwer, Arbeit zu finden. Ueber- haupt versagen lokale Mittel, es geht nicht ohne staatliche Regelung und Kontrolle. Zugleich wurde aber doch die zuversichtliche Hoffnung ausgesprochen, daß die Erkenntnis der Notwendigkeit einer solchen Regelung durchdringen werde. Der anwesende Vertreter des Württembergischen Ministeriums des Innern, Regierungsrat Köhler, konnte die erfreuliche Versicherung geben, daß die Kgl. Württemb. Regierung einer solchen durchaus geneigt ei. Mehrseitig iuurbe die Erhöhung des Preises für einen Wan- derfchein von 25 auf 50 Pfg. als sehr erschwerend beklagt. Von einer Resolution wurde abgesehen, sondern jedem Anwesenden die Resolution, der feste Entschluß, empfohlen, diese Sache nach Kräften mit Wort und Tat, vor allem auch durch Aufklärungsarbeit in der Presse, zu fördern. Aus Stadt and AmÄ. Gießen, 23. Juni 1905. ** Auf den Hoherodskopf unternimmt der Vogelsberger Höhenklub am Sonntag, dem 2. Juli, seinen Haupt- Ausflug. Beginn des Festes ist um 12 Uhr mittags, dann folgt Konzert und geselliges Zusammensein. Die Festwirt- schast ist dem Klubhauswirt I. Stern übertragen. Um weit- möglichste Mitteilung dieser Einladung in Freundeskreisen wird gebeten. Letzte Züge: Schotten ab 8.30 nachm., Gedern ab 8.18 nachm. (Anschluß nach Frankfurt, Gießen, Friedberg), Mücke ab 9.06 nach Gießen, 10.02 nach Fulda, 10.08 nach Laubach, Ilbeshausen ab nach Lauterbach 6.14. *• Der Männerturnverein veranstaltet am nächsten Sonntag einen Familienausflug nach dem idyllisch gelegenen ,Goetheplatz" bei Garbenheuu (j. a. I.). •* „Sommer-Wohnungen im Vogelsberg", ist oer Titel eines vom Vogelsberaer Höben-Klub her- Oas bleiche Aussehen die eingefallenen, matten Augen, der unreine Teint, Mangel an Appetit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Müdigkeit, Abge- pannlheit, nervöse und noch manch' andere Erscheinung bei jungen Mädchen jungen Frauen, bei Kindern, Rekonvaleszenten u. s. w. beweisen, daß das Blut derselben nicht richtig zusammengesetzt ist, und seine Ausgabe, den Körper in all' seinen Teilen zu ernähren, nicht Nachkommen kann. Blutarmut, Bleichsucht später ernstere Krankheiten sind die Folgen der mangelhaften Ernährung und deshalb sollten Erscheinungen, wie die oben angeführten stets gleich Beachlung finden und sofort bekämpft werden. Gerade auf dem Gebiete der Ernährung und Blutbildung sind in der letzten Zeit neue, sehr interessante wissenschaftliche Forschungen und Versuche gemacht worden, deren Resultate die Be- hanplung rechtfertigen, daß bet einigermaßen ernstem Willen heule die Bluiarmut auf einfache Weise mit Leichtigkeit zu beseitigen ist. Dieser wissenschaftliche Fortschritt beruht darauf, dem Körper diejenigen Lebens- und Aufbaustoffe, welche er vornehmlich zu einer gesunden und kräftigen Blutbildnng bedarf, in genügenden Mengen und in einer Form zuzufübren, die sofort ohne jede Beschwerde von den Säften aufgenommen und in die Blulbahn übergestihrt werden. Tas zu erreichen, ist seit langem das Streben der Wissen^ schäft, weil es stets von größter Wichtigkeit ist, die Blutarmen und die Kranken richtig zu ernähren. Eisenmutel und lünsttiche Nähr- Präparate, Hämatogene u. s. w. sind ungenügend, weil sie entweder zu teuer oder nicht in entsprechenden Quantitäten ohne L>chädlgung gegeben werden konnten. So blieb es das Verdienst des aus dem Gebiete der Ernährungslehre bekannten pr. Arztes vr. Ac. Heim alle Faktoren, welche zu einem wirklichen Nähr» und Kräftigungsmittel nölig sind, in vorzüglicher Weise zu vereinigen. Er brachte das Eiweiß der frischen Milch, das Lecithin (Phosphor) durch irisches Eigelb unter Zusatz von löslichem Eisen und Kakao m eine Form, die sofort von ersten wissenschaftlichen Autoritäten als vorzüglich anerkannt wurde. Tie damit in bekannten Berliner Kliniken, peüanslatten, Spitälern von Professoren und lausenden praktischen Aerzten augeftellteii Versuche haben ergeben, daß m dem „Bioion genannten Präparat ein großer Fortschritt aui dem Gebiete der E r n ä l) r u ng kranke r M e n s ch e n durch rascheste Erzielung eines gesnnden, kräftigen Blutes gemacht wurde. Tas Bioson ist in Den Apotheken, Drogerien usw. das /2kg M.3.-* erhältlich, woselbst auch die hochinteressante Broschüre „Die Blut- erneuerungs-Kur" von Dr. Rob. Schultze und die amtlich beglaubigten Berichte vieler Hundert Aerzle in tausenden von Fällen gratis zu haben ist. Bioson ist wohlschmeckend, leicht herzuslellen und kann am Morgen anstatt Kastee oder Tee getrunken werden, wodurch auch der nachteilige Einfluß der letzteren auf Die Retven, den 'Magen u. s. w. luegmllt. Bioson spart den Kranken viel Geld, weil ferne Anwendung täglich nur wenig kostet und teure Elsenmittel, Hämatogen, Nähr- praparate, Lebertran u. s. w. überflüssig macht. 41. Jahresversammlung der südwesideutschen Konferenz für innere Mission. (Original-Bericht pes „Gießener Anzeigers") IL PA. Stuttgart, 20. Juni. Ter zweite Tag war einem spezielleren, aber weit über die Kreise der inneren Mission hinaus interessierenden Thema gewidmet, dem „Ausbau des V e r p f l e g u n g s - und Her - ber gsw esens". Diese so hochnötige Arbeit ist vielfach auf das tote Gleis gekommen. Der bekannteste und begeistertste Vorkämpfer der Fürsorge für die armen Wanderer, „die Brüder von der Landstraße", wie er sie nennt, Pastor D. von Bodel- schwingh in Bielefeld hat eigens zu diesem Zweck die Wahl zum preußischen Landtag angenommen, um dort Die gesetzliche Regelung des Vcrpflegungs- und Herbergswesens zu betreiben und hat tatsächlich durch den unwiderstehlichen Einfluß seiner begeisterten Persönlichkeit erreicht, daß im Abgeordnetenhaus ein solcher Gesetzentwurf vorgeicgt worden ist. Pastor von Bodel- schwinghs Hauptmitarbeiter, Pfarrer Mörchen, berichtete in der heutigen Versammlung im Heimatland der Naturalverpflegungsstationen (einer Erfindung des verstorbenen Oberamtmanns H u z e l in Blaubeuren) über Die aus den bisherigen Erfahrungen erwachsenen Forderungen für den gesunden Ausbau der Verpflegungsstationen. Er faßte seine Ausführungen in Leitsätze zusammen, von denen die wichtigsten folgende find: 1. Ob „Vagabunden", ob „Brüder von der Landstraße": Gemeinwohl, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit erfordern in gleicher Weise, daß wir uns der Arbeits- und Obdach- und Heimatlosen annehmen. 2. Zersplitterte Privatwohltätigkeit der Einwohner ist die allerungeeignetste Art der Hilfe und wird zur Uebettat, weil sie den Arbeitsuchenden nichts nützt, die Arbeitsscheu unterstützt und das Landstreichertum großzieht. 3. Einseitige „Represston" — polizeilich-gerichtliche Abwehrund Strafmaßregeln — ist ungerecht, grausam und tatsächlich unausführbar, weil des Volksgewissen sich mit Recht dagegen sträubt, unschuldig Notleidende und zum Betteln Gezwungene auch noch zu bestrafen. , 4. Das „Wandern" Arbeitsuchender läßt sich gesetzlich nicht verhindern und nur zum geringsten Teile durch Eisenbahnbeförderung ersetzen. Es kann aber und muß für mittellos Wandernde zweckentsprechend geregelt und sorgfältig überwacht werden. 5. Notwendig ist eine Neuorganisation der Fürsorge auf reichs- oder landesgesetzlicher Grundlage unter dem leitenden Gesichtspunkt des Arbeitsnachweises, unter Darbietung von Arbeitsgelegenheit, Physisch und sittlich sauberer Unterkunft und ausreichender Verpflegung: a) Zentralisierter, gemeinnützig-kommunaler, Paritätycher Arbeitsnachweis für einheimische und wandernde Arbeitsuchende; , b) Waiiderarbeitsstätten in alkoholfreien Herbergen, möglichst Herberge „zur Heimat": Wanderordnung und Wände: kon- trolle (Wanderschein); , . , . c) Städtische „Bboacyloseir-Verpflegung" mit verschärfter mehrtägiger Arbeitsforderung für „Wanderbummler", welche durch ihr eigenes Verhalten von Der ordentlichen Fürsorge (a und b) sich ausschließen, aber doch nicht strafwürdig ausgegebenen netten Büchleins, das in gedrängter Kürze die reiche Zahl der Luftkurorte und deren Wohnungs- re. Verhältnisse, sowie Ausflüge und Spaziergänge im Gebiete des Vogelsbergs angibt. Das Werkchen ist vorn Vogelsberger Höhen-Klub in Schotten kostenlos zu beziehen. *» Römerkastell in Alzey. Bei der Anlegung eines Kellers an der Dautenheimerlandstraße in Alzey stieß man, wie man uns berichtet, auf die Grundmauern des Römerkastells, dem wahrscheinlich Alzey seine Entstehung und seinen Ramen verdankt. Das ganze Kastell soll bloßgelegt und erforscht werden. Die betreffenden Grundstücke werden vom Staate angekauft. Da die Gegend reich an Funden römifeben Ursprungs ist, hofft man auf ein reiches Ergebnis der Ausgrabungen. 0. L a u b a ch, 22. Juni. Im hiesigen gräflichen Schloßgarten ereignete sich dieser Tage ein Unglücksfall. Ans dem außerhalb des Gartens führenden Gombachswege scheute das Pferd des Maurermeisters Seitz von hier und rannte mit dem Wagen durch eine offene Stelle in die durch den Garten führende Hauptstraße. Das Tier rannte mit dem Wagen wider einen der großen Prellsteine, den der Wagen etwa 20 Meter weit fortschleifte. In seiner Angst sprang der Fuhrmann vom Wagen, der sofort über ihn wegging. Schwer verletzt wurde der Verunglückte in das Johann Friedrich-Stift gebracht. Das Pferd kam mit dem TLagen alsbald zum Stehen und ein Darauf sitzender Knabe blieb vollständig unverletzt. r. Alsfeld, 22. Juni. Das diesjährige 3 2. Gau- turnsest des Gaues Hessen findet am 1., 2. und 3. Juli in Alsfeld statt. p. Ehringshausen, 21. Juni. Vom Missionar Friedrich Diehl, der seit dem Jahre 1896 in Der rheinischen Mission auf Station Tungkung in der chinesischen Provinz Canton tätig ist, erhielten dieser Tage seine hier wohnenden Angehörigen eine Karte folgenden Inhalts: z. Zt. Hongkong, den 17. 5. 05. Meine Lieben! Br. Linden und ich traten am 9. d. 9)1. eine Reise per Boot nach Dem Tsangsching- und Lung m u n- Kreis an und wurden in der Nacht vom 11. auf den 12. gegen 1 J/-> Uhr von Flußräubern überfallen. Sie haben uns total ausgeraubt und dazu Dem armen Bruder Linden noch das linke Bem unterhalb der Kniescheibe zerschossen. Er liegt jetzt im Hospital in Tungkung mit großen Schmerzen. Uhren, Ringe, GelD und sonstige Wertsachen sind fort. Gott fet Dank, daß Schwereres verhütet ist. Wir hätten ja beide des Todes sein können. 1 J/2 Stunden stand ich vor Dem gclaDcnen Gewehr eines Räubers. Nach Barmen schrieb ich ausführlich, kleine Zeit ist zu kurz zu einem Brief. Von Tungkung schreibe ich bald ausführlicher. fc. Frankfurt a. M., 22. Juni. Unter dem Verdacht der schweren Kuppelei uni) des Mordversuchs auf seine Ehefrau wurde der Inhaber einer „Damenkneipe in der Neuen Schlesinger Gasse, Max Schubert, verhaftet. Er soll, während er mit der ebenfalls verhafteten Kellnerin Händel ein Verhältnis unterhielt, feine Frau an zahlfähige Gäste verkuppelt und wenn sie ihm den Willen nicht tat, mit Totschlag bedroht haben. Dann hat er überhaupt ver- sucht, sie aus dem Wege zu räumen, indem er ihr Kali und Chloroform in die Suppe goß. s 9teu-Isenburg, 22. Juni. Ein hiesiges Pärchen stand kurz vor der Verheiratung. Als nun vor einiger Zeit ein Verwandter aus Australien m der Familie der Braut zu Besuch kam, verliebte sich diese in ihn und ging dieser Tage mit ihm durch. Dem unglücklichen Bräutigam hinterließ die Treulose das von ihr bereits angekaufte Mobiliar und ihr drei Jahre altes, uneheliches Kind. i./Jj ba. . ■li’.j gJuanct haben, ii UL Die c..J reichst schliche imgett führen kann: die Kammer beschloß daher, die An- < regung der Handelskammer zu Offenbach zu unterstützen. \ 4. Frankaturvermerk bei Vorausbezahl- । ung des Frachtzuschlages für Angabe des ■ Interesses an der Lieferung. Nach der Eisenbahn- , verkehrSorDnung ist im Eisenbahngüterverkehr bei Vorausbezahlung Der Fracht, ovrauSbezahlung der Fracht emschl. Zoll, ?Sorausbezahliing Des Zolles ohne gleichzeitige Vor- 1 ausbezahlung der Ware oder bei Teilfrankaturen ein ent- 1 sprechender Frankattlrvermerk in der im Frachtbrief hierfür ' vorgesehenen Stelle vorzunehmen. Es ist angeregt worden, einen Frankaturvermerk auch bei ausschließlicher Vorausbezahlung des Frachtzuschlages für Angabe des Interesses ;an der Lieferung ohne gleichzeitige Frankierung Der Ware zuznlassen. Die Handelskammer beschloß, Diesen Vorschlag zu unterstützen, da es nicht selten vor kommt, Daß Der Versender, um sich gegen Versäumung der Lieferfrist nach Möglichkeit zu schützen, ein Interesse an Der Lieferung angibt und den entsprechenden Fraa)tzuschlag selbft übernimmt, ohne im übrigen die normale Fracht zu tragen. 5. F r a ch t f r e i e B e i ö r d e r u n g v o n K ä l t e - u n d Wärmeschutzmitteln für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Bei Der ständigen Tariflommission ist beantragt worden, die den als Wagenladungen aufgelieferten landwirlschaftlichen Erzeugnissen, wie Kartoffeln, Kohl, Obst und Rüben, gegen Den GinfuiB der Kälte oder Wärme beigegebenen Schutzmittel (§eu, Stroh, Strohmatten, Torfmull u. Dgl.) im Gewicht bis zu 5 Proz. der Ladung ftachtsrei zu befördern. Die Handelskammer beschloß, bei Der Eisenbahndirektion zu Mainz auf eine dahingehende Anfrage die frachtfreie Beförderung von Stroh als Kälteschutzmittel für Kartoffeln zu befürworten. Bezüglich sonstiger gegen Kälte oder Wärme zu schützender Waren und Schutzmittel sind ihr von den befragten Interessenten keine Wünsche geäußert worden. 6. Tarifierung von grtßeisernen Heizkesseln für Zentralheizungen. Von einer Firma ihres Bezirks wurde die Handelskammer ersucht, Dafür einzutreten, daß gußeiserne" Heizkessel für Zentralheizungen, ohne Armaturen, in den Spezialtarif II und in das Verzeichnis der in gedeckt gebauten Wagen zu befördernden Güter ausgenommen werden. Diese Artikel sind jetzt weder in der allgemeinen Güterklassisikation, noch in den Verzeichnissen der Eisen- und Stahlwaren der Spezialtarife I und II enthalten und werden von den Güterabfertigungsstellen nach Spezialtarif I tarifiert, obwohl sie nach ihrer Beschaffenheit als grobe Massenartikel und bei ihrer niedrigen Preislage mehr nach Spezialtarif II gehören. Die Handelskammer beschloß deshalb, den Antrag Der Firma bei Der königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. zu unterstützen. 7. Sammlung von Handelsgebräuchen aus dem Agentenrecht. Der Zentralverband deutscher Handlungsagenten-Vereine in Berlin beabsichtigt, eine Sammlung aller auf das Agentenrecht bezüglichen deutschen Handelsgebräuche zu veranstalten und diese Sammlung fortlaufend zu ergänzen, und erbittet hierzu die Unterstützung der Handelskammer. Die Kammer halt eine Zusammenstellung dieser tzandelsgebräuche ebenfalls für zweckmäßig und erklärte sich bereit, die Bestrebungen des genannten Verbandes durch Mitteilung der von ihr abgegebenen Gutachten über Handelsgebräuche im Agenturwesen zu unterstützen. 8. Eingänge. a) Die kvnigl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. teilt der Handelskammer mit, daß infolge des verspäteten Einganges vieler Anträge zu den Eisenbahnfahrplänen deren Berücksichtigung in Der Regel im nächsten Fahrplan kaum noch möglich sei. Die Eisen- , bahndirektion ersucht daher, ihr für Die Folge Anträge auf Einlegung neuer Züge oder auf erheblich eGerschiebung bestehender Züge, die mehrere Direktionsbezirke berühren, für den Sommersahr- plau bis spätestens zum 25. September des vorhergehenden Jahres und für Den Winterfahrplan bis spätestens zum 25. März desselben Jahres zugehen zu lassen, weil nur Dann eine eingehende Prüfung vor Den allgemeinen Fahrplankouf^renzen und eine eventuelle Berücksichtigung möglich sei. Geringfügige Zugänderungen, namentlich solche, Die nur rhren Bezirk berühren, wird die Eisenbahndirektion noch in Erwägung ziehen, wenn sie für den Sommerfahrplan bis zum 15. November und für den Winter- fahrplan bis zum 15. Mai beantragt werden. Es empfiehlt sich daher, daß Die Berkeyrsinteressenten des Kammerbezirkes ihre Wünsche uns möglichst frühzeitig mitteilen. b) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über die Ursprungsbezeichnung der nach Frankreich eingeführten Waren, Die internationale Kochkunstausstellung im Tuilerien- garten in Paris, eine von Juni bis September 1905 in Cherbourg stattfindende, angebliche internationale Ausstellung, den Automobilverkehr und die Automobilausstellungen in London, Die Tee- und Zuckereinfuhr über Tanger im Jahre 1903, die allgemeine wirtschaftliche Lage in Chile 1905, Die Entwickelung Chiles zum Industriestaat und den chilenischen Ein- fuhrmarkt, Manganerzlager im Staate Bahia, den Eisenbahnbau in Nikaragua, die Absatzgelegenheit für deutsche Waren im Zoutpansberg-Distritt (Transvaal), ferner Winke für Handel und Industrie im Verkehr mit Australasien, sowie Mitteilungen über zweifelhafte Firmen in Aarhuns (Dänemark», Amsterdam, Venlo, bezw. Veendam (Niederlande), Venedig, Rustschuk und Konstantinopel. .z Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit 'im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. K. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Hotlesdienst. In der Stadttirche. Am 1. Sonntag nach Trinitatis, den 2 5. Juni: Vormittags 8 Uhr: Pfarrer v. S ch l o s s e r. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matlhäusgemeinde. Vorinittags 97. Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwade. In der JohauneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Sattler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Jo- hannesgeniemde. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Kon» firinandenjaal der Johanneskirche. Text: Ephes. 4, 11-16. Katholische Gemeinde. Samstag, Den 24. Juni 1905. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. _ Soniitag, den 25. Juni 1905. 2. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in der» selben Austeilung der heil. Kommunion, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Atesse. um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdtenn in der Synagoge (Sübaulage). Samstag, den 24. I u n i 1905: Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Schristerkläruug. Sabbathausgang 9.35 Uhr. ten. e. D'L :nb bet SMi •*» ÄMn *iib bi? c> geleistet s, ,’'t! “«“lüllttn l”6™ 'sw, £%h>eim r ää - Ä*«t ■nnt, M anh »te LZ°Sr°i- «<*•. «te ÄSna d-z °R & Wg. »N ich '"dMhVtz W hüben 1 8-Ä ?yae ^!>cherung gehen > durchaus geneigt nir einen Wan. ^Nrenb befiaat » w eat^e nack M AMSraZ .b"' 25. gunt; Ur. innierten aus der be. Piarrer Euler. '.e 'Siarfusgemeinbe. rer Lchwabe. :1er. uerten aus der-- LukasgenM Psarrer Euler, belprechuiiz int Äon* je|. 4,11-16. 1905. Ihr: Gelegenheit jut 1905. en. hei/. Seich/, vor und hx befr , ty'L Roxnnvnnxon. »itzt. ,iaui Andacht. aemde. -vvaulagt). jlachmlllags 4.00 W isehen . . (Fpijit, Mangel Ä Erschemung -en „ ; in. bei* uttn it b "• b iein» üSh.« eid)*l ^em in flenUS 6'je|»i"5 ohne ie°e jihei'ge’n^, e h jpeil ^..siqvng LcpÄ?--"! W»**B**J A«.d?Atz ■ * SÖ Vö SV 5 Sv SV rS S w( (5) S p SV SS CP SV 3 Gr? exr sv E 3 CP or 4^> Cs R» o 3 6) p n p p S S p g p CT o" er G)2- P z* a<5 C CP g EP rr 3 er D S) 8 5 er -3l -H *2>3< S *5 p £3« sv —- 5 Sv er o "CT SV O 2 3 er - S Pr er p- Sv 3 c « o 3 3 $2 p p o 3 £ g 's T p ?! § 3 er — • o Os CP CT § O> 3 o ö 2. cp o CP -e 2 3 o fy> 3 cf E 3 3 er 3 15> P II = A er 3 2. P 3 3

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M., nachmittags 2 Uhr, stau. Die Beerdigung findet SamStag den 24. Juni, nachmittags 1 Uhr, in Eberstadt statt. Ich wohne von heute ab IXTordanlage 31 Gießen, den 19. Juni 1905. A. Fröhlich. Wik m mrS Zkitt m-Bechtel'SSalmiak-Gskr- icifc gewaschene Stofs jeden lÄewebes, vorr. i.Pack. z.4O $ bei «nsi. Walter. jlsmlmser L« gro?-£ager End© des Ausverkaufs 2®. Jrani. I Kosten farbige Aamenstiefek........... W* Besonderer Gelegenheitskauf ole Aamen-Kchnür- und Knopfsiiefel echtes Ziegenleder Hfil-vreaur-Aamen-Knopf- u. Schnürfliefet viel verlangt . . Elegante Norkalf-Aamen-Knopf- und Schnürstiefel Bahnhofstrasse 58 Würzburg, verwendet stets Backpulver Vanlllln-Zucker Pudding-Pulver ä 10 Pfg. 3.60 M. 3.95 LL. Sohle u. Absatz durchgenäht 1.90 Mk. Metzgermeister Alter von 68 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Marktstraße 20), Dillenburg, den 23. Juni 1905. Die Beerdigung findet Sonntag den 25. Juni, nachmittags 81/, Uhr, der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 3340 Todes-Anzeige. - Gestern abend 10'4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Prim Wchmm Prim Üintrocine von 50 Pfg. an per Flasche Prim Welski» per Liter 80 Pig. W. Killlbkkkssft, Mi per Liter 150 Plg. garantiert rein *W empfiehlt 2976 Louis Lind Telegramm! Telegramm! Bringe Sainrlag auf den Brand große Sendungen Blumenkohl, Wirsing, Kohlrabi, gelbe Rüben, junge Bohnen, Erojeu, Erdbeeren, Kirsche« und vieles andere. Lie beliebten yottau- Oischen Gurken 1« großer Menge eingelroffen. U4172 Prima Ware ! Biilige Preise ! Hochachtungsvoll Frau Hammes. WüklslWMrMI. Geeignete Kandidaten für die Wahl zur Handelskammer find bie Herren: Todes-Anzeige. Heute nachmittag entschlief samt nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere hebe Tochter und Schwester Katharina Hofmann im 17. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebene«. Heuchelheim, den 22. Juni 1905. Die Beerdigung findet Sonntag den 25. d. MtS., mittags 1 Uhr, m Heuchelheim statt. 8344 empfehlen Soiaiaem-SclaiK*3i2.e in großer Auswahl vom Billigsten -iS zum Besten. Entoutcas in Selbe und Halbseide. Tonristen-Schirme Reffen*Schir für Damen, Herren und Kinder in erprobten Qualitäten Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Georg Bender Gemeinde Einnehmer und Untcrerhebcr heute abend 6 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von nahezu 60 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist. Eberstadt (Kreis Gießen), den 22. Juni 1905. 04173 Tie tmcrndtll MerSlicbkM. Herren-Schuhwaren von den einfachsten bis elegantesten Artikeln in reichster Auswahl und eleganten Fagon». Springmanns Schuhwarenhaus Emil Horst - August Noll II denen jeder Wähler seine Stimme geben möge. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern mittag 17, Uhr unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Olto Sommeriad Metzger nach längerem, schwerem Lewen im Alter von 19 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. falls Ihnen dasselbe beim Einkauf Ihrer Schuhwaren keine wesentliche Vorteile bietet. Besondere Beachtung verdienen alle Artik l, solange Vorrat reicht: Eltg. Agelluch-LWrßikfel mit Garnitur, das Paar No. 27—80 No. 31—35 3.25 Mk. 3.50 Mk. Ein Posten Boxkalf-Kinderstiefel No. 27—30 No. 31—35 hiegames Mans jitm Alleinbew., in bester Lage, wegzugshalber für einige 30.000 Mk. au verkaufen. Schriftliche Meldungen unter 3106 a. d. Gießener Anzeiger erb. Sjf Gebr.Tourenrad so- v|♦ wie einigem. gesahr. Freilaufrad sehr bill. abzugeben. 04160s Carl Graf, ^wchenplaü 15 Herzenswunsch & Aller ist ein zartes, reines Ge° sicht, rosiges, plgendsrlsches «uü- setzeu, weiße, fammetweiche Haut (A und blendend schöner Tetut. Dlan gebrauche daher: gaocbenlfi $2 echt A 50 Pfg. bei 1150 Ä Adolf Bieter ÖS Diktona-Trogerie, Atarktüraße 5. | -A Kuhfleisch 45 Pfg. Schweinefleisch 45 Pfg. s8"', Backsteine Feldbrand, la. Qualität, jedes Quantum billigst. Nahe und gute Abfahrt. 3336 Artdr. Euler. Feinen Himbeersaft 4 Flasche Mark 1.25, empfiehlt Adolf Löcher, Herborn. Zu haben bei Fritz Schreiner, Gießen, Lindenplah 4. 3334 Millionenfach bewlhrte Rex tob den be.t.n gwchl »r‘/, MMD