^logie imb len^hie. 1X Men «g»pr«i»r monatlich 7Ö Pf., vtettsl» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen jr die ^Zn'i-.nnrer 's vonnittrgS J 'iür. Ze'kenvrels: ..vkaMPf» auswärts sy Pf). Verantwortlich ptt den oolit und (J ;eni. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und ßanb" und „Gerichtssaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck- Bom deutschen Landwirtschaftsrat. Stuttgart, 22. Mäi^ Heute vormittag trat Bier unter Leitung des ^Vizepräsidenten- Freiherrn von Soden-Fraunhofen der Ausschuß de s Deut-, scheu Landwirtschaftsrates zusammen. Der Mtniskep des Innern v. Pisch^k begrüßte die Erschienenen namens der ivürt-' temb-prgischen Staatsregiw'ng. Die Verhandlungen befaßten sich zunächst mit der Frage der Zü s a m m e n s ch m e l z u n g der Arbei ter v e r s i che run gsg ese tzgebun g-en. Der AuH-' schuß Begrübe Vorgeh?n der Reichsregierung in dieser RE- uttq und beschloß, den Gegenstand auf die Tagesordnung der nächsten Plenarversaminlung zu setzen. Des weiteren begrüßte er die Verhandlungen der deutschen Negierungen zur Einführung einer Ei sen ba hn b et rieb sm i tt el gem «»in scka st, der auch im Interesse der Landwirtschaft einen baldigen.günstigen Abschluß wünschte. Schließlich wurde noch über die gesetzlichen Maßnahmen gsgen den G r u n d st ü ck s w u ch e r beraten unb schlossen, auch diesen Gegenstand auf die Tagesordnung. der Me-, narversammlung zu setzen. Am Mittwoch fuhren sämtliche Teiib-, nehmer nach dem königlichen Landhause Weil, wohin sie vom! Könige zum Frlihstück geladen waren. In den Nachmittagsstundenj wurden darauf die Gestütshöse Weil und Scharnhausen und' dann die Landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim besichtigt^ Morgen werden die Verhandlungen fortgesetzt. Die lierttiqe Bummer umfaßt 8 Seiten. Die KürMchkeiten in Wiesbaden. Wiesbaden, 22. Mai. lieber den Unfall, den die Kaiserin erlitten hat, wird noch berichtet: Der Vorfall hat sich etwa folgendermaßen abgespielt: Die Kaiserin wollte gegen 51/2 Uhr die schmale Wendeltreppe, welche die kaiserlichen Gemächer miteinander verbindet, hernntergehen. Hierbei geriet sie mit einem Fuß in die Falten ihres Kleides, strauchelte und fiel mit d! er Stirn auf eine eiserne Röhre, wodurch sie sich eine Wunde auf der rechten Stirnseite zuzog. Ta Ihre Majestät in beiden Händen etwas trug, konnte sie dem Fall durch Festhalten oder ZugreiAn nicht vorbeugen. Die Kaiserin begab sicht in ihr Gemach zurück und suchte die stark blutende Wunde durch nasse Aufschläge zu stillen. Ms. das Bluten aber nicht nachlassen wollte, ließ sie den Kaiser benachrichtigen. Leibarzt Dr. Riedner untersuchte die Wunde, wozu, er von hier den Chefarzt des Krankenhauses Dr. Landow hinz>uzog. Die Kaiserin hat eine sehr gute Nacht verbracht. Die Mrzte halten die Verletzung der Kaiserin für durchaus unbedeutend und haben nur vorsichtshalber geraten, die Abreise um ein bis zwei Tage zu verschieben. Der Kaiser arbeitete heute vormittag allein. Zur Mittagstafel waren keine Einladungen ergangen. Heute nachmittag unternahm der Kaiser eine 'Automobilfahrt nach Jagdschloß Platte, machte von oort einen Spaziergang nach der Eisernen Hand und kehrte darauf mittels Automobils nach Wiesbaden zurück. Zur Wendtafel ist Generalintendant v. Hülsen geladen. Dr. G. Spieß, der seinerzeit bei der Operation des Kaisers mitwirkte, wurde zum Professor ernannt. Zur FestvorstellungimkönrglichenTheater itm <5ainZtaQ ist noch nachzutragen: Kurz nach 7^2 Uhr verkündeten die Fanfaren die Ankunft des Kaiserpaares und seines hohen Gastes, die, begrüßt von Hoch- und Hurrarufen, m der MitteUoge Platz nahmen, die Königin wieder zwischen dem Kaiserpaar. Beide Fürstinnen waren in Weiß gekleidet, wiederum geschmückt mit bett schon mehrfach beschriebenen wunderbaren Edelsteinen. Im ersten Zwischenakt promenierte der Monarch, begleitet von Exzellenz von Hülsen, im Foyer. Königin Margherita von Italien empfing in der ersteir Pause die Damen Burchardt und Hans und die Herren Professor Schar, Kammersänger Kali sch, Kammersänger Müller, Winkel und Henke, die Solisten aus der Oper „Die vernarrte Prinzeß", und dankte ihnen allen für ihre vortrefflichen Leistungen. Nur dttrch das Zusammenwirken solcher hervorragender Künstler sei, so bemerkte die Königin, die übrigens ein vortreffliches Deutsch spricht, eine solche ausgezeichnete Vorstellung ermöglicht worden. Zum Schlüsse reichte sie jedem einzelnen die Hand, und Fräulein Burchardt, die bekanntlich die Titelrolle gesungen hat, zur Erinnerung an diesen Wend einen wertvollen Schmuckgegenstand. Der Komponist der Oper, Oberstleutnant v. Chelius, wohnte dem Empfange bei. Der Verfasser der Dichtung 'Otto Julius Bierb aum, grollte. (Siehe unter Kunst und Wissenschaft. D. Red.) Königin Margherita hat in einem Schreiben an den Oberbürgermeister Dr. v. Jbell mitteilen lassen, daß sie sehr erfreut über den schönen Empfang gewesen sei, der ihr hier in Wiesbaden zuteil geworden wäre; sie würde die Tage ihres Aufenthaltes in Wiesbaden in angenehmster Erinnerung behalten. Anläßlich ihres Hierseins hat die Königin der Stadt P1000 Mark für die Armen überwiesen. Die gestrige zweite Vorstellung des Berliner Ballets war ebenso au'sverkauft, wie am ersten Wend. Mit kurzer Verspätung traf der Kaiser, der wieder die Uniform seiner Leibhusaren trug, im Theater ein, mit stürmischen Hocht- ntfett begrüßt. Inzwischen hatte sich, wie ein Lauffeuer, die Nachricht von dem Unfall verbreitet, der die Kaiserin betroffen haben sollte. Da nichts genaues bekannt war, war man sehr gespannt, ob Ihre Majestät der Theatervorstellung beiwohnen werde. Leider wurde die Hiobsnachricht durch das Nichterscheinen der Monarchin bestätigt, zugleich aber auch mit dem beruhigenden Zusatz, der Unfall sei nicht gefährlich, doch sei Rrche erforderlich, die Wreise des Kaiserpaares sei daher bis auf weiteres verschoben. Mit einer 'Aufflihrung der „Dienstboten" mit Frau Schramm vom Berliner Kgl. Schauspielhaus begann der gestrige Fesffpielabend, und dem alles bezwingenden Humor der ausgezeichneten Künstlerin gelang es bald, die anfangs etwas gedrückte Stimmring im Haus zu bannen und bald brausten Lach^- und Beifallssalveir durch das Theater, an denen sich der Kaiser lebhaft beteiligte. 'Auch das folgende Ballet „Coppelia" erfreute sich des Beifalls des Monarchen, der bis zum Schluß der Vorstellung mit Interesse folgte. Während der Pausen unterhielt sich der Monarch mit Herrn v Hülsen und den Herren seines Gefolges. Nach der Vorstellung waren Fräulein Dell'Era und die Solotänzerin des hiesigen Ballets Fräulein Peter zum Kaiser befohlen, der beiden Damen prachtvolle Brrllantbroschen überreichte. •llteteiÄ* © /> .AW Q GWeimAMMr “x W General-Anzeiger ” V Amir- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Fernsprechanlchluß Nr. 51. __________________________________________ ____________________ _______ hauptsächlich auf eine möglichst vollständige Ermittlung derj Erkrankungsfälle, Wsonderung der Kranken in Kranken-^ Häusern, Desinfektion der Effekten, Wohnungen, Misschließ-' nng der gesamten Kinder aus den verseuchten Häusern vom, Schulunterrichte. Ein pathologischer Anatom, Pri- vatdozent an der Berliner Universität, wurde ins Industriegebiet entsandt, um durch Vornahme möglichst zahlreicher Leichenöffnungen die 'Art des Eindringens der, Krankheitskeime, die Wege, auf denen sie sich im Körper verbreiten, aufklären zu helfen. Da der Erreger der Genickstarre von der Nase, dem Nachen aus in den Körper einzudringen scheint, die Krankheit hauptsächlich das Kindesalter befällt, Mrrden ferner ein Rasens peziali st und' ein Kinderarzt mit der Vornahme eingehender Studien' nach dieser Richtung hin beauftragt. Im Institut für Infektionskrankheiten in Berlin finden unter Beteiligung des Direktors des Frankfurter Instituts.' für experimentelle Therapie eingehende Unter- Buchungen statt, ob es nicht möglich ist, einSchutz- 11 nb Heilserum herzustellen. Wenn auch> die Hoffnung, daß mit der wärmeren Witterung ein Rachlchsen, vielleicht ein baldiges Verschwinden der Epidemie sich bemerklich machen würde, bis jetzt sich nicht erfüllte, so darf man doch erwarten, daß die angeführten Maßregeln dazu beitragen werden, die Seuche auf ihren Herd zu beschränken, ihre Bekämpftmg durch Aufklärung noch ungelöster Fragen über Wesen, Entstehung und Verbreitung der Genickstarre zu fördern. Der Mangel an gesetzlichen Handhaben zu zwangsweiser Bekämpfung der Genickstarre trug zweifellos erheblich dazu bei, daß trotz allen Äsers der Behörden und Aerzte die verheerende Krankheit eine so große Ausdehnung gewinnen konnte. Es steht zu erwarten, daß durch die Verabschiedung des dem Landtage der Monarchie vorliegenden Gesetzentwurfs betreffend die. Bekämpfung übertragbarer Krankheiten diesem empfindlichen Uebelstande demnächst abgeholfen wird. Der Kronprinz. Ludwigslust, 22. Mai. Der Kronprinz traf gestern abend 7 Uhr 30 Min. hier ein und wurde am Bahnhofe von dem Großherzog, der Großherzogin-Mutter, der Herzogin Ceeilie und dem Herzog Borwin empfangen. Gestern vormittag trafen, von Berlin kommend, der französische Botschafter Bihourd und der mecklenburgische Gesandte v. Oertzen hier ein und wurden am Bahnhofe von dem Kam>nerherrn v. Köckeritz empfangen. Die Herren begaben sich mittels Galawagen nach dem Schlosse, wo sie Wohnung genommen haben. Bihourd überreichte der Herzogin Ceeilie ein Geschenk des Präsidenten Loubet und sprach in dessen Namen dem mecklenburgischen Fürstenhose Glückwünsche zu der bevorstehenden Vermählung aus. Nach dem Empfang fand ein Galafrühstück statt, welchem außer den Fürstlichkeiten die beiden Gesandten, sämtliche Staats- minister und Staatsräte, sowie das Gefolge teilnahmen. Um 6t/4 Uhr nachmittags begaben sich beide Gesandten roiebe** nach Berlin. Der französische Botschafter Bihourd überreichte dem Großherzog und der Großherzogin-Mutter ein Schreiben des Präsidenten Loubet. Das Geschenk, welches der französische Botschafter der Herzogin Ceeilie im Namen Loubets überreichte, besieht in zwei Sevresvasen und einem) Wandteppich aus der Fabrik Beauvais. werden unb Tein en W ander gewerbeschein, sondern nur eine Legiti- nurtionskarte zu lösen haben. Abg. Blell weist in der kurzen Begründung seines Antrags daraus hin, daß diese Angelegenheit schon im März ausgiebig besprochen sei und daß damals schon eine Resolution im Sinne des Antrags angenommen wäre. Hiermit schließt die erste Beratung. In der sofort daraus folgenden zweiten wird der Antrag einstimmig airgenommen. Es folgt die dritte Beratung der llebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete für 1802. Abg. Storz fsüdd. Bp.) meint, diese Übersicht zeige, daß in unseren Schutzgebieten vieles noch im argen liege: namentlich in der Verwaltung zeigten sick viele Mißstände. , Für die Erschließung der Kolonien sei bisher so gut wie nichts geschehen, hoffentlich werde es in Togo durch den Bahnbau besser werden. Abg. Erzberger (Ztr/, begrüßt es, daß der Vorredner sich für die Erschließung unserer Kolonien zu interessieren scheine. Hoffentlich werde er bei der Kamerunbahn-Vorlage seine Partei unb die Freisinnige Volkspartet veranlassen, für die Bahn zu stimmen. Abg. S t o r z entgegnet, dast er nur von Togo gesprochen und keineswegs für Kolonialbahnen im allgemeinen sich ausgesprochen habe. Die Uebersicht wird hierauf deftnitiv genehmigt, ebenso der GesetzeMwurf über die Bildung deutscher Kommunalverbände in den Konsularbezirken. Hierauf setzt das Haus die zweite Berat".ng des Gesetzes betreffend Aenderung der Zivilprozeßordnung fort. Die Beratung beginnt mit der namentlichen Abstimmung über den Kommissionsantrag auf Erhöhung der Revisionssumme auf 250" Mk., bei der sich am Samstag die Beschlnßunfähigkeit des Hauses herausgestellt hatte. Für den Antrag auf Erhöhung der Revisionssnmme stimmen 95, dagegen 48 Abgeordnete, bei 5 Stimmenthaltungen. Das Haus ist also bei Anwesenheit von nur 148 Abgeordneten wieder nicht beschlußfähig. Die Sitzung muß abgebrochen werden. Präsident Graf Ballestrem setzt die nächste Sitzung fest auf Dienstag 1 Uhr. Zivil- und Strafprozeßnovelle und zweite Lesung des Gesetzes auf Schaffung kleinerer Banknoten. Schluß 2 Uhr. __________ Wom KewerklHastsLongriß in Köln. Köln, 22. Mai. In der Nachmittags-Sitzung des Gewerkschafts- Kongresses sand über die vo. liegenden Anträge eine lange Erörterung statt. Ein Antrag, der eine internationale Agitation unter den Frauen verlangt, wurde angenommen, und außerdem beschlossen, die Generalkommission von 9 auf 11 Mitglieder zu vermehren. Der Abg. Legien teilte noch mit, der Bundesrat sei auch ersucht worden, aus der Streikstatistik den kriminellen Charakter zu beseitigen; diesem Gesuche, sowie der Anerkennung der Gewerkschaften werde sich der Bundesrat nicht mehr lange entziehen können, anderenfalls würden die Gewerkschaften es ablehnen, dem reichsstatistischen Amte weiteres Material zu liefern. Der Punkt „Streikunterstützung und Streikstatistik" war der interessanteste. Zu ihr liegen nicht weniger als 12 Anträge vor. Der erste Teil verlangt die Errichtung einer gemeinsamen Streikkasse zur Unterstützung großer Streiks auf allgemeiner Grundlage. Andere Anträge wünschen die Einführung eines regelmäßigen Beitrages, um schon heute eine solche Kasse ins Leben rufen zu können. Die dritte Kategorie schließlich verlangt, daß im Falle der Veranstaltung öffentlicher Sammlungen der Ueberschuß, sowie das Geld, das nach Abschluß des Streiks noch eingeht, nicht der jeweiligen Gewerkschaft überwiesen werden soll, sondern das Geld soll der Generalkommission überwiesen werden, damit sie es für andere Streiks später verwenden kann. In der Debatte polemisierte Druusel-Berlin (Töpfer) gegen den jetzigen Zustand, der es ermögliche, daß der Textilarbeiterverband jetzt im Gelde schwimme, während die Töpfer- organisation infolge einiger Aussperrungen finanziell darnieder- liegt. (Zustimmung.) — Hübsch-Berlin (Textilarbeiter) ist ebenfalls für eine Beseitigung des jetzigen Zustandes. Der Textilarbeiterverband chabe den Ueberschuß zum Ausbau der Organisation verwendet. — Abg. Sachse-Bochum (Bergarbeiter) befürwortet einen Antrag des Gewerkschaftskartells Plaueu i. V., bei zukünftigen Lohnkämpfen, welche die Opferwilligkeit der gesamten deutschen Arbeiterschaft in Anspruch nehmen, nur die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands als Zentralsammelstelle einzusetzen, von welcher aus dann die Unterstützung an die engagierte Gewerkschaft zu erfolgen hat. Etwaige sich ergebende Ueberschüsse sind zurück- zubehalten und in Gestalt eines allgemeinen Streikzuschußfonds festzutegen. Abg. Sachse teilte bei dieser Gelegenheit mit, daß im Ruhrrevier zurzeit noch ca. 2 0 0 000 Arbeiter ausgesperrt seien. Der Bergarbeiter-Verband habe jedoch, um ähnlichen Vorwürfen, wie sie den Textilarbeitern gemacht würden, zu entgehen, beschlossen, einen eventuellen Ueberschuß der Sammelgelder an die Generalkommission abzuführen. — Die Verhandlungen wurden danach vertagt. Die Genickstarre in Preußen. Die amtliche „Norddeutsche Wlg. Ztg." schreibt: Die epidemische Genickstarre erfordert noch immer die größte Aufmerksamkeit der Medizinalverwaltung. Bis 30. April wurden in ganz Preußen 1935 Erkrankungen mit 994 Todesfällen beobachtet; davon entfielen 1814 bezw. 932 auf die Provinz Schlesien. Vom Beginn der Epidemie bis zum 7. Mai kamen allein im Regierungsbezirk Oppeln 1955 Erkrankungen und 1002 Todesfälle an Genickstarre zur Anzeige. Die mit Nachdruck ergriffenen und durchgeführten sanitätsvolizeilichen Maßnahmen erstreckten sich ßrfriefrS-gcri (ht fev gan» mib gar n r^werspruch, sowohl waS ►ie Beqr'ündung des Schiedsspruck - als auch das Erkenntnis selbst betreffe. ZeutsH-Siidw stafrika. Berlin, 22. Mai. Ein Telegramm au§ Windhuk meldet: Gefreiter Hans Heiland, geboren am 20. Mai 1877 in Wismar, früher im Infanterie-Negiment Nr. 79, am 20. Mai im Lazarett Windhuk am Typhus gestorben. 5>er Kriea. General Linewitsch /elegraphiert unter dem 21. d M.. da st sich am 18. d. M. östlich der Eisenbahn eine durch Kavallerie verstärkte russ. "Abteilung dem Dorfe Schahotse näherte-; sie wurden von den Japanern in beträchtlicher Stärke angegriffen, die von den Kohlenminen her, die südlich von Schohotse liegen, zur Offensive übergingen. Auf der Manda rinen- straße gingen zwei russische Abteilungen vor, ohne miteinander in Verbindung zu stehen. Eine stieß auf Widerstand von japanischer Infanterie, warf sie der Reihe nach aus ihren Stellungen und besetzte das Flußtal des Kaakhe und das Flußtal des Khanda, westlich von Nanchentse. Die andere Abteilung trieb die feindlichen Kavallerieposten von Tadlou zurück. Am 20. Mai machten, so wird aus Tokio amtlich gemeldet, die Russen, bestehend aus einem Bataillon Infanterie und einem Regiment Kavallerie und zwei Geschähen eine Umge h u n g in der Nachbarschaft der zehn Meilen östlich von Chan gtu gelegenen Höhe Santa- okow und eröffnete um IIV3 Uhr" morgens das Feuer. Später erschienen vier russische Geschütze auf der nördlichen Höhe von Chinya ngpao. Um 4 Uhr nachmittags gingen zwei russische Bataillone von der östlichen Seite des Dorfes vor, wurden aber zurückgeschlagen. Eine weitere gemischte Truppenteilung rückte in Ersili- pao ein, setzte das Dorf in Brand und zogg sich zurück. Ab- gesessene russische Kavallerie griff Tangshed ans dem Ufer des Licwho dreizehn Meilen südwestlich von FakNmen, am Morgen des 20. Mai an. Nach einem zweistündigen Kampfe zogen sich die Russen in Unordnung nach Südwesten zurück und ließen 300 Tote und Verwundete zurück. Äußer kleinerer: Zusammenstößen ist die Lage unverändert. Zur See. Tokio, 22. Mai. (Reuter.) Hier verlautet, daß eine Dschunke, auf der sich zahlreich? russis ch eOffiziere befanden, weggenommen worden sei. Man nimmt an, es habe sich um eine von Wladiwostok unternommene Erkundigungsfahrt gehandelt. Hongkong, 22. Mai. (Reuter. )Der letzte hier ein- gekommene Dampfer berichtet, daß er Samstag morgen einen Kreuzer der russiscäenFr eiwilligenflotte in Begleitung eines schwer beladenen Frachtdampfers in der Hainan st raße westlich steuernd gesehen habe. Tschifu, 22. Mai. (Reuter.) Leute, die von Port Arthur hier angekommen sind, erzählen, daß auf ein Telegramm aus Tokio hin 100 bewaffnete Japaner Samstag dort den Dampfer „Kazan" besetzt hätten, indem sie erklärten, daß sie' dieses Schiff, das die Russen während der Belagerung als Lazarettschiff gebraucht haben, als Prise zu behalten gedächten. England und der Krieg. Tokio, 22. Mai. Aus einem heute abend von der Japan Society veranstalteten Bankett, bei dem der britische Gesandte Maedonald den Vorsitz führte, brachte dieser einen Trinksprnch auf das Wohl des Kaiser von Japan ans. Der Ministerpräsident Katsura einen solchen auf den König von England. Der Minister des Aeußern Komura und Kriegsminister Teranchi wohnten dem Bankett bei. Anß'and in Sturm und Drang. Moskau, 21. Mai. Der rn s s i s che Fr au e n? on gr e ß, bet zwei Tag"» b-uiert* intb an 500 Fravn aller Stände teilnahmcn, nahm *eine Resolution an, in der die Notwendigkeit der politischen Freiheit Rußlands betont wird und Forderungen erhoben werden bezüglich der Gleichheit der Rechte der Frauen und Männer, b'-üglicb der Beendigung des Krieges, der Einfetuna fin*r Volksvertretung usw. deutsches Reich. Berlin, 22. Mai. Mie die Blätter melden, wurde der Antersiaatssekretär im preumschen Staatsministerium Frhr. von Seckendorfs zum Präsidenten des Reichsgerichts ernannt. Detmold, 22. Mai. Die Grasregentin-Mutt'w Karo- line, Wittoe des v erfror den en Grafreg-nten En'st, i^ verschiedenen Blättern zufolge im Residcnzschlosse, bedenklich erkrankt. Offizielle Berichte sind b(5 jetzt nicht ausgegeüen. , ^lls Veranlassung des schon seit längerer Zeit bestehenden Leidens wird eine tiefe seelische Gemütserregung der Hohen Frau, hervorgerufen durch die jahrelange Aufregung und Kränkungen im Thronfolgestreit bezeichnet. Wie verlautet, wird der Zustand der Patientin als hoffnungslos angesehen. Karlsruhe, 22. Mai. Das Großherzog paar beabsichtigt sich am 1. Juni zur Teilnahme an den Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprimen nach Berlin zu begeben. Es hat deshalb auch die ihm am Samstag überbrachte Einladung des englischen Geschäftsträgers Herbert zur Hochzeit des schwedischen Prinzen Gustav (Enkel des Großherzogpaares) abgelehnt. Nach London gehen wahrscheinlich das Erbgroßherzogpaar und Prinz Karl von Baden. Ausland. Stockh olm, 22. Mai. Der Reichstag wurde heute geschlossen. In der Schlußrede sagte der Präsident der zweiten Kammer, die Trennung dauere vielleicht nur eine kürze Zeit. Man erblickt hierin eine Bestätigung des Gerüchts, daß im Sommer anläßlich der norwegischen Frage eine außerordentliche Tagung des Reichstages stattfinde. Im Auftrage des Königs begibt sich der Kron- prinz regent am 1. Juni nach Berlin, um der Hochzeit des Kronprinzen beizuwohnen. — Der König wird Ende dieser Woche die Regierung wieder übernehmen. Paris, 22. Mai. Die Spaltung in der sozia - /isti scheu Partei der französischen Deputiertenkammer ist durch eine Rede des Mitgliedes deS Vollziehungsausschusses der französischen Sozialistenpartei Hervä hervsrqerufea worden, in der dieser für einen militärischen Ausstand ein trat. Der Verwaltungsausllhuß der französischen Sozialistenpartei hat infolgedessen eine Resolution beschlossen, in bet er sich an die Worte Herväs nicht gebunden erklärt und an die Beschlüsse der internationalen Kongresse in Zürich und Brüssel erinnert, die sich gegen den Gedanken eines militärischen Ausstandes aussprechen. Infolge der Spaltung gibt cs jetzt zwei sozialistische Gruppen im französischen Parlament. Die neue Fraktion, die auf dem Boden des letzten Parteitags steht, umfaßt außer den bisherigen revolutionären Sozialisten von bekannteren Abgeordneten nur Iauräs, F. de Pressensö und Rouanet. Gleichzeitig haben die der neuen Fraktion nicht beigetretenen Deputierten beschlossen, die bisherige Gruppe der parlamentarischen Sozialisten fortbestehen zu lassen und ihr ablehnendes Verhalten in einer öffentlichen Erklärung zu begründen. Somit ist die lange erstrebte Parteieinheit der Sozialisten im Parlament bereits gescheitert. Beide Gruppen sind gleich stark; sie zählen je 22 Mitglieder. Lyon, 21. Mai. Ein Polizisten streik. Tie ausständigen Polizisten hielten am 20. d. M. eine Versammlung ab, in der beschloßen wurde, weiter zu streiken, bis ihnen völlige Genugtuung geworden sei. (Die Polizisten sind bekanntlich mit ihrem Kommandeur, einem Gendarmerie-Oberstleutnant, der sie schlecht behandelt habe, unzufrieden. D. Red.) Tie Angelegenheit wird durch eine Interpellation des Vertreters von Lyon in der Deputiertenkammer zur Sprache kommen. Die Unterredung der Delegierten der Streikenden mit dem Präfekten ist ohne Ergebnis geblieben. Der Präfekt erklärte, er habe ans höheren Befehl gehandelt. Infolgedessen hielten die Ausständigen abends nochmals eine Versammlung ab, an welcher über 700 Polizisten teilnahmen. ES wurde eine Resolution angenommen, worin die ausweichende Antwort des Präfekten bedauert und ihm ein Tadel ausgesprochen wurde, daß er die ganze Verantwortung für den Konflikt auf die Negierung schiebe. Inzwischen ist den Polizisten, welche Wohnungen in den Polizei-Kasernen inne haben, der Befehl erteilt worden, innerhalb 24 Stunden ihre Wohnungen zu räumen. Nur die Verheirateten haben eine dreitägige Inst erhalten. Infolge be§ Ausstandes der Polizisten herrscht in den Straßen der Stadt völlige Anarchie. Die Bevölkerung nimmt für die 91 u§ ft an bi neu Partei und unterstützt diese in jeder Weise. Ter frühere Bürgermeister und jetzige Abgeordnete von Lyon teilte den Ausständigen telegraphisch mit, daß er beim Minister des Innern Schritte unternehmen werde, tim den Polizisten Genugtuung zu verschaffen unter der Bedingung, dgß diese ihre Posten wieder einnehmen. Die Ausständigen wollen abworten, welche Haltung der Präfekt bei dem morgigen Empfange der Delegierten des GeincinderateS einnehmen wird. In der Kammer sprach in Erwiderung aus eine Interpellation den Ausstand betreffend der Minister de § Innern, Etienne, sich tadelnd auS über den von den Beamten bewiesenen Mangel an Disziplin. Der Minister billigt die Haltung des Präfekten und verspricht schließlich, die Klagen der Beamten wohlwollend prüfen zn wollen, nach dem sie den Dienst wieder ausgenommen haben. Ministerpräsident ?)louvier führt darauf aus, Ordnung fei überall nötig, besonders in einer Republik. Keine Negierung dürfe Anstößigkeit der Beamten der öffentlichen Macht dulden. (Beifall.) Tas Haus nahm mit 504 gegen 75 Stimmen eine Tciges- orbuung nn, in der die Erklärungen gebilligt wurden. Madrid, 22. Mai. Gegen das vom Gouverneur erlassene Verbot des Ausflugs einer evangelischen Schule fand gestern eine republikanische Protestversaminlung statt, die den Artikel 11 der Verfassung erörterte. Budapest, 22. Mai. Graf Andrassy hat die Aufgabe, das Programm der Koalition vor dem König zu vertreten, übernommen und reist morgen zur Audienz beim König noch Wien. Konstantinopel, 21. Mai. Tas Wiener Landgericht hgt beschlossen, dem Antrag des deutschen Generglkousulgtes in Konstantinopel behufs Auslieferung des deutschen Untertanen Sauer Folge zu geben. Sauer, der angeklagt, feine Tochter für 1000 Pfund dem Ehef der türkischen Geheimpolizei Fe Hirn Pascha verkuppelt zn haben, wird morgen hierher gebracht, um vor das hiesige bentsche Gericht gestellt zu werben. New-Pork, 22. Mai. Rach einer Depesche auS Honolulu werben bie Weißen in Lahaina auf ber Insel Maui (Hawaii-Gruppe) im Gerichtsgebäube von 2300 aus- stänbigen farbigen Arbeitern belagert, von benett einer getötet und zwei verwundet wurden. Von Honolulu ging ein Dampfer mit Miliziruppen und Polizeimvnnfchasten nach Lahaina ab, um die Weißen zu befreien. Aus Stadl und Aanö. Gießen, 23. Mai 1905. ** D i e für das Tyeaterbaupr ojekt ein - gereichten Pläne können wohl erst nach der am nacktsten Donnerstag statt findenden Stadtverordnetensitzung öffentlich ausgestellt werden. Man braucht die Pläne einstweilen noch zu einer Ausarbeitung, mit bet die Stadtverordneten sich zu beschäftigen heben werden. Wie wir hören, bat bei den ProjeNeu des Prof. Dülser und der Firma Fellner und Helmer die Lage des Külisseuranmes Anlaß zu Erwägungen gegeben, die dahin gehen, für diesen Raum einen verbesserten Lageplan zu schassen. Wie uns ferner miigeteilt wird, soll die Front des Baues nach der Neuenbäue gerichtet sein. Hoffentlich bleiben dann auch die beiden prächtigen Kastanienbäume erhalten, die die Wirkung der Frontansicht nur fcbert können. Würde man sie von jedem Baumschmuck entblößen, so bekäme der Ban, das beweist die Erfahrung bei zahlreichen Monumentalbauten, ein kahles, unfreundliches Aussehen. ** Die Verhandlung gegen Hudde findet am 5. Juni statt. Der Vorsitzende des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen teilt uns mit, daß im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung sowohl im Sitzungssaale wie auch im Gerichtsgebäube ber Zutritt zu bet Schmurgerichts- oerhanblung nur gegen Vorzeigung einer Einlaß- la rte bem Publikum gestattet werben kann. Wegen bes Bezugs ber Einlaßkarten, bie ben Inhaber legitimieren, hat man sich vom 2 9. b5. MtS. ab an ben Vorsitzenden des Schwurgerichts ober die Großh. Staatsanwaltschaft zu wenden. Ein Anspruch aus Zusendung besteht nicht. ** Aus bem M ilit«r-W s ch enbla tt. Veränber- nnqen im Bcurlaudtenstande. Befördert: Vizewachtmeister E m melius (Gießen) zum 2t. bet Res. bes 2. Kurhess. Felb- art.-Ngts. Nr. 47. A bschied § bewilligungen: Heim - bürg,' Oberlt. ber Lanbw.-Jnf. 2. Aufgebots (II Darmstadt), Krebs. 2t. bet Lcmbw.-Jnf, 2. Aufgebots (Erbach). Im Sanitätskorps: Befördert zu Oberärzten bie Assist.- Aerzte ber Res.: Dr. Brink (Gießen), Dr. Neumann (WormS), Dr. Curschmann (Gießen). ** Das Vorgehen be§ A bg. Dr. David gege^ Geheimrat Dr. Schädel scheint noch ein Nachspiel haben zu sollen. Prof. Noack, ber bekanntlich nach Mainz versetzt würbe, hat, so berichtet bie „Franks. Ztg.", beim Staatsministerium Beschwerde gegen die nicht dem objektiven Tatbestände entsprechende Art der Darlegungen des Negierungsvertreters erhoben. ** Vogelsberger Höhenklub. Der Zentralvorstan^ des Vogelsberger Höhenklubs in Schotten gibt nunmehr die Tagesordnung für die am Donnerstag ben 1. Juni im Casö Royal, ben Vereinsräumen bes Zweigvereins Taufstein, hier ftnttfinbenbe 21. Hauptversammlung bekannt. Die Verhanb- lungeu beginnen um 12 '/4 Uhr. Unter den Anträgen ist hervorzuheben der des hiesigen Zweigvereins, ben Ausbau ber Vorhalle des Klubhauses auf bem Hoherods- köpf zu Unterkunftsräumen speziell für bie Mitglieber des V. H. C. Hierzu wirb um einen Zuschuß von 200 Mark nachgesucht. Ferner stellte bersclbe Zweigverein und der Vorstand des Gesamtvereins einen Antrag wegen Abgabe eines jährlichen Beitrages ber Zweigvereine an bie Vaukasse zur Beschleunigung bes Baues bes Bismarckturmes auf bem Sauf ft ein. Der Voranschlag für 1905/06 sieht für Farbenmarkierimg im Oberwalb 60 Mk., für bas Aussichtsgerüst auf ber Herchenhainer Höhe 100 Mk., für ben Taufstein türm 200 Mk. vor, unb er erreicht in Einnahme und Ausgabe 1200 Mk. Nach bem Mittagessen ist eine Besichtigung bes Museums bes Oberhessischen Geschichtsvereins im alten Nathause, banach gemütliches Zusammensein im Neuen Saalbau. ** Die Ritterburg Nonneburg in der Sübostecke der Wettetau wirb voraussichtlich am 1. Juni wieder dem Touristcnbesuch geöffnet werden. Bekanntlich wußte die Burg im Juli v. I. wegen Baufälligkeit von bem Besitzer Fürst Friedrich Wilhelm zu Isenburg und Büdingen geschlossen werden. Staatliche und standesherrliche Beamte, darunter auch Denkmalpfleger Dr. Walbe-Darmstadt, haben bie Burg wiederholt besichtigt und bie Pläne entworfen, nach denen bie jetzige Renovierung ausgeführt wirb. Die Erhaltungsarbeiten im Vorhof ber Burg sind bereits vollendet; der runde Eck- tiirm wird renoviert, und darin werden zwei Zimmer eingerichtet. Auch bie Pförtner-Wohnung wird restauriert. Das Gebäude, in dem sich ehedem Ställe und Knappenwohnungen befanden, wird zu einem Nestaurationsraurn eingerichtet und erhält ein Schutzdach. Dec 64 Meter tiefe Burgbrunnen wird zur besseren Wasserbesehaffung eingerichtet. Die Renovation erfordert einen Kostenaufwand von ca. 7500 Mk. Tie Nonneburg ist ein hochinteressantes Denkmal aus alter Zeit und wurde von jeher von Wanderern und Archäologen gern besucht. Nicht unerwähnt sei, daß Graf von Zinzen- borf, Vegrünber ber Brübergemeinde, um 1750 längere Zeit hier wohnte. ** Aus dem Militärleben wirb ber „Kl. Pt.* folgenbe Geschichte mitgeteilt: Auf bem Nückmarsch bes 81. Regiments vom Griesheimer Schießplatz nach Frankfurt mürbe ein Musketier ber achten Kompanie in ber Nähe von Langen „schlapp". Sein Hauptmann Otto rief ihm zu: „So, nun nimm Du einmal meinen Gaul am Zügel unb ich trage Dein Gewehr". Der Kompaniechef stieg vom Pferbe, ergriff bie Büchse unb reihte sich dort ein, wo bisher der Musketier geschritten war, der vor Freude strahlte, als ihm bie Flinte für einige Zeit abgenommen wurde. Während der Hauptmann tapfer im Gliebe mitschritt, kam bet Bataillonskommanbeur, Prinz Friedrich Karl vonHessen, herangeritten, um zu sehen, welchen Einfluß der Marsch auf die Truppen ausübte. Die Mannschaften wußten salutieren; auch ber Herr Hauptmann, ber übrigens seiner Zeit ben Chinafelbzug mitmachte, riß bas Gewehr mit „hörbarem Ruck" an sich und erwies bie vorgeschriebene Ehrenbezeugung. Dabei rief er bem Major zu: „Jawohl, Hoheit, es geht immer noch!" Der Bataillonskommanbeur war ba- rüber ebenso erfreut, wie über bie Bemerkung eines Soldaten, eines ehemaligen Chinakriegers, der meinte, daß so etwas in China jeden Tag passiert sei. Darm stadt, 22. Mai. Die Dezernenten für bie Loiterieabteilung im Finanzministerium, Ministerialrat Ewald unb Geh. Oberfinanzrat Nohbe, sind als Vertreter Hessens zur Teilnahme an den Verhandlungen über das hessisch - preußische Lotterie-Abkommen nach Berlin gereist. Wie es heißt, ist ber Abschluß bes Vertrages nun bald zu erwarten. fc. Mainz, 22. Mai. In bet Nähe von Ka stel rannte gestern ein Automobil, das sich auf bem Wege nach Wiesbaben befand, gegen einen Gartenzaun. Der Zaun mürbe umgeranut unb bie Insassen bes Gefährts würben herausgeschle ud e rt. Sie erlitten erhebliche Verletzungen und wußten, nachdem sie sich hatten verbinden lassen, die Neise mit ber Bahn fortsetzen. Das Automobil hatte sich förmlich in bie Erbe hineingewühlt. w. Zwingenberg a. d. Bergstr., 22. Mai. Der Oberstleutnant Frhr. v. Bieberstein aus Darmstadt war gestern mit seiner Equipage in Begleitung seiner Gattin und zweier Offiziere nach Auerbach gefahren. Auf der Heimreise gegen 9 Uhr abends scheuten die Pferde, wobei die Insassen aus bem Wagen geschleubert wurden. Freifrau o. Bieberstein trug eine schwere Gehirneschütter- ung davon, während die Herren mit leichteren Verletzungen davoukaweu._______________________ Kunst lind Wissenschaft. — Die „vernarrte Prinzeß und das' goldene Kalb". Wogen der Wiesbadener Aufführu: g seiner .Vernarrten Prinzeß", eine? Fadelfpiels, hat Otto Julius Bierbaum sich beschw'crdesührcnd an die Öffentlichkeit gewandt. Wir lesen in ber „Frkf. Ztg." folgenden Brief Bierbannü): „Herr Redakteur! Die Ausführung meine? von O. v. Chelius komponierten FabelspielS „Die vernarrte Prinzeß" rm Nahmen der Wiesbadener Maiseflspiele hat einig« Preßäußerungen hervor- gerufen, an deren Berichtigung mir gelegen sein muß. Schon die Darstellung, als erfreue sich das Werk im ganzen der besonderen Huld des Kaisers, entspricht nicht den Tatsachen. Der Kaiser hat sich vielmehr über meinen Anteil daran mit der ganzen deutlichen Offenheit ausgesprochen, die für seine A b - lehnung moderner Kunsibestrcbungm kennzeichnend ist. Dies habe ich vorausgesehcn. Ücberrascht hat es mich, daß ein Teil der Presse mir hie Verballhornung meines eigenen Werkes zu- getraut hat, die in Wiesbaden in Gestalt des goldenen Kal-I MAGGI ■ ■ vM D & W i R | M L A If ' M M fe. i?. U M irb der Fs. ?r.' m Mirnirfd) deZ latj nad) ftranffiirf in der We oo/t dito rie! ihm p'. 1 M WÄ ^LMihrf vom hort rin. wo btäfyi Freude skMc, a!k en wurde. Wähmt mitschritt, kam du HKarlvonhcssen, nfluB der Marsch aus niu&fen salutieren; enS seiner Zeit den iehr mit hörbarem bene Ehrenbezeugung» 'ommanbeut wat ba« rfunfl eines e’lb’1 nie, daß 1« *5 9 sä*** Is $,tfrettr M'" bet das , Berlin gkrA sich auf ^cr Za"n artenzaun ^u^en xrhebliä) - bic 5 r* Autoniobn 9 n- 22 Ma'- ih ®»rf»bt " OU§ * MtlN UNv ung i*®?,iw«if« n. » > W »ierbe,«rtiir»11 S'^'' ,k,chi-r'" _ I Atli-, 0(b.«‘ «K.SKL en EfW", '■* 5> i*» J S«Jg * bi'Jfl» -.(ffll ' llt ,/PzA > <‘l Tr, y> " W. r. . $ f’n 3h lntlich M ftaiJ rTarl°?biek- । u n 9 e n " 1. "2* bi. in? Ä l"'G«fe * Kn- hier : den S[nJe^hb*: 5&: .<■ **K,; COn 200 sd S? u"b d. 3 N"«.n %qabc c°riew Qrcltuthip5 . ' . f1.905/06 liebt fa >. ?5 Ansschs. b Jut ben T-U-. m ®'nn«6me und n 'S eine Besich- ^Ichlchtsvereins im ttnenfein tm 3!euen 1 ™ der Süboffeie •• 3««i wieder dem W) Mtzte bir Bum hem Besitzer Uch "blnÜen geschlossen <5canifez darunter H haben die Burg arsen, nach denen die e Erhaltungsarbeiten et; der runde Eck. zwei Zimmer ein. ^ird restauriert. Das Knappenwohnungen um eingerichtet und tiefe Burgbrunnen richtet. Die Reno- von ca. 7500 M, i Denkmal ans alter rn und Archäologen Gras von Zinzen- um 1750 längere Märkte. Fleischpreise in Gießen Getreidepreise in Mannheim Todes-Anzeige Danksagung G erbe l. 2803 Ochsen Kälber Sclnveine Ccft. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Gitß . Schlußkurse. 210.10 237.37 140.60 240.50 212.75 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Mai, nachmittags 4 Uhr' uotn Trauerhause, Frankfurterstraße, aus statt. 03502 Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise ' am 22. Mai 1905. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. und Kinder. Giessen, den 22. Mai 1905. beS int zweiten Bilde zutage getreten ist. Dieses K'albführt sich auf des Herrn Generalintendanten v. Hülsen Exzellenz zurück. (Gut ausgedrückt! Was ist das für em Mb? D. Red.) Hätte ich davon rechtzeitig erfahren, so würde ich es keinesfalls gestattet haben, daß inlan den Sinn meimw Dichtung so töricht entstellte. Freilich stand auch sonst die Ausstattung des Werkes mehr unter d e m Z e i ck e n d e s g o ldenen Kalbes, als unter dem Einflüsse der stt- l i st i s ck c u Absichten d e r D i ch t u n g." Jebt wird man die „Prinzessin" und das „K'alb" mal l"sen müssen! — Maxim Gorki kommt am 23. d. M. aus Jalta nach Petersburg. Fiir Gorki ist schon ein Landhaus in der Umgegend von Petersburg an der sinländischen Bahn gemietet worden, ivo er den Sommer verbringen will, da die Hitze der Krim seiner Gesundheit schädlich ist. Mineralwasser --------- in allen Sorten und stet? frischer Füllung --------- bei Emil IFasc^bachfl Für die Herren Apotheker und Wiederverkäufer zu den von Frankfurt aus off. en gros Preisen. 1988 50 Kg. Schlachtgewicht 71—73 Mk. l/2 Kg. Schlachtgew. 87—90P1 „ 69—00 „ Grlgmal-Dral-iMi'l'dunqen. Wiesbaden, 23. Mai. UeVer das Befind e n der Kaiserin wurde heute morgen folgendes Bulletin veröffentlicht:'Schloß Wiesbaden, den 23. Mai. Das Befinden VerftelnrnftÄrmAMrucharbeiteu Der'Abbruch eines offenen 52 m langen und 11 m breiten i hölzernen "Schuppens mit Ziegelbedachung bei der Margarethenbütte l soll SamStag den 27. Mai d. I., vorm. 11 Uhr, bei Neber- lassung des Materials an den Höchstbietenden veraeben werden. I Die Bedingungen liegen bei uns in der Schreibstube während der Amtsstuben zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum vorgenannten Termin ebendaselbst einzureichen. Gießen, 23. Mai 1905 Städtisches Hochbauamt. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem uns so schweren, schmerzlichen Verluste, sowie tür die Blumenspenden sagen innigsten Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen Emma König, Julie Rose geb. König Anfangs- u< . 210.10 . 236.75 . 140.50 . 240.10 . 212.00 Heute morgen 9 Uhr verschied nach langem, schweren Leiden meine innigst geliebte und gute Gattin, unsere herzensgute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin grau Elisabetha Kehl geb. Nürnberger im 28. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Valentin Kehl und Sohn, Familie Nürnberger, Familie Kehl, Appenrod. Klein-Linden, den 23. Mai 1905. Orrträteladf Landau, (Pfalz) 22. Mai. Das hiesige Kriegsgericht verurteilte den Leutnant l o s e r vom 22. Infanterie-Regiment Zweibrücken wegen fahrlässiger Tötung zu neun Monat Festung. Moser hatte bei Zielübungen mit geladenem Gewehr auf den Kopf eines Soldaten gezielt, die Waffe entlud sich und tötete den Soldaten. , M , Chemnitz, 21. Mai. Zwei Giftmord-Versuche hat der 43 Jahre alte Provisionsreisende Gustav Hermann Schubert hier gegen den 84 Jahre allen Carl Friedrich Schueiter unternommen, der ihm 900 Mk. testamentarisch ausgesetzt hatte, um Bekanntmachung- bie H->lz-bfuhr «ns den «aldnnacn her Stadt Siegelt v-tr. Die etei«er«t een Brennholz aiU den Waldungen der Stadt Gießen werden hiermit aufgefordert, insoweit sie mit der Abfuhr ihreS ersteigerten Holzes im Rückstands sind, für bte Jlbhibr HolreS spätesten» »is 1». Jrmt Sorge zn tragen, andernfalls ste Bestrasttng nach Artikel 37 des FsrstftrafgeseheS §n erwarten haben. Gießen, den 22. Mai 1905. r B /= Großtzer-" ’ ’’’ ' rf’ Gießen. 3. 23«: Curlchmann. Ver gebttttg von Pflasterarbeiten. Die Umpflasterungsarbeiten in der Westanlage und verschie- denen anderen Straßen sollen Dienstag, den 30. Mai d. I., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. dlrbeusbeschreibunq und Bedingungen liegen während der Dtenststunden bei uns zur Einsicht aus. 2lngcbote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureicben. — Zuschlagssrist 3 Wochen. Glcßcn, den 22. Mai 1905. B’% Städtisches Tielbauamt. Braubach. schneller zu dem Gelde zu kommen. Schubert wurde vom biellgen Schwurgericht zu s e ch s I a h r e n Z u ch t h a u s und 8 Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt. Sport. — Fußball in Gießen. Das am Sonntag angekündigte Fußballspiel F. C. 1900 T. gegen B. C. 1904 T. fand am Sonnlag, nachmittags 4 Ubr, aus dem Trieb bei günstiger Witterung statt. Nach langem, beißen Kampfe siegte der erste mit 4: 2 gegen den zuletzt genannten, noch sehr jungen Klub. Tlniverstlä'ts-NaHrichten. Bonn, 22 Mai. Prinz August Wilhelm von Preußen, der vierte Sohn des Kaiserpaares, wird der „Post" zufolge vom Sommersemester nächsten Jahres ab ebenfalls an der Universttat Bonn den Studien obliegen. Der Prinz ist am 29. Januar 188 < geboren. Göttingen 20. Mai. Gestern abmd fand eine Bmamm- 0mg der n i ch t in ko r p v r ier t en Studenten statt, in welch-r eine Organisation der F i n k e n s ch a f t ins Leben gerufen wurde. Br^effs der katholischen Korporationen und der akademischen Freiheit ftcFt die Ftnkenichast auf dem Boden der Eisenacher und Weimarer Beschlüsse. . Heidelberg 22. Mai. Das Heidelberger Korps ^Suevia" beging arn Samstag Abend die Einweihungsseier seines neuen, im Barockstil errichteten Hauses. Der Erbgroß- Herzog von Baden nahm, als „alter Herr" des Landeskorps, an der Feier teil. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 24. Mai 1905: Trüb, windig, kühl, geringer Regen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Argktt,r0ewlqun§. Frankfurt, 22. Mai. Die Schneiderorganisatiou ->at den Meistern, die nicht dem Arbeitgeberverband angehören, sowie allen Konfektionsgeschäften folgenden Revers znkommen lassen: „Unterzeichnete Firma erklärt sich hierntit bereit, daß sie von thrcu Arbeiten: Streikarbcit, bezw. Arbeit au? andern Geschäften nicht anfertigen läßt und sich auch nicht an der jetzigen oder eventuell später stattfindenden Aussperrung beteiligen wird." Die Gehilfen erwarten die Crklänmg bis Montag Abend unterschrieben zuruck und sehen die Nichtbeantwortung als Verneinung an. Am Samstag Abend waren 393 Gehilfen ausgesperrt; außerdem ist einer Anzahl, die vierzchntägige Kündigung haben, gekündigt worden. (Kl. Pr.) Reichenbach, (Schlesien) 22. Mai. Wie der „Schlesische Volksbote" meldet, wurden bente Mittag in der Mechanischen Weberei von Gebrüder Cohn 500 Weber ausgesperrt. Sie wollen, weil ein entlassenes Mitglied der Weberorganisation entgegen deut Wunsche der Arbeiter nicht wieder eingestellt wurde, streiken. Die Fabrikleitung kam jedoch einem Streik durch die Aussperrung zuvor. Stockholm, 22. Mai. Ungefähr 700 Arbeit er der Straße nreinigung legten die Arbeit nieder. Man befürchtet, daß auch die Arbeiter der Beleuchtuugs werke sich dem Ausstaiide anschließen werden.__________________ _ Weizen 100 Kg. 18.F0 Mk. Weißbrot 2 Kg. 52 Plg. Roggen 100 16,25-00.00 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. Kordcc vrb Derkes-r. DoNisivirtschast. Berliner Börse vom 22. Mai 1905. (Milgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 23/s Prozent, Gießen, 23.Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10-1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 5-6 Vfg. 2 Stck. 00—OO Pfg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf.,' Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90 Alk., Hühner pr.St. 1 00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse nr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Psimd 50-76 Pfg. Kartoffeln pr. 100Kg. 6,50—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr 8 00—10,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfa., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Zwetfcben per Zentner 0.00-0.00 911 f. Birnen per Zentner 6 bi« 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeil 7—1 Uhr. Harpener Bergbau Tendenz: Ziemlich fest. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner lieben Frau, unserer guten Schwester, Schwägerin und Tante Km Katharine Löffler sagen wir Allen innigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Georg Löffler. Lützellinden, den 23. Mai 1905. 03187 Vergebung von Schlosserarbeit. Di^e Anfertigung und Lieferung von Kanal ° Schieberstangen soll Dienstag, den 30. d. Mts., vorm. 11V2 Uhr öffentlich vergeben werden. . Angebote auf vorgeschriebenem Formular, welches bei uns erhältlich,'sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt ein,zureichen. Musterstange kann bei uns eingesehen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 22. Mai 1905. B2% Stadt. Tiefbauamt. Braubach. 7, Kg. 70-80 Pfg. 7, „ 70-74 „ V. „ 66 76 „ Brotpreise in Gießen der Kaiserin und Königin am gestrigen Tag und in der Nacht ist ein andauernd gutes gewesen. Ihre Majestät hat reichlich Schlaf gefunden. Der Appetit war gut. Die Wunde zeigt keinerlei Rei^erscheinungen. Temperatur und Puls sind normal. (Gez. Riedner.) W i e s b a d e n, 23. Mai. Der Kaiser unternahm heute morgen einen Spazierritt. Berlin, 23. Mai. Der „Verl. Lok.-Anz." schreibt: Der 6Z e so in t v c rban d der evaugelischen A^eiterbcreine wird an den Kronprinzen zur Dermähluna eine künstlerisch ausgeführte Adresse rjchteir, in welcher 72000 evangelische Arbeiter dem Kronw'iuz-mvaarc ihre O"üchv"'nschc überrnitteln. München, 22. Mai. Prinzregent Lui tpold unb Prinzessin Therese reisten heute abend nach Wien ab. Paris, 23. Mai. Neber die Krawalle, die sich infolge des Ausstandes der Polizeiöeamten in Lvon ereignet haben, wrrd gemeldet: Eine tollere Sonntagnacht als die vorgestrige hat das als miif und düster verschrieene Ltton noch nicht erlebt. Unter den Augen d?r in Zivil auf Caf^haus-Terrassen sitzenden Schutzleute durchzogen junge Leute in phantastischen Kvstumen die Straßen und hielten Jux-Ansprachen, in btnen lokal- und staatliche Autoritäten verspottet und außerdem allerlei bekannte Histörchen zum besten geaebcn wurden. Den famosen wegen Komplottes angeklagt!"' Tamlmrini rief man zum Pater des Vaterlandes aus. Ihn bi? Göttin deS Um'inncS zu bekränzen, plünderte man alle öffentlichen Gärten. Man rief: Hoch Lvon, die Stadt des Lichtes, n"d löschte alle Gasflammen aus. F-ür die Veranstalter dieses Volks festes schloß die Nacht nur infof"rn unangenehm, als ihnen die Geldbörsen aestohlen wurden. Lyon ist gegenwärtig das Dorado der Taschendiebe. Sankt Servant, 23. Mai. Der Drerrnastech „Eousins-Reunis", der vor fast drei Monaten mit 128 bretonischen Fischern nach Neufundland abging, wird seitdem vermißt. Man befürchtet, daß das Schiff untergegangen ist. Li e z o u (Steiermark), 23. Mai. Heute vormittag wurden im B o s r ü ck t u n n e l auf der Südseite durch schlagende Wetter, wie man befürchtet, 15 Person en getötet. Ist dem Tunnel befanden sich 17 Arbeiter. Zwei eingeleitete Versuche, sie zu retten, waren vergeblich, da die ausströmenden Gase das Vordringen zur Unglücksstätte unmöglich machten. Vier an den Rettungsversuchen Beteiligte mußten ohnmächtig aus dem Tunnel befördert werden. Die fertige Tunnelröhre ist durch die Explosion nicht beschädigt worden. Die Entwickelungsjahre der Kinder und jungen Mädchen Aussehen, eingefallene Augen, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Herzklopfen, Appetitlosigkeit usw. In solchen Fällen handelt es sich meistens um Blutarmut. Das Blut muß für die sich im raschen Tentvo vollziehende Entwickelung all die Aufbaustoffe liefern und da sind sehr häufig die Altforderungen zu groß und es stellen sich bei nicht reichlicher Ernährung die genannten Erscheinungen ein. Laßt tnan in solcbeit Fällen die Betreffenden anstatt Kaffee oder Tee eine Zeit lang „Bioson" trinken, so wird man in ganz kurzer Zeit mt der Gesichtsfarbe und dem Allgemeinbefinden den Erfolg verspüren. Dieses blutbildende Präparat enthält wie kein anderes die wichtigsten Lebens- nnd Aufbaustoffe in bester, konzentriertester und leicht verdattlicher Form und ist fertig zum Gebrauch in den Apotheken, guten Drogerien usw. das halbe Kilo drei Mark erhältlich. Matt lese, um sich von dem Wert des Bioson zu überzeugett, die Berichte der medizinischen Zeitungen, Professoren und Aerzte, Heil* aitstalten ufto. und beachte seinen billigen Preis gegenüber anderen ähitlichen Präparaten. b18/« Bekanntmachung. Die nachstehende Verfügung Gr. Kreisamts dahier vom 16. ds. Mts. bringen wir ztrr Kenntnis der hiesigen Landwirte und fordern dieselben zur Versicherung bei der Norddeutschen Hagel- Versichertlngsgesellschast unter Benutztmg der Vorteile des Staatsvertrags atif. Gießen, den 18. Mai 1905. Großherzoalstl-e Bürfcmeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. Betr.: Hagelversicheruttg. Das Grotzherzogliche KreiSamt Gießen an die Großherzog^ lichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf die zwischen detn Großherzoglichen Ministeritlm des Jnnertt und der Norddcnttschen Hagel-Versicherungs- Gesellschaft auf Gegettseitigkeit in Berlin abgeschlossene Uebereinkunft und tlnserer Bekattntmachtlng hierüber vom 18. Febrttar ds. IS., abgedruckt int Kreisblatt Nr. 23 vom 24. Februar ds. Is., beauftragen wir Sie, auch jetzt, zu der Zeit, wo die Hagelversicherungen hauptsächlich eingegangett werden, die Landwirte zttr Versicherung bei der Norddetttschen Hagel-Versicherllngs'Gesellschaft unter Be- tmtzmtg der Vorteile des Staatsvertrags aufzufordern. B”/e I. V.: gez. Dr. Fink. Kräftigen Wohlgeschmack gibt c“/6 Q schwachen Suppen, m Saucen, Gemüsen re. ” m Sehr ausgiebig. Angelegentlichst empfohlen von Heinrich Hahn, Bismarckstr. 7. vber 75,000 im Gebraych SOHN CARL,AACHENX MjSqBr ^0506^0 gratis-Veneter an FasMllen Plätzen ss,8/U ’ pvsseldoyM902 - GoId.Medflille^5^ v.siibeme Stantsmedaillo . p Aachener ’K I Badeöfen M einzureichen. 2808 Leihgestern, den 22.Mai 1905. Gr.Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. Heute von 4—8 Uhr: Schweinefleisch 45 Pfg. Der am 24. Oktober 1865 geborene Invalide Daniel Müller, evangelisch, verheiratet, wohnhaft in Gießen, ist durch Beschlitß des unterzeichneten Gerichts vom 18. Mai 1905 wegen Trunksucht und Ver- schtvendungentinündigtworden. Gießen, den 18. Mai 1905. Großh. Amtsgericht. ß"y. Arbclisrm., Bei dem Faselsiall zu Leihgestern soll ein Brunnen auf bent Wege der Submission zur Ausführtntg kommen. Der Voranschlag liegt zttr Einsicht auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen, und sind Angebote mit entsprechender Attfschrift bis zum 27. d. M., nachmittags 6 Uhr, daselbst M6 HOUREN’S l'CflSHEIZOFEW Gernhardt’soher Zither- end jMandolinen-Chor Giessen. Sonntag, den 28. Mai, abends 8 Uhr im „Neuen Saalbau": Musikalischer Unterhaltuios-Abend unter Mitwirkung besrenn-eter ^esnngnereine lind im Vorverkauf für 40 Pfg. zu haben bei UllllI-lllUllUull Ernst Challier, Neuen-Weg, Zigarreu-Geschäit Sonntag, Seltersweg, Postkarten-Ccntrale, Sonnenstraße und Friseur Aff, Neuen-Bäue. — An der Abendkasse 50 Pfg. Um zahlreichen Besuch bittet 2810 Der Borstand. Atelier für feine Herrensehneiderei V V V nach Mass WWW Heinrich Krevert Schulstr. 6. vorm.: Jul. Fischer. 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