Nr. 19 Montag, SS. Januar 1905 155. Jahrg. Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den «reis Eichen. ÄDtathmtbirof erib «erlog 6* MW*!*» ünixxdtiäiSöxMdeteL SL 8ooge. et*» SRtbafftott, <Ägp€btttoo u, Druckerei: •xtmfWt.f, 9CtL 0h. &L leugt.-ltot.t Ln-rttz« et*» allerband Vorwürfe auf das Kohlensyndikat. Man hat ja sogar eine Enquetekommisston zur Untersuchung der Verhältnisse einge- tetzt und die namhaftesten Gelehrten hinerngewahlt. ^as Syndikat ist aber aus dieser Untersuchung glänzend hervorgegangen. Datz das Syndikat auf die Arbeiterlöhne ungünstig emwirtt, ist nicht der M. Im Gegenteil. Während die Löhne vor 20 Jahren 28 Prozent des VerkaufswerteZ der Kohlen betrugen, betragen sie jetzt 60 Prozent. (Abg. H u e ruft: Längst widerlegt!) Wo bleibt da der ungünstige Einfluß? Bezüglich des Streiks ist gestern bestritten worden, daß überhaupt Ausschreitungen stattfinden. Gleichwohl wird em gewisser Terrorismus gegen die Arbeitswilligen geübt, die angefallen, angespien und durchgehauen werden. Ich will cS annehmen, daß es nicht organisierte Arbeiter waren, die das taten. Es m die erste Pflicht des Staates, wie auch Graf Bülow gestern mit Recht betonte, die Arbeitswilligen zu schützen. Daß auch sonst Gefahr tm Verzug ist, zeigt ein Telegramm, das ich vorgestern abend beicrm, und in dem mir mitgeteilt wurde, daß von unbefugter Hand über Bahnschienen Planken gelegt seien. (Zuruf von den Soz.: Von wem?) Ja, von wem, das weiß ich nicht. (Gelächter bei den Soz.j Aber es ist Pflicht der Behörden, unter allen Umstanden solche Schurkereien zu Verbindern. Herr Hue hat gestern auch einige Worte über den Oberbürgermeister Schmieding von Dortmund fallen lassen. Ich habe Herrn Hue so verstanden, daß er gesagt hat, Herr Schmieding sei Mitglied eines Aufsichtsrats und habe eine große Nervosität an den Tag gelegt. lSehr richtig! bei den Soz.) Darauf habe ich zu bemerken: Die Uebernahme dieses Aufsichtsratspostens ist mit em* stimmiger Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung erfolgt (Lachen links), und wie man den Oberbürgermeister für einen nervösen Mann halten kann, das ist mir ganz unverständlich. Herr Schmieding hat seine Kaltblütigkeit schon im Kriege 1870/71 an den Tag gelegt (Heiterkeit links), wo er das eiserne Kreuz am Bande sich errungen hat. Er hat dann bei Winterkälte mit eigener Lebensgefahr den Sohn eines Sozialdemokraten aus dem Wasser gezogen, wofür er die Rettungsmedaille bekam. Also ein nervöser Mann ist Herr Schmieding sicherlich nicht. (Zuruf bei den Soz.t fettetet «glich mtt «»«mchmÄ bei SoateagG. fei jHtgeea ^omflltnbratter* wette» berr -BnjeVv wöchentlich beigtlegt De ), ue tr ‘ «Wietef «wrurtttt ctenM .Ist das alles?") . , Die Vorgänge im Ruhrgebiet sind eine ernste Sache von großer nationaler Tragweite. Solche Not ist wohl noch nie über einen Bezirk gekommen, wie sie jetzt dort herrschen wird. Vom menschlichen Standpunkt kann man es aufs tiefste beklagen. In den nächsten Wochen wird es in manchen Bergarbeiterfamilien am nötigsten fehlen, am täglichen Brot Was haben die Sozialdemo- kiaten getan, um den Arbeitern Brot zu verschaffen? Ein kleines charakteristisches Beispiel: Wir haben in Rüttenscheid bei Essen eine genossenschaftliche sozialdemokratische Bäckerei „Volkswohl". Da ist e§ interessant, deren Brotpreise zu beachten. Während vro Kilogramm Schwarzbrot im August 1904 in jener Gegend 16 Pfg. und 15,4 Psg., in der Kruppschen Konsumanstalt sogar nur. 13,8 Pfennig gezahlt wurde, kostete es in der sozialdemorkatischen Backerei 19,3 Pf. (Hört, hört! rechts.) Auch sonst waren alle Lebensmittel dort teurer. Ich glaube, es wäre gut, wenn Genossen schabten ihre Brotpreise revidieren wollten. Auch Ste zu. den Sozialdemokraten) haben ein Interesse daran, das ; ► ewirkeu. Wenn Sie beweisen wollen, daß Ihre Opposttion gegen den Zolltarif, die Sie ja mit den Brotpreisen für den armen. Mann begründeten, nun wirklich ernst war (Lärm bei den Sozialdemokraten), dann dulden Sie es auch nicht, daß die sozialdemokratische Bäckerei daS Brot den Arbeitern um 51 Proz. teurer verkauft als die Kruppsche Konsumanllalt (Beifall unter den National-Liberalen und rechts.) Abg. Molkenbuhr (Soz.): Wenn die Verhältnisse im Ruhrrevier so rosig sein würden» wie Herr Beumer sie darstellte, dann wäre es geradezu ein Rätsel, wie mit einem Male mehrere Hunderttausend die Arbeit niederlegen. Aber auch Herr Beumer hat, wenn auch unfreiwillig, einige Angaben gemacht, die die Sache in etwas anderem Lichte erscheinen lassen. Er sprach von zahlreichen 8 Mk.- Schickstlöbnen; da aber der Durchschnittßlohn amtlich auf 4,87 bezw. 4.58 Mk angegeben wird, so folgt daraus, daß es eine mißer- ordentltch große Zahl von ganz niedrigen Löhnen geben muß. (Sebr richtig! hei den Sozialdemokraten.) Herr Beumer hat implicite zugegeben, daß die verlängerte Seilfahrt eine größere Ausbeutung der Arbeiter darstellt; denn er sagt: wenn die Verlvaltung auf Bruchstraße nachgegeben hätte, so Inore die Grube unrentabel geworden. Ist es ein Kontraktbruch, wenn die Arbeiter sich diesen unerhörten und niederträchtigen Angrift nicht gefallen lassen '.sollten. Herr Stinnes hat den Kontrakt gebrochen, nicht die Arbeiter. Herr Beumer hat selbst erzählt, daß auf Bruchstraße geprügelt wurde. Das ist aber eine in der Arbeitsordnung nicht vorgesehene Strafe, also Kontraktbruch. Daß Herr Beumer alles in rosßntem Lickste schildern mußte, ist mir begreiflich. Denn um die Verhältnisse objektiv schildern zu lassen, dazu brauchen die Herren nicht einen Generalsekretär anzustellen. Die Rede deS Reichskanzlers bietet an sich keinen Anlaß, sich mit ihr zu beschäftigen, wenn ste nicht eben der Reichskanzler gehalten hätte. Würde diese Rede in irgend einer Volksversammlung von irgend einem Schulmeister gehalien (Heiterkeit), so würde man sich schwerlich um sie Pummerin Vor zehn bis zwölf Jahren, da war jeder so geistreich, uns die Richter - schen Zukunftsstaatsbilder entgegenzuhalten Aber Graf Bulow war Anfang der neunziger Jahre im Ausland und hat ins unglucr gehabt, die Rickstersche Schrift erst jetzt kennen zu lernen (Heiterkeit.) Und daher müssen wir in jeder seiner Reden den .Zukunftsstaat" serviert bekommen. Der Reichskanzler sagte, dav Reckt des einzelnen, zu arbeiten, müsse vor TerronSmuS geschützt werden. W.rum soll nickt auch daö Recht deS Streikens geschützt werden? ?lber Terrorismus ist nur strafbar, wenn er gegen einen Arbeitswilligen geübt wird, dagegen eine staatSretterische Tat, wenn eS gegen Arbeiter gebt, die um ihre Rechte kämpfen! Wenn irgend ein Arbeitswilliger zu einem Streikenden sagt: »Du bist ein -ump , dann sagt der Staatsanwalt: .DaS ist keme Beleidigung, Lump ist eine Bezeichnung für jemand, der kein ^ld hat! (Heiterkeit.) Ganz anders liegt die Sache natürlich bei Schimpfworten gegen Arbeitswillige. Der Reichskanzler sagte: Wenn alles wahr wäre, waS Hue auSgeführt, dann würde er allerdings das Vorgehen der Kohlen- varone auf das Entschiedenste mißbilligen. Ja, das sind allgemeine Redensarten! Weshalb sagte er nickt direft: dann würde er diese und diese Gesetzesvorsckläge macken? Diese Allgemeinheiten Haven gar keinen Wert. Der Reichskanzler deklamierte von den grossen Lasten der Sozialgesetzgebung. ?lber gerade diese hat unserer Industrie sehr genützt — man vergleiche die Kurse! —; und gerade irn Bergbau ist sie dadurch von dem gerade dort druckenden Jtquo der Haftpflicht befreit worden. Man komme unS hier nicht mit Parteipolitik. Die Otenw- schäften sind keine Parteiorganisationen, sie sind Svndikate, die cen Zweck haben, die Mare Arbeitskraft möglichst gut an den na zu bringen. In die christlichen, in die Hirsch-^ unckersck^ - werkverelne sind die Leute gerade gegangen, um nicht 3» * demokraten zu werden. Und jetzt kämvten sie Schulter an Schulter Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohi-e öeteinbacurä nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 124. Sitzung vom 21. Januar. 1 Uhr. Tas Haus ist gut besetzt. Nm Bundesratstische: Graf PosadowZIY, ®1 her Tagesordnung steht zunächst di- tion der Abgg v. Normann und Gras v. Schwerin- treffenden Bergarbeiter, er heißt Schwerdtfeger. handelt °s sich um eine Entlastung auf dcsten eigenen Wunsch. Anerkannt muß eS werden, daß die Führer aus das ernstl'cbste vor Str kg« warnt haben. Wenn di- Zeitungen recht berichtet haben was ,ch nicht weiß, so hat Herr Sachs- es als °we Schurkerei bezeichnet d>e Genossen in einen Streik zu drängen. Aber es ist schon gestern h-rvorgehoben worden: Man bläst so ange m die Asche. b's mnem di- Funken in die Augen stieben. Die melen Versammlungen, 'n denen den Belegschaften die Berechtigung des Stre, s Vvrgesühr wurde, in denen di- Arbeitgeber als Blutsauger und Ausbeuter hin- gestellt wurden, haben ihre Wirkung getan, und nun fehlte den Führern die Macht, die Arbeiter von dem unbesonnenen Streik Mrückn'haltcn. In unbesonnener und ungesetzlicher We'ft haben di- Arbeiter unter Kontraktbruch die Arbeit wedergelegt. M kontraktbrüchigen Arbeitern aber ru "erhandeln, lehnen d e Ärbeit geber mit vollem Recht ab. Ter Kontraktbruch wurde dadurch sank. Homert werden, und was da? heißen wurde, das sollten si» mich die übrigen Erwerbsständc überlegen, und da. sollte sich mich d Regierung überlegen, di- schließlich auf ihren eigenen stska'scheu Betrieben den Kontraktbrnck nicht mehr würde zurnckhalten konn n, wenn er in den privaten Betrieben geduldet wurde. Nun wird gesagt, die Arbeitgeber seien schon früher kontraktbrüchig geworden. Es ist hierbei Bezug genommen auf angebliche mangelhafte Lieferung der Teputatkohlen. Das Unzutreffende ber Behauptung hat sckon gestern der Herr Minister Moller zuruck- gewiesen. Dasselbe gibt von der weiteren Bezugnahme auf Die Verlängerung der Seilfahrt. Die Verlängerung ist mit ordnungsmäßiger Frist angekündigt worden. Hätte man auf ne verzichten wollen, dann hätte man die Grube als unrentabel stilllegen^müssen. Es wäre afto durch die Befriedigung Ihres Verlangens das eingetreten, was man hier soviel beklagt hat. Das Nullen der ^agen ist ein Disziplinarmittel. Dieses oder em anderes D'sstplmar- mittel kann nickt entbehrt werden, wenn man reme Kohle hefern will. In England ist im Bergwerksge,eß von 1887 das Nullen ausdrücklich als Diszivlinarmiftel gesetzlich anerkannt Worten. Wenn es in England nicht gehandhabt wird, so mirb eben an firner Stelle ein anderes Mittel benutzt. Bis jetzt haben aber die meisten Belegschaften bei unS das Nullen als Disziplmarmtttel der Geldstrafe vorgezogen. Aus welchen Gründen, das steht m einem Schreiben des bergbaulichen Vereins an die Zechenverwaltungen vom August 1903. Darin heißt eS: „ DaS Nichtannehmen von solchen Förderungen, welche mn unreinen Kohlen beladen sind, ist das wirksamste Cstsziplinarmittel und der Zweck reiner Förderung wird dadurch besser erreicht als durck Geldstrafe. Dies wird auch von den Vetegsckaften meist anerkannt, und es liegt kein Grund vor, von dem Nullen abzugehen. (Lacken bei den Sozialdemokraten.) Hören Sie nun, was zur weiteren Begründung hinzugefügt wird Es ist folgendes: „Die Gründe, warum Nullen bei der Verhängung von Geldstrafen im eigensten Interesse der Bergleute .zu bevorzugen ist, sind schon zu wiederholten Malen eingehend erörtert worben; das Nullen ist nämlich nicht nur die mildeste, sondern auch die gerech- teste Strafe für unrein mit Kohle geladene oder ungenügend gefüllte Wagen. Wird einer Kameradschaft von fünf bis sechs Mann ein Wagen genullt, so mackt dies für den Einzelnen etwa 15 bis 18 Pfg. aus, wahrend bei Ersatz des Nullens durch Verhängung einer Geldstrafe der schuldige Hm,er mindestens mit 1 Mk., bei Wiederholung und besonderer Hartnäckigkeit sogar bis zur Halste des ortsüblichen Tagelohnes bestraft werden mußte. Bei der Verhängung von Geldstrafen ist es aber ferner außerordentlich fcbttne- rig, den wirklich Schuldigen zu treffen. Bezüglich der zu Ende einer Schicht gewonnenen Kohlen kann nur sehr fthwer festgestellt werden, ob unreine oder mangelhaft beladene Wagen aus der Fördersckicht oder aus der derselben voraufgegangenen nckucht stammen. Sind die zu Ende der Nackmittagsschickt gewonnenen Kohlen fo unrein gefördert, daß es nickt mehr möglich ist, bei der in der Morqensckickt erfolgenden Beladung die Sterne auszuhalten, so werden die Hauer der Morgenschicht dafür verantwortlich gemacht, während an der Unreinheit tatsächlich nur die voran - gegangene Schicht die Schuld tragt Es wird sich also bei bem Uebergang von einer Schicht zur andern memaig genau festiteveu lasicm wem die Sckwld an der unreinen Forderung und mangel, haften Beladung beinimesien ist. Nur die ganze Kamerad'f'aft kann dafür verantwort,i-b gema-bt werden, daß der Gedmge. vertrag auch seitens der Arbeiter erfüllt wird. Ter Kameradsckwkt steht aueb die Einwirkung auf ihre einzelnen Mitglieder zu. ^>ß die? geschieht. Es erscheint deshalb nur gerecht, daß für die Nicht- ersüllung des Gedingevertrages nicht das einzelne schuldige Mit- glied der Kameradschaft, welches in den menten Fallen mL er- mitte» werden kann, sondern bie ganze Kameradschaft bestraft mied, und dies geschieht, wie schon oben angeführt, in der mildesten Weise durch das Nullen der unrein geforderten oder mangelhaft beladenen A.-agen.e auf bi- einschlägigen Ausführungen des Oberbergiats Meißner. Er sagt: ..TaS Nullen war auf 90 Q,A„n mit zusammen 22 000 Mann Belegschaft abgesclmfft und durch Geldstt-afen ersetzt. Fn der Zeit vom 1. Juli 1902 bis Ende rvnn; 1903 wurden auf 16 Gruben mit zusammen 30 000 Mann mehr als 2 Prozent, davon auf 6 Gruben mit 10 ooo Mann mehr als 8 Prozent genulll. dagegen ist auf 67 Gruben nut zusammen 97 000 ®ann das Nullen unter 1 Prozent geblieben. Um zu sehen, ob durch das Nullen die Löhne der betreffenden Arbeiter wesentlich gedrü-kt worden seien, wurden auf 3 Gruben, die durch starkes Niillen sich hervortateii. die während des ersten vawiabres 1903 ncfülirten Joiirnale und Listen eingcichen! es Hai sich dabei ergeben, daß unter den 67 genauer untersuchten Fallen der monat- liche Turchfchnittslohn nur in einem Falle unter 4 Mk geblieben it dak er aber in 20 Fallen 6 Mark und darüber betragen hat. B-i den k> Kameradschaften, denen bie meisten Wagen auf den drei Zechen geniillt worden waren, betrugen d,e Bruttvloluie vro Mann „nd Schicht 4,71 Mk., 4.70 Mk., 4,74 Mk, 6,02 Mk. und 562 Mark Die Kontrolle über genügende und vorfchnstsmStzige Beladung geschieht überall durch besondere von den Zechenverwal- tunnen angestellte Personen. Auf Zeche Maßen 1 und 2 machte man nun an brei Tagen im Juli ?603 den Versuch das Nullen drei Sauern, die sämtlich Mitglieder des Teutichen Bergarbeiter- vetbandes waren, zu Übertragen. Diese nullten aber weit mehr als vorher bie Zechenkontrolleure." Tie Klagen Uber übermäßiges q>nnct1 sind also zweifellos unberechtigt. Mau vergleickt immer unsere Verhältnisse mit denen in England Aber dieser Vergleich spricht gerade zu unseren Gunsten. An England kommt au* 21 800 ©rubcrnrbciter em Revierbeamter, bei unS sckon auf 4000. Herr Hue wünscht, daß man die Arbeiter mit der Grubenkontrolle b(-traue. Das geht aber nickst so einfach. Kontrolle setzt so viel phhsikalische, chemische, tcd]ni|d)c Kennt- niffe voraus, daß ein Arbeiter diesen Posten nickst ansfüllen konnte. Nun ein paar Worte zum Kohlenspndikat. Ich spreche da nur für meine Person, nicht für meine gesamte Fraktion. Man haust Ist^der^Reichskanzler in der Lage, dem Reichstage eine Ar^- kunst Über den gegenwärtigen Stand der Handel-. Vertragsverhandlungen mit Oe t e r r c ich Ungarn, sowie über die Umstände zu geben, welche^ihn der anlaßten, seiner am 9. Dezember vorigeiii Jahres Abgegebenen - flärung, die abgeschlossenen neuen Handelsverträge dem Reichs tage gleich nach seinem Wiederzusammentritt vorzulegen, bisher nicht zu entsprechen, auch eine Ki'mdigung der alten Handelsverträge bisher nicht eintreten zu lassen? . - Auf die Anfrage des P r ä s i d e n t e n , °b und wann die Regierung die Interpellation zu beantworten gedenke, erwidert n Staatssekretär Graf PosadowSky: Wie ^>hnen bekannt, sind die Unterhändler der österreichisch-ungarischen Regierung. noch n Berlin. Tie Verhandlungen sind bisher zu einem endgültigen> Abschluß noch nicht gelangt. (Hört, hort! .^o^^^en weder den sachlichen Interessen von feiten be§ Reiche- entsprechen, noch dem diplomatischen Gebrauch, wenn wir zur Zeit bei schwebenden internationalen Verhandlungen Mitteilungen machen, aber m Laufe der nächsten Woche wird die Jnterpellatton beantwortet werden. (Heiterkeit.) s Hierauf wird dieser Gegenstand verlassen. Das Haus wendet fick hieraus der Fortsetzung der Ve spreckung der s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n I n t e r p e l I a - tion betreffend den Bergarbeiter st re i k zu. „ . Abg. Dr. Beumer (nat.Jib.): In Detreft des Streiks sind viele Dinge behauptet worden, welche die öffentliche Stimmung zu ungunften der Arbeitgeber beeinflußt haben, die aber nicht auf -.att sacken beruhen. Meine politischen Freunde, und ich darf hinzu- setzen, alle Arbeitgeber meines Wahlkreises und des Wertens überhaupt, bedauern es vom rein menschlichen Standpunkt aus, daß die Arbeiter sich haben in diesen Streik hinemtreiben lasten. Wenn meiner Partei imbutiert worden ist, ste sei eine Partei des Uater^ nehmertums, welche allein von der Regierung unterstutzt zu werben verlangt, so muß ich dagegen ernsten Widerzpruch erheben. Wir wünschen, daß die Regierung über den Parteien steht Die Vorwürfe gegen die Zechenverwaltungen sind maßlo-^ uver- frieben und in einem Teil der Preste völlig einseitig behandelt worden. Auch im Jahre 1889 bildete einen Hmiptvunkt der Beschwerden die angebliche unwürdige Behandlung der Arbeiter du ck die Zeckenbeamten. Auch damals wurde ihnen Brutalität, Betrug usw. vorgcworfen. Es sanden hierüber Erhebungen statt, und in der amtlichen Denkschrift darüber heißt eS, diese ^asckuldigilngen hätten bei der Untersuchung keine Destättgung gefunden. Ich greine nicht, daß die Untersuchungskommission, die zu unserer großen in das Ruhrrevier entsandt worden ist, auch jetzt wieder wird ahn» lickes konstatieren können. Die mlfgestellten Behauptungen werden Mick wohl hier in den meisten Fällen ihren Haken haben. Ick baoe noch gestern von einem Falle gehört, daß ein Steiger einen Arbeiter dabei betroffen habe, als er auf der Fördersckale stand. Das wird mit Geld bestraft, und der Steiger hat nun den Arbeiter gefragt: „Willst Du drei Mark zahlen oder willst Du Dir lieber ein haar herüberhauen lasten?" Da sagte der Arbeiter: »Hmi' mm ein paar herüber, aber mach' es nickt zu scklimm!" (Hört, hort! und Heiterkeit.) Auf solche und ähnliche Dinge wird sick nock manches andere zurückführen lasten. Es wird nirgends mehr gelogen, als vor einem Kriege, nach einer Jaad und während eines Streiks Die ^e- hauvttmg, daß das Kohlensvndikat die dem Sieger Kano zu gute kommenden Eisenbahntarifermäßiaungen durch Erhöhung: Der Kahfenpreise sich nutzbar aemacht babc ist völlig unwahr. iit allerdings bescklosten, vom 1. Avril 1906 eine Erhöhung der Kohlenpreise nach einer gewisten Richtung hin eintreten zu lasten, aber misdrücklich ist das Sieger Land von diesen Preiserhöhungen ausgenommen. Das ist die Wahrheit. In Siegen weiß man gar nichts davon als aus einer Zeitungsnachricht, auf die man das Wort an- foenbrn fmm: „Gelogen wie gedruckt." (Rvntf bei beu Sozfgldemo. traten: Es ist aber ein Telegramm der „Rheinisch-Westfalischen Zeitung"!!) Nun, dann kann man, wie Bismarck einmal jagte, sagen: „Gelogen wie telegravhiert!" Ick bade mit der „Rheimsch- Westfäliscken Ztg." nickts zu hm, sie ist auch fein national-liberales Parteiblatt. Unrichtig ist mick die Behauphmg. daß ziir Berhiittnig von Ungliicksfällen seitens der Grubenverwaltungen nichts geschehe. Irn ganzen ^berbergamtsbezirk Dortmund, wo nickt weniger als 255 OOO Arbeiter tätig sind, sind nur 562 Unfälle vorgekommen Ick freite mich darüber, daß der Abg. Hue gestern erfrärt hat, nickt als Parteimann sprechen zu wollen; wenn er dabei ein ^itat aus Schillers Tell onwandte, so hätte er aber nock einen Schritt weiter geben und mit dem alten Attinghmisen sagen sollen: „Ans Vaterland, ans teure schließ Dick an, da? halte fest mit Deinem ganzen Herzen I Da sind die starken Wurzeln Deiner Kraft!" Den Frieden im Vaterlande zu heben, kann eß aber sicker nickst beitragen, wenn solcke Entstellungen laut werden, wie die, daß Unsere Grubenleute splitternackt in fußhohem Wasser arbeiten müßten. Das ist unwahr, untere Gruben sind die beft eingerichteten der ganzen Welt, und das Wasser wird, soweit wie irgend möglich, abgeleitet. Es ist ferner unwahr, wenn behauptet wird, die Bergarbeiter verdienten im Durchschnitt nicht mehr als drei Mark; in Wirklichkeit ist der Lohn im Durchschnitt höher als fi’ntf Mark. Nun wird darüber geklagt, daß der bergbauliche Verein sich geweigert habe, in Unterhandlungen mit den Arbeiterdelegierten einzutreten. Nun, ick kann ein typisches Beispiel dafür anführen, was solche Verhandlungen nützen. Das ist die Zecke Neumühl. Hier fanden Verhandlungen statt, und die Zecke kam hier den Arbeitern in weitestem Maße entgegen. Und was war das (Ergebnis? Am nächsten Morgen wurde gestreikt, und die Delegierten streikten mit. Viele unrichtige Angaben befanden sich mich in der Rede, die der Abg. Brust dieser Tage im Abgeord- netenbaufe hielt und in der er unter anderem Beschwerde über Mißstände auf der Zecke Konstantin führte. Zunächst stelle ick fest, daß die 6)ute Hoffuungshütte, um die eS sich hier bandelt, eine Zecke Koii- ftantin gar nicht besitzt. Es liegt hier eine Verwechslung mit Sterkrade vor. Da soll nun bei einer Temperatur von 88 Gr. Celsius gearbeitet worden fein. Die Vernehmung der AufsicktS- beamten hat die Grundlosigkeit dieser Behauptung ergeben. ES hat auf der Zeche niemals eine höhere Temperatur als 23 Gr. geherrscht. Tann soll ein Abort vierzehn Tage hindurch nickst entleert worden und ein Bergarbeiter, der auf diese und andere Miß' stände mifmrrffam gemacht hat, sofort entlassen worden sein. Von allen diesen Beschuldigungen ist keine einzige wahr. Bei dem be- große Nolle gespielt icOQv Kontingent der anderen zufallen solle. Glücklicherweise nt man verständig genug gewesen, das nicht zu beschließen, und ich meine, eine solche Bestimmung müsse auch vas Kohlenshndikat nicht treffen dürfen, damit der Anreiz zum Stivlegen von Zechen wegtallt. Aba. D Stöcker (b. k. Fr.): Das wichtigste einer Unternehmung ist das Verhäl-nis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Man kann einen so gewaltigen Streik nicht an den Haken des „Kon- traktbruches" hangen. Die Bergleute genießen im Volke eine ganz autzerordentliäe Svmpathie Ein jeder weiß: die Leute haben ein schweres, saures Leben. Nun ist der Streik da Er hätte vermieden werden können, wenn von beiden Seiten das Richtige geschehen wäre. Dieser Streik ist nicht entstanden aus sozialdemokratischer Agitation. (Hört, hört!) Ich war selbst vor wenigen Tagen, hir* vor Ausbruch beS Streiks, im Ruhrgebiet; ich habe viel herumgefragt und ich muß sagen: von sozialdemokratischer Verhetzung war dort keine Spur! (Hört, hört! links.) Die Stilllegung de: Zechen lag wie ein Felsen auf den Gemütern. Ortschaften verwüstet, Existenzen zerstört. Jeder glaubte: das kann morgen auch Dir widerfahren! Diesen Vorgang in der Seele des kleinen.Mannes soll man doch nicht übersehen, wenn man Schuld und Unschuld richtig abwägen will. (Sehr wahr! links.) Weil es sich hier um eine allgemeine Seelenstimmung handelte, deshalb gingen auch die verschiedenen Organisationen, die beiden Konfessionen brüderlich zusammen. Man sagt, der Streik hat den Bankerott der Organisationen bewiesen, die Leute hörten nicht auf die Führer. Ja. ich kenne das BergwerkSwesen sehr genau, die Sache liegt doch ganz anders Wenn jetzt so 270 000, 280 000 Leute im Streik ft eben, so muß man bebenlen: davon waren nur ca. 100 000 Leute organisiert, zwei Drittel waren es nicht. Tas ist eine sehr respektable Masse, die auf die andere auch wieder feiten der Arbeitgeber eine Herrenmoral schNEst-r «rt. NcicbSkanzler hat uns gestern sehr enttäuscht^ Er hat ch g te n (Mcfiifil gezeigt für die schwere BruSkierung, Die ihm nach feiner ersten Rede von dem Bergbaulichen Verein guter!. wur t. t 0 arbeiterstreik hat größere Bedeutunk> als.all, ""dem, ^tte.ks w alle anderen Gewerbe von ,hm abhängig. md Sa» ^-°Echen die Grubeabcsiher sagen, denen vom Nichirrstuhl re ff Meinung die Schuld an dem Unglück be,gemessen w'rd. Im Ab^ acordneteuhause ist von konservativer Seite das Wort von Der ,, 8recherischen Agitation" gefallen. Dies erinnert an das W Ernst Moritz Arndts, das er an die bauernlegenden Großgrund besitzer richtete: „Ihr erblickt in allem ein Verbrechen, waS es Euch er teert ein reiches Leben zu führen." Tie Sympathien weiter Kreise sind auf feiten der Arbeiter. Ich bin aber weit entfernt, den Sammelaufruf der Sozialdemokraten zu unterschreiben. D Auftuf^^war unklug, da doch viele Arbeiter der Sozialdemokratie nicht angehören und die Arbeiter die Sympathien weiter Burger- kreise Glicht entbehren können. Di- kann der -Vorwär s" von-wem Kapitalistenparlament sprechen, da wir hier doch fast alle für die Arbeiter eintreten. Durch solche Angnfte hat bet -Torwarts bent Reichskanzler nur billige Gelegenheit zu Reoen wie der gestrigen, gegeben. Der Standpunkt des ^erbaulichen Vereins, mit Verbänden nicht zu unterhandeln, ist cui Manchesterstandpunkt, wie er schlimmer nicht gedacht werden kann. Das heißt doch, wir verhandeln überhaupt nicht, denn mit jedem ter vielen Tausenden von Arbeitern kann man doch nicht b^handelm Die Forderung, daß die Einfahrt mit emberechnet wird m die Arbeitszeit ist durchaus berechtigt. Tas kann ich, der ich viele I h Bergmann war, bestätigen Die Fahrt bis zum Arbeitsort ist ost so anstrengend, daß man schweißtriefend ankommt - Tas Wag^ nullen ist nicht unbedingt notig, es gibt auch andere ^sziplmar- mittel, die es verhindern, datz statt Kohlen Steine gefordert we den Ferner mutz es dem Arbeiter, der doch feine Haut zu Markte trägt gestattet sein, mit an der Ueberwachung teil zu^nehmen. Für viele'der Ueberwachungsarbeiten sind intelligente Arbeiter durchaus geeignet. Ich erwarte zwar nicht viel mehr Sicherheit davon, aber den Arbeitern wird ein Gefühl der Beruhigung da- rd) ge geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, datz es besonders rubere Unteroffiziere waren, die die Bergleute als dumme Jungen be- haiidelten Man hat gesagt, die Bergwerke waren nicht mehrren- label, wenn alle diese Reformen eingesuhrt wurden. Tas erinnert mich an eine Episode aus der Negierungszeit Fredrich Wil- belms I Er wollte die Grundsteuer auch auf die Rittergüter cm- wenden und da schrieb ihm die märkische Ritterschaft, wenn da-- em- geführt würde: „Tont le pays sera ruin6. Der König ließ ich jedoch hierdurch nicht beeinflussen, sondern schrieb einfach zurE „Kien sera ruin6." Der Kohlenbau gab m den letzten Jahren 7 bis 10 Prozent, ist also der lukrativste Betrieb, den wir haben. Folglich könnten sehr viele Wünsche der Arbeiter erfüllt werden, ohne daß die Rentabilität ber Gruben litte. Mir fst eS letzt erst klar geworden, welchen ungeheuren Verlust der rheinisch-westfalische Koblenbau durch den Tod des Abg. Hammacher erlitten hat. Dieser wäre für Vermittelung sehr geeignet und auch gewiß bereu gewesen, den Arbeitern entgegenzukommen. Wir müssen jetzt sehen, die Gesetzgebung, wo sie mangelhaft ist, zu verbessern. Sollte die Regierung dies nicht aus eigener Initiative tun, so wird es Sache deL Reichstags sein, hier vorzugehen, sei es auch nur durch Resolutionen. Bei der Beratung des Reichsamts des Innern wird '"ich hierzu die ballende Gelegenheit finden. Meme politischen Freunde werden einen Antrag einbringen, daß in allen Bergwerken und in allen Fabriken mit über 100 Arbeitern cm Arbeiterausschutz Uiuuii zu uciuai. ging AuivelMats-Nachrlchtcn. Heidelberg, 21. Jan. A. 0. Professor Hoftat -ü). Flein er Ijier, ber kürzlich einen Nuf nach Grei>swalb als 0. Professor und Direktor der medizinischen Minit ablcchnte, ivurae unter Veriechung des Titels „Geheimer ^olrat" *um Honorarprofessor ernannt. KcriÄtslaa!. Mutter und S c ( in Skanba(Prozeß, dessen Heldin ein leichu.'ri.gcs W:ib i•■, 1 .■? j,. ; vor -..r in Dresden ab. ^or y,nt c_> ber ....Jip.nde vec Kaufmannschaft zu Görlitz, öcr hochangesebene 5t. aus mann britting- h aus en, für geraten, noch einmal bas Ehejoch auf sich zu nehmen. Er heiratete die bildschöne Tochter des Görlcher Vau- Meisters S ch 0 l z e welche bem „Albermann" weiter Nichts mst- !brachte als eine saMe Larve und ein sündiges Hcrz. Ter arte Herr Nittinghausen machte mit seiner zweiten Gattm bald sehr böse Erfahrungen, verlehrte in gewissm Gör.itzer Kreisen iinb brach ihrem Manne die Treue, sodag der Verratene einen Ehescheidungsprozetz anprengte. Die Ehe iuurde auch wegen Eh^.- bruä)es der „Frau Besagten" geschieden. Bald darauf s.g.wte ber {Ute L>err das Jertuche. Der seltsamen Ehe war em ^ohn entsprossen, Herbert Emst Moritz Nsttinghausen, der jetzt im 21. Levensiahr-e steht. Mutter und 2* nebelten nach dem Tooe des verrn R. zunächst nach tchiesoaden über, ^ie immer noch ichöne ,Zrau erregte oas ^pohlgesallen eines Freiherrn v B., ber der Frau naü? und nach 20OOO Mk. opferte. Ätehimals wechselte Iran R. .iyren Wohnsitz, bald tauchte sie in Dresden, dann, wieder in ^iOfraben und letjx häufig auch in Berlin auß woselbst s . .... . ..— — , ~ , haben soll. Aber die berliner cholv'sti ryj ihr etwas fcharf auf ».nLag.üu..., - . es mst der tinft hoch angesehenen Gorlitzer . ab. p'iur kurze Zeit verstrich seit jener Berliner Verurteilung, als Lie Sittenpolizei sich ber Gefallenen „annahm" und sie als „StoniroliüiLiie" einschrieb. Spater ilt sie wieder von ber „Sitte" iosgekommen. Der Sohn dieser Frau besuchte inzwischen ein Berliner BoroerStungsstiiiitut. Er wollte Fähnrich luerben, aber ber Lebenswandel oer Aiutter Ijinbcrte ihn daran. Dann sollte er auf der „Hresse" zuui b.eichdoaiik-odk.ontar bearbeitet luerben, abtr vas Zähnchen, ein bildschöner junger Mann, zog es vor, in Berstn uno Wiedbao.n unz..h.lge Liebschaften anzuknüpsen und unschuwigen Aritecn die Mupie zu verdrehen. Die Schönheit des Lohnes gab nun der Mutter einen teuflischen Blau ein. ^cr Buria.e fvltte in Beroinoung mit irgend einer reichen Dresdener üainuie treten, bann sich mit der Tochter des Hauses verloben, zu dieser intime Beziehungen unterhalten und letztere dann unter ber Vindruhnng, ne der Oeffeiittichkeit preiszugeben, zu Erpresfungen auszubmien. Der Plan Ware beinahe gelungen, ^.er wuroige ^>ohn jener perkommenen Frau machte tatsächlich die Betanuischaft einer vornehmen reichen Dresdener Familie, jcwähkt werden muß. Handelsminister Möller: Ich kann nicht umhin, meiner Ge« nngtuiing Ausdruck zu geben, daß die heutige Diskufston ft.ruhig verlaufen ist Ich sehe darin den Ausdruck des allseitigen Einver- nehmens, daß wir uns ->ner höchst ernsten Bewegung gegenüber befinden. Ich habe mit Freuden gesehen, wie von den Vertretern beider Seiten dieses Hauses man sich großer Mäßigung befteißigt hat. Insbesondere ist diese Mäßigung zum Ausdruck gekommen m den Reden der Abgg. Beumer kLachen bei den Soz.) und Stocker. Ich glaube, die heutige V-rhandlung wird auch bei denen, die einen ablehnenden Standpunkt noch einnehmen, die Ueberzeugung. wach rufen, datz sie sich einer fest geschlosienen öffentlichen Meinung gegenüber besinden, und datz sie gut tun, einen schweren politischen Fehler, den sie gemacht haben, wieder gut zu machen. (Bewegung.) Sehr wünschenswert ist eö für die Arbeiter, stabile und nicht mit der Konjunktur schwankende Lohne zu erhalten. Die königlichen Zechen sind diesem Grundsätze gefolgt. Es ist hier nur eine mäßige Steigerung der Lohnhohe erfolgt, aber sie konnte nicht höher sein, damit man nicht spater iurückzugehen brauchte. Etwas Gegebenes zurückzunehmen, ist immer bedenklich. Also man sei vorsichtig im Vorwärtsgehen, denn ein Zurück gibt eS nicht mehr, wenn man einmal vorwärts gegangen ist. . Das Kohlenshndikat hat seit Ende de« vorigen IahreS die VraxiS befolgt, auf Jahre hinaus seine Preise festzulegen, und daher bat eS — gewollt oder ungewollt — auch in der Hoch- koniunktur verhältnismäßig niedrige Preise gehabt. Die siaarliche Bergverwaltung hätte gewissenlos gehandelt, wenn sie nicht die Kohlenpreise in der ' Hochkonjunktur erhöht hätte, sogar über die Preise deS ShndikatS hinaus. Den Koutraktbruch der Arbeiter habe ich gemißbilligt und bedauert. Ich bedauere ihn, weil ich die Innehaltung einer .Kündigungsfrist für die Arbeiter für viel wichtiger halte ' als für die Arbeitgeber, und weil ich jeden Kontraktbruch als Nagel zum Sarge einer Kündigungsfrist beträte. ES werden gesetzgeberische Maßnahmen verlangt. Mau soll Gesetze nicht ab irato machen. Ein Gesetz über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und ein Gesetz über Arbeiterkammern sind in Vorbereitung. In nicht ferner Zeit, vielleicht noch zum Schluß der Session werden diese Vorlagen Ihnen zugehen. Auch ein Gesetz betreffend das Stilllegen der Zechen ist in Vorbereitung. Mit der Novelle zum Berggesetz beschäftigen wir und schon mehrere Jahre, denii die Materie ist sehr schwierig. Wir haben einzelne Be- sümmungen z. B. die der Bestimmungen über die Krankenkassen bereits durch kaiserliche Verordnung in Kraft treten lassen. Wir fiaben also alles getan, was wir konnten, nm den Brand zu löscheii. hoffen wir, daß unsere Bemühungen von Erfolg sein werden. Ich bitte Sie, auch von dieser Stelle weiter Mäßigung zu üben, damit der Brand von hier aus nicht geschürt wird. (Beifall.) Hieraus wird die weitere Beratung auf Montag 1 Uhr vertagt. — Schluß 6^ Uhr. ZMMMMW: lebhafte Zustimmung.) . 'ihm -mm Streik selbst. Was die Leute tn der größten Tpan- LHäMMA-W: sie ihren Kontraktbnich nickt als so schlimm anfthen - -st ^edienbefikcr hnen können: wir wollen mit den Leuten Nicht ver Ä* ff« bei s° proben ^r-pen E ep«,-n. Wenn „:n Hnaelner Zechenbesitzer mit seiner Belegschaft Nicht verhanaetn n m bns finbr i ” ri»Hp ®er hier, wo cP sich uni do? Wohl unb $crie einer pnn=cn Provini bandelt, da »ersiebe ich m*t. wie Ne Unternehmer den Standpunkt vertreten können. mit,der1 Mbetter oraaniiationen verbandeln wir überhaupt nicht. >°w verhandeln v°w twn!- N it linieren °euten. Ja. die Unternehmer sind doch auch m einer Orpanisatton vereinipt. Warum will denn die -'Ne ^rpam- sgtion sich weigern, mit der anderen zu verhandeln? .l^chr gui ' re, :ri Sr.fi acrabc e'ne sehr gesunde und gute Entwicklung.
  • «vf die streitenden Parteien. Die Regierung hatte aber schon langst . Mittel judwu sollen, sie hätte vor allem darauf dringen sollen, daß i vor jedem Streik ein obligatorücked Schiedsgericht nut ^.^mungs. zwang auf beiden Seiten einberufen wird. (Großer, allwitiger Ber- , fall.) Außerdem: hätten wir überall Arbeitsämter jo hatte vor । denselben eine Besprechung, eine Verständigung stattfindeni können. > Und hätten wir ein ReichSarbeitsamt, so hatte dies fortlaufend ; die einzelnen Klagen prüfen und VerhaMunaen leiten können Es wäre dann nie zu solch einem Konflikt gekommen Also die Hilfe liegt doch zuletzt in der Organisation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sagen Sie von den früheren Zeiten, was Sie wollen, die Innungen, die in unsere moderne Zeit nicht wehr m der alten Form hineinpasten, haben zu ihrer Zeit doch vielfach dem Frieden gedient, und daß bei dem Uebergang tn dre neue Epoche der Kabrikarbeit diese Crpanifntioncn aufgehoben, die Menschen zerstteut, atomisiert wurden, jeder sich selbst überlasten wurde, das war das große Unglück und deshalb ist c5 zu alledem gekommen. Eine richtige Organisation verhütet das Unglück. Ter^bvchselige alte Kaiser Wilhelm hat sich die Zusammensetzung der GefellschaN so gedacht, daß ein Aufbau in Korporationen der einzelnen Stande auf dem Boden des christlichen Volkslebens geschaffen wird und der jetzt regierende Monarch hat die Einrichtung von ArbeiterauS- schüffen in den Fabriken empfohlen. Tas kaiserliche Wort muh in Erfüllung gehen. In diesem einfachen Mittel liegt die Lösung der Schwieriakeiten. die uns jetzt schier unentwirrbar scheinen. (Leb- mtt bra Soziakb-mockrwttti ®ub Keineswegs; eS handelt sich hier even nw ^r-wivolitik. Das Interessen. Die Gewerkschaften trei P zufällig sollte doch nackgerade jeder tw^n, wenn^ (Heiterkeit.) Reichskanzler, aber :m pvlrtischen Le ausschließlich dahin, Ueberall geht auf den Gruben daS Streben ^usschue^cp höhere Gewinne zu erzielen. .Die ' ir- Wenn die Re- nicht in dem Maße gestiegen wie die Kc>hle p se. )-oHte sie gierung die Bergwerke Nicht verst chen> w Zustände un- 3M " Sä «*« “ Seiten in diesen wirtschaftlichen Kanwf nock^pol^^ anc? ver- hineingetragen werden. Der wahre 4 .tcr u verschärfen, meiden. wa§ geeignet ist, die ®egen| tze und können uns Wir halten die Sachlage noch nicht ur geUatt bcr Arbeit- daher weder aus die Senk der Arbeiter nocp a , Reichs- geber stellen. (Lachen un^ abaIsieht in diesen kanzler selbst ist Astern aus der Rolle gf' ^ic Sozial- Lohnkämpfen nur politijdie Mache und wacht le lft w yiuf demokratie dafür verantwortlich. Da mejchfikauzler überhaupt wirtsckaftsreformerisltzem Geb'et Miß der . i vewcist nickt gut Bcscke-d. (Lebhafte Gewerksckafts auch seine Bemerkung über die H^ch'7? '^rden zu dem Zwecke, vereine. Er meinte, Iw seien 6cgr . Fahne deS der Sozialdemokratie Truppen abz unbekannt zu fein, Msckritts 'u^hren Ihm s^ nt e g« ^nn. Die daß man einer sacke auck um ibrer 1 verhandeln, weil Arbeitgeber weigerten nck. Mit JrDl^nn aber nickt sie „fontraftbruefug ^^worden .eie . vor die wimdern, wenn die Arbeiter den Untertteymern oen » ^n5 Süh- »erfra. Mö "E Hm.,!..!. b°sih". S. Ä, «SÄ™ ‘ÄS SWSMM- Tipat- Mit Arbeitern verhandeln wir niatl , muß jamer lebend "wirken Tie Herren vom bergbaulicken Verein sollten c^. sick dock noch einmal überlegen, ob ihr Vorgehen kl"", taktvoll und mnr kS^hr richtigI) Ta kann Wohl der Verdacht aus. taiickrv bap bicfcr Streit von den Iknternekimrrn felbst ^wiinsckit wirb, um einen Pront ber-usttis-kltapen. .^rwabrllmks^ Die sckiketisckvn KokilentPvi-ie sind au» nur bur* bte Urei . u buT(f) das El-nd der Masten reich geworden. WaS tun denn die Grubenbeiitzer? Dock, nick-ts anberes. ak? baß C°up°n!ckiere in Beweauva ftfcen. wäbrenb bte Arbeiter Taa unb Wndt ifir .rbtn in einem Karnv'e aut- EricI fetzen, ber ufmerer nt al» ber be« Sokbaten geflen ben Sveinb. unb ber b.'S «eemanm.. pepen .. ette und Wind. Deshalb wünfcken toir auck nickt, daß bte Urvetter durch die Gefetzaebung auck nur einen Deut 'chlcter gestellt werden, al? die Unternehmer. Wir mahnen dringend die Regie- runa. uns mst gesetzaeveri'cken neuen Vorschlägen für eine umfastende Neureacluna des Bergrechts möglichst schleunig zu kommen und lieber andere Tinge jetzt zurückuisteNeu. Tas wird auch im Jntereste des Vaterlandes liegen. (Beifall links.) schleunigen muß, ist sicher. einem Bratet” und Hochzeit Seidenstoffe, neueste Gentes in schwarz, weiss und farbig. Verlangen Sie Muster. Seiden-Grieder-Zürich. Sie von Adel?^ war die weitere Frage. „Nein/ antwortete der Gefragte, „aich sein von Grimrch" (Grünberg). 2. Wieseck, 21. Jan. Heute waren es fünfzig Jahre, daß der hiesige Bürger Ludwig Deibel I. mit seiner Ehefrau Marie, geb. Wilhelm, in den Ltand der Ehe trat. Anläßlich dieses' Ereignisses wurde auf Wunsch der Verwandten in der Wohnung der Genannten heute eine erhebende Familienfeier gehalten. Bei der vom Ortsgeistlichen versehenen Andacht wurden dem Jubelpaare einige sinnige Geschenke überreicht und innige Wünsche dargebracht. . Der Jubilar hat am letzten Donnerstag sein 75. Lebenswahr vollendet, die Jubilarin wird im nächsten Sommer 7 4 Jahre alt. Aus ihrer Ehe gingen sechs Kinder , hervor welche sich sämtlich verheirateten und noch leben. Eine stattliche Anzahl Enkelkinder und einige Urenkel dursten die Jubilare sehen. v Meschenbach, 21. Ian. Bei der heutigen Stammb olz - Versteigerung wurden außerordentlich Kobe Preise erzielt. Der Festnieter Fichtenholz kam tm Durchschnitt auf 22 Mk., Eichenholz leichter Gattung aus 17 Mk. Gute Waldwege ziehen seit letzter Zeit Käufer aus Aus Stadl und Aand. Gießen, 23. Januar 1905. - Theater-Verein. Die nächste Vorstellung ist aus Mittwoch den 8. Februar festgesetzt. In ihr kommt ein neues Schauspiel „Um Seinetwillen" von S. Erdmann- Iesnitzer, das jüngst in Darmstadt zum ersten Male gegeben wurde, zur Aufführung. Fräulein Frieda Eichclshcim aus Darmstadt wird die weibliche Hauptrolle der Sängerin mit dem Wesen einer bürgerlichen Republik stehe, und so hat sich auch das Ministerium Eombes in die Notwendigkeit versetzt gesehen, einen Bundesgenossen gegen den .lorps- qeist des Heeres in dem Freimaurertum zu werben und dadurch den Militarismus innerlich zu spalten. er bätterioloqischen Institut praktisch tätig gewesen sind; 4. mindestens drei Monate lang als tierärztlicher Beschauer le Fleischbeschau in einem größeren Schlachthof wnerhalb des deutschen Reichsgebiets unter der Leitung eines d'e Befahlg. ng -um Staatsdienst besitzenden Schlachthostiemrst^ ausge kaben- 5. die Doktorwürde bei der medizinischen oder pH,lo- sophischen Fakultät einer Universität des deutschen Reichs am Grund einer mündlichen Prüfung und ernte gedruckten Marianne Bahlen spielen. . » Staatsdienst im Veterinärfach. Das am 17 l. Mts. ausgegebene Regierungsblatt Nr. von 1 o enthält die neue Großh. Verordnung über die Vorbereitung für den Staatsdienst im Deterinarfach vom 4. Januar lf. Js. In ihr sind, den Fortschritten. der Wiffenschaft und den an die Vetermarbeamtea zu stellenden Anfordenmgen entsprechend, die Ansprüche an die Vor- un Ausbildung gegenüber den seitherigen Nicht unwesentlich cr- böht worden. Es kommt dies besonders in den m § 2 bet Verordnung enthaltenen Zulassungsbedmgungen zum Aus- dmck. Diese lauten: „Zur Prüfung werden nur solche Bewerber zugelaffen, welche: 1. die Approbation als Tierarz innerhalb des deutschen Reichsgebiets erlangt undsich be der Zulaffung zur Approbationsprusung tm Besitz des Riife- zeuqnisses eines Gymnasiums, eines Realgymnasiums oder einer Obcrrealschule oder einer durch die zuständige Zentralbehörde als gleichstehend anerkannten höheren Lehranstalt befunden haben; 2. nach erlangter Approbation mmdestens zwei Jahre lang innerhalb des deutschen Reichsgebiets d,e Tier- heilkiuide in der Pripatpraxis °der als Assistent rn einer der ganzen Uingegend herbe,. Ort en berg, 20. Jan. Mehrere Landwirte der Urnq-gend gründeten heute hier für Ortenberg erneu Geflügelzuchtverein. Man richtet das Augenmerk aus Zroduktion von Mastgeflügel. s , c. j ■ .»cn ans Hessen und bett Nachbarstaaten. In Alzey verbrannte da? älteste Kind des Taglöhners Ludwig Maurer. Der Kinderwagen, welcher neben dem Ofen stand, fing wahrscheinlich durch Heraussallen eines Funkens Feuer und das Kind mußte elendiqlicl) verbrennen. Die Frau des Mannes arbeitet gleichfalls tm Tage- lohn. — In Dahlheim bei Oppenheim starb vor einigen Tagen eine katholische Frau, ohne die „letzte Oelung" empfangen zu haben; der katholische Geistliche v er- weigerte die kirchliche Beerdigung mit dem ciusbru^- lichen Hinweise, daß er der Beerdigung nicht beiwohne, iveil die Verstorbene die letzte Oelung nicht empfangen habe. Daraufhin haben zehn Gemeindemitglieder Den Austritt aus d er katholischen Kirche beschlossen und bereits Schritte getan, um zum Protestantismus über* zutreten. An den Straßenecken waren Plakate mit der Aufschrift „Los von Rom" angeschlagen. . a letzte von ihnen verschwunden fein. °"°rb e -A vo^l $on cincm Soldaten . et :rp ließen erzählt man sich, wie unS geschrieben aus dem Kreise Gießeni eqja > beteeffenbe Vaterlands- Ä &Ä “.«3u».= ».chd,m SÄ?.»..*1“.«*■ -6"ib Dissertation erlangt haben. " Schulgeld an den Volksschulen. Mich de gesetzlichen Bestimmungen sicht den Gemeinden da? Recht „u, an den Volksschulen Schulgeld S» «heben Dori b,e|em SReJte <>Qbre 1877 von 988 Schulen 46^ Gebrauch, unb^im lausenden Jahre wirb bas Schulgelb noch an 2 5° Schulen erhoben. Die Gememben, b,c cs noch -rstebem r nripn MieiftenS zähe an der bisherigen Einnahme fest, ° I aufheben könnten, ohne sich bamit trgenbw.e ,» 'hren Ve' haltniffen erheblich z,r schäbigen unb wehe zn tun. Es st d JllrAQUs nicht nur btc armen Gememben, bte cm Schulgeto erhebens sonst müßten ja unter den 57 Gememben des Kreises Alzey 25 arme und in den Kreisen Bingen und Mainz nu/wohlhabende sein, denn nur '«?,esen beiden^ Kreisen ist das Schulgeld völlig beseitigt. Die nächste Anwartschaft ganz schulgcldfrei zu werden, haben d,e Kreise Bensheint, Darmstadt, Friedberg, Groß-Gerau, Oppenheun und Worms die das Erheben dieser Steuer nur noch ganz ereinle t zu verzeichnen haben. In den geb rgigen Kreisen Alsfeld und Heppenhei,n ziehen noch die nte.sten Gerne,„den oök dem ihnm gewährten Rechte Vortest und auch tn d teilweise gebirgigen Kreisen ist oet <>c „bttgen ga $ Unentgeltlichkeit des Unterrichts noch der Nacht entkommen. . ~ * Der Kronprinz auf dem Kommers des er eins deutscherStudenten. D« Th-ateri-al des Nemn. Könialick-en Overn-Theaters war am Donnerstag abend schon ^tig9 überfüllt, da die Msicht des Kronprinzen, w des Vereins deutscher Studenten teilzunehmen, eine große Aw» licBunn^fraft ousaeübt hatte. ?ln den Ehrentafeln nahmen von. den alten H^n" die den Verein vor 24 Jahren begründet hatten Gehlimerat Profoffor Dr. Adolf Wagner, -ö°spr-dtger a D Stöcker imb ?lbg. Liebern,cmn von Sonnenberg, ferner der Rektor der Universität Geb. Medizinalrat Drop Hertimg nut vielen Dozenten, General der Kavallerie von der Plamd mtt zahlreichen Generalen und Off,zieren, hol)e Beamte der -Je, i I fterien und Behörden, Oberhospredtger D. Drvander, bofpredtger Ohly und andere Geistliche, Sllxpeordntte des!Reichs- tmd -Mtbtages Platz. Die Sttidicrenden der hiesigen Dockschnlen stwted'e ^er eine deutscher Studenten aller deutscyen .Hochschulen waren durch Ebaraierte "vertreten Gegen >/-9 Uhr verkündeten Amtfarenklange LHnLff^ des Kronen, n und des Prinzen Eite Fr,-drM die an der Spitze dec mittelsten Ehrentafel neben dem -alten Herrn" Geheimen JuAzrat Zeidler und Hofpredwer -W Platz sanden. Später setzten sich abtoetftf elnb °^cT^)tBIcbtgCT ^rn aabCT Geheimrat Wagner und der Unwersttats-R.ktor zu den Primen Nach dem GHng des „Arkona-Lied-L" bra^e der Präsidc des Kommerses Stild th-vl. Ohly dar Kmfcrhoch aus^ Gr dankte dann auch dem Kronprinzen und dem Pr,ng«n. Ettll Friedrich für ihr Erscheinen und toastete unter brausendem Beifall den Kronprinzen seine VraM, die Serzogm E^lte, u^ den Prinzen Eitel Friedrich. Kaum hatte NÄ der Begeisterung gelegt, als sich der Kronprinz erhob und W lauter Stimme erwiderte. Er danke für die soeben unq Er habe die Einladung zu dein Kommerse mit aufrwstiger Freude erhalten. .Seine ftnbenhWn J.> lau . Volilische Wochenschau. Der große Bergctrbeiterausstrmb im Ruht^ebiet ist s-. Ausständigen entstehen, die zum Einschrerten ber Poltzer Lan^a unq geben könmten tntb zu Exzessen )a,sogar M Bssä-äm «s L ^Eenktos' vermeiden will, eine Gefahr der erwähnen Art ul uc, u„. ni^zu bestehen. VerhmtÄungen liegen zur Zert noch mcht ^^iution? Tie Anzeichen dafür mehren sich ledenfaNs. ntzer die Regierung hat beverts Maßnahmen getrofien, I Versuch der Regierung, bte eine jjettlang geloctcrlcn Zustand, baß ein solches Heer I I^^Vr skafse?chch gerade von den Kreisen, bie auf ein ausgebildeteres Verständnis für di nationalen und wirtschaftlichen Ersordernisse Anspruch machen, ein ernsthaftes Entgegenkommen verlangt werden deshalb hätten b'fc Zechenbefcher sich ulcht das^ geringste t-ergeben, wenn sie durch Vermittlung der Regierung mit ben Arbeitervertretern verhandelt hatten Sie wuroen oa- ul vtl ------ .. miVMr durch Sympathien gewonnen haben, die ihnen sttzt, darüber Lehranstalt ober in einem Gestüt ober m Militär darf man sich keiner Täuschung hrngebeu, m ». W1 bei einem Vetermarbeamten praktisch großen Teile des Bürgertums fehlen, unb fo völlig gleich °b g mindestens brei Monate lang m einem gültig kann bod; ba§ auf bte Sauer au* ^nert fern | ^/ftitut »raftifcf) tätig gewesen sind; ‘ ch Im Ausstandgebiet selbst herrscht musterhaste Krönung, w Streikenden haben eine Gruben Polizei organisiert, um Aus- schreitungen gegen Arbeitswillige und Grubenbesitztum g .gichst hintanzuhalten. Das Interesse des Publikums be tätigt sich in den Spenden, die man ihnen zuteil werden läßt. Da diesmal alle vier Bergarbeiterorganisatwnen solidarisch vorgehen, so ist die Position der Arbeiter von vornherein eine andere als bei einem einseitigen soAialdem - kratischen Streik. Ein charakteristisches Beispieldafür is die Spende d'es ErKischoss von Köln zugunsten der Strer- kenden, ein Vorgang, aus dem man bereits jetzt darf, daß der Streik gesetzgeberische Maßnahmen zur Folge haben wird, die eine endliche Gesunduny der inn^en politischen Verhältnisse herbeiführen dürsten. Der diesem Streik ist die Ehre des Zentrums als sozialpolitischer Bahnbrecher in Deutschland engagiert. Das wird man valo in ausgiebiger Weise zu merken bekommen. Ist es in diesem Jahre der Bergarbeiterausstand, der bas Geburtssest des Reiches, am 18. Januar, mit seinen Schatten verdüstert, so war es im vorigen Jahre der 'Ausbruch des Herero-Aufstandes, der keine rechte Heuoe aufkommen ließ. Heute dürfen wir wohl sagen, daß wir dieser Sorge glücklich enthoben sind. Wenigstens ist aus einen nennenswerten Widerstand der Herero nicht wehr zu rechnen, nachdem Wilhelm Maharero, d^r nach Zacharias Aussage als einziger noch einen Hlaustn gutbewasfneter Hereros führte, nun auch feine Unterwerfung angezeigt yar. Freilich bleibt immer noch eine schwere Ausgabe zu losen: die Bezwingung der Witboileute. Da aber zweifellos em Teil ber Truppen, bie seither gegen bie Herero gefochten haben, nun für ben Hottentottenfelbzng verfügbar wirb, so bars man hoffen, baß auch im Düben unseres Schutzgebietes ber Aufst-mb bqtb ntebergezwungen fein imrb! 8 Nicht nur Deutschland fonbern auch Fr ankreich hatte tn ber letzten Woche seine kritischen Tage. Das Kabinett. oeaun(. bie Uu«. Corn des ist gestürzt, ober wenn ba$ besser lautet, frei» ' Erfolg zu wünschen, beim un Kreise Erbach haben wilfig gegangen Ob sich Eombes noch hätte halten können, mancher g Bübingen 17, m ben Kreisen ist eine^Frage mit bereu Beantwortung wir uns nicht auf» 6 1 @c£,ottcn 15 unb im Kreise Gießen 13 Gehalten wollen Aber barüber kann fein Zwe fei bestehen, Dieburg unb d)i aber stetig geht btc Zahl Laß sein politischer unb moralischer Krebst b's auf einen m°'nben wtbefttanben. « unb in einem Menschen- kleinen R?st anstz-braucht war unb baß es ging well es , der S-hu «. M't «chulg^ I ;crid31uunben sein, sich nicht länger halten konnte. Sckwld durch D’/1 Wilh. Rudolph * Pianohaudlg. u Reparatur- • werkstätte, Selters weg 91.