!»Ji Ni« M Ülilitiil A din gl, Edgar ßornpann U7ageitleiöenöen. l«ll« 14 britfiH) gltne ! uib uncntnrltt14 mit, J mit hob eialeelki 1Vittibf|(in>(rt ^'Vopplngkii, 2Oürtl ^usen. l,;et 1905 to- J ^Stigllng v geladene r *'*”'*WvwVWwWe Lage Ebel Prima Dürlheiinn |* '■tfAAMMUNhAAiAM nWWWWwWwy/WWI WfflW* on e. Walther, Halle a. t ibttt M IfH lö Jahren k is/ffln.Heiseridl gläozeud bewahrt. Stuieln ä 80 und 50 M? *t, Widter, Mmirviitt BMOöieMeHea* bester ®üie, 6361 hr wohlschmeckend, i" hab» Bleichster 21 ei Weviniit. »arl Haa^ Prima l® Ä’Ä GoldW;, 'Ä^KIeinhe"11.. 0 twü*» U,,|,"L« *»I6I* Nr. 248 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Samstag 21. Oktober 1905 Erfcheinl tigltch mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Slehener FamNienblStter" werden dem ,9InAciaer viermal wöchentlich beigelegt. Der „Qtfßld}! La ad wüt" erfchemt monaUich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'lchen UnlverfllälSdrrlckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion. Expedition ».Druckerei: Schulstr. V. Lei. Nr. 5L Lelegr.-Ädr.L Anzeiger Dreßen. Eeneral-Anzeiger, Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 5um Kevurlslaq der Kaiserin. 22. Oktober. Am 22. Oktober springen die Wasserkünste im schönen Park von Sanssouci, einst dem Licblingsaufenthalt Friedrichs des Großen, in jedem Fahre zum letzten Male. Am frühen Morgen schon marschieren die Hoboisten und Trompeter der Potsoamer Garderegimenter im Paradcanzuge durch den Park, dessen Baume und Sträucher der „Maler Herbst mit buntem Laube bekleidet hat. Tie Musiker nehmen ihren Weg nach dem neuen Palais sinaus, jenem herrlichen Bau, den der große Preußenkönig einst aufgeführt hat. Tort haben sie eine Morgenmusik zu bringen, ^u Ehren der Kaiserin Auguste Viktoria, deren Geburtstag morgen ist. Später fahren dann die Equipagen vor, in denen die Mitglieder der Hofgesellschaft heranrollen, um der Kaiserin ihre Glückwünsche darzubringen. „Ter Edelstein, der an meiner Seite gwnzt", hat Kaiser Wilhelm seine Gemahlin einmal genannt. Tank ihrem milden Wesen ist cs der höchsten F-rau im Deutschen Reiche gelungen, volkstümlich zu wcrden, sodaß man von ihr sagen kann: sie hat im deutschen Volke keinen Feind. Ohne sich in den Gang des politischen Getriebes einzumischen, ist es ihr gew-iß in mancher Stunde gegeben, mit sanfter Hand die Schatten der Sorpc von der Stirn ihres Gemahls |U scheuchen und, nach des Tr htcrs Wort, „himmlische Rosen" in sein Leben zu flechten; denn je glänzender und stolzer eine Krone ist, desto eifriger sind finstere Mächte bemüht, ihre Strahlen zu brechen. Richt um in gesuchter, erkünstelter Weise von sich reden zu macken, nickst um bloß fromm umb wohltätig zu scheinen, sonoern als von echt religiösen Empfindungen durchdrungen bietet Kaiserin Aiigiste Vik- ioria wohltätigen Bestrebungen tatkräf'ig ihre Hand. Es ist auch ein glückliches Familienleben, dessen Stätte sie bereitet hat. Seit der Stunde, wo sie den Lebcnsbund mit Wilhelm II. schloß, hat fie sein Leben mit dienender Liebe umgeben und gehütet durch die so manche deutsche flrau zur leuchtenden und wärmenden Sonne ihres Hauses ward. Voll Gottvertrauen war sie die treue Pflegerin ihres erlrankten Gatten, las jeden Wunsch aus seinen Augen innb umgab ihn mit tausend Aufmerksamkeiten und Dieust- feistungen. Mit der gleichen Aufopferung stand sie iin Frühjahr an dem Lager des schtver erkrankten zweiten Sohnes, des Prinzen Eitel Friedrich, der sich unlängst in »er anmutigen Herzogin S-olhie Charlotte von Oldenburg feine künftige Lebensgefährtin erkoren hat. Möge der deutschen Kaiserin auch in dem neuen Lebensjahre volle Frische erhalten bleiben, wie bisher. Möge unser Kaiserhaus vor allein Ungemach bewahrt und mit slrende beglückt sein. Keffiltfler Landtag. Erste Kammer. Darmstadt, 20. Okt. Am Ministertisch: Staatsminißer Dr. Rothe, Justiz- minister Ewald, Finanznrinister Tr. Gnauth, Ministerialräte Best, Becker. Präsident Graf Görtz eröffnet die Sitzung um 9y4 Uhr. TaS Haus setzt die Beratung fort bei der Regierungsvorlage, betreffend Tie Erhebung von Gemeiudeabgaben. kWertzuwachssteuer). Ausschußbcrichtcrstatter Frhr. Hehl zu Herrnsheim bemerkt, der Ausschuß habe seine Stellung zu dem Gesetzentwurf eingehend schriftlich begründet, eine weitere Erörterung darüber erachte er nicht für erforderlich. Ministerialrat Tr. Best betont, die Regierung lege auf das Zustandekommen der Wer^zuwachssteuer das größte Gewicht. Tie Notwendigkeit, ten Gemeinden eine neue Ein- uahmeauelle zu eröffnen, rn^rbi allaemein anerkannt und Gießener Htadtlhcnler. Kater Lampe. Komödie in 4 Akten von Emil Rosen ow. Katzenbratcn gab es am Freitag in unserem Stadt- thcater. Es war ein köstlicher Schmaus! Kein E^edanke an Ekel, im Gegenteil, volskommenes Behagen bei den Gästen des Mahles wie den Gästen des Theaters. Katzen sind bekanntlich keine Schweine, im Gegenteil, höcksst saubere und appetitliche Tierchen. Lafs't den Kater uns brat n und fröhlich sein beim leckeren Mahle, meinr die Frau C^emeindedienerin; Hasen verirren sich doch nie in meinen Schmortopf, also nehme ich mit einem Tachhasen vorlieb. Er ist ja doch zu nichts nütze, vielmehr ein arger Sünder, dem nicht einmal der kostbare P'lz des Allcrgewaltigsten unter den vielen Gewaltigen des Torfes, des Herrn Fabrikanten Reubert, heilig ist; dieser P lz, das herrlichste von allem, was an dörflerischen Kleidungsstücken aufzutrcibcn ist, ist von dem frevlerischcn Katertier verunreinigt worden! Wehe! Tas Vieh muß hinhingerichtet werden! Zwar ho*- der Herr gsemeindevorstand, zu dem mit dem Amte nicht der Verstand kam, nur seine Verhaftung angeordnet, nachdem das üble Untier obendrein noch Höchstsein obrigkeitliches Angesicht zu zerkratzen sich erkühnt hat, sodaß der oberste der Bauern Narben trägt wie sein Kollege Adam in der berühmtesten deutschen Komödie. Aber ist das Recht und Gerechtigkeit, daß gerade der in den Zeiten des Fleischmangels und der Fleisch- peuerung mehr denn je am Hung?rtuche nagende Gemeindediener die Futterkasten tragen soll? Nein! Tagegen das ichadenbringende Tier ein für allemal unschädlich machen, vas ist eine in Wahrheit gemeinnützige Tat. Ter Kater hak jein Vcben verwirkt. Und es ist ja auch nur ein Proletarier- Bater, sein „Herr" der ärmste Schlucker des Torfes, dazu nioch ein rabiater Umstürzler. Toppelt zu preisen also tter Heuler, dem nach ferne ^schlechter dankbar sein werden. Sin Pfund Katzen fleisch aber ist mehr wert als ein Pfund Mcnschcnfleischi philosophiert die Frau Gemeindedienerin sjrei nach Shhlcck, es kann mit gutem Appetit verspeist werden. Mit solchen oder ähnlichen Erwägungen schürt dstse Hielte L’abi) Macbeth des zagenden Okittcn ängstliche Seele. Ulnb er zückt sein Amtsschwert, schleicht schlotternd zum Lateraelaß und — o Graus — ersticht das Individuum. Mehe, wehe! unter den Steuern, die sich dafür eigneten, stehe die Wert- zunxrchssteuer an erster Stelle. Tie Steuer finde deshalb auch namentlich in den großen Städten immer mehr Aufnahme und sie sei um so notwendiger, als auch die Anforderungen bezüglich der Wohnungsfürsorge für die Gemeinden immer größer werden. Daraus erwächst auch für die Regierungen di" Aufgabe, dm erforderlichen Mittel bereit' zustellen. Tas werde besonders notwendig werden mit dem Wegfall des Oktrois am 1. Juli 1910, dessen Ausfall von den meisten tzlemeinden nicht aus den lauf-nden Mitteln gedeckt werden könne. Tcr Ausschuß der ersten Kammer habe die Höhe der festgesetzten Steuer (bis zu 20 Prozent) bemängelt. Damit sollte ler nur eine Grenze festgestellt sein, über welche die Gemeinden nicht hinausgehen sollen; den Gemeinden bleibe es frei gestellt, eine mehr progressive oder degressive Steuer Platz greifen zu lassen. In Frankfurt und Köln mache man die Steuer abhängig von der Höhe der tatsächlichen Wertsteigerung Deshalb habe auch das Gesetz keine im einzelnen bindenden Vorschriften erhalten, sond"rn dieselben vielmehr der ortsstatutarischen Regelung überlassen. Ungerechtfertigten Bestimmungen werde die Regierung entgegenzutreten in der Lage sein. Redner erklärt zum Schluß, wenn der Ausschuß sich nicht auf den ablehnenden Standpunkt gestellt, sondern Abänderungsvorschläge gemacht hätte, so würde jedenfalls auch in anderer Weise eine Verständigung über die Regelung dieser Materie erfolgen können. Frhr. Hehl zu Herrnsl-cim führt aus, der Ausschuß sei der übereinstin;m"nden Meinung gewesen, daß der Gesetzentwurf tr. Verbindung mit der G> meindesieuerrefvrm zur Erl^di-'ung kommen müsse. Keine Werte gingen so rasch in die Höhe, wie die beim Vodcuwert und besonders beim Grundbesitz mit Arbeite''wohnungen. Bei der Regelung dieser Frage müsse er daher das Arbeiter- Haus in die allererste Linie stellen. Das Statut der Frankfurter Wertzuwachssteuer gäbe der Ausschuß nickt zur Nachahmung empfohlen, sondern nur im Prinz "p Das Prinzip halte er für richtig, denn nichts sei verwerslichcr, als das Borauskaustn und Spekulieren mit Grundstücken, die rasch tm Werte steigen. Ministerialrat Best glaubt, daß, nachdem sich der AuS- schuftberichterstatter in sympachtschcr Weise über das Prinzip der Vorlage geäußert, auch Jev noch eine Verständigung darüber zu ermöglichen sein würde. Geh. Rat Michel-Matnz betont, die Regierungsvorlage basiere darauf, daß die Grundsteuer nach dem allgemeinen Wert berechnet wird der sich doch die Vorlage anschließen solle. Ta die rsremeindesteuerreform nickt zu- standegekommen sei, so fehle auch der Vorlage jede Unterlage und aus diesem Grunde schließe er sich dem Ausschußantrag an. Finanzmlnister Gnauth bemerkt wenn der Ausschußbericht so argumentiert hätte, wie der Vorredner, so hätte auch die Regierung keinen Widerspruch dagegen erheben können. So aber müsse er bedauern, daß der Ausschußbericht ganz andere Bedenken und zwar verfassungsmäßiger Art gegen die Vorlage geltend mache. Man habe sich wohl mal gelegentlich bei einem Juristen erkundigt bezüglich der Auslegung des Art. 27 der Verfassung, welcher bestimmt, daß das Eigentum nur für öffentliche Zwecke und geaen vorgängige Entschädigung in Anspruch genommen werden darf, und darauf die im Ausschußbericht enthaltene Antwort bekommen. Diese Auslegung sei ihm neu; er habe auch beim ganzen Lesen des Ausschußberichts das Gefühl gehabt: Ter andere hört von allem nur das Nein! Nach den Ausführungen des Vorredners sei allerdings keine Möglichkeit mehr, jetzt die Vorlage zu erledigen. Wenn der Ausschußbericht die Nichteinbeziehung des Jlnmobilienumsah- stempcls für die Gemeind"besteuerung verlange, so könne Ter Kater wird gebraten und man rüstet sich am eisigen Wintersonntag zum warmen Katerfrühstück. Ter Gendarm, der im Vorbeigehen einspri'cht, sieht den Braten, hört, daß es „Hasenpfeffer" sei, und lad sich zur Tafel ein, ebenso Herr und Frau Landbriefträger Ulbrich. So ist denn eine erlesene Gesellschaft beisammen zu köstlichem Mahle. Doch des Katermörders Ruhe ist dahin. Und da bald der rechtmäßige Besitzer des Katers kommt, um das bürgermeisterlich dekretierte Lösegeld zu zahlen, hat er doch eine Riesenerbschaft von sage und schreibe 20 Talern gemacht, da tritt der tragisckw Höhepunkt der Komödie ein, Henn nun heißt es, um das Lösegeld die Vexieraufgabe lösen: Wo ist die Katz? Wehe, wehe, wehe! Tie Frau ^meindedienerin findet das erlösende Wort mit der Aufstellung folgenden neuen Yscbotes: „Du sollst einem Beamten mit 12 Neugroschen Tagesgehalt bei den Fleischpreisen nichts Eßbares in Verwahrung geben!" Wie die begossenen Pudel stehen die „Fresset des Katzenbratens da, und der Vorhang fällt. Eine richtige „Kateridee" also liegt diesem Stücke zu Grunde. Ter Titelheld erscheint zweck nur gefangen oder tot. Und doch ist er die Seeie, und zugleich der böse Geist bes Stückes, und mit behaglichem Schmunzeln folgen wir den Hinterbliebenen Spuren seines Erdenwallens. Die Untaten des Tieres sind ja nicht schlimmer als es einer Katze, die wie so viele Katzen ein Kater war, zukvnimt. Aber dadurch, daß die Obrigkeit ,cch seiner tugendlosen Persönlichkeit bemächtigt, entstehen ergötzliche Momentbi^dcr aus der Praxis einer Verwaltungstätiakeit, wie sie Rosenow, der mit dem Humor seiner rheinischen Heimat reich bedachte. Der V/2 Jahren, wenige Mon-t nach dem schönen Erfolge seines „Kater Lampe" in noch jungen Jahren verstorbene sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete eines sächsischen Wahlkreises in den von Got* um, der Welt verlassenen Ortschaften des Erzgebirges beobachtet hat; Momm'bilder geschaut nach Art altniederländischer Meister. Ä hnlich d m alten Teniers entrollt Rosenow ein humorvolles Gemälde begriffsstutziger, trink- und eßlüsterner Hint rwäldler. Wie der gleichfalls den Niederländern nachempfundene „Zerbrochene Krug", wie Hauptmanns „Biberpelz" ist die Rose- uowsche Komödie eine Satire; die Obrigkeit ist es, die verspottet wird. Aber dieser Spoet verletzt ..icht. Im Gegenteil, es steckt Gemüt und Herzlichkeit in ihr, in dem dramatisch gegerbten Katerfelle spiegelt 'ich ein gut Stuck des deutschen er erklären, daß diese Steuer bereits das nächste Objekt für den Staat bilden werde. Tic Regierung würde schon längst damit vorgetreten sein, wenn nicht noch immer völlige Unsicherheit über die Reicksfinanzreform herrschte; so lanae diese nicht geregelt sei. sei auch ein solides Wirtschaften in den Einzelstaaten nickt möglich. Die Regierung müsse sich für alle Fälle die Vesü wcchsclsteuer im Bedarfsfälle als Einnahmcauelle Vorbehalten; es wäre falsch, sie jetzt einfach den Gemeinden zu überlassen. Frhr. Heyl zu Herrnsheim erwidert, er habe die int Ausschußberickt gemachte Bemerkung über Art. 27 der Verfassung aus Anlaß des Gutachtens eines Staatsrcchts- lehrers getan und werde dasselbe dem Hause vorlegen. Tie Interpretation des Herrn Finanzministers könne für ihn nicht maßgebend sein. Wie komm auch der Finanzminister zu der Auffassung, daß der Ausschuß der ersten Kammer nur eine platonische Liebe für die ganze Sache zeige? Ministerialrat Becker bespricht noch kurz die Furage der Fmmobilienumsatzstener und die Bestimmung des Art. 27, mährend Oberlandesgericktspräsident L i ppo l danach kurz die allgemeinen Gesichtspunkte der Vorlage erörtert. Er empfiehlt auch, wie gestern, den Ausschußantrag dahin abzuändern, daß die Regierung unter Berücksichtigung des Aus- lchußberichts und der heutigen Verhandlung den Gesetzentwurf erneut bearbeiten (anstatt umarbeiten) wolle. Nachdem Graf St o l 1 b e r g-Noßla noch den AuS- schußantrag befürwortet und im Gegensatz zum Finanz- minister betont fyaltc, daß er aus der Haltung des Ausschusses durck>aus kein „Nem!" herausmerken könne, er« Härt sich der Berichterstatter mit der vorgeschlagenen itn- wesentlichen Abänderung des Herrn Lippold einverstanden, worauf der An s s ch u ß a n t r a g e i n st i m m i g z ur Anq nah m e gelangt Es gelangt bann nock eine Anzahl kleiner Vorlagen und Vorstellungen nach aen Ausschußanträgcn zur Annahme. Ta die Kammer auch noch verschiedene Rückaußerungen aus der zweiteu Kammer, wie z. B. die Landwirt-, schastskammervorlage, erwartet, wurde für nLchmittaH 4 Uhr noch eine wertere Si^unc anberaund • Der heut nachmittag 5 Uhr begonnenen Plenarsitzung ging eine längere Beratung deS AtiSschusieS voraus, der sich mit den von der aioeiten Kammer nicht beseitigten Differenzen über die LandwirtschaftSkammervorlage beschäftigte. Der Ausschußberichterstatter, Geh. Jusiizrat Professor Dr. Schmidt referierte über die noch streitigen Punkte. Art. 2 wurde, nachdem Geh. Rat Braun die Stellung der Negierung dargelegt, nach dem Vorschlag der zweiten Kammer angenommen, wofür die erste Kammer bei Art. 37 c eine neue Kautele bezüglich der Wählbarkeit beschloß: ,Soweit die zu Wählenden nicht ausübende Land- mirte sind, muß der Wert des ihrer Verbandsangehörigkeit bedingenden Vermögens mindestens 10000 Mark betragen.* Bei Artikel 28, 32 und 37 a stimmt das HauS den Be- schlüsien der zweiten Kammer zu, ebenso Art. 87 JBL, Q, und R. Die wichtigste Differenz bildet Art. 54, der die Umlage* pflicht festsetzt. Die zweite Kammer hat den Absatz 8, der von der ersten Kammer gestrichen worden war und lautet: .Eine Vereinbarung, die den Pachter ober Nutznießer verpflichten soll, die auf den von ihm bewirtschafteten Grundbesitz entfallende Umlage an Stelle des Eigentümers zu tragen, ist nichtig/ durch Annahme eines Antrags Bähr wiederhergestellt. Der Ausschußberichterstatter bedauert, daß Michel. Ter Verfasser bedurfte nicht der groben Worte, wie die Urheber der „Herren Söhne", nicht des spitzfindigen Lituationswitzes, er betrachtete einfach die Leute und die Zustände eines erzgebirglerischen Spielwarennestes mit den Augen seines überlegenen Humors. Und der kleine Wirklichkeitsausschnitt wird zum satirischen Spiegelbild der großen Welt mit ihrem Bur--a::kratismus und Kapitalismus, ihrem Strebertum und der allgemeinen Verworrenheit der Moralbegriffe. Aber Rosenow batte nicht nur satirischen Humor, sondern auch Takt, sodaß die lustige Harmlosigkeit front KaterglWicht, das zugleich ein L trafgericht ist, fron Anhängern aller Parteirichtungen ob rechts oder links, und von Angehörigen aller Berufsarten, dem pendantischsten Bürgermeister, dem gemeinderatsmandatsgierigsten und ausbeuterischsten Fabrikanten, dem dümmsten Bureaukraten mit gleichem Beifall aufgenommen werden dürfte. Es ist ein Stück ohne Haß, und was noch merkwürdiger ist, ohne Liebe. So hat denn „Kaier Lampe" seine unbestreitbaren Vorzüge vor den meisten sogen. Lustspielen der neueren Zeit. Es ist eine rechte und echte deutsche Komödie. Und daß dieses kerndeutsche Stück einen Sozialdemokraten zum Verfasser hat, das ist auch kein schlechter Witz. Was aber Rosenow fehlte, Oa§ war der Sinn für das Wesentliche, die knappe künstlerische Form. Sein Stück setzt sich nur aus ein paar Episoden zusammen; es hat feine einzige führende, im Mittelpunkt bei Handlung stehende Persönlichkeit. Für die sorgfältige Charakterzeichnung eines toten KaterS können wir uns doch nicht dauernd interessieren. Sämtliche Personen sind Nebenpersonen, ’o treffend sie charakterisiert sind. Die Milieuschilderung ist überaus gelungen, aber sie verbreitert sich zu sehr und ver- siuchtet sich nebelgleich. Der Versasier ging mit seinem Kater ioie die Katze um den heißen Brei. Wie wundersam zieht Kleist alle Fäden in seinem Dorfpro^eß zusammen, wie keusch und fein verzichtet Hauptmann im .Biberpelz" auf die Schluß- effefte der Enthüllung. Bei E. Nosenow bleibt der anrüchige und feige Gemeinde-,Fürstand" Sieger, wie wohl meistens auch im Leb n die von der stärksten Seite gestützte Autorität selbst bei befleckter Weste obsiegt. Aber dieser Ausgang reicht doch lange nicht an Hauptmanns seinsatirlsche Schlußfrage heran. die zweite Kumme* * heute die Beratung der ersten Hammer in agitatorischer Weise auSgenützt habe. Die Beweggründe für die von der ersten Kammer vorgenommene Streichung des Absatzes seien lediglich juristischer Natur gewesen. TaS Haus erklärte sich schließlich mit dieser und einigen weiteren Abänderungen einverstanden, beschlos; aber, bezüglich dcS Art. 60, der die Teilnahme und Feststellung der Vertreter zu den Sitzungen der Landwirtschaftskammer bestimmt, auf seinen, Standpunkt zu verharren, so das; sich also die zweite Kammer noch einmal mit dem Art. 60 zu beschäftigen haben wird. Die zur Entgegennahme der weiteren Beschlüsse der zweiten Kammer erforderliche Sitzung wurde für Mittwoch, 25. Ott., vormittags 10 Uhr festgesetzt. ♦ Zweite Kammer. Am Ministertisch: Juüi'.mmii'^r Ewald, Geh. Nat Braun, später Finanzminister Gnauth. 1 Nach Eröffnung der Sitzung beschäftigt sich das Haus zunächst mit Nückäußerungcn aus der ersten Kammer. Ueber den ivon dieser lurüch-ie gebe neu G '-üentwurs, betr. die berufliche Organisation der Landwirtschaft berichtet ALg. Tr. Freu au namens des Sonderausschusses der zweiten Kämmer. Der Ausschuß beantragt in dm meisten Tiffer.nz- Punkten mit der ersten Kammer, auf den früheren Beschlüssen der zweiten Kämmer zu beharren und nur einigen Abänderungs-' beschlüsscn zuzustimmen. Dem Wschlus; der ersten Kämmer zu Art. 37 a tritt die zweite Kammer bei. Es wird darnach bestimmt: Die Wohl der Mitglieder zur Landwirtschaftskammer ist indirekt und erfolgt durch die von den Verbandsangehörigen gewählten Vertrauensmänner. (Wahlmänner.) Zur Wahl der VertranenS- männer werden in ieder Provinz 15 Wal^kr'ise (die 1. Kämmer hatte je 10 beschlossen) mit annähernd gleicher Zahl VerbandS- angehöriger gebildet. Jeder Wahlbezirk zerfällt in 15 Ver- trauensmännerkrcise mit annähernd gleicher Zahl Verbands-Angehöriger. Jeder Vertrauensmännerkreis wählt einen Vertrauens- mann. Die Wahl der Vertrauensmänner und die der Mitglieder der LandwirtschastSkammer geschieht in geheimer Abstimmung mittels Stimmzettel. Gehören mehrere Gemeinden zu einem Vertrau ensmännerkreis, so wird in jeder Gemeinde besonders abgc- äimmt. Nicht einverstanden ist die Kammer ferner mit der Bestimmung, daß den in den einzelnen Provinzen bestehenden Ausschüssen die Vorsteher der landwirtschaftlichen Winter- und Fachschulen als austerordentliche Mitglieder mit beratender Stimme angehören sollen. Die erste Kämmer hatte ferner den Absatz 3 des Art. 54 gestrichen (vgl. den Bericht 1. Kämmer) und die Regierung hatte sich damit einverstanden erklärt. Tie Abgg. Bähr und Dr. David sprechen sich aber letzt sehr energisch für Beibehaltung dieser Bestimmung aus, obgleich sich der Ausschußberichterstatter v. Brentano dagegen ersiärtc, damit doch wenigstens diele Vorlage jetzt zustande komme. Abg. Ulrich verlangte die Beibehaltung dieser Bestimmung. Abg. Dr. Gut fleisch dagegen bewies, daß vom juristischen Standpunkt aus die vorgeschlaaene Bestimmung überhaupt nicht giltig sei, da sie der gesetzlich garantierten Vertragsfreiheit widerspreche. Der Antrag Bähr, der die Wiedereinstellung dieser Bestimmung in den Gesetzentwurf verlangt, wurde mit 15 gegen 4 Stimmen angenommen. Es folgt die Beratung des Antrags Leun, den Reich?invalidensond8 betreffend. Der Antrag geht dahin, „Grvsth. Regierung zu ersuchen, int Bundesrat zu beantragen, allen Feldzugsteilnehmern, soweit sie weniger als 2600 Mark Jahreseinkommen haben und keine Unterstützung auf Grund des Neichsgesebes vom 22. Mai 1895 beziehen, einen kleinen Ehrensold zu bewilligen." Die Kammer beschloß, die Summe von 2600 Mark Jahres- einkonimen aus 1500 Mark herabzusctzcn und stimmte darnach dem Antrag einmütig bei. Zum Schluß der Sitzung kam noch die dringliche Anfrage bes Abg. Reinhart wegen Erbauung der Eisenbahn Lampertheim-Weinheim zur Besprechung. Die Negierung hat auf diese Anfrage eine ablehnende Antwort erteilt, nachdem ihre Bitte, den Wünschen der Interessenten von Worms wenigstens bezüglich der Herabsetzung der F-rachtberockmung auf der Umwegsstrecke entgegenznkonnncn, von der Eisenbahnverwaltung abgelehnt worden war. Finanzminister Gnauth wies in der Debatte darauf hin. daß eine Hoffnung auf Erfüllung der Wünsche von Worms schon deshalb nicht bestanden h"be, weil irgend eine Zusage oder ein rechtlicher Anspruch nicht vorlag. Damit schloß die Sitzung nach 1 Uhr. Nächste Sitzung: Samstag vormittag 11 Uhr. T--iws"rdn"neschäftsmann gewesen, sonst würde er es nicht zu einem Wohlstand gebracht haben, der ihn den verruchten Kapitalisten zugesellt. Bebel hat auch keine verschlossene Hand. Aber er wird ungemütlich, wenn man ihm vom „Teilen" spricht. Es gewährt dem Bürgertum immerhin eine gewisse Beruhigung, daß sein „Todfeind", wie Bebel selbst sich bezeichnete, diese kräftige Abneigung hegt. Der Zukunitsstaat verliert viel von seinem Schrecken, wenn die „öde Teilerci" verworfen wird. Von diesem Gesichtspunkt aus kann man nur wünschen, daß die sozialdemokratischen Führer stets zu den Besitzenden gehören, und daß ihnen fette Erbschaften sonder Zahl vermacht werden. Tenn solange dieser Zustand milden Behagens und stiller Zufriedenheit mit den Gütern dieser Erde obwaltet, wird die bürgerliche Gesellschaft vor b'm „Massenschritt der Arbciterbätaillone" nicht zu zittern brauchen. Persöw lief) kann Bebel sich beglückwünschen, daß der von ihm vor etlichen Jahren so zuversichtlich prophezeite „große Kladderadatsch" nicht eingetreten ist. Tenn was wäre aus der Absicht des Leutnants Kollmann g.word u, Bebel frei, gebig im Testant"nt zu bedenken, wenn sich die Bande frommer Scheu lösten! Dermifcbte*. • EinBigamist, der bei seinem gesetzwidrigen Treiben gemütlich verfährt, ist der in Chicago verhaftete polnische Grobschmied Sobiezit. Vor elf Jahren hat er sich seine erste Frau zugelegt und mit ihr fünf Kinder, vier Mädchen und einen Knaben, in die Welt gesetzt. Dann fiel ihm vor einem Fahre etwa ein, daß eine Gattin zu wenig für ihn sei, und flugs heiratete er noch ein Mädchen. Gattin Nr. 1 wohnte in der Panlinasiraße und Nr. 2 in der nicht weit davon entfernten West 15. Straße. Sein Leben richtete er sich seit seiner zweiten Verheiratung so ein, daß er immer von Tag zu Tag mit den beiden abwechselte. Jeder sagte er, er habe jede zweite Nacht in seiner Fabrik Nachrichtendienst zu tun, wofür er eine Extra Vergütung von seinem Arbeitgeber bekäme. Stattdeffen lebte und liebte er abwechselnd in der Paulina- und in der West 15. Straße mit dem Erfolge, daß auch Gattin Nr. 2 schon ein Baby bat, das ungefähr gleich- altrig dem jüngsten Kinde von Gattin Nr. 1 ist. .... Ta Sobiezit seinen 12.50 Dollar betragenden Wochenverdienst in loyaler Weise zwischen seinen beiden Familien verteilte, schien die ganze Sache sich durchaus befriedigend zu erledigen, bi3 ein unglücklicher Zufall sein Mormonentum ans Licht und ihn vor Gericht brachte. Einstweilen stand er vor dem die Untersuchung führenden Magistrate, wobei sich seltsame Szenen abspielten. Beide Frauen Sobiezits plauderten ge- mütlich mit einander und zeigten sich gegenseitig ihre Babys, die eine so auffällige Familienähnlichkeit ausioiesen, daß map sie für Zwillinge hätte halten können. *KleineTageschronik. Dem früheren deutschen Ma- r in e - O f f i z i e r Kr e tz s ch m a r ist auf der Reise nach Paris ein Check im Betrage von 1 292 000 Fr. gestohlen worden. — Bei der Nordjee-JnselV a 11 r n m strandete der Elsflether Hee- ringslogger Burhape, wobei die ganze aus 14 Mann bestehende Besatzung ertrunken ist. — In Zürich ersckwß sich be-d königl. bahr. Musikdirektor Peuppus aus Münck)en. Er hatte mit seiner Kapelle in Zürich zwei Konzerte gegeben. — In Ales« sandria (Provinz Piemont) sind 50 Personen nach dem Gknufi verdorbenen Fleisches unter Vergiftungs-Erscheinungen schwer erkrankt. — An der fi.rnzösisck>belgisck>en ©renje brach zwischen französischen, italienischen und luremburgischen Arbeitern eine Rauferei aus. Ein Luxemburger wurde getötet, mehrere französische und italienische Arbeiter verletzt.. — Die Heirat des Sohnes des Besitzers b'r Newyorker Zeitung „World" mit Fräulein Vauderbilt ist beschlossene Sache. Die Hochzeitsgeschenke werden auf eine Million Dollar gesetzt. Wiessh.rg'ekräftigti fühlt sich jeder, der nur einmal das von den bedeutendsten Professoren und Aerzten verordnete Perdynamin versucht hat. 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Herr Reimer gab den Gemeindevorsteher mit vollendeter Kunst. Er hatte sich in den geistig und körperlich ungewaschenen und ungekämmten „Fürstand" völlig hineingelcbt, sodaß wir eine durchaus lebenswahre Dorsfigur vor uns sahen, ohne jegliche unnatürliche Ucbertünchung oder Ucbertrcibilng. Auch in der Beherrschung der Mundart zeigte er sich als Meister. Neben ihm ragte Herr Herrscher darstellerisch ganz besonders hervor als der buckelige Katercigcntümer, ein armer Teufel, der sich unter den ihn verlachenden Menschen nicht heimisch fühlt und sich zum Haustier flüchtet mit seinem ganzen LiebcSreichtum. Herr H. ist, wie eS scheint, ein Chcuakter- komiker von eigenen Gedanken und ursprünglicher reicher Veranlagung. Wie Herr Reimer ging auch er ganz in seiner Aufgabe auf, wie er fiel er mit keinem Blick, mit keiner Bewegung aus dem jeweiligen Milieu heraus, immer nahm er an den Vorgängen um ihn herum lebhaften Anteil, auch wenn er lange Pausen deS Schweigens halte. Aber während Herr Reimer erheblich mehr Routine zu haben scheint, so scheint der noch etwa? tastende Herr Herrscher mehr Originalität, mehr eigene Schaffensfähigkeit zu besitzen. Unrichtig war cS freilich von ihm, sich an der allgemeinen Schadenfreude gegenüber den Dorfgöttcrn angesichts des g-nneindedienerlichen MordgestandniffeS zu beteiligen. Jetzt erfährt er doch erst feines über alles geliebten KaterS unseliges Ende, das ibn in Zorn und Erschütterung versetzen muß. Jedenfalls haben wir in den Herren Reimer und Herrscher ein Charakterkomikerpaar, um das unS manche große Bühne beneiden könnte. An dritter Stelle ist Herr Wittman n als Meister Schönherr zu nennen. Wie die beiden genannten Herren sprach er ein tadelloses Voigtlündisch. Aber auch in Haltung und Geberde war er von der rechten handwerkSmcistcrlicheu selbstsicheren Ruhe. Die anderen Herren und die Damen allesamt bemühten sich vergeblich um die schwierige Mundart. Freilich ist es ja auch eine recht harte Zumutung unserer neueren Bühnenautoren, von den Schauspielern die Beherrschung aller germanischen Völkerstimmen zu verlangen. Um das verlangte Wienerisch und Berlinerisch, das Sächsisch und Schwäbisch und Bayerisch, das Schlesisch und Ostpreußisch, das Hamburger und das Mecklenburger Platt re. re. sich anzueignen, dazu reichte ein zehnjähriger Kursus kaum auS. Herr Lippert gewann der Rolle des Gemeindedieners manche gute humoristische Wirkung ab. Besonders köstlich war er in der Szene, da er sich mit dem Gemeindeschwert aufmacht, den Kater zu schlachten. Herr Steinmann zeigte als Gendarm seine sehr stattliche Fjgur und seinen nach Bedarf an- und abzuschnallenden Schneid, aber doch in einer ein bischen outrierten Bonvivantart. Mit überzeugender Nervosität mimte Herr Mendel den Hauptmanns Weberfigur nachgeahmten Fabrikanten, und Herr Stau ff verdarb das im Ganzen gute männliche Ensemble nicht. Unter den Damen war weitaus die lebendigste, schlagfertigste und humorvollste die uns seit Jahren wohlbekannte Frau Jen ny. Der übrige weibliche Teil der Ortsbevölkerung hielt sich schauspielerisch in bescheideneren Grenzen, ohne indes etwa zu versagen. Das zahlreiche Publikum nahm die Komödie mit sehr starkem Beifall auf. Wenn sich die Szenensolge etwas rascher abwickelt, wird man der Regie gewiß Dank wiffen. P. W. ♦ — Sudermanns „Stein unter Steinen" wird jetzt schon in Italien zur Auffübruug gelangen. Mitte November findet in Mailand die erste italienisck^e Aufführung des Werkes statt, bei5 den Titel „Pietra fra pietre" hat. Die llebersetzung ist von dem Grafen Enrico Nani besorgt, der bereits mehrere Dr'men Sudermanns ins Jtasienisckie übertragen hat. Tic deutsche BuchauSaabe erschien bei Eotta in Stuttgart. — Blumenthal? Vcrslustspiel „Der Schwur der Treue" wurde im Sckxruspiclhause zu Frankfurt a. M. sehr jreundlich ausgenommen. — Ein Schciusvielerbegräbnis. Am 20. d. M. würben in London die sterblichen Ueberreste des großen englischen Schauspielers Sr Henrn Irving in der Dcstw.msi.r ?lbtei bei- i-setzt. Eine erlesene Traucrversammlung von h'rvorragcnd n vositischen, litcr?rischen und künüler scheu Persönlichkeiten nwbnte der F-eicr bei. Ter König, der Prinz und die Prinzessin von Wales waren vertreten. Tie Königin hatte ein prächtiges Kreuz aus weißen Lilien gesandt. — Aus den Vereinigten Staaten kommt die Mesinmg von der Gründung eines Theater-Syndikates, das den Bau von Theatern in 18 Städten des Westens der Vereinigten Staaten und Canada aussühren will. Neber 24 bestehende Theater hat das Syndikat außerdem ^die Kontrolle. — Im Salon Schulte zu Berlin findet zur Zeit eine respektable Böcklin-A"sstellung statt. Naturgemäß sind die großen Werke des Künstlers, die in den nationalen Gsiericn des Kontinents festliegen, nicht darunter, aber diese Bilder aus der P r i v a t s a m m l u n g des Obersten von H c y l aus D a rm- st a d t fiihren den Genießenden ganz in den Bann der Döcklin- schen Farbenlunst. Ta ist ein Bild, das auch dem Laien achtung- k, ei schänd in die Augen springt, die herrliche „Heimkehr". Der sinnende, träumerisch dareinbliekende Landsknecht, der weltverloren Jein, vom Zauder der Mendd.immerung umwobenes Heimatsdörfchen betrachtet, ist eine Figur von nie versagender Wirkung. DaS Farbepaesühl macht den geborenen Maler. Auch in den kleinen Döellinbildern bei Schulte, die nicht zu den Schlagern g»hören, liegt viel koloristisckn: Delikitcsse und kräftige, dramatische Natnransfjsung: immer wieder packen diese starken, sonnigen Farben,^ die inmitten mancher zimperlichen Linienführung der Akademiker so wobsinend berühren. Daß Böcklin leid.r von schweren C^schmacksfehlcrn oft nicht frei ist, sei angegeben. Wo viel Lickst ist, kann d^r Schatten nicht fehlen. Maeterlinck Hot schiller einmal sehr fein Ic plus grand poöte normal genannt. Wenn er in der Lage wäre, sein Urteil über Böcklin zu präzisieren, so würde er ihn wahrcksteinlich als le plus grand peintre anormal charakterisieren. Kopenhagen, 19 Okt. Ter dänische Polarforscher Mw liuS Erichsen hielt heute abend einen Vortrag über seine geplante Ervedition nach derNordostküstevonGrön- l o n d. Er führte aus. d^ß die Erpedition, d>'e spätestens Mitte . . auf tx'm Schiffe „Dannwrk" au sprechen werde, au- • Mitglied rn bestehe, unter denen sich ein Arzt, ein Zoologe, ein Botaniker, ein Biologe und cm Maler befinden würden. Außerdem würden 70 Schlittenhunde und einige Motorboote mitgenommen. Beim 75. Breitengrade soll ein Hafen angelaufen im März 1907 12 Mann eine Schlittenerveditmn ""ch Norden unternehmen sollen. Diese werden im Ji'ii 1907 nrtfn dem Schiffe zurückkehren. Die Expedition hegibt sich dann indw,irts und wird unter dem 73. Breitengrade überwintern, vrtnL den Frenz Josefs^Fjord erreicht hat, sollen 12 Mann eine Wanderung über oas Gr '"län^'sck^e Inlandeis unternehmen. Im eonrm. r 1908 wird die Erpedition zurückgckehrt fein. Die Kasten werden a^.'f 200 0^0 Kron en verans 'lagt. Der Hauptzweck oer. Erpedition ist, die unbekannten Teile der Nordosiküste van "r'nl'vd k-rtogr.phiereu und die WanderungÄvege der Esli^ mos zu finden. i 5 Ni W D W rt^öttTein'^W ** iW*S??ä brr bestehende Theater hat i itrr. * M1, n§ $«" rsten von S . r 13 in den Bann das auchd-mch . ic «w- s-- Laiidsniea e, ,-..z nur von nie nm -> dlM n geboE E ttc, die n>yifle/ draniadp !"^Ä Vö-klin W f: »•jtfiStf?,« n^ &nf(n ana^., d' f’flX ii»! S” M .>*e****J?*?8» ne - its-MeifillleHESSB® jPP schwarze mPwel98e / jjt, farbige tiutiDntil Gollbt und 1tf)t billig. klerantiN-DiPlvmr. L|. 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