Kbe ->SS n e nach wie vor jebt und bitte um recht l ^eberziehc« ? und .Reparaturen 'chnell und billig i LL Wsjk 19. n Kundjchaft öie et. I. mein Geschäft 0471$ für den Umzug mein Ausverkauf meiner rn Preisen >ch- erschmied. M . früher bezicM itoitöden mittels können die MD -U Zimmern nut f Hofmauustr. i^ die Perle des 8S k » Odenwaldes. d Besitzer Gesellschaften. rorzflgbVerP^ {?«* ®‘S auf ... *WW*« * it irt .-rbeite« >en. »LtiW w äien*«r Nr. 169 außer SonnlagL. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem SeMchev Landwirt die SietzeRer Kamilien. liltta viermal in der Woche beigelegt. fltotottonSbrucf tt Der» isg der Vrühl'ichen Untverj^Buch-n. Stein» druckeret. 8t Sang«. Nrdaktton. LrvedMoa and Druckerei: Scholsteatze 1. Ldrefle füt Deoeichenr Snzetger Gießen. FernsprrchanIchlußNr 51 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Freitag Sl. Juli 1905 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen monailtch75 viertel» jährlich TIL 8J0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6v Pk.; durch die Post Mk. 2.—viertel« jährl. auSjchl. Bestellg. Utinabme von Anzeige» it die Tr larm-miet 'S vormittag- 4 '"dit, Ze'envreiS: cii^wärtl Ä 11 j. V«rantworit'ch plt den poltt und teil! P. Witiko: für , Stadt und Land" und .GerichtSlaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Sans ®ect Nie öeuttge 'Nummer umfaßt 10 Seiten. Volttische Tagesschau. Vorkommuiffe auf dem kleinen Kreuzer „Fraoenlob". Aus Kiel hatte sich ein Münchener Matt berichten lassen, 6n6 die Mannschaft des kleinen Kreuzers „Frauenlob" zu dem Mittel gegriffen habe, durch Hissen eines schmutzigen Leinwandlappens die Aufmerksamkeit des Kai-» sers auf den Kreuzer zu lenken, um Beschwerden gegen den angeblich überstrengen Kommandanten des Schisses vorbring-n zu können. Nach der „Tagesztg." wird die Richtigkeit der Schilderung an unterrichteten Stellen entschieden in Abrede gestellt. Namentlich sei die Geschichte mit dem Hissen des Lappens erfunden. Doch soll der Kommandant des „Frauenlob" einstweilen von seinem Popen enthoben sein. Volle Klarheit werden, so schließt die „Tagesztg.", erst die gerichtlichen Verhandlungen bringen. Unseras Erachtens wäre es zweckmäßig gewesen, die „Nordd. Allg. Ztg." oder ein anderes offiziöses Organ hatte alsbald festgestellt, was an dem Kieler Bericht Wahres ist, und was nicht den Tatsachen entspricht. Dazu brauchte nicht erst die gerichtliche Verhandlung abgewartet zu werden. Die Meldung von einem solchen Vorkommnis in unserer Marine ist doch geeignet, gerade weil die ManneSzucht in der deutschen Flotte als muster- gilttg anerkannt ist, Auffehen zu erregen. Eine Zuschrift, die das „Berl. Tagebl." veröffentlicht, nimmt den Kommandanten des „Frauenlob" in Schutz. Der „Frauenlob"-Kommandant könne als ein recht befähigter Offizier gelten, denn er sei nach der Marinerangliste der älteste sein s Jahrgangs. Es wäre daher nur zu bedauern, wenn dieser „Fall" Anlaß zu weittragenden Folgen für den Kommandanten geben würde, denn bei der Vergrößerung unserer Flotte sei wahrlich nicht ein Ueberfluß an befähigten älteren Seeoffizieren vorhanden. Durch die Parteinahme für den Kommandanten wird die Sache nicht klarer. Ob es em befähigter Offizier ist, kommt hier nicht in Frage, sondern wieweit die, auch von der „Dtschn. Tages- Zeiturrg" wiedergegebene, Behauptung begründet ist, „daß der Kapitän durch übermäßige Strenge die Mannschaft bedrückt habe, und daß deren Auflehnung die Reaktion dagegen gewesen sei." Selbstverständlich darf die „Reaktion" nicht die Form grober Disziplinwidrigkeit cmnehmen. Es fragt sich nun, auf welche Weise, wenn die Geschichte von der falschen Sigi.alhissuug erfunden ist, die Mannschaft die Aufmerksamkeit des Kaisers auf den K'reuzer gelenkt hat. Eine Zuschrift der „Voss. Ztg." aus Kiel bestätigt, daß an Bord von „Frauenlob" eine Gehorsamsverweigerung Dorgekommen ist. Als darauf aus die Dauer von 12 Tagen kein Urlaub erteilt wurde, kam die Unzufriedenheit der Mannscho't ha- fcutco zum Ausdruck, daß heimlicherweise Verschluß st ücke von den Geschützen über Bord geworfen wurden. Es gelang nicht, den Täter zu ermitteln. Darauf wurde der Mannschaft das Bier entzogen und dem Schiffe ein Liegeplatz in der Strander- Bucht angewiesen. Dort befand sich das Schiff, als der Kaiser nach Stiel kam. Kommandant des Schiffes ist Freg.-Kapitän Caesar; die Klagen der Mannschaft über strenge Behandlung sollen stch nicht gegen ihn richten, was begreiflich ist, da der ganze innere Dienst in der Hand des 1. Offiziers liegt. Dieser wichtige Posten ist aus „Frauenlob" mit Kapitänleutnant Griese besetzt. Vor der Reichsfinanzreform, übet die matt etwas Geivisses immer noch nicht weiß, will die „Rat. lib. Kvrr." Folgendes erfahren haben: „Es scheint erwartet zu werden, daß der Reichsschatzsekretar eine kleine reduzierte Reichserbschaftssteuer, eine Brau steuerte'" rm und eine Tabak ft euervorlage im Herbste den ge «...gebend en Körperschaften des Reiches vorlegt. Die Reichserbschaftssteuervorlage ist von vornherein dahin beschränkt, daß Ehegatten und Defendenten nicht mit in Betracht kommen. Die Brausteuer sieht lediglich einen Ausgleich vor, der zwischen den größeren Brauereien rmd den mit minder vorzüglichen Einrichtungen versehenen Platz greifen soll, damit die kleineren Brauereien neben den größeren und mittleren weiter bestehen können. Ob bei der stärkeren Heranziehung des Tabaks eine Erhöhung des Tabakzolls in Frage kommt, muß abgewartet Werdern Danach weiß man ungefähr ebensoviel wie zuvor. Wahrscheinlich ist das Reichsschatzamt noch mit s ' selbst nicht iw Klaren, was dem Reichstag zugemutet werde., kann. Die Skandalaff'äre des Fürsten Kotschoubey fit noch nicht zu Ende. Wie aus Dresden geschrieben wird wird die 9(ffäre des Fürsten Leon Kotschoubey, der eme Herzogin von Leuchteiiberg zur Frau hat und dadurch verwandtschaftlich dem russ. Herrscherhause nahe steht, demnächst abermals das Dresdener Landgericht beschäftigen. Der von dem Fürsten mitz- handelte Portier Möller aus dem Hotel „Europäischer Hos in Dresden war infolge der erlittenen Mißhandlungen lange Q e i t bedenklich krank und verlor infolgedessen auch seine Stellung. (!) Der Fürst aber wurde wegen gefährlicher Körperverletzung vom Dresdener Schöffengericht nur zu tausend Mark Geldstrafe verurteilt. Tas Gericht hatte den pursten gegen Hinterlegung einer Kaution von 10000 Mark aw freiem Fuße beiaffen. Die Kaution ist noch tm Verwahrsam des Dresdener Landgerichts. Trotz der Verurteilung des Fürsten iuar dieser nicht zu bewegen, den Portier Möller sur die ihm widerfahrene Unbill zu entschädigen. Möller, ber eine Familie zu ernähren hat, ist durch die Handlungsweise des Fürsten steuungs- los geworden, und was schwerer in die Wagschale fällt, er hat em Leiden davongetragen, das ihn zeitlebens nicht mehr verlassen wird. Der Fußtritt des Fürsten Kotschoiibey hat sonach die schlimmsten Folgen hinterlassen. Aus .diesen Gründen hat daher der Portier Möller gegen den Fürsten eine Klage auf Zahlung einer jährlichen Rente in Höhe von 2 000 Marl bei bet' 3. Zivilkammer des Landgerichts Dresden anhängig gemacht Sollte sich Fürst Kotschouben im Falle seiner Verurteilung dann immer noch sträuben, den bedauernswerten Portier zu entschädigen, so beabsichtigt dieser, sich direkt an den Z a r e n N i - ko l au s zu wenden, damit dieser auf den Fürsten den notigen Druck ausübe. ------- Ieutlch-Südwestafrika. Der Kapstadter Korrespondent der „Times" meldet, in amtlichen Kreisen seien Erhebungen angestellt worden, bezüglich der in den deutschen Blättern enthaltenen Angaben, daß die Bevölkerung der Kapkolonie die Eingeborenen gegen die Deutschen unterstütze, und bemerkt hierzu: Abgesehen von der Tatsache, daß hier keine allgemeine deutschfeindliche Stimmung herrscht, ist die Liefe ng von Waffen und Munition an die Eingeborenen unmöglich. Besonders seit dem südafrikanischen Krieg sind die Bestimmungen über das Waffentragen außerordentlich streng. Für jede Waffe, die man im Besitz hat, ist ein Erlaubnisschein erforderlich; solche Erlaubnisscheine werden nur an zuverlässige Personen verabfolgt. ES gibt infolgedessen keine Niederlagen, aus welchen die Eingeborenen sich mit Waffen versorgen könnten. Der deutsche Kohlenfelderkauf in England ein Neinfalt ? London, 20. Juli. Vincent fragte heute im Unterbanfe die Regierung, ob das Handelsamt im Besitze von amtlichen Mitteilungen in Bezug auf den Verkauf der Whitworther Kohlenfelder in Whitworth an ein deutsches Syndikat, das im Auftrage der deutschen Marine handle, sei, und ob das Hcmdelsamt die Käufer davon verständigen würde, daß die Regierung besondere Gesetze plane, nm die Verschiffung von Kohle für den Gebrauch fremder Mächte zu verhindern. Der Unterftaatssekretär des Handelsamtes erwiderte: Vincent solle nicht anncfmien, daß die bri fische Regierung jemals etwas gegen die bloße Verschiffung von Kohle für den Gebrauch fremder Mächte im Verlaufe des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs ein- äutoenbm gehabt habe: das einzige, wogegen sich die Regierung verwahre, sei der Erwerb von irgend etwas, was einem Monopol auf Dampfkohle ähnlich sei, durch Fremde oder eine fremde Regierung. Das Handelsamt sei der Meinung, daß man bisher bart keine Dampskohle gefördert habe. Das Whitworther Kohlenfeld liegt außerhalb des Gebietes, in dem die Dampfkohle, welche für Marinezwecke brauchbar ist, bisher gefördert wurde. Aus dem Kaufpreise geht hervor, daß der Ankauf sehr unbedeutender Natur ist und daß keinerlei Einmischung nötig ist. Markham (lib.) fragt an, ob bekannt sei, daß gerade dieses Kohleiffeld bereits seit zwanzig Jahren in London aus- geboten wurde und daß nur zehn Pfund Sterling per Acre als Kaufpreis gefordert worden seien, ohne daß sich Käufer gefunden hätten. (Heiterkeit und Beifall.) Von Seite der Regierung erfolate darauf keine Antwort. Ier Krieg. Die Friedens-Konferenz. Der japanische Friede nsbevoll m ächtigte, Komura, ist mit den japanischen Delegierten in Port Towsend (einem Hasen an der Westküste des Staates Washington) eingetroffen. Der Moskauer Berichterstatter der Times erfährt von einem Freunde Wittes, dieser sei fest überzeugt, die Friedens-Verhandlungen würden nicht länger als drei Wochen dauern. Wenn aber die japanischen Forderungen sich als unannehmbar erweisen sollten, dann '.rwarte Witte, unverzüglich zurückkehren zu können. Der kriegslustige Zar. Tokio, 20. Juli. Wie aus der Mandschurei hierher gemeldet wird, habe der Zar an den General Line- mitsch einen Brief gerichtet, worin er ihn ermutigt und ihm verspricht, die nötigen Mannschaften und Munition zu senden, soviel er irgend brauche. Der Zar soll die Mobilmachung von vier weiteren Armeekorps angeordnet haben. Das englisch-japanische Bündnis. Die Wiener „N. Fr- Pr." meldet, in Wiener diplomatischen Kreisen verlaute bestimmt, die Anwesenheit des Prinzen Arisugawa in London hätte hauptsächlich den Zweck gehabt, das Terrain für die Ausgestaltung des englisch-japanischen Einvernehmens zu einem Offensiv- und Defensivbündnis zu sondieren. Das bisherige, erst in zwei Jahren erlöschende Bündnis ist nur defensiver Natur. In maßgebenden Kreisen Englands sei eine starke Strömung für eine derartige Ausgestaltung schon mit Rücksicht auf die Gefahr, daß Rußland später sich für die oftasiatischen Niederlagen in Indien schadlos halten wollte. Ein russisch-japanisches Bündnis? In der russischen Presse erheben sich dagegen immer mehr Stimmen für ein Bündnis mit Japan. Der Feind von heute, der Verbündete von mvrgen. Das ist alles schon dagewesen und die beste Sicherung eines dauernden Friedens. Mit vollendeter Ritterlichkeit hat Japan die russischen Kriegsgefangenen behandelt. Die Offiziere bis! zu den hohen Kommandierenden hinauf wissen nicht genug von den Aufmerksamkeiten zu erzählen, die man ihnen bereitet, nicht genug von der sympathischen Aufnahme, die der Gedanke einer Annäherung der beiden Mächte bei den Japanern gefunden habe. Vorläufig hat weder die japanische noch die russische Regierung zu diesem weitausschmlenden Plan Stellung genommen. Die russische Regierung wohl deshalb nicht, weil sie sich nicht der Gefahr aussetzen will, einen abschlägigen Bescheid aus Tokio zu bekommen und weil sie meint, Japan als die jüngere Großmacht müsse den Anfang machen und an Rußland herantreten. Die japanische Regierung aber ist viel zu klug, um im gegenwärtigen Zeitpunkt sich festzulegen. Auf Erkundig un ginunterrichtetenjapani- s ch e n Kreisen Berlins ist unserm Berliner R-Korrespon- denten folgende Auskunft zuteil geworden: „Rußland batte vor dem Krieg ein Bündnis mit Japan haben tonnen. Die Stimmung war dafür in Japan sehr günstig. Rußland, damals in vollem Glanz einer Streitkraft ersten Ranges — daß tu Wirklichkeit vieles im Heerwesen und namentlich in der militärischen Organisation zu wünschen ließ, war speziell der japanischen Regierung durch zuverlässige Information bekannt — Würde unbedingt den Vorzug vor England erhalten haben. Diese Situation ist in Petersburg nicht gewürdigt worden. Im Gegenteil, mit Mißachtung, um nicht zu sagen mit Verachtung wurden die Bündnisbestrebungen, die eine sehr starke Stütze in Tokio hatten, abgewieseu. Ob heute ein Bündnis mit Rußland, wenn es ernsthaft zur Sprache käme, in Japan viel Freunde haben würde, ist zu b e z w e i k e l n. Die Aufmerksamkeiten gegenüber den russischen kriegsgefangenen Offizieren darf man nicht überschätzen. Japan hat dabei nicht im Auge gehabt, die Russen für sich zu gewinnen, sondern es hat lediglich die Pflichten erfüllt, die einem Kulturvolk die Humanität im Kriege auferlegt. Einstweilen hat das Bündnisprojckt, vom japanischen Standpunkt au8, einen etwas Phantastischen Zug. „Unmöglich" darf man zwar auch hier nicht sagen, weil jede Entwicklung in der Politik denkbar ist. Aber mindestens erscheint die Verwirklichung schwer Soweit unser Gewährsmann. Was gegen das russische- Bündnis spricht, ist nicht etwa die Rücksicht auf das Bündnis Japans mit England. Dies Bündnis verwehrt keineswegs, daß Japan auch noch mit anderen Mächten ähnliche Verträge schließt. Sein Ziel ist doch wohl darauf gerichtet, zunächst einmal die Früchte des Krieges zu ernten, allein zu ernten. Und es ist auch anzunehmen, daß Japan die Treue seines englischen Freundes nicht überschätzt. Es toirb1 sich wohl kaum verhehlen, daß England nach bewährter; Gewohnheit auch bei dieser Gelegenheit einen Korb aufstellen möchte, um etliches mitzusammeln, weil man sich in England den Erfolg zuschreibt, Frankreich von einem! Eingreifen in den Krieg zurückgehalten zu haben. Mer? auch ohne die englisch-französische Annäherung würde Frankreich nicht entfernt daran gedacht haben, dem verbündeten Rußland zu Hilfe zu kommen. Die Erklärungen! von französischer Seite zu Beginn des Krieges ließen darüber keinen Zweifel, daß Frankreich im eigenen Interesse Neutralität bewahren wollte. Im Frühjahr dieses Jahres! allerdings, als Delcasse die Bewegungen der russischen! Flotte begünsttgte, wäre es beinahe zu einem japanischen! Ultimatum an die Adresse Frankreichs gekommen. Die Japaner halten wir für viel zu geschäftsgenxmd^ um Rußland, selbst wenn sie für spätere Zeit eine freund^ schaftliche Annäherung erstreben, jetzt eine solche Absicht merken zu lassen. Ech wollen sie nach alter Möglichkettz bei den Friedensverhandlungen ihre Forderungen durchsetzen — vermutlich wird, um die Ueberlegenheit Japans! nochmals fühlbar zu machen, Wladiwostok gen omi men und General Line witsch eine entscheidende Niederlage beigebracht werden -■ beim, nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages, lassen sie sich vielleicht dazu herbei, vom Bündnis zu sprechen. Inzwischen ist aber, anzunehmen, daß England, um die gefährliche russisches Konkurrenz im Osten aus dem Felde zu schlagen, bemj Prinzen Arisugawa als dem Vertreter des Kaisers von Jv--j pan die vorteilhaftesten Anerbietungen fing' eine Erweiterung des Bündnisses gemacht hat. Nicht zu vergessen ist, baß auch bie Verein. Staates mit äußerster Rührigkeit beflissen sinb, Japans Freunds schäft zu erringen. Die smarten Amerikaner wollen ihren seits bem englischen Hanbel in Ostasien bas Felb streitig machen. Eine ganze Kommission von Militärs, Kongreß- mitgliebern, Beamten, befindet sich auf bem Wege nach Tokw, auch bas unvermeibliche Frl. Alice Roose Veld ist mit habet. Beim Hanbel und beim Hanbeln hört bte> amerikanische Freunbschafl für En glaub auf. Man sieht, Rußlanbs Bunbesgenossenschast hat wenig) Verlockenbes gegenüber Bewerbern, bie für Japans Gunsh bebeutenb mehr auszuwenben in ber Lage sinb. In Japans wirb nicht mit Unrecht geargwöhnt, baß bie plötzlich er-i wachte Neigung, bem Gegner, bie Hanb zu reichen, auf die, Hoffnung gegrünbet sei, derart wenigstens um bie Kriegs-, entschäbigung herumzukommen. Nach einer Petersburger Depesche bes „M'atin" Ware, allerbings Herr v. Witte beauftragt, mit einem japtttnischew^ Bunbesvertrag zurückzukehren. " Fiusstlche Ueuigketteu. Neue Attentate. Gegen den Oberprokurator Pobjedonoszel^ soll am Mtttwoch in Petersburg ein Morbanschlaf versucht worben sein. Bei besten Riickkehr von Zarskoje^ Selo sei, wie es heißt, auf dem Bahnhof ein junger Mann, auf den Oberprokurator zugegangen und habe einen Revolver schuß auf ihn abgeben wollen. Ein Reisendes, sei dem Menschen in den Arm gefallen und habe den Anschlag verhindert, worauf cs gelungen sei, den Betresfendenl^ zu verhaften. Er weigere iich, seinen Namen zu nennen, Die Petersb. Telegr.-Agentur aber meldet: Die in der Stttdt verbreiteten Gerüchte über das^ auf Pvbje^ donoszew verübte Attentat sind ohne jede materielle Be°» gtünbung. Sie wurden hervorgerufen durch die Festnahme eines jungen Mannes, der ctuj dem Bahnsteig des Bahnhofes von Zarskoje Selo erregt auf und ab ging, als Pobjedonoszew beit Zug verließ. Bei dem Festgenommeucn wurde nichts Verdächtiges! gefunden. Vergangene Nacht wurden auf ber Station Praga Bet Warschau, als gero.be ein Schnellzug ein fuhr, auf ben auf dem Perron beflnblichen Gen b arm erie-O ffiziep Salbakow einige Revolverschüsse abgefeuert. Eine Kugel verletzte ben Offizier töbliA Der Mörder ish nicht entdeckt worben. Im S appeurlager bei Kiew würbe auf ben Kommanbeus bes 7. Sappeurbataillons, Nenrilow, ein Bombenatten tat verübt. Nemilow, ber in feinem Zelt mit ber Durchsicht'von Doktnnenten beschäftigt war, würbe burchi Bombensplitter am Hinterkopfc verletzt. Das Lager wurde, sofort alarmiert und Untersuchung eingeleitet. Während einer OpernauMhrung im Volkstheater zu Moskau fielen plötzlich von alten Seiten Schüsse, welche anscheinend gegen ben im Theater anwesenben Gene r a l g o u v e rn eu r von Moskau gerichtet waren. Es! entstand eine große Panik, wobei mehrere Personen verletzt tintrben. Einige wurden im Gedränge in den im Theater- garten befindlichen Teich gestoßen und ertrunken. Einer der Täter wurde verhaftet. Er heißt Nikolajew, ist 19 Jahre alt und war bereits einmal wegen revolutionärer Propaganda ausgewiesen. Meuterer. „Rußki Listvk" teilt mit, daß die meuternden Matrosen des in Kronstadt stationierten Panzerschiffes „Imperator Alexander II." sich nun beruhigt haben. 16 Rädelsführer wurden ins Militärgcfängnis eingeliefert und werden vor das Kriegsgericht gestellt, das sie zweifellos zum Tode durch den Strang verurteilen wird. Die übrigen Mannichaften des Panzers wurden aufs neue vereidigt. — Jin Gegensatz zu diesen verweigern die Matrosen des Panzerschiffes „Minin" hartnäckig jeglichen Gehorsam und drohen, jedes Schiff, das in die Nähe kommen sollte, in den Grund zu bohren. „Rußki Listow' teilt weiter mit, daß ans dem „Minin" nur wenig Proviant und Wasser sich befinde, wodurch die meuternden Matrosen schließlich doch gezwungen sein werden, sich zu ergeben. Es ist russischen Agenten gelungen, 15 Mann von der ehemaligen Besatzung des „Potemkin", die in einer Fabrik in Galatz (Rumänien) angestellt waren, russischen Behörden auszuliefern. Die luden diese 15 zu einem Festmahle ein und berauschten sie. Dann brachten sie ihre Opfer in einem Boote nach dem kleinen russischen Hafenorte Ren, wo sie die 15 Mann den russischen Behörden übergaben. Der Semstwo-Kongrcß. Moskau, 20. Juli. Die heutige Sitzung des Kongresses der Vertreter der Semstwos und Dumas blieb ungestört. Der vom Kongreßbureau ausgearbeitete Entwurf einer Konstitution wurde mit 220 gegen 7 Stimmen ohne Aenderung angenommen. Am Schluß der heutigen Sitzung wurde folgende Resolution angenommen: Im Hinblick auf die in letzter Zeit häufig vorgekommcnen Verletzungen der persönlichen und allgemeinen Rechte russischer Bürger durch Verwaltungsbeamte, Verletzungen, die nicht nur den sittlichen Forderungen, sondern auch 'den Erklärungen der höchsten Gewalt und den bestehenden Gesetzen widersprechen, beschließt der Kongreß, seinen tiefcnUn willen hierüber auszusprechen. Er hegt die feste Ueberzeugung, daß derartige Handlungen entsprechend geahndet toerben. Der Kongreß ersucht die in der Oeffentlichkeit wirkenden Männer, in dieser Beziehung geschädigte Perfonen in Schutz zu nehmen, und sich zu bemühen. Beweise für die Verletzung der Rechte dieser Personen durch die Behörden beizubringen. General Kozlow, der als Generalgouverneur von Moskau gegenüber dem Kongreß ein versöhnliches Vorgehen einschlug, soll deshalb durch General Kleigels er- setzt werden. 5. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, 19. Juli 1905. Anwesend die Herren Kommerzienrat Koch, Vorsitzender; Kommerzienrat Heichelheim, stellvertr. Vorsitzender: Dürbeck, Friedberger, Grünewald, Hoos, Jhring. Klingspor, Rinn, Röhr, Kommerzienrat Schirmer, Schmall, Stammler, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. Vor Eintritt in die Beratung der Tagesordnung begrüßt der Herr Vorsitzende die beiden durch eine Ersatzwahl als Mitglieder der Handelskammer gewählten Herren M. Friedberger und A. Klingspor aus Gießen und gibt der Erwartung Ausdruck, daß ihre Mitarbeit von reichen Erfolgen für Handel und Industrie des Kammerbezirkes begleitet sein möge. I. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzuteilen: a) Der Königs. Eisenbahrtdirektion Frankfurt a. M. wurde der erbetene Bericht über die wirtschaftliche Lage des Eisenerzbergbaues im Handelskammerbezirke während, des zweiten Vierteljahres erstattet und hierbei namentlich auf die Nachteile hingewiesen, die den ober- hessischen Erzbergbau durch die weite Emfernung von den Hüttenstationen und die hohen Frachtkosten treffen. b) Von mehreren Gießener Firmen wurden bei der Handelskammer Beschwerden über häufige Verzögerungen der G,e sprä chverm i tt elunge n bei dem Fernsvrechamt Gießen geführt. Die Kammer hat sich durch Erkundigungen bei einer Anzahl von Geschäftsfirmen überzeugt, daß der hiesige^Sprechverkehr in der letzten Zeit nicht immer mit der wünschenswerten Schnelligkeit und Exaktheit fi in Moniert und hat deshalb das Kaisers. Postamt um möglichste Beseitigung dieser Mißstände ersucht. c) Dem Grvßh. Ministerium des Innern wurde auf sein Ersuchen , ein ausführlicher Bericht über die Hand- Weberei in Oberhessen erstattet, in dem u. a. ausgeführt wurde, daß die Handweberei, sowohl in Erzeugnissen ffit den _ häuslichen Bedarf, wie auch für kommerzielle Zwecke, seit Jahren zurückgegangen sei und durch den neuen Handelsvertrag mit der Schweiz noch weiter ge- eigt würde. derselben Behörde war die Handelskammer aufgefor- dert worden, ihr etwaige Wünsche für die Ernennung ernesSachverständigenfürWeinkontrollefür die Provinzen Starkenburg und Oberhessen zukommen zu lassen. Die Handelskammer war der Ansicht, daß für dieses Amt nur eine Persönlichkeit in Betracht kommen könne, die den Weinbaugebieten und den Hauptplätzen des Wein- hcrndels möglichst nahe ist: sie hat deshalb von dem Vorschläge einer Persönlichkeit aus dem Kammerbezirk abgesehen. e) Der H andelskamm er zu Colmar wurde das Beileid der Kammer zu dem Ableben ihres Präsidenten A. Scheu- rer, desgleichen dem Deutschen Handelstage die Teilnahme der Kämmer anläßlich des Hinscheidens seines Präsidenten, des Herrn Geheim. Kommerzienrat Frentzel ausgesprochen. Der Herr Vorsitzende widmete dem dahingeschiedenen Präsidenten des Deutschen Handelstages einen warmen Nachruf, indem er auf die großen Verdienste hinwies, die der Verstorbene sich um die Förderung der Interessen von Handel, Industrie und Verkehr erworben hat. Zu Ehren dec Dahingeschiedenen erheben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. 2. Wagenstandgeld für Sonn- und Feiertage. Die Handelskammer ist schon vor Jahren fiir eine Auf- . Hebung deS Wagenstandgeldes für Sonn- und Feiertage eingetreten, da die Wagen an Sonntagen nicht ent- oder beladen werden können, andererseits der Eisenbahngüterverkehr an Sonn- und Feiertagen fast gänzlich ruht. Da diese Anträge stets abgelehnt nwrden sind, so ist in neuerer Zeit vorgeschlagen worden, das Wagenstandgeld für Sonn- und Feiertage nur dann ht Anrechnung zu bringen, wenn der Ent- oder Belader schon am Tage vor Sonn- und Feiertagen im Verzüge ist. Wenn die Handelskammer auch noch wie vorder Ansicht ist, daß die Erhebung eines Wagenstandgeldes an Sonn- und Feiertagen in keinem Falle gerechtfertigt ist, so beschloß sie doch, auch diesen weniger weitgehenden Vorschlag zu unterstützen. 3. Einführung einer Zwischenstufe von 250 Kilometer für Fernsprechgebühren. Nach den Bestimmungen der Fernsprechgebührenordnung kommt bei Ferngesprächen auf Entfernungen von über 100 bis 500 Kilometer eine Deblihr von 1 Mark zur Erhebung. Von dem Verkehre wird M Erhebung einer Gebühr von 1 Mark fiir Gespräche auf Ent- sermmgen von wenig über 100 Kilometer vielfach als eine zu hohe Belastung empfunden, und es ist deshalb angeregt worden, in -er Gebührenberechnung eine Zwischenstufe von 250 Kilometer tzinzufühven und bei Entfernungen von über 100 bis 250 Kilometer nur ente Mvuyr von 75 Psg. zu erheben. Dte JTamnter beschloß, bei dem Staatssekretär des Reüchspostamts in gleichem Sinne vorstellig zu werden, da bei vielen Industrie- und Handelszweigen des Kannnerbezirks das Bedürfnis nach einer solchen Zwischenstufe vvrliegt. Eine dauernde Beeinträchtigung der Einnahmen aus dem Fernsprechverkehr ist nach ihrer Ansicht von einer foldjen Maßregel nicht zu befürchten, da eine Verbilligung be5 Satzes für Entfernungen von über 100 bis 250 Kilometer voraussichtlich zu einer Steigerung des Verkehrs führen wird, der den anfänglichen Einnahme-Ausfall bald ausgleichen dürste. 4. Einführung derEichpflichtfürTrinkbrannt- weinfässer. Die Kaisers. Nornral-Vchungs-Kommission hat bte Handelskammer um eine Auskunft darüber ersucht, ob ein Bedürfnis _ zur Einführung der Eichpflicht für Trinkbranntweinfässer , vorliege und welche Frist in diesem Falle für die periodische Nacheichung ststzusetzen wäre. Die Kämmer erklärte sich entsprechend ihrem früheren Beschlüsse und den Wünschen der Interessenten des Kämmerbezirks für die Einführung der Eichpfticht und die periodische Nacheichung innerhalb 5 Jahren. 5. Bestechung von Angestellten. Entsprechend einer Verfügung des G-rvßh. Ministeriums des Innern hat die Handelskammer nochmals Erhebungen über die Bestechung von Angestellten, namentlich bei den HaTldlungsgehilfen-Organisationen des Kämmerbezirks, angestellt. Wenn auch von den Handlungsgehil- fen-Verbänden Fälle von Bestechungen nicht mitgeteilt worden sind, so beschloß die Kämmer doch für eine entsprechende Ergänzung des Gesetzes zur Bekämpstlng des unlauteren Wettbewerbes einzutreten,, da diese Unsitte in manchen Geschäftszweigen sehr verbreitet ist, und ihr weder mit den jetzigen gesetzlichen Beltimmungen, noch auf dem Wege der Selbsthilfe genügend entgegengetreten werden kann. 6. Han-delSvertragsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten von 9f m e r i F n und Spanien. _ Für die Hcmdetsvertragsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten und Spanien hat die Handelskammer bei den interessierten Firmen ihres Bezirkes eine Umfrage veranstaltet, deren Ergebnisse demnächst dem Reichskanzler übermittelt werden sollen. Mgesehen von besonderen Wünschen einzelner Industriezweige, insbesondere der Maschinen-, Pappen- und Hutfabrikation, beschloß die Handelskammer den Abschluß von Tarifverträgen mit beiden Ländern auf der Grundlage gegenseitiger Meistbegünstigung zu befürworten. Außerdem wird sie für eine Erleichterung der jetzt durch geradezu chikanöse Formalitäten erschwerten Einfuhr nach den Vereinigten Staaten, sowie für tunlichste Umwandlung der Wertzölle in spezifische Zölle und eine gerechtere Verteilung der Höhe der amerikanischen und deutschen Zollsätze eintreten. 7. Behandlung der Handlungsreisenden in Bulgarien. Im Oktober d. Js. soll in Bulgarien ein Gesetz betr. Handlungsreisenden in Kraft treten, das gegenüber dem seitherigen Zustande außerordentliche Belästigungen für den Geschäftsreisenden vorsieht. Darnach werden diese einer außerordentlich hohen Besteuerung unterworfen und müssen sich eine überaus lästige Kontrolle ihrer geschäftlichen Tätigkeit durch die lokalen. Behörden gesallen lassen. Verletzungen der vorgeschriebenen Verpflichtungen sollen mit hohen Geldstrafen geahndet werden. Durch derartige Bestimmungen wird der geschäftliche Verkehr mit bulgarischen Firmen außerordentlich erschwert und die Handelskammer beschloß deshalb, bei dem Reichskanzler dahin vorstellig zu werden, daß jene Vorschriften beseitigt oder erheblich gemildert werden. 8. Reform der Personentarife. Die in der letzten Zeit verbreiteten Nachrichten über die Einzelheiten der geplanten Versonentarifreform und namentlich die Erklärungen des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten haben die Befürchtung wachgerufen, daß die Reform der Personentarife neben der erwünschten Vereinfachung und Vereinheitlichung des Tarifwesens in vielen Fällen eine Verteuerung des' Reiseverkehrs zur Folge haben wird. Die Handelskammer muß sich diesen Befürchtungen anschließen und erblickt in der Neuregelung des Gepäcktarifs lAnf- hebnng des Freigepäcks) und der Einführung von Schnellzugzuschlägen eine Belästigung und Verteuerung des Reiseverkehrs und beschloß in diesem Sinne an den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten eine Erklärung zu richten. 9. Eingänge: a) Faulhaber, der kaufm. Lehrvertrag nebst Musterformularen. b) Bericht über die Verhandlungen Betr. Vertrag für Getreide-Abladungen von der russischen und deutschen Ostsee, Berlin, Börse 24.—25. Mai 1905. c) Deutsch-Niederländischer Vertrag für Mladungen von der russisck>en und deutschen Ostsee, 1905, Nr. 2. d) Deutsch-Niederländischer Vertrag für Madungen von der russischen und deutschen Ostsee (gesund ausgeliefert) 1905, Nr. 3. e) Bericht über die Versammlung von Vertretern des niederländischen und des deutschen Getreidehandels, Berlin, Börse 23. Mai 1905. f) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteil- ungen zugegangen über die Ursprungsbezeichnung bei der Einfuhr nach Frankreich, den Absatz landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte nach dem Dongebiet und dem nördlichen Kaukasus, Geschäftsverbindungen mit Amoh (China), den Handel und die deutsche Einftchr in Surinam, den persischen Außenhandel im Jahre 1903/04 mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands, die deutsche Einfuhr in Laroche (Marokko), die Warenbeförderung von Djibutis (französische Somaliküste) nach Europa, die Einfuhr von Baum- wvllstoffen ht Harras, die Handelsverhältnisse dort und in Adis Llbeba (Mefsinien), den Einfuhrhandel Brasiliens in den Jahren 1903 und 1904, das Kreditgeschäft in der Republik Kolumbien, über geschäftliche Erkundigungen in Arequipa (Peru), den Maschinenabsatz, die Gummivroduk- tion, den Bergbau und den Markthallenbau daselbst, Warenabsatz und -Herstellung, Eisen- und Kurzwarenhandel in Santiago (Chile), die Glimmerminen in Argentinien, ferner über zwei amerikanische industrielle Gründungen. Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. Aus Stadt und Knud. •* Kollision zwischen einem Automobil und einem Lastwagen. Gestern nachmittag gegen */2 6 Uhr stieß an der Ecke zwischen Marburgerstraße und Wieseckerweh ein fremdes Automobil, aus unserer Stadt kommend, mit einem Lastfuhrwerk zusammen, welches aus Wieseck kam. Größere Beschädigungen trug zum Glück keines der beiden Fahrzeuge davon. Die Schuld liegt diesmal ausnahmsweise nicht auf der Seite des Automobillcnkers, der rechtzeitig Signale gab, sondern der Lenker des Wagens fuhr in übermäßig schnellem Tempo. ** Ein Hotelprojekt des Großherzogs. Der Großherzog wünscht, wie uns aus Darmstadt berichtet wird, die Errichtung eines großen, modernen Hotelbaus in dev Nähe des Schlosses im alten Palaisgarten. In diesen Tagen haben mit verschiedenen Frankfurter Baufirmen dieser- halb Verhandlungen stattgefundcn. Der betr. Unternehmer soll für den Platz 500 000 Mk. zahlen und sich verpflichten, einen modernen Hotelpalaft dort zu errichten. Zu den Baukosten leistet der Großherzog einen Zuschuß. Wie verlautet, wünscht der Großberzog hauptsächlich deshalb die Errichtung eines Hotels in der Nähe des Schlosses, damit er dort seine G ä st e jederzeit bequem unter bringen kann. Er würde zu diesem Zwecke die erste Etage des Hotels dauernd mieten. lieber die Einzelheiten des Projekts sind noch keine Entschlüsse gefaßt. (-) Griedel, 20. Juli. Durch Feuerlärm wurden heute unsere Einwohner erschreckt. Gegen i/,7 Uhr morgens brannte eine Schen er, und da die meisten Leute schon auf dem Felde beschäftigt waren, fehlte es anfangs an der nötigen Hilfe, weshalb das Feuer um sich griff und noch zwei weitere Scheuern einäscherte sowie zwei Wohnhäuser anbrannte. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. R. B. Dar in st a dt, 21. Juli. (Eigener Drahte bericht.) Der Großherzog und die Großherzogin sind heute vormittag um * I. 2 3/4 10 Uhr wieder auf Station Egelsbach eingetroffen und von dort nach Jagdschloß Wolfsgarten gefahren. -o- Alzey, 19. Juli. Die 7 3 jährige Hebammt Geiß vergiftete sich heute mit einem Fläschchen Lysol. Die allgemein geachtete Frau fürchtete, bei ihrem hohen Alter auf Verdienst verzichten zu müssen. Ihr Mann ist schon seit langen Jahren als Trunkenbold bekannt. Die Ehe war kinderlos. Wetzlar, 20. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat auf die Immediateingabe des Pfarrers Brü nger zu Erda zur Deckung der infolge der Typhus- epide mie dort entstandenen Kosten und zur Gründung einer evangelischen Frauenhilfe einen Beitrag in Summa von 500 Mk. bewilligt. (W. A.) Frankfurt, 20. Juli. Aus Einladung der geschäfts» führenden Vereinigung eines für Frankfurt geplanten Schillertheaters hatte sich am Dienstag abend eine Anzahl Herren zu einer Besprechung über die Bedürfnisfrage eines volkstümlichen Theaters eingefunden. Einigen von Dr. Poppe gemachten Ausführungen über Wesen und Ziele der Volksbühne im allgemeinen, einem Bericht über die -Erfolge der Berliner Schillertheater und einem Ausblick auf die hier beabsichtigte Gründung folgte eine angeregte Aussprache. Schließlich kam man zur einstimmigen Annahme einer Resolution, in der die Anwesenden mit Freude und warmem Interesse den Plan der Errichtung eines vollstümlichen Theaters in Frankfurt begrüßten. Sie glauben, daß ein Theater auf gemeinnütziger Grundlage mit niedrigen Eintrittspreisen und Spielbeginn um 8 Uhr dem Verlangen weiter Kreise Rechnung tragen wird und versprechen sich insbesondere eine wertvolle Förderung der in Frankfurt gepflegten Volksbildungs- und Volkskunstbestrebungen. Frankfurt, 20. Juli. Der Prinz von Sagan» Mario Pierre Camille Louis Helie, Graf von Perigord, fiüher zu Paris, jetzt unbekanyten Aufenthalts, wird von einer hiesigen Firma in öffentlicher Zustellung zum 8. September vor die zweite Kammer für Handelssachen des hiesigen Landgerichts geladen. Es handelt sich um einen auf den Prinzen gezogenen Wechsel vom 1. Mai 1903 über 61661 Mk. 26 Psg., zahlbar gewesen am 1. September 1903, den der Prinz bei Verfall auf Vorzeigen nicht eingelöst hatte und daher zum Protest kam. Der Prinz ist der älteste Sohn des Herzogs von Sagan; infolge mehrfacher Zwistigkeiten mit seinem Vater hat er sich mit seinen Angehörigen entzweit. Vom Feldberg, 19. Juli. Der Bauunternehmer Brendel aus Oberreifenberg führt gegenwärtig bauliche Veränderungen am neuen Feldberghause aus. Auf feinem Heimwege geriet er mit zwei Maurern in Streit, in dessen Verlauf der eine auf ihn einschlug, während der andere ihm einen Messerstich in die Lunge versetzte. Lebensgefährlich verletzt brachte man B. in seine Wohnung; der Messerheld wurde verhaftet und in das Gerichtsgefängnis nach Königstein verbracht. Gießen, 21. Juli 1905. • * Doktorjubiläum. Der Universitätsprofessor i. R. und Geh. Regierungsrat Dr. Karl Umpfenbach hier begeht heute die Wiederkehr des Tages, an dem er vor unfzig Jahren zum Dr. phil. promoviert wurde. Aus diesem Anlaß wurde ihm das Doktordiplom durch die philo- ophische Fakultät erneuert und heute mittag durch den derzeitigen Dekan, Prof. Dr. Sauer mit den besten Glückwünschen überreicht. * * Der Juxplatz an der Lahn wird am Samstag und Sonntag noch einmal für das vergnügungsbedürftige Publikum geöffnet sein. * * Wieder gefunden. Ein vor kurzem hier ge- toh lenes Fahrrad wurde gestern im Stadtwald an der Licherstraße aufgefunden und dem Eigentümer wieder zu- gestellt. " Diebstahl. In einem hiesigen Gasthause entwendeten in der verflossenen Nacht zwei Gäste ihrem Schlafgenossen 40 Mk. und Uhr nebst Kette und gingen flüchtig. * ’ Brand. Das Feuerw ehrfest ist, so wird uns erst heute bekannt, nicht ohne Brand vorübergegangen. In einem Hause in der Neusta dt entstand in der Nacht vom Montag auf Dienstag, während des Festtrubels, ein Brand, der jedoch rechtzeitig bemerkt und von einigen Feuerwehrleuten abgelöscht wurde. Der entstandene Schaden ist deshalb auch nur gering. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a'ch b a r ft a a t c n. Der Assistent beim Gewerbe- und Kauf- manusqericht in Frankfurt a. M., Diehl, hat sich während einer Revision vom Dienste entfernt und war seitdem verschwunden. Zu der Bureaukasse fehlen 400 Mk. Wie die „Kl. Pr." berichtet, bot Diehl sich erhängt; seine Leiche wurde am Mittwoch in ferner Wohnung aufgefunden. — Wegen Unterschlagung wurde ein Unter- offner vom Jnf.-Neg. Nr. 115 in Darmstadt verhaftet. — Das Dekanats-MifsionSsest des Dekanats Lauterbach fand am 19. d. M. in Maar statt. Um 10 Uhr predigte Pfarrer Möller- Rendel, die Festpredigt hielt Pastor Lohmann, Lehrer des Mtfstons-Seminars zu Leipzig. Nachmittags fand eine Versammlung im Freien statt. VerniSTehreo. * Wie man bei Ehescheidungsprozessen sich 'leiben soll. Aus London wird berichtet: Die junge Frau Prevost, der es gelang, sich vor einiger Zeit von ihrem Niann scheiden zu lassen, erschien diesmal vor Gericht, um einen anderen Mann wegen Bruchs des Eheversprechens zu verklagen. Es stellte sich zunächst heraus, daß sie bereits ange Zeit, ehe sie ihren geschiedenen Mann des Ehebruchs beschuldigte, mit dem nunmehr angeklagten Mann uner- aubten Verkehr hatte. Diese Entdeckung ries große Entrüstung hervor, die sich noch steigerte, als im Verlaus der Verhandlung em Schreiben zur Verlesung gelangte, das der Klägerin während ihres Ehescheidungsprozesses von einem Rechtsanwalt zugegangen war, mit dem die Dame ebenfalls ziemlich vertraut gewesen ru fei» w>eint Der queren. Lohn erhöht e dös hat an 64 000. strebungen, die Bauunternehmer zur Aufnahme der Arbeit innerhalb 8 Tagen auffordern. Essen a. d. Ruhr, 21. Juli. Infolge des Vorgehens der Arbeitgeber der Baugewerbe betrachten die Arbeiten ihrerseits den Tarifvertrag für gelöst und , stellten in einer. 5d)ift"5ii.nd)Lid|trn. Norddeut scher Lloyd. -^n Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen,' 19. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschraul enoPostdampser „Großer Kurfürst , Kapitän F. Dlentz, vom Norddeutschen Llond in Bremen, tst gestern 8 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. RedStarLinie Vertrete E arl Retter, Gi eßen, Eichweg 7, Ecke großer Stemweg. Ter Postdampfer „Kroonland" der Red Star Lime m Antwerpen, ist laut Telegramm am 17. Juli wohlbehalten m Newyork ,111 ocfoininm, ________________ großen Versammlung neue forderungen auf. Thorn, 21. Juli. Das Oberkriegsgericht des 17. Armeekorps verurteilte den Sergeanten Zilz und den Unter» nz von Sagen, ion Perkgord, stöhn wird von einer hie- n 8. September vor hiesigen Landgerichts n Prinzen gezogenen 61 Mk. 26 Pfg. den der Prinz bei fte und daher zm Föhn des Herzogs n mit seinem Vater it. : Bauunternehmer jartig bauliche Ver- aus. Aufstine'" Streit, in dessen nb dec andere ihm csehte. Lebens- in seine Wohnung' 1§ Gerichlsgefansn^ Lessen und^den Aewerbe- u" dLsvL rautttA gjjöllet- Mer des ßisenbahn-Zettung. Die Betriebsergcbnisse der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft bettefen sich int Sunt auf insgesamt 137 974 000 Mark, das sind mehr gegen den gieren! ..../ Albert °°7 «4 * harten. % !l§ M er SBaufi oieien nid s,ch ' «5. b«mitS1."! '"S°n tanÜ.1'? 6äen d-- Prchitz Erz- R u x e. «ernte. Angebot —, Nachfrage 3550. Ausbeuten und Zu- bnßen 1 -3 ___ • Unter Freundinnen. .Der Arzt hat mir den Aufenthalt in der Küche verboten.” „Woran ist denn Dein Mann erkrankt?" * Der Bierologe. Student: .Frau Wirtin, heut' bleibe ich zu Hause, heut' wird studiert. Besorgen Sie mir 30 Flaschen Bier." . t Wirtin: »Herr Doktor! Herr Doktor! Sie werden sich noch überarbeiten!' • Kleine Tageschronik. Gelegentlich einer Dienstnbung I auf hoher See bei Äagusa am abr. Meere fand auf bem ofterr. Kriegsschiff Habsburg beim Abschießen eines 15 cm. Geschütz^ infolge mangelhaften Verschlusses eine Explosion stach wobei em Mann getötet und einer verwundet wurde. — Seit einigen Tagen wird RornvonMofgiiito-Schwärmen heirngeiucht. Obgleich die Stiche bei gesunden Personen nur eine erregte Stimmung bcrüorru’cn, bewirken sie bei Kranken und Kindern Ohn- machtsanfalle. Die Aerzte können sich diese eigenartige E^che,. ! uungen nicht erklären. - Das Ennc-thal wurde am Mittwoch non9 einem heftigen Erdbeben heimgesucht. Es nt in diesem ^abr bereits das dritte Mal, daß dort em Erdbeben zu verzeichnen ist. — ^n V o l s ch w e i l e r bei St. Avold wurde ein i i e b durch de>?Gastwirt Umenhofer überrascht. Der Dieb zog einen Nevolvev und erschoß den Gastwirt, em zweiter Schuß traf besten Trau t ö 11 i di, ein dritter Schuß verwundete einen der -oei- iolacr ^er Mörder ist entkommen. Umenbover binterlaßt o Svuoer. - 3n R o bUn j ronrbe ter 7Ö jährige Sch,°,ier Ddite'p Sloffet aus Windesbeim enthauptet. Er hatte iw Vonahr seinen ichwadißnnigen Bruder durch Anstecken seines Hauses um gebracht, nachdem er ihn im Bette gefesselt batte. - Im ^Üieebade (Heringsdorf) bat ein heftiger Sturm großen »ebabeu angerichtet. Motorboote sind gesunken. — Bei Minden Besii. winde während einer S ch i e ß ü b u ng des Infanteriercauueuts Nr lo aus Versehen dem Gefreite Heine d u r ch d i e B r u st g e Ischofseii. Er war nachdem das Zeichen zum Beginn des Schießens bereits gegeben, nochmals vorgetreten. In demselben Augeiiblick fiel ein Schuß, der Heine in die Brust traf. Er wurde s schnn-r vcrlctzk in das Ln-g' ekt gebracht.^ R . . . ♦ . . UnddaswarrneiMann! Von einem Aus- . slug nach Hallstatt im Salzkammergut erzählt im Frankfurter „Herold" ein Sommergast: Wer hat nicht von dem L uralten Städtchen schon gehört, der Stätte keltischer Kultur. . Es gibt wohl wenig Plätze in der Welt, die dem kunst- ; freudigen Auge so viel malerische Punkte bieten. Jeder - Winkel, jede Ecke ein Bild. Nichts gemacht. Es muß hier im Volke ein großer Kunstsinn stecken. Die prächtige Kirche da oben auf dem Felsen mit dem Doppelschiff ^rotz der Unregelmäßigkeit, dem Zufälligen, wie wirkt hier alles so harmonisch in Form und Farbe! Die gleiche Bemerkung kann man übrigens auch in der Kirche in St. Wolgang machen, die sogar trotz der Mischung von Gotik und Barock wunderbar wirkt. Kultur, Tradition und eine glückliche Hand' Wie schön bei der Kirche der kleine Friedhof mit dem Blick auf See und Berge. Eine alte, behäbige Frau sitzt zwischen den Gräbern und strickt im Sonnenschein. S:e fragt uns, ob wir nicht das Beinhaus sehen wollten Sie schließt ein einfaches Seitengebäude auf. Eine Art kleine Kapelle. Wie auf einem treppenförmigen Altar sind Hunderte von Schädeln ordnungsgemäß aneinandergereiht. ^Auf jeder Stirn der Name des Inhabers mit Todesjahr In schönen, lateinischen Lettern, wie eine Firma, eine Reklame ober eine Visitenkarte aus dem Jenseits. „Sengen"s, gna' 5ierr, unser Friedhof is so klein, daß er alle zehn Jahre umgrab'n wird. Da macht der Totengräber dann die Schädel für die Verwandtschaft so zurecht. Sengen's, das sind Bruder und Schwester, der Vater und die Mutter leben noch Der da hat da unten einen Laden gehabt, seine Frau führt ihn jetzt." Und so wußte sie von jedem eine Geschichte. Dann deutete sie noch auf einen großen Schädel, streichelte zärtlich die Stirn und sagte, mit einer Trane I im Auge: „Und das war mer Mann!" * Die echte und die falsche „Kaiserin der Sahara" Die Wiener Polizeidirektion hat in Gemäßheit^ einer Eingabe des Vertreters des JUrpresario Tamburim, Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Samueltz, der Madame du Dion die Führung der Bezeichnung „Kaiserin der Sahara untersagt. Einige Jähre ist es her. „Jacques V* war da-1 mals noch nicht beleidigt, nannte man ihn auch nur Le- baudy oder gar den kleinen Zuckermann. Er lebte damals das Leben eines selw reichen jungen Herrn. Er liebte die schöne Augustine Letter. Augustine war^Chanteufe, weil chr das Dingen Vergnügen machte, weil sie der allabendliche Beifall freute. Denn notwendig hatte sie das. Singen nicht; für den Lebensunterhalt sorgte Lebaudy. Sie btteb Ehan- tense und behielt auch das Pseudonym, unter dem sie ihr Triumphe feierte, den Namen de Dion. Dann kam Dte große, kühne Tat. Lebaudy wurde „Kaiser der Sahara . Genau so wie der große Korse keinen Augenblick gezögert hat, Joseftne Beauharnis zur Kaiserin der Franzosen zu machen, so überlegte auch Jacques I. Nicht lange und krönte Llugusttne Letter, genannt de Dion, zur „Kaiserin der Sahara" Nun mußte sie das allabendliche Singen doch auf- geben' Drei Zahre blieben „Steifer" Jac-snes und „Stei- feite" Augustine beisammen. Tann gingen sie auselnaubci, und Augustine «eiter entzückte die Pariser wieder m-t Chm- sons. Dies ist die Geschichte der echten „Kaiserin der .. ^aouuHuuc U11V(.V sein Eigentumsrecht an den Marken der Fahrt fei der, mit dem deutschen Kaiser in den u™ 1- — die aufgibt. Indessen kann er von dem Adressaten Schadenersatz in schwedischen Gewässern zusammen zu kommen. (??) und Iiet.feinen I W)e M Abwesenheit des Zaren werde vier Tage dauern Nutzen verwandt hatte, sowohl vom Schöffengericht wie von der Newyork, ^1. Juli. Hie gestrlge Hitze verurwchtc- Strafkaminer wegen Unterschlagung zu drei TagenGeiangnis ver-1 H^inahe hundert Todesfälle und 400 Hitzschlage urteilt worden. Das Oberlandesgericht hob den Urteilsspruch auf i gxch in Newyork, obwohl Sturm nachmittags eine Lin- und sprach den Angeklagten uMer obiger Begründung kosten- L brachte/ Meldung des „Hanrwv. Cour^" die zweite SUajt« mme t’bS KeKaNNtMlichiMg. Ä” bie“iSWegen Vornahme non Kanalisationsarbeiten wird die «^ndaerichä^ekttw^Mcker ans Grund deS Z11 dcs Prcßg^etzes S ü d a n l a g e, zwischen Bismarck- und Gartenstraße, üoä übersandten Berichtigung gestrichen hatte, im Gegensatz zum ^ute an bi§ auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Schössengerickst, dos wegen Verletzung des Preßg^etzes, aM ^O i @tc^en# den 21. Juli 1905. Geldsrrase erkannt hatte, ^"sprach, weil die B e r i ch t i 9 ung Großh. Polizeiamt Gießen des LandgerichtSd.irektorS den Rahmen einer rar- Gerbera tsächlichen Berichtigung überschritte« habe. 1 yeroerg. n, 9tns hh Gießener landwirtschaftlicher Wetterbienst. Vorausfichtlichc Witterung in Hessen für Sainstag, den 22. Juli 1905: ZeiNveise wollig, stellenweise Gewitter, ziemlich irarin Näheres durch die Mießeuer 'ügellerkarle. . ^andwirllchaft. Die Körungen der Saaten bei den Saatban- ----- ft eilen des HesUsche» Land w i r I s» ° "s r ° t S sind ^Ncinal-DraKlMksüUNgeN. wie uns ber ©eil. SanbwtrlldMttSra IW »■««',5 Berlin 21. Juli. Nach dem .Vorwärts' ist gegen Red«? ur Vräschie 'des Blattes K.wier'. de, die Saatbaustellen in der Lage, von den wichtigsten inid ertrage- 2^tral-Organs der im Transportgewerbe beschäftigten Ar- ÄÄ •- 3-w Mitteln. Sowohl von den bei uns am besten bewahrten -^nter .u nennen. „, , . roggenforten tvie anck von den ertragsrelchsten. Sorten Wmter- 8 ^rlin, 21. Jmli. Der russische Minister Witte auf weizen und Wintergerste kann Saatgut m vorzüglicher ^nalit übcr Paris und Cherbourg nach Washington zu geliefert werden. t a n b 1D t r u aU (t cb e n Landes- n n d ^n Friedensverhandlungen traf in der heutigen Nacht auf I u b i l ä u in s a u s st e l l n n g in Ma in z vom 14.-18.Sep. P^hnhof Friedrichstraße tn Berlin ein, wo einige Herren der .tcnibev d. F. werden in Abteilung II dw Er-zeugniß^ russischen Botschaft zur Begrüßung erschienen waren, und setzte gebührenfrei. Neben Geldpreisen sind Medaillen aS Preise ans-L Kreisen Witzenhausen und Eschwege große Ver-> 21. 3.11. «- ..... ks&.‘äsawsL«S,.« 1. August. .. „ Bauarbeiteraussperrung statt. Es wurde defchtopen, Saatenstand in Preußen. Mitte Jutt: (1 bedeutet\ { Einigungsverhandlungen vorzunehmen, wozu sehr gut, 2 gut, 3 mittel 4 gering, ^ fthr gering) ^mter besondere Kommission eingesetzt wurde. Ferner soll die ^tet«)^262s7gen2n2: Sinte^Sn 2,6 stMisch- Verwaltung im Fall der Ersalglasigk-rt xn «trÄi:6 Luzerne 2,5 gegen 2,6: Bewäsierungswiesen 2,3 gegm 2,4. andere Wiesen 2,7 gegen 2,8. In den Mmerttmgen der siatistisäien Korrespondenz lirißt es: Nach den Niede^chlagsmengen, J beurteilt, ist der Juni zu naß gewesen. Dies nmr icdoch die Folge einiger sehr starker Gewittergusse, die nicht überall einhaLcn' sodaß überwiegend über zu große Trockenheit.geklagt wird. Der von Hagelwetter angerichtete Schaden wird vielfach als lehr bedeutend bezeichnet. Sämtliche Halmfriichte sind infolge des Unwetters allenthalben mehr oder weniger zur Lagerung gekommor, .... . wodurch die Körnerbildung waMinlich .beemträchtigt werden Brause wegen Mißhandlung und vorschrlstS- ^*iC»rÄXiUet Behandlung Untergebener m 59 b-«w II Fällen im Stroh geblieben. Am meisten soll Hafer unter den Unbilden 6 bezw. 5 Monaten Gefängnis und Degradation. der Witterung gelitten haben. Kartoffeln sind mitunter von Dresden, 21. Juli. Die gegen den Geh. Hoftat Schwarzbeinicckeit, und Kiäurelkrankheit befallen. Die Mrichte Adolf Meyer voriges Jahr erhobenen schweren Be- wÄÄ« ÄeÄ*taS ffiuIbiSu„9tn, wegen deren er °ins'w°il°w seines Amtens nicht besser geworden sein. Luzerne hat auch im Berichtsmonat Direktor des zoologisch-anthropologisch-ethnographischen Mu- wieder einen kleinen Fortschritt gemacht. Auf Grummet rechnet H enthoben wurde, haben sich bei der gerichtlichen und man in vielen Gegenden nur wenig, wenn Nicht bald wieder DjZ.jp^g^ersuchung als völlig grundlos erwiesen. Ic6fo-u7bei^dit in D-ntlchland. Der Da ihm aber sein Amt verleidet worden ist, gedenkt Meyer bayerische Landesinspektor für Tierzucht, Dr. Attinger, gibt in 1 ,n den Ruhestand zu treten. einer längeren Abhandlung ein Urteil über das auf der Deutschen München, 21. Juli. Bei einem Brande m Bayrisch-. Landwirtschaftsausstellung in München ausgestellte Nrndmeh, um ' Schuhmacher Watzka, deffen Tochter und Ä'ÖÄÄ.« ft. föÄ um“ . *«»•". Dik Frau"und °m Sohw auf dem Gebiete der Rinderzucht zwar bedeutende Fortschritte zu erlitten lebensgefährliche Brandwunden. verzeichnen sind, daß aber die der deutschen ViehzuM zukommende Nürnberg, 21. Juli. In Ansbach droht eine all- Aufgabe, ben inlänbifeben Warft mit befter ^»QIitc,t cmeine ffllaurerauSfperrung, falls die Ausständigen gchll allein ... verioraeu. u°» chrer Erleduuma bmte------ _ die Arbeit nicht bis Freitag wieder aus. HericAlSlaat. genommen haben. IONS -Anes TU VW vyc.u^u.ic vuv v--------- Gießen, 20. Juli. Die Straf kammer verurteilte Paris, 21. Juli. Petit Paris verzeichnet das (unglaub-. Die Geschichte der^f°rsch-n, »»*) Gerüchst daß außer dem P«n,°nW-l-- Wie berichtet hat D. einem Kameraden zugemutet, in einem gegen auch der deutscheKron prinz nach^,okioreisen wer . ihn anhängigen Alimentativnsprozeffe, den Verkehr mit einem Wien, 21. Juli. Mehrere österreichische General- Mädchen zu beschwören, das er überhaupt nicht kannte, um sich der Konsulate, z. B. das in Frankfurt a. M., die in letzter' Unlcffi3*V&U.Cn Li/°S7°a'.sanwattIchaft des Land. Zett °°m Prager Stadtrat amtliche Zusch-ist-n in tsche chi. aerickts I bat gegen die „Süddeutsche Montagsztg." Anklage scher Sprache erhielten, hatten diese zuruckgewie,en. Auf erhoben auf Grund des § 166 wegen einer Besprechung der in die Beschwerde des Prager Stadtrats wurde vom Grafen Franksurt erschienenen Brochüre von Tr. Georg Kaufmann, ordent- Gottlchowsky verfügt, daß auf allen österreichisch-ungarffchen Lkg° dd7'k°m°heUiS“’ÄnUä°ck knrUr, Kansulaten Zuschriften in tschechischer Sprache an. und das Verbot der vierten Lateransyiiode". {genommen und erledigtwerden musfen. — Wem gehört t>ie Antwortmarke? Nach einer Petersburg, 21. Juli. Wie gerüchtweise verlautet, Entscheidung des Oberlandesgerichts zu Posen bat bet Ab- ber ortr morgen das Schloß Peterhof verlaßen und sendet von Offerten auf die etwa,eingelegten, zur ^antwort ^ord der Yacht Polarstern begeben, um eine mehr- . 1 *. . r.? I • ......... ____x.....QtnprP al§ wie an Och Landgemeinde Deutschlands ist Cnmborn ün Kreise Ruhrort. Es zählt 63 000 Einwohner, Wilmersdorf bei Berlin 59 000, Borbeck bei Essen 59 000, Zabrze in Oberschlesien und Lichtenberg bei Berlin Am "3?April"d7 I.' weilte „Jacgnes " /m Nachbarstaate seines eigenen Reiches, der Egypten HE. H^er machte er in einem Unterhaltungslolale die Bekanntschaft erner Sängerin — ihr wahrer Name ist nicht bekannt — und nahm sie nach Triest mit. Von dem Moment an, da fte an der Seite des „Kaisers" lebte, nannte sie sich auch Dion, aber du und nicht de Dion. In Triest ging dann dieser -Kaiser' durch u nd ließ Madame du Dion im Stich Der Jnchretzr^ Tamburini fuhr nach Trieft, in dem Glauben, die verlas,me Dame sei die „Kaiserin der Sahara", und^engaaierte^sie. Sie kam, wie wir bereits meldeten, mit iym gleich nach Wien. Nun sollte MaLam auftreten. Die Plakate waren fertia Renee de Dion" stand daran,. Madam memte^, du märp9'befiel t>er Impresario meinte. Madam hieße bod) I ^riimmlen Sdefmärfen" f e i n e n 91 n f p r u“d)' niebr. Begründet I stcy. an ^v oer yaaji de -Dion Aus „du" und „de" entstand ein Streiy Madam dieser Entscheid damit, daß der Absender^durch die Angabe: tägige Kreuzfahrt zu unternehmen Es M der Zweck ^fulti^te tätlich ihren Jtnpresario. Dieser erftchr, datz! ,Retourmarke anbei nsw/ — "" Madam nicht die echte „Kaiserin der Sahara" sei - die I ^nbeffen kann er echte ist blond, die falsche schwarz^—> u«v *te>^ 'v— Anwalt intervenieren. Das Hotel lmndi^e derMadam, die Polizei nalftii ihr den „wioerrechiliä-en Titel Und das rst die Geschichte der falschen „Kafterrn der Sahara . • Kühner Vergleich. Herr: „Was wollen Sie mir saaen — ich habe an zwei Universitäten studiert!" 9 Bauer: „Was will dös sage! I han a Kalb g hobt, zwoa Küah g'soffa un is doch weiter mx g worden Grosses Extra-Konzert S®sB Samstag den 22. Juli, abends 8 Uhr im bleuen SaaQbau (früher Steins Garten) ansgeführt vom 3853 Trompeter- Corps des 2. Grossherzoglich Mecklenburg. Dragoner-Regiments No. 18 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors A. Scharfenberg. Billetts im Vorverkauf bei Herrn Ernst Challier zum Preise von Mk. 0.40, an der Abendkasse Mk. 0.50. VekarratmaOung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wirb, beginnend mit Samstag, den 1. Fuli hn Impflokale — Schulgebäude, Neustadt 61 — für die nächste» 5—6 Wochen jeden Samstag, nachmittags 5 bis 6 Uhr, abgehalten werden. Jmpspflichtig im laufenden Kalenderjahr sind ine im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen auS früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder- Haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Terinine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Jmpfimgen «uentgelt» lich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschluffe auf seine Kosten bewerkstelligen laffen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. ' Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im kaufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem A Tafle später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erschemen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 27. Juni 1905. B”/6 Großherzoglich-» Blirm'rmeNerec Gießen. _________________I. V.: Curschmann._________________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister wurde heute bezüglich der Firma H. Zimmer, Gieße«, folgendes eingetragen: Johanna und Heinrich Zimmer sind aus der offenen Handelsgesellschaft auSgeschieden. Das Geschäft wird unter der seitherigen Firma von der Heinrich Zimmer Witwe, Lina geb. Grüneberg zu Gießen allein betrieben. Die offene Handelsgesellschaft ist erloschen. Gießen, den 19. Juli 1905. b”/t Grosiherzöstliches Amtsgericht. Obligations-Verlosung. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurden von dem Rockenberger Anlehen zur Rückzahlung auf den 1. Okt. l. I. die Nr. Lit. A. Nr. 18 mit 1000 Mk. , , , B. , 13 ,, 500 „ , , „ C. , 79 , 200 , , r , C. , 15 , 200 , auSgelost. 3843 Der Inhaber dieser Obligationen kann den Betrag hierfür bis zu dieser Zeit bei der Gemeindekaffe, bezw. im Bankhaus Grünewald in Gießen in Empfang nehmen, da vom 1. Oktober 1905 die Verzinsung aushört. Rockenberg, 19. Juli 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Rockenberg. W e t t n e r. WWM-Veckils Ein vierstöckiges Haus, worin seit längerer Zeit Obst und Gemüse verkauft worden ist, auch für jedes andere Geschält geeignet, in verkehrsreicher Straße, ist umständehalber billig zu verk. [3724 Wetzlar, Weisadlerstraße 4. Existenz. 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